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Die Fußballaktie - Emotionaler Fanartikel oder rationales Anlageobjekt

Eine empirische Untersuchung potentieller Einflussfaktoren auf die Kursentwicklung der Aktien ausgewählter Fußballclubs der deutschen Bundesliga und der englischen Premier League

Diplomarbeit 2003 161 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

Abkürzungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Die Fußballaktie - eine (Miss-) Erfolgsstory?
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Definition ausgewählter Begriffe und thematische Abgrenzung
1.4 Aufbau der Arbeit

2 Rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen
2.1 Institutionen im professionellen Fußball
2.1.1 Institutionen in Deutschland
2.1.1.1 Der Fußballclub
2.1.1.2 Die Dachorganisationen
2.1.2 Institutionen in England
2.1.2.1 Der Fußballclub
2.1.2.2 Die Dachorganisationen
2.1.3 Institutionen auf internationaler Ebene
2.1.3.1 Die UEFA
2.1.3.2 Die FIFA
2.2 Die Organisationsstrukturen innerhalb der Fußballclubs
2.3 Veranstaltungsformen im professionellen Fußball
2.3.1 Veranstaltungsformen in Deutschland
2.3.2 Veranstaltungsformen in England
2.3.3 Veranstaltungsformen auf internationaler Ebene
2.3.3.1 Champions League
2.3.3.2 UEFA Cup
2.4 Die Ad-hoc-Publizitätspflicht
2.4.1 Ausgestaltung in Deutschland
2.4.2 Ausgestaltung in England

3 Theoretische Grundlagen
3.1 Empirische Kapitalmarktforschung
3.1.1 Theorie der Markteffizienz
3.1.2 Informationsasymmetrie
3.2 Sportökonomie
3.2.1 Überblick über die Forschung
3.2.2 Besonderheiten der Teamsportindustrie
3.2.3 Besonderheiten des Profi-Fußballsektors
3.3 Methodik der Untersuchung
3.3.1 Ereignisstudien
3.3.1.1 Ermittlung des Ereigniszeitpunkts
3.3.1.2 Anpassen des Ereignisfensters
3.3.2 Statistische Grundlagen
3.3.2.1 Einteilung der Daten bezüglich des Skalenniveaus
3.3.2.2 Einteilung der statistischen Verfahren zur multiplen Datenanalyse
3.3.2.3 Die Regressionsanalyse

4 Ergebnisse ausgewählter empirischer Untersuchungen
4.1 Wirkung von Gewinn- und Dividendenmeldungen
4.2 Wirkung einer Tender Offer
4.3 Wechsel in der Geschäftsführung
4.4 Wechsel im Management / Trainerstab eines Sportclubs
4.5 Wechsel im Spielerkader
4.6 Abhängigkeit des sportlichen Erfolgs von monetären Faktoren
4.7 Abhängigkeit des Aktienkurses vom sportlichen Erfolg
4.8 Abhängigkeit des Aktienkurses von der allgemeinen Entwicklung des Marktes

5 Empirische Untersuchung
5.1 Untersuchungskonzeption
5.1.1 Auswahl der Fußball-Clubs
5.1.2 Datenbasis
5.1.3 Bestimmung der Ereignistags
5.1.4 Festlegung des Ereignisfenster
5.2 Identifizierung der potentiellen Einflussfaktoren
5.2.1 Einbezogene Faktoren
5.2.1.1 Gewinn- und Dividendenmeldungen
5.2.1.2 Wechsel in der Geschäftsführung
5.2.1.3 Wechsel im Spielerkader
5.2.1.4 Sportlicher Erfolg
5.2.1.5 Allgemeine Entwicklung des Marktes
5.2.1.6 Strategie/Sponsoring
5.2.1.7 Beteiligungen von Großinvestoren und Vorständen
5.2.2 Ausgeschlossene Faktoren
5.3 Formulierung des Regressionsmodells
5.4 Ergebnisse der Regressionsanalyse

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

Anhang

Zusammenfassung

In Europa waren zu Beginn der Saison 2002/03 die Aktien von 36 Fußballclubs an der Börse notiert. Von diesen 36 konnten lediglich drei einen Aktienkurs über ihrem Ausgabepreis vorweisen. Während der englische Branchenprimus Manchester United Jahr für Jahr Gewinne einstreicht, verhalten sich viele der anderen börsennotierten Fußballclubs im Sinne des Shareholder-Value-Gedankens wertvernichtend. Von den vielen potentiellen deutschen Kandidaten für einen Börsengang hat lediglich Borussia Dortmund den Schritt gewagt, die anderen Clubs haben ihre Ambitionen vorerst zurückgesteckt.

Die bedenkliche finanzielle Situation vieler großer spanischer und italienischer Clubs sowie die Einstellung der Börsennotierung der Aktien einiger englischer Clubs hat zum schlechten Ruf von Fußballaktien beigetragen. Die Konkurse von Medienunternehmen wie ITV und der Kirch-Gruppe, die geringere zukünftige Einnahmen aus den TV-Vermarktungsrechten bedeuten könnten, tragen ihren Anteil zu der gedrückten Stimmung im Hinblick auf die Zukunft der Fußballbranche bei.

Unabhängig von den schlechten finanziellen Gegebenheiten ist das Interesse für Fußball ungebrochen. Gemessen an seiner Beliebtheit ist Fußball unter den Sportarten in Europa immer noch die Nummer eins vor Leichtathletik, Tennis und Formel 1.

In der vorliegenden Arbeit soll die Frage geklärt werden, inwieweit die Aktien von Fußballclubs in ihrer Kursentwicklung mit anderen Wertpapieren vergleichbar sind oder ob diese sich völlig losgelöst von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung rein durch emotional belegte Ereignisse beeinflussen lassen. Dabei wird auch der Versuch unternommen, sowohl Parallelen als auch länderspezifische Unterschiede zwischen England und Deutschland herauszuarbeiten und wenn möglich zu erklären. Dazu werden die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen des Fußballmarktes in den beiden Ländern im Detail erläutert sowie die relevanten theoretischen Grundlagen der empirischen Kapitalmarktforschung und der Sportökonomie erarbeitet.

Anhand der eigenen empirischen Untersuchung kann im Einklang mit anderen empirischen Studien gezeigt werden, dass der kurzfristige sportliche Erfolg einen signifikanten Einfluss auf den Aktienkurs der Fußballclubs hat.

Im Gegensatz zu der häufig unterstellten Annahme, der Kursverlauf von Fußballaktien wäre losgelöst von der allgemein-wirtschaftlichen Entwicklung zu betrachten, kommt die empirische Untersuchung zum Ergebnis, dass ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der Kursentwicklung der Aktie und des Marktes existiert. Dies wird durch Untersuchungen anderer Autoren gestützt, die allerdings meist nur einen relativ schwachen Zusammenhang feststellen können. In dieser Untersuchung kann dagegen gezeigt werden, dass eine äußerst starke Korrelation von fast 80 % besteht.

Über den Rahmen anderer Studien hinaus zeigt die eigene Analyse weiterhin, dass die von Leland/Pyle (1977) formulierte These der Relevanz der Eigentümerstruktur für den Unternehmenswert auch für Fußballclubs gestützt werden kann. Mittels der empirischen Untersuchung kann die Wirkung von Anteilskäufen durch als informiert geltende Großinvestoren als Signal an uninformierte Kleinanleger nachgewiesen werden.

Der vorliegende Beitrag schließt mit der Argumentation, dass Fußballclubs auf einem von spezifischen Besonderheiten geprägten Markt agieren und ihr Aktienkurs deswegen stärker von kurzfristigen Schwankungen betroffen ist als der Kurs von großen, gefestigten Unternehmen. Ihr funktionierendes, über Jahrzehnte hinweg erprobtes Geschäftkonzept stellt aber einen entscheidenden Vorteil der Fußballunternehmen gegenüber Wachstumsunternehmen einer vergleichbar hohen Risikoklasse dar.

Eine Vielzahl der englischen Clubs verfügt allerdings nur über ein unzureichendes Investor-Relations-Management und ihre Eigentümerstruktur besteht zudem aus einigen wenigen großen Investoren, die häufig selbst im Vorstand der Clubs sitzen. Aufgrund der daraus resultierenden Informationsasymmetrie sind die meisten Fußballaktien für private Kleinanleger nicht geeignet. Für institutionelle Investoren und vor allem für Unternehmen mit strategischem Interesse an den Clubs kann die Anlage jedoch interessant sein. Die Manchester-United-Aktie als Nonplusultra der börsennotierten Fußballclubs sowie die Borussia‑Dortmund-Aktie aufgrund ihrer First-Mover-Vorteile gehören ohnehin in jedes Depot.

Abstract

In the season 2002/2003, the shares of 36 football[1] clubs were listed in Europe. Of these clubs, only three could produce a higher quotation than at the time issued. While the benchmark, Manchester United, earns a profit year after year, many of the other listed clubs were diminishing shareholder value. Of the many likely candidates for a listing in Germany only Borussia Dortmund actually took the step, the other clubs have decided against it for now.

The serious financial condition a lot of the big Italian and Spanish clubs are in, as well as the cancellation of the listings concerning a few English clubs has been part of the bad reputation of the football-shares. The crashes of media groups like ITV or Kirch-group mean a lower future income streams from broadcasting rights and therefore take part in creating the low market sentiment for the football business.

Nevertheless the interest in football is uninterrupted. In terms of popularity, football is still number one in Europe, ahead of athletics, tennis and formula one.

The intention of this paper is to find out, if football-shares follow similar rules to other listed stocks or if they have their own laws, following incidents that have an emotional meaning for people. Specifically, it will be tried to find and to explain similarities and differences between England and Germany.

To accomplish this task general legal and organisational framework of the football market will be analysed in detail and the most important theories of empiric research in financial markets and of the economics of sports will be presented.

By means of an own empiric analysis and in compliance with other similar studies it will be shown, that the temporary success on the pitch has a significant influence on the share price of these clubs.

Opposing the often believed assumption that the share price of football-shares has no correlation with the overall development of the market, this examination comes to the conclusion that there is a statistically significant correlation between the value of the football-share and the market portfolio. This relation is confirmed by other inquiries of different authors. However, while they could mostly only find a weak link, this work proves it to be extraordinary strong with nearly 80 %.

Going further than these other inquiries this analysis also shows that the thesis of Leland/Pyle (1977) concerning the relevance of ownership-structure for the value of a company can be confirmed for football-clubs. By empirical research it can be proved that small investors react on the signal of big – seemingly good informed- investors buying.

This research closes with the conclusion that football clubs act on a market with very specific conditions and therefore their share price shows more short-term fluctuations than the share price of blue chips. However, the football-clubs have a big advantage over comparable high-growth companies in their fully functionally business concept, which is tested over decades.

On the other hand many of the English clubs miss a working investor-relation-management and their ownership structure often consists of only a few big investors, which have also a seat on the board. Because this results in substantial informational asymmetries most football-shares are not suited for small, private investors. For institutional investors and, especially, investors with a strategic interest in the club, football-shares can be most interesting investments. In any case, the shares of Manchester United as the “big-hitter” in football and of Borussia Dortmund, considering their first-mover-advantage, should be in every portfolio.

Résumé

Au commencement de la saison 2002/03, les actions de 36 clubs de football ont été cotées en bourse. Sur ces 36 clubs, seulement trois ont pu atteindre voire dépasser le prix de cote. Tandis que le leader de ce secteur Manchester United a fait preuve d'un profit continu, beaucoup d'autres clubs également cotés ont, dans une perspective accordant la primauté à l'actionnaire, affiché des pertes importantes. Parmi les nombreux candidats potentiels à l'entrée en bourse, on ne peut relever que l'exemple du Borussia Dortmund parmi les clubs ayant franchi le pas, les autres clubs ayant revu leurs ambitions à la baisse.

