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Der Zusammenhang von Armut und Arbeitslosigkeit in Deutschland

Seminararbeit 2009 16 Seiten

Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Armut
2.1. „Absolute Armut“
2.2. „Relative Armut“
2.3. Armutsrisiken und ihre Ursachen

3. Arbeitslosigkeit in Deutschland
3.1. Definition Arbeitslosigkeit
3.2. Arbeitslosigkeit als Ursache der Armut
3.3. Folgen von Langzeitarbeitslosigkeit

4. Die Wirtschaftskrise
4.1. Die Wirtschaftskrise als eine Ursache für die heutige Armut

5. Reflexion

6. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Trotz leerer Kassen und der Wirtschaftskrise gehört die Bundesrepublik Deutschland zu einem der reichsten Länder der Erde. Deshalb muss eines vorausgesagt werden: Wer in Deutschland von Armut spricht, meint nicht die Armut, die wir uns vorstellen wenn wir an die Entwicklungsländer denken. In Deutschland muss niemand Hunger leiden oder auf Kleidung und Wohnung verzichten. Es gibt ein soziales Netzwerk, das in solchen Fällen greift. Der deutsche Begriff der Armut bezeichnet eher die Armut, die wir als relative Armut bezeichnen.

Dennoch wird vor der steigenden Armut in der Bundesrepublik gewarnt. Denn in einem Land, in dem Wohlstand herrscht, ist es verständlich, dass alle Bedürfnisse des täglichen Lebens über den Markt, und somit über den Faktor “Geld”, geregelt werden. Wer an diesem Wettbewerb nicht mithalten kann, gerät leicht in die Armut.

Schwer davon betroffen sind speziell die Menschen, die aufgrund verschiedener Faktoren keine Arbeit finden. Sie bekommen zwar Unterstützung vom Staat, doch der Weg in die Armut kann dort beginnen. Mit dem Verlust der Arbeit fallen plötzlich viele Faktoren des Lebens einfach weg. Arbeitslosigkeit ist somit die häufigste Ursache für Armut.

In meiner Arbeit werde ich als erstes das Thema Armut allgemein betrachten und dabei auf die allgemeinen Armutsrisiken und Ursachen eingehen. Mit der Arbeitslosigkeit in Deutschland werde ich meine Arbeit fortführen und dabei den Begriff Arbeitslosigkeit definieren. In jenem weiteren Schritt werde ich Arbeitslosigkeit als häufigste Ursache von Armut und deren Folgen beschreiben. Im Bezug auf aktuelle Begebenheiten wird es in meinem letzten Punkt um die Wirtschaftskrise, sowie um den aktuellen Stand der Erwerbslosigkeit in der Bundesrepublik Deutschland, gehen.

2. Armut

Armut lässt sich in zwei Kategorien teilen. Es gibt eine Unterscheidung zwischen „absoluter Armut“ und „relativer Armut“.

2.1. „ Absolute Armut „

Die absolute Armut bedroht die physische Existenz. Als "absolut arm" gelten Menschen, die im Elend leben müssen. Diese Menschen leiden an Hunger und Unterernährung, sie haben nicht die nötige medizinische Versorgung oder keine Möglichkeit Schulbildung zu erhalten. Zum Beispiel die Menschen in dritte Welt Ländern und die Menschen, die jeden Tag weniger als einen Dollar zur Verfügung haben, werden als absolut arm bezeichnet. Danach leben zurzeit 1,6 Milliarden Menschen weltweit in absoluter Armut (vgl. www.armutszeugnisse.de).

2.2. „Relative Armut“

In einer Wohlstandsgesellschaft wie in Deutschland wird Armut meist als "relative Armut" definiert. „Relative Armut“ ist im Vergleich zur „absoluten Armut“ keine Existenz bedrohende Bedürftigkeit. In Deutschland muss niemand Hunger leiden oder auf Kleidung und Wohnung verzichten, es gibt ein soziales Netzwerk, das in solchen Fällen greift (vgl.www.armutszeugnisse.de).

