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Übersetzung unmöglich?

Schwierigkeiten beim Entwerfen einer Übersetzung von Bilderbüchern am Fallbeispiel „The Gruffalo“

Hausarbeit (Hauptseminar) 2009 31 Seiten

Germanistik - Sonstiges

Leseprobe

Inhalt

1. Theoretische Vorüberlegungen
1.1 Kurzer historischer Abriss der Übersetzungstheorien im deutschen Sprachraum
1.2 Schwierigkeiten beim Übersetzen von Lyrik
1.3 Schwierigkeiten beim Übersetzen für Kinder und Jugendliche
1.3.1 Spezialprobleme:
a) Kulturelle Spezifika
b) Sprachspiele
Exkurs: Theorie zur Übersetzung literarischer Namen
1.4. Schwierigkeiten beim Übersetzen von Comics

2. Übersetzen eines Bilderbuches - Theorie
2.1 Charakterisierung des Bilderbuchs
2.2 Zusammenfassung: Übersetzung von Bilderbüchern für Kinder

3. Fallbeispiel The Gruffalo/Der Grüffelo/el grufaló
3.1 Auswahlbegründung:
3.2 Analyse der vorliegenden Ausgaben
3.3 Übersetzungsprobleme in den vorliegenden Übersetzungen
3.3.1 Übersetzung der lyrischen Form
3.3.2 Kulturelle Spezifika - Inhaltliche Probleme
a) Essensbezeichungen
b) Tiere
3.3.3 Kulturelle Spezifika – Formale Probleme
a) Auf der Textebene: Numerus und Genus der Tiere, Anredeform
b) Auf der Bildebene: Bewegung
3.3.4 Umgang mit Konnotationen und Zweideutigkeiten
3.3.5 Namen
3.3.6 Übersetzungsprobleme aufgrund des Bilderbuchdualismus Bild – Text
3.3.7 Sprachliche Besonderheiten und Vorlesequalität

Quellen

Textausgaben:

Sekundärliteratur

Internet

Anhang: Text „The gruffalo“/ „Der Grüfelo“/ „El grufaló“

Einleitung

Bei der Übersetzung eines Bilderbuchs stößt man, wie ich darstellen werde, neben Übersetzungsproblemen der Prosa auch auf solche, die spezifisch für das Übersetzen von Kinder- und Jugendliteratur, Comics oder Lyrik sind. Dadurch ist es gattungsspezifisch eine der am schwersten zu übersetzenden Literaturformen.

Die auftretenden Probleme und Fragestellungen möchte ich zuerst theoretisch herausarbeiten. Da eine ausführliche Darbietung den Rahmen sprengen würde, verweise ich auf weiterführende Literatur zu den einzelnen Gebieten und beschränke mich auf eine knappe Darstellung der Besonderheiten, die mir für die Übersetzung von Bilderbüchern, für die es noch keine eigene theoretische Grundlage gibt, bedeutsam erscheinen.

Anschließend werde ich am Beispiel des Bilderbuches: „The Gruffalo“ im Vergleich mit seiner deutschen und spanischen Übersetzung einige der genannten Aspekte demonstrieren. Dabei soll der Fokus darauf liegen, auf welche Schwierigkeiten die Übersetzer trafen, wie sie versucht haben, den Problemen entgegenzuwirken und inwiefern ihnen dies gelungen ist.

1. Theoretische Vorüberlegungen

1.1 Kurzer historischer Abriss der Übersetzungstheorien im deutschen Sprachraum

Auch wenn der eigene Forschungsbereich der „Translation Studies“ noch sehr jung ist, haben sich Wissenschaftler schon seit mehreren Jahrhunderten in ihren Schriften über das Übersetzen geäußert und die heutigen Theorien stehen auf der Grundlage historischer Vorbilder. Ich leite meine Arbeit daher mit einer kurzen Darstellung der Entwicklung von Übersetzungstheorien im deutschen Sprachraum ein.[1]

