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Optimierung der Druckvorstufe einer mittelständischen Druckerei und Einführung eines PDF-Workflows

Diplomarbeit 2002 136 Seiten

Medien / Kommunikation - Printmedien, Presse

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung
1.1 Ziel der Arbeit und Vorgehensweise
1.2 Thesen und Fragestellungen
1.3 Allgemeine Informationen über die DS Druck-Strom GmbH
1.3.1 Gründung und Entwicklung
1.3.2 Leistungen und Produkte
1.3.3 Kundenkreis

2. Bestandsaufnahme
2.1 Datenerstellung
2.1.1 Eingabe
2.1.1.1 Personal Computer
2.1.1.2 Scanner
2.1.2 Basiselemente
2.1.2.1 Text und Fonts
2.1.2.2 Vektorgrafik
2.1.2.3 Pixelbilder
2.1.2.4 Auflösung
2.1.2.5 Farbe
2.1.3 Layout
2.2 Datenlieferung, -kontrolle und -aufbereitung
2.2.1 Auftragstasche
2.2.2 Datenlieferung
2.2.2.1 Speichermedien
2.2.2.2 Datentransfer
2.2.2.3 Netzwerk
2.2.3 Dateneingangskontrolle
2.2.3.1 Probleme und deren Ursache
2.2.4 Korrekturen
2.2.5 Überfüllung
2.2.6 Separation
2.2.7 Color-Management
2.2.8 Bogenmontage
2.2.9 Druckfreigabe
2.3 Datenausgabe und Druckformherstellung
2.3.1 Datenformate
2.3.1.1 Native Daten
2.3.1.2 System- und plattformunabhängige Formate
2.3.2 Ausgabemöglichkeiten und Ausgabegeräte
2.3.2.1 Drucker
2.3.2.2 Datenausgabe für die interne Weiterverwendung
2.3.2.3 Datenausgabe für die externe Weiterverwendung
2.3.2.4 Kontrolle der eingehenden Filme und Druckplatten
2.3.2.5 Plattenbelichtung
2.3.3 Proof
2.3.4 Raster Image Processor (RIP)
2.3.5 Druckformherstellung
2.3.5.1 Computer to film (CtF)
2.3.5.2 Computer to plate (CtP)
2.3.5.3 Computer to Press
2.3.6 Datenarchivierung
2.4 Druck
2.4.1 Konventioneller Bogenoffsetdruck
2.4.2 Digitaler Offsetdruck
2.5 Weiterverarbeitung
2.6 Das Format PDF in der Druckvorstufe
2.7 Weitere Komponenten
2.7.1 Kalkulation
2.7.2 Mitarbeiter

3. Grundlagen der Datenerstellung
3.1 Eingabe
3.1.1 Personal Computer
3.1.2 Scanner
3.1.3 Digitalkamera
3.1.4 Tastatur
3.2 Basiselemente und deren Anwendung
3.2.1 Text
3.2.2 Fonts
3.2.2.1 Einteilung der Fonts
3.2.2.2 Darstellung von Type-1-Fonts
3.2.2.3 Software zur Schriftverwaltung
3.2.3 Vektorgrafik
3.2.4 Pixelbilder und - grafiken
3.2.5 Auflösung
3.2.6 Farbe
3.2.6.1 Kurze Farbtheorie
3.2.6.2 Farbraum
3.2.6.3 Praxis
3.3 Layout
3.3.1 Layoutprogramme
3.4 Fehlervermeidung bei der Datenerstellung
3.4.1 Fehlerursachen und Lösung
3.4.1.1 Probleme
3.4.1.2 Lösungsvorschläge

4. Soll-Analyse eines Druckvorstufen-Workflows für den Offsetdruck
4.1 Datenkontrolle und -aufbereitung
4.1.1 Dateneingangskontrolle
4.1.1.1 Datenübernahmeformular und Übergabe eigener Parameter
4.1.1.2 Preflight
4.1.1.3 Preflight-Software
4.1.1.4 Automatisierte Dateneingangskontrolle
4.1.1.5 Software zur Preflight Automatisierung
4.1.1.6 Fazit
4.1.2 Separation
4.1.2.1 Vorsepariert
4.1.2.2 Composite und In-RIP-Separation
4.1.2.3 Software für die Ausgabe von separierten und Composite-Daten
4.1.3 Überfüllung
4.1.3.1 Funktionsweise
4.1.3.2 Vektor- und pixe lorientiertes Überfüllen
4.1.3.3 In-RIP-Trapping
4.1.3.4 Software
4.1.4 Color Management
4.1.4.1 Funktionsweise
4.1.4.2 Color Management Software
4.1.4.3 Farbmanagement und Proof
4.1.5 Bogenmontage
4.1.5.1 Ausschießprogramme
4.1.5.2 Software
4.1.6 Zusammenfassung und Empfehlung
4.2 Von der Datenausgabe bis zur Druckformherstellung
4.2.1 Datenformate
4.2.1.1 Native Formate
4.2.1.2 Austauschformate
4.2.1.3 PostScript
4.2.1.4 PDF
4.2.2 Digitaler Datenfluss
4.2.2.1 Netzwerk-Technik
4.2.2.2 Windows und Macintosh in einem Netzwerk
4.2.2.3 Open Prepress Interface
4.2.2.4 Datentransfer
4.2.3 Proof
4.2.3.1 Proof-Varianten
4.2.3.2 Proof-Systeme
4.2.3.3 Remote Proof
4.2.4. Raster Image Processor (RIP)
4.2.4.1 RIP-Vorgang
4.2.4.2 PostScript-Level und Unterstützung
4.2.4.3 Abbruch durch PostScript-Fehler
4.2.4.4 RIP-Konzepte
4.2.4.5 RIP-Arten
4.2.5 Ausgabemöglichkeiten und Ausgabegeräte
4.2.5.1 Proofdrucker
4.2.5.2 Computer to Film (CtF)
4.2.5.3 Computer to Plate (CtP)
4.2.5.4 Computer to Press / Direct Imaging
4.2.6 Datenarchivierung
4.2.7 Empfehlungen
4.3 Der Druckprozess aus Sicht der Druckvorstufe
4.3.1 Konventioneller Offsetdruck
4.3.2 Offsetdruck mit Direct-Imaging- Technologie
4.3.3 Non Impact Printing
4.3.4 Verknüpfung der Produktionsstufen
4.4 Weiterverarbeitung aus Sicht der Druckvorstufe
4.5 Sonstige Komponenten
4.5.1 Kalkulation
4.5.2 Mitarbeiter

5. Workflow-Management in der Druckvorstufe
5.1 Entwicklung des Workflows und der Digitalisierung in der Druckvorstufe
5.1.1 Digitalisierungsprozess in der Druckvorstufe
5.1.2 Workflow und Automatisierungsgrad
5.2 Workflow-Arten
5.2.1 Individueller Workflow
5.2.1.1 PostScript-Workflow
5.2.1.2 PDF-Workflow
5.2.2 Geschlossener Workflow
5.3 Faktoren des Workflow-Management
5.3.1 Aufgaben des Workflow-Management
5.3.2 Anforderungen an das Workflow-Management
5.3.3 Vorteile des Workflow-Management
5.4 Die vernetzte Druckerei - (k)eine Zukunftsvision
5.4.1 Job Tickets
5.4.1.1 Portable Job Ticket Format (PJTF)
5.4.1.2 CIP3 und das Print Production Format (PPF)
5.4.1.3 CIP4 und das Job Definition Format (JDF)

6. Das Portable Document Format in der Druckvorstufe
6.1 Grundlagen
6.1.1 Einsatzgebiete
6.1.2 Unterschiede von PostScript und PDF
6.1.3 Die Komponenten von Adobe Acrobat83
6.1.4 Vorteile von PDF
6.1.5 Nachteile von PDF
6.1.6 Entwicklung von PDF
6.1.7 Zukunft von PDF
6.2 Der Umgang mit PDF in der Druckvorstufe
6.2.1 Erzeugung von HighEnd-PDF
6.2.1.1 Erst PostScript - dann PDF
6.2.1.2 Joboptions
6.2.1.3 Erzeugung aus den Anwendungsprogrammen heraus
6.2.1.4 Weitere Möglichkeiten zum Erzeugen von HighEnd-PDF
6.2.2 Kontrollieren von PDF-Daten
6.2.2.1 Visuelle Kontrolle
6.2.2.2 Preflight-Software
6.2.3 Editierung und Korrekturen
6.2.3.1 Last-Minute-Korrekturen
6.2.3.2 Korrektur-Werkzeuge
6.2.3.3 Korrektur-Software
6.2.4 Überfüllungen
6.2.4.1 Software
6.2.5 Bogenmontage
6.2.5.1 Ausschießprogramme
6.2.5.2 Software
6.2.6 Separation
6.2.6.1 Software
6.2.7 Ausgabe von PDF-Daten
6.2.8 Archivierung
6.3 Ansätze zum standardisierten Umgang mit PDF in der Druckvorstufe
6.3.1 PDF-X
6.3.1.1 Entwicklung
6.3.1.2 PDF/X-Versionen 1, 1a und 2
6.3.1.3 PDF/X-3
6.3.2 Certified PDF von Enfocus
6.2 PDF-Workflow in der DRuckvorstufe
6.4.1 Software zum Automatisieren im offenen PDF-Workflow
6.4.1.1 pdfToolbox
6.4.1.2 MadeToPrint
6.4.1.3 AutoPilot für Acrobat
6.4.1.4 PitStop Server
6.4.1.5 CaslonFlow
6.4.2 Geschlossene PDF-Workflow-Systeme104
6.4.2.1 Agfa Apogee
6.4.2.2 Brisque Extreme
6.4.2.3 Prinergy
6.4.2.4 Printready

7. Empfehlungen zur praktischen Einführung eines PDF-Workflows in die Druckvorstufe
7.1 Einführung neuer Software-Komponenten
7.1.1 Erzeugung von PDF
7.1.2 Preflight, Korrekturen und Editierung
7.1.2.1 Empfehlung
7.1.2.2 Offene Daten
7.1.2.3 Datenkontrolle
7.1.3 Bogenmontage
7.1.4 Farbseparation und Ausgabe
7.1.4.1 Anforderungen an die Separation und die Ausgabe
7.1.4.2 Empfehlung
7.1.4.3 Farbauszüge zusammenfügen
7.1.5 Automatisierung
7.1.6 Korrektur-Workflow
7.2 Ausgabekomponenten
7.2.1 RIP / Heidelberg Quickmaster DI 46
7.2.2 Externe Datenverwendung
7.3 Personal
7.4 Weitere Empfehlungen

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Anlagen

Vorschlag für Datenübernahmeformular

Distiller- Einstellungen

1. Einführung

Die Erstellung der Diplomarbeit erfolgte in Zusammenarbeit mit der Firma DS Druck-Strom GmbH Leipzig. Ziel der Arbeit ist es, eine Optimierung der bestehenden Prozessabläufe zu entwickeln unter Einbeziehung eines system- und plattformübergreifenden PDF-Workflows.

