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Zwei Stellvertreter der Epoche der Romantik: Caspar David Friedrich und Heinrich von Kleist

Facharbeit (Schule) 2004 12 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literaturgeschichte, Epochen

Leseprobe

1. Einleitung

Romantik steht in der Gegenwart für Liebe und Geborgenheit. Doch im 18. Jahrhun­dert sieht die „Wahrheit“ etwas düsterer aus. Diese Zeit ist geprägt von Selbstmorden, was als Mode galt. Diese „Mode“ wurde in Gedichten und Geschichten, sowie in Ge­mälden dargestellt. Die Romantik trieb Dichter, Künstler, Schriftsteller und alle anderen in den Wahnsinn. Doch die Romantik ist nicht nur ein Gefühl, sondern sie ist auch eine wahrhaftige Epoche. Was macht diese Epoche aus? Wer waren die wichtigsten Perso­nen, die diese Epoche geprägt haben. Anhand von Beispielen zweier Personen werde ich diese Fragen beantworten. Diese Beispiele bestehen aus den Biografien von Casper Da­vid Friedrichs und Heinrich von Kleist. Natürlich werde ich die Äußerungen von Kleist und des weiteren Brentanos zu Friedrichs Gemälde „Der Mönch am Meer“ mit einbe­ziehen.

2. Die Epoche der Romantik

Die Epoche der Romantik trat am Ende des 18. Jahrhunderts (1795-1840) und die wich­tigste menschliche Fähigkeit, „das Gefühl“ stand im Vordergrund. In dieser Zeit wurde die Welt „romantisiert“ und die Sehnsucht spielte ebenfalls eine wichtige Rolle (vgl. Biermann, Heinrich. Schurf, Bernd 1999: S.254).

Wichtige Maler der Epoche waren Caspar David Friedrich (1774-1840), Philipp Otto Runge (1777-1810), die Nazarener (Friedrich Overbeck (1789-1869) und andere), Jo­hann Heinrich Füssli (1741-1825), William Blake (1757-1827), William Turner (1775-1851) und Eugene Delacoix (1798-1863)

(vgl. Müller, Udo: „Kunst der Romantik“,Romantik: Wort-Begriff-Wesenszüge, 2007, S.17).

In der Romantik wurden auf Themen des Mittelalters (das Jahr 1500 gehört auch dazu) und der Religion zurückgegriffen. In vielen Gemälden der Künstler traten Einsiedler, Mönche, Sagenfiguren, Künstler, Maler, Musiker, Kunstbegeisterte und empfängliche Studenten auf. Um die Figuren herum wurden gewöhnlich dunkle Wälder, Berge, Klüf­te, altertümliche Städte und nur unter Schwierigkeiten befahrbare Landschaften geschaf­fen (vgl. Müller, Udo: „Wesenszüge der Romantik“, Romantik: Wort-Begriff-Wesenszü­ge, 2007, S.6).

In den Bildern der damaligen Zeit sind geheimnisvolle und fantastische Vorfälle/ Hand­lungen abgebildet, die nicht erklärbar sind. Wie zum Beispiel Doppelgänger, lebendig gewordene Gegenstände, wiedersehen mit Figuren aus der Vergangenheit (vgl. Müller, Udo: „Wesenszüge der Romantik“, Romantik: Wort-Begriff-Wesenszüge, 2007, S. 6´7) oder „Verwischung der Grenzen von Mensch und Tier.“ (Müller, Udo: „Wesenszüge der Romantik“, Romantik: Wort-Begriff-Wesenszüge, 2007, S. 7)

Der Künstler war die Leitfigur der Epoche der Romantik, da er mit seinem können die „wahre“ Welt erfühlen und ausdrücken lassen konnte (vgl. Müller, Udo: „Der Begriff Romantik“, Romantik: Wort-Begriff-Wesenszüge, 2007, S. 5). Das Interesse der Ro­mantik war es sich von der Bürgerwelt abzusondern und somit wurde den Figuren ein Zielpunkt gestellt und zwar „in eine jenseitige, je nachdem höhere oder tiefere Welt.“ (Müller, Udo: „Wesenszüge der Romantik“, Romantik: Wort-Begriff-Wesenszüge, 2007, S. 6) einzugehen. Wie zum Beispiel im Bild „Frau in der Morgensonne“(siehe Anhang), auf dem die Frau mit geöffneten Armen am Ende ihres Weges steht und die Lichtquelle vor ihrem Herzen liegt. Sozusagen färbt das Himmlische auf diese Frau ab, als ob sie vom Himmel angenommen werden möchte (vgl. Lindenhann, R.: Rückenbilder).