Den Beginn der kontroversen Auseinandersetzung mit Übersetzungen im deutschen Sprachraum stellt die Bibelübersetzung Martin Luthers dar. Als erster griff er die Hegemonie der wörtlichen Übertragung eines Werkes von einer Sprache in die andere an und plädierte dafür, man müsse dem Volk „auf das Maul sehen“[2] und den Sinn der Sätze so ins Deutsche übertragen, dass die Leser es auch verstünden. Bis ins 17. Jahrhundert hinein blieb er der Einzige, der eine Theorie des Übersetzens aufstellte. Erst auf der Basis des Wolff-Gottschedschen rationalistischen Sprachbegriffes, der Wörter als Zeichen der Gedanken versteht[3], plädierte Gottsched wieder dafür, dass der Übersetzer nicht interpretieren, sondern Wörter übertragen solle. Ihm zufolge reiche es, wenn dabei die R-egeln der deutschen oder einer anderen Zielsprache eingehalten würden. Breitinger setzte dagegen, man solle so übersetzen, dass in der Zielsprache der „gleiche Eindruck“ auf die Gemüter der Leser gemacht werde wie im Original[4] und forderte damit erstmals eine Übersetzung, die sich auf emotionale und affektive Aspekte konzentriert.

Mit der Herderschen Sprachtheorie, die das Wesen der Welt selbst als sprachlich, und Gedanken und Gefühle als an ihre sprachliche Form gebunden beschreibt[5], eröffnete sich ein neuer Zugang zum Übersetzen. In der radikalen Ausformung durch Hamann kam erstmals der Gedanke auf, dass es eine „richtige“ Übersetzung nicht gäbe und jede Übersetzung ein neues Kunstwerk darstelle. Übersetzungen seien eine „Vermittlung zwischen den Zeiten, den verschiedenen Ausbildungsstufen der Sprachen“[6].

Bei Goethe und in der Romantik differenziert sich der Übersetzungsbegriff im Zusammenhang mit den Wissenschaftstheorien der Zeit aus. Schlegel benennt in seiner Philologie (1797) die Geschichtlichkeit als Hauptproblem der Übersetzung und sieht sie als ein neues Werk, das gleichzeitig einen Moment im Fortleben des Originalwerkes darstelle[7]. Für Novalis steht eine Übersetzung auf derselben Stufe, wenn nicht höher als das Original, da ein Übersetzer gewissermaßen „Dichter des Dichters“[8] sein muss. Goethe unterscheidet zwei Übersetzungstypen: Den prosaischen, der die Eigenheiten des Originals zugunsten des Sinnes in der Zielsprache vernachlässige[9], und den parodistischen, der den fremden Inhalt mit einem einheimischen Sinn verknüpfe[10]. Zufrieden stellt ihn allerdings keiner der beiden Typen, stattdessen postuliert Goethe als chronologische Fortsetzung der beiden erstgenannten einen dritten Weg, die Interlinearversion der beiden, die er in der Homerübertragung von Voß angedeutet sieht. Schleiermacher (1815) unterscheidet noch mehr Übersetzungstypen, deren Einsatz von der jeweiligen Situation abhängig sei: Dolmetschen[11], Nachbildung, Paraphrase und eigentliche Übersetzung[12]. Der wirkliche Übersetzer solle sich dabei in einer Sprachform äußern, die das „Gefühl des Fremden“ aufrechterhalte[13] und somit Leser und Text aufeinander zu bewege ohne eines zu bevorzugen.[14]

Für das 20. Jahrhundert ist insbesondere Walter Benjamin zu nennen, für den aus jeder Übersetzung die „Sehnsucht nach Sprachergänzung“[15] spricht. Die Übersetzbarkeit wird definiert als ein historisches Stadium im Fortleben des Werkes[16], wobei nicht die Übertragung von Inhalt und Form, sondern des Gemeinten im Vordergrund stehen solle. Als Vertreter der jüngsten Generation der Übersetzungstheoretiker sei George Steiner genannt, für den Übersetzung aus den folgenden vier Schritten besteht: 1. anfängliches Vertrauen; 2. Aggression; 3. Einverleibung; 4. Reziprozität oder Wiederherstellung (eines Gleichgewichtes zwischen Original und Übersetzung)[17]. Seit den 1970er Jahren setzt sich der Neuansatz der Translation Studies durch, der für eine Übersetzungsanalyse fordert, „den Text zwischen den Polen adequacy und acceptability einzuordnen“[18].