PDF entwickelt sich zu einem bedeutenden Format nicht nur für die Druckvorstufe. Deshalb besteht für mittelständische Firmen, die mit Datenformaten und Datenaustausch sowie großem Datenumfang im Druckvorstufenbereich arbeiten, neben der Einführung eines geschlossenen PDF-basierenden Workflows alternativ mit denen auf dem Software-Markt angebotenen Anwendungen die Möglichkeit, das Format in bestehende Prozesse zu integrieren und diese damit zu optimieren.

Kein Unternehmen der grafischen Branche sollte darauf verzichten, sich mit dem plattform- und system- unabhängigen Datenaustauschformat PDF zu befassen, das sich bei korrektem Umgang durchaus für die Erzeu- gung und Produktion von Druckprodukten eignet. Andererseits lassen sich mit PDF nicht alle Probleme lösen, da mit dem Format einige wichtige Funktionen nicht realisiert werden können bzw. nur durch teuere Software oder über Umwege.

1.1 Ziel der Arbeit und Vorgehensweise

Zunächst erfolgt eine Ist-Analyse des derzeitigen Workflows in der Druckvorstufe unter Einbeziehung der vorhandenen Technik sowie Software, der im Arbeitsablauf vorkommenden und verwendeten Datenformate, deren interner und externer Weiterverwendung und der auftretenden Probleme.

Demgegenüber gestellt wird ein Soll-Vergleich, der den aktuellen Stand der Technik und Arbeitsprozesse in der modernen, digitalen Druckvorstufe einbezieht, auf Problemfelder hinweist und Lösungsansätze bietet. Dabei wird zu untersuchen sein, welche Workflow-Lösung für die DS Druck-Strom GmbH empfehlenswert ist, um eine Verbesserung bestehender Arbeitstechniken zu erreichen und neue Workflow-Komponenten in eine moderne Vorstufe einzuführen.

Auch für die DS Druck-Strom GmbH, als mittelständische Druckerei, stellt sich die Frage der Optimierung des Workflows durch den standardisierten Umgang mit PDF. Nach den theoretischen Betrachtungen zum Portable Document Format folgen Vorschläge zur praktischen Einführung in den bestehenden Arbeitsprozess der Druckvorstufe. Das Thema soll kritisch reflektiert werden, alternative Abläufe werden ebenso einbezogen.

Optimierung der Druckvorstufe einer mittelständischen Druckerei und Einführung eines PDF-Workflows für die Druckvorstufe Diplomarbeit, Anita Naumann MT98P, Hochschule Mittweida (FH)

1.2 Thesen und Fragestellungen

1. Durch Integration eines PDF-Workflows in eine existierende Druckvorstufe können die Faktoren Zeit, Kosten und Daten reduziert und ein reibungsloser Ablauf erreicht werden. 2. PDF ermöglicht qualitätsgesicherte Produktionsabläufe unter der Voraussetzung des korrekten Umgangs mit dem Format. Somit kann ein Druckunternehmen seinen Kunden gleich bleibende Qualität zusichern und aufgrund des optimierten Workflows auch die Termineinhaltung, woraus sich weitere wirtschaftliche Folgen für das Unternehmen ergeben, wie z.B. Kundenbindung und ein gesteigertes Preis-Leistungsverhältnis. 3. Datenfehler können aufgrund von Zeitmangel und Termindruck entstehen. Verschafft ein geordneter Workflow mehr Zeit, um gründlicher mit den Daten umzugehen und eine verbesserte Kontrolle durchführen zu können oder sind dadurch mehr Aufträge in kürzerer Zeit verarbeitbar? 4. Trotz der System- und Softwareunabhängigkeit von PDF existieren und entstehen noch zahlreiche Probleme im Umgang in der Druckvorstufe damit. Lassen sich diese Problemfelder durch fundiertes Wissen, die geeignete Software und das richtige Handling einschränken? 5. Ist PDF tatsächlich für den Einsatz in der Druckvorstufe und die Vorbereitung der Daten auf die Druckformherstellung geeignet, vorausgesetzt die Daten werden korrekt gehandhabt und Prüf- und Editiervorschriften werden eingehalten?

1.3 Allgemeine Informationen über
DS Druck-Strom GmbH

1.3.1 Gründung und Entwicklung

Die Gründung der DS Druck-Strom GmbH erfolgte am 1. Oktober 1991. Im Vorfeld existierte die Firma seit 1989 als Copy-Shop, 1990 erwarb man die erste Druckmaschine im A4-Format. Zwei Jahre nach der Firmengründung folgte die Anschaffung einer Heidelberg GTO 52 im A3-Format, ein weiteres Jahr später eine zweite diesen Typs. 1996 hielt der digitale Offsetdruck mit einer Vier-Farb-Druckmaschine Quickmaster DI von Heidelberg Einzug. 2001 erfolgten erneut technische Anschaffungen zur Weiterverarbeitung der Druckprodukte sowie einer FünfFarben-Druckmaschine im Format A1 von Miller. Der Firmensitz der DS Druck-Strom GmbH Print & Medien befindet sich in einem großen Leipziger Gewerbegebiet.

Optimierung der Druckvorstufe einer mittelständischen Druckerei und Einführung eines PDF-Workflows für die Druckvorstufe Diplomarbeit, Anita Naumann MT98P, Hochschule Mittweida (FH)

1.3.2 Leistungen und Produkte

Das Produktspektrum erstreckt sich in der Druckvorstufe nicht nur von typischen Satzarbeiten bis zur Vorbereitung der Daten bis zur Druckreife, sondern auch von der Idee, der Bildbearbeitung über die Layoutgestaltung, dem Proof bis hin zur Datenübernahme, -aufbereitung und -archivierung.

Im Offsetverfahren können sowohl großformatige als auch kleinformatige Auflagen bis maximal 72 x 104 cm gedruckt werden. Durch Vorhandensein einer digitalen Offsetmaschine ist es möglich, flexibel und schnell Auf- träge zu bearbeiten. Zum Leistungsprofil zählt ebenso eine buchbinderische Weiterverarbeitungsstrecke.

Somit liegen im Produktumfang zahlreiche typische Offsetdrucksachen, wie z.B. Broschüren, Prospekte, Geschäftsberichte, Flyer, Plakate, Beileger, Kundenzeitschriften, Briefbögen, Visitenkarten und Formulare.

1.3.3 Kundenkreis

Die Aufträge werden zum einen von der beteiligten, räumlich getrennten Werbeagentur übernommen, für den Druck vorbereitet und produziert. Zum anderen zählen Werbeagenturen, Privatpersonen, Behörden, Versicherungen, Wirtschaftsunternehmen, Universitäten uvm. zum Kundenkreis der DS Druck-Strom GmbH. Optimierung der Druckvorstufe einer mittelständischen Druckerei und Einführung eines PDF-Workflows für die Druckvorstufe Diplomarbeit, Anita Naumann MT98P, Hochschule Mittweida (FH)

2. Bestandsaufnahme

In diesem Kapitel erfolgt eine Ist-Analyse der aktuellen Arbeitsprozesse bei der DS Druck-Strom GmbH in Leipzig, im Besonderen der Druckvorstufe mit allen zugehörigen Komponenten.

2.1 Datenerstellung

Viele der Aufträge werden als fertige Layoutdaten übermittelt, somit besteht ein bedeutender Teil der Arbeit darin, eingegangene Kundendaten zu prüfen und für den Druck aufzubereiten. In einigen Fällen aber müssen Dokumente neu angelegt werden, weil die Ursprungsdaten nicht verwendbar sind, Daten fehlen oder eine komplette Satzarbeit in Auftrag gegeben worden ist.

2.1.1 Eingabe

2.1.1.1 Personal Computer

Insgesamt stehen für die anfallenden Arbeiten in der Druckvorstufe sieben Computerplätze zur Verfügung.

An den Apple Macintosh, der zum Scannen genutzt wird, ist ein Flachbettscanner angeschlossen.

An den Macintosh für den Dateneingang ist ein Zip-, ein Jaz- und ein Cartridgelaufwerk angeschlossen sowie der Dateneingang über ISDN Leonardo mit der Datenübertragungssoftware Grand Central Pro. Zwei Macintosh-Rechner sind als feste Arbeitsplätze eingerichtet, an denen Layout- und Satzdaten geprüft, zusammengesetzt und für den Druck aufbereitet werden.

Zur Bogenmontage dient ein weiterer Macintosh, auf dem die Ausschießsoftware Preps installiert ist.

Zum Öffnen von Dateien und Anwendungen, die nur auf dem PC funktionieren, z.B. die Konvertierung von Corel-Draw-Dateien bzw. Windows-typischen Formaten oder Entpacken von Kundendaten, steht ein WindowsRechner zur Verfügung.

Ein weiterer Windows-Rechner steuert das RIP der Digitaldruckmaschine.

2.1.1.2 Scanner

Bilder werden mit einem Flachbettscanner vom Typ Agfa Duoscan T 2500 digitalisiert.

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2.1.2 Basiselemente
2.1.2.1 Text und Fonts

Schriftenverwaltung. Am Macintosh kommt die Schriftverwaltungssoftware Extensis Suitcase zum Einsatz, d.h. Schriften werden über das Programm geladen und somit dem System zur Verfügung gestellt.

Üblicherweise werden die im Datensatz verwendeten Schriften vom Kunden mitgeliefert. Nicht jeder Kunde legt jedoch den passenden Schriftschnitt den Daten bei oder verwendete das falsche Font-Format. Fehlt die eingesetzte Schrift, wird der Kunde informiert und gebeten, die fehlende Schrift zu liefern.

Schriften werden teilweise im TrueType-Format abgeliefert, was Probleme in der Post-Script-Verarbeitung hervorrufen kann. Deshalb werden diese Schriften ersetzt durch ihre alternativen bzw. kompatiblen Post-Script- Schriften. Nur im Notfall müssen TrueType-Fonts verwendet werden. Selten verwendete, oder exotische Schriften sind kaum in der Druckvorstufe vorhanden.

2.1.2.2 Vektorgrafik

Die bei der DS Druck-Strom GmbH eingesetzten Vektorzeichenprogramme sind Macromedia FreeHand und Adobe Illustrator. Corel Draw ist nur auf dem PC vorhanden und wird nicht zum Erstellen, selten zum Bearbei- ten von Daten verwendet, sondern beispielsweise zum Konvertieren von Kundendaten, die im Corel-Draw-For- mat vorliegen.

2.1.2.3 Pixelbilder

Bei DS Druck-Strom wird als pixelbasiertes Programm standardmäßig Photoshop verwendet, womit Bildnachbearbeitung, Bildretusche und typische Bearbeitungsaufgaben an Pixelbildern vorgenommen werden.

