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Entwicklung und Zukunft des Luftfrachtverkehrs

Studienarbeit 2009 25 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklung des Luftfrachtverkehrs
2.1 Definition Luftfracht
2.2 Arten des Luftfrachtverkehrs
2.3 Die Anfänge der Luftfracht

3. Die Luftfracht heute
3.1 IATA
3.2 Aufbau der Luftfrachttransportkette
3.2.1 Versender
3.2.2 Versandspediteur
3.2.3 Luftverkehrsgesellschaft
3.2.4 Empfangsspediteur
3.2.5 Zoll
3.2.6 Empfänger

4. Arten von Luftfrachtketten
4.1 Traditioneller Lufttransport
4.2 Hub and Spoke
4.3 Integrierter Lufttransport
4.4 Interlining

5. Formen des Lufttransportes
5.1 Frachtflugzeuge
5.2 Passagierflugzeuge mit Frachtraum
5.3 Quick / Change — Maschinen
5.4 Transporthilfsmittel
5.4.1 Luftfrachtpalette
5.4.2 Luftfrachtcontainer

6. Bedeutung des Luftfrachtverkehrs
6.1 Marktstruktur
6.2 National
6.2.1 Binnenluftfracht
6.2.2 Intraregionale Luftfracht
6.3 International
6.3.1 Interregionale Luftfracht
6.4 Tarif- und Kostenstruktur
6.4.1 IATA — Tarifstruktur
6.4.2 Marktpreisbildung
6.4.3 Kostenstruktur

7. Zukunft des Luftfrachtverkehrs
7.1 Prognosen
7.2 Wertentwicklung der Transporte
7.3 Flottenentwicklung
7.4 Umweltprobleme
7.5 Globalisierung

8. Fazit

Abbildungsverzeichnis

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

In Zeiten von immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen und neuen Beschaffungsstrategien gewinnt der Luftfrachtverkehr stetig an Bedeutung. Dass aber auch durch volatile Ölmärkte, strengere Umweltauflagen, sowie der fortwährenden Liberalisierung des Luftfrachtmarktes ein enormer Druck für die Marktteilnehmer entsteht, ist die andere Seite.

Diese Hausarbeit soll einen Überblick über den Aufbau + Ablauf des Luftfrachtmarktes, sowie dessen Teilnehmer geben. Des Weiteren wird sowohl auf Vor- und Nachteile, wie auch auf die Entwicklung des Marktes und der Kundenanforderungen eingegangen, damit nachvollzogen werden kann, warum die Luftfracht sich heute trotz ihrer hohen Beförderungskosten, immer größerer Beliebtheit erfreut.

Als erstes wird der Begriff des Luftfrachtverkehrs erläutert, um einen Überblick über die

verschiedenen Marktsegmente zu bekommen. Anschließend werden die zur Durchführung des Luftfrachtverkehrs notwendigen technischen Mittel erläutert.

Im Fokus dieser Hausarbeit steht die Luftfrachtkette mit ihren Teilnehmern, sowie der Ablauf einer Sendung vom Versender zum Zielflughafen bzw. Endkunden.

Abschließend wird durch die erarbeiteten Informationen, sowie den prognostizierten Entwicklungen des Luftfrachtmarktes, ein Ausblick über die Chancen, aber auch Risiken und zukünftigen Herausforderungen der Luftfrachtdienstleister gegeben.

2. Entwicklung des Luftfrachtverkehrs

2.1 Definition Luftfracht

Luftfracht umfasst alle Güter, die durch Luftverkehr transportiert werden. Die Opportunitätskosten in Form von Zeit (z.B. time to market), Risiko(z.B. Wertfracht) und Kapitalbindung in den transportierten Waren bei Transport mit anderen Verkehrsträgern, übersteigen die Luftfrachtkosten in den meisten Fällen um ein vielfaches.1 Aus diesen Gründen besteht die heutige Luftfracht hauptsächlich aus hochwertigen Gütern, wie Computerchips oder Massengütern mit niedrigem Gewicht pro Gewichtseinheit, wie Blumen.2 Einen weiteren großen Anteil haben Ersatzteile jeglicher Art für Maschinen oder Verkehrsträger.