La situation préoccupante de beaucoup de clubs italiens et espagnols, tout autant que la situation de la cotation en bourse des actions de certains clubs anglais a contribué à doter les actions de clubs de football d’une mauvaise réputation. La faillite des entreprises de media telles que ITV et le groupe Kirch a de la même façon contribue à accentuer la pression subie par la branche du football parce que cela pourrait résulter dans un abaissement des prix pour les droits de commercialisation de la télé.

Malgré des données financières extrêmement mauvaises, l’intérêt pour le football n’a pas faibli du tout, et demeure, en termes d’affection du public, le sport numéro un dans le cœur des amateurs de sort, devant l’athlétisme, le tennis et la formule 1.

Dans l’étude que nous présentons ici, nous avons tenté de répondre à la question d’évaluer dans quelle mesure les actions des clubs de football, à travers l’évolution de leur cours, peuvent être comparées à d’autres titres, ou bien si elles se distancient et se différencient totalement de ces mêmes titres, de par la dimension affective qui entre en jeu dans le rapport qui peut être entretenu par rapport à ce sport. Nous tenterons donc également d’établir aussi bien des parallèles que des différences régionales entre l’Angleterre et l’Allemagne et de les expliquer, si cela est possible. Les cadres juridiques et organisationnels du football dans les deux pays étudiés seront à cet égard décrits en détail ainsi que les concepts de base soutenant les études de marché et de l’économie du sport.

Dans l’accord avec d’autres études empiriques, nous tenterons de montrer que le succès sportif mesure dans le court terme peut avoir une influence non négligeable sur le cours de l’action d’un club de football.

Par opposition à ce que l’on croit bien souvent de façon présupposée, c’est-à-dire que le développement du cours de l’action dans le domaine du football se détacherait du développement économique général, les résultats de notre étude empirique viennent influer dans le sens d’une interdépendance statistiquement mesurée, et ceci de façon significative, entre le développement du cours de l’action et le développement du marché. Ces résultats sont confirmés par d’autres auteurs, lesquels n’ont été cependant amenés à constater qu’une faible relation. En effet, contrairement à ces «faibles» résultats, notre étude a mis en évidence une corrélation de presque 80%

En référence à d’autres études, l’analyse poursuit de montrer que la thèse formulée par Leland/Pyle (1977) et traitant de l’importance de la structure et de la configuration de la propriété pour la valeur d’une entreprise, est également valable pour les clubs de football. Grâce à l’étude empirique, nous pouvons témoigner de l’importance de l’effet de prise de participation de gros investisseurs en tant que signal crénât l’intérêt pour des participants de plus petite «envergure».

L’étude se termine en tentant d’argumenter de quelle façon les clubs de football agissent et réagissent sur un marché dont la forme est tout à fait particulière et sont donc pour cette raison particulièrement, en ternes d’évolution du cours de leurs actions, sensibles aux changements économiques se réalisant sur le court terme, par opposition à de gros conglomérats. Ceux-ci sont cependant exposés à des risques économiques plus grands par rapport aux clubs de football lesquels ont acquis, de par le concept commercial qui s’y applique, un avantage non négligeable.

Un grand nombre de clubs anglais n’a cependant pas atteint un niveau de développement du management de leurs relations par rapport aux investisseurs suffisamment élaboré, et ne sont possédés que par un nombre restreint de gros investisseurs, qui sont le plus souvent déjà à la tête du club. C’est pour cette raison et pour la situation de partage asymétrique de l’information que la plupart des actions de football ne sont que très rarement adaptées aux petits investisseurs issus du domaine privé. Pour les investisseurs institutionnels et avant tout pour les investisseurs ayant un intéret stratégique dans les clubs, la situation peut cependant être intéressante. L’action du Manchester United tout comme l’action du Borrussia Dortmund dotée de son avantage de pionner en matière d’entrée en bourse appartiennent de toute façon a tout portefeuille.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Verwendung der grundlegenden strukturen-prüfenden Verfahren in Abhängigkeit des Skalenniveaus der Variablen

Tabelle 2 Regressionskoeffizienten und deren Signifikanzniveau

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Häufigkeitsverteilung der Ad-Hoc-Mitteilungen

Abbildung 2: Abhängigkeit der täglichen Rendite der Aktie von der täglichen Rendite des Index

Abbildung 3: Abhängigkeit des absoluten Kurses der Aktie von dem absoluten Wert des Indexes

1 Einleitung

1.1 Die Fußballaktie - eine (Miss-) Erfolgsstory?

In Europa waren zu Beginn der Saison 2002/03 die Aktien von 36 Fußballclubs an der Börse notiert. Von diesen 36 konnten lediglich drei einen Aktienkurs über ihrem Ausgabepreis vorweisen.[2] Nachdem die Branche einen regelrechten Boom in der zweiten Hälfte der 90er Jahre durchlaufen hat, ist die Begeisterung realistischer Ernüchterung gewichen. Von den vielen potentiellen deutschen Kandidaten für einen Börsengang hat lediglich Borussia Dortmund tatsächlich den Schritt gewagt, die anderen Clubs haben ihre Ambitionen vorerst zurückgesteckt.

Eingeleitet wurde die Hochphase durch die Entwicklung der Aktienkurse von Manchester United und Tottenham Hotspurs die in den Jahren 1994 bis 1996 um fast 400 % stiegen. Allein in den Jahren 1996/97 wurden 14 IPO’s von Fußballunternehmen an der London Stock Exchange (LSE) durchgeführt. In der Folgezeit fielen die Aktienkurse jedoch zumeist, was hauptsächlich auf die überhöhten Emissionspreise in den Boom-Jahren zurückzuführen ist. Die Aktien einiger britischer Clubs, wie Manchester City und Hibernian Edinburgh mussten wieder aus dem Handel genommen werden.[3]

Ein populärer Vergleich mit dem Schicksal von Unternehmen der New Economy liegt auf der Hand. Doch der Fußballmarkt kann im Gegensatz zu einigen Dotcom-Unternehmen echte Umsätze vorweisen. Diese beliefen sich für die Fußballclubs der europäischen Big-Five-Ligen[4] in der Saison 2000/01 auf zusammen circa EUR 5,2 Mrd. Zudem ist der Markt noch nicht gesättigt, sondern wächst seit Jahren kontinuierlich um teilweise über 20 % pro Jahr.[5]

Der schlechte Ruf von Fußballaktien rührt auch von den konstanten Verlusten in erschreckender Höhe, die ein Großteil der spanischen und italienischen Clubs erwirtschaften. Die Mehrheit der Fußballclubs in der Bundesliga und der englischen Premier League können stattdessen seit Jahren durchgehend Gewinne ausweisen.[6]

Das Interesse für Fußball ist in jedem Fall ungebrochen. Unter den Sportarten ist Fußball in seiner Beliebtheit immer noch die Nummer eins vor Leichtathletik, Tennis und Formel 1. 58 % der europäischen Gesamtbevölkerung über 15 Jahre interessieren sich für Fußball, dies entspricht circa 137 Mio. potentiellen Konsumenten.[7]

1.2 Zielsetzung der Arbeit

Die Pläne vieler deutscher Fußballclubs, sich in börsennotierte Unternehmen umzuwandeln, wurden vielerorts, angesichts der Entwicklungen auf dem englischen Markt nach 1997, nur belächelt und auch die ernsthaften Bestrebungen der Clubs scheinen in den letzten Jahren nach dem Börsencrash deutlich zurückgegangen zu sein.

Während der englische Branchenprimus Manchester United Jahr für Jahr Gewinne einstreicht, verhalten sich viele der anderen börsennotierten Fußballclubs im Sinne des Shareholder-Value-Gedankens wertvernichtend. Viele Aktien haben seit der Emission kontinuierlich an Wert verloren, einige Clubs mussten gar Insolvenz anmelden. Dividendenzahlungen sind die eher die Ausnahme als die Regel.[8]

Des öfteren wird die These geäußert, dass Fußballaktien keine Investitionsobjekte für rational handelnde Investoren darstellen, sondern eher eine Anlage für Fans, die sich mit dem Club identifizieren und stark intrinsisch motiviert.[9] Diese Beschreibung erinnert eher an den Kauf eines Merchandising-Artikels als einer Aktie, die einen Anteil am Grundkapital einer Kapitalgesellschaft darstellt und als solche ein Stimmrecht und Gewinnaneignungsrecht begründet.

Laut Dr. Thomas Bach, zu diesem Zeitpunkt Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), sind die Aktien von Sportclubs nur für Fans und Spekulanten interessant.[10] Zudem hängt der Börsenkurs stark vom sportlichen Erfolg ab, der nur begrenzt planbar ist. Die WGZ-Bank formuliert diese grundsätzlichen Bedenken gegen die Fußballaktie in der provokanten These: „Ist die Sportwette eine Alternative zum Aktienkauf?“[11]

In der vorliegenden Arbeit soll die Frage geklärt werden, inwieweit die Aktien von Fußballclubs in ihrer Kursentwicklung mit anderen Wertpapieren vergleichbar sind, oder ob sie sich völlig losgelöst von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung rein durch emotional belegte Ereignisse beeinflussen lässt. Folgt die Fußballaktie also den unter normalen Bedingungen zu erwartenden Einflüssen, oder unterliegt sie nur dem sportlichen Erfolg, unabhängig von der finanziellen Situation des Fußballunternehmens?

Dabei haben die Investoren von Fußballunternehmen den entscheidenden Vorteil, dass sie ohne einen Transfer von Insiderinformationen an jedem Spieltag die Qualität der Arbeit der Geschäftsführung und des Managements des Unternehmens eigenständig überprüfen können. Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit soll neben diesem ständigen automatischen Transfer von Informationen der gezielte Informationstransfer der Fußballclubs in Form von Ad-hoc-Meldungen sein.

England als „Mutterland“ des Fußballs kann nicht nur mit dessen Entstehung brüsten, es ist zudem auch die Hochburg der börsennotierten Fußballclubs. In dieser Arbeit sollen deswegen die Aktienkurse ausgesuchter englischer Clubs in Verbindung mit dem deutschen Club Borussia Dortmund analysiert werden. Dabei sollen sowohl Parallelen als auch länderspezifische Unterschiede herausgearbeitet und wenn möglich erklärt werden.

Während sich die Sportökonomie mit den Fragen der wirtschaftlichen Aspekte des Sports befasst, im europäischen Raum mit Schwerpunkt auf dem Fußball, werden die Informationswirkungen von Ereignissen auf den Aktienkurs börsennotierter Unternehmen durch die empirische Kapitalmarktforschung untersucht.

Da börsennotierte Fußballclubs sowohl allgemein-wirtschaftliche Komponenten aufweisen als auch speziell ständig bewusst oder unbewusst Informationen aussenden, die Auswirkungen auf den Aktienkurs haben, bewegen sie sich zwischen beiden Gebieten. In diesen Bereich der Schnittstelle zwischen empirischer Kapitalmarktforschung einerseits und Sportökonomie andererseits ist diese Arbeit einzuordnen.

Während sich das Gebiet der Sportökonomie allgemein zunehmender Beliebtheit erfreut und speziell in den letzten Jahren vermehrt Arbeiten zu volkswirtschaftlichen Fragen des Fußballsektors und rechtlichen Aspekten des Börsengangs erschienen sind, sind nur vereinzelt Arbeiten veröffentlicht worden, die sich mit den Aktienkursen der Fußballclubs auseinander setzen.

In Deutschland ist das noch leicht verständlich, da mit Borussia Dortmund bis jetzt nur ein einziger Fußballclub börsennotiert ist. In Großbritannien erscheint dieser Umstand dagegen etwas unverständlicher, da hier vor bereits fast 20 Jahren der erste Club an die Börse ging. Eine vergleichende empirische Analyse anhand der Aktienkurse europäischer Fußballclubs liegt lediglich durch die Studie der WGZ-Bank vor. Akademische Literatur zu diesem Thema fehlt fast völlig.

