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Die wirtschaftliche Entwicklung der Niederlande 1581-1660

Die wirtschaftlichen Interdependenzen einer vormodernen Weltmacht

Bachelorarbeit 2010 53 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Bedingungen des Aufschwungs
2.1 Geographische Lage
2.2 Bevölkerungswachstum und Urbanisierung
2.3 Aufschwung in Zeiten des Umbruchs

3. Der primäre Sektor: Landwirtschaft und Fischfang
3.1 Landwirtschaft: Humankapitalüberschuss durch Wandel in Technik und Organisation
3.2 Fischfang: Erfolg durch eine herausragende Innovation

4. Der sekundäre Sektor: Industrie und Gewerbe
4.1 Textilindustrie: neue Techniken und leichtere Stoffe
4.2 Schiffbau: aufgebaut auf Zulieferindustrien
4.3 Andere Industrien
4.3.1 Keramikindustrie: Importiertes Know-how und steigender Absatz
4.3.2 Nahrungs- und Genussmittelgewerbe: Erfolg durch expandierenden Handel und Schifffahrt

5. Der tertiäre Sektor: Handel und Finanzwesen
5.1 Handel und Schifffahrt
5.1.1 Der europäische Handel: Nordeuropa und der Mittelmeerraum als Handelspartner
5.1.2 Handel mit Asien und die Entstehung der Verenigden Oostindischen Compagnie
5.1.3 Handel mit Afrika und der Neuen Welt: Neue Rohstoffquellen
5.2 Finanzwesen: Die Amsterdamer Wisselbank als internationales Bankhaus

6. Die Interdependenzen der einzelnen Sektoren

7. Schluss

8. Quellen- und Literaturverzeichnis
8.1 Quellen
8.2 Literatur

1. Einleitung

Thema der vorliegenden Arbeit ist der Aufschwung der Niederlande in den Jahren 1581 bis 1660. Allerdings soll hier kein chronologischer Abriss dieses 80 Jahre dauernden Zeitabschnitts gegeben werden, sondern vielmehr die wirtschaftlichen Zusammenhänge einer der ersten vormodernen Großmächte herausgearbeitet werden. Grundlegend hierbei ist die Frage, ob es einen einzelnen Sektor oder Bereich in der Wirtschaft gab, der sich aus eigener Kraft entwickelte, so dass er in der damaligen niederländischen Wirtschaft bestehen konnte oder ob jeder einzelne Bereich in dem wirtschaftlichen System verankert war und von wechselseitigen Beziehungen profitieren konnte. Zudem wird in der allgemeinen Forschungsliteratur fast immer davon ausgegangen, dass der tertiäre Sektor der Wirtschaft, also der Handel, für die rasante wirtschaftliche Entwicklung der Niederlande verantwortlich war.1 Eine weitere Aufgabe dieser Untersuchung soll nun sein, zu klären, ob wirklich der große Bereich des Handels allein für die Entwicklungen verantwortlich war oder ob möglicherweise noch ein anderer Wirtschaftsbereich entscheidende Einflüsse am Anfang der Entwicklung hatte.

Der Zeitraum von 1581 bis 1660 umfasst den Aufstieg der Niederlande zu einer Weltmacht; 1581 erklärten sich die sieben Provinzen der nördlichen Niederlande als unabhängig. Das Jahr 1660 wurde gewählt, da sich nach dem rasanten Aufstieg in der ersten Hälfte des 17. Jahrhundert in den 1650er Jahren eine Stagnation einsetzte, die nicht noch einmal zu so einem Aufstieg führen sollte.

Die Arbeit wird sich anfänglich mit den Bedingungen des Aufschwungs, also mit Faktoren, die mit der wirtschaftlichen Entwicklung auf den ersten Blick wenig zu tun haben oder einfach nur den Rahmen für den Aufschwung stellten, beschäftigen. Danach wird sie auf die unterschiedlichen Wirtschaftssektoren, die nach der Drei-Sektoren- Hypothese in Rohstoffgewinnung, also Landwirtschaft und Fischfang, Rohstoffverarbeitung, in diesem Fall v.a. die Textilindustrie und der Schiffbau, und Dienstleistungen, hier Handel und Finanzwesen, eingeteilt wurden, eingehen. Zum Schluss werde ich versuchen auf die eingangs gestellten Fragen eine Antwort zu geben.

2. Bedingungen des Aufschwungs

Bevor diese Arbeit auf die drei unterschiedlichen wirtschaftlichen Sektoren eingehen wird, werden hier zuvor die wichtigsten vorherrschenden Rahmenbedingungen der niederländischen Expansion aufgezeigt werden, die den Aufstieg zum Teil begünstigt, ihn aber teilweise auch erschwert haben.