2.1.2.4 Auflösung

Standardgemäß werden Pixelgrafiken mit einer Auflösung von 300 dpi verwendet. Zu niedrig aufgelöste Bilder müssen in eine höhere Auflösung umgerechnet werden. Falls das Ergebnis nicht mehr tragbar ist, wird der Kunde informiert und dazu veranlasst, ein höherwertiges Bild zu liefern, da andernfalls die Qualität im Druck erheblich nachlässt.

2.1.2.5 Farbe

Für den herkömmlichen vierfarbigen Offsetdruck im CMYK-Farbraum darf die Datei keine Sonderfarben und Schmuckfarben enthalten, es sei denn, sie sind so gewünscht. Die Farben müssen als Prozessfarben angelegt sein, Sonderfarben werden per Software umgestellt auf Prozessfarben. Teilweise sind Prozessfarben versehentlich oder aufgrund fehlender Kenntnisse als Sonderfarben angelegt.

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Der falsche Farbraum eines Bildes wird durch eine Umwandlung in den Zielfarbraum korrigiert, z.B. von RGB nach CMYK.

2.1.3 Layout

Die bei der DS Druck-Strom GmbH vorhandenen Layoutprogramme sind QuarkXPress, welches am häufigsten verwendet wird, weiterhin Adobe InDesign und Adobe PageMaker.

2.2 Datenlieferung, -kontrolle und -aufbereitung

An die Druckvorstufe der DS Druck-Strom GmbH werden zumeist komplette Layoutdaten mit ihren zugehöri- gen Dateielementen übermittelt, die zunächst kontrolliert werden. Dadurch stellt sich heraus, inwiefern die Daten für den Druck geeignet sind und welche Komponenten korrigiert, ausgetauscht bzw. neu erstellt werden müssen.

Die auf der Preisliste der DS Druck-Strom GmbH enthaltenen Informationen geben dem Kunden Auskunft über mögliche Datenformate bei digitalen Vorlagen, Filmen, Datenträgern, über verwendbare Programme und die Aufbereitung der Daten sowie die Datenlieferungsmodalitäten. Desto trotz sind Fremddaten nicht immer fehlerfrei, wodurch sich die Verarbeitung der Dateien oft schwierig gestaltet.

2.2.1 Auftragstasche

Nachdem der Auftrag vom Kunden eingegangen ist, wird eine Auftragstasche mit der Auftragsabwicklungssoftware WinKaar angelegt. Diese Tasche enthält alle für den Auftrag relevanten Informationen, so z.B. über den Auftraggeber, die Auftragsnummer, den Liefertermin, Auflagenhöhe, Bogenformat und -einteilung, Papiersorte, Korrekturvermerke und Farbeinsatz im Schön- und Widerdruck und Weiterverarbeitungsschritte. In der Auftragstasche werden Angebot, Auftrag, Auftragsbestätigung, Kontrollausdruck bzw. in seltenen Fällen Proofs des Kunden, Datenträger mit den Daten für den Druck, sowie weitere Auftragsunterlagen wie Korrekturen und Farbmuster aufbewahrt. Zum jeweiligen Stand der Produktion befindet sich die Arbeitstasche an dem aktuellen Bearbeitungsort und wird mit dem Fortlaufen des Produktionsprozesses weitergegeben und schließlich anhand der enthaltenen Daten für die Rechnungsstellung verwendet.

2.2.2 Datenlieferung

Eingehende Daten können auf einem Speichermedium oder per Datentransfer an die Druckvorstufe übermittelt werden.

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2.2.2.1 Speichermedien

Die Datenübergabe auf Speichermedien ist auf CD-ROM möglich, wobei das die am häufigsten genutzt Variante ist, auf 3,5-Zoll-Diskette, auf ZIP-Disk und auf den nicht mehr sehr häufig gebräuchlichen Speichermedien JAZ und Cartridge.

Der Film als Datenträger stellt zwar auch eine Möglichkeit der Vorlagenlieferung im Hause der DS Druck-Strom GmbH dar, kommt aber nicht mit der Druckvorstufe in Berührung, sondern wird in die Druckformherstellung zur Montage und Kopie gegeben.

2.2.2.2 Datentransfer

Für den Datentransfer steht üblicherweise die Datenübertragungsmethode per ISDN Leonardo für Macintosh zur Verfügung, die mit der Software Grand Central Pro von Hermstedt abgewickelt und verwaltet wird. Kleinere Daten können per e-Mail empfangen werden.

2.2.2.3 Netzwerk

Auf dem Terminalserver sind für Windows-Anwendungen sämtliche Applikationen abgelegt, die der Bürokommunikation und der Auftragsbearbeitung dienen.

Für den RIP der Druckmaschine Heidelberg Quickmaster DI steht ein Windows NT Server zur Verfügung.

Als File- und Printserver-Anwendung wird Helios EtherShare auf einem weiteren Server eingesetzt, wodurch die Macintosh-Computer ihren Zugang zum Netzwerk erhalten. Der Einsatz eines Open Prepress Interfaces ist möglich, wird aber nicht genutzt.

Das Netzwerk arbeitet mit dem Protokoll TCP/IP auf Ethernetbasis.

2.2.3 Dateneingangskontrolle

Vor dem Beginn der Tätigkeit informiert sich der Bearbeiter anhand der Angaben auf der Auftragstasche oder durch Gespräche mit dem Kunden über den Auftrag, das Format, den Zweck des späteren Druckerzeugnisses etc., um sich der notwendigen Arbeitschritte bewusst zu werden. Zunächst wird die Datei des Kunden mit einer dafür geeigneten Software geöffnet. Der erste Kontrollschritt besteht darin, zu überprüfen, ob sich die Datei öffnen lässt. Die geöffnete Datei wird nun am Bildschirm angezeigt.

Bei der Dateneingangskontrolle wird die Datei einer Prüfung durch den Bearbeiter der Druckvorstufe hinsicht- lich

- Seitenformat
- verwendeter und vorhandener Schriftarten
- Fonttyp

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- Vorhandensein aller Layoutelemente
- korrekter Bilder bezogen auf das Format, den Farbraum und die Auflösung
- korrekte Vektorgrafiken bezogen auf die Größe und den Farbraum
- der Übereinstimmung der Angaben auf der Auftragstasche mit dem beigefügten Kontrollausdruck und der existierenden Datei (Endseitenformat, Seitenumfang)
- dem angelegten Randanschnitt
- vorhandenen Überdrucken-Informationen
- dem Vorhandensein von Sonderfarben
- ggf. korrekten inhaltlichen Angaben unterzogen.

Grundsätzlich zeigt die praktische Erfahrung, dass im RIP fast alle Angaben bezüglich einer zu druckenden Datei verarbeitbar sind. Das Ergebnis entspricht jedoch nicht immer den Erwartungen.

Professionelle Kunden liefern in fast allen Fällen hochwertige Daten, an denen selten umfassende Korrekturen durchgeführt werden müssen. Die Daten von weniger professionell arbeitenden Kunden müssen häufiger intensiv geprüft und korrigiert werden.

2.2.3.1 Probleme und deren Ursache

Die häufigsten Fehler sind falsch angelegte Farben, der falsche Fonttyp oder zu gering aufgelöste Bilder. Die Ursache für entstandene Probleme liegt häufig beim Datenerzeuger selbst und ist auf fehlendes Fachwissen zu- rückzuführen. Kenntnisse über die Drucktechnik vermitteln ein Basishintergrundwissen, welches wiederum Verständnis für die beim Druck ablaufenden Prozesse und die dafür notwendigen vorbereitenden Schritte in der Druckvorstufe bzw. bereits in der kreativen Phase verschafft. Fehlt dieses Wissen, kann es beim Kunden zu Ver- ständnisproblemen, u.a. bezüglich einer nicht einsetzbaren Schrift, falscher Farben oder schlecht reproduzierbarer Bilder, führen. Aber auch ein sporadischer Umgang mit Grafik- und Layoutprogrammen ohne fundierte Bedie- nerkenntnisse kann o.g. Fehler hervorrufen.

2.2.4 Korrekturen

Treten fehlerhafte Elemente auf, werden diese entweder in der Druckvorstufe korrigiert oder die Kunden veranlasst, die erforderlichen korrigierten Daten erneut zu senden.

Die in der Druckvorstufe durchführbaren und notwendigen Korrekturen umfassen z.B. Konvertierung des Datenformates, Anlegen des Randanschnittes, Farbraumkorrektur und Pixelretusche bei Bildern, Ersetzung von Schriften, Umwandlung von Sonderfarben in Prozessfarben usw. Notfalls muss die komplette Datei neu angelegt, also nachgesetzt, werden.

2.2.5 Überfüllung

Überfüllungen werden in den Layoutanwendungen vorgenommen.

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2.2.6 Separation

Dateien werden vorsepariert aus den Anwendungsprogrammen ausgegeben.

2.2.7 Color-Management

Bei DS Druck-Strom wird bis dato kein konsequentes, regelmäßiges Farbmanagement durchgeführt. Die DS Druck-Strom GmbH liefert dem Kunden farbunverbindliche Kontrollausdrucke, die zunächst zum Überprüfen des Dokumentes und der Vollständigkeit der Layoutelemente sowie der Druckfreigabe dienen.

Farbkorrekturen erfolgen am Bildschirm nach subjektivem Eindruck, da das Farbverhalten der Druckmaschinen bekannt ist. Andernfalls wird dem Kunden mitgeteilt, dass beispielsweise die Bilder zu dunkel oder zu farbstichig sind und diese korrigiert werden müssen.

Die Konsequenzen treten mitunter erst im Druck auf. Die nun erforderliche Korrektur des Bildes am Monitor durch den Bearbeiter der Druckvorstufe verlangt neben dem Aufwand, der durch erneutes Bearbeiten der Daten entsteht, auch eine neue Film- bzw. Plattenbelichtung und das Verwerfen der bereits gedruckten Auflage.

Bevor z.B. an das RIP der Digital-Offsetdruckmaschine Heidelberg Quickmaster DI Daten geschickt werden, kann durch einen Proofdruck auf einem Tintenstrahldrucker die Sättigung und Farbwiedergabe überprüft werden. Dieser Tintenstrahldrucker weist aber ein anderes Farbverhalten als die Druckmaschine auf, da beide farblich nicht aufeinander abgestimmt sind. Das kann wiederum zu Fehleinschätzungen des Farbverhaltens führen, da der Proofdruck nicht identisch mit den tatsächlichen Farbwerten ist.

Auf Kundenwunsch können auch farbverbindliche Proofs erstellt werden.

