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NATO nach 1989

Entwicklungen, Probleme, Strategien

Referat (Ausarbeitung) 2009 12 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Int. Organisationen u. Verbände

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Ausgangslage vor und Entwicklungen nach 1989

4. Strategiewechsel der NATO I

5. Einsätze und Probleme der NATO

6. Strategiewechsel der NATO II

7. Die NATO heute

8. Fazit/Ausblick

9. Literaturverzeichnis

2. Einleitung

„Die NATO nach 1989“ ist der Themenschwerpunkt dieser Arbeit und soll die NATO näher beleuchten. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs entwickelten sich zwei militärische Verteidigungsorganisationen, die NATO und der Warschauer Pakt. Die NATO (North Atlantic Treaty Organisation) war das Verteidigungsbündnis der westlichen Alliierten und der Warschauer Pakt der sowjetischen Staaten. Nach dem Fall der Berliner Mauer änderte sich die politische Lage, auch der NATO.

Diese Veränderungen nach der Wende von 1989 bis heute werde ich im Folgenden darstellen. Zuerst erläutere ich die Situation beider Organisationen vor 1989, um die Ausgangslage für die Lage nach 1989 besser verständlich zu machen. Vor diesem Hintergrund gehe ich auf die Situation nach 1989 ein und es sollen zudem besonders die Probleme und Entwicklungen der NATO im Zuge der Strategien und der Einsätze deutlich gezeigt werden. Dabei soll auch auf die Rollen der USA und Russland in diesem Konflikt eingegangen werden.

Am Ende der Arbeit erfolgt nach einer Darstellung der aktuellen Einsätze bzw. der aktuellen Situation der NATO ein Fazit, welches die Hauptaspekte abschließend zusammenfasst und einen Ausblick auf die Zukunft der NATO geben soll.

3. Ausgangslage vor und Entwicklungen nach 1989

Vor dem Fall des Sowjetkommunismus gliederten sich die militärischen Verteidigungsbündnisse in zwei Lager. Die westlichen Alliierten organisierten sich nach Ende des Zweiten Weltkriegs in der NATO und die östliche Siegermacht, die Sowjetunion, organisierte sich mit ihren Bündnisstaaten in dem Warschauer Pakt. Im Zuge des Kalten Krieges und den zunehmenden Spannungen zwischen den entstandenen bipolaren Mächten beschränkte sich die Hauptaufgabe der jeweiligen Verteidigungsbündnisse auf die Verteidigung. Die Bundesrepublik Deutschland trat im Jahr 1955 der NATO bei. In diesen Zeiten, die vom Wettrüsten geprägt waren, musste stets mit Überraschungsangriffen des jeweils anderen Blocks gerechnet werden.[1]

Mit dem Fall der Berliner Mauer 1989 änderte sich die politische Konstellation grundlegend. Da der Sowjetkommunismus zerfiel, zerfiel gleichzeitig auch der Warschauer Pakt. Die NATO-Staaten und die Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes einigten sich auf dem Pariser Gipfel 1990 auf eine „Charta für ein neues Europa“. In dieser Charta sprachen sich alle Staaten gemeinsam für ein Europa in Frieden, Sicherheit, Wohlstand und Freiheit aus. Zudem verständigten sich die Staaten auf die Wahrung der Demokratie aus in Verbindung mit der Wahrung der Menschenrechte.[2]

4. Strategiewechsel der NATO I

Zugleich änderte sich auch die strategische Ausrichtung der NATO. Da die vormals nötige Verteidigungspolitik nach dem Zerfall der bipolaren Blöcke nicht mehr notwendig war, verständigte sich die NATO auf eine neue Strategie. Diese neue Strategie beinhaltete die Sicherung eines dauerhaften Friedens und die Wahrung und Achtung der Menschenrechte.

Hinzu kam das Bekenntnis weg von einem Wettrüsten, dem die Sowjetunion schon lange nicht mehr gewachsen war, hin zur militärischen Abrüstung und der damit einhergehenden Entschärfung der politisch-militärischen Lage.

Zuvor stellte sich direkt nach der Wende von 1989 die Existenzfrage der NATO. Vor dem Hintergrund dieser geschilderten Entschärfungsstrategie stellte sich u. a. die Frage, ob ein militärisches Bündnis noch notwendig sei. Die NATO-Staaten hielten die Existenz ihrer Institution weiterhin für notwendig und begannen, durch Verhandlungen und Einbindungen die Staaten des ehemaligen Warschauer Pakts mit einzubeziehen. Durch die gemeinsam entwickelte neue Strategie der Friedens- und Menschenrechtssicherung war die Fortführung der Legitimation der NATO gesichert.[3]

Noch deutlicher zeigte sich die Wichtigkeit der NATO während des Bosnienkrieges der UN von 1992 bis 1995 und des Kosovo-Kriegs 1999. Näheres dazu im folgenden Kapitel.