2.1 Geographische Lage

Zunächst einmal soll die geographische Lage des Landes herausgestellt werden, das sich im 17. Jahrhundert zu einer Weltmacht entwickeln sollte. Das Gebiet der Niederlande war nicht immer leicht einzugrenzen, v.a. durch die vielen politischen Umbrüche, auf die das Kapitel 2.3 noch eingehen wird. Wenn in diesem Text von „den Niederlanden“ gesprochen wird, ist das Gebiet der sieben niederländischen Provinzen gemeint, die sich im Vertrag von Utrecht 1579 zusammenschlossen und sich 1581 von der spanischen Krone lossagten. Diese Provinzen sind: Holland, Seeland, Utrecht, Friesland, Groningen, Overijessel und Gelderland, also die nördlichen Niederlande; demgegenüber stehen die südlichen Niederlande, das heutige Belgien, die unter spanischer und später unter österreichischer Herrschaft verblieben. Die sieben unabhängigen Nordprovinzen entsprechen, zusammen mit den damaligen Generalitätslanden s-Hertogenbosch und Maastricht, in etwa den heutigen Niederlanden. Die Grenzen dieser frühen Republik der Niederlande wurden 1648 im westfälischen Frieden schließlich auch völkerrechtlich anerkannt.2

Im 16. und 17. Jahrhundert können die Niederlande als das kleinste wichtige Land Europas unter den Großmächten gesehen werden.3 Es liegt im Nordwesten Europas und wird im Norden durch die Nordsee und im Süden durch den Ärmelkanal abgegrenzt. Auf dem Land begrenzten im Südosten die Kleinfürstentümer Jülich und Kleve sowie im Osten das Bistum Münster das kleine Land. Diese Einengung durch Territorien, die eng mit feindlichen Mächten wie Spanien oder Frankreich verbunden waren, macht deutlich, dass eine territoriale Erweiterung kaum möglich war.4 Hinzu kam, dass der Boden nicht zu den fruchtbarsten zählte: Während das Hinterland eher für die Viehhaltung geeignet war, da die Böden nur mit sehr viel Düngung einigermaßen akzeptable Erträge einbrachten, die dann allerdings meist nur zur Selbstversorgung verwendet werden konnten, war das Ackerland der Küstenregionen wesentlich fruchtbarer. Hier wurde wiederum die niedrige Lage über dem Meeresspiegel zum Problem: Es drohten jedes Jahr Überschwemmungen.5 Die dahinter liegenden Torfmoore zählten zu einer der wenigen Rohstoffe, welche die Niederlande aufweisen konnten; im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts wurden aber immer wieder Landgewinnungsmaßnahmen durchgeführt, infolge derer die Torfmoore ausgetrocknet werden mussten.6 Man fand lediglich zwei Verwendungsmöglichkeiten für den Torf und den Lehm aus den Mooren. Die erste war die Herstellung von Keramik und Töpferwaren, der hier statt findende Wachstumsprozess wird in Kapitel 4.3.1 noch behandelt werden. Torf konnte nur zur Energiegewinnung verwendet werden und auch in diesem Bereich reichte es für die weiter wachsende Bevölkerung nicht aus, so dass man zusätzlich Brennholz importieren musste. Die schon durch geographische Gegebenheiten bedingte Verbindung zum entstehenden Handel wird auch noch in der Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung eine große Rolle spielen.

Die Niederlande waren somit kein Land des Überflusses, was v.a. die natürlichen Rohstoffe angeht. Dieser Punkt muss allerdings nicht unbedingt als Nachteil gesehen werden; dadurch entwickelte sich beispielsweise in der Industrie die Praxis, halbfertige Produkte einzuführen, weiterzuverarbeiten und gewinnbringend zu exportieren. Aber auch andere natürliche Umstände verschaffte der niederländischen Republik nicht unbedingt einen Vorteil: Man konnte im Jahr durch einen kurzen Reifezyklus nur einmal ernten und ebenfalls bedingt durch die klimatischen Voraussetzungen war das frühe Zufrieren einiger Häfen im Winter, so dass Handel in dieser Zeit schwierig wurde.7 Diese Hindernisse konnten allerdings auch fördernd wirken, was nicht nur den Aufstieg der Niederlande zu einer Weltmacht beweist.8

Auch die Fluss- und Seenlandschaft hatte keine von Natur aus bedeutende Form, so dass man sagen könnte, dass hier der Ursprung der wirtschaftlichen Expansion lag. Die wichtigsten und größten Wasserwege waren und sind es heute noch die Maas, Schelde und der Rhein, die im Rhein-Maas-Delta zusammenlaufen. Daneben gibt es noch einige kleinere Flüsse wie die Ijssel und die Vecht. Durch viele verschiedene Verbesserungen im System der Wasserwege, also durch die strategische Platzierung von Kanälen und Schleusen, entwickelte sich ein ausgeklügeltes Kommunikations- und Transportsystem, das die wirtschaftliche Entwicklung der Niederlande durch die Verbindung unterschiedlicher Gewerbestandorte und Städte unterstützen konnte.9 Nicht zu unterschätzen ist außerdem die Tatsache, dass man auf Flüssen und Kanälen kostengünstiger und schneller Waren transportieren konnte als auf Landwegen.