Eine einheitliche Theorie des Übersetzens wird wohl niemals durchzusetzen sein. Das praktische Grundproblem des Übersetzers jedoch, das Abwägen von Adäquatheit oder Treue dem Originalwerk gegenüber und Akzeptanz oder Verständnis im Leserkreis der Zielsprache, ist von Luther bis Steiner dasselbe geblieben. Auf Grundlage dieser Erkenntnis und den vorausgegangen Erläuterungen schließe ich nun eine gesonderte Betrachtung von Übersetzungsproblemen in speziellen Bereichen an, die für die Zusammenfassung im Punkt 2 und die praktische Untersuchung im Punkt 3 von Wichtigkeit sein werden.

1.2 Schwierigkeiten beim Übersetzen von Lyrik

Lyrik mit ihrer verdichteten Sprache, bei der die einzelnen Wörter und ihre Zusammenhänge bedeutungsschwerer sind als in der Prosa[19], mit den häufig vorhandenen Charakteristika Metrik und Reim stellt höhere Ansprüche an den Übersetzer als eine Prosaübersetzung. Da es unmöglich ist, einen lyrischen Text in all seinen Facetten exakt zu übertragen, muss der Übersetzer sich auf eine genaue Übertragung der Aspekte beschränken, die ihm für die Natur und Aussage des lyrischen Textes wichtig zu sein scheinen.[20]

Karl Dedecius schlägt bei der Übersetzung von Lyrik drei verschiedene Möglichkeiten vor, sich zwischen den Polen künstlerisches und zuverlässiges Übersetzen zu bewegen:

1. Übersetzung – zuverlässig, aber unkünstlerisch
2. Übertragung – künstlerisch und zuverlässig
3. Nachdichtung – künstlerisch, aber unzuverlässig[21]

Was Dedecius „Übersetzung“ nennt, beinhaltet eigentlich zwei Pole, wie bei Weissbort und Eysteinsson in ihrem „historical reader“ klar wird, wenn sie die existierenden Positionen zur Übersetzung von Lyrik darstellen.[22] Aufgrund des besonderen Zusammenwirkens von Form und Inhalt in der Lyrik kann zuverlässiges Übersetzen meinen: dem Übertragen der Form nach oder dem Sinn der Wörter nach zuverlässig. Sie nennen Brodsky als Vertreter einer Übersetzung der Lyrik nach ihrer Form, auch auf Kosten der Semantik; Nabokov als Vertreter einer möglichst wörtlichen Übersetzung ohne Rücksicht auf die Form und James S. Holmes als Vertreter der freien Übersetzung und Imitation. Holmes plädiert dabei nicht nur für drei, sondern für vier verschiedene Herangehensweisen beim Übersetzen von Lyrik: als formbezogene mimetic (behält Originalform bei) und analogical (sucht Form mit analoger Funktion in der Zielsprache) und als inhaltsbezogene Formen organic (neue poetische Form mit dem gleichen semantischen Material) sowie deviant (weder Form noch Inhalt komplett beibehalten).[23] Die Vorstellung dieser grundlegenden Positionsbestimmungen der Problematik des Übersetzens von Lyrik soll für die Zwecke dieser Arbeit genügen.

