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Feinkost Adam - Medienrezeptionen einer umstrittenen Ausstellung

Seminararbeit 2002 34 Seiten

Medien / Kommunikation - Massenmedien allgemein

Leseprobe

Inhalt

1. Feinkost Adam – eine umstrittene Ausstellung

2. Ausgewählte Medienprodukte
2.1 Fürther Nachrichten und Nürnberger Nachrichten – die Lokalpresse
2.2 Die Süddeutsche Zeitung – die überregionale Presse
2.3 Der Aufbau – die jüdische Presse
2.4 haGalil – ein jüdischer Onlinedienst

3. Vergleichende Betrachtung der Medienrezeption der Ausstellung Feinkost Adam
3.1 Darstellung der Künstlerin Anna Adam
3.2 Darstellung der Kunstobjekte
3.2.1 Dokumentation
3.2.2 Interpretation und Bewertung
3.3 Darstellung des Konflikts um die Ausstellung
3.3.1 Kritiker
3.3.2 Befürworter
3.4 Erklärungsansätze zur Problematik der Ausstellung
3.4.1 Generationskonflikt innerhalb der jüdisch-deutschen Gesellschaft
3.4.2 Konflikt zwischen reformorientiertem und orthodoxem Judentum
3.4.3 Grundsatzdebatte um die Konzeption des Jüdischen Museums Franken
3.4.4 Weitere Erklärungsansätze

4. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Primärquellen

Sekundärquellen

1. Feinkost Adam – eine umstrittene Ausstellung

„Ich [...] hatte einen interessanten Nachmittag mit Schmunzeln, Lächeln und Lachen.“[1]

Angela Blöth, Besucherin der Ausstellung Feinkost Adam in Fürth „Ich muss nach Worten ringen, um irgendwie den Spott und die Schmach, die ich und unsere Gemeinde über sich ergehen lassen müssen, zu formulieren.“[2] Netanel Wurmser, Rabbiner in Fürth

Wie die ausgewählten Zitate zeigen, zog die im Jüdischen Museum Franken in Fürth gezeigte Sonderausstellung Feinkost Adam eine sehr kontroverse Diskussion nach sich. Dreizehn Objekte der Künstlerin Anna Adam waren vom 6. März bis zum 16. Juni 2002 in die Dauerausstellung des Hauses integriert. Dies entspricht dem grundsätzlichen Konzept des Museums, zusätzliche Ausstellungsteile und Sonderexponate an die regulären Themenstationen „anzudocken“, um ein Thema zu vertiefen, zu ergänzen, aus einer anderen Perspektive zu beleuchten oder in einen anderen Interpretationszusammenhang zu stellen. Anna Adams Installationen kommentieren auf diese Weise die Ausstellungsstücke zur jüdischen Kultur und setzen sich mit verbreiteten Klischees gegenüber dem Judentum in Deutschland auf teils humorvolle, teils satirische bis provokante Weise auseinander.

Teile der Ausstellung waren bereits zwei Jahre zuvor im Berliner Centrum Judaicum zu sehen, mit äußerst positiven Kritiken. In Fürth dagegen häuften sich ab dem 23. März Beschwerden, vor allem von Seiten der örtlichen jüdischen Orthodoxie. In einem veröffentlichten Brief an den Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg, Arno Hamburger, beschuldigt der Fürther Rabbiner Netanel Wurmser Anna Adam des Antisemitismus und der Verbreitung neonazistischen Gedankenguts. Des Weiteren verglich er den Stil der Textbeiträge des Ausstellungsprospektes mit der Sprache des Nazihetzblattes Der Stürmer. Hamburger warf Künstlerin und Museumsleitung vor, religiöse Gefühle gläubiger Juden zu missachten und zu verletzen. Unterstützung erhielten die Kritiker unter anderem von Joel Berger, Sprecher der deutschen Rabbinerkonferenz, und dem Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, außerdem vom bayerischen Innenminister Günther Beckstein, die einstimmig die Schließung der Ausstellung forderten. Eine interne Abstimmung des wissenschaftlichen Beirates am 9.April und eine Sitzung des Trägervereins des Museums am 18.April 2002 beschlossen die Weiterführung, woraufhin die Ausstellungsgegner mit gerichtlichen Schritten drohten.

