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The political role of ethnic and racial minorities in the american political system

Die politische Rolle der ethnischen Minderheiten im amerikanischen politischem System

Hausarbeit 2010 22 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: USA

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine Informationen
2.1 Die lateinamerikanischen Einwanderer
2.2 Die Afroamerikaner
2.3 Sonstige

3. Ethnische Gruppierungen und ihr Einfuss auf die Politik der USA
3.1 Die CANF und ihr Einfluss auf die Kubapolitik der USA
3.2 Die NAACP und "Brown vs. Boardof Education"

4. Schlussbetrachtung

5. Literaturverzeichnis

l.Einleitung

„Vom Tellerwäscher zum Millionär“! Dieser Ausdruck bezeichnet den American Dream, der davon handelt, dass esjeder Mensch durch harte Arbet und den Glauben an sich selbst zu einem erfolgreichen Leben bringen kann. Aber dieser Traum von einem Leben in den USA ist durchaus kein Phänomen unserer Zeit. Schon seit dem Fortbestehen der Vereinigten Staaten wanderten Menschen aus allen Ecken der Welt in die USA ein, um dort ihr Glück zu suchen, sei es um dort frei leben zu können, reich zu werden oder die Lust ein Abenteuer zu erleben. In keinem anderen Land der Welt leben so viele Menschen verschiedener Kulturen und Herkunft friedlich zusammen, wie in den Vereinigten Staaten. Aber aus welchen Ländern kommen diese Menschen? Mit welchen Schwierigkeiten hatten und haben sie zu kämpfen? Welchen Einfluss nahmen und nehmen sie auf das U.S. Amerikanische Leben?

Diese Arbeit gibt zunächst einen Überblick über die Anzahl, die geographische Verbreitung und auf die Charakteristika der ethnischen Minderheiten, die in den Vereinigten Staaten leben ein und beleuchtet ihre Situation. Im Genaueren werden in Folge dessen die beiden größten Gruppen, die Lateinamerikaner und die Afroamerikaner, genauer betrachtet. Es nehmen aber nicht nur die großen Gruppen Einflussauf die USA, sondern die verhältnismäßig kleine Gruppe der Juden spielt auch für die USA eine wichtige Rolle, die hier ebenfalls erläutert werden soll.

Im Weiteren wird auf den Einfluss der ethnischen Gruppen auf die amerikanische Politik eingegangen, die trotz ihrer verhältnismäßig geringen Zahl einen großen Einfluss auf die amerikanische Politik zeigen. Da es zahlreiche politische Gruppen von ethnischen Minderheiten gibt, konzentriert sich diese Arbeit auf zwei ausgewählte Gruppen. Zum einen wird gezeigt wie die kubanische Organisation „Cuban American National Foundation“ {CANF)1, die die amerikanische Politik in Bezug auf Kuba-, und in Zusammenhang damit sogar die Wahlen im eigenen Land-, beeinflusst hat. Zum anderen wird die-, für die Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner so wichtige „National Association for the Advancement of Colored People“ (NAACP)2 beschrieben. In dem dazugehörigen Fallbeispiel „Brown vs. Board of Education“ wird gezeigt, wie durch die Bemühungen dieser Gruppe, die Situation der gesamten Afroamerikaner in dem Land verändert wurde.

In der Schlussbetrachtung wird letztendlich zusammenfassend gezeigt,inwiefern die ethnischen Minderheiten die U.S. Amerikanische Politik beeinflussen und auch in Zukunft beeinflussen werden.

