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Das weltpolitische Ereignis des Mauerbaus

Warum hat der Westen nicht eingegriffen?

Hausarbeit 2010 16 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Wettlauf der Systeme zum Ende der 50er und Beginn der 60er Jahre
2.1 Ziele und Methoden
2.2 Kalter Krieg als Normalität
2.3 Heiße Kriege am Rande der nuklearen Katastrophe

3. Höhepunkt des Ost-West-Konflikts 1961: Die „neue“ Berlin-Krise
3.1 Lage in Berlin am 12./13.8.1961
3.2 Politische Reaktionen auf den Mauerbau
3.2.1 Position der Sowjetunion und anderer Staaten des „Warschauer Vertrages“
3.2.3 Reaktion der Westmächte
3.3 Theoretische Alternativen für die Westalliierten und mögliche Konsequenzen – ein Gedankenspiel

4. Resümee und Ausblick

5. Anhang
5.1 Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Diese Facharbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Das weltpolitische Ereignis des Mauerbaus“. Am Ende der Arbeit soll die Frage „Warum hat der Westen nicht eingegriffen?“ beantwortet sein. Zunächst wird der Wettlauf der Systeme zu Beginn der 60er Jahre dargestellt. Der Kalte Krieg war bereits im Gange und aufgrund der Aufrüstung mit Atombomben durch die USA und die Sowjetunion bestand die Gefahr eines neuen Weltkrieges. Die Erarbeitung der Probleme spezialisiert sich dann direkt auf Berlin, das Konfliktzentrum der Ost- und Westmächte. Dabei wird besonders auf den 12./ 13.8.1961 und die Errichtung der Mauer eingegangen. Außerdem werden die politischen Reaktionen der DDR (Deutsche Demokratische Republik), der Sowjetunion, der BRD (Bundesrepublik Deutschland) und der Westalliierten dargestellt. Mögliche Handlungsalternativen werden erörtert. Am Ende der Arbeit wird ein Ausblick auf die Maueröffnung 1989 gegeben. Berlin entwickelt sich seit 1989 zu einer Weltmetropole. Das konnte man sich weder beim Mauerbau noch beim Mauerfall erträumen. Auch das ehemalige Ost-Berlin ist heute vollständig in das Bild der deutschen Hauptstadt integriert. Von der Mauer kann man heutzutage nichts mehr erkennen. In Berlin erinnern nur noch Denkmäler, Pflastersteine und Mauerreste an die „Grenzsicherungsanlagen“ der DDR. Daher ist es vor allem für junge Menschen interessant zu erfahren, welchen Zweck die Mauer erfüllte und warum ihre Errichtung nicht verhindert wurde. Das Thema lässt sich vor allem anhand von Literatur bearbeiten. Zur weiteren Recherche werden außerdem seriöse Seiten des Internets genutzt.

2. Wettlauf der Systeme zum Ende der 50er und Beginn der 60er Jahre

2.1 Ziele und Methoden

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges rangen die USA und die Sowjetunion um die Weltmacht. Die beiden Staaten hatten unterschiedliche Interessen. Die Sowjetunion strebte an, den Kommunismus nach marxistisch-leninistischem Vorbild auch in Europa weiter zu verbreiten und die kapitalistische Ordnung zu stürzen. Die USA hingegen förderten eine gesellschaftliche Ordnung in Form des Kapitalismus, gestützt auf die Demokratie und den freien Welthandel.

Beide Fronten plagte die Furcht vor einem Übergriff der anderen Seite. Um einen möglichen Angriff des Westens abzuwehren, wollte die Sowjetunion einen Sicherheitsgürtel aus abhängigen Staaten (Satelliten) schaffen. Durch das Verbot nicht kommunistischer Parteien und freier Wahlen sowie die Einsetzung moskautreuer Regierungen weitete die Sowjetunion ihren Machtbereich in den besetzten Ländern tatsächlich aus. In der sowjetischen Politik sahen die Amerikaner den Beweis für deren aggressiv betriebenen Imperialismus. Deshalb beschlossen sie eine Politik der Eindämmung (Containment), die den sowjetischen Einfluss und damit den Kommunismus in Europa einschränken sollte. Wirtschaftliche Hilfe wie der Marshallplan (1948) sollte die wirtschaftliche Gesundung europäischer Länder fördern und die Neigung zum Kommunismus abschwächen. Die USA betrieben auch die Gründung eines umfassenden antisowjetischen Verteidigungsbündnisses, der NATO (1949). Die Sowjetunion reagierte auf die Containment-Politik mit der beschleunigten Sowjetisierung Ost- und Mitteleuropas, d.h. die Wirtschafts- und Gesellschaftsordnungen der besetzten Länder wurden nach dem Vorbild der Sowjetunion umgestaltet. 1955 wurde auch im Ostblock ein Militärbündnis (Warschauer Vertrag) gegründet.

2.2 Kalter Krieg als Normalität

Seit 1947 galt die Konfrontation zwischen den USA und der Sowjetunion samt Bündnispartnern als Kalter Krieg, im Unterschied zum heißen Krieg mit seinem unmittelbaren Einsatz militärischer Mittel. Typisch für den Kalten Krieg war das Wettrüsten, die Bildung militärischer Bündnisse und die Unterstützung regional begrenzter Konflikte.

