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Bürgertum und Kino zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Distinktion durch Konsum

Hausarbeit 2009 33 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Distinktion durch Konsum: Bildungsburger vs. Angestellte
2.1. Begriffliche Voruberlegungen
2.2. Der Bildungsburger als „richtiger“ Konsument
2.3. Burgerliche Konsumkritik als Ausdruck des Antiamerikanismus’
2.4. Burgerliche Konsumkritik als Mittel der Abgrenzung gegenuber Angestellten

3. Kinokultur in Bewegung - Die Zusammensetzung des Kinopublikums
3.1. Theater der „kleinen Leute“
3.2. Proletarisierung des Kinos?
3.3. (Bildungs-)Burgerliche Kinoganger

4. Verteidigung der Hochkultur: Die Kinodebatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts
4.1. Gefahren des Kinos aus bildungsburgerlicher Sicht
4.2. Zensur als Mittel zur Bekampfung des neuen Mediums
4.3. Die Debatte setzt sich fort: Alfred Doblin, Siegfried Kracauer, Thomas Mann und ihre Meinung zum neuen Medium Film

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Selbstandigkeitserklarung

1. Einleitung

„Statt Arbeit - action; statt verhaltener Gefuhle - expressiver Ausdruck. Die burgerliche
Kultur huldigte der Vernunft und dem Wort; das Kino dagegen war assoziativ und bildlich.“[1]

Aus diesem Zitat wird bereits deutlich, dass sich burgerliche Kultur und Kino[2] in dessen Anfangszeiten scheinbar unversohnlich gegenuberstanden. In den Jahren, in denen sich der Kinofilm zu etablieren begann, entbrannte eine teils hitzige Debatte uber die „Gefahren“ des Kinos. Vor allem das Bildungsburgertum sah, wie auch aus dem einleitenden Zitat zu ersehen ist, in dem neuen Medium einen Verfall der Kultur, den es zu verhindern galt: Amerikanisierung und Massenkultur wurden zu Schreckgespenstern, die die kulturelle Vorrangstellung des Bildungsburgertums gefahrdeten.

Die Kinodebatte korrelierte dabei mit unterschiedlichen Vorstellungen von Bildung und dem „richtigen“ Konsum, gegenuber standen sich hauptsachlich das Bildungsburgertum einerseits, das die fur sich beanspruchte Hochkultur verteidigen wollte, und die Angestellten andererseits, die dem Reiz der modernen Unterhaltung erlagen. Damit ist die Geschichte des fruhen Kinofilms und die Auseinandersetzung um dieses neue Medium auch eine Geschichte von Klassengegensatzen und Klassenkampfen, der Konsum bewirkte einen Distinktionseffekt.

Die Geschichte des Kinos begann im Jahr 1895, als die Bruder Lumiere im Pariser Gand Cafe ein Gerat vorstellten, mit dem Filme aufgenommen, projiziert und kopiert werden konnten: der Kinematograph. In den ersten Jahren verbreitete sich diese Erfindung uber die ganze Welt, doch kann von „Kino“ im heutigen Sinn noch nicht gesprochen werden. Zunachst zogen Schausteller mit Wanderkinematographen umher und zeigten ihr Kurzfilmprogramm vornehmlich auf Jahrmarkten oder in Varietes. Erst 1908 wurden in ehemaligen Ladenlokalen feste Abspielstatten der Kinematographen eingerichtet, die oftmals einem „kleinen Verschlag“ glichen.[3] Im Laufe von nur vier Jahren setzte der Kinematograph zu einem Siegeszug an, in dessen Lauf bereits die ersten monumentalen Lichtspielhauser errichtet wurden, die sich deutlich vom Jahrmarkt-Charakter distanzierten. Wahrend die Zahl der Kinos um 1910 bei etwa 456 Kinos in 29 deutschen Stadten lag, waren es drei Jahre spater bereits 2.371.[4] Parallel zu diesem „Siegeszug“ mehrten sich in den Jahren 1907 bis zum Ersten Weltkrieg auch warnende Stimmen aus dem Burgertum - daher wird der Fokus dieser Arbeit auch auf diesem Zeitraum der sogenannten Kinodebatte liegen.