Nicht nur unter Besuchern und Vertretern der örtlichen jüdischen Gemeinde wurde Feinkost Adam heftigst diskutiert, auch in den Medien war die Ausstellung mehr und mehr umstritten. Über mehrere Wochen hinweg thematisierten Feuilletons und Kulturteile der regionalen und überregionalen Presse das umstrittene Werk. Auf diese für eine Kunstausstellung in einem historischen Museum außergewöhnlich breite Berichterstattung – insgesamt erschienen laut Fürther Nachrichten etwa 150 Artikel – ist auch das große öffentliche Interesse an Feinkost Adam zurückzuführen. In drei Monaten Laufzeit besuchten 7000 Menschen das Jüdische Museum Franken in Fürth.[3]

Im Folgenden möchte ich die Medienrezeption zu Feinkost Adam genauer betrachten und besonders der Frage nachgehen, inwiefern sich verschiedene Medien auf unterschiedliche Weise mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Haben Verbreitungsgebiet oder Ausrichtung auf eine bestimmte Lesergruppe Einfluss auf die Berichterstattung? Gibt es spezifische Ansätze, wie nicht-jüdische Journalisten einerseits und jüdische Journalisten andererseits einen explizit jüdischen Konfliktpunkt darstellen? Bieten die Neuen Medien, insbesondere das Internet, innovative Möglichkeiten, die Debatte eventuell umfassender wiederzuspiegeln als die konventionellen Printerzeugnisse?

Um einen konkreten Vergleich durchführen zu können, untersuche ich ausschließlich die Berichterstattung von vier repräsentativen Medienerzeugnissen. Diese werden in einem einleitenden Abschnitt jeweils kurz vorgestellt. Als Beispiel für Rezensionen der Lokalpresse betrachte ich die Fürther und Nürnberger Nachrichten, für die überregionale Presse die Süddeutsche Zeitung und als jüdisches Printmedium den Aufbau. Um auch die breite Reaktion der Neuen Medien nicht außer Betracht zu lassen, wird zusätzlich das Onlineangebot haGalil, das sich speziell mit jüdischen Themen beschäftigt, einbezogen. Im folgenden Teil vergleiche ich die Berichterstattungen bezüglich ausgewählter Gesichtspunkte, beginnend mit der Frage, wie die Künstlerin Anna Adam dargestellt ist. Des Weiteren wird die journalistische Dokumentation, Interpretation und Beurteilung der Ausstellungsobjekte ausgewertet und untersucht, wie Gegner und Befürworter im Konflikt um Feinkost Adam beschrieben sind. Schließlich ist für mich von Interesse, welche Gründe die Medien als ausschlaggebend für die Zuspitzung des Streits anführen.

2. Ausgewählte Medienprodukte

2.1 Fürther Nachrichten und Nürnberger Nachrichten – die Lokalpresse

Die Nürnberger Nachrichten und ihre Fürther Lokalausgabe erscheinen nur in einem begrenzten Verbreitungsgebiet, nämlich dem Ballungsraum Nürnberg-Fürth-Erlangen und dessen angrenzenden Landkreisen, und sind demzufolge als ein Medium der Lokalpresse zu betrachten. Innerhalb der Region lesen sie durchschnittlich 3.015.000 Menschen pro Tag, was einer sehr großen Reichweite von 59,4% im Verbreitungsgebiet entspricht. Eine aktuelle Media-Analyse gibt Aufschluss über die Zusammensetzung der Leserschaft der Fürther und Nürnberger Nachrichten. Es fällt auf, dass über die Hälfte der Leser älter als 50 Jahre sind. 13% haben Abitur, nur 8% ein abgeschlossenes Studium vorzuweisen. Dementsprechend niedrig ist auch das durchschnittliche Haushaltseinkommen – nur jeder Dritte verdient mehr als 2500 Euro. Folglich lässt sich hier von einer Zielgruppenausrichtung auf eine weniger intellektuelle, mittelständische und vorzugsweise ältere Leserschaft ausgehen.[4]

Die Feinkost Adam betreffende Berichterstattung der beiden Tageszeitungen ist sehr ausführlich, da sie als Lokalzeitungen das unmittelbare Interesse der Bevölkerung, die, wenn sie nicht schon selbst als Besucher im Jüdischen Museum waren, dieses doch zumindest kennen, voraussetzen können. Auch die am Konflikt beteiligten Personen sind als örtliche „Prominenz“ bekannt. Aufgrund der großen Materialfülle habe ich die zu analysierenden Artikel auf eine Auswahl von 16 Beiträgen beschränkt.