Menschen die in relativer Armut leben, bleibt die Chance verwehrt, ein Leben mit gesellschafts üblichen Minimalstandards zu führen. Die "relative Armutsgrenze" wird nach statistischen Zahlenwerten definiert . Menschen befinden sich in Armut, wenn sie mit ihrem Einkommen nicht das Existenzminimum abdecken können. Die nationale Armutsgrenze beträgt nach der OECD - Skala[1] 60 Prozent des durchschnittlichen Nettoäquivalenzeinkommens[2] . Wer weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens erhält; in Deutschland liegt dieser Wert bei 764 € für eine allein lebende Person, gilt als arm. 2003 lag das verfügbare Nettoäquivalenzeinkommen nach Angaben des Robert Koch Institutes bei 1740 Euro im Monat (vgl . Robert Koch Institut: S. 21f). Das ärmste Deutsche Bundesland ist Mecklenburg - Vorpommern mit einem Armutsanteil von 24,3 Prozent, das reichste Bundesland ist Baden Württemberg mit einer Armutsquote von 10 Prozent dich gefolgt von Bayern mit 11,7 Prozent (vgl. www.zeit.de).

Grundsätzlich lassen sich bei der Charakterisierung von „relativer Armut“ zwei verschiedenen Sichtweisen unterscheiden. Zum einen die Sichtweise, die vom Einkommen und Vermögen ausgeht und zum anderen die Sichtweise, die sich auf die Lebenslage eines Menschen bezieht.

Wenn nur Einkommen und Vermögen betrachtet werden, gestaltet sich Armut auch als sozialpolitische Frage, weil in Deutschland theoretisch durch die Grundsicherung gewährleistet ist, dass jeder deutsche Bundesbürger ein ausreichendes Einkommen bezieht. 2006 wurde in Deutschland ein einheitlicher Sozialhilferegelsatz in Höhe von 345 Euro eingeführt (vgl. www. tagesschau.de: Hintergrund: was ist Armut?).

In Deutschland gilt, dass jemand der in Not geraten ist, einen Anspruch auf staatliche Unterstützung hat. Es handelt es sich dabei um die sogenannte Hilfe zum Lebensunterhalt. Wer nicht in der Lage ist, aus eigener Kraft aus einer Notlage herauszukommen, kann Sozialhilfe beantragen. Es gibt sogar ein Rechtsanspruch auf diese Leistung des Staates.

§ 17 (1) SGB XII

„Auf Sozialhilfe besteht ein Anspruch, soweit bestimmt wird, dass die Leistung zu erbringen ist“ ( Staschheit, Ulrich (Hrsg.): Gesetze für Sozialberufe, S. 337).

Zusätzlich gibt es für bestimmte Menschen auch noch weitere Unterstützung: Wer seine Miete nicht aus eigener Kraft aufbringen kann, kann Wohngeld beantragen. Einmalige Zuschläge für Kleidung oder Möbel sind ebenfalls möglich.

Die zweite Sichtweise bezieht sich auf die Lebenslage eines Menschen. Dies wird als Lebenslagenansatz bezeichnet. Neben dem Einkommen können auch andere Merkmale der Armut herangezogen werden: wie zum Beispiel

- Unterernährung sowie das Fehlen von regelmäßigen Mahlzeiten
- unzureichende Kleidung
- unzumutbare Wohnverhältnisse
- eingeschränkte Teilnahme am gesellschaftlichen und kulturellen Leben
- und vieles mehr

Im Großen und Ganzen wird Armut als Mangelversorgung mit materiellen Gütern und Dienstleistungen verstanden. Die Armutsbekämpfung ist somit ein zentrales politisches Ziel der Bundesregierung in Deutschland (vgl. www.armutszeugnisse.de).

[...]


[1] ein von der Organisation for Economic Co-operation and Development eingeführter Wichtungsfaktor zur internationalen Vergleichbarkeit von Einkommensberechnungen

[2] der Mittelwert der Nettoeinkommen aller Einkommensteuerpflichtigen

Details

Seiten
16
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640582556
ISBN (Buch)
9783640582303
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v147474
Institution / Hochschule
Evangelische Hochschule Ludwigsburg (ehem. Evangelische Fachhochschule Reutlingen-Ludwigsburg; Standort Ludwigsburg)
Note
2,0
Schlagworte
Zusammenhang Armut Arbeitslosigkeit Deutschland

Autor

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