Hinsichtlich der Struktur des Kinopublikums in dieser Zeitspanne gibt es bedauerlicherweise keine zuverlassigen empirischen Daten, lediglich Emilie Altenloh legte 1913 eine Dissertation vor, die auf einer Umfrage unter Mannheimer Kinobesuchern beruhte. Wahrend solche fruhen Arbeiten eher der Meinung waren, dass der Film zunachst ein Arbeitermedium war und sich erst ab 1910 auch an burgerliche Kinoganger wandte, wird dies von der neueren Forschung in Frage gestellt und eine Orientierung des fruhen Films an der Mittelschicht angenommen[5], dabei wird jedoch nicht genauer zwischen den Klassen (Bildungs-)Burgertum und Angestellte differenziert. Die Kinodebatte um 1910 wurde hingegen in mehreren Forschungen betrachtet, teils als Auseinandersetzung zwischen Literatur und Kino[6], jedoch weniger als Abgrenzungsversuch zwischen zwei existierenden Klassen.

Daher werden in dieser Arbeit schwerpunktmaRig kultursoziologische Aspekte betrachtet: Inwiefern zeigten sich in den Auseinandersetzungen um das neue Medium Kino zu Beginn des 20. Jahrhunderts unterschiedliche Auffassungen zum Thema Konsum, die auf eine Distinktion der Klassen (Bildungs-)Burgertum vs. Angestellte hindeuten? Trug die Kinodebatte dazu bei, die Klassenmarkierungen deutlich voneinander zu unterscheiden oder loste sie Klassenschranken/Klassengrenzen und damit auch die Klassengesellschaft auf?

Um diese Fragen zu klaren, wird in dieser Arbeit zunachst der Konsum von Bildungsburgern und Angestellten allgemein betrachtet, eine zentrale Rolle spielt dabei das Selbstverstandnis der Bildungsburger als die „richtigen“ Konsumenten. Im Anschluss wird die Problematik beleuchtet, dass sich die Kritik des Bildungsburgertums an den Kinematographentheatern aus einer spezifischen Zusammensetzung (und einer groBer werdenden Zahl bildungsburgerlicher Kinoganger) des Kinopublikums ergab - man hatte Angst, auf die Stufe der Angestellten abzurutschen und den Status als gehobene Klasse zu verlieren, den man fur sich selbst beanspruchte. Aus dieser Angst entwickelte sich die Kinodebatte, in der das Bildungsburgertum angebliche Gefahren des Kinos propagierte und teils vehement vor dem Kino warnte. Diese Kinodebatte wird anhand unterschiedlicher Quellen unter dem Aspekt untersucht, mit welchen Strategien das Bildungsburgertum sich von der „falschen“ Konsumtionstechnik abgrenzte, als prominente Vertreter werden Alfred Doblin, Siegfried Kracauer und Thomas Mann herangezogen. Die Arbeit schlieBt mit einem kurzen Ausblick uber die weitere Entwicklung bis zu den 1920er Jahren.

2. Distinktion durch Konsum: Bildungsburger vs. Angestellte

2.1 Begriffliche Voruberlegungen

Wer zu welcher Klasse gehorte, hing vorwiegend von okonomischen Aspekten ab. Unter dem Begriff „Klasse“ ist daher auch eine Zusammenfassung von „Menschen in ahnlicher soziookonomischer Lage [zu verstehen], mit der aufgrund ahnlicher Lebenserfahrungen ahnliche Personlichkeitsmerkmale (psychische Dispositionen, Einstellungen und Wertorientierungen, Bedurfnisse und Interessen, Mentalitaten und Lebensstile) sowie ahnliche Lebenschancen und Risiken verbunden sind.“[7]