2. Allgemeine Informationen

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ein Land, das nicht nur die meisten Menschen aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern beherbergt, sondern es auch bewerkstelligt hat, diese Menschen in einem friedlichen Zusammenleben zu vereinen. Von den 300 Millionen Einwohnern3 beanspruchen ungefähr 34 Prozent von einer anderen Ethnie abzustammen. Die größte Gruppe mit einem Migrationshintergrund bilden die Lateinamerikaner. Von dieser Gruppe leben in den USA 45,5 Millionen Menschen, was einen Anteil von 15 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht. Zum Großteil setzt sich diese aus den Gruppen der Mexikoamerikanern (Chícanos), den Kubanern (Cubanos) und den Puerto Ricanern zusammen. Die nächst-größte Gruppe, ist die der Afroamerikaner, die mit einer Bevölkerungszahl von 40,7 Millionen Menschen 13,5 Prozent der Gesamtbevölkerung bilden, gefolgt von der asiatischen Minderheit, die mit einer Stärke von 15,2 Millionen Menschen 5 Prozent der amerikanischen Einwohner ausmachen. Sehr bemerkenswert ist weiterhin, dass die Lateinamerikaner nicht nur die größte bestehende Minderheit sind, sondern gleichzeitig auch die am stärksten wachsende. So wuchs der Anteil der aus Lateinamerika stammenden Bewohner zwischen dem 1. Juli 2006 und dem 1. Juli 2007 um 3,3 Prozent, dicht gefolgt von der asiatischen Gruppe, die um 2,9 Prozent stieg. Die Geburtenrate der Afroamerikaner ist dabei mit nur 1,3 Prozent verhältnismäßig gering. Dennoch überflügeln alle Gruppen die „Weißen“ Amerikaner, die mit einem Wachstum von nur 0,3 Prozent das Schlusslicht in dieser „Rangliste“ bilden. Zurzeit bilden sie aber mit 66 Prozent der Bevölkerung noch die Mehrheit. Diese Tatsache zeigt, dass die Anzahl der ethnischen Minderheiten im Verhältnis zu den Weißen auch in Zukunft noch weiter ansteigen wird. In Bundesstaaten wie Hawaii, New-Mexiko, Kalifornien und Texas ist ihr Anteil aber schonjetzt höher als 50 Prozent.4

Die hohe Vielfalt der verschiedenen ethnischen Gruppierungen, bringt eine einzigartige Sprachenvielfalt mit sich. So zählt man in den Vereinigten Staaten derzeit 330 unterschiedliche Sprachen. Nach dem Englischen dominiert, durch die hohe Zahl ihrer Sprecher beeinflusst, das Spanische. Weitere häufig auftretende Sprachen sind Koreanisch, Persisch, Hindisch, Mandarin, Tschechisch, Wolef (aus dem Senegal), Tswana (aus Botswana) und auch Quechua. Allein in Los Angeles werden um die 120 Sprachen gesprochen. In Bezug auf Bildung, Gehalt und Anstellung, nehmen die meisten Mitglieder von Minderheiten eine eher niedrige Stellung ein. Allerdings wird ihnen in Zukunft zu Gute kommen, dass sie ein sehr niedriges Durchschnittsalter (Lateinamerikaner: 25,5 Jahre) haben.5

Die, zu den ethnischen Minderheiten Zugehörigen, siedeln sich vorwiegend in den Gebieten von Kalifornien, New-Mexiko, Texas, über die südliche Landesgrenze hinweg, bis hin zur Ostküste und nördlich, in Richtung New York an. Die Bundesstaaten mit dem höchsten Prozentsatz von weißen Amerikanern befinden sich im Mittleren Westen und dem Nordosten der Vereinigten Staaten, während der höchste Anteil der afroamerikanischen Bevölkerung im Osten und im Süden des Landes, so wie an der Grenze zum Mittleren Westen (Michigan und Illinois) zu finden ist. Die Asiaten leben vorwiegend in den großen Städten wie New York, New Jersey und Chicago, aber auch in Kalifornien. Ferner bilden sie mit einem Anteil von 40 Prozent den Großteil der hawaiianischen Bevölkerung. Die Majorität der lateinamerikanischen Einwanderer siedelt sich in den Bundesstaaten Kalifornien, Texas, Florida, New Mexiko und auch New York an. Allein Kalifornien und Texas beherbergen zusammen fast ein Drittel der gesamten Minderheitenbevölkerung der Vereinigten Staaten von Amerika. Dieser Zahl müssen allerdings noch eine Vielzahl illegaler Einwanderer hinzugerechnet werden.6