2.2.8 Bogenmontage

Die Bogenmontage erfolgt durch die Software Preps von ScenicSoft. Sie wird meist durchgeführt, wenn mehr- seitige Druckerzeugnisse oder Plakate produziert werden und der Druckbogen im Formatbereich A1 liegt. Die Software platziert die einzelnen Seiten auf einem Druckbogen in Abhängigkeit der Weiterverarbeitungsmöglich- keiten, wie z.B. des Falzschemas und der Heftung. Dafür liegen im Programm Ausschießschemata vor. Eingesetzt wird die digitale Bogenmontage meist nur bei Druckaufträgen für die fünffarbige Druckmaschine „Miller“.

Eine Möglichkeit, die Druckplatte und den Druckbogen effektiv zu nutzen, um Plattenmaterial und Bedruckstoff zu sparen, ist, das Druckerzeugnis auf Nutzen zu stellen. Dabei wird das gleiche Druckerzeugnis, beispielsweise ein Flyer, mehrmals auf einem Bogen angeordnet, sowohl auf der Schöndruckseite, als auch im Falle eines Widerdrucks auf der Rückseite des Flyers passgenau auf der anderen Seite des Bogens. Diese Nutzenmontage erfolgt in Layoutprogrammen, v.a. in QuarkXPress.

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2.2.9 Druckfreigabe

Zu den vom Kunden übermittelten Satzdaten wird ein Korrekturabzug oder eine PDF-Datei geliefert.

Wenn der komplette Satz eines Druckproduktes in Auftrag gegeben wird oder im Falle eines korrigierten Fehlers in einem Dokument, erhält der Auftraggeber einen Korrekturausdruck zur Druckfreigabe. Erteilt er diese, kann die Datei belichtet werden, hat er Änderungswünsche, werden sie vorgenommen und er erhält erneut einen korrigierten Abzug.

Hat der Kunde die Druckfreigabe erteilt, wird der Korrekturabzug mit dem vom Kunden gelieferten Ausdruck verglichen und von zwei Personen gegengelesen, um den Stand der Seite, die Vollständigkeit aller Elemente und deren richtige Anordnung, den Text auf Rechtschreib- und Tippfehler, Zahlendreher und korrekten Textfluss, sowie vorhandene Überdrucken-Einstellungen zu prüfen. Durch die Imprimatur von zwei Personen ist eine Satzdatei für den Druck freigegeben.

PDF-Dokumente werden teilweise als Soft-Proof per e-Mail an den Kunden gesendet. Dieser wird vom Kunden ausgedruckt, mit einer Druckfreigabe versehen und zurückgefaxt.

2.3 Datenausgabe und Druckformherstellung

2.3.1 Datenformate

Die Daten für die Druckvorstufe werden in unterschiedlichsten Formaten geliefert. Von professionell arbeitenden Kunden ist zu erwarten, dass Vorlagen in üblichen, meist (quasi-)standardisierten Formaten zur Verfügung gestellt werden. Da die Vorlagen teilweise von nicht-professionellen Anwendern erstellt werden, die nicht über professionelle Software und Arbeitstechniken verfügen, zählen zum Dateneingang auch für die Druckvorstufe ungewöhnliche oder schwierig zu verarbeitende Datenformate.

2.3.1.1 Native Daten

Häufig entstehen Probleme in nativen, also offenen Dateien. Schon beim Öffnen können einzelne Layoutelemente verrutschen, was u.U. durch das Ersetzen einer Schrift hervorgerufen wird, die zwar der Kunde auf seinem System verwendet, aber in der Druckvorstufe bei Druck-Strom nicht auf dem System vorhanden ist bzw. die selbe Bezeichnung trägt, aber trotzdem auf einem anderen Schriftschnitt basiert.

Wichtig für den Bearbeiter ist, herauszufinden wie die Datei angelegt wurde. Welche Elemente hat der Kunde verwendet, hat er ein Grundlinienraster aktiviert, steht der Text in einzelnen Boxen oder existiert nur ein Text- feld.

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Die Flut an DTP- und Grafikprogrammen liefert unzählige native Dateiformate. Die etablierten, professionellen Programme, die in der kreativen Medienvorstufe und in der technischen Druckvorstufe angewendet werden, bereiten bei der Datenweiterverarbeitung kaum Probleme. Differenzen treten nur im Falle einer nicht aktuellen Version der Software auf, Programm-Updates und -Upgrades lösen dieses Problem zwar, verursachen aber auch Kosten.

Aufgrund der bereits unter dem Abschnitt Datenerstellung genannten, vorhandenen Software werden offene Daten aus den Programmen QuarkXPress, Adobe InDesign, Adobe PageMaker, Makromedia FreeHand, Adobe Illustrator und Adobe Photoshop akzeptiert. Schwieriger in der Konvertierung, aber auch möglich, sind Daten aus CorelDraw und MS-Office-Anwendungen wie Word, Excel und PowerPoint.

2.3.1.2 System- und plattformunabhängige Formate

Datenaustauschformate wie TIFF, EPS und PDF, die ebenfalls geliefert werden können, bereiten zwar weniger Kompatibilitätsprobleme, dafür lassen sie sich, insbesondere PDF, schwieriger nachbearbeiten als die Original- daten.

Als Ausgabeformat zur Ansteuerung des Proof-Druckers sowie zur externen Film- und Plattenbelichtung wird häufig PostScript eingesetzt. Doch auch EPS und native Daten, z.B. aus QuarkXPress, können von den Belich- tungsfirmen verarbeitet werden, so dass auch diese Datenformate oft an externe Dienstleister übergeben werden.

2.3.2 Ausgabemöglichkeiten und Ausgabegeräte

2.3.2.1 Drucker

Ein Proofdrucker Epson Stylus Color 3000 dient zur Kontrolle der Daten, die auf der digitalen Offsetmaschine Quickmaster DI gedruckt werden. Der Formproof erfolgt mit den gleichen gerippten Daten, die später auf der Druckmaschine zur Plattenerzeugung verwendet werden. Maximales Druckformat ist A2, der Drucker erreicht eine maximale Auflösung von 1440 x 720 dpi. Des Weiteren können Kontrollausdrucke anderer Druckaufträge vorgenommen werden.

Über den Laserdrucker Apple LaserWriter 8500 lassen sich zur Kontrolle der richtigen Platzierung, dem Vorhandensein und der richtigen Verarbeitung der Seitenelemente im Format A3 und A4 in Schwarz-Weiß ausdrucken und somit auch die einzelnen Farbauszüge eines Dokumentes.

Ein Teil der Druckaufträge wird direkt von der Vorstufe auf den RIP der digitalen Offsetdruckmaschine übertragen. Nach dem RIP-Vorgang kann mit der Plattenbebilderung und anschließend dem Druck begonnen werden.

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2.3.2.2 Datenausgabe für die interne Weiterverwendung

Daten für die interne Weiterverwendung werden, abgestimmt auf die digitale Offsetmaschine Heidelberg Quickmaster DI, vorbereitet und nach Fertigstellung und Druckfreigabe direkt an den RIP dieser Maschine über- tragen.

Vorrangig werden QuarkXPress- und FreeHand-Dateien sowie Layoutdateien aus dem Programm Adobe InDesign verwendet. Die druckreifen Daten werden aus dem Anwendungsprogramm heraus in vorseparierte PostScript-Daten konvertiert.

Die geläufigen, professionellen Formate - sowohl PostScript als auch einige native Datenformate - können größtenteils direkt vom RIP der Druckmaschine Heidelberg Quickmaster DI verarbeitet werden.

2.3.2.3 Datenausgabe für die externe Weiterverwendung

Prinzipiell erfolgt die Datenaufbereitung wie bei der internen Verwendung für die Druckmaschine Quickmaster DI. Fehler werden herausgefiltert und die Nutzen selbst zusammengestellt. Ziel ist es, die Daten in der Druckvorstufe möglichst komplett vorzubereiten, bevor sie zum Belichten weitergegeben werden.

Daten an dienstleistende Firmen, die den Belichtungsprozess auf Film bzw. Druckplatte übernehmen, werden abhängig vom Umfang in gängigen Dateiformaten, auch nativen, und auf allen geläufigen Speicher- bzw. Übertragungsmedien geliefert. Ausgeschossene Daten, die mit der Software Preps montiert wurden, werden überwiegend an ein Belichtungsstudio, das im Computer-to-Plate-Verfahren belichtet, weitergegeben. Ein weiterer Dienstleister übernimmt die digitale Filmbelichtung. Zusammen mit den Layoutdaten werden die verwendeten Schriften, Grafiken und Bilder sowie Angaben zum Dokumentenumfang, zur gewünschten Film- bzw. Plattengröße und weitere notwendige Informationen an die Belichtungsstudios übergeben.

Als Kontrollmöglichkeit auf Seiten der Druckvorstufe dient die Wandlung der offenen Daten mittels Adobe Acrobat Distiller in das PDF-Format, da die im Distiller vorkommenden Probleme ebenfalls beim Rippen pas- sieren würden. Eine weitere Möglichkeit der Datenkontrolle vor der Druckplattenbelichtung ist ein seitens des Dienstleisters für CtP vorhandenes virtuelles Proofsystem. Dieses kann die für die bevorstehende Belichtung einzusetzenden Daten visualisieren und somit eine Kontrolle der korrekten Belichtung am Bildschirm ermög- lichen, bevor die Platten belichtet werden. Diese virtuelle Proofdatei wird von dem Belichtungsunternehmen an die Druckvorstufe der DS Druck-Strom GmbH übertragen. Nach der Freigabe seitens der Vorstufe kann mit der Belichtung begonnen werden.

Aufgrund langjähriger Zusammenarbeit mit den Firmen haben sich Fehlerquellen herausgefiltert und können durch das Wissen um sie umgangen, beseitigt bzw. eingeschränkt werden.

2.3.2.4 Kontrolle der eingehenden Filme und Druckplatten

Nach der externen Film- bzw. Plattenbelichtung werden diese visuell geprüft, bevor sie auf die Druckplatte be- lichtet bzw. auf die Druckzylinder der Maschine montiert werden, da auch auf Seiten der Belichtungsfirmen

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Fehler passieren können. Die Kontrolle erfolgt sowohl durch den Bearbeiter der Druckvorstufe als auch den Drucker. Dabei sichtbar werdende Fehler sind u.a. fehlende Schriften, falsche Logos, falsche Farbwerte oder falsche Überdrucken-Einstellungen, was aber seltener vorkommt.

2.3.2.5 Plattenbelichtung

Zur Belichtung eingehender Filme steht im Hause der DS Druck-Strom GmbH ein Plattenbelichter zur Verfügung.

2.3.3 Proof

Vor allem Druckaufträge für die Quickmaster DI lassen sich vorher an einem Plotter auf Stand, Papierformat, Farbigkeit, Bilder und Schriften kontrollieren, wenn dieser Korrekturausdruck mit dem Kontrollausdruck oder den Daten des Kunden verglichen wird. An dieser Stelle kann u.a. eingesehen werden, ob Farbelemente überdruckend angelegt wurden, ob die Gefahr des Blitzens besteht und ob alle Bilder richtig eingebettet sind. Der Ausdruck auf dem Epson Tintenstrahldrucker erfolgt auf Spezialpapier. Der Proof erfolgt mit denselben gerippten Daten, die auch zur Bebilderung der digitalen Offsetdruckmaschine genutzt werden.