Die Lage der Niederlande - große Teile des Landes liegen auch heute noch unter dem Meeresspiegel - brachte große Probleme mit sich. Überschwemmungen und Sturmfluten waren nicht selten, obwohl die Region durch natürliche Dünen und künstliche Dämme geschützt wurde. Aber die flachen Gebiete des Landes konnten dafür als Energiequelle genutzt werden: Allen voran konnte die Holzverarbeitung von windgetriebenen Sägewerke profitieren, aber auch andere Wirtschaftsbereiche wie die Textilherstellung oder die Lebensmittelindustrie wurden durch die Umstellung von Muskel- auf Windkraft effizienter.10

Die geographischen Rahmenbedingungen waren also für die Niederlande oberflächlich gesehen nicht nur von Vorteil. Gerade die Knappheit an natürlich Ressourcen, das schlechte Ackerland und die starke räumliche Eingrenzung waren extreme Nachteile, konnten aber den Aufstieg der Niederlande zur einer Großmacht am Ende des 16. und im Laufe des 17. Jahrhunderts nicht bremsen und gerieten ihnen sogar durch eine gewisse Abhängigkeit von anderen Nationen teilweise zum Vorteil, wie diese Arbeit noch zeigen soll.

2.2 Bevölkerungswachstum und Urbanisierung

Ebenfalls zu den Rahmenbedingungen des am Ende des 16. Jahrhunderts einsetzenden Aufschwungs der Niederlande lässt sich das Wachstum der Bevölkerung und der steigende Anteil an Stadtbevölkerung zählen. Lebten noch um 1500 gerade einmal eine Millionen Menschen in den Nordprovinzen, so waren es im Jahr 1650 zwischen 1,85 und 1,95 Millionen.11 Allerdings ging der Anstieg danach nicht weiter; es folgte eine über 100 Jahre anhaltende Stagnation in der Bevölkerungsentwicklung. Die Gründe für den Anstieg der Bevölkerung lagen sowohl in steigenden Geburtenraten und geringerem Heiratsalter, als auch in der Immigration, die im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung wohl der wichtigere Punkt ist. Nach dem Ausbrechen des 80jährigen Krieges 1568 begannen protestantische Einwohner der südlichen Niederlande in den Norden zu flüchten. Allerdings nicht nur in die Nordprovinzen, sondern auch nach Deutschland oder England. Nichtsdestotrotz ließen sich Schätzungen zufolge ungefähr 180 000 protestantische Flüchtlinge in den nördlichen Niederlanden nieder.12 Die enorme Bedeutung liegt hierbei allerdings nicht in der Anzahl der Flüchtlinge sondern in den Fähigkeiten, die sie mitbrachten. Gerade die Zentren der Textilherstellung Leiden und Haarlem profitierten von dem Know-how und dem Kapital der zugezogenen Kaufleute; ebenso wie Amsterdam seine spätere Stellung als Handelszentrum zu großen Teilen den Immigranten, die ihre Handelsbeziehungen mitbrachten, verdankte.13

Mit der steigenden Bevölkerung setzte in den Niederlanden zudem ein Prozess ein, der im 16. und 17. Jahrhundert im Vergleich zu anderen europäischen Ländern relativ große Ausmaße annahm: die Urbanisierung. Schon zu Anfang des 16. Jahrhunderts lebten in den mit gerade einmal einer Millionen Einwohner bevölkerten Niederlanden schon über 300 000 Menschen in kleineren oder größeren Städten, was einem Urbanisierungsgrad von 31 - 32 Prozent entsprach. Dieser Prozess beschleunigte sich gegen Ende des 16. Jahrhundert nochmals stark, so dass auf dem Höhepunkt der Urbanisierung im Jahr 1670 fast die Hälfte der mittlerweile zwei Millionen Einwohner nicht mehr in ländlichen Regionen sondern in Städten lebten.14 Die größte Stadt war hier Amsterdam mit 105 000 Einwohnern, gefolgt von den führenden Industriezentren Leiden mit 45 000, Haarlem mit 39 500 und Delft mit 22 800 Einwohnern. Die nächstgrößeren Städte waren v.a. die Hafenstädte Enkhuizen (21 000 Einwohner), Rotterdam (19 800 Einwohner) und Dordrecht (18 300 Einwohner).15 Dieser hohe Urbanisierungsgrad war schon an sich eher ungewöhnlich, noch erstaunlicher ist allerdings in diesem Zusammenhang, dass es kein eindeutiges Zentrum gab. Natürlich war Amsterdam die größte Stadt und entwickelte sich im Laufe des 17. Jahrhunderts immer mehr zum Welthandelszentrum, aber sie war nicht für jedes Gewerbe das einzige Zentrum. Es hatten sich eher Dezentralisierungstendenzen entwickelt, deren Ursachen wohl in der Entwicklung der Wirtschaft zu finden sind. Beispielsweise erforderte der Fischfang im Landesinneren diverse Zuliefererindustrien (Schiffbau, Sägewerke, Salzveredelung), so dass sich um diesen Wirtschaftszweig herum eine Stadt entwickelte. Davon lässt sich nun auch der Grund für die Bevölkerung, vom Land in die Stadt zu ziehen, klar erkennen: Die neu angesiedelten Industrien benötigten dringend Arbeitskräfte, so dass sich für die ländliche Bevölkerung die Aussicht auf einen Arbeitsplatz und möglicherweise einen höheren Lohn ergab.16 Die später noch zu erläuternde Spezialisierung der Landwirtschaft, wodurch weniger Arbeitskräfte benötigt wurden, trug ebenfalls einen Teil zur steigenden Urbanisierung bei.