Die vorliegende Arbeit versucht diesen nicht sehr stark abgedeckten Bereich der akademischen Forschung ein Stück weit zu beleuchten und ein paar Ansätze aus anderen Bereichen der empirischen Kapitalmarktforschung zu übertragen. Aufgrund der Kürze der Bearbeitungszeit lehnt sich die Entwicklung des eigenen Modells im empirischen Teil an bereits bestehende Modelle an, ist in dieser Form aber etwas Eigenständiges.

1.3 Definition ausgewählter Begriffe und thematische Abgrenzung

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff „Fußballverein“ meist stellvertretend für sämtliche Rechtsformen von Sportclubs mit einer Fußballabteilung verwandt. Da im deutschen Recht jedoch mit einem „Verein“ eine spezifische Rechtsform gemäß §§ 21 ff. BGB gemeint ist, soll in dieser Arbeit versucht werden diese begriffliche Unschärfe zu vermeiden. Stattdessen soll im folgenden als Oberbegriff der rechtsformneutrale Fußballclub dienen.

Für die ausgegliederten Gesellschaften mit eigener Rechtsform, deren Hauptziel das erfolgsorientierte Betreiben des Geschäftsbetriebes „Professioneller Fußball“ ist, soll auch der Begriff Fußballunternehmen verwendet werden.

Unter professionellem Fußball wird in dieser Arbeit sowohl die berufsmäßige Tätigkeit des Fußballspielens als auch die Einheit aus den die Sportart berufsmäßig ausübenden Athleten und der Organisationen, die diese Ausübung ermöglichen oder regeln, verstanden.[12] Im folgenden wird auch der Begriff Profifußball verwandt, der ein Synonym für den in der Literatur auch häufig verwendeten Begriff Berufsfußball darstellt. Analog werden die Spieler, die den Sport berufsmäßig ausüben, als Profifußballspieler bezeichnet.

Die Abteilung eines Fußballclubs, die den professionellen Fußball betreibt, wird durch den Begriff Profifußballabteilung - alternativ auch, der offiziellen Bezeichnung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) folgend, als Lizenzspielerabteilung - gekennzeichnet.

Die nationale Auswahlmannschaft eines Landes, die sich aus Spielern mit der jeweiligen Staatsbürgerschaft zusammensetzt, wird dem allgemeinen Sprachgebrauch folgend als Nationalmannschaft bezeichnet. Die in die Nationalmannschaft berufenen Spieler repräsentieren das Land in den internationalen Nationalmannschaftswettbewerben.

Weitere kurze Definitionen werden an geeigneter Stelle in Form von Verweisen gegeben, soweit dies zum leichteren Verständnis nötig erscheint.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich ausschließlich mit Aspekten des professionellen Fußballs, Besonderheiten des Amateurfußballs sollen außer acht gelassen werden. Auch spezielle Gesichtspunkte der Nationalmannschaften und der für sie relevanten Wettbewerbe, wie der Weltmeisterschaft, sollen nicht im einzelnen behandelt, sondern nur an den Stellen erwähnt werden, wo sich eine Überschneidung mit dem Bereich der Clubs ergibt.

Eine weitere Einschränkung ist hinsichtlich der Unterteilung in Herren- und Damenfußball vorzunehmen. Aufgrund der geringen wirtschaftlichen Bedeutung des Damenfußballs und seiner zumindest eingeschränkten Professionalität wird im folgenden ausschließlich auf die Situation des Herrenfußballs eingegangen; viele der dargestellten Institutionen und Zusammenhänge sind jedoch auch für den Damenfußball gültig.

1.4 Aufbau der Arbeit

Nachdem in Kapitel 1 bereits die Zielsetzung der Arbeit herausgestellt sowie zentrale Begriffe erklärt und definiert wurden, sollen in Kapitel 2 zunächst die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen des Profifußballsektors im einzelnen dargestellt und erläutert werden. Im Anschluss daran werden die rechtlichen Regelungen zur Ad-hoc-Publizitätspflicht in Deutschland und England behandelt, um den Hintergrund zu beleuchten, vor dem börsennotierte Fußballclubs ihre Unternehmensnachrichten veröffentlichen müssen.

In Kapitel 3 sollen zuerst die theoretischen Grundlagen sowohl der empirischen Kapitalmarktforschung als auch der Sportökonomie erläuternd dargestellt werden. Danach werden einzelne methodische Aspekte behandelt, die sowohl für das Verständnis der anschließenden Darstellung empirischer Ergebnisse als auch für die folgende eigene empirische Untersuchung wichtig erschien.

In Kapitel 4 werden empirische Untersuchungen dargestellt, deren Ergebnisse Relevanz für die Identifizierung der Einflussfaktoren auf den Aktienkurs der Fußballclubs besitzen

Kapitel 5 analysiert mittels einer eigenen empirischen Untersuchung die Einflussfaktoren auf den Aktienkurs einer Auswahl an börsennotierten Fußballclubs.

In Kapitel 6 werden schließlich die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und es wird versucht, einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen zu geben.

2 Rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen

2.1 Institutionen im professionellen Fußball

Der europäische Fußballmarkt ist grundsätzlich auf zwei Ebenen organisiert. Zum einen agieren die Fußballclubs auf dem Markt als Anbieter der Leistung Fußball durch ihre angestellten Spieler und zum anderen haben sich die Clubs zu freiwilligen Organisationen zusammengeschlossen, die die einheitlichen Rahmenbedingungen zur Ausübung des Sportes regeln. Diese haben im Laufe der Zeit stark an Einfluss gewonnen und sind in ihrem jeweiligen Land meist konkurrenzlos, weswegen ein Ausstieg nur schwer möglich ist[13]. Auf die verschiedenen Ausprägungen in Deutschland und England soll im folgenden eingegangen werden.

2.1.1 Institutionen in Deutschland

Die Institutionen des Fußballs in Deutschland haben sich traditionell schwer getan, die Professionalisierung und Kommerzialisierung des Sports zu akzeptieren und geeignete Organisationsstrukturen und gesellschaftsrechtliche Rahmenbedingungen bereitzustellen. Obwohl der Spielbetrieb seit Gründung der Bundesliga 1963 grundsätzlich professionell ausgerichtet war, folgte die Organisationsform der Fußballclubs dieser Entwicklung nicht.

2.1.1.1 Der Fußballclub

Bis zur Änderung des Lizenzspielerstatuts des DFB 1998 waren in Deutschland ausschließlich eingetragene, nichtwirtschaftliche Vereine (sogenannte „Idealvereine“) im Sinne des § 21 BGB berechtigt eine Lizenz für die Bundesliga zu beantragen. Der Vereinszweck liegt dabei regelmäßig in der charakterlichen, körperlichen und geistigen Bildung der Mitglieder.[14] Da der Geschäftsbetrieb eines Bundesligaclubs jedoch auf eine umfangreiche wirtschaftliche Tätigkeit ausgerichtet ist, herrscht in der Literatur die Meinung vor, dass es sich bei Bundesligaclubs in der Form eines nichtwirtschaftlichen Vereins um eine Rechtsformverfehlung handelt.[15] Gemäß § 43 Abs. 2 BGB kann folglich die Rechtsfähigkeit entzogen werden. Dass dies bis jetzt unterblieben ist, wird vor allem auf sportpolitische Gründe zurückgeführt.[16]

Mit dem Beschluss des DFB-Bundestages[17] vom 24.10.1998 (sogenanntes „Eckwertepapier“) wurden die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Fußball-Kapitalgesellschaften am Spielbetrieb des DFB teilnehmen dürfen. Zugleich wurden Eckwerte festgelegt, um die Wettbewerbsneutralität und die organisatorische Verbindung von professionellem und Amateursport zu gewährleisten.[18]

So dürfen gemäß § 8 Nr. 1 der Ligaverband-Satzung[19] Kapitalgesellschaften mit den auf sie ausgegliederten Lizenzspielerabteilungen und gegebenenfalls weiteren wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben die Mitgliedschaft im Ligaverband erwerben. Dabei muss ein Altverein verbleiben, der über eine eigene (Amateur-) Fußballabteilung verfügt und der als Mutterverein mehrheitlich (50 % plus eine Stimme) an der Kapitalgesellschaft (Tochtergesellschaft) beteiligt ist.[20]

Bei einer KGaA wird zur Sicherung der Einflussnahme des Muttervereins verlangt, dass dieser entweder selbst als Komplementär (vollhaftender Gesellschafter) oder als alleiniger Anteilseigner einer zwischengeschalteten Komplementär-GmbH oder -AG auftritt. Ist seine Stellung somit mit der eines an einer Tochtergesellschaft mehrheitlich beteiligten Gesellschafters vergleichbar, so ist auch ein Stimmrechtsanteil von weniger als 50 % zulässig.[21] Beteiligungen der Clubs einschließlich ihrer Organe untereinander, ob unmittelbare oder mittelbare, sind ausdrücklich verboten.[22]

Eine Ausnahme von der mehrheitlichen Einflussnahme des Altvereins sieht der DFB für den Fall vor, dass ein Unternehmen den Fußballsport des Vereins seit mehr als 20 Jahren vor dem 01.01.1999 ununterbrochen und in erheblichem Maße gefördert hat.[23]

Allerdings sind in der Folgezeit bei weitem nicht alle Lizenzspielerabteilungen von Fußballvereinen in Kapitalgesellschaften ausgegliedert worden. Bis zum Saisonanfang 2002/03 waren es lediglich 12 Clubs, die diesen Schritt vollzogen hatten, darunter drei die zur Zeit in der 2. Bundesliga spielen.[24] Die gewählten Rechtsformen reichen von einer GmbH[25] über eine reine KGaA[26], beziehungsweise eine KGaA in Form einer GmbH & Co. KGaA[27], bis hin zu einer AG[28]. Am 31.10.2000 wagte mit Borussia Dortmund der erste und bisher einzige deutsche Fußballclub den Gang an die Börse. Der Club hat sich für die Rechtsform einer GmbH & Co. KGaA entschieden, wobei die hundertprozentige Vereins-Tochter Borussia Dortmund Geschäftsführungs GmbH als Komplementärin fungiert.[29]

2.1.1.2 Die Dachorganisationen

Der Fußball in Deutschland ist in den Landesverbänden, den Regionalverbänden und dem Ligaverband organisiert, die im Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Dachverband vereinigt sind. Der DFB ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Frankfurt, dem die Gemeinnützigkeit zuerkannt ist.[30] Zweck und Aufgabe des DFB gemäß § 4 der DFB-Satzung sind im besonderen die Entwicklung des Fußballs, speziell des Jugendfußballs, die Bildung der Nationalmannschaften und die Durchführung von Länderspielen, die Organisation der überregionalen Ligen einschließlich der Ermittlung des deutschen Meisters und der Auf- und Absteiger sowie die Überwachung der internationalen Fußballregeln.