Das Wettrüsten lässt sich am besten anhand der atomaren Aufrüstung beider Staaten erklären. Seit August 1949 besaß auch die Sowjetunion atomare Sprengsätze. Damit war das Atomwaffenmonopol der USA endgültig aufgehoben. Beide Großmächte entwickelten neue und immer zielgenauere und wirksamere Waffensysteme. Das Wettrüsten gipfelte im Bau der Wasserstoffbombe, der mit Abstand gewaltigsten Kernwaffe. Die erste Bombe dieser Art mit einer 800-fach größeren Sprengkraft als die der Hiroshimabombe zündeten die Amerikaner 1952. Doch nach nur knapp einem Jahr hatten auch die Sowjets ihre erste Wasserstoffbombe fertig gestellt. Der so genannte Wettlauf zum All entwickelte sich aus dem Wettrüsten. Im Oktober 1957 gelang es der UdSSR vor den Amerikanern einen künstlichen Erdsatelliten (Sputnik) in den Weltraum zu schießen. Diese technologische Meisterleistung der Sowjets stellte die bis dahin sicher geglaubte Überlegenheit des Westens infrage. Für die amerikanische und westeuropäische Öffentlichkeit war das der so genannte „Sputnik-Schock“.

Die russischen Trägerraketen, die den Sputnik ins All transportierten, konnten als strategische Interkontinentalraketen auch Atomsprengköpfe mit sich führen. Mit ihrer großen Reichweite konnten sie auch erstmals amerikanischen Boden erreichen. Der technologische Vorsprung der USA war damit verpufft. Als die neue Technologie der Sowjets bekannt wurde, begannen die USA umgehend ein Programm zur Entwicklung vergleichbarer Raketen. Damit wurde das Wettrüsten zur Normalität des Kalten Krieges. Erfolgreiche Weiterentwicklungen oder Neuerfindungen führten immer wieder zu vermehrten Anstrengungen der Gegenseite. Dabei hatten sie immer ein Ziel vor Augen: Die Waffensysteme der anderen Macht zu übertreffen. Die beiden Mächte wollten durch dieses gewaltige Wettrüsten das „atomare Patt“ für sich entscheiden. Zwar verschlang das Waffenarsenal immense Summen, doch das Wettrüsten mündete immer nur in einem anhaltenden „Gleichgewicht des Schreckens“. Einen Monat nach Sputnik 1 folgte die Hündin Laika an Bord des Sputnik 2 ins All. Im Dezember 1957 versuchte Amerika mit Vanguard seinen ersten Start. Doch der Rakete fehlte der nötige Schub, sie stürzte auf die Rampe zurück und explodierte. Die USA reagierten auf diese Fehlschläge, indem sie ankündigten, die Raketenentwicklung zu beschleunigen und mit der NASA eine neue Institution zu schaffen, die das Raumfahrtprogramm fortan leiten sollte. Damit hatten sie die Herausforderung um den „Wettlauf ins All“ angenommen. Die Sowjets waren bis zum Ende der 60er Jahre die Vorreiter in der Raumfahrt. Erst mit dem Betreten des Mondes 1969 hatten die USA das Blatt gewendet. Sie zeigten der Welt, dass sie die Konkurrenz UdSSR übertroffen hatten und technologisch in der Überlegenheit waren.

Typisch für den Kalten Krieg war außerdem eine ausgeprägte Bündnispolitik der beiden Supermächte. Sie führte zur Gründung der NATO 1949 unter Führung der USA. Als 1955 die BRD in die NATO aufgenommen und die Bundeswehr gegründet wurde, reagierte die Sowjetunion mit der Gründung eines eigenen Militärbündnisses, des Warschauer Vertrages. Die DDR gehörte noch im selben Jahr zu ihren Gründungsmitgliedern. Sie wurde offen militarisiert und die NVA (Nationale Volksarmee) entstand 1956. Damit war die politische und militärische Einbindung beider deutscher Staaten in die jeweiligen Machtblöcke abgeschlossen. In wirtschaftlicher Hinsicht schlossen sich 1948 sechzehn europäische Staaten zu einer „Organisation für europäische Zusammenarbeit“ (OEEC) zusammen. Die USA traten 1961 in die Nachfolgeorganisation OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) ein. Die UdSSR gründete ihrerseits einen „Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe“ (COMECON) und das „Kommunistische Informationsbüro“ (Kominform), einen Zusammenschluss kommunistischer Parteien in Ost und West. Durch die Militär- und Wirtschaftsbündnisse bildeten sich die beiden Fronten maßgeblich heraus. Die beiden Großmächte schlossen sich mit „kleineren“ Staaten zusammen, um Stärke zu demonstrieren. Im Kalten Krieg wurden regional begrenzte Konflikte besonders bedeutsam. Hierzu kann die Berlin-Blockade als Beispiel dienen.

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Details

Seiten
16
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640586141
ISBN (Buch)
9783640918140
Dateigröße
433 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v147976
Note
1+
Schlagworte
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