Lade Inhalt...

Die heutige Lage der Sterbenden im Alter

Hausarbeit 2008 18 Seiten

Soziologie - Alter

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Die heutige Lage der Sterbenden im Alter
2.1.Veränderung der Lebenserwartung
2.2.Morbidität im Alter
2.3.Mortalität im Alter

3.Ps ychologie von Sterben und Tod
3.1.Gedankliche Auseinandersetzung mit Sterben und Tod
3.1.1.Angst vor dem Tod
3.1.2.Todesvorstellungen

4.Soziologische Foschungsergebnisse zu Sterben und Tod
4.1.Sterben in Institutionen
4.2.Sozialer und natiirlicher Tod

5.Suizid im Alter
5.1.Suizidmethoden
5.2.Motive fir Suizid von alten Menschen

6.Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Stirb, ehe dann du sterben mußt,

Meid ehe du mußt meiden,

Ert o t in dir die b o se Lust

Und alle falsche Freuden!

Wer nicht gest o rben, wenn er stirbt,

Muß ewiglich verderben

Und durch den Wurm, der nie verdirbt,

Ohn alles Ende sterben." ( Joh.Scheffler 17.Jahrhundert)

In meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit dem Thema „Sterben und Tod im Alter"1.

Sterben und Tod im Alter unterliegt einem ständigen Wandel, denn seit Beginn des 20.Jahrhunderts hat sich die Anzahl der älteren und alten Menschen ebenso verändert wie die Lebensbedingungen dieser Altersgruppe und der Umgang mit dem Sterben und Tod.

Im ersten Teil der Arbeit gehe ich auf die heutige Situation der Sterbenden ein und bearbeite die Punkte Morbidität und Mortalität im Alter. Diesen Bereich werde ich mit entsprechenden Tabellen und Schaubildern veranschaulichen.

Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit beschäftigt sich mit der Ps ychologie von Sterben und Tod. Im letzten Teil meiner Hausarbeit gehe ich auf das Thema Alterssuizid ein, um die Motive und Methoden des Suizid herauszuarbeiten.

2.Die heutige Lage der Sterbenden im Alter

Die Lage alter und sterbender Menschen hat sich im Laufe der Zeit drastisch verändert. Das betrifft zum einen die Lebenserwartung der Menschen in unserer Zeit, sowie die Veränderungen bei der Krankheitsbildung und den Ursachen des Sterbens.

Beispielsweise hat sich der ehemals friiher kurze Sterbeprozess gewandelt und heutzutage stehen chronische langwierige Erkrankungen im Vordergrund.

2.1.Veränderung der Lebenserwartung

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts hat sich die Lebenserwartung der älteren und alten Menschen drastisch erhöht.

Beispielsweise wurden vor 100 Jahren 5% der männlichen und 7% der weiblichen Bevölkerung 80 Jahre alt. Heutzutage erreichen etwa 41% der männlichen und ca. 62% der weiblichen Bevölkerung dieses Alter.[1]

2.2.Morbidität im Alter

Mit dem gesellschaftlichen Wandel und dem medizinischen Fortschritt hat sich in den letzten 100 Jahren sowohl das Spektrum der Krankheiten (Morbidität) als auch der Todesursachen (Mortalität) deutlich gewandelt.2"

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stehen akute Erkrankungen im Vordergrund und heutzutage dominieren chronische Krankheitsbilder. Diese chronischen Krankheiten treten zum Teil unabhängig voneinander auf, können sich auch gegenseitig bedingen. Erkrankt ein Mensch an mindestens fiinf Leiden dieser Art, bezeichnet man das als Multimorbidität und dies betrifft in erster Linie Menschen im höheren Lebensalter.

Es werden verschiedene Bereiche der Alterserkrankungen unterschieden:

- primare Alterskrankheiten
- alternde Krankheiten
- Krankheiten im Alter.

Die erste Form tritt erstmal im Alter auf und ist in „ ihrer Qualität eng an das höhere Lebensalter gebunden.3

Der zweite Bereich beschreibt Krankheiten, die in jungen Jahren auftreten und den Patienten bis ins hohe Alter als chronische Krankheit begleiten.

Bei den Krankheiten im Alter handelt es sich um Erkrankungen, die in jedem Alter auftreten können, aber im spateren Alter mit schwerwiegenden Komplikationen behaftet sind.

Diese drei Bereiche können sowohl unabhangig voneinander als auch gleichzeitig auftreten.

Es wird deutlich, dass zwischen objektiven und subjektiv empfundenen Erkrankungen einige Unterschiede festzustellen sind. Eine Berliner Altersstudie stellte fest, dass 98% ihrer untersuchten Patienten im Alter von 70 Jahren und alter an mindestens einer arztlich festgestellten Erkrankung litten, wahrend nur 71% eine Erkrankung mit deutlich subjektiven Beschwerden angaben.

