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Jugendliche und Religion (empirische Untersuchung)

Seminararbeit 1999 32 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Theoretischer Teil
1.1 Religiosität
Hypothese 1:
1.2 Selbstkonzept
Hypothese 2:
Hypothese 3:
Hypothese 4:
Hypothese 5:
1.3 Problemstellung- Problemfragebogen für Jugendliche
Hypothese 6:

2.0 Datenanalyse
2.1 Hypothese 1:
2.2 Hypothese 2:
2.3 Hypothese 3:
2.4 Hypothese 4:
2.5 Hypothese 5:
2.6 Hypothese 6:

3.0 Zusammenfassung und Schlußkommentar

4.0 Anhang
Fragebogen „Jugend und Religiosität“

5.0 Literaturverzeichnis

Einleitung

Im Laufe des Mittelseminars „Empirie II“ bei Herrn T. Badawia wurde eine Studie zum Thema „Jugend und Religiosität“ durchgeführt. Anhand der uns vorliegenden Ergebnisse dieser Studie werden wir nun einige Hypothesen, die im theoretischen Teil erläutert werden, untersuchen. Als Hilfsmittel hierzu wurde das Windows NT – Statistikprogramm SPSS (Vers. 8.0) verwendet. Für den sinnvollen Umgang mit dem vorliegenden Bericht werden Grundkenntisse im Umgang mit SPSS 8.0 vorausgesetzt. Es werden Tabellen und Abkürzungen in Spalten und Zeilenbeschriftung direkt aus dem SPSS 8.0 Viewer übernommen.

Um die Voraussetzungen der Studie zu klären dient der erste, theoretische Teil dieses Forschungsberichtes. Er stellt die entsprechenden Studien zu den Themen „Religiosität“, „Selbstkonzept“ und „Probleme Jugendlicher“ soweit wie relevant vor, die in Form von Skalen und Items Einzug in den Fragebogen von Herrn T. Badawia gehalten haben.

1. Theoretischer Teil

1.1 Religiosität

In den „Trierer psychologischen Berichten“ (Band 15, 1988, Heft 6) wurde von Peter Becker und Sabine Weißer in Zusammenarbeit mit dem Bischöflichen Generalvikariat ein Fragebogen zum Thema Religiosität entwickelt, der zu einer genaueren Bestimmung von Erkennungsmerkmalen für Religiosität führen sollte. Er umfaßte insgesamt 139 Items. Insbesondere sollte ein möglicher Zusammenhang von Religiosität und seelischer Gesundheit mit Hilfe des Trierer Persönlichkeitsfragebogens (TPF) untersucht werden. Da das Ergebnis jedoch keinen signifikanten Zusammenhang deutlich werden ließ, soll der TPF an dieser Stelle nicht näher dargestellt werden.

Der Fragebogen zur Religiosität wurde in 19 Inhaltsbereiche unterteilt:

(1) Persönliche Bedeutung der Religion (10 Items)
(2) Religiöses Wissen (9 Items)
(3) Religiöse Erziehung (5 Items)
(4) Religiöse Gefühle (5 Items)
(5) Religiöse Vorbilder (5 Items)
(6) Religiöse Autorität (3 Items)
(7) Zehn Gebote (4 Items)
(8) Gewissen (5 Items)
(9) Kirchgang (6 Items)
(10) Sakramentenempfang (6 Items)
(11) Gebet (4 Items)
(12) Religiöse Gemeinschaften (2 Items)
(13) Glaube an Gott (4 Items)
(14) Gottesbild (8 Items)
(15) Glaube an Jesus (4 Items)
(16) Transzendenz (4 Items)
(17) Sinnfrage (7 Items)
(18) Nächstenliebe (7 Items)
(19) Wertvorstellungen (41 Items)

Die Skalenbildung sollte erst nach der Auswertung erfolgen. Dabei ergaben sich insgesamt acht Skalen:

(1) Positives Erleben von Gott und christlichem Glauben
(2) Christliche Wertvorstellungen
(3) Christlicher Glaube, traditionell praktiziert
(4) Weltliche Wertvorstellungen
(5) Interesse an intellektueller Beschäftigung mit christlicher Religion
(6) Hedonistische Lebensgestaltung
(7) Strafendes Gottesbild
(8) Religiosität, global

Die Skala (8) „Religiosität, global“ ist der nach Becker und Weißer der beste Indikator für den Bereich Religiosität und umfaßt die größte Gemeinsamkeit der Ausgangsvariablen. Es stellten sich insgesamt 31 Items heraus, die als der beste Indikator auf Itemebene dienlich sind. Im Vergleich der anderen Skalen scheint folgende Aussage zur Religiosität (nach Weißer/Beck) zuzutreffen:

Religiosität scheint einher zu gehen mit einem weit verbreiteten positiven Erleben von Gott und christlichem Glauben (1), christlichen Wertvorstellungen (2), traditioneller Praktizierung des christlichen Glaubens (3), Interesse an intellektueller religiöser Weiterbildung (5) und einem Strafendem Gottesbild (7). Weltliche Wertvorstellungen (4) und eine hedonistische Lebensgestaltung (6) scheinen bei religiösen Menschen eher auf Ablehnung zu stoßen.

!!! - Hierbei ist zu beachten, daß es sich bei den Probanden ausschließlich um Anhänger des christlichen Glaubens handelte. - !!!