Die Urbanisierung war gleichzeitig eine Folge des Aufstiegs der Niederlande sowie ein Anreiz, der ihn noch verstärkte. Zudem führte die steigende Bevölkerung zu einer größeren Nachfrage, welche die Industrien begünstigte und zu einem Lebensmittelversorgungsproblem führte, das wiederum den Handel förderte. Der Strom von protestantischen Flüchtlingen war durch Know-how, Kapital und Handelsbeziehungen ein treibender Faktor der wirtschaftlichen Entwicklung.

2.3 Aufschwung in Zeiten des Umbruchs

Die wirtschaftliche Expansion der Niederlande hätte schon in Friedenszeiten seine Bewunderer gefunden; noch erstaunlicher ist es daher, dass fast während der gesamten wirtschaftlichen Blütezeit keineswegs Frieden, sondern Krieg herrschte. Im Jahre 1566 begann mit dem Bildersturm der Aufstand der Niederlande gegen die spanische Krone, vornehmlich ausgelöst durch eine größer werdende Unzufriedenheit der Bevölkerung durch steigende Nahrungsmittelpreise, das Tragen eines großen Teiles der Kriegslasten Karls V. und Philips II. und v.a. die Lehren des Kalvinismus, die in den nördlichen Provinzen immer mehr Fuß fassten und in einem extremen Gegensatz zum Katholizismus Spaniens stand. Die Anhänger des Kalvinismus wurden zudem von den strenggläubigen katholischen Machthabern Spaniens entschieden verfolgt. 1579 schlossen sich die südlichen Niederlande zur Union von Arras zusammen, die von nun an auf der Seite Philips II. stehen sollten. Im gleichen Jahr entstand auch die Union von Utrecht, in der sich die Provinzen Holland, Seeland, Utrecht und später auch Friesland, Geldern, Overijssel und Groningen zusammenschlossen.17 Am 26. Juli 1581 sagten sich diese sieben Provinzen in der bekannten Placcaet von verlatinghe vom spanischen König los; dass hierbei später die Republik der Niederlande entstehen würde, war keinesfalls beabsichtigt. In der Urkunde wurde lediglich festgeschrieben, dass der spanische König Philip II. seinen Herrschaftsanspruch verloren hätte und man sich einen neuen Herrscher suchen werde.18 Da sich allerdings keiner fand, entstand die Republik der Niederlande, die von einem Staatsrat, bestehend aus allen Provinzialstatthaltern und den Vertretern der Provinzialstädte, geleitete wurde. Sie wies im Gegensatz zu den absolutistisch regierten südlichen Niederlanden eine föderale Struktur auf.19 Die vorliegende Arbeit wird sich nur mit diesem Teil der Niederlande, nicht mit den Spanischen Niederlanden, die weiterhin unter spanischer Herrschaft verblieben, beschäftigen.

Als Führer der Aufständischen hatte sich Wilhelm von Oranien20 hervorgetan, der allerdings 1582 ermodert wurde; trotz dem Verlust ihrer Führungspersönlichkeit brach die Republik nicht zusammen sondern behauptete sich weiterhin gegen die spanische Krone. Das Gebiet der Niederlande schrumpfte jedoch immer weiter. Den Höhepunkt fand die Rückeroberung Philips II. im Fall von Antwerpen an die Spanier 1585, der den nördlichen Niederlanden und hier v.a. Amsterdam allerdings durch den Zustrom protestantischer Immigranten später noch entscheidende Vorteile einbringen sollte: Antwerpen war zuvor das Handelszentrum der Niederlande gewesen, diese Position übernahm in der Folgezeit Amsterdam.21 In der sich immer mehr verschlechternden Lage griff die Königin von England in das niederländische Geschehen ein, da sie sich als protestantische Herrscherin den Niederlanden zu militärischer Hilfe verpflichtet hatte. Die Antwort der spanischen Krone auf diese Kriegserklärung war ein Plan zur Eroberung Englands, der allerdings sein Ende im Untergang der spanischen Armada fand. Die Machtgier Philips II. führte dazu, dass sich seine militärische Stärke auf zu viele unterschiedliche Gebiete aufteilte und die Republik der Niederlande ab 1590 nach und nach ihre Gebiete zurückeroberte und wieder sämtliche Provinzen der Utrechter Union unter dem Dach der Republik vereinte.

Die südlichen katholischen, unter spanischer Herrschaft stehenden Niederlande und die protestantischen nördlichen Niederlande entwickelten sich in der Folgezeit stark auseinander, so dass die Grenze bis heute bestehen blieb.