Auch anhand von Ausdrucken auf dem Laserdrucker in Schwarz-Weiß kann der Stand der Elemente geprüft werden. Der vom Kunden zu bestätigende Kontraktproof kann per Fax oder Post zugestellt werden. Dabei bieten sowohl Kontraktproof als auch Fax keine Farbverbindlichkeit.

Durch Anzeigen einer PDF der zu druckenden Datei am Bildschirm wird ein sog. Softproof durchgeführt, wobei der Kunde entweder vor Ort die Daten ansieht oder eine e-Mail mit der PDF-Datei erhält.

2.3.4 Raster Image Processor (RIP)

Der Raster Image Processor (RIP) ist Teil der digitalen, wasserlosen Offset-Druckmaschine Heidelberg Quickmaster DI. Der RIP arbeitet mit PostScript-Level 2, die Daten werden nach dem RIP-Prozess an die Druckmaschine zur Plattenbebilderung weitergegeben. Die gerippten Daten können vorher über den Epson Stylus Color 3000 zu Proofzwecken ausgegeben werden.

2.3.5 Druckformherstellung

Bei den konventionellen Offsetdruckmaschinen der DS Druck-Strom GmbH kommen konventionelle Offset- Platten zum Einsatz, bei der digitalen Offsetdruckmaschine erfolgt die Plattenbelichtung direkt in der Maschine.

In Abhängigkeit von der Größe werden die Daten auf ZIP, CD, externer Festplatte oder über ISDN an verschiedene Belichtungsstudios zur Film- bzw. Plattenbelichtung per Computer-to-Plate-Verfahren übergeben.

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2.3.5.1 Computer to Film (CtF)

In der Computer-to-Film-Methode werden z.B. bei der Firma „Repro Media“ Filme zum Format A2 belichtet. Dieses Verfahren wird z.B. angewendet, wenn zu erwarten ist, dass in absehbarer Zeit ein unveränderter Nachdruck erforderlich sein wird. Bei Rückerhalt der Filme werden diese geprüft und im Haus per Kontaktkopie auf Druckplatten belichtet.

2.3.5.2 Computer to Plate (CtP)

Eine externe Firma, z.B. „Scan Color“, die die Plattenherstellung per Computer-to-Plate-Verfahren bis zum Format A1 anbietet, erhält hauptsächlich Dateien aus dem Programm Preps, sprich ausgeschossene Seiten. Hauptsächlich werden hier die Druckplatten für die großformatige Druckmaschine hergestellt, v.a. wenn nicht zu erwarten ist, dass ein Nachdruck erfolgen wird. Die Platten werden bei ihrer Lieferung auf Fehler überprüft und dann erst in die Druckmaschine montiert.

2.3.5.3 Computer to Press

Die Druckmaschine Heidelberg Quickmaster DI 46 erhält die Daten für die Direktbebilderung der Platten, aus der Druckvorstufe. Die Daten werden an den RIP übertragen, der diese in Belichtungspunkte umrechnet und mittels Laser auf das Plattenmaterial überträgt. Danach wird mit dem Druckprozess begonnen.

2.3.6 Datenarchivierung

Die Daten können für die Bearbeitung am Macintosh auf drei Festplatten bereitgehalten und abgelegt werden, die sich auf dem Server befinden und über das Netzwerk abrufbar sind.

Nachdem ein Auftrag fertig gestellt ist, werden die verwendeten Daten gesichert und archiviert. In Abhängigkeit von den Datenmengen werden sie regelmäßig auf Compact Disc gebrannt, die dann nummeriert und archiviert werden. Nach der Sicherung auf CD werden sie von den Festplatten gelöscht, um Platz für neue Daten zu schaffen.

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2.4 Druck

Der DS Druck-Strom GmbH stehen zur Produktion von Druckprodukten insgesamt drei Druckmaschinen mit verschiedenen Formaten und einer unterschiedlichen Anzahl an Farbwerken zur Verfügung.

Die Entscheidung, welches Druckprodukt auf welcher Maschine gedruckt wird, gibt somit den vorgelagerten Arbeitsablauf in der Druckvorstufe z.T. vor. Die Daten werden u.a. in Abhängigkeit vom druckbaren Format und somit der Plattengröße bearbeitet und angelegt. Druckrelevante Kennzeichen wie Farbbalken, Kontrollstreifen, Druckmarken und Passkreuze müssen im Vorfeld im DTP-Programm oder der Ausschießsoftware generiert und auf dem digitalen Druckbogen integriert werden.

Aufgrund der Maschinenausstattung der Druckerei lassen sich nahezu alle Standarddrucksachen im Offsetverfahren fertigen.

2.4.1 Konventioneller Bogenoffsetdruck

Mit der einfarbigen Druckmaschine Heidelberg GTO 52 werden zumeist einfarbige Drucksachen hergestellt, v.a. Briefbögen und Visitenkarten, aber auch zweifarbige Drucke sind durch Wenden des Papiers in der Maschine möglich.

Die 5-Farb-Maschine der Firma Miller arbeitet ebenfalls im konventionellen Bogenoffsetdruck, kann eingesetzt werden bis zum Format 70 x 100 cm und z.B. mit den vier Prozessfarben CMYK und einer Sonderfarbe oder einer Lackierung drucken.

Die Datenaufbereitung für die zu belichtenden Filme bzw. Druckplatten ist ausgerichtet auf die Weitergabe an externe Dienstleister.

2.4.2 Digitaler Offsetdruck

Die DS Druck-Strom GmbH disponiert eine Vielzahl ihrer Druckaufträge auf der Heidelberg Quickmaster DI 46, eine wasserlose Offsetdruckmaschine, die nach dem Computer-to-Press-Verfahren druckt. Zur Druckmaschine gehört ein Computer mit integriertem RIP, der die Daten, die bereits vorsepariert sind, für die Bebilderung für jede einzelne Farbe i.d.R. mit 60 l/cm rastert. Die Datenaufbereitung orientiert sich an der internen Weiterverwendung der Daten, da sie auf den hausinternen RIP übertragen werden.

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2.5 Weiterverarbeitung

Die buchbinderische Weiterverarbeitung bis zum Endprodukt umfasst im Haus der DS Druck-Strom GmbH aufgrund der Maschinenausstattung Schneiden, Nuten, Sammeln, Falzen und Drahtheften. Falls weitere Verarbeitungsmöglichkeiten von den Kunden gewünscht sind, werden diese bei kleineren Auflagen per Hand vorgenommen oder andernfalls außer Haus gegeben.

Bezüglich der Weiterverarbeitung werden im Vorfeld Schnittmarken, Falzmarken, Randanschnitt, die Reihen- folge der zusammenzutragenden Bogen und natürlich das Format festgelegt und entsprechend digital angelegt.

2.6 Das Format PDF in der Druckvorstufe

Zum Erstellen von PDF-Dokumenten wird der Acrobat Distiller verwendet, wobei dieser Prozess selten für vorstufentaugliche Dokumente vollzogen wird, sondern eher für Softproofzwecke.

In der Druckvorstufe druckfähige PDF-Dateien zu generieren ist durchaus möglich, jedoch existieren zahlreiche Möglichkeiten, dieses Dateiformat zu erzeugen und ebenso zahlreiche Einstellungsvarianten. Die Erfahrung bei der DS Druck-Strom GmbH zeigt, dass sich ein gut angelegtes PDF-Dokument durchaus für die drucktechnische Weiterverarbeitung einsetzen lässt, doch dieser Fall liegt in der Praxis selten vor. Schätzungsweise 50 Prozent aller angelieferten PDF-Dateien sind generell nicht für den Druck geeignet. Zur korrekten Erzeugung eines druckfähigen Portable Document Format ist zwangsweise der Acrobat Distiller notwendig und zur Korrektur sowie zur Nachbearbeitung sind PDF-Tools unabdingbar.

Als Korrekturmöglichkeit bietet das Portable Document Format erhebliche Vorteile und wird als solche bereits genutzt, da man Anmerkungen und Korrekturwünsche direkt in das Dokument einbringen kann. Des Weiteren besitzt nahezu jeder PC-Anwender den Acrobat Reader und kann somit gleichgültig welches Betriebssystem und welche Programme er verwendet, die Datei an seinem Rechner begutachten - dieses Verfahren wird als Softproof bezeichnet. Korrekturabzüge müssen nicht mit der Post oder einem Kurier versandt werden, wodurch Zeit, Auf- wand und Kosten gespart werden.

Ein regulärer PDF-Workflow findet derzeit nicht statt. Da die Verwendung von PDF-Dateien, die zum Drucken geeignet sind, viele Schwierigkeiten mit sich bringt und die Auseinandersetzung mit der Thematik zeitintensiv ist, konnte bisher kein prepressfähiger Umgang mit PDF eingeführt werden. Die Einbindung von PDF in den bestehenden Workflow bzw. die Konzipierung eines PDF-Workflows zugeschnitten auf die Anforderungen der DS Druck-Strom GmbH ist ein großer Teil dieser Arbeit.

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2.7 Weitere Komponenten

2.7.1 Kalkulation

Die Auftragsabwicklung erfolgt über das Programm WinKaar der Firma alphagraph. Erstellt werden mit dem Programm v.a. Angebot, Auftrag, Kalkulationen, Auftragstaschen und Rechnungen. Das Programm benutzt Word für Windows als Grundlage und arbeitet mit Datenbanken auf SQL-Basis.

2.7.2 Mitarbeiter

In der Druckvorstufe sind zwei Mitarbeiter beschäftigt, deren Betätigungsfeld neben dem Datenempfang und - kontrolle, der Konvertierung, Bearbeitung und Weiterleitung der Daten an Belichtungsfirmen auch mediengestalterische Tätigkeiten beinhaltet.

Für die Druckerei ist ein Produktionsleiter verantwortlich, in der Druckerei und Weiterverarbeitung sind sieben Personen beschäftigt.

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3. Grundlagen der Datenerstellung

An dieser Stelle werden die Grundlagen beschrieben, die bei der Erstellung der grafischen Elemente, Bilder und Texte sowie einer digitalen Seite von Bedeutung sind. Die korrekte Erzeugung der Daten für eine Druckvorstufe beeinflusst deren Qualität bezüglich der späteren Verarbeitung und Druckvorbereitung erheblich. Werden die Daten von Anfang an zielgerichtet, konsequent und an die Ansprüche eines Druckproduktes angepasst erzeugt, können Probleme, die sich oftmals erst später im Druckvorstufenprozess bemerkbar machen, bereits bei der Erstellung vermieden bzw. gemindert werden.