Besonders diese lateinamerikanischen Einwanderer repräsentieren eine Veränderung der Herkunftsländer der nach Nordamerika kommenden Einwanderer, die sich in den letzten Dekaden vollzogen hat. Die Einwanderer sind nicht mehr nur Europäer, die an den Hafenstädten der Ostküste der Vereinigten Staaten ankommen, sondern, das neue Ursprungsgebiet befindet sich nun hauptsächlich in Ländern der dritten Welt. Die neuen Ankunftsorte liegen dabei in den Städten des Westens, des Südwestens und des Südens.7

Diese kulturelle Vielfalt beschert den USA neben einigen Integrationsproblemen auch eine Menge an positiven Auswirkungen. So verdanken sie ihre wirtschaftliche Stärke dieser vorherrschenden ethnischen Vielfalt. Durch die höhere Geburtenrate der Minderheitengruppen, wird das Durchschnittsalter der gesamten Bevölkerung gesenkt, welches außerordentlich wichtig ist, da besonders junge Leute und ihre Kaufkraft einen wichtigen Rohstoff fürjede Volkswirtschaft bedeuten.8

2.1 Die lateinamerikanischen Einwanderer

Wie schon erwähnt, stellen die Immigranten von lateinamerikanischer Herkunft die größte ethnische Gruppe in den USA dar und werden häufig zusammenfassend als Hispanics bezeichnet. Dabei darf nicht vergessen werden, dass diese Gruppe sich aus Menschen verschiedener Länder und Kulturen zusammen setzt und die umfassende Bezeichnung Hispanics ausschließlich aus dem Motiv der gemeinsamen Sprache, des Spanischen, verliehen bekam. Primär werden vier große Gruppen unterschieden. Die Mexikoamerikaner {Chícanos), die Kubaner {Cubanos), die Puerto Ricaner und die Immigranten aus den übrigen spanischsprachigen Ländern.

Die größte Gruppe der in die USA kommenden Immigranten und somit auch der lateinamerikanischen Einwanderer sind mit 61 Prozent die Mexikoamerikaner. Diese Bevölkerungsgruppe ist vor allem im Südwesten der USA ansässig, was durch die geographische Nähe zu Mexiko zu erklären ist. In diesen Gegenden sind die Gebiete und Städte stark von der mexikanischen Kultur geprägt. Diese Einwanderer gehören dabei vorwiegend zu einer niedrigen sozialen Klasse und verfügen nur über eine geringe Bildung. Allerdings ist zu beobachten, dass die Mexikoamerikaner langsam in die Mittelschicht aufsteigen.9

Die Einwanderung der Mexikaner in die USA begann, nachdem die chinesische Einwanderung per Gesetz gestoppt worden10, aber die Nachfrage nach Arbeitskräften noch immer hoch war. Der Grund für die mexikanische Immigration in die Vereinigten Staaten liegt zum einen an der politischen Lage und der schlechten wirtschaftlichen Situation in ihrem Herkunftsland, die ihnen keine Perspektive zum persönlichen Fortschritt bietet. Zum anderen üben die Vereinigten Staaten besonders auf diese Personengruppe eine große Anziehungskraft, durch die sich ihnen bietenden politischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten, aus. Ein weiterer wichtiger Punkt, der speziell auf die mexikanischen Einwanderer zutrifft, ist die gemeinsame Grenze. Hatte, vor allem bei der europäischen Einwanderung, die lange Reise über den Atlantik noch eine abschreckende Wirkung auf potentielle Einwanderer, verringert die gemeinsame mexikanische Grenze mit den USA sowohl die Kosten als auch die Gefahren für die möglichen Einwanderer. Sie können nicht nur kostengünstig über die Grenze gelangen, sie haben, obwohl einmal ausgewandert dennoch weiterhin die Möglichkeit ihre Familien in regelmäßigen Abständen zu besuchen. In dieser geographischen Nähe liegt auch der hohe Bevölkerungsanteil in den Bundesstaaten begründet, die sich nah an der Landesgrenze befinden. All diese Faktoren hatten zu Folge, dass die mexikanische Immigration in die Vereinigten Staaten seit 1965 stetig anwuchs. In den siebziger Jahren kamen ungefähr 700 000 mexikanische Einwanderer legal ins Land, eine Dekade später waren es schon 1 656 000 Immigranten. In den neunziger Jahren stieg die Anzahl noch einmal erheblich auf2 249 000 Einwanderer an.11 Im Jahr 2000 lebten schon 20,640,711 Mexikaner in den USA, was 7,3 Prozent der gesamten Bevölkerung ausmachte.12 Die Zahl der lateinamerikanischen Bevölkerung nahm in den Folgejahren durch die hohe Zahl der mexikanischen Einwanderer in so großem Maße zu, dass sie 2002 die Afroamerikaner als größte ethnische Gruppe in den Vereinigten Staaten ablöste. Sollte die Einwanderungsrate so hoch bleiben, würden im Jahr 2040 40 Prozent der gesamten amerikanischen Bevölkerung lateinamerikanischer Herkunft sein.13