Die Organisation der 1. und 2. Bundesliga obliegt seit dem 1. Juli 2001 eigenverantwortlich dem „Die Liga - Fußballverband e.V.“ (im folgenden kurz: Ligaverband).[31] Dieser hat zur Führung des operativen Geschäfts, speziell zur Durchführung des Spielbetriebs und zur exklusiven Vermarktung, die Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL) mit Sitz in Frankfurt gegründet.[32]

2.1.2 Institutionen in England

2.1.2.1 Der Fußballclub

Vor der Entstehung des professionellen Fußballs in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts waren die Fußballclubs in England nicht rechtsfähige Zusammenschlüsse, vergleichbar mit der deutschen Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) oder dem nicht rechtsfähigen Verein.[33]

Im Zuge der Professionalisierung und der damit einhergehenden Kommerzialisierung gewann der Aspekt der Haftungsbegrenzung für die Mitglieder immer mehr an Bedeutung. Bereits 1888 wandelte sich der erste Club in eine private limited company (Ltd)[34] um. Diesem Beispiel folgten stetig mehr Clubs, so dass bereits 1921, von zwei Ausnahmen abgesehen, alle professionellen englischen Fußballclubs ebenfalls diese Rechtsform innehatten.[35]

Traditionell entstammten die Hauptanteilseigner und die Mehrheit der Direktoren der lokalen Geschäftswelt. Die Clubs litten typischerweise darunter, mit zu wenig Eigenkapital ausgestattet zu sein, da sie nicht genug Profit erwirtschafteten, um sich selbst zu finanzieren, und die Anteilseigner fürchteten, ihren Einfluss durch die Ausgabe neuer Anteile zu gefährden. Stattdessen war die größte Finanzierungsquelle Fremdkapital in Form von kurzfristigen Bankdarlehen und langfristigen privaten Krediten der Clubbesitzer und Direktoren.[36]

Mit den Tottenham Hotspurs wagte erstmals 1983 ein europäischer Fußballclub zum Zweck der zusätzlichen Kapitalbeschaffung den Gang an die Börse. Dazu bedurfte es zunächst der Umwandlung der private limited company in eine public limited company (plc)[37], deren Anteile öffentlich gehandelt werden dürfen.[38] Zum Zeitpunkt der Emission war die Aktie vierfach überzeichnet und ließ auf eine äußerst positive Entwicklung hoffen, was der Kursverlauf der Aktie in den Folgemonaten und –jahren jedoch nicht bestätigen konnte.[39]

Die große Initialzündung durch den Börsengang der Tottenham Hotspurs blieb zunächst aus, was auch auf die schlechte Performance der Hotspurs-Aktie in diesen Jahren zurückzuführen ist. Trotzdem folgte mit Millwall im Oktober 1989 der zweite und mit Manchester United 1991 der dritte Club. Danach erhöhte sich die Zahl der Börsengänge stetig, so dass zu Beginn der Saison 2002/03 21 englische Fußballclubs börsennotiert waren.[40]

2.1.2.2 Die Dachorganisationen

Der englische Fußball ist unter einem Dachverband, der 1863 gegründeten Football Association (FA), organisiert. Die Football Association ist sowohl für die Nationalmannschaft, die Amateurligen (National League System) und für die Austragung des FA Cups zuständig als auch für das Aufstellen und das Überwachen der Einhaltung der allgemeinen Fußballregeln.[41]

Das Prinzip der Professionalität im Fußball wurde in England bereits 1885 durch die Football Association akzeptiert. Die Football League wurde als erste professionelle Liga kurz darauf, im Jahr 1888, gegründet.[42] Sie war seitdem für den professionellen Ligabetrieb verantwortlich, hat jedoch im Zuge der Neuordnung des englischen Profifußballs 1992 einen Großteil ihres Einflusses sowie die Zuständigkeit für die erste Profiliga verloren.[43]

Die Kompetenz für den professionellen Fußball ist heute zwischen zwei der Football Association untergeordneten, rechtlich selbständigen Verbänden, der F.A. Premier League und der Football League, aufgeteilt. Während die Premier League für die Austragung des Barclaycard Premiership[44] und vor allem für die selbständige unabhängige Vermarktung verantwortlich ist, vereint und vermarktet die Football League die drei unter der Premier League folgenden Divisionen.[45]

2.1.3 Institutionen auf internationaler Ebene

2.1.3.1 Die UEFA

Die Union des Associations Européenes de Football (UEFA)[46] ist ein im Handelsregister eingetragener Verein im Sinne des Art. 60 ff. des Schweizer Zivilgesetzbuchs (ZGB)[47] mit Sitz in der Nyon.[48] Mitglieder der UEFA sind gemäß Art 5 Abs. 1 der UEFA-Statuten[49] die nationalen Fußballverbände, deren Rechte und Pflichten im einzelnen in Art. 7 geregelt sind.

Die UEFA befasst sich mit allen Fragen des europäischen Fußballs. Dies sind vor allem die Förderung des Fußballs in Europa im Geiste des Friedens, der Verständigung und des Fair-Plays, ohne jegliche Form der Diskriminierung, sowie die Organisation und Durchführung von internationalen Wettbewerben in Europa.[50] Die von der UEFA ausgerichteten europäischen Wettbewerbe sind in Art. 45 der UEFA-Statuten im einzelnen nach Wettkämpfen der (a) Nationalmannschaften und der (b) Clubmannschaften getrennt aufgeführt.

2.1.3.2 Die FIFA

Die Fédération Internationale de Football Association (FIFA) ist ein Verein[51] im Sinne des Art. 60 ff. des Schweizer ZGB mit Sitz in Zürich.[52] Mitglieder der FIFA sind die einzelnen nationalen Verbände.[53] Gemäß Art. 9 Abs. 1 und Abs. 2 der FIFA-Statuten[54] können sich die einzelnen Nationalverbände zu geographisch nach Kontinenten geordneten Konföderationen zusammenschließen, die jedoch der Genehmigung durch die FIFA unterliegen. Die Rechte und Pflichten der Konföderationen, wie beispielsweise der UEFA, umfassen die Austragung ihrer eigenen Inter-Club- und Internationalen Wettbewerbe und sind im einzelnen in Art. 9 Abs. 3-5 geregelt.

Der Zweck und die Zuständigkeiten der FIFA sind in Art. 2 der FIFA-Statuten ausgeführt. Zu ihren Hauptaufgaben zählen die Förderung der Entwicklung des Fußballs, das Unterbinden von Diskriminierung und Rassismus, die Entwicklung der allgemeinen Fußballregeln sowie deren Einhaltung durch die nationalen Verbände und gegebenenfalls die Verhängung von Sanktionen. Des weiteren – wenn auch nicht als ein Hauptzweck genannt – obliegt ihr die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft.[55]

2.2 Die Organisationsstrukturen innerhalb der Fußballclubs

Die detaillierte Ausgestaltung der Organisationsstruktur ist in den verschiedenen Fußballclubs unterschiedlich ausgeprägt, die Grundstrukturen sind aufgrund der gleichen Branchenanforderungen jedoch sehr ähnlich.

Branchenüblich sind eine Vorstands- / Geschäftsführungsebene mit einer darunter liegenden funktionalen Aufgliederung in den kommerziellen und den sportlichen Bereich. Die oberste Leitung wird im folgenden einheitlich als Geschäftsführung bezeichnet.

In Deutschland wird darüber hinaus meist eine Zweiteilung in sportliche Leitung und Trainerstab unternommen. Der sportlichen Leitung obliegen hauptsächlich operationelle Managementaufgaben, während die Leitung des Trainings- und unmittelbaren Spielbetriebs, beispielsweise die Festlegung der Mannschaftsaufstellung, in der Verantwortung des Trainers und seiner Assistenten liegt.

In England werden beide Funktionen tendenziell durch eine Person, dem sogenannten Manager, ausgeübt. Ihm zur Seite stehen die sogenannten Coaches.[56] In den einzelnen Clubs der Verbände gibt es Abweichungen von diesem Schema, die zum Beispiel die Kompetenz, über Spielereinkäufe zu entscheiden, betreffen.

Die Profifußballspieler sind Angestellte des Fußballclubs und somit weisungsabhängig. Sie bilden formal als ausführende Kraft die unterste Ebene der Hierarchie. Aufgrund des großen Konsumenten- und Medieninteresses an den Spielern ist das Machtgefüge aber häufig zu ihren Gunsten verschoben. Ihr unmittelbarer „Vorgesetzter“ ist der deutsche Trainer beziehungsweise der englische Manager.

2.3 Veranstaltungsformen im professionellen Fußball

Im folgenden sollen ausschließlich die jeweils wichtigsten nationalen und internationalen Wettbewerbe im professionellen Fußball kurz erläutert werden.

2.3.1 Veranstaltungsformen in Deutschland

In Deutschland wird seit Gründung der Bundesliga 1963/64 die Deutsche Meisterschaft in der heutigen Form einer Liga, der 1. Bundesliga, mit Hin- und Rückrunde ausgetragen. Dabei treffen alle 18 Mannschaften in einer Saison zweimal mit wechselndem Heimrecht aufeinander. Seit der Saison 1995/96 erhält der Sieger einer Partie 3 Punkte, für ein Unentschieden erhalten beide Mannschaften je einen Punkt. Deutscher Meister ist die Mannschaft, die am Ende der Saison die meisten Punkte hat. Bei Punktgleichheit entscheidet die bessere Tordifferenz. Mannschaften aus der 2. Bundesliga können durch eine Platzierung unter den ersten drei Mannschaften in die erste Bundesliga aufsteigen. Analog steigen die letzten drei Mannschaften der 1. Bundesliga ab.[57]

Als weiteren großen jährlichen Wettbewerb richtet der DFB jede Saison den DFB‑Vereinspokal (im folgenden kurz: DFB-Pokal) aus. Teilnahmeberechtigt sind daran zurzeit 64 Mannschaften. Dies sind im einzelnen gemäß § 45 Nr. 1.2 der DFB-Spielerordnung[58] die Mannschaften der 1. und 2. Bundesliga, die Pokalsieger der Landesverbände und die erst- und zweitplazierten Teams der Regionalligen. Die weiteren Plätze werden an die Landesverbände vergeben, welche die meisten Herren-Mannschaften im allgemeinen Spielbetrieb stellen. Das Besondere am DFB-Pokal liegt in der Teilnahme sowohl von Profi- als auch von Amateurmannschaften und der Austragung im K.o.-Modus ohne Rückspiel. Der Sieger eines Spiels qualifiziert sich somit automatisch für die nächste Runde.[59] Der Sieger des DFB-Pokals sowie die Mannschaften auf den vorderen Platzierungen der 1. Bundesliga qualifizieren sich für die europäischen Clubwettbewerbe.

Die 1. Bundesliga hat in Deutschland unter den generell Fußballinteressierten einen deutlich höheren Stellenwert als der DFB-Pokal. 82% der Zielgruppe interessieren sich im besonderen für die 1. Bundesliga verglichen mit „nur“ 68% Interesse für den DFB-Pokal.[60]

2.3.2 Veranstaltungsformen in England

Die englische Meisterschaft, die Premiership, wird in der heutigen Form seit 1992 in der F.A. Premier League ausgespielt. Durch die Neustrukturierung wurde die erste professionelle Liga von der seit 104 Jahren operierenden Football League und ihren verbleibenden drei divisions getrennt. Die Liga besteht aus 20 Mannschaften, die jeweils zweimal bei wechselndem Heimrecht, einmal in der Hin- und einmal in der Rückrunde, gegeneinander antreten. Der Sieger erhält wie in der 1. Bundesliga drei Punkte, bei einem Unentschieden erhalten beide Mannschaften je einen Punkt. Meister (League Champions) ist der Club mit den meisten Punkten am Ende der Saison, die drei letzten Clubs steigen in die erste Division der Football League ab. Dem entsprechend steigen drei Mannschaften auf.[61]

Der älteste nationale Fußballwettbewerb in England ist der Football Association Cup (im folgenden kurz: FA Cup), der zum ersten Mal 1871/72 ausgetragen wurde. Am FA Cup können sowohl professionelle als auch Amateurteams teilnehmen, wobei Mindestanforderungen an die sportlichen Anlagen gestellt werden. In der Saison 2001/02 waren es 596 teilnehmende Mannschaften. Der FA Cup wird im K.o-Modus mit jeweils einem Spiel pro Runde ausgetragen. Bei einem Unentschieden wird das Spiel an einem anderen Tag wiederholt, lediglich die Halbfinalspiele und das Finale werden am selben Tag entschieden. Dem eigentlichen Pokalwettbewerb (competition proper) sind mehrere Qualifikationsrunden vorangestellt. Dabei steigen die Clubs je nach ihrer Spielklasse zu unterschiedlichen Zeitpunkten in den Wettbewerb ein, die Premier League Clubs erst vier Runden vor dem Halbfinale.[62]

Aufgrund seiner Tradition und der Vorliebe der Engländer für K.o.-Wettbewerbe ist der FA Cup den fußballinteressierten Engländern sogar noch etwas wichtiger als die Premier League. 86% im Vergleich zu 84% zeigen ein besonderes Interesse an dem Pokalwettbewerb.[63]

Zusätzlich zu den beiden wichtigsten nationalen Wettbewerben hat sich in England der Football League Cup[64] (im folgenden kurz: League Cup) als zweiter Pokalwettbewerb etabliert. Der League Cup steht im Gegensatz zum FA Cup nur den professionellen Clubs der Premier League und der Football League offen. Er wird ebenfalls im K.o-Modus ausgetragen, jedoch wird jedes Spiel auch im Falle eines Unentschiedens direkt am selben Tag mittels Verlängerung und gegebenenfalls Elfmeterschießen entschieden.[65] Obwohl der Gewinner des League Cup ebenso das Recht erhält am UEFA Cup teilzunehmen, fällt der Wettbewerb gegenüber dem FA Cup in Ansehen und Beachtung deutlich zurück.