1.3 Schwierigkeiten beim Übersetzen für Kinder und Jugendliche

Das grundlegende Problem der Polarität von Adäquatheit auf der einen und Akzeptabilität auf der anderen Seite besteht auch für das Übersetzen von Kinderbüchern. Es sind allerdings einige Spezifika zu betrachten, die hier einen größeren Stellenwert haben als für das Übersetzen von Erwachsenenliteratur.[24]

Die Kritik an frühen Übersetzungen von Kinderliteratur fasste Klingberg 1986 so zusammen:

1. Anpassung an lokale Kontexte
2. Modernisierung
3. Tilgung von Tabuverstößen
4. Kürzungen[25]

Zu erweitern wäre diese Liste noch mit:

5. Herausnehmen doppelter Adressatenbezüge[26]

Katharina Reiß geht einen Schritt weiter, indem sie die Gründe für diese Ungenauigkeiten in der Übersetzung zusammenfasst:

1. die Prozessasymmetrie: Erwachsene übersetzen Literatur von Erwachsenen für Kinder
2. die pädagogisch motivierte Vermeidung von Tabuverstößen hinsichtlich erwachsener Vermittler
3. die eingeschränkte Weltkenntnis und Lebenserfahrung des jungen Publikums[27]
Ergänzt werden kann hier:
4. kommerzielles Interesse der Verleger[28]
5. das geringe kulturelle Prestige von Kinder- und Jugendliteratur im Allgemeinen[29]

Insbesondere in Übersetzungen von Kinderbuchklassikern[30] sind die oben genannten Phänomene zu verzeichnen und führen häufig zu einem Qualitätsverlust.[31] Besonders spürbar ist das in der doppelten Adressierung.[32] Die Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur wurden gerade deswegen zu Klassikern, weil ihnen eine Adressierung an eine kindliche wie auch an eine erwachsene Leserschaft immanent ist, sei sie explizit oder implizit.[33] Diese macht es sowohl Kindern als auch Erwachsenen möglich, ein solches Werk mit Gewinn zu lesen.[34] Wird übersetzt, geht häufig durch Anpassung und Glätten des Textes, wofür als erste Ursache die Geringschätzung von Kinder- und Jugendliteratur genannt werden muss, dieser doppelte Bezug verloren. Ist in der Übersetzung von Literatur für Erwachsene die Unantastbarkeit des Wortlautes als eines vom Autor geschaffenen Kunstwerkes eine Orientierungsgröße für den Übersetzer, so scheint dies für die Kinder- und Jugendliteratur nicht der Fall zu sein[35]. Hier haben Originale häufig „Kürzungen und Adaptionen unterschiedlicher Arten und Dimensionen zu überstehen“[36]. Die „Einbürgerung in die Kultur des Lesers“ siegt, häufig aufgrund pädagogischer Hintergedanken, über das „Aufrechterhalten der Fremdheit“[37]. Gerade in der Übersetzung der englischen Nonsense-Literatur[38], wie „Alice im Wunderland“, führt dies zu einem übertriebenen Verständlichmachen des Originaltextes durch den Übersetzer - beispielsweise, indem dem Textkörper ganze erklärende Absätze hinzugefügt werden. Für den erwachsenen Leser der Übersetzung verliert der Text damit einen Großteil seines Reizes. O’Sullivan benennt die zwei Extrempole des Übersetzens von Kinderliteratur folgendermaßen: Auf der einen Seite das literarische Übersetzen, das hauptsächlich bei genuin für Kinder geschriebene Literatur mit einem intentional kindlichen Leser durchgeführt wird: ein genaues Übersetzen der „ästhetischen Komplexität und Kommunikationssituationen“[39] wie in Werken für Erwachsene. Auf der anderen Seite die „schriftliche Folklore“[40], die Figuren, Stoff und Handlung (diese in groben Zügen) übernimmt, und daraus eine eigene Version erstellt.[41]

O’Sullivan schlägt fünf Merkmale vor, auf die zu achten für das Übersetzen eines Kinderbuches entscheidend ist:

1. „Zusammenspiel von Sprache und Bild im Bilderbuch
2. kulturelle Referenzen
3. Sprachspiele
4. Dialekt, Register, Namen
5. Ausformung des (möglicherweise doppelten) Adressatenbezuges.“[42]

Auf diese Punkte werde ich im Teil 3 dieser Arbeit gesondert eingehen, wobei aus Punkt 4 nur die Behandlung der Namensproblematik eingehen und Punkt 5, der für das vorliegende Bilderbuch nicht entscheidend ist, nur implizit behandelt werden wird. Die Reihenfolge habe ich zugunsten der Abfolge der theoretischen Ausführungen in diesem Teil der Arbeit abgeändert.