Am stärksten konzentrieren sich die lateinamerikanischen Einwohner auf den Südwesten, speziell auf den Bundesstaat Kalifornien. In diesem Bundesstaat ist der Anteil der mexikanischen Bevölkerung größer als der von allen anderen Gruppen zusammen. In Los Angeles bilden sie die Mehrheit und ihre Zahl soll im Jahr 2010 schätzungsweise 60 Prozent betragen. Dieses hat auch Auswirkungen auf das amerikanische Schulsystem. So wird gesagt, dass die Schulen „mexikanisch“ werden. 2002 waren in Los Angeles 71,9 Prozent der Schüler lateinamerikanischer, primär mexikanischer, Herkunft. Der Anteil von weißen Schülern überstieg nicht einmal mehr die zehn Prozent Marke.14

Die erste unabhängige mexikanisch-amerikanische politische Organisation war „the League of United Latin American Citizens“ (LULAC), die gegen die Diskriminierung von Mexikoamerikanern eintrat.

[...]


1 Siehe Punkt 3.1.

2 Siehe Punkt 3.2.

3 vgl. http://www.census.gov/Press-Release/www/releases/archives/population/011910.html(Zugriff: 29.01.2010).

4 vgl. http://www.census.gov/Press-Release/www/releases/archives/population/011910.html (Zugriff 29.01.2010).

5 Vgl. Gonzalez, Monica:„ Ethnic minorities inMexico, United States and Canada. A comperative study of coexistence “, Diálogos Latinoamericanos, número 005, Universidad de Aarhus, Aarhus, Latinoamericanistas, (2002), S. 6-9.

6 Vgl. Minckler, David:„ U.S.Minority Population continues to grow “, verfügbar unter http://www.america.gov/st/diversity-english/2008/May/20080513175840zjsredna0.1815607.html (letzter Zugriff: 29.01.2010).

7 Vgl. Portes, Alejandro; Nash Parker, Robert; Cobas, Jose A.: „Assimilation or Consciousness: Perceptions of U.S. Society among Recent Latin American Immigrants to the United States “, Social Forces, Vol. 59, No.1 (September 1980), S.202.

8 Vgl. Minckler, verfügbar unter: www.america. gov/st/diversity- english/2008/May/20080513175840zjsredna0.1815607.html {letzer Zugriff: 30,01.2010).

9 Vgl. Huntington, Samuel:,, Who are we? Die Krise der amerikanischen Identität“, Hamburg [u.a.]: Europa-Verl., {2004), S. 321.

10 Siehe Punkt 2.3,S.?.

11 Vgl. Huntington, (2004), S. 285-286.

12 Vgl. http://factfinder.census.gov/servlet/QTTable?_bm=y&-qr_name=DEC_2000_SF1_U_0TP3&- geo_id=01000US&-ds_name=DEC_2000_SF1_U&-_lang=en&-format=&-CQNTEXT=qt (30.01.2010).

13 Vgl. Huntington, (2004), S. 81-83 und S. 286-287

14 Vgl. Huntington, (2004), S. 288-291.

Details

Seiten
22
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640562718
ISBN (Buch)
9783640562336
Dateigröße
628 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v145653
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel – Sozialwissenschaften, Bereich Politikwissenschaft
Note
1,7
Schlagworte
ethnicities american political system Afroamerikaner Lateinamerikaner

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