2.3.3 Veranstaltungsformen auf internationaler Ebene

Die internationalen Veranstaltungsformen lassen sich in Clubwettbewerbe und Nationalmannschaftswettbewerbe unterteilen, wobei im folgenden nur die Clubwettbewerbe aufgrund des Schwerpunkts dieser Arbeit im einzelnen dargestellt werden sollen. Auf Nationalmannschaftsebene spielen die Auswahlmannschaften der nationalen Verbände jeweils im 4-Jahres Rhythmus um die Europameisterschaft und um die höchste Auszeichnung im Fußball, die Fußball-Weltmeisterschaft.

2.3.3.1 Champions League

Die UEFA Champions League, in der Saison 1993/94 eingeführt, ist als Nachfolger des Europapokals der Landesmeister der prestigeträchtigste und finanziell lukrativste europäische Vereinswettbewerb.[66] Die hauptsächlichen Neuerungen der Champions League waren die Austragung von Gruppenspielen anstatt des üblichen K.o.-Systems und die Öffnung des Wettbewerbs auch für andere Mannschaften als die jeweiligen Landesmeister.

Nach dem aktuellen Modus wird die Champions League seit der Saison 1999/2000 in zwei Gruppenrunden mit 8 bzw. 4 Gruppen à 4 Mannschaften und anschließendem Viertelfinale, Halbfinale und schließlich Finale ausgespielt. Nach dem aktuellen Modus nehmen 32 Mannschaften an der ersten Gruppenrunde teil, wobei sich einige Teams erst in bis zu drei Qualifikationsrunden für die Teilnahme an den Gruppenspielen qualifizieren müssen.[67]

Die Anzahl der teilnahmeberechtigten Vereine eines Landesverbands sowie der Zeitpunkt ihres Einstiegs in den Wettbewerb hängen von der Platzierung des jeweiligen Landes in der UEFA-Koeffizienten-Rangliste ab. Diese Rangliste errechnet sich aus einer Fünfjahres-Wertung der Erfolge der Mannschaften eines Landes.[68]

Die Teilnahme an der UEFA Champions League ist für die Fußballclubs vor allem aus finanzieller Sicht attraktiv. Für die Fernsehübertragungsrechte, die zentral von der UEFA vermarktet werden, kalkuliert die UEFA mit Einnahmen von 800 Mio. Schweizer Franken (CHF) für die Saison 2002/03, die zu 75 % an die teilnehmenden Clubs und deren Verbände ausgeschüttet werden. Die restlichen Erträge dienen zur Deckung der organisatorischen Kosten und für Zahlungen an alle anderen Clubs und Verbände gemäß dem Solidaritätsprinzip.[69]

Durch den geänderten Modus sind den Top-Clubs aus den fünf großen Fußballmärkten[70] ein großer Anteil der Einnahmen und konstante Einkommensströme sicher. Zum einen werden nur ca. 60% des ausgeschütteten Betrages durch erfolgsabhängige Prämien verteilt, der Rest wandert in einen TV-Pool, der entsprechend der eingenommenen Fernsehgeldern an die Vereine der jeweiligen Länder ausbezahlt wird. Fast 90% des Geldes des TV-Pools gehen so an Clubs aus den fünf großen Fußballländern.[71] Zum anderen sind sie als Vertreter erfolgreicher Landesverbände meist direkt für die Gruppenrunde qualifiziert, wodurch die Teilnahme an mindestens sechs Spielen garantiert ist und somit das Risiko eines Einnahmeausfalls aufgrund eines frühen Ausscheidens minimiert wurde. Verstärkt wird dieser Effekt noch dadurch, dass die gescheiterten Vereine teilweise noch am UEFA Cup teilnehmen dürfen.

2.3.3.2 UEFA Cup

Parallel zur Umstrukturierung und Aufstockung der Champions League wurde in der Saison 1999/2000 der UEFA Cup ebenfalls verändert. Der Europapokal der Pokalsieger wurde eingestellt und mit dem UEFA Cup verschmolzen, die Pokalsieger der jeweiligen nationalen Verbände spielen nun auch im UEFA Cup. Zusätzlich können noch Mannschaften teilnehmen, die in der nationalen Ligaplatzierung unmittelbar hinter den Champions-League-Teilnehmern abgeschlossen haben, sowie Clubs, die sich über eine besondere Form wie den UI-Cup oder die Fair-Play-Rangliste qualifizieren konnten.[72]

Als besondere Neuerung können Teams, die in der dritten Qualifikationsrunde der Champions League oder als dritte der ersten Gruppenrunde der Champions League ausgeschieden sind, noch „verspätet“ in den UEFA Cup eintreten. Die Anzahl der zugelassenen Clubs eines Landes richtet sich wieder nach der UEFA-Koeffizienten-Rangliste.[73]

Der eigentliche Modus des UEFA Cups ist allerdings prinzipiell unverändert. Es wird nach einem K.o.-System mit Hin- und Rückspiel bei wechselndem Heimrecht gespielt. Das Finale findet seit der Saison 1997/98 in einem Spiel auf neutralem Boden statt.[74]

Die Fernsehübertragungsrechte an den UEFA-Cup-Begegnungen werden im Gegensatz zu denen an der Champions League seit der Saison 1998/99 dezentral durch die einzelnen Clubs vermarktet. Dabei werden pro Spiel laut WGZ-Bank üblicherweise 1,5-2,5 Mio. Euro eingenommen. Diese Veränderung kam auf Druck der EU-Kommission zustande, die angedeutet hatte, dass sie der zentralen Vermarktung skeptisch gegenüberstehe.[75] Dabei müssen 4% der Ticket-Einnahmen und 10% der Einnahmen aus der Rechtevermarktung an die UEFA abgeführt werden.[76]

Der geänderte Zugangsmodus, bei dem Teams, die in der Champions League gescheitert sind, noch nachträglich in den UEFA Cup einsteigen können, kam dagegen auf Druck der großen Clubs zustande. Er hat genau wie die Umbildung des Pokals der Landesmeister zur Champions League das Ziel, den großen Clubs mehr Planungssicherheit zu gewährleisten, indem das Risiko eines frühen Scheiterns minimiert wird.

2.4 Die Ad-hoc-Publizitätspflicht

Für börsennotierte Fußballclubs gelten die relevanten länderspezifischen börsenrechtlichen Bestimmungen. Da in der empirischen Untersuchung auf die Mitteilungen der Fußballclubs zurückgegriffen wird, sollen im folgenden die rechtlichen Bedingungen unter denen eine Veröffentlichung zu erfolgen hat dargelegt werden.

2.4.1 Ausgestaltung in Deutschland

Das Ziel der Ad-hoc-Publizitätspflicht ist es, für einen gleichen Informationsstand aller Marktteilnehmer zu sorgen, um fehlerhafte Preise der Wertpapiere aufgrund von unvollständiger Information zu verhindern und die Funktionsfähigkeit des Kapitalmarktes zu sichern. Dabei kommt ihr gleichzeitig eine Präventivfunktion gegen Insiderhandel zu, indem sie den Informationen durch die Veröffentlichung den Charakter einer Insiderinformation nimmt.[77]

In Deutschland ist die Pflicht zur Ad-hoc-Publizität in § 15 WpHG (Wertpapierhandelsgesetz) geregelt. Danach muss der Emittent von Wertpapieren, die zum Handel an einer inländischen Börse zugelassen sind, unverzüglich eine neue Tatsache veröffentlichen, wenn diese aufgrund ihrer Auswirkungen auf die Vermögens- und Finanzlage oder den allgemeinen Geschäftsverlauf dazu geeignet ist, den Kurs der Wertpapiere erheblich zu beeinflussen. Dabei muss die Tatsache im Tätigkeitsbereich des Emittenten eintreten und nicht öffentlich bekannt sein.[78]

Normadressaten sind alle Emittenten von Wertpapieren, die im Inland an einer Börse zum amtlichen Handel oder zum geregelten Markt zugelassen sind. Im Freiverkehr gehandelte Wertpapiere sind also nicht erfasst. Als Tatsache im Sinne des § 15 WpHG ist ein Vorgang zu verstehen, der einer objektiven Klärung zugänglich ist und bewiesen werden kann. Darunter fallen also wirtschaftliche Ergebnisse und auch der Eintritt in ein Gerichtsverfahren, nicht aber Meinungsäußerungen und Rechtsauffassungen.[79]

Die erhebliche Kursbeeinflussung muss lediglich möglich sein, es ist unerheblich, ob sich der Kurs tatsächlich ändert. Dabei ist eine Beurteilung des Einzelfalls zu treffen, bei der die allgemeine Erfahrung zugrunde gelegt wird. Gegebenfalls ist sachverständiger Rat, etwa eines Kreditinstituts, einzuholen.[80]

Die Veröffentlichung muss gemäß § 15 Abs. 3 WpHG in mindestens einem überregionalen Börsenblatt oder über ein elektronisch betriebenes Informationsverbreitungssystem erfolgen. Vor der Veröffentlichung ist laut § 15 Abs. 2 WpHG zudem die Geschäftsführung der Börse und das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel zu unterrichten. Diese können somit vor der Veröffentlichung über eine mögliche Kursaussetzung entscheiden, falls sie den ordnungsgemäßen Börsenhandel als gefährdet ansehen.

Die Nichtbefolgung der Vorschriften des § 15 Abs. 1 und Abs. 3 sowie des Abs. 2 WpHG werden in § 39 Abs. 1 Nr. 1 lit. b und Nr. 2 lit. a jeweils in Verbindung mit Abs. 3 WpHG mit einer Geldbuße von bis zu EUR 1,5 Mio. bedroht.

Zum Zwecke einer koordinierten, möglichst weiten Verbreitung der Meldungen ist 1996 die Deutsche Gesellschaft für Ad hoc-Publizität mbH (DGAP) gegründet worden. Die DGAP verteilt als zwischengeschaltete Servicegesellschaft im Auftrag der Unternehmen die Meldungen an die wichtigsten Informationsverarbeitungssysteme sowie an die Aufsichtsbehörden und Börsen. Gesellschafter der DGAP sind die Deutsche Börse, Reuters und vwd Vereinigte Wirtschaftsdienste.[81] Im empirischen Teil der Arbeit wird aufgrund der führenden Stellung der DGAP auf die archivierten Ad‑hoc-Meldungen Borussia Dortmunds zurückgegriffen, die über die DGAP übermittelt wurden.

