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Die Industrie- und Handelskammer: Woher kam sie? Was hat sie mit Pädagogik zu tun? Was für einen Einfluss hat sie?

Eine Analyse

Seminararbeit 2009 14 Seiten

Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1 Aufgabenstellung und Vorgehensweise
1.2 Ausdifferenzierung und Erläuterung der pädagogischen Begrifflichkeiten und Handlungsfelder

2. Handlungsformen
2.1 Handlungsfelder der Pädagogik mit dem Zusammenhang der Erwachsenenbildung
2.1.1 Unterrichten
2.1.2 Informieren
2.1.3 Beraten
2.1.4 Arrangieren
2.1.5 Animieren
2.2 Fazit der Handlungsfelderläuterung

3. Bearbeitungsmodalitäten und Analysekriterien

4. Fokussierung auf die IHK
4.1 Historische Entwicklung
4.2 Geschäftszweige und Aufgaben (Abstract)
4.3 Ansehen der IHK national/international und die resultierende Auswirkung auf die Gesellschaft

5. Pädagogischer Aspekt
5.1 Differenzierung
5.2 Erwachsenenbildnerische Ausbildung/Weiterbildung abseits der beruflichen Erstausbildung
5.3 Selbstbestimmtes/Selbstorganisiertes Lernen

6. Einfluss auf die Gesellschaft

7. Abschließende Bemerkungen und Fazit

8. Literaturangaben/Quellen

1. Einleitung

1.1 Aufgabenstellung und Vorgehensweise

Im Zuge meines Studiums im Fachbereich für Humanwissenschaften, des Faches Pädagogik B.A., an der Technischen Universität in Darmstadt wurden wir, die Studenten im zweiten Semester, mit der Seminaraufgabe betraut, eine wissenschaftliche Arbeit im Seminar „Berufsfelderkundung“ zu verfassen. Hierbei handelt es sich um eine kritische Auseinandersetzung mit den pädagogischen Fragestellungen, die in einem dedizierten pädagogischen Feld erarbeitet werden sollen. In meiner Ausführung werde ich auf die Ursprünge pädagogischen Handelns eingehen, um eine Weiterführung in den Bereich der Erwachsenenbildung und der in diesem Gebiet geltenden Konzeptionen zu ermöglichen. Hierzu verwende ich Analysekriterien, welche vorab im Seminar „Berufsfelderkundung“ im Fach Pädagogik, von der Studentenschaft erarbeitet wurden. Der von mir bewusst gewählte systematische und chronologisch so dargestellte Sachverhalt dient der Vereinfachung und der besseren Verständniserlangung meines Themas. Ich werde anhand dieser Methoden, die im pädagogischen Arbeitsbereich befindlich sind, eine Analyse durchführen. Diese soll die Fragestellung klären, in wie weit diese Vorgehensweisen und die daraus resultierende Methoden, mit dem Schwerpunkt in der Andragogik, auf die Institution der Industrie und Handelskammer (IHK) in Deutschland zu tragen kommen. Dieser Punkt wird vorab durch die strukturelle Erläuterung der Institution eingeleitet.