2.2 Die Süddeutsche Zeitung – die überregionale Presse

Die Süddeutsche Zeitung gehört zu den größten deutschen Tageszeitungen. Zwar liegt ihr Verbreitungsschwerpunkt im südlichen Bundesgebiet, wo 5,1% der Bevölkerung regelmäßig die SZ kaufen, sie wird aber über Abonnements und im Einzelhandel in ganz Deutschland vertrieben. Laut einer aktuellen Analyse der Zeitung lesen demnach durchschnittlich 1.150.000 Menschen täglich die SZ. Auffallend ist der hohe Bildungsstand der SZ-Leser: 83% haben Fachhochschulreife oder Abitur und ein Studium vorzuweisen. Die berufstätige Leserschaft besteht vorwiegend aus Angestellten und Beamten; nur 8% sind Arbeiter. Dementsprechend liegt auch das durchschnittliche monatliche Haushaltseinkommen eines Großteils der Rezipienten über 3000 Euro netto. Allgemein kann man hier von einer Zielgruppenausrichtung auf eine gehobene Leserschaft sprechen.[5]

Zu Feinkost Adam erschienen in der Süddeutschen Zeitung mehrere kurze Meldungen, die Artikel „Schwere Feinkost“, „Schwer verdauliche Feinkost“, „Sodom und Andorra“, „Bittere Feinkost“, „Feinkost Adam wird nicht geschlossen“ und „Verdorbene Kost“, außerdem der Kommentar „Kampagne gegen den Museums-Chef“. Die im Vergleich zu anderen überregionalen Tageszeitungen relativ umfangreiche Berichterstattung erklärt sich mit dem Verbreitungsschwerpunkt im südlichen Bundesgebiet. Da die süddeutschen Leser die Ausstellung eventuell selbst besuchen könnten und dem Konflikt durch die Einschaltung des bayerischen Innenministers beinahe der Status einer innenpolitischen Krise zukam, ist das Interesse der SZ-Leserschaft dementsprechend höher.

2.3 Der Aufbau – die jüdische Presse

Die 1934 in New York gegründete, momentan vierzehntägig erscheinende jüdische Zeitung richtet sich vor allem an deutsch-jüdische Emigranten und deren Nachfahren in den USA, außerdem an in Israel und Deutschland lebende Juden. Während des Nazi-Regimes und danach galt das Blatt als wichtigstes Verbindungsmedium der in alle Welt verstreut lebenden jüdischen Familien und übernahm eine große Rolle in der Aufklärung von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Dritten Reich. Heute sieht sich der Aufbau nach eigenen Angaben als „Podium der Verständigung und des Dialoges zwischen Juden und Nicht-Juden“[6]. Hauptzielgruppe sind inzwischen nur noch die zweite und dritte Generation der in den USA lebenden Emigranten; auf vier englischsprachigen Seiten wird auch über das politische und kulturelle Leben der jüdischen Bevölkerung in Deutschland berichtet. Diesem Umstand ist es wohl zuzuschreiben, dass der Aufbau Feinkost Adam nur in einem einzigen Artikel zur Eröffnung der Ausstellung am 21.März 2002 näher betrachtet. Wie auch im zweiten großen jüdischen Printmedium, der Jüdischen Allgemeinen, wurde hier über Feinkost Adam nur sehr knapp berichtet. Zur späteren Entstehung des Konfliktes, der ja in ganz Deutschland weite Kreise zog, finden sich keine Informationen. Bezüglich der Gründe für diese äußerst knappe Berichterstattung ließ sich leider von der Aufbau -Redaktion keine Stellungnahme erreichen.[7]

2.4 haGalil – ein jüdischer Onlinedienst

Im Gegensatz zur jüdischen Printpresse bietet der größte jüdische Onlinedienst haGalil eine sehr ausführliche Online-Berichterstattung, was außergewöhnlich ist, da ein kulturelles Ereignis wie die Ausstellung Feinkost Adam selten im Internet (das ja vorwiegend als Unterhaltungs- und Informationsmedium genutzt wird), sondern eher in Presse und Fernsehen eine größere Reaktion hervorruft.

Seit November 1995 besteht das größte jüdische Onlineangebot Europas, das sich nach eigenen Angaben an „ Juden und an Personen, die sich für das Judentum interessieren“[8] richtet. Im Oktober 2000 kamen 36% der Nutzer aus Deutschland, 25% aus Israel und 19% aus Nordamerika[9]. Die genaue Anzahl der Leser ist schwer zu ermitteln, aber mit 789 754 Besuchen pro Monat gehört das Angebot mit Sicherheit zu den besser angenommenen Seiten. Da das Internet grundsätzlich ein relativ junges Medium ist, kann man auch von einem Durchschnittsalter der Nutzergruppe ausgehen, das jedenfalls nicht über 30 Jahren liegt.

haGalil entstand als eine private, nichtkommerzielle Initiative, die es sich zur Aufgabe machte, die Heterogenität jüdischen Lebens in Deutschland und Europa zu dokumentieren. Zu diesem Zweck sammeln und verlinken die Gründer David G. und Eva E. jüdische Internetseiten, bieten Informationen zu allen Bereichen aktueller jüdischer Kultur, von Popmusik über Kochrezepte bis hin zu politischen und religiösen Fragen, und stellen Foren und Chats zu verschiedensten Themen zur Verfügung.