In der vorliegenden Arbeit werden das Burgertum sowie die Angestellten dezidiert betrachtet, so dass auch hierfur eine kurze Begriffsbestimmung notwendig ist. Hinsichtlich des Burgertums ist dabei zwischen GroBburgertum, Bildungsburgertum, Besitzburgertum und Kleinburgertum zu unterscheiden. Das GroBburgertum etablierte sich neben dem Adel an der Spitze der Gesellschaft und gehorte zu den wirtschaftlich bewegenden Kraften. Im Fokus dieser Arbeit steht das Bildungsburgertum, fur das eine akademische Ausbildung konstitutiv war, die Hauptvertreter waren daher die hoheren Beamten, Geistliche und freie Berufe, wie Anwalte, Arzte oder Apotheker. Wie keine andere Klasse beanspruchte das Bildungsburgertum die neuhumanistische Bildung fur sich und nutzte den Bildungsbegriff als kulturelles Unterscheidungsmerkmal. Das Bildungsziel dieser Klasse war „die harmonische Entwicklung aller geistigen Anlagen und korperlichen Fahigkeiten, das Endprodukt der allseits gebildete Burger.“[8] Besonderes Gewicht hatten dabei sprachliche Korrektheit sowie das Lesen, so dass insgesamt von einem Primat des Wortes auf Seiten des Bildungsburgertums gesprochen werden kann.

Im Vergleich zu anderen Klassen umfasste das Bildungsburgertum allerdings nur eine relativ kleine Zahl und verlor aufgrund gesellschaftlicher Umwalzungen im wilhelminischen Kaiserreich zunehmend an Bedeutung - in Konkurrenz standen der Bildungsanspruch des Bildungsburgertums und der Besitz des Wirtschaftsburgertums, das erheblich von der Industrialisierung profitierte.[9] Die akademische Elite sah sich fortan in ihrem gesellschaftlichen Fuhrungsanspruch gefahrdet und hatte gleichzeitig mit einer Bildungsinflation zu kampfen, da der Wert von Bildung und Kultur gesamtgesellschaftlich nach wie vor akzeptiert war und von vielen angestrebt wurde. Zu trennen ist diese Klasse von den armeren Kleinburgern, die ublicherweise auch als „Mittelstand“ bezeichnet wurde. Mit den Angestellten manifestierte sich um die Jahrhundertwende eine neue Gruppe im Schichtgefuge, die 1907 bereits 10,7% aller Erwerbstatigen ausmachte.[10] Angehorige dieses „neuen Mittelstandes“ waren bestrebt, ihren Kin]dern durch Bildung den Aufstieg ins Burgertum zu ermoglichen und stellten somit eine ernstzunehmende Gefahr fur das Bildungsburgertum dar, das ein Aufweichen der burgerlichen Ideale furchtete.

2.2 Der Bildungsburger als ,richtiger’ Konsument

Fur die Abgrenzungsprozesse zwischen verschiedenen Klassen bzw. Gesellschaftsschichten, ist unter anderem der Stil der Lebensfuhrung entscheidend, „uber den Konsum und die Signifikanz und Symbolik bestimmter Konsumguter [wird] eine erfolgreicher und zurechnungssicherer Distinktionseffekt erzielt [,..].“[11] Unter Konsum versteht man dabei die Einkommensverwendung fur bestimmte Guter oder Dienstleistungen mit dem Ziel, bestimmte Bedurfnisse des Verbrauchers zu befriedigen.[12] Nicht immer geht es um die konkrete Benutzung von Objekten und nicht