3. Casper David Friedrich

3.1. Biografie

1774: Caspar David Friedrich wird am 5. September als Sohn des Seifensieders Adolf Gottlieb Friedrich und seiner Ehefrau Sophie Dorothea Friedrich, geb. Bechly, in Greis­wald als sechstes Kind geboren.

1781: Am 7. März stirbt Caspar David Friedrichs Mutter Sophie Dorothea Friedrich, geb. Bechly

1787: Am 9. Dezember versucht Caspar David Friedrichs älterer Bruder Johann Christo­pher Friedrich seinen jüngeren Bruder Caspar David zu retten, der beim Eis laufen ein­gebrochen war, doch dabei ertrank er.

(vgl. Walch, Julia: „Die ganz private Seite“, Romantik in Dichtung, Malerei und Musik, 6/2003, S.46).

1798: Nach seinem Studium an der Kopenhagener Kunstakademie zieht Caspar David Friedrich nach Dresden. Dort lernt er viele Romantiker kennen und unternimmt reisen nach Rügen und zum Harz, aus deren Eindrücken er später seinen Landschaftsbilder malt.

1810: Caspar David Friedrich lernt Goethe kennen.

(vgl. Müller, Udo: „Porträts romantischer Künstler“, Romantik: Wort-Begriff Wesenszü­ge, 2007, S.61).

1817: Caspar David Friedrich wird aufgrund seines Gemäldes „Zwei Männer am Meer“ in Verdacht gezogen „sich zu der national-republikanischen Opposition den Demago­gen, zu bekennen.“

(Walch, Julia: „Die ganz private Seite“, Romantik in Dichtung, Malerei und Musik, 6/2003, S.46)

1818: Am 21.1. heiratet Caspar David Friedrich Christiane Caroline Bommer.

(vgl. Walch, Julia: „Die ganz private Seite“, Romantik in Dichtung, Malerei und Musik, 6/2003, S.46).

1820: Caspar David Friedrich und der romantische Maler Johan Christian Clausen Dahl, führen ein gemeinsames Atelier.

1840: Am 7. Mai stirbt der 66-jährige Caspar David Friedrich aufgrund eines Schlagan­falls.

(vgl. Müller, Udo: „Porträts romantischer Künstler“, Romantik: Wort-Begriff Wesenszü­ge, 2007,S.61).

3.2. Caspar David Friedrichs Leben und Wirken in der Epoche der Ro­mantik

Der deutsche Künstler Caspar David Friedrich zählt zu den bedeutendsten Landschafts­maler der Epoche der Romantik. Seine Vorliebe für die Landschaftsmalerei lässt sich zu

seinem früheren Zeichenlehrer Quistorp in Greifswald zurückführen, da sein Lehrer ihn auf die Naturschönheiten hin wies. Seine künstlerische Karriere hat er auch Goethe zu verdanken, der ihn gefördert hatte. So wurden seine Bilder im Jahre 1805 das erste mal einem Publikum vorgestellt, das sich im Jahre 1820 Nikolaus I. Pawlowitsch, dem Kai­ser von Russland anschloss. Durch den Kaiser wurde sein Leben gesichert, da er zu sei­nen wichtigsten Auftragsgeber zählte, der von seiner Malweise sehr begeistert war. Sei­ne Landschaftsbilder hat er oft realistisch und gefühlsvoll dargestellt. Das deutsche Volk war von der Bedeutung seiner Bilder und von ihm selbst sehr angetan, was ihn finanzi­ell aufbesserte, da eine hohe Nachfrage für seine Werke herrschte.

Mit seinem Malstil prägte Caspar David Friedrich nicht nur die Epoche der Romantik, sondern auch die darauf folgenden Kunstepochen (vgl. Porsche,Susanne: Caspar David Friedrich Biografie).

Einer seiner Vorlieben war es die Personen von hinten, als „Rückenbilder“ darzustellen. Außerdem waren in Caspar David Friedrichs Gemälden die Verwendung von vertikaler und horizontaler Linien üblich. Zum Beispiel ragte ein Baum oder die Masten eines Se­gelschiffes ein Bildelement raus und stellten somit „eine Verbindung von Diesseits und Jenseits her“ (Walch, Julia: „Ein Bild muss empfunden, nicht erfunden sein – Caspar David Friedrich“, Romantik in Dichtung, Malerei und Musik, 6/2003, S.45). Eine weite­re Vorliebe Caspar David Friedrichs war es eine unsichtbare Lichtquelle zu malen, die man selber erahnen muss. beispielsweise malte er nie direkt die Sonne, sondern „eine indirekte Lichtquelle, die geheimnisvoll wirken“ (Walch, Julia: „Die ganz private Seite“, Romantik in Dichtung, Malerei und Musik, 6/2003, S.46) sollte.