5. Einsätze und Probleme der NATO

Der vorhin erwähnte Bosnienkrieg war der erste echte Einsatz der NATO. Der Einsatz verhalf der NATO, sich zu profilieren und sich noch einmal nachdrücklich zu legitimieren. Schauen wir nun, wie sich der Bosnienkonflikt entwickelte und wie sich die NATO profilieren konnte.

Ausgangslage war der Zerfall des sozialistischen Jugoslawiens nach dem Tod des kommunistischen Führers Tito. Dadurch geriet Jugoslawien in eine zunehmende politische und wirtschaftliche Instabilität. Die Teilrepublik Serbien strebte, nachdem Slobodan Milosevic 1989 an die Macht gekommen war, nach einem Verbleib in Jugoslawien und dessen Stärkung. Die Bosnier hingegen und andere Teilrepubliken bzw. Ethnien wie der Kosovo, die Slowenen und die Kroaten wollten eigenständige Republiken werden. Es entstanden daraufhin viele Kämpfe um die Zukunft Jugoslawiens, die Bürgerkriegszustände erreichten. Milosevics erste Amtshandlung war, die Teilrepubliken Kosovo und Vojvodina zu entmachten und sein Plan war es, sich mithilfe der serbischen Nationalisten zum Anführer Jugoslawiens zu machen unter Vorherrschaft der Serben. Demgegenüber standen die anderen Ethnien und Teilrepubliken, die dies befürchteten und eigenständige Republiken werden wollten. Wie erwähnt, kam es zu heftigen Ausschreitungen und Bürgerkriegen. Beispiel hierfür ist der Kampf um die ostslawonische Stadt Vukovar, in der sich Slowenen und Serben um die Vorherrschaft der Stadt bekriegten oder der Krieg in Kroatien. Die Europäische Gemeinschaft (EG) versuchte, durch diplomatische Verhandlungen eine Einigung der beiden Lager zu erreichen. Ziel der EG-Delegation war es, die staatliche Einheit Jugoslawiens zu sichern. Demzufolge sicherte die EG Milosevic Kredite und Schuldenerlasse. Der Kompromissvorschlag sah vor, dass sich die jugoslawische Armee zurückziehen sollte und dafür würden die Unabhängigkeitsbestrebungen der Slowenen und Kroaten für drei Monate ausgesetzt. Jedoch setzte Jugoslawien weiter ihre Angriffe auf die nach Unabhängigkeit strebenden Slowenen fort. Die EG versuchte erneut Verhandlungen über einen Waffenstillstand zu führen; zudem schaltete sich die OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) ein. Die Konsensbemühungen schlugen fehl, somit sah sich die UNO gezwungen, ein Waffenembargo gegen Jugoslawien zu verhängen. Die jugoslawischen Angriffe blieben jedoch nicht aus. Das Ganze gipfelte in einem Einsatz der UNPROFOR (United Nations Protection Force)-Truppen 1991, die zur Verhinderung von Angriffen in den Problemgebieten, wie Kroatien, stationiert werden sollten. Den UNO-Truppen gelang es aber weder die kriegerischen Auseinandersetzungen einzudämmen, noch die Zivilbevölkerung effektiv zu schützen.[4] Am 30. August 1995 beschloss die NATO, in der Operation Deliberate Force die UNPROFOR-Truppen zu unterstützen. Gezielt flog die NATO-Luftwaffe serbische Munitionslager und Stellungen an, nachdem die Serben einen Gegenschlag gegen UNO-Truppen vorgenommen hatten. Am 21. November 1995 wurde der Krieg beendet und im Dezember der Vertrag von Dayton unterzeichnet. Dieser Kontrakt sah vor, dass die Bosnier unabhängig, die serbischen Waffen abgezogen und die Schutzzonen der UNO garantiert werden sollen.[5]

[...]


[1] Varwick, Johannes: S. 32 ff.

[2] Ebd.

[3] Ebd., S. 40 ff.

[4] Grotzky, Johannes: S. 61 ff.

[5] Zumach, Andreas: S. 53 ff.

Details

Seiten
12
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640548613
ISBN (Buch)
9783640552139
Dateigröße
534 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v144620
Institution / Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg – Sozialwissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
NATO 1989 Entwicklungen Probleme Strategien Strategiewechsel UNO Kosovo Serbien Russland USA Deutschland NATO heute

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Titel: NATO nach 1989