Die Vorteile der Luftfracht liegen in der:3

- Schnelligkeit, nahezu jedes Gut ist innerhalb 2-3 Tagen auf allen Märkten der Welt verfügbar
- Einsparmöglichkeiten bei der Verpackung, meist nur leichte bzw. gar keine Verpackung notwendig
- schneller Kapitalumschlag, dadurch evtl. Zinsgewinn
- Sicherheit, fast kein Schwund bzw. Diebstahl von Waren

Nachteile der Luftfracht:4

- Hohe Kosten durch Zu- und Abfuhr zum Flughafen
- Nachtflugverbote
- Gewichtsbegrenzung
- geringe Beförderungskapazitäten

2.2 Arten des Luftfrachtverkehrs

Der Luftfrachtverkehr umfasst verschiedene Arten bzw. Segmente. Diese teilen sich in:

- Emergency Traffic
- Routine-Perishable-Traffic
- General Cargo

Emergency Traffic

Der Emergency Traffic umfasst Luftfracht, welcher nicht planmäßig, sondern aufgrund von Engpässen oder besonderen Umständen auftritt, dass können sowohl Medikamente aber auch Ersatzteile oder ganze Maschinen sein. Die hohen Transportkosten per Luftfracht „rentieren" sich bei Produktionsausfällen durch Maschinenschaden oder bei Ersatzteilbeschaffung, wie zum Beispiel Ausfall einer Antriebsmaschine( Schiff, Flugzeug etc.),da hohe Ausfallkosten je Zeiteinheit entstehen und deswegen die Ersatzmaschine bzw. das Ersatzteil schnellst möglichst in Betrieb genommen bzw. eingebaut werden muss.5

Routine — Perishable -Traffic

Die meisten Güter, die mittels Luftfracht befördert werden, können in das Luftfrachtsegment Routine-Perishable-Traffic eingestuft werden. Bei den Luftfrachtgütern kann man eine Einteilung in zeitlich und wirtschaftlich verderbliche Güter vornehmen, wobei zeitlich verderbliche Waren Nahrungsmitteln, Blumen etc. und wirtschaftlich verderbliche Waren, Zeitungen, Speicherchips, aber auch Post-, Kurier-, Express- und Paketsendungen sind. Des Weiteren zählen Materialien, die z.B. aufgrund von Jit — Konzepten pünktlich an der nächstfolgenden Produktionsstufe angeliefert werden müssen, zum oben genannten Marktsegment.6

Der Unterschied zum Emergency Traffic ist ganz klar, dass der Routine — Perishable - Traffic geplant und nicht wie beim Emergency Traffic, außerplanmäßig auftritt7.

General Cargo

Unter General Cargo versteht man Waren jeglicher Art, die nicht in die Kategorien Emergency Traffic und Routine — Perishable — Traffic, also verderbliche Güter fallen. Diese Waren können planmäßig oder bei Bedarf auch außerplanmäßig anfallen. Transportiert werden u.a. Güter, bei denen die Transportkosten gering im Vergleich zu den Herstellungskosten sind.8

2.3 Die Anfänge der Luftfracht

Der erste Ä offizielle )UDFKWIOXJ³ IDQG am 10. Juni 1912 statt. Mit einem Doppeldecker wurden 40kg Post befördert. Die Möglichkeit und die Vorteile des Luftfrachtverkehrs wurden der Bevölkerung und den Unternehmen erstmals im Jahre 1922 bewusst. In diesem Jahr herrschte in Berlin der große Eisenbahnerstreik. Zu dieser Zeit wurden in Berlin die wichtigsten und größten

Tageszeitungen Deutschlands gedruckt. Da gerade Tageszeitungen aufgrund ihrer Aktualität schnell national verteilt werden mussten, wählte man als Alternative die Luftfracht.9 Aufgrund der positiven Erfahrung erlangte die Luftfracht schnell an Attraktivität und Bedeutung in Konkurrenz zur Bahn.

Wenige Jahre später wurde 1926 die Deutsche Luft Hansa gegründet, schon im ersten Jahr ihres Bestehens verteilte sie 946 Tonnen Luftfracht.

Schon damals nutzte man die Vorteile des kombinierten Verkehres, die Deutsche Luft Hansa und die Reichsbahn, vereinbarten im Jahre 1927 eine Kooperation, um die Vorteile des jeweiligen Verkehrsträgers mit dem des anderen zu verbinden. Der Begriff des kombinierten Verkehrs wurde zu dieser Zeit noch nicht verwendet. Die Kombination von Flugzeug und Eisenbahn wurde Flei — Verkehr genannt. Flei — Verkehr bedeutet: Flugeisenbahn — Expressgut — Verkehr.10 1934 wurde der erste Trans — Ozean —Linie der Welt von der Deutschen Luft Hansa in Dienst gestellt, die Spannungen vor und während des zweiten Weltkrieges, verhinderten jedoch eine Weiterentwicklung.11

Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg insbesondere auf dem amerikanischen Luftfrachtmarkt der Wettbewerbsdruck, da sich u.a viele Militärpiloten mit ehemaligen, sehr günstig gekauften Ä.ULHJVIOXJ]HXJHQ³, selbständig machten und 1978 der Air Deregulation Act zu weniger Bürokratie und Aufsicht führte. Das zahlenmäßige Ansteigen der „Luftfrachtgesellschaften" führte zu einem Sinken der Frachtraten, welches auch die etablierten Gesellschaften in Bedrängnis brachte.12

Mit der Einführung von Luftfrachtcontainern, aber auch durch den Einsatz von Großraumflugzeugen wie der Boeing 747 in den siebziger Jahren, entwickelte sich die Luftfracht allmählich von einem „by - product" des Passagierverkehrs, zu einem eigenständigen „Moint-product".13

3. Die Luftfracht heute

Seit dem Einsatz von Großraum- und Transportflugzeugen, aber auch durch die Deregulierung und Liberalisierung der Frachtmärkte und im Zuge der Globalisierung, erfährt die Luftfrachtbranche ein stetiges Wachstum. Der heutige Luftfrachtmarkt befindet sich aus Kostengründen im Bereich der Massengüter mit niedrigem Gewicht pro Gewichtseinheit oder im Bereich hochwertiger Güter.14 In dem folgenden Abschnitt soll ein Überblick über den Aufbau einer Luftfracht — Supply —Chain und dessen Akteure gegeben werden. Jedoch muss im Vorwege die Aufgabe der IATA erklärt werden, da diese Organisation als Dachverband der Luftverkehrsgesellschaften rückwirkend den Frachtmarkt geprägt hat, bzw. einen erheblichen Einfluss bei dem Ablauf der Luftfrachtkette hat.

3.1. IATA (International Air Transport Association)

Der IATA gehören weltweit 230 Fluggesellschaften an, die rund 94 % aller internationalen Flüge durchführen. Die Aufgabe der IATA als Weltverband des kommerziellen Luftverkehrs besteht darin, Rahmenbedingung bezüglich Standardisierung, Tarif- und Kostenstruktur zu schaffen, sowie die Entwicklung des sicheren, planmäßigen und wirtschaftlichen Transportes von Menschen und Gütern in der Luft voranzutreiben15.

Des Weiteren sind die Ziele der IATA:16

Förderung eines sicheren, regelmäßigen und wirtschaftlich effizienten Flugverkehrs Interessenvertretung der Fluggesellschaften gegenüber:

- Regierungen
- Reisebüros/Spediteure
- Öffentlichkeit

Förderung der Zusammenarbeit der Mitgliedsfluggesellschaften Koordinierung der Fracht- als auch Passagiertarife

3.2 Aufbau Luftfracht — Transportkette

Die Luftfrachttransportkette besteht aus mehreren Kettengliedern. Die wenigsten Waren werden vom Versender direkt an den Abgangsflughafen „angeliefert". In den meisten Fällen wird die Ware von einem Spediteur zum Frachtterminal befördert, bzw. durchlaufen die Waren, die in Abb.1 idealtypische Transportkette. Im folgenden Abschnitt sollen die Akteure einer Luftfracht — Supply — Chain vorgestellt werden.17

[...]


1 Jean Peter Janßen, Die zukünftige Entwicklung der Luftfracht, S.169.

2 Vgl. Mensen, Heinrich, Handbuch der Luftfahrt, S. 644.

3 Ebenda, S.645.

4 Vgl. Michael Schüller, Strategieentwicklung airlinegeführter Supply Chains, S.15. 4

5 Vgl. Mensen, Heinrich, Handbuch der Luftfahrt, S.645.

6 Vgl. Michael Schüller, Strategieentwicklung airlinegeführter Supply Chains, S.16.

7 Vgl. Mensen, Heinrich, Handbuch der Luftfahrt, S.645.

8 Ebenda

9 Vgl.NZZ Format, Geschichte der Luftfahrt, http://www-x.nzz.ch/format/broadcasts/transcripts_175_157.html, Stand 25.11.2008

10 Vgl. Flight Depot, Die Anfänger der Zivilluftfahrt, www.flight-depot.com/flight-history-data/flighthistory/alsverkehrsmittel/index.html Stand 11.01.2009

11 Frank Littek, Luftfracht, S.54 ff.

12 Vgl. U.S. Centennial of Flight Com., http://www.centennialofflight.gov/essay/Commercial_Aviation/Dereg/Tran8.htm, Stand 25.11.2008

13 Vgl. Michael Schüller, Strategieentwicklung airlinegeführter Supply Chains, S.6.

14 Vgl. Heinrich Mensen, Handbuch der Luftfahrt, S.643.

15 Vgl. IATA: About us, http://iata.org/about/mission, Stand 25.11.2008

16 Vgl. Grandjot, Leitfaden Luftfracht, S. 57.

17 Ebenda, S. 126

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