1.3.1 Spezialprobleme

a) Kulturelle Spezifika

Wie auch in Büchern für Erwachsene stellt das Übertragen kultureller Spezifika, die im Text des Originals auftreten, für die Übersetzung im Kinder- und Jugendbuchbereich ein Problem dar.[43] Aufgrund der geringen Welterfahrung von Kindern ist es hier jedoch sehr viel gravierender als in der Literatur für Erwachsene. Aufgrund des pädagogischen Blickes der Erwachsenen auf Kinder- und Jugendliteratur ist sie bei der Übersetzung auch stärker kulturellen Tabus in Wort und Bild ausgesetzt. Andererseits ist aber zu betonen, dass infolge der fortschreitenden Globalisierung, die durch Explodieren der kommunikationstechnischen Möglichkeiten und der Auflösung der Sowjetblocks insbesondere seit den 1990er Jahren[44] in der Öffentlichkeit präsent geworden ist, sowie der mit ihr verbundenen Migration[45] kulturelle Verständnisprobleme abnehmen. Kinder kommen heute viel früher und intensiver mit fremden Kulturen in Berührung. Leicht erkennbar ist dies in der Motivik des Essens, das in Kinderbüchern als wichtiger Faktor von Genuss, aber auch Sicherheit und Symbol für die Fürsorge der Erwachsenen immer wieder vorkommt.[46] Mussten viele fremdartige Gerichte früher noch übertragen oder erklärt werden, so wachsen Kinder heute mit Pizza, Spaghetti, Döner, und Curry auf.[47] Trotzdem verlangt dieser Bereich immer noch die besondere Aufmerksamkeit des Übersetzers, wie im praktischen Teil dieser Arbeit (16ff) zu sehen sein wird.

b) Sprachspiele

Sprachspiele tragen häufig den doppelten Adressatenbezug eines Werkes, da sie sich in ihrer komplizierteren Form, wie häufig in „Alice in Wonderland“ eingesetzt[48], Kindern nicht sofort erschließen. Einfachere Sprachspiele, insbesondere das nicht an Regeln gebundene Spielen mit und Verwirren von Sprache macht dagegen für Kinder und Jugendliche einen Großteil des Reizes eines literarischen Werkes aus.[49] Es handelt sich hierbei zum Beispiel um „sprechende Namen, bizarre Vergleiche, Hyperbeln, Tautologien oder Stilbrüche“[50]. Für Übersetzer stellen sie aufgrund ihrer Gebundenheit an die Ausgangssprache jedoch immer ein Problem dar. Bleibt der Übersetzer nah am Text, verliert das Sprachspiel seinen Reiz. Häufig muss auf ein anderes Sprachspiel in der Zielsprache ausgewichen werden, das im besten Fall inhaltliche oder/und formale Ähnlichkeiten zum Originalausdruck aufweist.[51]

[...]


[1] Für diesen Abschnitt vgl. neben den Primärquellen die Zusammenfassung bei.: Friedman Apel und Anette Kopetzki: Literarische Übersetzung. Stuttgart: Metzler, 1983, 39-68.

[2] Martin Luther: Sendbrief vom Dolmetschen. In: Störing, Hans- Joachim (Hg.): Das Problem des Übersetzens. Darmstadt: WBg, 1963, 21.

[3] Vgl.: Apel/Kopetzki: Literarische Übersetzung, 41.

[4] Vgl.: Apel/Kopetzki: Literarische Übersetzung, 43ff.