immer sind diese Bedurfnisse fur das physische Wohlbefinden einer Person notwendig, sondern konnen auch mit einem Distinktionsbedarf einhergehen - die Befriedigung bestimmter Bedurfnisse wird somit mit bestimmten Bedeutungen aufgeladen und bezweckt eine Abgrenzung. „Niveau, Art und Qualitat des Konsums stellen Determinanten des sozialen Prestiges und Status dar und bilden eine wesentliche Grundlage fur die Konstituierung und Demonstration von Lebensstilen.“[13] Diese Begriffsdefinition lasst sich auf das Bildungsburgertum zu Beginn des 20. Jahrhunderts anwenden, da soziale Klasse und spezielle Konsummuster oftmals aneinander gebunden sind: Das verfugbare Einkommen hangt unter anderem von der jeweiligen Klasse ab und bestimmt gleichzeitig die Konsummoglichkeiten, die den Rahmen fur den Lebensstil bilden.[14] Das Burgertum war in Bezug auf die ihm gegebenen Konsummoglichkeiten davon uberzeugt „im Unterschied zu anderen Gesellschaftsschichten genau zu wissen, was man wie angemessen konsumiert [...].“[15] Somit verachtete das Burgertum konsumtive Praktiken, die in seinen Augen nicht angemessen waren. Die burgerliche Lebensfuhrung sollte sich durch eine souverane Moralitat und rationale Lebensfuhrung auszeichnen, wertgeschatzt wurde ein zuruckhaltender Konsum, der zweckgebunden, rational fundiert und ideologisch unterfuttert sein sollte. Die ideologische Unterfutterung bestand hauptsachlich darin, dass insbesondere der elitar gebildete Teil des Burgertums den Konsum zur Vervollkommnung der inneren Bildung nutzen sollte, was mit dem neuhumanistischen Bildungsideal des Bildungsburgertums korrelierte.[16]

Durch die bereits skizzierten gesellschaftlichen Umwalzungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts (vgl. Kapitel 2.1) sah sich das Bildungsburgertum zunehmend nicht mehr nur als akademische Elite, sondern vielmehr als „kulturelle Elite [...], die sich als die Gemeinschaft der Kulturtrager verstand“.[17] Durch den gesamtgesellschaftlichen Bedeutungsverlust, den das Bildungsburgertum erlitt, blieb einzig der kulturelle Sektor, um die soziale Vorrangstellung unter Beweis zu stellen.

„Im zeitlichen Zenit dieser sozialhierarchischen Wertekollision und Bildungskrise strebten das >>technische<< Medium Kinematographie und das Kino auf, das sich als kulturelle Erscheinung mit seinen Preiskampfen und Reklamefeldzugen wie die perfekte Ausgeburt des Materialismus und Industriezeitalters gebardete und sich als ideale Abgrenzungsfolie anbot.“[18]

So verstanden war das Bildungsburgertum nahezu gezwungen, gegen das Kino vorzugehen, da es sinnbildlich fur viele Aspekte stand, gegen die sich das Bildungsburgertum vehement zu behaupten suchte.

Der Konsum war damit zu einem der groBen Obel geworden, das die Wertvorstellungen des Burgertums im 19. und 20. Jahrhundert bedrohte. Zu den Hauptgegnern, gegen die sich die burgerliche Konsumkritik richtete, erwuchsen die „amerikanisierte Massenkultur“[19] sowie die aufstrebende Mittelschicht, reprasentiert insbesondere durch die Angestellten. Das Bildungsburgertum definierte fur sich selbst die Rolle des kulturellen Vorreiters - es galt, „den Verlust der Kontrolle der etablierten Volkserzieher und des Burgertums uber die geistige Nahrung der >>Massen<< aufzuhalten, die nun selber auf dem Kulturmarkt wahlten.“[20]

2.3 Burgerliche Konsumkritik als Ausdruck des Antiamerikanismus’

Der „falsche“ Konsum, der aus Sicht des Bildungsburgertums von den mittleren und unteren Gesellschaftsschichten betrieben wurde, war eng verknupft mit einer Angst vor der einsetzten Massenkultur, die „zum Synonym fur schleichenden Machtverlust und kulturelle Entfremdung“ [21] wurde. Das Bildungsburgertum befurchtete, dass
insbesondere aus Amerika eine Welle „seelenloser“ Kultur nach Europa schwappen konne, die vornehmlich technisch-materialistisch ausgerichtet sei und die deutsche Hochkultur darunter versinken konne.[22] Nach Meinung des Bildungsburgertums bestand die deutsche Hochkultur insbesondere in den geistigen Werten, die das Bildungsburgertum fur sich beanspruchte und wertschatzte. In der Massenkultur, dem „Amerikanismus“, der Ende des 19. Jahrhunderts nach Europa schwappte, sahen sie ein Schreckgespenst, das die bisherigen gesellschaftlichen Ordnungen angriff und zu einem weiteren Annahern der Lebensverhaltnisse fuhren konne: Kleidungsstile und Wohnverhaltnisse glichen sich bereits an und Rationalisierung sowie Standardisierung der Arbeitswelt nahmen ebenfalls Einfluss auf das Bildungsburgertum, das sich mit weniger Freiheiten und Moglichkeiten zur MuBe konfrontiert sah.[23] Die Angst des Bildungsburgertums vor der Masse ist demnach als Angst zu werten, die burgerliche Leitkultur konne weiter an Bedeutung und das Burgertum als Klasse an gesellschaftlichem Einfluss verlieren. Diese Gefahr bestand hauptsachlich durch den „Angriff“ auf die geistigen Werte, da der Bildungsbegriff und die Hochkultur die entscheidenden Elemente waren, durch die sich das Bildungsburgertum konstituierte.

