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Alternative Geschlechterbilder im Star Trek-Universum – Realität oder Fiktion?

Referat (Ausarbeitung) 2008 17 Seiten

Pädagogik - Familienerziehung

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Die Studie
2.1 Methodisches Vorgehen
2.2 Zugrunde liegender Geschlechterbegriff

3. Das Star Trek-Universum

4. Beispiele für „Alternative Gender“
4.1 Captain Kathryn Janeway
4.1.1 Die Frage nach der Alternativität
4.1.2 Die Frage nach dem Haken an der Sache - Die Eindämmung
4.2 B’Elanna Torres
4.2.1 Die Frage nach der Alternativität
4.2.2 Die Frage nach dem Haken an der Sache - Die Eindämmung

5. Beispiele für „Alternative Sex“
5.1 Die J’naii
5.1.1 Die Frage nach der Alternativität
5.1.2 Die Frage nach dem Haken an der Sache - Die Eindämmung
5.2 Die Formwandler
5.2.1 Die Frage nach der Alternativität
5.2.2 Die Frage nach dem Haken an der Sache - Die Eindämmung

6. Schlussfolgerung

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang

1. Einleitung

Science-Fiction - in einem Genre in dem Autoren alternative Realitäten in einer fiktiven Zukunft entstehen lassen, stellt sich die Frage, wie weit diese alternative Ausformung reicht. Geht sie gar so weit allgemein gültige Geschlechterrollen zu überwinden oder gar neue Geschlechter zu erschaffen? Der Beantwortung dieser Frage möchte ich mich in der folgenden Hausarbeit widmen, die dementsprechend den Titel „Alternative Geschlechterbilder im Star Trek-Universum - Realität oder Fiktion?“ trägt.

Im Moment scheint diese Thematik noch sehr wenig erforscht, was auch Nadja Sennewald bemerkt1 und aus diesem Grund ihre Studie „Alien Gender - Die Inszenierung von Geschlecht in Science-Fiction-Serien“ verfasst hat, auf die ich mich in meiner Arbeit hauptsächlich beziehen werde.

Meiner Arbeit voran gestellt ist zunächst ein kleiner Einblick in die Studie von Frau Sennewald mit einer Erörterung des zugrunde liegenden Geschlechterbildes und der methodischen Herangehensweise. Es folgt ein kleiner Exkurs in die „unendliche Weite“ des Star Trek-Universums, wo versucht wird dem Leser nötiges Grundlagenwissen zu vermitteln. Aufbauend darauf widmet sich der zweite Teil meiner Arbeit der Klärung meiner anfangs formulierten Frage. Dieses erfolgt anhand von vier verschiedenen Charakteren, die von mir nochmals in zwei Gruppen unterteilt wurden. Zum einen werden Charaktere vorgestellt, die in ihrem sozialem/ kulturellem Geschlecht alternativ scheinen, zum anderen Charaktere, die in ihrem biologischem Geschlecht eine Alternativität erkennen lassen. Jeder Charakter wird dabei systematisch auf Alternativität und in einem zweiten Schritt auf eventuelle Eindämmungserscheinungen untersucht. Das Ergebnis dieser Untersuchung und die Beantwortung der Ausgangsfrage findet sich schließlich zusammengefasst im dritten Teil der Arbeit - meiner Schlussfolgerung.

2. Die Studie

Im Jahr 2007 von Nadja Sennewald veröffentlicht, liegt der Fokus der Studie „Alien Gender“ auf der Inszenierung von Geschlecht im Science-Fiction-Genre. Als Untersuchungsfeld wurden die drei Star Trek-Serien Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert, Deep Space Nine und Raumschiff Voyager, sowie Andromeda, Spacecenter Babylon 5 und deren Spin-Off Babylon 5 Crusade erwählt.2 Die Entwicklung der Studie ist der Kritik Frau Sennewalds zu verdanken, die bemängelt hat, dass bisher einerseits nur sehr wenige Veröffentlichungen zum Thema „Geschlechterverhältnisse in Star Trek-Serien“ erschienen seien und zum anderen diese Veröffentlichungen vor allem die narrative Ebene im Fokus hätten und dabei die visuelle Inszenierung oft vernachlässigt würde. Zudem seien alle bisherigen Untersuchungen in ihrem Untersuchungsfeld sehr beschränkt und würden auf serienübergreifende Vergleiche gänzlich verzichten.3