[5] Vgl.: Apel/Kopetzki: Literarische Übersetzung, 47.

[6] Vgl.: Apel/Kopetzki: Literarische Übersetzung, 48f.

[7] Vgl.: Apel/Kopetzki: Literarische Übersetzung, 51.

[8] Novalis In: Störing, (Hg.): Das Problem des Übersetzens, 33.

[9] Johann Wolfgang von Goethe: Drei Stücke über das Übersetzen. In: Störing (Hg.): Das Problem des Übersetzens, 35.

[10] Goethe: Drei Stücke über das Übersetzen. In: Störing (Hg.): Das Problem des Übersetzens, 36.

[11] Friedrich Schleiermacher: Methoden des Übersetzens. In: Störing (Hg.): Das Problem des Übersetzens, 38-42.

[12] Schleiermacher: Methoden des Übersetzens. In: Störing (Hg.): Das Problem des Übersetzens, 46f.

[13] Schleiermacher: Methoden des Übersetzens. In: Störing (Hg.): Das Problem des Übersetzens, 54.

[14] Schleiermacher: Methoden des Übersetzens. In: Störing (Hg.): Das Problem des Übersetzens, 51.

[15] Walter Benjamin: Die Aufgabe des Übersetzers. In: Störing (Hg.): Das Problem des Übersetzens, 185-193.

[16] Benjamin: Die Aufgabe des Übersetzers. In: Störing (Hg.): Das Problem des Übersetzens., 184.

[17] George Steiner: Nach Babel. Frankfurt a. Main: Suhrkamp, 2004, 311-320.

[18] Emer O’Sullivan: Kinderliterarische Komparatistik, Heidelberg: Winter, 1998, 176. Für eine kurze Positionsbestimmung der Translation Studies vgl. dort 172-177.

[19] Durch die Nebenbedeutungen und Konnotationen jedes Wortes, die in der Lyrik von Bedeutung sind, wird die semantische Übertragung fast unmöglich. Vgl. W.S. Mervin: Foreword to His Selected Translations 1968 – 1978. New York: Athenaeum, 1980, VII – XIV. In: Daniel Weissbort und Astradur Eysteinsson: translation – theory and practice. A historical reader. New York: Oxford University Press, 2006, 465.

[20] Vgl. die Erläuterungen zu Übertragungen von Julian Tuwins „Jamby Polityczne“ von Karl Dedecius: Slawische Lyrik: übersetzt – übertragen – nachgedichtet. In: Störing (Hg.): Das Problem des Übersetzens, 480-486.

[21] Dedecius: Slawische Lyrik: übersetzt – übertragen –nachgedichtet. In: Störing (Hg.): Das Problem des Übersetzens, 469.

[22] Weissbort/Eysteinsson: translation – theory and practice, 460f.

[23] Weissbort/Eysteinsson: translation – theory and practice, 461.

[24] In diesem Abschnitt geht es um die textimmanenten Übersetzungsprobleme in der Kinder- und Jugendliteratur. Als eine der möglichen Definitionen von Kinderliteratur, die aufgrund fließender Grenzen und uneindeutiger Adressaten schwierig aufzustellen ist, möchte ich Peter Hunt, den ersten Lehrstuhlinhaber für Kinderliteratur in Großbritannien, zitieren: „Children’s literature, disturbingly enough, can quite reasonably be defined as books read by, especially suitable for, or especially satisfying for members of the group currently defined as children.“ (Emer O’Sullivan: Neuere Ansätze in der englischsprachigen Kinderliteraturwissenschaft. In: Ewers, Hans-Heino et al.(Hgg.): Kinder- und Jugendliteraturforschung 1994/95. Stuttgart, Weimar: Metzler, 100.) Besonders wertvoll scheinen mir dabei die Einschränkungen, die Hunt im Bezug auf den nicht klar definierten und in der Geschichte immer wieder neu verstandenen Begriff der Kindheit vornimmt. Zu diesem Punkt siehe auch O’Sullivan: Kinderliterarische Komparatistik, 147-151.