2.4 Burgerliche Konsumkritik als Mittel der Abgrenzung gegenuber Angestellten

Die Angestellten nahmen als Gesellschaftsschicht zu Beginn des 20. Jahrhunderts zahlenmaBig und auch an Bedeutung zu, 1907 arbeiteten schon 10,7% aller Erwerbstatigen als Angestellte in Warenhausern, Banken oder ahnlichen Einrichtungen.[24] Zwar strebte dieser neue Mittelstand einen Aufstieg in das Burgertum durch Bildung an, doch offneten sich insbesondere Vertreter der Mittelschicht der neuen popularen Massenkultur: „Formen leichter, erlebnisorientierte Unterhaltung und intensiven Konsums von Geld und Freizeit uberwogen den reflexiven und kontemplativen Kunstgenuss.“[25] In der Tat lasst sich auch durch statistische Daten belegen, dass sich in mittleren Einkommenslagen Konsumstile herausbildeten, bei denen insbesondere die Nachfrage nach Gutern des modernen Unterhaltungs-, Bildungs- und Hygienekonsums anstieg.[26]

[...]


[1] Jelavich, Peter: „Darf ich mich hier amusieren?“ Burgertum und Film, in: Hettling, Manfred/ Hoffmann, Stefan-Ludwig (Hg.): Der burgerliche Wertehimmel. Innenansichten des 19. Jahrhunderts, Gottingen 2000, S.283-303; hier S. 302.

[2] Die Bezeichnung Kino stand zeitgenossisch fur das Gerat zur Aufnahme, Projektion und Kopierung von Filmen. Im heutigen Sprachgebrauch ist die Bezeichnung ubergegangen auf die Abspielstatte, siehe hierzu Loiperdinger, Martin: Das fruhe Kino der Kaiserzeit. Wilhelm II. und die „Flegeljahre“ des Films, in: Jung, Uli (Hg.): Der deutsche Film. Aspekte seiner Geschichte von den Anfangen bis zur Gegenwart, Trier 1993, S.21-50; S. 22 f. In dieser Arbeit wird mit dem Begriff Kino das Phanomen eines neuen Mediums um die Jahrhundertwende bezeichnet, das zu einer bedeutenden neuen Form der Freizeit- und Konsumgestaltung fuhrte.

[3] Schliepmann, Hans: Lichtspieltheater. Eine Sammlung ausgefuhrter Kino-Hauser in GroR- Berlin, Berlin 1914, S. 8.

[4] Jelavich 2000, S. 287.

[5] So beispielsweise in Muller, Corinna: Fruhe deutsche Kinematographie. Formale, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen 1907-1912, Stuttgart 1994.

[6] Siehe beispielsweise Kaes, Anton (Hg.): Kino-Debatte. Texte zum Verhaltnis von Literatur und Film 1909-1929, Munchen 1978.

[7] GeiBler, Rainer: Die Sozialstruktur Deutschlands. Zur gesellschaftlichen Entwicklung mit einer Bilanz zur Vereinigung, 4. uberarb. und aktualisierte Aufl., Wiesbaden 2006, S.94. Diese Definition lasst sich auch auf das Konzept „Schicht“ anwenden, so dass in dieser Arbeit beide Begriffe synonym verwendet werden.