Hypothese1:

Es soll hierbei untersucht werden, ob durch eine religiöse Erziehung den Jugendlichen automatisch auch ein Wertesystem vermittelt wird, genauer gesagt, ob in Werten verkörperte Ideale einen hohen Stellenwert bei religiös erzogenen Jugendlichen einnehmen. Hierzu soll zuerst ein Werteindex erstellt werden in Form eines arithmetischen Mittels der Items 177.1 – 177.41. Aufgrund der einheitlichen Ordinalskala all dieser Items läßt sich dann logisch ableiten: Je geringer der Index, desto höher der Stellenwert von Idealen im Leben des Probanden. Im Anschluß soll nun eine Abhängigkeit des Index in Bezug auf positive („trifft sehr zu“ – „trifft etwas zu“) oder negative Beantwortung („trifft eher nicht zu“ – „trifft gar nicht zu“) des Items 51 (religiöse Erziehung?) untersucht werden.

1.2 Selbstkonzept

Das Frankfurter Selbstkonzeptinventar enthält zehn eindimensionale Skalen von zehn verschiedenen Selbstkonzepten aus differenzierten Bereichen. Diese Bereiche bilden vier größere Teilbereiche, die wiederum eine Struktur des Selbst darstellen sollen.

Der zweite Bereich enthält eine Skala zum allgemeinen Selbstwertgefühl, während der dritte Bereich ebenso nur eine Skala umfaßt, die die Stimmung und Sensibilität des Individuums charakterisiert.

Der vierte, große Bereich umfaßt fünf Skalen, die die individuelle Standfestigkeit gegenüber Gruppen und bedeutsamen anderen darstellen.

Zum Begriff „Selbstkonzept“ , bzw. im Plural „Selbstkonzepte“ läßt sich folgendes zur Klärung feststellen:

Der Begriff stellt Einstellungen des Individuums im Sinne von Attitüden zur eigenen Person dar. Unter Attitüden werden Merkmale verstanden, die die Persönlichkeit konstituieren. Die Frage, welche bestimmten Merkmale den einzelnen Menschen als Individuum ausmachen, wurde schon in der griechischen Philosophie und Theologie verfolgt (Wer / Was bin ich?).

Auch heute befaßt sich die moderne Psychologie, Psychiatrie und Neuropathologie immer noch mit dieser Thematik, was beweist, daß das Thema nicht an Aktualität verloren hat.

Aus verschiedenen Merkmalen eines Individuums, was Auffassungen, Vorstellungen, Überlegungen, Beurteilungen, Bewertungen, Gefühle und Handlungen sein können, ergibt sich ein System von verschiedenen Selbstkonzepten beziehungsweise Einstellungen des Selbst zur eigenen Person, welches das Individuum im Laufe der Sozialisation entwickelt.

Dieses Konzeptmuster wird als relativ konsistent beschrieben, was aber nicht heißt, daß es nicht veränderbar oder entwicklungsfähig ist. Außerdem wird dieses Konzeptmuster als multidimensional bezeichnet, weil es sich auf verschiedene Aspekte des Selbst bezieht.

Die Frankfurter Selbstkonzeptskala zur allgemeinen Leistungsfähigkeit (FSAL) stellt die individuellen Einstellungen des Probanden zur eigenen Leistungsfähigkeit dar. Sie umfaßt zehn Items, die in ihrer Formulierung sehr allgemein gehalten sind, um Probanden aus unterschiedlichen Statusgruppen in gleichem Maße anzusprechen.

Die Items beziehen sich auf die individuellen Leistungen, beziehungsweise wie diese von den Befragten beurteilt werden. Wichtig ist hierbei, ob man sich selbst eher als erfolgreich oder als erfolglos einstuft.

Hypothese2:

Es wäre nun interessant, die Hypothese zu überprüfen, daß männliche Probanden ein positiveres Selbstbild an den Tag legen als weibliche, da sie ihr eigenes Leistungsvermögen

eventuell positiver beurteilen als letztere. Hierzu soll die FSAL in Hinblick auf Abhängigkeit vom Geschlecht des Probanden untersucht werden.

Die Frankfurter Selbstkonzeptskala zur allgemeinen Problembewältigung (FSAP) beschreibt die Attitüden der Probanden, inwiefern sie Probleme haben, ihren Alltag zu bewältigen. Diese Skala enthält ebenfalls zehn Items und versucht darzustellen, wie die einzelnen Befragten ihrer Zukunft gegenüber stehen und ob sie sich fähig fühlen, ihr Leben allein zu meistern.

Hypothese3:

Hier soll untersucht werden, ob mangelnde Selbstsicherheit im Leistungsbereich zu einer negativen Sichtweise der Zukunft führt, also die FSAL Auswirkungen auf die FSAP hat, bzw. beide voneinander abhängig sind.

Die Frankfurter Selbstkonzeptskala zur Verhaltens- und Entscheidungsfreiheit (FSVE) enthält sechs Items, die die Gefühle gegenüber der eigenen Sicherheit / Unsicherheit beschreiben. Hier geht es um Kognitionen und Emotionen, die das Individuum in alltäglichen Situationen hat. Diese Skala steht in engem Zusammenhang mit der der eigenen Problembewältigung, da die Eigenschaft, Probleme schnell und effizient zu lösen, einer Person Sicherheit sich selbst gegenüber verleiht.

Hypothese4:

Es ist zu erwarten, daß männliche Probanden eine positivere Einschätzung bezüglich ihrer Verhaltens- und Entscheidungsfreiheit aufzeigen, da sie im Alltag oft eine sehr dominante Rolle verkörpern, bzw. zugewiesen bekommen. Hierzu soll also die FSVE auf geschlechtsspezifische Abhängigkeit getestet werden.

[...]

Details

Seiten
32
Jahr
1999
ISBN (eBook)
9783638109048
ISBN (Buch)
9783638637268
Dateigröße
616 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v1463
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Fachbereich Pädagogik
Note
1-
Schlagworte
Jugendliche Religion Untersuchung) Mittelseminar Methoden Erziehungswissenschaft

Autor

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