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Kritische Inhaltsangabe zu Helga Schnabel-Schüles "Die Reformation 1495-1555"

Rezension / Literaturbericht 2008 4 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Kritische Inhaltsangabe:

Helga Schnabel-Schüle: Die Reformation 1495-1555

Als Philipp Melanchthon in seiner Antrittsrede 1518 - anlässlich seiner Professur an der noch jungen Universität zu Wittenberg – die mittelalterlich tradierten Lehrmethoden anprangerte, konnte er das Potential humanistischer Ideen noch nicht erahnen. Melanchthon, ein Zeitgenosse und Kollege Martin Luthers, trug Anteil am theologischen Diskurs der Reformation. Heutzutage sehen Historiker in der Reformation den Beginn der Konfessionalisierung als ein Kennzeichen des Wandels vom Mittelalter hin zur Frühen Neuzeit. Dass die Thesen Luthers weder das Ausschlaggebende noch den Beginn der Reformation kennzeichnen, betonen besonders die Forschungsansätze des 20. Jahrhunderts. Den Grundlagen der Reformation und deren übergreifende politische und gesellschaftliche Auswirkungen hat sich Helga Schnabel-Schüle im vorliegenden etwa 300 Seiten umfassenden Reclam-Band gewidmet. Der knappe Titel „Die Reformation 1495-1555“ lässt auf eine umfassende Darstellung des Ereigniszusammenhangs hoffen, der die Autorin auch gerecht zu werden beabsichtigt.

Bevor sich der Leser dem Thema nähert, sei zunächst auf Schnabel-Schüles Einleitung verwiesen. Hierin betont sie nicht nur die Bedeutung der Politik, sondern zugleich den Stellenwert von Religion im gesellschaftlichen Leben dieser Zeit. Die Autorin bemüht sich, den Leser zu sensibilisieren, die Konsequenzen des Reformationsgeschehens nicht zu unterschätzen. Als Säule des alltäglichen Lebens wird der Glaube zeitweise stark erschüttert, was letztendlich eine Gefährdung der gesellschaftlichen Ordnung mit sich bringt. Aus diesem Grund, so Schnabel-Schüle weiter, sei es wichtig, die Rahmenbedingungen mit Erlass der Landfriedensordnung von 1495 genauer zu beleuchten.

Zum besseren Verständnis hat die Autorin ihre Ausführungen zweigeteilt. Im ersten, längeren Abschnitt konzentriert sie sich auf eine „Darstellung“ der Reformation in ihren Voraussetzungen und Bezugsfeldern sowie dem Ereigniszusammenhang. Nach den detaillierten Schilderungen auf zwei Drittel des Buches wendet sich die Professorin für Neuere Geschichte einem zweiten großen Anliegen zu. Auf etwa 65 Seiten schließen sich „Aspekte“ an, die nicht zwingend dem Verständnis der Ereigniszusammenhänge in der Reformation zukommen, aber manche Entwicklung besser erklären. Sowohl politische als auch theologische Akteure und deren Auseinandersetzungen mit- und untereinander werden detailliert betrachtet und fördern die Apperzeption der Brisanz einer zentralen Religionsfrage. Hier findet der Leser auch eine Bewertung aktueller Forschungsthemen und viel interessanter: einen Faden regelmäßigem Wiederauflebens der Erinnerung an die Reformation, den Schnabel-Schüle durch ein nahezu halbes Jahrtausend zieht.

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Details

Seiten
4
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640625406
Dateigröße
508 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v148287
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Historisches Institut
Note
1,7
Schlagworte
Melanchthon Luther Reformation Landfriede Religionsfrieden Karl V. Schabel-Schüle

Autor

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Titel: Kritische Inhaltsangabe zu Helga Schnabel-Schüles "Die Reformation 1495-1555"