Wenn eine symmetrische Komposition vorliegt, hat Caspar David Friedrich oft den Vor­dergrund verdunkelt, damit das Gegenständliche zurückgedrängt wird und dadurch der Blick in die Tiefe gelenkt wird. In seinen Bildern nimmt der Himmel einen großen Teil des Bildes ein und das Entscheidende liegt darin (vgl. Müller, Udo: „Kunst der Roman­tik“, Romantik: Wort-Begriff-Wesenszüge, 2007,S.16f), „...dass das Entscheidende ge­rade hinter dem Sichtbaren liegt.“ (Müller,Udo: „Porträts romantischer Künstler“,Ro­mantik: Wort-Begriff-Wesenszüge,2007,S.17)

3.3. Das Gemälde „Der Mönch am Meer“

Das Öl Gemälde „Der Mönch am Meer“ von Caspar David Friedrich wurde zwischen

1808 und 1810 gemalt und ist ca. 110 x 171 cm groß. Das Gemälde wurde im Herbst 1810 in einer Ausstellung in Berlin präsentiert und hängt heute im Schloss Charlotten­burg in Berlin.

Zusehen ist ein kleiner Mönch, der an einer Klippe am Meer steht und mit seiner rech­ten Hand sein Kinn berührt. Der Mönch wurde als „Rückenfigur“ gemalt, doch schaut er nicht direkt auf das Meer, sondern er blickt eher halb nach rechts. Das Bild wurde in der Zentralperspektive gemalt und eine Horizontale durchkreuzt das Gemälde. Das Bild ist nicht nach einem Vorder-, Mittel- und Hintergrund (vgl. Kremer, Detlef: „Farbige Unendlichkeit , Der Deutschunterricht, 3/2005, S. 64)

gegliedert, sondern horizontal, was den Kosmos noch dominanter wirken lässt. Ein Fünftel des Bildes zeigt die Erde an und fast vier Fünftel des Bildes zeigen den Himmel an. „Der Mönch am Meer“ wurde in der Zentralperspektive gemalt und der Mönch ist in seiner ganzen Umgebung „das einzige vertikale Element im Bild, aber er ist zu klein, um die Horizontale zu überblicken.“ (Lindenhann, R.: Der Mönch am Meer). Friedrichs undeutlich gezeichneter kleiner Mönch ist nicht die bildhafte Darstellungen eines einsa­men Menschen, sondern er betont nur den Blick des Betrachters (vgl. Kremer, Detlef: „Brentanos ironische Bildbeschreibung“ , Der Deutschunterricht, 3/2005, S. 66).

Caspar David Friedrich arbeitete mehr als zwei Jahre an seinem Gemälde „Der Mönch am Meer“,

das früher auch unter dem Titel „Seelandschaft mit Kapuziner“ bekannt war (vgl. Kre­mer, Detlef: „Farbige Unendlichkeit , Der Deutschunterricht, 3/2005, S. 63) und dabei wurde es mehrfach völlig umgearbeitet. Zum Beispiel waren zuvor neben dem Mönch links und rechts zwei Segelschiffe und ein Mond, sowie ein Morgenstern vorhanden. Diese Veränderung, die Caspar David Friedrich durchgeführt hat, sagt aus, dass er sein Gemälde reduzieren wollte (vgl. Lindenhann, R.: Der Mönch am Meer), damit die Ge­genständlichkeit des Bildes zurückgenommt (vgl. Kremer, Detlef: „Farbige Unendlich­keit , Der Deutschunterricht, 3/2005, S. 67).

3.4. Die Bedeutung der Rückenbilder

Caspar David Friedrich verwendete in seinen Bildern immer Rückenbilder, wie zum Beispiel in seinem Gemälde „Der Mönch am Meer“. In der Malerei zur Zeit Caspar Da­vid Friedrichs war es ungewöhnlich Personen von hinten darzustellen, doch er verwen­

dete diese Art und sie wurde zu seiner Vorliebe und sind ein „Zeichen“ für die Kunst Caspar David Friedrichs. Bei den Rückenbildern wird der Betrachter oft „aufgefordert, sich in das Bild hineinzuversetzen“ (Lindenhann, R.: Rückenbilder), wie zum Beispiel im Gemälde „Frau in der Morgensonne“, wo eine Frau von hinten abgebildet wurde und ins Licht blickt. Da wird der Betrachter aufgefordert, sich in die Frau hineinzuversetzen und selber die Lichtquelle zu sehen.