[25] Zitiert nach Reinbert Tabbert: Forschungen zur Übersetzung von Kinderliteratur, In: Ewers, Hans-Heino et al.(Hgg.): Kinder- und Jugendliteraturforschung 1995/96. Stuttgart, Weimar: Metzler, 98.

[26] Ebd.

[27] Zitiert nach O’Sullivan: Kinderliterarische Komparatistik, 180.

[28] Ebd.

[29] Das sich nach Zohar Shavit folgendermaßen manifestiert: 1.: Angleichung der Übersetzung an vorher erfolgreiche Muster 2. Missachtung der integren Einheit eines literarischen Ausgangstextes 3. Reduzierung von Komplexität 4. ideologische Adaption 5. Anpassung an gehobenen Stil aus sprachsoziologischen Gründen. Zitiert nach: Tabbert: Übersetzung von Kinderliteratur, 99.

[30] Zu Begriff, Begriffsentwicklung und Kritik des Begriffes „Kinderbuchklassiker“ vgl. Bettina Kümmerling-Maibauer: Kinderliteratur, Kanonbildung und literarische Wertung. Stuttgart und Weimar: Metzler, 2003, 147 – 211. Sie selbst nennt die Faktoren: Innovativität, Representativität, Ästhetische Sprachgestaltung, Einfachheit vs. Komplexität, Darstellung der kindlichen Erlebniswelt, Phantasie, Polyvalenz und Crosswriting (~ doppelte Adressierung bei O’Sullivan) als entscheidend für die Einordnung eines Kinderbuches als „Klassiker“.

[31] Für diese Aussage ist es allerdings nötig, Kinder- und Jugendliteratur mit Literatur für Erwachsene vom literarischen Wert her auf eine Stufe zu stellen, wofür ein bestimmtes Bild vom Kind, als dem Erwachsenen sehr ähnliches Wesen, angenommen werden muss. Es wird auch die gegensätzliche Meinung vertreten: Dass die beiden Literaturen aufgrund der Unterschiedlichkeit von Kindern und Erwachsenen im Bezug auf das Übersetzen anderen Ansprüchen genügen müssen. So besteht Riitta Oittinen darauf, dass die Loyalität zum Kind in der Zielsprache sehr viel wichtiger sei als die Treue zum Ausgangstext. Vgl. Tabbert: Forschungen zur Übersetzung von Kinderliteratur, 105. Zum theoretischen Ansatz Oittinens vgl. O’Sullivan: Kinderliterarische Komparatistik, 186-189.

[32] Dieser Begriff wurde von Zohar Shavit eingeführt (O’Sullivan: Kinderliterarische Komparatistik, 123; weiterführende Erläuterungen 121-129.) und ist besonders für Emer O’Sullivan, deren Theorieansatz bei Kümmerling-Maibauer als einer von fünf führenden genant wird, wichtigstes Bewertungskriterium. Vgl. Kümmerling-Maibauer: Kinderliteratur, 182. Allerdings erkennt auch schon Eckhard Breitinger die „Mehrdeutigkeit und Interpretierbarkeit“, die in Übersetzungen zur „Eindimensionalität“ verkommt, als das Hauptproblem für die Anerkennung eines Klassikertums bei Kinderbüchern. (Eckhard Breitinger: Übersetzungen in der Kinder- und Jugendliteratur. In: Klaus Doderer (Hg.): Lexikon der Kinder- und Jugendliteratur. 3. Band. Basel: Weinheim & Beltz, 1984, 605.) Ewers unterscheidet die Doppeladressierung, die die Primäradressierung an den Erwachsenen beinhaltet, der dem Kind Zugang zur Literatur verschafft, von der Mehrfachadressierung an mehrere intendierte Leser. (Hans-Heino Ewers: Literatur für Kinder und Jugendliche. Eine Einführung, München: W. Fink, 2000, 103f;122ff.)