2.1 Methodisches Vorgehen

In ihrer Studie nun nimmt Frau Sennewald die zuvor geäußerte Kritik an bisher thematisch vergleichbaren Studien wieder auf. So bedient sie sich einer serienübergreifenden Kategorisierung der verschiedenen Figuren mit dem Ziel, bestimmte Figurentypen erfassen zu können. Zu diesem Zweck werden filmische Sequenzen in Anlehnung an das Modell von Achs und Goffman sowohl auf narrative, wie auch visuelle Gesichtspunkte hin untersucht.4 Dabei legt sie das Hauptaugenmerk der Studie auf die Beantwortung der Frage, inwiefern die Figuren im altbekannten Rollenverhalten verhaften bleiben und ob mit der Erschaffung eines so genannten dritten Geschlechts gar das binäre Geschlechterschema durchbrochen werden kann.

2.2 Zugrunde liegender Geschlechterbegriff

Durch die Einführung der sex-gender-Relation, also die Differenzierung zwischen sozialem/ kulturellem und biologischem Geschlecht in den 1970er Jahren5 stellt sich die Frage nach der Konstruiertheit von Geschlecht nahezu von selbst6. Dem entsprechend legt Frau Sennewald ihrer Studie ein dekonstruktivistisches Geschlechterverständnis zu Grunde.7 Dieser Ansatz geht davon aus, dass Geschlecht nicht naturgegeben, sondern vielmehr das Produkt eines sozialen und kulturellen Konstruktionsprozesses bildet. Weiterhin geht Frau Sennewald in ihrer Studie davon aus, dass das kulturelle Geschlecht durch einen Prozess entsteht, der in der Fachsprache als „Doing Gender“ bezeichnet wird.8 Unter „Doing Gender“ werden kulturelle Inszenierungspraktiken verstanden, die aktiv eine als eindeutig weiblich oder männlich identifizierbare Geschlechtsidentität herstellen. Dies können beispielsweise geschlechtlich kodierte Spiele oder Kleidung sein.9