3.1 Eingabe

Die Digitalisierung einer Seite wird hauptsächlich über Eingabegeräte wie Personal Computer (PCs), Scanner und Digitalkameras realisiert. Analoge Informationen, wie Manuskripte oder Fotografien, werden durch Eingabe und Abtastung in digitale Informationen gewandelt, damit sie zusammenhängend an einem PC-Arbeitsplatz bearbeitet und für die digitale Bogenmontage vorbereitet werden können.

In den 80er Jahren entstand mit der Entwicklung grafikfähiger Personal Computer (z.B. Apple Macintosh), pro- fessioneller Layout-, Grafik- und Bildbearbeitungssoftware, der Seitenbeschreibungssprache PostScript und hochauflösender Laserbelichter mit Raster-Image-Prozessoren (RIPs) das Desktop Publishing (DTP) und wurde „zu einer ernstzunehmenden Alternative in der professionellen Druckvorstufe“1, „setzte sich […] zu Beginn der 90er Jahre fast schlagartig durch und hat heute die spezialisierten Satz- und Bildbearbeitungssysteme sowie die fotomechanische Reproduktion fast völlig verdrängt.“2 Computer haben sich zum digitalen Handwerkszeug eines Mitarbeiters der Druckvorstufe entwickelt und sind nicht mehr aus dem Arbeitsprozess wegzudenken.

3.1.1 Personal Computer

Der spätere Druckbogen mit den Elementen Bild, Grafik, Text und druckbezogenen Marken kann im Sinne des DTP vollständig an einem Computerarbeitsplatz erstellt werden, was aufgrund des hohen Datenaufkommens besondere Anforderungen an die verwendeten Computer stellt. Über Scanner und Digitalkamera werden die Bilder digitalisiert und am PC bearbeitet, Grafiken werden in entsprechenden Programmen erstellt, die Textein- gabe erfolgt direkt über die Tastatur und für die Seitenmontage setzt man Layoutsoftware ein. Der Einsatz von Computertechnik zieht sich weiter durch die Arbeitsabläufe der Druckvorstufe, von der digitalen Bogenmontage über das Aufbereiten und Rippen der Daten für die Belichtung und letztendlich die Ansteuerung eines Film- oder Plattenbelichters.

Macintosh. Für Grafikanwendungen werden i.d.R. Apple Macintosh Computer verwendet, da sie die Anforderungen aufgrund ihrer Rechnerarchitektur, Leistungsfähigkeit sowie der Basiskomponenten und der technischen Entwicklung am besten erfüllen können.

Eines der wichtigsten Formate in der Druckvorstufe ist die Seitenbeschreibungssprache PostScript, deren Grundlage das Grafikmodell bildet1. Da die Firmen Apple und Adobe schon jahrelang bei der Entwicklung von PostScript-Treibern kooperieren, ruft das Datenformat auf dem Macintosh (z.B. Version Mac OS 9) mit dem Grafikmodell QuickDraw bedeutend weniger Probleme hervor als unter Windows. Das neuere Grafikmodell Quartz für Mac OS X benutzt eine Teilmenge von PDF als Grafikschnittstelle2, womit die Bildschirm- und Druckerausgabe auf PDF beruht und die DTP-Programme davon profitieren lässt. Da jedoch noch keine allumfassende PDF-Unterstützung erreicht wird, ist es weiterhin für den anspruchsvollen PDF-Einsatz notwendig, den Acrobat Distiller von Adobe zur PDF-Erzeugung zu verwenden.3

Windows. Windows-Rechner hingegen unterstützen nicht alle notwendigen Prozesse, die Druckvorstufensoftware einem Computer abverlangt. Das GDI (Graphics Device Interface), also das Grafikmodell unter Windows, unterstützt u.a. keine CMYK-Farbangaben, d.h. die DTP-Programme müssen diesen für den Druck notwendigen Farbraum selbst erzeugen können.4 Windows-PCs werden in der Druckindustrie hauptsächlich für Verwaltungsaufgaben, für Datenkonvertierung, Entpacken von Daten, Datenübertragung und Ansteuerung von digitalen Druckmaschinen eingesetzt.

Bis zur Version Windows 95 wurde PostScript nur äußerst mangelhaft unterstützt. Mitgelieferte PostScriptTreiber unter Windows basieren zwar mittlerweile auf der Adobe-Technologie, die Treiber, die direkt von Adobe zum Download angeboten werden, bieten aber mehr Funktionalität.5

Win und Mac. Grundsätzlich sind beide Systeme für die Grafik- und Bilderstellung sowie -bearbeitung geeignet. Durch die technische Entwicklung vergangener Jahre etablierte sich der Macintosh eher im grafischen Bereich als der Windows-PC. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile, aber beide Systeme sind für den Einsatz in der grafi- schen Welt und der Druckvorstufe geeignet. Dies erfordert nur ein Umdenken und ein verändertes Datenhand- ling.

Linux. Der Einsatz von Linux in der Druckvorstufe wird mitunter in Fachzeitschriften diskutiert. Etabliert hat sich Linux als Server-System und Intranet-Plattform und ist bekannt für seine „unerreichbare Stabilität“ und „geringe Anschaffungsinvestition“6, sei aber „heute noch nicht ohne einige Umstände im DTP-Bereich einzusetzen“7. Die Installation, Konfiguration und Administration verlangen tiefgründigere Kenntnisse und in der Verwendung als Arbeitsplatzsystem Personalschulungen.1 Auch wenn von einer Verwendung von Linux in der Druckvorstufe abgeraten wird - führende Software-Hersteller des PrePress-Bereiches entwickeln, wenn auch zögerlich, bereits Programmversionen für Linux - „wird eine solche Entwicklung jedoch kaum aufzuhalten sein“2.

3.1.2 Scanner

Das Scannen bezeichnet den Vorgang, bei dem eine „Vorlage […] zeilenweise abgetastet [wird], um die analoge Bildinformation in eine digitale umzuwandeln“3. Digitale Bilder werden aus einzelnen Pixeln mit der jeweiligen Farbinformation aufgebaut. Am Computer werden die digitalisierten Bilddaten mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogrammes nachbearbeitet.

Sehr weit verbreitet sind Flachbettscanner, da sie im Vergleich zu den vor einigen Jahren noch häufig verwendeten Trommelscannern weitaus preiswerter, qualitativ mittlerweile problemlos einsetzbar und einfacher zu bedienen sind. Nur noch zwei Hersteller weltweit bieten Trommelscanner an4, ihr Einsatz ist bei besonderen Ansprüchen an die Bildqualität und bei hohen Vergrößerungsfaktoren gerechtfertigt, weil sie einen bedeutend höheren Dichteumfang liefern5. In Flachbettscannern werden preiswert hergestellte CCD-Sensoren eingesetzt, woher die günstigen Anschaffungskosten rühren.

Trommel- und Flachbettscanner können in ihrer Funktionsweise unterteilt werden in6

- Farbscan: häufigster Einsatzbereich und größter Funktionsumfang, möglich sind u.a. Aufsicht, Durch- sicht, Farbe, Halbton, Strichvorlage in diversen Formaten
- Diascan: nur geeignet zum Scannen von Durchsichtvorlagen wie Dias bzw. Farbnegativen, großer Ton- wertumfang
- OCR: Optical Character Recognition, Einlesen und Erkennen von gedrucktem Text in ein Textverar- beitungsprogramm mit entsprechender Software, v.a. mit Schwarzweiß-Scannern für das Erfassen und die Digitalisierung von Dokumenten als Graustufenbild (Halbtonbild) und Strichvorlage
- Redigitalisierung: Copy-Dot-Scanner tasten bereits gerasterte, in die einzelnen Farbauszüge aufgeteilten Filme ab. Erzeugt wird ein hoch aufgelöstes Bitmap der eingelesenen Rasterpunkte, wichtig zur Datenrückgewinnung z.B. bei Computer to Plate (CtP)

Erhältlich sind auch Scanner, die die genannten Funktionsweisen kombinieren. Zumeist liefert ein Scanner RGBDaten, über Spezialsoftware wandeln einige Anwendungen die Bilddaten sofort in CMYK.

Um zu erreichen, dass sich durch den Digitalisierungsprozess die Bildqualität nicht erheblich verschlechtert, spielt das Farb-Management eine große Rolle. Ziel dessen ist, dass die analoge Vorlage annähernd realistisch und farbgetreu wiedergegeben werden kann, siehe 4.1.4 Farb-Management.

3.1.3 Digitalkamera

Die digitale Fotografie ist die filmlose Bildaufzeichnung mittels Sensoren nach dem Funktionsprinzip eines Scanners mit dem Unterschied, dass Lichtart und Beleuchtungsstärke in der Digitalfotografie variable Größen darstellen.1

Der Vorteil gegenüber der konventionellen Fotografie mit Film liegt in der Möglichkeit der direkten Weiterverar- beitung der Bilddaten im Anschluss an die Aufnahmen, nachdem diese an einen Computer übertragen worden sind. Nach der Datenübertragung des Bildmaterials von der Kamera an den Computer erfolgt - analog der Weiterverarbeitung von gescannten Papierabzügen am PC - die Bildbearbeitung in speziellen Bildverarbeitungs- programmen und anschließend die Platzierung in einem Seitenlayout.2 Mittlerweile lassen sich digitale Fotogra- fien durchaus im Rahmen des DTP einsetzen und im Druckprozess mit guter Qualität wiedergeben. Die Ent- wicklungszeiten und das zeitintensive Scannen, wie es bei der analogen Fotografie notwendig ist, fallen weg. Warte- und Arbeitszeit, bis herkömmliche Fotos in digitaler Form vorliegen, wird gespart.

Die Auflösung einer Digitalkamera bestimmt die Ausgabegröße und die reproduzierbare Qualität eines Bildes. Eine Kamera mit geringeren Datenmengen erlaubt bei hohen Qualitätsansprüchen nur eine kleinformatige Wiedergabe, so kann z.B. bei einer Digitalkamera mit über 2 Megapixeln eine sehr gute Ausgabe im Format 10 x 15 cm erreicht werden, mit kleinen qualitativen Einschränkungen auch 13 x 18 cm.3

Digitalkameras sind in zwei unterschiedlichen Bauarten erhältlich: Als komplette Kameraeinheit oder als digitales Rückteil für konventionelle Kameras.4 Dank der technischen Entwicklung verbessert sich die Bildqualität der Kameras zunehmend und aufgrund einer großen Zahl neu auf den Markt gebrachter Kameras verringern sich die Preise, so dass Digitalfotografie mittlerweile nicht nur für Profis eine ernstzunehmende Alternative darstellt und als solche auch zunehmend genutzt wird.5

Die Verwendung digitaler Fotografien geht heute weit über die Nutzung für das Internet hinaus, da sich die Bildqualität in den letzten Jahren enorm gesteigert hat. Die Ausgabe auf speziellen Fotodruckern ist qualitativ gleichwertig mit herkömmlichen Fotoabzügen. Die beim digitalen Fotodruck verwendeten Technologien sind der Thermosublimationsdruck, der zwar rasterfrei, aber meist mit verhältnismäßig kleinem Format arbeitet, und der Tintenstrahldruck zumeist mit sechs Tinten, der die Bildausgabe z.B. im Format A4 ermöglicht.