„Im Internet sehen wir eine Moeglichkeit, Informationen und Meinungen frei und unabhaengig anzubieten. Die Moeglichkeit zur Verknuepfung verschiedener Ansichten ist hier in einzigartiger Weise gegeben“[10], heißt es im Editorial.

Auf haGalil findet sich unter dem Suchwort „Feinkost Adam“ neben den Artikeln „Klappe, die fünfte: Die alte Leier im Jüdischen Museum Fürth“ und „Pro und Kontra für eine Ausstellung: Feinkost Adam“ auch eine umfangreiche Dokumentation des Streits um die Ausstellung. Die Presseerklärung Anna Adams vom 2.April zur öffentlichen Kritik an ihren künstlerischen Werken wurde von haGalil ins Internet gestellt. Auch die Pressemitteilungen zur Sitzung des wissenschaftlichen Beirats des Jüdischen Museums am 9.April und zur Sitzung des Trägervereins am 18.April sind hier abrufbar. Außerdem erläutert Rabbiner Walter Rothschild in einer persönlichen Stellungnahme Gründe des Konflikts.

Als Sonderfall unter den Medienprodukten kann haGalil insofern betrachtet werden, als der Onlinedienst zusätzlich zu Artikeln und Informationen auch die für das Medium Internet typische Möglichkeit zu Meinungsäußerungen in Foren und Chats anbietet. So können die Nutzer eigene Standpunkte äußern, Fragen stellen und im Austausch mit andern Nutzern über Streitpunkte diskutieren. Besonders hervorzuheben ist das Angebot eines Live-Chats mit der Künstlerin Anna Adam, der am 23. April um 20 Uhr stattfand.

3. Vergleichende Betrachtung der Medienrezeption der Ausstellung Feinkost Adam

Vier sehr unterschiedliche Medienerzeugnisse mit teils konträren Zielgruppen und nicht übereinstimmenden Zielsetzungen zeichnen sich zweifellos auch durch sehr unterschiedliche Ansätze, Informationen und Wertungen in ihrer Berichterstattung aus. Die vergleichende Betrachtung des Pressespiegels beschäftigt sich zunächst mit Aspekten des medialen Interesses, die konkret die Ausstellung betreffen.

3.1 Darstellung der Künstlerin Anna Adam

Anna Adam als die Künstlerin, die Feinkost Adam erfunden und realisiert hat, steht selbstverständlich im Mittelpunkt des Konflikts und oft auch im Zentrum des medialen Interesses. Zumindest einige Informationen sind nötig, um den Hintergrund und die Motivation der für viele provokant erscheinenden Kunstobjekte verstehen zu können. Die Charakterisierung Anna Adams in den Medien vollzieht sich auf zwei unterschiedlichen Ebenen: Einerseits rezipiert der Leser die indirekte Beschreibung der Person durch einen Journalisten, andererseits kann er sich auch über direkte Zitate der Künstlerin ein Bild von ihrer Persönlichkeit machen.

Meist orientieren sich die Journalisten für ihre Kurzvorstellung der Künstlerin an den biografischen Informationen auf der Rückseite des Ausstellungsprospektes:

„Anna Adam wurde 1963 in Siegen geboren, studierte in Düsseldorf und Hannover. Seit 1997 ist sie Mitglied der Berliner jüdischen Künstlergruppe „meshulash“. [...] Sie lebt und arbeitet als Malerin und Bühnenbildnerin in Berlin.“[11]