3. Das Star Trek-Universum

„ Der Weltraum - unendliche Weiten. Wir befinden uns in einer fernen Zukunft. Dies sind die Abenteuer des neuen Raumschiffs Enterprise, das viele Lichtjahre von der Erde entfernt unterwegs ist, um fremde Welten zu entdecken, unbekannte Lebensformen und neue Zivilisationen. Die Enterprise dringt dabei in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. “ 10 Dieses Intro, entnommen aus der Star Trek- Serie „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“, lässt bereits eindeutige Schlüsse auf den allgemeinen Inhalt der Star Trek-Serien zu. Mit der inhaltlichen Beschreibung einer utopische Zukunft, in der die Menschheit die Grenzen der weltlichen Atmosphäre hinter sich gelassen hat und mit neuen technischen Errungenschaften den Weltraum erforscht,11 reihen sich die Star Trek-Serien ein in ein seit Jahrzehnten populäres Genre - die Science-Fiction. Gene Roddenberry, der auch heute noch als zentrale Figur des Star Trek-Universums große Verehrung erfährt, entwickelte die erste Serie „Raumschiff Enterprise“ in den 60er Jahren. Die grundlegende Idee dabei war, die Serie in einer „positiven Zukunft“ spielen zu lassen, die im Kontext des Kalten Krieges und der im Jahre 1962 gerade noch glimpflich verlaufenden Kubakrise an Bedeutung gewann.12 Roddenberrys „positive Zukunft“ manifestierte sich denn auch in Form einer stark humanistisch geprägten Weltanschauung, frei von sozialer Ungleichheit, Rassismus, Kapitalismus oder Völkerkriegen.13 Gerne wurde die Serie von Roddenberry auch als Plattform für Gesellschaftskritik instrumentalisiert. So gab es beispielsweise in „Raumschiff Enterprise“ den ersten Fernsehkuss zwischen „Schwarz“ und „Weiß“.14 Mittlerweile bildet der Name Star Trek den Obertitel „ f ü r sechs Science-Fiction-Fernsehserien mit insgesamt 726 Episoden sowie zehn Kinofilme, zahlreiche Romane, Computerspiele und andere Werke, deren Inhalte auf der 1966 von Gene Roddenberry geschaffenen Fernsehserie Raumschiff Enterprise basieren. “ 15 Angesichts dieser Größe des Star Trek-Universums ist es nicht verwunderlich, dass dieses bereits auf zahlreichen Wegen Einzug in die Alltagskultur gehalten hat. So weiß beispielsweise heute jedes Kind welche Bedeutung sich hinter dem Wort „beamen“ verbirgt. Laut einer Studie bezeichneten sich im Jahre 1991 allein 53 Prozent aller US-Amerikaner als Star Trek-Fans, in Westeuropa kann von einer ähnlichen Begeisterung gesprochen werden.16

4. Beispiele für „Alternative Gender“

In Hinblick auf die wissenschaftliche Differenzierung zwischen biologischem (Sex) und kulturellem/ sozialem (Gender) Geschlecht findet auch in der Darstellung meiner Beispiele eine Unterteilung zwischen Sex und Gender Anwendung. In diesem nun folgenden Kapitel lege ich den Fokus auf Charaktere, die durch Machtpositionen oder Handlungen das typische Rollenverhältnis durchbrechen und damit als „Aternative Gender“ gewertet werden können.

[...]


1 Nadja Sennewald, Alien Gender. Die Inszenierung von Geschlecht in Science-Fiction-Serien, Bielefeld 2007, S. 22

2 Sennewald, Alien Gender, S. 13

3 Sennewald, Alien Gender, S. 25

4 Sennewald, Alien Gender, S. 15-16

5 Inge Stephan, Gender, Geschlecht und Theorie, in: Christina von Braun/ Inge Stephan (Hrsg.), Gender Studien. Eine Einführung, Stuttgart 2006, S. 52

6 Ebd, S. 52

7 Sennewald, Alien Gender, S. 25

8 Sennewald, Alien Gender, S. 25

9 Helga Kotthoff, Was heißt eigentlich „doing gender“? Zur Interaktion und Geschlecht, in: J. van Leeuwen-Turnovcová (Hrsg.), Wiener Slawistischer Almanach, Wien 2002, S. 2-7

10 Intro der Serie Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert. USA 1987-1994

11 Torsten Dewi, Star Trek - Was ist das?, in: Kai-Uwe Hellmann/ Arne Klein (Hrsg.), „Unendliche Weiten...“. Star Trek zwischen Unterhaltung und Utopie, Frankfurt am Main 1997, S. 11

12 Sennewald, Alien Gender, S. 10-11

13 Carsten Schütz, The Trek Generation. Der Online-Guide für Star-Trek-Fans, Düsseldorf 1997, S. 19

14 Kommunikationsoffizierin Uhura küsst Captain Kirk (TOS 3x12: Platons Stiefkinder)

15 http://de.wikipedia.org/wiki/Star_Trek

16 Sennewald, Alien Gender, S. 9-10

Details

Seiten
17
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640747344
ISBN (Buch)
9783640747382
Dateigröße
487 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v145100
Institution / Hochschule
Universität Osnabrück
Note
1,3
Schlagworte
Alternative Geschlechterbilder Star Trek-Universum Realität Fiktion

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