Die Zeit von 1568 bis 1648 ging in der Folge des Abfalls der nördlichen Niederlande von Spanien als 80jähriger Krieg in die niederländische Geschichte ein. Dies impliziert, dass in der gesamten Zeit, auch nach der Zurückeroberung der zur Republik gehörenden Gebiete, ständig wieder Kriegshandlungen zwischen den nördlichen und südlichen Niederlanden und Spanien statt fanden. Aber auch innerhalb der Republik war man sich nicht immer einig: Es bildeten sich fortwährend Meinungsverschiedenheiten in der jungen Republik. Gerade der Friedensschluss mit Spanien war immer wieder ein Thema; dass die spanische Krone den neuen Staat anerkennen und damit auch den Kalvinismus tolerieren würde, war für diese allerdings ausgeschlossen. Doch auch innerhalb der Niederlande entstanden zwischen radikalen Kalvinisten unter dem Sohn Wilhelm von Oraniens, Moritz von Oranien, und kompromissbereiten Kalvinisten unter der Führung von Johann von Oldenbarnevelt22 immer wieder Streitigkeiten um einen Friedensschluss mit Spanien. Immerhin konnte man 1609 einen 12jährigen Friedensschluss vereinbaren, der auch tatsächlich bis 1621 bestehen blieb.23 Jedoch herrschte auch abseits des Krieges mit Spanien in der Republik der Niederlande nicht immer Frieden. Gerade konfessionelle Streitigkeiten und Machtfragen zwischen den Staten van Holland und des Statthalters Moritz von Oranien, bzw. seinem Nachfolger Friedrich Heinrich24 entstanden immer wieder.25 Nachdem der 12jährige Frieden abgelaufen war, griffen die Niederländer abermals zur Waffe und eroberten 1629 Herzogenbusch und 1637 Breda zurück. Diese Pufferzonen trugen dazu bei, dass sich die Position der Niederländer, zumindest territorial gesehen, beständig verbesserte.

Die Geburtsstunde der Republik der Niederlande war nicht etwa die Lossagung der Mitglieder der Union von Utrecht im Jahr 1581 sondern vielmehr der Westf ä lische Frieden von 1648, in dem Spanien die Niederlande erstmals als unabhängig anerkannten.26

3. Der primäre Sektor: Landwirtschaft und Fischfang

Nachdem die Rahmenbedingungen der wirtschaftlichen Expansion der Niederlande nun geklärt wurden, wird hier zunächst die Entwicklungen der Landwirtschaft und des Fischfangs ebenso wie auf die Zusammenhänge zwischen ihnen und anderen Wirtschaftssektoren eingegangen.

3.1 Landwirtschaft: Humankapitalüberschuss durch Wandel in Technik und Organisation

Schon der erste wichtige Punkt in der landwirtschaftlichen Entwicklung der Niederlande ist eng verknüpft mit einem anderen Sektor der Wirtschaft: Der Import von günstigem Getreide aus dem Ostseeraum, v.a. von Häfen in Danzig und Riga,27 zur Versorgung der Bevölkerung. Schon im 16. Jahrhundert importierten die nördlichen Niederlande große Mengen an Getreide und exportierten Milcherzeugnisse und industrielle Produkte. Aber im Laufe des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts begann sich die niederländische Landwirtschaft immer weiter von ihrer Autarkie zu entfernen.28 So verdankte auch Amsterdam seine wichtige Rolle, die es für einige Zeit in der europäischen Wirtschaft inne hatte, in der Anfangszeit dem Getreideimport aus dem Ostseeraum: Große Flotten brachten Getreide nach Amsterdam, von dort wurde es weiter in andere Länder wie England, Frankreich oder Spanien verschifft. Hier wiederum lud man Wein und Salz, das zusammen mit niederländischem Hering wieder in den baltischen Raum gebracht wurde.29 Auf die genaueren Umstände wird Kapitel 5 dieser Arbeit noch eingehen.

Der entscheidende Punkt dieses Handels mit dem Ostseeraum für die landwirtschaftliche Entwicklung war jedoch, dass man sich in den Niederlanden nun nicht mehr auf die Getreideproduktion konzentrieren musste, die sehr arbeitsintensiv war und eine große Menge an Arbeitskraft- und Landressourcen in Anspruch nahm. Somit war der Import von Getreide nicht nur ein marginaler Bereich der niederländischen Wirtschaft sondern existenziell für die Entwicklung der Landwirtschaft, die nun frei gewordene Kapazitäten nutzen konnte um Produkte mit höheren Profitchancen anzubauen.30