[33] So besonders bei Emer O’Sullivan dargestellt, deren Theorieansatz bei Kümmerling-Maibauer als einer von fünf führenden genant wird. Vgl. Kümmerling-Maibauer: Kinderliteratur, 182. Allerdings erkennt auch schon Eckhard Breitinger die „Mehrdeutigkeit und Interpretierbarkeit“, die in Übersetzungen zur „Eindimensionalität“ verkommt, als das Hauptproblem für die Anerkennung eines Klassikertums bei Kinderbüchern. (Eckhard Breitinger: Übersetzungen in der Kinder- und Jugendliteratur. In: Klaus Doderer (Hg.): Lexikon der Kinder- und Jugendliteratur. 3. Band. Basel: Weinheim & Beltz, 1984, 605.) Ewers unterscheidet die Doppeladressierung, die die Primäradressierung an den Erwachsenen beinhaltet, der dem Kind Zugang zur Literatur verschafft, von der Mehrfachadressierung an mehrere intendierte Leser. (Hans-Heino Ewers: Literatur für Kinder und Jugendliche. Eine Einführung, München: W. Fink, 2000, 103f;122ff.)

[34] Emer O’Sullivan: Internationalität der Kinder- und Jugendliteratur zwischen Mythos und Realität. In: Ewers, Hans-Heino et al.(Hgg.): Kinder- und Jugendliteraturforschung 1996/97. Stuttgart, Weimar: Metzler, 92f.

[35] So kritisiert schon Eckhard Breitinger 1984, dass Literarizität nur Erwachsenenliteratur zugestanden wird.

Breitinger: Übersetzungen in der Kinder- und Jugendliteratur, 604.

[36] O’Sullivan: Internationalität der Kinder- und Jugendliteratur, 93.

[37] Ebd, 94.

[38] O’Sullivan: Kinderliterarische Komparatistik, 297ff.

[39] O’Sullivan: Internationalität der Kinder- und Jugendliteratur, 94f.

[40] Ebd.

[41] Diese Methode tritt fast immer auf, wenn ein Buch in einen Film oder ein Hörspiel transformiert wird.

[42] Zitiert nach Tabbert: Übersetzung von Kinderliteratur, 100.

[43] O’Sullivan nennt drei mögliche Vorgehensweisen: exotisierend-dokumentierend, neutralisierend und adaptierend. O’Sullivan: Kinderliterarische Komparatistik, 237.

[44] Jürgen Osterhammel und Niels P.Petersson: Geschichte der Globalisierung. München: C.H.Beck ³2006, 7f.

[45] Jürgen Osterhammel und Niels P.Petersson: Geschichte der Globalisierung, 111.

[46] Siehe die Untersuchung zum Essensmotiv in der englischsprachigen Kinder- und Jugendliteratur bei Thomas Kullmann: Englische Kinder- und Jugendliteratur. Eine Einführung. Berlin: Erich Schmidt, 2008, 67-72.

[47] O’Sullivan: Internationalität der Kinder- und Jugendliteratur, 99.

[48] Ausführlich untersucht von Emer O’Sullivan: Kinderliterarische Komparatistik, 296–378.

[49] Vgl. zum Beispiel Franz Fühmanns erfolgreiches Kinderbuch „Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm zu Babel“, das sich fast ausschließlich mit dem Ausprobieren von und der Reflexion über Sprachspiele beschäftigt.

[50] Tabbert: Forschungen zur Übersetzung von Kinderliteratur, 100.

[51] Tabbert: Forschungen zur Übersetzung von Kinderliteratur, 101.

Details

Seiten
31
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640564156
ISBN (Buch)
9783640564309
Dateigröße
574 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v145638
Institution / Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg – Germanistisches Institut
Note
1,0
Schlagworte
Übersetzung Literaturwissenschaft Kinderbuch Bilderbuch Gruffalo Vergleichende Literaturwissenschaft Julia Donaldson Axel Scheffler Englisch Translation

Autor

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