2.4.2 Ausgestaltung in England

Seit dem 1. Dezember 2001 ist in Großbritannien die Financial Services Authority (FSA), handelnd in ihrer Eigenschaft als UK Listing Authority (UKLA), die zuständige Behörde für Börsennotierung und -zulassung. Ihr wurde diese Kompetenz durch den Financial Service and Markets Act 2000 verliehen. Die Ad-hoc-Publizitätspflicht, die zuvor in der Admission of Securities to Listing[82] der London Stock Exchange kodifiziert war,[83] wird seitdem in den Listing Rules des UKLA Sourcebook geregelt.[84]

Die grundsätzliche Pflicht zur Ad-hoc-Publizität ist in Chapter 9.1 der Listing Rules geregelt. Sie gleicht inhaltlich dem § 15 Abs.1 WpHG als Umsetzung der EU-Richtlinien fast vollständig. Unterschiede bestehen lediglich darin, dass statt „neuen Tatsachen“ „ major new developments“ gefordert werden und die Veröffentlichung an einen „Regulatory Information Service“ erfolgen muss.

In Chapter 9.2 wird zusätzlich spezifiziert, dass alle relevanten Informationen zu veröffentlichen sind, die einen Wechsel hinsichtlich (a) des finanziellen Zustands der Unternehmung, (b) ihrer geschäftlichen Leistungsfähigkeit oder (c) ihrer Erwartungen bezüglich der geschäftlichen Leistungsfähigkeit erwarten lassen, der voraussichtlich zu einer erheblichen Kursbewegung führen würde.

Die Unternehmung muss ferner gemäß Chapter 9.10 jegliche entscheidende Information bezüglich ihres Kapitals veröffentlichen. Die Fälle sind im einzelnen aufgezählt und erläutert. Weiterhin hat die Unternehmung gemäß Chapter 9.11 - 9.14 alle Änderungen in ihrer Eigentümerstruktur, die eine wesentliche Beteiligung betreffen, zu veröffentlichen. Die Veröffentlichungspflicht umfasst des weiteren auch explizit Entscheidungen des Board of Directors über Dividenden und Gewinne (Chapter 9.35) sowie Änderungen des Namens der Unternehmung (Chapter 9.40).

Der Verstoß gegen die Vorschriften der Listing Rules kann durch die FSA mit einer Strafe geahndet werden. Dabei ist die FSA gemäß Chapter 1.8 der Listing Rules berechtigt sowohl eine Verwarnung zu erteilen als auch eine in ihrem Ermessen stehende Geldbuße aufzuerlegen. Gemäß Chapter 1.9 ist sie ferner ermächtigt, eine persönliche Strafe gegen den Verantwortlichen (director) des Unternehmens zur Zeit des Verstoßes zu verhängen. Bei schweren Vergehen kann die FSA zudem eine vorübergehende Unterbrechung des Handels oder sogar eine völlige Einstellung der Notierung anordnen.[85]

Analog zu dem von dem Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel und der Deutschen Börse herausgegebenen Leitfaden hat die FSA als Ergänzung zum Chapter 9 der Listing Rules Richtlinien über die Weitergabe von preissensitiven Informationen herausgegeben.[86]

Die offiziellen zugelassenen Regulatory Information Services sind in Schedule[87] 12 der Listing Rules namentlich genannt. Ihre Aufgabe ist die Überprüfung der Nachrichten auf Authentizität und die anschließende Übermittlung an die Marktteilnehmer. Der RNS, der Regulatory Information Services der London Stock Exchange, ist – laut eigenen Angaben - der führende Ad‑hoc-Mitteilungsservice, vergleichbar mit der DGAP.[88] Aufgrund seiner weiten Verbreitung wird im empirischen Teil dieser Arbeit für die englischen Fußballclubs auf die archivierten Ad‑hoc-Mitteilungen des RNS zurückgegriffen.

3 Theoretische Grundlagen

3.1 Empirische Kapitalmarktforschung

Für die empirische Kapitalmarktforschung ist die Informationsverarbeitung von entscheidender Bedeutung, da sie Zusammenhänge zwischen den Informationen und der Kapitalmarktreaktion untersucht. Da die Informationsverarbeitung auch Grundlage der empirischen Untersuchung ist, sollen die zugrundeliegenden Theorien im folgenden erläutert werden.

3.1.1 Theorie der Markteffizienz

Markteffizienz bezeichnet die Fähigkeit eines Marktes alle zur Verfügung stehenden Informationen in den Preisen widerzuspiegeln. Die Basis der Theorie der effizienten Kapitalmärkte geht auf Eugene F. Fama zurück. Er definierte in seinem 1970 veröffentlichten Artikel „Efficient capital markets”: „A market in which prices always ‘fully reflect’ available information is called ‘efficient.’ ”[89] Hinsichtlich des Grades der Effizienz werden drei Formen unterschieden: schwache Effizienz (weak form), mittelstrenge Effizienz (semi-strong from) und strenge Effizienz (strong from).[90]

Die schwache Form der Kapitalmarkteffizienz sagt aus, dass der Preis eines Wertpapiers die Informationen aus den historischen Kursverläufen reflektiert. Mittelstrenge Kapitalmarkteffizienz bedeutet, dass die Wertpapierpreise alle öffentlich zugänglichen Informationen widerspiegeln. Strenge Effizienz existiert in Kapitalmärkten, in denen die Preise der Wertpapiere alle relevanten Informationen enthalten, unabhängig davon, ob sie öffentlich zugänglich oder nur Insidern, wie etwa Vorständen oder professionellen Finanzanalysten, bekannt sind.[91]

In einem streng-effizienten Kapitalmarkt dürfte es keine Anleger geben, die aufgrund ihres Informationsvorsprungs beständig den Markt schlagen könnten, sondern nur glückliche und unglückliche Anleger. Die Untersuchungsergebnisse der Hypothese der strengen Kapitalmarkteffizienz sind nicht eindeutig. Während Untersuchungen zu den Ergebnissen professioneller Anleger zeigen, dass diese im allgemeinen nicht in der Lage sind kontinuierlich den Markt zu übertreffen,[92] bestätigen Untersuchungen zum Handel von Unternehmensinsidern, dass diese sehr wohl regelmäßig eine höhere Rendite als der Kapitalmarkt erzielen.[93] Deutet die erste Kategorie von Untersuchungen auf eine strenge Form der Kapitalmarkteffizienz, muss diese bei Betrachtung der zweiten Kategorie abgelehnt werden.[94]

Eine Voraussetzung für die strenge Effizienzform besteht zudem darin, dass Informationsbeschaffungs- und Transaktionskosten immer null sein müssen.[95] Da dies in der Realität nicht gegeben ist, folgt, dass die Hypothese der strengen Kapitalmarkteffizienz für reale Märkte abgelehnt werden muss.[96]

Die anfänglichen empirischen Arbeiten konnten eine mittelstrenge oder zumindest schwache Effizienz nachweisen.[97] Auch die neuere Literatur unterstützt diese Ergebnisse, indem sie argumentiert, dass eine Vielzahl technischer und fundamentaler Analysten versucht, Ineffizienzen in den Marktpreisen auszunutzen und so Arbitragegewinne zu erzielen. Sie sorgen somit dafür, dass die Wertpapierpreise alle öffentlich zugänglichen Informationen enthalten.[98]

Andererseits existieren Belege für das Auftreten von Marktanomalien, die auf Ineffizienz hindeuten.[99] Dazu zählen Untersuchungen, die beispielsweise einen Größeneffekt[100] oder Überreaktionen[101] feststellen.

Brown/Harlow/Tinic (1988) erklären Teile der beobachteten Anomalien durch ihre Hypothese der unsicheren Information (uncertain information hypothesis). Die Autoren argumentieren, dass sich als Folge der Veröffentlichung einer Unternehmensnachricht das systematische Risiko einer Aktie verändert - meist steigt es. Da die Investoren für das zusätzliche Risiko eine entsprechend höhere Rendite erwarten, diskontieren sie den nach traditioneller Sicht als fair angesehenen Wert um einen Risikoabschlag. Verschwindet das zusätzliche Risiko im Laufe der Zeit und das Unternehmen kehrt zu seinem ursprünglichen Risikolevel zurück, erhöht sich der Aktienkurs in gleichem Maße. Brown/Harlow/Tinic widersprechen spezifisch der Hypothese von DeBondt/Thaler (1985), nach der Marktteilnehmer kontinuierlich auf jegliche Form der Nachrichten überreagieren.

Die Hypothese der effizienten Kapitalmärkte lässt sich grundsätzlich als Erwartungswert des Preises eines Wertpapiers in Abhängigkeit des jeweils angenommenen Informationsstandes und der erwarteten Rendite darstellen. Dies kann wie folgt formuliert werden:[102]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Hypothese der effizienten Kapitalmärkte als solche lässt sich nicht eindeutig empirisch überprüfen. Sie muss anhand einer verbundenen Hypothese mittels eines Gleichgewichtmodells getestet werden, mit dessen Hilfe die erwartete Rendite bestimmt wird. Diese kann dann mit der realen Rendite verglichen werden. Dabei muss in einem effizienten Kapitalmarkt die Differenz der erwarteten Rendite und der realen Rendite, die abnormale Rendite (At), gleich null sein:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten( 2 )

Dabei besteht das Problem, dass Wertpapierpreise, die vom Erwartungswert abweichen, nicht unbedingt Ineffizienz beweisen, sondern auch die Folge eines ungenauen (falschen) Gleichgewichtmodells sein können.[103]

Der überwiegende Teil der empirischen Studien stützt die These der mittelstrengen Markteffizienz, da wiederholt gezeigt werden konnte, dass die Kurse von Wertpapieren schnell und effizient auf veröffentlichte Informationen reagieren. Entgegenstehende Untersuchungsergebnisse konnten zu einem Großteil entkräftet werden. In der eigenen empirischen Untersuchung wird deswegen eine mittelstrenge Markteffizienz angenommen.

3.1.2 Informationsasymmetrie

Auf realen Märkten herrscht regelmäßig ein Unterschied im Informationsstand zwischen Insidern (Manager, Eigentümer oder Verkäufer) und Outsidern (Aktionäre oder Käufer), der dazu führen kann, dass Märkte Ineffizienzen aufweisen oder gar ganz versagen.[104] Dieser Unterschied im Informationsstand wird auch als Informationsasymmetrie bezeichnet.

Da der Insider eventuell substantielle Gewinne aus der Übermittlung einer unrichtigen Information oder aus der Nicht-Übermittlung einer Information an den Outsider erzielen kann, ist er regelmäßig nicht bereit die Information frei zu übermitteln. Für das effiziente Funktionieren von Märkten muss aber ein Transfer von Informationen vom Insider zum Outsider stattfinden. Da ein direkter Informationstransfer ausbleibt, oder die Information bewusst verfälscht werden kann, findet ein Informationstransfer dort statt, wo Aktionen der Insider durch die Outsider beobachtet werden können.[105]

Leland/Pyle (1977) argumentieren, dass die Bereitschaft des informierten Unternehmers (Insider), in sein eigenes Projekt beziehungsweise sein Unternehmen zu investieren, von den uninformierten Investoren (Outsider) als Signal für die Qualität des Projekts respektive des Unternehmens interpretiert werden kann. Im Gegensatz zu Modellen unter der Annahme eines perfekten Kapitalmarktes ergibt sich eine Abhängigkeit des Unternehmenswertes von der Kapitalstruktur.[106] Der Unternehmenswert steigt mit der Höhe der Beteiligung des Unternehmers.

Dies bedeutet für die empirische Untersuchung, dass Erhöhungen beziehungsweise Senkungen der Beteiligungen durch informierte Investoren zu entsprechenden Kauf- beziehungsweise Verkaufsimpulsen bei den uninformierten Anlegern und damit zu positiven respektive negativen Kursveränderungen führen sollten.