1.2 Ausdifferenzierung und Erläuterung der pädagogischen Begrifflichkeiten und Handlungsfelder

Wie bereits in den einführenden Worten erläutert, möchte ich damit beginnen, den Begriff der Pädagogik, beziehungsweise des Pädagogen, etymologisch zu definieren. Betrachten wir die Wortherkunft „Pädagoge“ genauer. Dieses Wort besteht aus zwei griechischen Begriffen. Die Zusammensetzung aus „pais“, Kind/Knabe und „agein“, führen bezeichnete den „paidagogos“ (vgl. Sesink, 2009). Hermann Giesecke konkretisiert den Pädagogen, so wie es dem Wortsinn entspricht, als jemanden, der Kinder führt (vgl. Giesecke, 2007, S.9). In der Antike bestand die Aufgabe des Pädagogen darin, den Knaben ins öffentliche Leben zu führen und diesen vor Widrigkeiten, die es mit sich bringen kann, zu schützen. Allgemein betrachtet hat diese ihm zugetragene Aufgabe augenscheinlich nichts mit dem heutigen Verständnis der Pädagogik zu tun, doch auch hier möchte ich auf die Wortherkunft des Begriffes „Pädagogik“ nicht verzichten, um eine vereinfachte Darstellung zu erhalten. Aus dem Griechischen rührend, bedeutete das Ursprungswort „paidagogia“ nichts anderes als eine Art Entwicklungsbegleitung (vgl. Sesink, 2009). Diese Entwicklungsbegleitung gilt noch heute. Dabei beziehe ich mich nicht nur auf die Begleitung von Kindern, beziehungsweise Unmündiger, sondern auch auf die pädagogische Erwachsenenbildung und deren sinnbildliche Begleitung im Verlauf des Berufslebens und der individuellen Weiterbildung. Als pädagogisches Handeln wird also ein Akt verstanden, der im sozialen Kontext Anderer geschieht. Ob es die Führung und Begleitung von Kindern oder Erwachsenen anbelangt, so ist es immer als ein Eingriff in das Leben und das soziale Konstrukt einer anderen Person angesehen. Diese aktive Handlung bedarf mehrerer Methoden, auf die ich nicht in vollem Umfang eingehen, sondern sie nur anschneiden werde. Ich erläutere in diesem Zusammenhang grundlegende Formen pädagogischen Handelns, die ebenfalls im Sektor der Andragogik zu tragen kommen. Die Professionalität des Pädagogen lässt sich laut Giesecke durch die „planmäßig[e] und zielorientiert[e]“ (Giesecke, 2007, S.76) Vorgehensweise an bestimmten, der Gesellschaft zugänglichen, Institutionen zu praktizieren. Dabei werden fünf pädagogische Handlungsformen durchgeführt welche ich nun im Anschluss darstellen möchte.

2. Handlungsformen

2.1 Handlungsfelder der Pädagogik mit dem Zusammenhang der Erwachsenenbildung

Die Grundformen erzieherischer Tätigkeit basieren somit immer auf diese fünf Methoden, Unterrichten, Informieren, Beraten, Arrangieren und dem Animieren (vgl. Giesecke, S.76).

2.1.1 Unterrichten

Um mit dem Begriff des Unterrichtes zu beginnen, möchte ich das durchgängig in der Gesellschaft bestehende Bild erläutern. Als Unterricht gilt eine Lehraktivität in der Pädagogik, wie sie allgemein in der Schule zu finden ist. Diese Art zu agieren ist anhand einer „face-to-face“ Umgebung gebunden. Dabei steht der Lehrer vor der Klasse und vermittelt den Schülern entsprechende Inhalte, die für die Erlangung schulischer Qualifikationen notwendig sind. Diese Handlungsform ist „[…] die einzige pädagogische Handlungsform, die nicht unmittelbar dem Alltagsleben verhaftet bleibt […]“ (Giesecke, 2007, S.79). Gekennzeichnet durch diese Distanzierung des Alltagslebens, ist diese Variante für die Erwachsenen- und Weiterbildung unzureichend. In diesem Sektor geht es um punktuelle Lehrelemente, die eine ungleich höhere Transferleistung in die Berufswelt benötigen und nur durch die Verkettung von bereits vorhandenen Erfahrungswerten voll zur Geltung kommt. Die Form des Frontalunterrichts führt zu einem Gefälle zwischen Lehrendem und Lernendem und ist bei der genaueren Betrachtung für die andrologische Konzeption nur für Vorträge zu gebrauchen, bei denen ein der Dozenten durch das höhere fachliche Wissensfundus den Teilnehmern als höhergestellt gilt.

2.1.2 Informieren

Der Informationsbegriff lässt sich dadurch definieren, dass es einen Bezug auf aktuelle Lebenssituationen gibt. Anders als beim Unterrichten werden individuelle Sachverhalte aufgegriffen und diese aktiv in die Lehrsituation eingebunden. Informieren kann somit nur der, der über ein höheres Wissen über eine bestimmte Gegebenheit verfügt als der Adressat. Hierbei kann die Information auch außerhalb einer Lehrumgebung, wie sie in der Schule allgemein anzutreffen ist, durch Skripte oder schriftliche Ausarbeitungen erfolgen, die dem erhöhten Wissenserwerb dienlich sind. Hierbei gilt eine andere Erwartungshaltung des Pädagogen. Im Zuge der Informationsvermittlung erwartet dieser, dass man sich auch daran hält, beziehungsweise diese beachtet. Giesecke erwähnt das Beispiel, worin sich die Information bezüglich einer Gefahr in einem Ferienlager, mit der Erwartung des Pädagogen deckt, dass diese entsprechen gemieden wird (vgl. Giesecke, 2007 S.86). Eine erhöhte interaktionsbereitschaft beider Partner ist somit unabdingbar, um eine deutliche Informationsweitergabe zu gewährleisten und diese entsprechend zu bewerten und durchzusetzen.