Eben diese höheren Profitchancen waren unter anderem in der Viehwirtschaft vorhanden. Schon im späten 15. und am Anfang des 16. Jahrhunderts wurde in den niederländischen Provinzen Viehzucht betrieben; allerdings nie so spezialisiert und intensiv wie es später der Fall sein sollte. So wurden in Holland und Friesland beispielweise durchschnittlich vier bis sechs Tiere auf einem Hof gehalten, dennoch wurde zu dieser Zeit schon Milchprodukte und Vieh nach Deutschland und Flandern exportiert.31 Durch die starken Preisbewegungen und die anhaltende Verschlechterung des Bodens32 im 16. Jahrhundert begannen aber v.a. die Bauern in Friesland nach und nach den Ackerbau aufzugeben und sich auf die Viehzucht zu konzentrieren.33 Mit dieser Entwicklung ging auch eine Modernisierung der Versorgung des Viehs einher: Um eine größere Menge Vieh versorgen und auch noch züchten zu können brauchte es neue Möglichkeiten zur Futtergewinnung sowie neue Arten von Futter.34 Dadurch ergaben sich auch für die Bauern, die nach wie vor Ackerbau betrieben, neue Anbaumöglichkeiten: Klee, Rübsamen, Raps und Ölkuchen waren neuartige Futtermittel, die angebaut und relativ gewinnbringend verkauft werden konnten.35

Durch die Viehzucht erlebte auch die Milchwirtschaft einen enormen Aufschwung: Milch, Käse und Butter wurden nun in großem Maße exportiert und man erzielte entsprechend hohe Preise, da Milchprodukte sehr gefragt waren. Daneben wurde die binnenländischen und private Nachfrage durch die niedrigen Getreidepreise, die durch den effizienten Handel mit dem Baltikum möglich waren, stimuliert: Durch das Geld, das die Menschen nicht mehr nur für Getreide ausgeben mussten, erhöhte sich die Nachfrage nach anderen Nahrungsmitteln und Konsumgütern, eben auch nach Milchprodukten, stark. Diese hohe Nachfrage und der damit verbundene Preisanstieg gab den Bauern wiederum einen Anreiz noch effizienter zu werden, was sie dann durch Verbesserungen in der Viehhaltung und des Futters wurden.36

Aber auch in anderen Bereichen der Landwirtschaft setzte ein Wandel ein, der ebenso wie die Ausweitung der Viehwirtschaft seinen Ursprung im Import von Getreide und den daraus resultierenden freien Kapazitäten in Arbeitskraft und Land hatte. Zudem spielte das anhaltend niedrige Preisniveau für das existenzielle Nahrungsmittel Getreide hierbei eine große Rolle. Mit dem Gartenbau entwickelte sich ein neuer Zweig der Landwirtschaft. Noch im 16. Jahrhundert waren Obst und Gemüse in den Niederlanden wie auch im restlichen Europa nicht wichtig für die breite Bevölkerung; im Gegenteil: Lediglich in den Gärten der Oberschicht konnte man den Anbau von Obst und Gemüse vorfinden.37 Die Anfänge des Gartenbaus lagen in der Umgebung von Städten und hier v.a. in den Gegenden um Leiden und Delft.38 Im Laufe des 17. Jahrhunderts erlebte der Gartenbau einen Aufschwung, der hier seinen Anfang nahm und währenddessen sich neben den genannten noch zwei weitere Zentren herauskristallisierten: Langedijk und Enkhuizen wurden ebenfalls wichtige Standorte für den Anbau von Obst und Gemüse.39 Wichtige Produkte in diesen Gegenden waren Zwiebeln, Senfkörner, Koriander und andere Gartenprodukte sowie Baumfrüchte. Und auch ein Erzeugnis, für das die Niederlande heute in der ganzen Welt bekannt sind, erlebte hier in der tulip mania 1636/37 seinen ersten Boom: die Tulpe.40

Neben dem niedrigen Preisniveau für Getreide und die daraus resultierende Nachfrage nach Produkte des Gartenbaus spielten aber auch der schon erwähnte starke Urbanisierungsgrad der Niederlande und v.a. das im Vergleich zum restlichen Europa gut ausgebaute und fortschrittliche Transportsystem eine entscheidende Rolle.41 Durch dieses war es möglich die gärtnerischen Erzeugnisse mit der steigenden Nachfrage zu vereinbaren und so die großen Produktionsmengen in einer angemessenen Zeit vom Erzeuger zum Kunden zu bringen.42 Ohne diese ausgebaute Infrastruktur lohnte es sich zuvor nicht, die noch zu niedrige Nachfrage zu befriedigen.

Die steigende Nachfrage nach höherwertigen agrarischen Gütern hatte zudem eine Wertsteigerung des recht knappen Ackerlandes zur Folge.43 In den Niederlanden war es bereits seit dem Mittelalter üblich, das Land durch Trockenlegung und Einpolderung urbar zu machen, nun nahm dies aber größere und auch professionellere Ausmaße an.44 Die Landgewinnung war einerseits ein Resultat der Getreideimporte aus dem Ostseeraum, da das Land nun für andere, profitablere landwirtschaftliche Produkte genutzt werden musste bzw. konnte. Auf der anderen Seite war sie erst der Auslöser für die Massenimporte von Getreide, da bemerkt wurde, dass man nicht unendlich viel Land zur Verfügung hatte und es somit effizienter genutzt werden musste als mit dem Anbau von Getreide, da sich sonst der hohe Aufwand der Urbarmachung nicht gelohnt hätte. Die Aussichten auf Profit waren aber durch die neuen Feldfrüchte so groß, dass Investoren Land trocken legten und ganze Seen verschwanden, um die neuen Möglichkeiten des Ackerbaus auszunutzen.45 Nur durch die effizientere Nutzung des Landes durch Gartenbau, Viehzucht und die damit verbundenen neuen Futterpflanzen, die gewinnbringend verkauft werden konnten, wurde dieser Aufwand profitabel. Für den Anbau von Getreide, welches noch nicht einmal mit einem großen Gewinn verkauft werden konnte, wären solche Landgewinnungsmaßnahmen kaum gewinnversprechend gewesen. Allein zwischen 1590 und 1665 wurden in Holland, Seeland und Friesland ca. 100 000 Hektar Land durch Trockenlegungen gewonnen.46