So zeigte sich bei schlechterer subjektiver Einschätzung- unabhängig vom objektiven Gesundheitsstand- eine höhere Sterblichkeitsrate."4

2.3.Todesursachen ( Mortalität )

„In Abhängigkeit von Multimorbidität im Alter stellt sich die Schwierigkeit, eine eindeutige statistische Zuordnung von Todesursachen vorzunehmen. So wird vom Arzt im Leichenschauschein lediglich das den Tod verursachende Grundleiden eingetragen."5

Im Jahr 2006 starben in Deutschland 821627 Personen, das sind 1% weniger als im Vorjahr. Die haufigsten Todesursachen waren Erkrankungen des Kreislaufs ystems, denn daran starb fast jeder Zweite (43,7%).

Krankheiten des Atmungss ystems waren bei 6,7% und Krankheiten des Verdauungss ystems bei 5,2% der Verstorbenen die Todesursache.

Infolge der Kreislauferkrankungen starben insbesondere altere Menschen. 91% der Verstorbenen waren alter als 65 Jahre. Die wichtigste spezifische Todesursachengruppe war dabei die der ischämischen Herzkrankheiten (144189 Sterbefälle).

Bei 32212 Gestorbenen wurde ein Unfall, ein Suizid oder eine vorsätzliche Handlung als Todesursache festgestellt.

Zu diesem Themenbereich werde ich zu einem späteren Zeitpunkt näher darauf eingehen.

Nachfolgend werde ich in einer Tabelle die Todesursachen im Jahre 2006 in Deutschland darstellen.

Tabelle 1: Todesursachen 2006 Deutschland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.Psychologie von Sterben und Tod

Im Laufe der Zeit haben sich vielfältige Methoden herausgebildet, wie mit dem Thema Sterben und Tod umgegangen wird.

Baltes stellte fest, dass „ alte Menschen im Vergleich zu jiingeren keineswegs eine negativere oder konfliktreichere Einstellung zum Sterben und Tod haben."7

AuBerdem kam er auch zu dem Schluss, dass groBe Unterschiede herrschen beziiglich der Einstellung zum Tod bei alten Menschen und fiir jeden spielt der Tod auch eine andere Rolle. Im Nachfolgenden möchte ich nun auf die verschiedenen Bereiche des Umgangs mit dem Sterben und Tod eingehen.

3.1.Gedankliche Auseinandersetzung von Sterben und Tod

Zur gedanklichen Auseinandersetzung wurden bereits unterschiedliche Untersuchungen durchgefiihrt, doch auf Grund methodischer Mängel waren die Befunde immer widerspriichlich. Was jedoch feststeht, ist die Tatsache, dass sich viele Menschen nicht ernsthaft mit dem Thema Sterben und Tod auseinandersetzen, sondern nur selten daran denken.

„D ie gedankliche Auseinandersetzung mit dem Thema Sterben und Tod scheint vielmehr durch persönliche, situative und soziale Momente ausgelöst zu werden."8

Beispielsweise wurde festgestellt, dass sich ältere Menschen häufiger als junge Menschen mit dem Tod auseinandersetzen, denn sie werden häufiger mit diesem Thema konfrontiert, wenn eine ihnen vertraute Person stirbt. Doch wegen ihrer Lebenserfahrung, die häufig den Tod anderer Menschen beinhaltete, sind sie besser darauf vorbereitet.

Die meisten Studien bestätigen jedoch, dass es nicht so sehr die demographischen Variablen sind, die die Auseinandersetzung mit dem Sterben begiinstigen, sondern eher „ scheinen sehr spezifische Hintergrundvariablen fur den Grad der Intensität der Auseinandersetzung mit Sterben und Tod weit wesentlicher zu sein als traditionelle Kategorien sozialwissenschaftlicher Forschung wie Geschlechtszugehörigkeit, sozialer Status, Familienstand und Religionszugehörigkeit.9"

3.2.Todesvorstellungen und Todesemotionen

Rosemeier kam in einer durchgefiihrten Studie zu dem Ergebnis, dass es vier Kategorien von Todesvorstellungen gibt.

Es handelt sich um:

- den Tod als Lebensende,
- als Schicksal, dem der Mensch ausgeliefert ist

[...]


1 Backes,G;Clemens,W.:Lebensphase Alter.Eine Einfiihrung in die sozialwissenschaftliche Alternsforschung,Juventa Verlag2003,S.108

2 Backes,G;Clemens,W.: 2003,S.109

3 Backes,G;Clemens,W.,2003,S.110

4 Schmitz-Scherzer,R.: 1992,S.112

5 Backes,G;Clemens,W.,2003,S.112

6 www.destatis.de/jetspeed/portal/search/results.psml

7 Schmitz-Scherzer,R.:Sterben und Tod im Alter. IN:Baltes,P.B. Und MittelstraB,J.(Hrsg.):Zukunft des Alterns und gesellschaftliche Entwicklungen.Berlin 1992,S.548

8 Schmitz-Scherzer,R.: 1992,S.548

9 Schmitz-Scherzer,R.: 1992,S.548

Details

Seiten
18
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640784370
ISBN (Buch)
9783640794676
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v144171
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main – Fachbereich 03- Gesellschaftswissenschaften
Note
3
Schlagworte
Tod im Alter Morbidität im Alter Todesursachen ( Mortalität ) Psychologie von Sterben und Tod Todesvorstellungen und Todesemotionen Sterben in Institutionen Suizid im Alter Suizidmethoden Motive von Suizid im Alter

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Die heutige Lage der Sterbenden im Alter