2.1.3 Beraten

Bei der Beratung steht der Ratsuchende im Fokus. Dieser ist sozusagen in der „Bringschuld“. Anders als in den zuvor genannten Formen pädagogischen Handelns geht hier die Intention hauptsächlich vom Lernenden/zu Beratenden aus. Hierbei wird vorausgesetzt, dass die beratende Institution oder die entsprechende Person anhand Erfahrungswerten, Wissen oder anderer Kompetenzen in der Lage ist ein Problem zu lösen, bzw. einen Lösungsansatz zu eruieren, welches subjektiv auch als solches erkannt wird und einer Notwendigkeit der Lösung bedingt (vgl. Giesecke, 2007, S.89).Beratung findet somit in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens statt. Im Bezug zur Erwachsenenbildung steht der beratende Aspekt dem gegenüber, dass dieser differenziert betrachtet und individuell gelöst werden kann. Anhand verschiedener Angebote kann sich der Ratsuchende somit punktuell für die Erreichung seiner Bildungsziele konzentrieren und die für ihn beste Variante wählen. Es ist wichtig, dass ein Verständnis des Pädagogen angenommen wird, welches ihm ermöglicht die Situation zu überschauen und mit gegebenem professionellem Abstand zu reflektieren. Gleichsam ist es von großer Wichtigkeit, eine Kontinuität aufzubauen um den Beratungserfolg messen zu können. Kein Schiff wird führerlos über den Ozean kommen und somit bedarf es bei der Beratung um bilaterale Feedbackgespräche.

2.1.4 Arrangieren

Betrachten wir die Bedeutung des Begriffes „Arrangement“ im Kontext mit einer pädagogischen Handlung, so müssen wir diese eingrenzen, da es allerhand Gegebenheiten im Leben gibt, die eines durchdachten Arrangements bedürfen. In diesem Zusammenhang hier entwickelt der Pädagoge eine Situation in dem der Lernende eigenständig einen Sachverhalt zu klären hat. Dies setzt ein erhebliches Maß an Selbstbestimmtheit und Eigenorganisation voraus. Im Lehr-Lernzusammenschluss arrangiert der Lehrende eine Lernumgebung, die mittels vorgegebener Richtlinien oder Methoden (z.B. Gruppenarbeit) dazu führen sollen, ein Thema selbständig von den Kursteilnehmern erarbeitet zu lassen (vgl. Giesecke, 2007, S.95). In der andragogischen Lehrsituation werden diese Arrangements Großteils angewandt, da, ganz im Gegensatz zu den zuvor von mir genannten Handlungsfelder, diese eine Egalisierung der Lehrenden und Lernenden voraussetzt. Diese werden somit zu gleichberechtigte Partner, die gemeinsam an der Lösung eines Problems beteiligt sind, wobei der Hauptteil dieser Tätigkeit aktiv vom Lernenden geführt wird und der Lehrende das Ergebnis bewertet und notfalls interveniert. Somit wird der Erzieher von der Ebene des „Stoffdarbieters“ hin zum „Lernhelfer“ transponiert.

2.1.5 Animieren

Ich komme nun zum fünften der Begriffe, dem Animieren. Unter „Animieren“ versteht man jemanden zu etwas von außen hin zu bewegen. Die pädagogische Notwendigkeit der Animation ist somit eine wichtige Handlungsweise, die durchdacht sein muss. Im erzieherischen Feld dient sie der Bewältigung einer von Pädagogen arrangierte Lernsituation. Hierbei gilt es, die Teilnehmer dazu zu bringen, sich aktiv am Geschehen in der Lernumgebung zu beteiligen. Die daraus resultierende Motivation vereinfacht das aufnehmenvon Lerninhalten. Im Bereich der Erwachsenenbildung dient dieser Animationsfaktor dazu, Kursteilnehmer eine Art beizubringen, wie sie eigenständig und lösungsorientiert in Eigenregie, also in einer zuvor arrangierten Lernsituation, zum effektivsten Ergebnis kommen, um ihre gesteckten Ziele im Weiterbildungssektor zu erreichen. Es ist eine wichtige Aufgabe des Pädagogen Lernende zu animieren, die aus eigenem Antrieb, ob aus Angst oder anderen Beweggründen, nicht in der Lage wären, diese Ziele zu erreichen.

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Details

Seiten
14
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640531745
ISBN (Buch)
9783640531868
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v144829
Institution / Hochschule
Technische Universität Darmstadt – Pädagogik
Note
1,0
Schlagworte
IHK Pädagogik Berufsfelderkundung pädagogische Praxis

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