Entsprechende Stellen finden sich in den ersten Berichten der Lokal- und Regionalpresse, bei haGalil und im einzigen Artikel des Aufbau. In den Folgeartikeln der Süddeutschen Zeitung, Nürnberger und Fürther Nachrichten beschränkt sich die Erläuterung oft auf das Attribut „Berliner Künstlerin“, ihren Geburtsort und ihr Geburtsjahr 1963[12]. Dies impliziert natürlich immer, dass Adam eine Jüdin der sogenannten „zweiten“ Generation ist, also den Holocaust selbst nicht miterlebt hat. Insbesondere als Hinweis auf mögliche Gründe des Konflikts kann dies als eine wichtige Information (Vgl. 3.4.1) gelten; allerdings wird dieser Zusammenhang hier nicht hergestellt. Auch der Zusatz, Adam sei eine „reformorientierte Jüdin“[13], der beispielweise in den Nürnberger Nachrichten auftaucht, wäre im Hinblick auf die anhaltende Grundsatzdiskussion zwischen orthodoxem und Reformjudentum eine genauere Ausführung wert (Vgl. 3.4.2). Nur im ersten Artikel der Fürther Nachrichten, der zur Ausstellungseröffnung erschien, waren zu diesem Aspekt noch einige zusätzliche Gedanken zur Künstlergruppe meshulash zu lesen:

„die Gruppe, in Berlin so berühmt wie berüchtigt, mischt sich ein, wenn es um Gedenkrituale und Erinnerungspolitik in Deutschland geht. Eine junge, zur Selbstironie fähige Künstler-Generation macht sich da ans Werk, die der hier zu Lande verbissen geführten Auseinandersetzung ums korrekte Erinnern und Begegnen mit eigenen Wegen kontert.“[14]

Des Weiteren betont die Süddeutsche Zeitung, meshulash praktiziere eine Erinnerungskultur „ohne Pathos“[15].

Im Allgemeinen beschränken sich die Anna Adam betreffenden Abschnitte der betrachteten Zeitungsartikel jedoch auf einige wenige Grundsatzinformationen, die nicht ausreichen, um einen Eindruck von der Persönlichkeit Anna Adam zu bekommen. Eine umfassendere Charakterisierung ergibt sich nur aus den Zitaten Adams, die die Medien anführen.

[...]


[1] N.N.: Grüne kritisiert Beckstein-Brief. In: Nürnberger Nachrichten (24.4.2002).

[2] Sohr, Stephan: Empörung über „Feinkost Adam“. In: Nürnberger Zeitung (30.3.2002)

[3] Vgl. Boll, Matthias: Spätherbstliche Brückenschläge. In: Fürther Nachrichten (14.6.2002).

[4] Vgl. N.N.: Ergebnisse Media-Analyse AG.MA anzeigen1.nordbayern.de/media/11_ergebnis_ma.html (gefunden am 30.8.2002). und N.N.: Werbeträger Nürnberger Nachrichten. anzeigen1.nordbayern.de/media/06_werbetraeger_nn.html (gefunden am 30.8.2002).

[5] N.N.: Media Daten. www.sueddeutsche.de/index.php?url=ueberuns/mediadaten&datei=index.php (gefunden am 30.8.2002).

[6] N.N.: Geschichte des Aufbau. aufbauonline.com/geschichte/ (gefunden am 30.8.2002).

[7] Vgl. N.N.: Geschichte des Aufbau. aufbauonline.com/geschichte/ (gefunden am 30.8.2002).

[8] G., David / E. Eva: Was ist haGalil onLine? haGalil onLine soll ein offenes Buch sein... www.hagalil.com/alenu/editor.htm (gefunden am 30.8.2002).

[9] Vgl. N.N.: haGalil onLine: Ein hochkarätiges Werbeumfeld!. w ww.hagalil.com/alenu/mediadata/statistik.htm (gefunden am 30.8.2002).

[10] G., D. / E. E.: Was ist haGalil onLine? www.hagalil.com/alenu/editor.htm (gefunden am 30.8.2002).

[11] Jüdisches Museum Franken in Fürth (Hrsg.): Feinkost Adam. (Ausstellungsprospekt).

[12] Vgl. beispielsweise Schmitt, Peter: Kampagne gegen den Museumschef. In: Süddeutsche Zeitung (3.4.2002)

[13] Jungkunz, Alexander: „Noch nicht ausgestanden“. In: Nürnberger Nachrichten (3.4.2002).

[14] Boll, M.: Schnäppchenware vom Klischee-Wühltisch. In: Fürther Nachrichten (6.3.2002).

[15] Schmitt, P.: Schwere Feinkost. In: Süddeutsche Zeitung (6.3.2002).

Details

Seiten
34
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783640531387
ISBN (Buch)
9783640531479
Dateigröße
605 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v144733
Institution / Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,0
Schlagworte
Feinkost Adam Anna Adams Bernhard Purin jüdisches Museum Journalismus Medienrezeption Judentum Nürnberger Nachrichten Süddeutsche Zeitung haGalil Aufbau Lokalpresse Presse jüdische Medien Antisemitismus

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