3.1.4 Tastatur

Die Texteingabe, die meist beim Kunden, Autor oder in einer Agentur erfolgt, wird über die Tastatur in einem Textverarbeitungsprogramm oder auch direkt im Layoutprogramm vorgenommen. Anschließend steht der Text für die Bearbeitung und den Satz zur Verfügung. Eine Alternative zur Tastatureingabe ist die Abtastung eines Dokumentes über OCR-Scannen.

3.2 Basiselemente und deren Anwendung

Eine digitale Seite besteht aus den Basiselementen Text, Bild und Grafik, die vor ihrer Einbettung in ein vorgegebenes Layout zunächst geschrieben, gestaltet, mit o.g. Möglichkeiten eingegeben und digitalisiert, bearbeitet und unter Berücksichtigung drucktechnischer Anforderungen aufbereitet werden müssen.

3.2.1 Text

In einem DTP-Programm wird ein in einem Textverarbeitungsprogramm zuvor erstellter Text platziert bzw. kann direkt eingegeben werden und nach den vorgegebenen Gestaltungsvorschriften typografisch bearbeitet werden. Die Textausgabe am Bildschirm und über einen Drucker dient zur Kontrolle und zum Korrekturlesen. Der Text kann im Gesamtlayout zusammen mit integrierten Bildern und Grafiken als vollständige Datei bzw. als einzelne Textdatei, die vorher von einem Autor erstellt wurde, geliefert werden.

Kodierung. Jedem Schriftzeichen entspricht ein eindeutiger digitaler Zeichencode, ein Textdokument besteht also aus dem aneinander gereihten Zeichencode der jeweiligen Buchstaben und Zeichen zumeist im 7-Bit-codierten ASCII-Format (American Standard Code for Information Interchange), das als internationaler Standard zur Strukturierung der Daten angewendet wird und somit überaus kompatibel ist1. Zu Konvertierungsproblemen von Schriften und Texten bei der Datenübernahme und dem Austausch zwischen Macintosh- und WindowsSystemen kann es kommen, wenn zur Darstellung von Sonderzeichen und Umlauten die herstellerabhängige Binär-Codierung mit 8 Bit verwendet wird.2

3.2.2 Fonts

Mit dem Begriff Font bezeichnet man die digitale Darstellung einer Schrift3, zu deren Zweck sich diverse Fontformate herausgebildet haben. Es existieren zwei Grundarten zur Speicherung von Schriftzeichen, die BitmapFonts und die Outline-Fonts.

Fonts im Bitmapformat sind Bildpunktdateien, d.h. ein Schriftzeichen wird durch Pixel dargestellt. Sie sind nicht beliebig groß skalierbar, da sonst die Pixelstruktur sichtbar wird. Dazu sind zusätzliche Bitmapdaten für alle gewünschten Schriftgrößen erforderlich, was einen größeren Speicherbedarf erfordert.

Die Schriftzeichen im Outline-Fonts-Format sind durch komplexe mathematisch definierte Linien und Kurven ihres Umrisses beschrieben, sie sind geräteneutral, skalierbar und benötigen weniger Speicherplatz.1

Schriften, die zum Drucken geeignet sind, müssen andere Bedingungen erfüllen als Schriften, die zur Bildschirmdarstellung dienen.

3.2.2.1 Einteilung der Fonts

Konkret unterteilen kann man die Fontarten wie folgt:

- Type 1: entwickelt von Adobe, ist ein Outline-Font basierend auf PostScript und der wichtigste Fonttyp

für PostScript. Die frei skalierbare Konturschrift basiert auf Bézierpfaden, zeichnet sich aus durch gute Ausgabequalität, wenig Speicherplatzbedarf und schnelle Verarbeitung. Hintings sorgen besonders bei niedriger Auflösung und kleinem Schriftgrad für gute Qualität, sie beschreiben die wichtigsten Merkmale eines Zeichens, um die Schriftdarstellung anzupassen. Nachteile: Dieses Font-Format kann nur auf max. 256 Zeichen zugreifen, der Zeichenvorrat ist sehr begrenzt. Die Schriftfarbe ist kein Bestandteil der Beschreibung. Unicode wird nur mangelhaft unterstützt.2

- Type 2: eine Erweiterung von Adobe, enthält zusätzlich zu Type-1-Eigenschaften Anweisungen für die
Zeichenbeschreibung, die Kodierung ist kompakter, unterstützt Unicode vollständig und wird in OpenType (s.u.) mit PostScript-Outlines eingesetzt.3
- Type 3: entwickelt als Alternative zu Type 1, kann Bitmaps oder Outlines enthalten, basiert auf PostScript-Befehlen, besitzt keine Optimierung wie Type 1, da keine Hintings vorhanden sind, Farban- weisungen sind möglich. Dieser Fonttyp wird aufgrund seiner schlechten Qualität selten eingesetzt.4
- TrueType: von Apple entwickelt, besteht aus Outline-Fonts, deren Aufbau auf Splines (mathematischen Kurven) basiert, ist leistungsfähiger und umfangreicher als Type 1 und hauptsächlich für die Bild- schirmdarstellung und für das Internet geeignet. Die TrueType-Instructions sind Informationen zur An- passung der Darstellung bei kleinen Schriftgrößen oder geringer Auflösung, um die Schriftqualität zu erhalten. TrueType unterstützt den Unicode-Standard und kann somit auf tausende von Zeichen zugrei- fen.5 TrueType-Rasterer zum Ausgeben des Fonts sind in den meisten modernen Betriebssystemen und Druckern implementiert und das TrueType-Format ist integriert in PostScript, PDF, OpenType und dem Adobe Type Manager (ATM)6.

Für die Ausgabe von TrueType-Fonts auf PostScript-Geräten gibt es mehrere Möglichkeiten: Der Druckertreiber konvertiert den Font in Type 1 ohne Hintings und mit möglichen Verfälschungen, oder er ersetzt den Font anhand einer Umsetzungstabelle durch die gleichwertige PostScript-Schrift (z.B. Arial in Helvetica), oder er rastert die TrueType-Schrift und übermittelt sie als Type-3-Font an das Aus- gabegerät, oder er wandelt sie in einen Type-42-Font.1 Der Einsatz von TrueType in einem Druckdo- kument bringt jedoch auch Verarbeitungsprobleme im RIP bzw. aufgrund der Konvertierung Qualitäts- einbußen mit sich, weshalb vorrangig PostScript-Schriften, im Speziellen Type-1-Fonts eingesetzt werden sollten.

- Type 42 ist eine Verpackung von TrueType-Fonts für den Einsatz in PostScript-Geräten (PostScript Level 3 und die meisten Level-2-Geräte), ist jedoch nur eingeschränkt zur Ausgabe auf verschiedenen Geräten geeignet.2

- OpenType: entwickelt von Microsoft und Adobe. Die Basis von OpenType ist die TrueType-Struktur und kann Outline-Fonts als TrueType oder PostScript-Schrift (Type 2) enthalten, ist plattform- übergreifend konzipiert, unterstützt traditionelle Kodierungen und Unicode und besitzt damit besonders für PostScript-Schriften einen umfangreichen und universell einsetzbaren Zeichenvorrat. Des Weiteren besitzt das Format OpenType erweiterte typografische Funktionen (Layout Features), die bisher aber von den wenigsten Anwendungen unterstützt werden. Die Besonderheit dieses Font-Typs ist die digitale Signatur, damit Schriftmodifikationen nur von autorisierten Personen durchführbar sind.3 OpenType wird als „Schriftenformat der Zukunft“4 gehandelt und ist bereits „in aktuellen Betriebssystemen von Apple und Microsoft sowie den Anwendungen von Adobe implementiert und damit bereit für den praktischen Einsatz.“5

- Multiple Master Fonts bestehen aus einer Vielzahl an Varianten eines Fonts, die sich durch Interpolation der Master-Fonts und anhand von Design-Achsen, wie Gewicht (Light bis Black) und Laufweite (Condensed bis Extended), bilden lassen. Dieser Font-Typ wird nur von wenigen Anwendungsprogrammen unterstützt, hat einen großen Speicherplatzbedarf und erhielt wenig Resonanz, weshalb er nur eine geringe Rolle spielt.6

- CID-Fonts: entwickelte Adobe für den asiatischen Schriftenmarkt, stellen höhere Anforderungen an die

Technik und verlangen aufgrund der Zeichenvielfalt mehr Speicherkapazität. Die Zeichenbeschreibung kann sowohl auf Type 1 als auch auf TrueType basieren und bietet auch für westliche Schriftsysteme Vorteile.7

3.2.2.2 Darstellung von Type-1-Fonts

Um PostScript-Schriften am Bildschirm anzeigen zu können, war lange Zeit der von Adobe entwickelte Type Manager (ATM) notwendig. Integriert in den ATM ist ein Teil des PostScript-Interpreters, der die Type-1-Fonts verarbeitet, sie interpretiert, rastert und an den Druckertreiber weitergibt. Bei Geräten, die nicht PostScript-fähig sind, generiert der ATM die Bitmaps selbst und leitet sie an den Drucker weiter. Ab Betriebssystemversion Windows 2000 bzw. Mac OS X ist ATM nicht mehr zwingend notwendig zur Anzeige von Type 1, da dies ins System integriert ist.

3.2.2.3 Software zur Schriftverwaltung

Um die zahlreichen Schriftfamilien, die sich auf einem Vorstufen-System befinden, handhaben zu können, dienen spezielle Verwaltungsprogramme. Schriften werden in Sätzen oder virtuellen Schriftkoffern gesammelt, z.B. sortiert nach Schriftfamilie oder gesammelt für einen Auftrag. Auf dem System installierte Schriften werden entweder direkt beim Start, bei Bedarf oder teilweise automatisch aktiviert. Die permanente Aktivierung aller vorhandener Fonts würde zuviel Speicherplatz und zu lange Ladezeiten benötigen. Mit Hilfe eines Schriftverwaltungsprogramms kann man sich das Aussehen einer Schrift anzeigen lassen.1

Drei Anwendungen stehen zur Schriftverwaltung, zum Aktivieren und Deaktivieren, Installieren, Organisieren und Löschen von Schriftfonts zur Verfügung:

- Adobe Type Manager Deluxe
- Extensis Suitcase
- Font Reserve von Diamondsoft

3.2.3 Vektorgrafik

Vektororientierte Grafiken basieren auf mathematischen Beschreibungen von Objekten wie Linien und Kurven, speziell Bézier-Kurven, sowie den daraus konstruierbaren Figuren und eignen sich für die Darstellung scharfer Konturen und Details.2 Ein Beispiel für die Verwendung von Vektorgrafiken sind Logos. Aufgrund ihrer Auflösungsunabhängigkeit sind sie nahezu unbegrenzt skalierbar.