3.2 Sportökonomie

Die Sportökonomie ist eine relativ junge Disziplin der Wissenschaft, die an der Schnittstelle zwischen Sportwissenschaft und Wirtschaftwissenschaft entstanden ist. In Anlehnung an Heinemann kann sie als eine Wissenschaft charakterisiert werden, die Besonderheiten der Institutionen im Sport und ökonomische Gegebenheiten des Sports zu beschreiben und zu erklären sowie die daraus entstehenden Folgewirkungen aufzuzeigen versucht. Aus den gewonnenen Erkenntnissen sollen Strategien und Techniken entwickelt werden, Ziele bestmöglich zu erreichen.[107]

Ein großer Teil der veröffentlichten Literatur zu den ökonomischen Belangen des Sports sind Lehrbücher zum Sportmanagement. Dieser Teil der Forschung wird in den folgenden Betrachtungen außer acht gelassen, da er nicht wesentlich zu der theoretischen und empirischen Fundierung der Sportökonomie beigetragen hat.[108]

3.2.1 Überblick über die Forschung

Die ersten Arbeiten zur Ökonomie des professionellen Teamsports entstanden Mitte der 50er Jahre. Ein Großteil der akademischen Literatur stammt aus dem angelsächsischen Raum, vor allem den USA. Untersuchungsgegenstand sind folglich meist die typisch amerikanischen Teamsportarten Baseball, Basketball, Eishockey und American Football und deren professionelle Institutionen.

Zu den richtungsweisenden Arbeiten auf dem Gebiet der Sportökonomik zählen die Artikel von Rottenberg (1956) und Neale (1964). Beide Arbeiten zeigen spezifische Unterschiede des professionellen Sportsektors gegenüber anderen Branchen auf. Im Gegensatz zu Rottenberg und Neale, die eher einen deskriptiven Ansatz wählen, entwickeln El-Hodiri/Quirk (1971) ein formelles, mathematisches Modell, das als Standard für Untersuchungen bezüglich der Ausgeglichenheit des Wettbewerbs (competitive balance) gilt. Beispielsweise baut die Untersuchung von Fort/Quirk (1995) über 20 Jahre später auf dem selben Modell auf.

In Großbritannien wurden die Ideen von Rottenberg und Neale frühzeitig aufgegriffen und vor allem von der Forschergruppe um Sloane weiterentwickelt.[109] Dabei war der Forschungsgegenstand - wie zu erwarten - der Fußball in Großbritannien, sowohl in England als auch in Schottland. Der Schwerpunkt lag hierbei bis Ende der 80er Jahre allerdings auf der Nachfrage nach Fußball und der Zuschauerzahl der Spiele. Erst in den 90er Jahren gewann die fußballbezogene Forschung an Breite und Interesse. Zum Thema der Finanzierung von Fußballclubs haben Deloitte & Touche mit ihrer in der 11. Auflage erscheinenden Annual Review of Football Finance ein Standardwerk geschaffen.[110] Einen guten Überblick über den Stand der (englischsprachigen) fußballspezifischen ökonomischen Forschung bietet schließlich das Werk von Dobson/Goddard (2001).

Neben der Hauptrichtung der Sportökonomie, die auf eine Erklärung der ökonomischen Phänomene im Sport gerichtet ist, hat sich eine Forschungsrichtung herausgebildet, die umgekehrt versucht, allgemeine Hypothesen der Managementlehre anhand des Sports zu überprüfen. Im besonderen sind hier die Arbeiten von Scully zu nennen, der vor allem Fragestellungen zur Effizienz des Managements nachgeht.[111] Boyes bezeichnet den besonderen Nutzen des Sports für die Managementlehre gar wie folgt: „The sports industry is a statisticians’ dream; data on every aspect of sports are recorded and readily available…Thus, sports can serve as a laboratory enabling the examination of propositions that might take decades or longer in other sectors of the economy.”[112]

In Deutschland fehlten im Gegensatz zum angelsächsischen Raum bis in die 80er Jahre akademische Arbeiten die sich mit der wirtschaftlichen Seite des Sports auseinander setzten beinahe völlig. Zu einer der ersten Arbeiten zählte der Artikel von Gärtner/Pommerehne aus dem Jahr 1978, der die theoretisch abgeleiteten Einflussfaktoren auf die Nachfrage in Form der Stadionzuschauerzahlen in der Fußballbundesliga empirisch überprüft.[113] Heinemann sorgte mit seinem Sammelband von relevanten Artikeln zur Sportökonomie 1984 für eine erstes ausführlicheres Werk in deutscher Sprache.[114] Bezeichnenderweise sind ein Großteil der dort zusammengestellten Artikel Übersetzungen englischsprachiger Arbeiten.[115]

In den 90er Jahren hat sowohl die Zahl der veröffentlichten Artikel als auch die Bandbreite der behandelten Fragestellungen stark zugenommen. Forschungsgegenstand ist zumeist der Fußball als wichtigster deutscher Mannschaftssportart. Parlasca (1993) beschäftigt sich mit der Marktstruktur der amerikanischen Major League Baseball (MLB) und der National Football League (NFL) im Vergleich zur deutschen Fußball-Bundesliga unter dem Gesichtspunkt der Kartellbildung. Franck wendet volkswirtschaftliche Theorien, hauptsächlich aus der Institutionenökonomie, auf die Teamsportindustrie an.[116] Lehmann/Weigand[117] sowie Czarnitzki/Stadtmann (1999) liefern empirische Analysen zur englischen Premier League und zur deutschen Fußball-Bundesliga. Zacharias (1999) schafft eine ausführliche Abhandlung über die relevanten Fragen bezüglich eines Börsengangs von Fußball-Kapitalgesellschaften, ein Thema mit dem sich auch die WGZ-Bank[118] intensiv auseinandersetzt.[119]

Ein Grund für das geringe Interesse der deutschen Forschung an sportökonomischen Fragestellungen mag in der hierzulande lange anhaltenden Vorstellung liegen, dass Sport ein rein ideelles Gut sei und somit nicht kommerzialisiert werden dürfe. Diese Vorstellung hat bewirkt, dass krampfhaft an dem Prinzip der Ehrenamtlichkeit und Gemeinnützigkeit festgehalten wurde, und somit lange Zeit verhindert, dass die Idee einer Professionalisierung akzeptiert wurde. Die Folge waren nicht nur eine unzureichende akademische Auseinandersetzung mit der Sportökonomie, sondern auch das Festhalten am Idealverein als Organisationsform des professionellen Mannschaftssports.[120]

3.2.2 Besonderheiten der Teamsportindustrie

Als Pionier auf dem Gebiet der Sportökonomie gilt Simon Rottenberg. In seinem 1956 veröffentlichten Artikel „The baseball players’ labour market“ argumentierte er gegen eine zu diesem Zeitpunkt bestehende Klausel, die es den Baseballclubs erlaubte, grundsätzlich beim Auslaufen des Vertrages mit einem Spieler eine Verlängerungsoption für ein weiteres Jahr auszuüben. Damit sollte eine Ausgeglichenheit der Spielstärke zwischen armen und reichen Clubs erreicht werden.[121]

Die Spieler konnten praktisch nicht selbständig wechseln und somit nicht abgeworben werden.

Rottenberg verweist darauf, dass professioneller Teamsport grundsätzliche Unterschiede zu anderen Branchen aufweist. So sind die Sportclubs in der Produktion des Gutes Sport voneinander abhängig und können somit im Gegensatz zu anderen Unternehmen nicht bestrebt sein, die Konkurrenz auszuschalten und ein Monopol zu erringen.

Im Gegensatz zu Einzelsportarten, wie beispielsweise Tennis, findet die Produktion auf zwei Ebenen statt: zunächst müssen Teams gebildet werden, die dann auf einer zweiten Ebene das Produkt Sport in Form eines Wettkampfes herstellen. Besonderen Reiz entwickelt die Sportproduktion dadurch, dass die einzelnen Mannschaften als „Liga“ (bzw. als Pokalwettbewerb) organisiert sind und die einzelnen Spiele so in einen engen Bezug zueinander treten. Es entsteht ein sogenanntes „Meisterschaftsrennen“.

Die Unsicherheit über den Ausgang des Wettkampfs hat zudem entscheidenden Einfluss auf die Nachfrage. Daraus folgt, dass es sich für einen professionellen Sportclub nicht lohnt, möglichst alle Spitzenspieler anzuhäufen. Ab einer bestimmten Konzentration von Spielstärke werden die Unterschiede zwischen seiner Mannschaft und der Mannschaften der Konkurrenten so groß, dass seine Grenzerträge abnehmen werden. Die Ausgaben für die zusätzliche Spielstärke erwirtschaften nicht mehr die nötigen zusätzlichen Erträge, ein weiterer Spitzenspieler ist für ein ärmeres und somit schwächeres Team mehr wert, so dass es auch bereit ist mehr für den Spieler zu zahlen.[122]

[...]


[1] The subject of this paper is “real” football to which the Americans would refer to as soccer.

[2] Vgl. WGZ-Bank (2002), S. 9.

[3] Vgl. WGZ-Bank (1999), S. 4.

[4] Die „Big Five“ Ligen des europäischen Fußballmarktes sind die ersten Ligen aus England, Italien, Spanien, Deutschland und Frankreich.

[5] Vgl. Deloitte & Touche (2002), S. 8 f.

[6] Vgl. Deloitte & Touche (2002), S. 14.

[7] Vgl. Sportfive (2002), S. 11 und S. 47.

[8] Vgl. WGZ-Bank (2002), S. 9 ff.

[9] Vgl. z.B. Lehmann/Weigand (1998), S. 108

[10] Vgl. Interview mit Dr. Thomas Bach, in: GoingPublic (2000), S. 8.

[11] WGZ-Bank (2002), S. 11.

[12] Damit sind nur die ausdrücklich als professionelle Ligen organisierten Veranstaltungsformen eingeschlossen. Dies sind in Deutschland neben der 1. und 2. Bundesliga die beiden Regionalligen. Auch wenn zum Teil in den oberen Amateurligen Fußballspieler existieren, die der Tätigkeit hauptberuflich nachgehen, soll dies jedoch als Randphänomen außer acht gelassen werden.

[13] Die G14 der größten europäischen Clubs wollte eine europäische Konkurrenzliga eröffnen. Das Projekt scheiterte schließlich am Druck der FIFA und dem Einlenken der UEFA zur Gründung der Champions League.

[14] Vgl. Erning (2000), S. 195; Franck (1995), S. 208.

[15] Vgl. z.B. Bäune (2001), S. 114 f.; Erning (2000), S. 199; WGZ-Bank (1999), S. 46. Gegen eine Rechtsformverfehlung wird argumentiert, dass der Betrieb der Lizenzspielerabteilung lediglich einen Nebenzweck darstellt (sogenanntes „Nebenzweckprivileg“), der dem Verein die Mittel zum Ausüben seiner ideellen Zwecke zur Verfügung stellt und den Verein somit nicht zum wirtschaftlichen Verein gem. § 22 BGB werden lässt. Zur Abgrenzung des Idealvereins zum wirtschaftlichen Verein siehe ausführlich: Fuhrmann (1999), S. 3 ff. Zum Nebenzweckprivileg vgl. ebenfalls ausführlich: Fuhrmann (1999), S. 31 ff. Auch aus anderen Gründen erscheint die Rechtsform des Vereins grundsätzlich ungeeignet für eine Profifußballabteilung, bspw. aus Ineffizienzgründen. Vgl. Franck (1995), S.209 ff.

[16] Vgl. WGZ-Bank/Deloitte & Touche (2001), S. 37.