Neben der Landgewinnung wurden aber auch neue Rotationssysteme entwickelt und die Düngung ausgeweitet, wodurch der Anbau nochmals effizienter wurde. Vor allem die Düngung wurde, ebenso wie der Aufschwung des Gartenbaus, durch die Urbanisierung stark beeinflusst: Es wurde nicht mehr nur von dem Vieh, das auf der Weide stand, gedüngt sondern auch mit Abfällen aus der Stadt. So wurden Gewerbeabfälle in den Städten eingesammelt und als Dünger auf das Land verkauft.47 Auch hier wurde wieder von der ausgebauten Infrastruktur, die schon den Gartenbau einträglich gemacht hatte, profitiert.

[...]


1 Davon zeugen v.a. zahlreiche Monographien und Aufsatzsammlungen, die sich ausschließlich mit dem Handel der niederländischen Republik beschäftigen. Vgl. beispielsweise: ISRAEL, Jonathan Irvine, Dutch primacy in world trade 1585 - 1740, Oxford 1989; ENDHOVEN, Victor, POSTMA, Johannes (Hrsg.), Riches from Atlantic commerce: Dutch transatlantic trade and shipping, 1585 - 1817, Leiden 2003; IRWIN, Douglas A. (Hrsg.), Trade in the pre-modern era, 1400 - 1700 (= The growth of the world economy, Bd. 2), Celtenham 1996.

2 Vgl. Kapitel 2.3 dieser Arbeit.

3 ISRAEL, Jonathan Irvine, Dutch primacy in world trade 1585 - 1740, Oxford 1989, S.12.

4 UFER, Ulrich, Welthandelszentrum Amsterdam: Globale Dynamik und modernes Leben im 17. Jahrhundert, Köln 2008, S. 8.

5 VRIES, Jan de, WOUDE, Ad van der, The first modern economy: success, failure and perseverance of the Dutch economy, 1500 - 1815, Cambridge 1997, S. 10 - 12.

6 UFER, Welthandelszentrum Amsterdam, S. 8 - 11.

7 Ebd., S. 11.

8 Auch Blütezeiten anderer Kulturen und Städte standen, was geographische Voraussetzungen angeht, nicht immer unter einem guten Stern: So hatten wohl die Athener oder Bewohner Venedigs ähnliche Probleme und erreichten dennoch einen immensen Wohlstand. Vgl. hierzu: UFER, Welthandelszentrum Amsterdam, S. 14.

9 VRIES, WOUDE, The first modern economy, S. 14.

10 DAVIDS, Karel, Technological change and the economic expansion of the Dutch Republic, 1580 - 1680, in: Ders., Leo Noordegraaf, The Dutch economy in the Golden Age: nine studies, Amsterdam 1993, S. 91.

11 NORTH, Michael, Das Goldene Zeitalter: Kunst und Kommerz in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts, 2. erw. Aufl., Köln 2001, S. 20.

12 HOUTTE, J.A. van, An Economic History of the Low Countries 800 - 1800, London 1977, S. 135.

13 LADEMACHER, Horst, Die Niederlande - Politische Kultur zwischen Individualität und Anpassung, Berlin 1991, S. 280.

14 VRIES, WOUDE, The first modern economy, S. 62 - 63.

15 HOUTTE, An Economic History of the Low Countries, S. 135 - 136.

16 VRIES, Jan de, European Urbanization 1500 - 1800, London 1984, S. 215 - 217.

17 Treaty of the Union, eternal alliance and confederation made in the town of Utrecht by the countries and their towns and members, 29 January 1579, hrsg. v. E.H. KOSSMAN, A.F. MELLINK, in: Dies. (Hrsg.), Texts concerning the Revolt of the Netherlands, Cambridge 1974, S. 165 - 173.

18 Edict of the States General of the United Netherlands by which they declare that the king of Spain has forfeited the sovereignty and government of the afore-said Netherlands, with a lengthy explanation of the reasons thereof, and in which they forbid the use of his name and seal in these same countries, 26 July 1581, hrsg. v. E.H. KOSSMAN, A.F. MELLINK, in: Dies. (Hrsg.), Texts concerning the Revolt of the Netherlands, Cambridge 1974, S. 216 - 228.

