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Der Blick der Wissenschaft auf den Menschen - Sigmund Freud

Referat (Ausarbeitung) 2003 13 Seiten

Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Das Leben des Sigmund Freud

3.) Die Psychoanalyse
3.1.) Das Bewusste/ Vorbewusste und Unbewusste
3.2.) Die drei Prinzipen (Es, Ich und Über-Ich)
3.3.) Angst als natürlicher Abwehrmechanismus
3.4.) Die drei Phasen

4.) Fazit

Bibliographie

1.) Einleitung

Dem Blick der Wissenschaft auf den Menschen hat Sigmund Freud, nicht nur mit der Entwicklung der Psychoanalyse, einen entscheidenden Anstoß gegeben.

Ebenso wie sein Zeitgenosse Charles Darwin hat Freud den Menschen neue Erklärungsmodelle für bisher scheinbar Unerklärliches gegeben.

Seine Theorien hatten damals Sympathisanten und Kritiker. Auch heute noch wird er entweder verehrt oder verachtet.

In dieser Ausarbeitung meines Referats vom 02. Juni 2003 werde ich zu Beginn erst einmal das Leben des Sigmund Freud darstellen, mit all’ seinen Stationen, Werken und elementaren Erkenntnissen.

Der zweite Teil, den ich in insgesamt fünf Punkte unterteilen konnte, handelt dann in erster Linie von der Psychoanalyse und den elementaren Prämissen dieser Theorie. Ich werde darstellen, wie Freud bei der Entwicklung der Psychoanalyse vorging, was das Unbewusste genau ist, wie die drei Prinzipien Es, Ich und Über-Ich zu verstehen sind, inwiefern „Angst“ eine Rolle bei neurotischem Verhalten spielt und welche Aufgaben die orale, anale und phallische Phase in der menschlichen Entwicklung haben.

Im letzten Teil versuche ich mich an einem allgemeinen Fazit zu der Lehre Sigmund Freuds. Wie reagierte die zeitgenössische Gesellschaft auf seine Erkenntnisse, und wie sind diese in dem geistesgeschichtlichen Kontext zu sehen?

2.) Das Leben des Sigmund Freud

Am 06. Mai 1856 kommt Sigmund Freud (mit vollem Namen: Sigismund Schlomo Freud) als Sohn des jüdischen Textilkaufmanns Jacob Freud und dessen Ehefrau Amalia in Freiberg[1] zur Welt.

Freuds Eltern waren „kleine Leute“, denen wirtschaftlicher Wohlstand fremd war. Seine Mutter war die dritte Frau des Jacob Freud, zwanzig Jahre jünger als dieser, ja sogar um ein Jahr jünger als Sigmunds Halbbruder Phillip. Diese Familienkonstellation mag mit dazu beigetragen haben, dass Freud später die Theorie des Ödipus-Komplexes entwickelte.

Im Jahre 1860 zieht die Familie nach Wien.

1873 beginnt Freud sein Medizinstudium an der Wiener Universität.

Drei Jahre nach Beginn seines Studiums widmet er sich außerdem einer Forschungstätigkeit am Wiener Physiologischen Institut. In seiner sechsjährigen Tätigkeit erforscht er dort, unter anderem, die Geschlechtsorgane des Aals.

Nachdem er 1880 seinen einjährigen Militärdienst abgeleistet hat, promoviert er schließlich an der Wiener Universität.

Ein Jahr später findet Freud Anstellung am Allgemeinen Krankenhaus in Wien. In seiner dreijährigen Tätigkeit ist er unter anderem an der Entdeckung der schmerzstillenden Wirkung des Kokains beteiligt. (Leider unterschätzte er jedoch dessen Suchtwirkung, konsumierte schließlich selbst regelmäßig Kokain und empfahl es wahllos Freunden und Bekannten.)

1885 habilitiert er dann im Fach Neuropathologie in Wien.

Von da an ist er als Dozent für Neuropathologie an der Wiener Universität beschäftigt. In den Jahren 1885-1902 beschäftigt er sich des weiteren mit hirnanatomischen Forschungen.

In dieser Zeit bekommt er auch die Möglichkeit an der Pariser Nervenklinik Salpêtriére für den dort behandelnden Arzt als Übersetzer tätig zu sein. Hier beobachtet er erstmals Frauen mit seelischen Erkrankungen ohne organischen Befund. Diese Hysterien werden von dem behandelnden Arzt, Jean-Martin Charcot, mittels Hypnose oder Suggestion behandelt.

Nach vierjähriger Verlobungszeit heiratet Freud 1886 Martha Bernays, die Tochter einer jüdischen Familie aus Hamburg. Mit ihr bekommt er im Laufe ihrer Ehe sechs Kinder. Im selben Jahr eröffnet er eine neurologische Praxis in Wien.

Gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Joseph Breuer stellt Freud 1895 die „Studien über die Hysterie“ mit der Methode der freien Assoziation vor.

Hier schreibt Freud zum ersten mal über die Ursachen des damals noch von ihm als Hysterie bezeichneten neurotischen Verhaltens, sowie die Möglichkeiten der Heilung.

Dieser Studie zufolge seien die Ursachen seelischer Störungen verdrängte traumatische Erfahrungen. Mit dieser psychischen Verletzung gehen laut Freud Vorstellungen einher, die im Rahmen üblicher Handlungen nicht abgebaut werden könnten. Die mit dem Trauma verbundenen schädlichen Vorstellungen werden also zu einem immer größer werdenden Problem für die betreffende Person. Heilung kann nur erfolgen, wenn es gelingt, in der Biographie dieser Person so weit rückwärts zu gehen, dass die Art der ursprünglichen Verletzung sichtbar (bewusst) wird. Indem sie bewusst wird, verliert sie ihre schädigende Bedeutung. So könne also der Analytiker durch Deutung spontaner Äußerungen von Patienten auf dessen verschlüsselte Ängste schließen und den Patienten von seiner Neurose befreien.

1897 formuliert Freud in einem Brief an seinen Freund Wilhelm Fließ seine selbstanalytischen Betrachtungen zum „Ödipus-Komplex“. Er erwähnt seine Verliebtheit in die eigene Mutter bei gleichzeitiger Eifersucht gegen den Vater. Diese Entdeckung hält Sigmund Freud für allgemeingültig. Damit ersetzt er die Lehre vom pathogenen Trauma durch die Lehre von der pathogenen Wunscherfüllung.

1900 erscheint „Die Traumdeutung“. Freud führt hier die grundlegenden Begriffe der frühen Psychoanalyse ein.

Aus seinem Werk geht hervor, dass der Haupttrieb menschlichen Verhaltens unterbewussten, kindlichen Sexualphantasien entspringe. Diesen stehen gesellschaftliche Normierungen gegenüber, die zur Unterdrückung der Phantasien führen. Mittels Sublimierung könne der Mensch die unterdrückte Libido in kulturelle Leistung umwandeln. Des weiteren seien Träume verschlüsselte Hinweise auf den Konflikt zwischen menschlichen Wünschen und Verboten.

Im Jahre 1901 beschäftigt sich der Mediziner dann in „Psychopathologie des Alltagslebens“ mit der Bedeutung von Vergesslichkeit und Versprechern. Die sogenannten „Freudschen Fehlleistungen“ können nach Freud auch durch Egoismus, Feindseeligkeit oder Eifersucht entstehen.

1902 erhält er dann die Professur für Neuropathologie an der Wiener Universität.

In den Tagungen der „Psychologischen Mittwochs Vereinigung“ in Freuds Wohnung wird die neue Deutungskunst diskutiert und erprobt.

In den „ Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie “, die 1905 erscheinen, beschreibt Freud die sexuelle Komponente des normalen und des pathogenen Verhaltens. Er gesteht dem Kleinkind erotische Impulse zu und betont nochmals den Sexualtrieb als die größte Antriebskraft menschlichen Verhaltens.

1908 findet der erste Internationale Psychoanalytische Kongress in Salzburg statt. Zwei Jahre später wird dann das „Zentralblatt für Psychoanalyse“ und die „Internationale Psychoanalytische Vereinigung“ gegründet.

In der Schrift „ Totem und Tabu “ analysiert Freud 1913 die Inzestverbote bei den Aborigines. Nach dieser Schrift seien die religiöse Anbetung eines Totems und der soziale Zusammenhalt das Ergebnis verdrängter Inzestwünsche und Aggressionen.

1917 hält Sigmund Freud das letzte Mal die Vorlesung „Einführung in die Psychoanalyse“ an der Wiener Universität.

1919 folgt die Gründung des „Internationalen Psychoanalytischen Verlags“.

Ein Jahr darauf revidiert Freud die Wunscherfüllungstheorie in seiner Schrift „Jenseits des Lustprinzips“ und gelangt in seiner Ausführung zum Triebdualismus von Tod und Eros[2].

1923 wird bei Sigmund Freud Gaumenkrebs diagnostiziert, was ihn jedoch nicht davon abhält täglich mehrere Zigarren zu rauchen. Bis zu seinem Tode muss er sich 33 Operationen unterziehen.

[...]


[1] Heute: Pribor / Tschechien.

[2] Nach Freud: Lebenstrieb.

Details

Seiten
13
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638201292
Dateigröße
495 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v14826
Institution / Hochschule
Hochschule Bremen
Note
gut
Schlagworte
Blick Wissenschaft Menschen Sigmund Freud Geistes-und Sozialgeschichte

Autor

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Titel: Der Blick der Wissenschaft auf den Menschen - Sigmund Freud