[17] Der DFB-Bundestag ist ein Organ des DFB, der in allen Angelegenheiten entscheidet, die satzungsgemäß nicht von anderen Organen des DFB wahrgenommen werden. Vgl. § 19 Nr. 1 lit. a und § 24 Nr. 1 der DFB-Satzung, DFB (2003a).

[18] Vgl. WGZ-Bank (1999), S. 44.

[19] Vgl. Ligaverband (2002).

[20] Vgl. § 8 Nr. 2 Abs. 1 und Abs. 2 S. 1 der Ligaverband-Satzung, Ligaverband (2002).

[21] Vgl. § 8 Nr. 2 Abs. 2 S. 2 u. 3 der Ligaverband-Satzung, Ligaverband (2002).

[22] Vgl. § 8 Nr. 2 Abs. 3 der Ligaverband-Satzung, Ligaverband (2002).

[23] Vgl. § 8 Nr. 2 Abs. 5 der Ligaverband-Satzung, Ligaverband (2002). Diese Regelung wird auch als „Lex Leverkusen“ bezeichnet, da sie auf Druck von Bayer Leverkusen und seinem langjährigen Sponsor, der Bayer AG, zustande gekommen ist. Hierbei hält die Bayer AG sogar 100 % der Anteile an der Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH. Vgl. hierzu Bäune (2001), S. 51.

[24] Vgl. WGZ-Bank (2002), S. 50.

[25] Bspw. Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH.

[26] Bspw. Hertha BSC KGaA.

[27] Bspw. Hannover 96 GmbH & Co. KGaA.

[28] Bspw. FC Bayern München AG.

[29] Vgl. WGZ-Bank/Deloitte Touche (2001), S. 53.

[30] Vgl. § 1 und § 5 der DFB-Satzung, DFB (2003a).

[31] Vgl. Präambel der Ligaverband-Satzung, Ligaverband (2002).

[32] Vgl. § 1 und § 2 der DFL-Satzung, DFL (2003).

[33] Vgl. Fuhrmann (1999), S. 96.

[34] Die public limited company ist eine Form der limited liability company (LLC). Die LLC unterscheidet zwei Haftungsmodelle, die company limited by shares und die company limited by guarantee. Die LLC besitzt zudem zwei Unterformen, die private limited company und die public limited company (plc). Die Hauptunterschiede bestehen hauptsächlich darin, dass die public limited company im Gegensatz zur private limited company ein Mindestkapital (in der Regel GBP 50.000) verlangt und ihre Anteile öffentlich zum Kauf angeboten werden dürfen. Limited liability companies sind grundsätzlich zur Buchführung und zur Aufstellung von Jahresabschlüssen verpflichtet. Die Jahresabschlüsse müssen von einem Wirtschaftsprüfer (auditor) geprüft und anschließend beim Registrator für Kapitalgesellschaften (Registrar of Companies) eingereicht werden. Vgl. hierzu ausführlich Fuhrmann (1999), S. 101 ff.

[35] Vgl. Galli (1997), S.46 f.; Dobson/Goddard (2001), S. 375.

[36] Vgl. Dobson/Goddard (2001), S. 376.

[37] Siehe Fußnote 28.

[38] Vgl. Fuhrmann (1999), S. 113

[39] Vgl. Dobson/Goddard (2001) S. 376.

[40] Vgl. WGZ-Bank (2002), S. 12; Dobson/Goddard (2001) S. 376.

[41] Vgl. The Football Association, official website [22.03.2003].

[42] Vgl. Dobson/Goddard (2001), S. 39.

[43] Vgl. Fuhrmann (1999), S. 100 f.

[44] Entspricht der Deutschen Meisterschaft, die in der 1. Bundesliga ausgetragen wird. Seit der Saison 1999/2000 hat Barclaycard die Biermarke Carling als offiziellen Sponsor der Meisterschaft abgelöst.

[45] Vgl. The F.A. Premier League, official website [22.03.2003].

[46] Warum die UEFA zwar ihre offizielle Bezeichnung in französischer Sprache wählt, ihre Abkürzung aber von der englischen Bezeichnung „ U nion of E uropean F ootball A ssociations“ ableitet, bleibt unklar. Dies wird bereits von Erning (2000), S. 40 bemängelt.

[47] Vgl. Oehninger (2001), S.10.

[48] Vgl. Art. 1 der UEFA-Statuten, UEFA (2001).

[49] Vgl. UEFA (2001).

[50] Vgl. Art. 2 der UEFA-Statuten, UEFA (2001).

[51] In den FIFA-Statuten wird das englische Wort „Association“ gebraucht, wobei hier ein Verein gemeint ist. An anderer Stelle in den FIFA-Statuten bezeichnet das Wort „Association“ einen Verband. Vgl. hierzu Oehninger (2001), S. 11 f.

[52] Vgl. Art. 1 Abs. 1 und Abs. 6 der FIFA-Statuten, FIFA (2001).

[53] Vgl. Art. 3 und Art. 4 der FIFA-Statuten, FIFA (2001).

[54] Vgl. FIFA (2001).

[55] Vgl. Erning (2000), S. 39.

[56] Dieser ist trotz der Wortgleichheit (Coach = Trainer) nicht mit dem deutschen Trainer sondern mit dessen Assistenten vergleichbar.

[57] Vgl. Erning (2000), S. 32; zu Einzelheiten, für den Fall, dass zwei Mannschaften die gleiche Tordifferenz haben sollten, vgl. § 46 der DFB-Spielordnung, DFB (2003b).

[58] Vgl. DFB (2003b).

[59] Vgl. Erning (2000), S. 36 f.

[60] Vgl. Sportfive (2002), S. 131.

[61] Vgl. The F.A. Premier League, official website [22.03.2003].

[62] Vgl. The Football Association, official website [22.03.2003].

[63] Vgl. Sportfive (2002), S. 15 und S. 87. Damit bildet England eine Ausnahme, in den anderen großen europäischen Fußballländern ist das Interesse für die nationale Liga regelmäßig deutlich höher als für den nationalen Pokal.

[64] Zur Zeit lautet die offizielle Bezeichnung nach dem Hauptsponsor des Wettbewerbs Worthington Cup. Dieser hat in den letzten Jahren aber häufig gewechselt.

[65] Vgl. The Football League, official website [22.03.2003].

[66] Vgl. Erning (2000), S. 41 f.

[67] Für eine ausführlichere Darstellung vgl. WGZ-Bank (1999), S. 23 f.

[68] Die aktuelle Rang- und Teilnahmeliste findet sich im Annex 1a des Reglements der Champions League, UEFA (2002a). Danach sind zur Zeit sind in Deutschland, vierter der Rangliste, der Deutsche Meister und der Zweiplatzierte direkt qualifiziert. Der Drittplatzierte muss in der dritten Qualifikationsrunde einsteigen. Genauere Ausführungen zur Fünfjahres-Wertung einschließlich einer Berechung findet sich in: WGZ-Bank (1999), S. 23.

[69] Vgl. Art. 24 Abs. 7 des Reglements der Champions League, UEFA (2002a).

[70] Deutschland, England, Frankreich, Spanien und Italien.

[71] Vgl. WGZ-Bank/Deloitte & Touche (2001), S. 72.

[72] Vgl. WGZ-Bank (1999), S.25.

[73] Für die genaue detaillierte Regelung der Einzelfälle und einer Übersicht über den Austragungssystem vgl. Art. 1 Abs. 2-7 und Annex 1a und 1b des Reglements des UEFA Cups, UEFA (2002b).

[74] Vgl. Erning (2000), S. 43.

[75] Vgl. WGZ-Bank (1999), S. 29.

[76] Vgl. Art. 24 Abs. 3 des Reglements des UEFA Cups, UEFA (2002b).

[77] Vgl. Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel/Deutsche Börse AG (1998), S. 26.

[78] Vgl. § 15 Abs. 1 S. 1 WpHG.

[79] Vgl. Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel/Deutsche Börse AG (1998), S. 30 ff.

[80] Vgl. Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel/Deutsche Börse AG (1998), S. 37.

[81] Vgl. DGAP (2001), S. 1 f.

[82] Börsenbedingungen, im allgemeinen Sprachgebrauch auch als „Yellow Book“ bekannt.

[83] Vgl. Pellens/Fülbier (1995), S. 47.

[84] Vgl. Financial Service Authority (2002a), Chapter 9, Continuing Obligations.

[85] Vgl. Financial Service Authority (2002), Chapter 1.15 ff.

[86] Vgl. Financial Service Authority (2002b).

[87] Unter Schedule ist der Anhang zu den Listing Rules zu verstehen.

[88] Vgl. London Stock Exchange (2002), S. 1.

[89] Fama (1970), S. 383 [Hervorhebungen im Original].

[90] Vgl. Fama (1970), S. 383.

[91] Vgl. Fama (1970), S. 383; Fabozzi/Modigliani/Jones/Ferri (2002), S. 347.

[92] Vgl. z.B. Carhart (1997); Brealey/Myers (2000), S. 361 f.

[93] Für eine Übersicht vgl. Fama (1991), S. 1603 f.

[94] Zum gleichen Schluß kommen auch Fabozzi/Modigliani/Jones/Ferri (2002), S. 347.

[95] Vgl. Grossman/Stiglitz (1980).

[96] Vgl. Fama (1991), S. 1575; bereits in Ansätzen Fama (1970), S. 414.

[97] Vgl. Ball/Brown (1968); Fama/Fisher/Jensen/Roll (1969).

[98] Vgl. Brealey/Myers (2000), S. 358; Fabozzi/Modigliani/Jones/Ferri (2002), S. 347.

[99] Vgl. Brealey/Myers (2000), S. 362 ff.

[100] Vgl. Banz (1981).

[101] Vgl. DeBondt/Thaler (1985).

[102] Vgl. Fama (1970), S. 384; Röder (1999), S. 4.

[103] Vgl. Fama (1991), S. 1575 f.; ebenso Röder (1999), S. 6 f.

[104] Vgl. zu Märkten mit asymmetrischer Information, speziell Marktversagen am Beispiel des Gebrauchtwagenmarktes (market for „lemons“) Akerlof (1970).

[105] Vgl. zum folgenden Leland/Pyle (1977).

[106] Nach Modigliani/Miller (1958) ist der Unternehmenswert dagegen unabhängig von der Kapitalstruktur des Unternehmens.

[107] Vgl. Heinemann (1995), S. 12 f.

[108] Für eine Übersicht vgl. Heinemann (1995), S. 20.

[109] Vgl. Sloane (1971); Jennett (1984); Cairns/Jennett/Sloane (1986).

[110] Vgl. z.B. Deloitte & Touche (2002).

[111] Vgl. Scully (1974), (1994); aber auch Horowitz (1994).

[112] Boyes (1994), S. 399.

[113] Vgl. Gärtner/Pommerehne (1984 [1978] ).

[114] Vgl. Heinemann (1984).

[115] Dem interessierten Leser wird dringend empfohlen die englischsprachigen Texte im Original zu lesen, da sie bei Heinemann nur verkürzt wiedergegeben werden.

[116] Vgl. Franck (1995); Frank/Müller (1998).

[117] Vgl. Lehmann/Weigand (1997), (1998).

[118] Die WGZ-Bank gehörte einem Konsortium an, dass den Börsengang von Borussia Dortmund begleitet hat. Sie wird aufgrund ihrer Expertise und der Qualität ihrer Studie von nahezu allen relevanten deutschsprachigen Arbeiten zitiert.

[119] Vgl. WGZ-Bank (1999), (2002); WGZ-Bank/Deloitte & Touche (2001).

[120] Siehe zum Idealverein Abschnitt 2.1.1.1, S. 8

[121] Vgl. zum folgenden Rottenberg (1956).

[122] Vgl. Rottenberg (1956), S. 254 f.

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Titel: Die Fußballaktie - Emotionaler Fanartikel oder rationales Anlageobjekt