[8] Schulz, Andreas: Lebenswelt und Kultur des Burgertums im 19. und 20. Jahrhunderts (Enzyklopadie deutscher Geschichte 75), Munchen 2005, S. 19.

[9] Muller 1994, S.201.

[10] GeiRler 2006, S.30.

[11] Hellmann, Kai-Uwe: Voruberlegungen zur Funktion der Distinktion fur den Konsum, in: Rehberg, Karl-Siegbert (Hg.): Soziale Ungleichheit, kulturelle Unterschiede. Verhandlungen des 32. Kongresses der Deutschen Gesellschaft fur Soziologie in Munchen, Teil 1, Frankfurt am Main 2006, S.395-406; hier S. 395.

[12] Eine detaillierte Definition von „Konsum“ entwickelte in Bezug auf die moderne Gesellschaft Hellmann 2006, S. 396.

[13] Noll, Heinz-Herbert/ Weick, Stefan: Strukturen des privaten Verbrauchs in Deutschland. Ungleichheiten und temporarer Wandel, in: Rehberg, Karl-Siegbert (Hg.): Soziale Ungleichheit, kulturelle Unterschiede. Verhandlungen des 32. Kongresses der Deutschen Gesellschaft fur Soziologie in Munchen, Teil 1, Frankfurt am Main 2006, S. 407-423; hier S. 407. Wahrend Klassenmodelle zunachst nach objektiven sozialstrukturellen Merkmalen fragen, ordnen Lebensstilmodelle zunachst die kulturelle Vielfalt: Wertorientierungen, Einstellungen, Verhaltensweisen etc. Dennoch korrelieren beide Modelle, siehe Anmerkung 4.

[14] Spree, Reinhard: Knappheit und differentieller Konsum wahrend des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts in Deutschland, in: Siegenthaler, Hansjorg (Hg.): Ressourcenverknappung als Problem der Wirtschaftsgeschichte, Berlin 1990, S.171-221; hier S. 178.

[15] Budde, Gunilla: Burgertum und Konsum - Von der reprasentativen Bescheidenheit zu den „feinen Unterschieden“, in: Haupt, Heinz-Gerhard/ Torp, Claudius (Hg.): Die Konsumgesellschaft in Deutschland 1890-1990. Ein Handbuch, Frankfurt am Main 2009, S. 131-144; S. 131 f.

[16] Budde 2009, S. 133, S. 137; Reckwitz, Andreas: Das Subjekt des Konsums in der Kultur der Moderne. Der kulturelle Wandel der Konsumtion, in: Rehberg, Karl-Siegbert (Hg.): Soziale Ungleichheit, kulturelle Unterschiede. Verhandlungen des 32. Kongresses der Deutschen Gesellschaft fur Soziologie in Munchen, Teil 1, Frankfurt am Main 2006, S. 424-436; hier S. 428.

[17] Muller 1994, S. 203.

[18] Ebd., S.205.

[19] Budde 2009, S. 132.

[20] Maase, Kaspar: Massenmedien und Konsumgesellschaft, in: Haupt, Heinz-Gerhard/ Torp, Claudius (Hg.): Die Konsumgesellschaft in Deutschland 1890-1990. Ein Handbuch, Frankfurt am Main 2009, S. 62-78; hier s. 71.

[21] Schulz 2005, S.35. Ebd.

[23] Ebd., S. 36.

[24] GeiBler 2006, S. 30.

[25] Schulz 2005, S.37.

[26] Haupt, Heinz-Gerhart: Der Konsum von Arbeitern und Angestellten, in: Haupt, Heinz- Gerhard/ Torp, Claudius (Hg.): Die Konsumgesellschaft in Deutschland 1890-1990. Ein Handbuch, Frankfurt am Main 2009, S. 145-153; hier S. 148.

Details

Seiten
33
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640587032
ISBN (Buch)
9783640587469
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v148109
Institution / Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg – Geschichte
Note
1,0
Schlagworte
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Titel: Bürgertum und Kino zu Beginn des 20. Jahrhunderts