Zur Erstellung verwendet man Illustrations- bzw. Grafikprogramme, wie z.B. Macromedia FreeHand, Adobe Illustrator oder Corel Draw. Diese Anwendungen generieren ihr eigenes, natives Datenformat. Für den Import in ein DTP-Programm müssen Grafiken in ein plattform- und programmunabhäniges Format konvertiert werden, z.B. in das EPS-Format.

3.2.4 Pixelbilder und -grafiken

„Unter einem pixelorientierten Datenformat (Bitmap) versteht man die punktweise Zerlegung des Bild- oder Grafikmotivs in einer definierten Auflösung.“ 3 Durch die Digitalisierung werden fotografische oder gedruckte Vorlagen in einzelne Pixel oder auch Rasterpunkte zerlegt und jedem Pixel ein Farbwert zugewiesen. Dadurch entstehen große Datenmengen, die einer Komprimierung unterzogen werden müssen4. Die Aufrasterung eines
Halbtonbildes ist notwendig, um Graustufen und Farbhelligkeitsunterschiede, wie sie u.a. in Fotografien vorkommen, darstellen und im Druck nachbilden zu können.

Digitale Bilddaten erhält man nicht nur durch eigenhändiges Scannen eines Fotos oder die Aufnahme mit einer Digitalkamera, sondern sie lassen sich ebenfalls als Foto-CD vom Dia bzw. Negativ liefern und sind auch aus Archiven auf CD-ROM oder über das Internet erhältlich.

Mit Bildbearbeitungsprogrammen, der bekannteste und im grafischen Bereich am häufigsten verwendete Vertreter ist Adobe Photoshop, lassen sich nun Korrekturen und Retuschen am Bildinhalt, z.B. Farbkorrekturen, Änderung der Gradationskurven und des Kontrasts, sowie Schärfung, Weichzeichnen und Manipulation einzelner Pixel vornehmen, Bildausschnitte wählen, Auflösungen ändern usw.

Grundsätzlich sind Bilddaten in Bitmap-Formaten, wie TIFF und JPEG abgelegt, wodurch sie einen einfachen Austausch und Import in DTP-Programme ermöglichen. Metafiles können sowohl Vektoren als auch Bitmaps enthalten, Vertreter dieser Metafiles sind für Windows das Format WMF, für Macintosh PICT und das system- unabhängige Format EPS, das WMF1 bzw. PICT als Vorschauformat für die Bildschirmansicht nutzt.2

Für die Kontrolle des Bilddatenbestandes und dessen Qualität bietet sich ein separater Bilderproof an.3

3.2.5 Auflösung

Um ein Halbtonbild reproduzieren zu können, wird dieses bei der Digitalisierung von Bildvorlagen nach einem vorgegebenen Muster und einer vorher festgelegten Anzahl an Tonwertstufen abgetastet.4

Die Auflösung für Pixelgrafiken und -bilder findet ihre Grenzen in der Qualität der Bildvorlage, der Abtastauf- lösung des Eingabegerätes und in der Ausgabeauflösung des Ausgabegerätes.5 „Deshalb muß ein Bild von vorn- herein in der für den jeweiligen Verwendungszweck benötigten Mindestauflösung erfaßt werden.“ 6 Die nach- trägliche Verringerung der Auflösungszahl ist unproblematisch, die Erhöhung führt jedoch zu einer qualitativen Verschlechterung des Bildes, da ein Teil der Bildinformation verloren geht. Eine höhere Bildauflösung bean- sprucht verständlicherweise mehr Speicherplatz und Rechenzeit, weshalb es sich nicht empfiehlt, zu hoch aufge- löste Bilddaten während der gesamten Produktion zu verwenden - die Bilddateigröße vervierfacht sich bei Verdopplung der Auflösung.

In der Praxis beträgt die Standardrasterfrequenz im Akzidenzoffsetdruck (in Europa) 60 l/cm1, womit die Auflösung bei 300 dpi liegt. Für ein Foto genügt eine Scanauflösung von 150 lpi, um es mit guter Qualität im Druck abbilden zu können.

Da, wie bereits erwähnt, Vektorgrafiken nicht von der Auflösung abhängig und frei skalierbar sind, werden diese in der Auflösung des Ausgabegerätes ausgegeben.2

3.2.6 Farbe

Beim Abtasten einer fotografischen Vorlage und bei der Erzeugung einer Digitalfotografie wird diese nicht nur in ihre einzelnen Pixel zerlegt, sondern jedem Bildpunkt ein Farbton zugewiesen.

Angestrebt wird eine möglichst originalgetreue Umsetzung des Objektes, was auf Basis der theoretischen Farbenlehre relativ einfach möglich wäre. Druckfarben, Bedruckstoffe und Lichtart weisen jedoch kein ideales Verhalten auf und sowohl Druckverfahren und -bedingungen als auch die Art des Originals und die Separa- tionsparameter nehmen Einfluss auf die Reproduktionsqualität.3 Technisch und physikalisch bedingt kann bei der Darstellung auf dem Monitor und im Druck nur ein geringer Teil der sichtbaren Farben wiedergegeben wer- den, weshalb ein Druckbild als Imitation der Wirklichkeit nur eine Annäherung an sie darstellt4.

3.2.6.1 Kurze Farbtheorie

RGB. Lichtfarben entstehen nach dem Prinzip der additiven Farbmischung aus den Grundfarben Rot, Grün und Blau - das RGB-System findet seine Anwendung bei der Bilderzeugung in Monitoren.

CMYK. Die Körperfarben bilden aus den Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb (Yellow) das subtraktive Farb- system, das die Basis für die Farbdarstellung im Druckprozess bildet.5 Die Farbwirkung entsteht durch Absorp- tion bzw. Reflexion bestimmter Anteile (Wellenlängen) des Lichts, Mischfarben entstehen durch Übereinander- drucken der subtraktiven Grundfarben, die in der Druckvorstufe und dem Druckprozess als Prozessfarben oder auch Skalenfarben bezeichnet werden. Theoretisch wäre die Farbnachbildung und der Farbdruck mit Cyan, Ma- genta und Gelb möglich, da die Druckfarben aber keine idealen Farbeigenschaften besitzen, wird Schwarz zur Verbesserung des Kontrastes und der Qualitätssteigerung sowie zum Drucken von Text hinzugefügt.6

[...]


1 Zit. nach Kipphan, Helmut: Handbuch der Printmedien. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 2000, S. 27 f.

2 ebd., S.28

1 Merz, Thomas; Dümmer, Olaf: Die PostScript- und PDF-Bibel. PDFlib, 2. Auflage, München 2002., S. 6

2 ebd., S. 7

3 ebd., S. 18

4 ebd., S. 41/42

5 ebd., S. 51 f.

6 zit. nach: Betriebssysteme: Desktop-Publishing unter Linux, in PublishingPraxis Sonderheft 2 At Work 2000, S. 59

7 zit. nach ebd.

1 zit. nach: Betriebssysteme: Desktop-Publishing unter Linux, in PublishingPraxis Sonderheft 2 At Work 2000, S. 59

2 Linux in der Druckvorstufe: Bestandsaufnahme Teil 2: Linux als Serversystem, in PrePress 8/2001, S. 52

3 Kipphan, S. 1165.

4 Der digitale Workflow und seine Elemente: Farbauszugscanner, in Deutscher Drucker Nr. 47-48, 20.12.2001, S. 24

5 Jetzt geht’s rund: Spitzenqualität für hohe Ansprüche, in Publishing Praxis Sonderheft Marktübersichten, S 1/2001, S. 70

6 Kipphan, S. 546 ff.

1 Kipphan, S. 540 ff.

2 ebd., S. 545

3 Geeignete Ausgabegröße von Digitalfotos bestimmen, unter http://www.digitalkamera.de/Tip/04/38-de.htm, Zugriff erfolgte am 26.08.02

4 Kipphan, S. 541

5 Digitalkameras verdrängen die analogen Kameras, in Deutscher Drucker Nr. 11-12, 21.03.2002, S. 46

1 Kipphan, S. 573

2 ebd., S. 472

3 Merz, S. 119

1 Kipphan, S. 473

2 Merz, S. 128 f.

3 ebd., S. 128 und S. 136 f.

4 ebd., S. 133

5 Dateiformate: Truetype, Schriftenformat der Betriebssysteme, in PublishingPraxis 1/2000, S.130 f.

6 Merz, S. 134

1 Merz, S. 134

2 ebd., S. 134 f.

3 OpenType: Schriftformat der Zukunft, in PublishingPraxis 3/2000, S. 122 f.

4 ebd.

5 zit. nach Merz, S. 137

6 ebd., S. 142 ff.

7 ebd., S. 140 f.

1 Merz, S. 146 ff.

2 ebd., S. 7

3 Kipphan, S. 574

4 ebd., S. 9

1 unter Windows aber auch TIFF

2 Kipphan, S. 574

3 ebd., S. 524 f.

4 Dieses Muster setzt sich aus Pixeln, den kleinsten aufgelösten Bildelementen der Eingabeeinheit, zusammen und ergibt die Abtastfrequenz bzw. Abtastauflösung, die in Pixel pro Zentimeter (1/cm) oder Dots per Inch (dpi) angegeben wird. Eine bestimmte Anzahl Pixel wird in einer Rasterzelle zusammengefasst, je mehr Pixel darin angeordnet sind, desto höher ist die Qualität der Auflösung und desto mehr Tonwertstufen lassen sich darstellen.4 Die Rasterfrequenz bzw. Rasterweite zeigt die Nähe der Rasterpunkte zueinander an und wird in Linien pro Zentimeter (l/cm) bzw. lines per inch (lpi) angegeben.

5 Kipphan, S. 533

6 Zit. nach Kipphan, S. 1026

1 Kipphan, S.535

2 ebd., S.1026

3 ebd., S.82

4 www.publish-pool.com/docs/druckfibel/druckfar.htm, Zugriff am 08.08.2002

5 vgl. www.image-scene.de, Fundstelle Imaging Glossar, Zugriff am 08.08.2002

6 www.publish-pool.com/docs/druckfibel/druckfar.htm, Zugriff am 08.08.2002

Details

Seiten
136
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638198264
ISBN (Buch)
9783640976072
Dateigröße
2.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v14419
Institution / Hochschule
Hochschule Mittweida (FH) – FB Medien
Note
1,7
Schlagworte
Optimierung Druckvorstufe Druckerei Einführung PDF-Workflows

Autor

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Titel: Optimierung der Druckvorstufe einer mittelständischen Druckerei und Einführung eines PDF-Workflows