19 NORTH, Michael, Geschichte der Niederlande, München 1997, S. 39.

20 Wilhelm von Oranien (*1533 - †1584) wurde 1559 zum Statthalter des Königs in Holland, Zeeland und Utrecht erklärt, entwickelte sich aber im Laufe seiner Amtszeit zur zentralen Figur des Aufstandes der Niederlande gegen die spanische Krone. Vgl. VOGLER, Günter, Europas Aufbruch in die Neuzeit 1500 - 1650 (= Handbuch der Geschichte Europas, Bd. 5), Stuttgart 2003, S. 92 - 95.

21 HUGGETT, Frank E., The Modern Netherlands, London 1971, S. 31.

22 Johann von Oldenbarnevelt (*1547 - †1619) war ab 1586 Landesadvokat und späterer Ratspensionär von Holland. Er handelte 1609 den 12jährigen Friedensschluss mit Spanien aus. Vgl. VOGLER, Europas Aufbruch in die Neuzeit, S. 96 - 101.

23 Waffenstillstand von Antwerpen zwischen Spanien und den Vereinigten Niederlanden, 9. April 1609, hrsg. v. Fritz DICKMANN, in: Ders. (Hrsg.), Renaissance - Glaubenskämpfe - Absolutismus (= Geschichte in Quellen, Bd. 3), München1966, S. 399 - 401.

24 Friedrich Heinrich (*1584 - †1674) war der jüngste Sohn Wilhelm von Oraniens; wurde 1625 Statthalter der Vereinigten Niederlande und blieb dies bis zu seinem Tod 1674. Vgl. VOGLER, Europas Aufbruch in die Neuzeit, S. 96 - 101.

25 Für detaillierte Informationen vgl. ISRAEL, Jonathan Irvine, The Dutch Republic - its rise, greatness and fall 1477 - 1806, Oxford 1995.

26 Der Frieden von Münster zwischen dem König von Spanien und der Republik der Vereinigten Niederlande 1648, hrsg. und übersetzt v. Johannes ARNDT, Münster 1998.

27 BOGUCKA, Maria, Amsterdam and the Baltic in the First Half od the Seventeenth Century, in: Douglas A. Irwin (Hrsg.), Trade in the pre-modern era, 1400 - 1700 (= The growth of the world economy, Bd. 2), Celtenham 1996, S. 434.

28 VRIES, Jan de, The Dutch Rural Economy in the Golden Age, 1500 - 1700, New Haven 1974, S. 165.

29 DRIESSEN, Christoph, Geschichte der Niederlande: Von der Seemacht zum Trendland, Regensburg 2009, S. 65.

30 WEE, Herman van der, The Agricultural Development of the Low Countries as revealed by the Tithe and Rent Statistics, 1250 - 1800, in: Ders., Eddy Van Cauwenberghe (Hrsg.), Productivity of Land and Agricultural Innovation in the Low Countries (1250 - 1800), Leuven 1978, S. 11.

31 BIELEMAN, Jan, Dutch Agriculture in the Golden Age, 1570 - 1660, in: Karel Davids, Leo Noordegraaf (Hrsg.), The Dutch economy in the Golden Age: nine studies, Amsterdam 1993, S. 165.

32 Der Ackerbau auf dem durch zu einseitige Bewirtschaftung weniger fruchtbaren Boden hätte mehr Arbeitskraft in Anspruch genommen; zudem war der Anbau nun weniger effizient. Die Ressourcen konnten durch die Viehzucht besser ausgeschöpft werden. Vgl. BIELEMAN, Dutch Agriculture in the Golden Age; S. 165.

33 Beispielsweise stieg in Leewarderadeel die Haltung von Vieh zwischen 1566 - 74 und 1711 - 23 stark an: Lag die durchschnittliche Zahl an Tieren1566 - 1574 noch bei 14 Tieren pro Hof, war sie 1711 - 1723 auf über 24 Tiere gestiegen. Vgl. VRIES, The Dutch Rural Economy, S. 139.

34 Ebd., S. 141.

35 ISRAEL, Dutch primacy in world trade, S. 25.

36 NORTH, Das Goldene Zeitalter, S. 23.

37 Ebd.

38 BIELEMAN, Dutch Agriculture in the Golden Age, S. 169.

39 VRIES, The Dutch Rural Economy, S. 154.

40 PRAK, Maarten, The dutch republic in the seventeenth century, Cambridge 2002, S. 89.

41 VRIES, The Dutch Rural Economy, S. 153.

42 VRIES, The Dutch Rural Economy, S. 153.

43 NORTH, Das Goldene Zeitalter, S. 23.

44 VRIES, The Dutch Rural Economy, S. 144.

45 DAVIDS, Technological change, S. 65.

46 HUGGETT, The Modern Netherlands, S. 38.

47 VRIES, The Dutch Rural Economy, S. 150.

Details

Seiten
53
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640553938
ISBN (Buch)
9783640553372
Dateigröße
607 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v144942
Institution / Hochschule
Universität Mannheim – Historisches Institut
Note
1,7
Schlagworte
Niederlande Wirtschaft Handel wirtschaftliche Sektoren Goldenes Zeitalter Golden Age Landwirtschaft Industrie

Autor

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Titel: Die wirtschaftliche Entwicklung der Niederlande 1581-1660