Auch in dem Gemälde „Frau am Fenster“ (siehe Anhang) von 1822 hat Caspar David Friedrich eine Frau von hinten abgebildet, die seine eigene Frau darstellt. Hier kommt es wieder zu Stande, dass der Betrachter sich in die Person hineinversetzten muss, um zu sehen, was seine Frau (Christiane Caroline, geb. Bommer) sieht.

Eine weitere wichtige und typische Rolle in der Epoche der Romantik spielt die Bedeu­tung der Fenster. Zentrale Aussagen dazu sind: „ Zugang nach draußen, Verbindung zum Außer persönlichen und Ausdruck des Wunsches nach innerer Befreiung und nach dem Erlebnis freier Natur“

(Lindenhann, R.: Rückenbilder). Eine weitere Rolle spielt die Geborgenheit und Häus­lichkeit. Das Motiv des Fensters kommt nicht nur in der Kunst vor, sondern auch in vie­len Texten der Epoche der Romantik (vgl. Lindenhann, R.: Rückenbilder).

4. Heinrich von Kleist

4.1. Biografie

1777: Am 18. Oktober wird Bernd Wilhelm Heinrich von Kleist in Frankfurt an der Oder als Sohn des Stabskapitäns Joachim Friedrich von Kleist und seiner Frau Juliane Ulrike von Kleist, geb. Pannwitz geboren.

1788: Am 18. Juni stirbt sein, Vater Joachim Friedrich von Kleist und Kleist zieht zu seinem neuen Erzieher, dem Prediger Samuel Heinrich Catel nach Berlin.

1792: Heinrich von Kleist tretet im Juni in das Regiment Garde in Potsdam als Gefrei­ter-Korporal ein.

1793: Am 3. Februar stirbt Kleists Mutter Juliane Ulrike von Kleist und Kleist wird zum

1. Gefreiten-Korporal befördert.

1793/94: Heinrich von Kleist nimmt an Kämpfen des Ersten Koalitionskrieges teil.

1797: Kleist wird zum Sekondeleutnant befördert und nimmt Unterricht in Philosophie, Mathematik und Deutscher Grammatik

1799: Kleist verabschiedet sich vom Militär und studiert drei Semester in Frankfurt „Physik und Mathematik, Vorlesung in Philosophie,Kulturgeschichte und Naturrecht“ (vgl. Mersiowsky, Christine. Hilebrand, Olaf 2009, S.106)

1800: Kleist verlobt sich mit Wilhemine von Zenge und beschäftigt sich mit Philoso­phen wie Rousseau. Ihm kommt der Gedanke als Schriftsteller tätig zu werden.

1801: Kleist begegnet die Philosophie Kants und hat die „Kant-Krise“ ( Erkenntniskri­se). Kleist träumt davon mit seiner verlobten Wilhemine von Zenge in einem Bauernhof in der Schweiz eine Familie zu gründen und als Landmann tätig zu werden, doch diese lehnt es ab.

1802: Kleist stellt seinen ersten Drama „Die Familie Schroffenstein“ fertig.

1803: Kleist schmiegt Selbstmordpläne und kehrt erkrankt nach Mainz zurück

1804: Kleist wird von dem ehemaligen Jakobiner Dr. Wedekind behandelt und tritt wie­der in den preußischen Staatsdienst ein.

1805: Kleist beginnt an der Erzählung „Michael Kohlhaas“ zu arbeiten und ist in Kö­nigsberg als Diätar tätig.

1806: Kleist nimmt Urlaub und arbeitet weiter an seinen Werken.

1807: Kleist geriet in französischer Gefangenschaft und wird am 13. Juli freigelassen. Er lernt den Publizisten Adam Müller und den romantischen Maler Caspar David Fried­ rich kennen.

1808: Die Monatszeitschrift „Phöbus“ erscheint unter den Herausgebern Kleist und Adam Müller. Der Drama „Die Hermannsschlacht“ entsteht.

1809: Die Monatszeitschrift „Phöbus“ wird eingestellt.

1810: Der erste Band Kleists Erzählungen erscheint und im Oktober kommt seine Ta­geszeitung „Berliner Abendblätter“ heraus.

1811: Die Tageszeitung wird eingestellt und der zweite Band seiner Erzählungen er­scheint. Am 20. November begeht Kleist mit seiner Freundin Henriette Vogel am Wann­see Selbstmord (vgl. Van Loo, Johanna. Freytag, Gerald. Grzondziel, Günter 2010, S. 11-16).

Details

Seiten
12
Jahr
2004
Dateigröße
446 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v146120
Note
10
Schlagworte
Zwei Stellvertreter Epoche Romantik Casper David Friedrich Heinrich Kleist Thema Caspar David Friedrich

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