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Wahrheit, Gültigkeit und die materiale Implikation

Ein Essay über die Probleme der deduktiven Logik

Essay 2009 10 Seiten

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Problemstellung
Begriffserklärungen
Deduktion und Induktion
Implikation
Paradoxie und Tautologie

Auseinandersetzung mit den Problemen
Was ist „wahr“ und was ist „gültig“?
Die Paradoxien der materialen Implikation
Falschheit führt zu Wahrheit
Die Frage nach der Verknüpfung
Lösungsversuche

Persönliche Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

Einleitung

Problemstellung

Wesley C. Salmon (* 1925; † 22. April 2001) hat als zeitgenössischer Philosoph sich besonders Problemen der Metaphysik, Logik und Wissenschaftstheorie gewidmet. In seinem Buch „Logik“1 hebt der erste Teil, welcher die Deduktion und die deduktive Logik behandelt, einige wesentliche Fragen und Probleme deutlich hervor.

Ich werde nun im Folgenden versuchen, diese Probleme in der deduktiven Logik in einem Essay darzustellen und eine Lösung anzubieten.

Hauptsächlich werde ich mich mit folgenden Problemen auseinander setzen: Was ist Gültigkeit? Was unterscheidet sie von Wahrheit? Wann ist etwas wahr, falsch, ungültig? Schließlich ist es manchmal schwer, zu trennen, was wahr, und was gültig ist. Besonders schwer wird dies in der Umgangssprache, da sich die Wörter teilweise fast als Synonyme benutzen lassen. Und doch wollen wir auf die Logik zurückkehren, bei welcher wir auf einige Fragen bezüglich der materialen Implikation stoßen. Denn was sind die Paradoxa der materialen Implikation und wo liegt der Zusammenhang zwischen Inhalt und Form der Implikation? Muss ein solcher vorhanden sein oder ist es ein Ding der Unmöglichkeit, dies in Übereinstimmung zu bringen?

Um die Probleme genauer zu verstehen, muss man sich mit den verwendeten Begriffen auskennen um diese benutzen zu können. Aus diesem Grund werde ich dann auch im nächsten Teil auf einige wichtige Begriffe eingehen und versuchen sie (vorerst) zu definieren. Eine genauere Analyse folgt dann im Hauptteil.

Begriffserklärungen

Wenn man über Logik redet und (besonders die deduktive) Logik betreibt, so muss man sich eines gewissen Vokabulars bedienen, der vorher zu definieren gilt. Ich werde nun im Folgenden versuchen, die wichtigsten Begriffe, auf die ich im Hauptteil zurückgreife, zu definieren. Klar sein muss allerdings Folgendes: Verschiedene Wortbedeutungen werden hier nicht weiter erörtert, da sie Bestandteil der Hauptproblematik sind. Aufgrund dessen werde ich dies klar kennzeichnen, wenn eine Begriffsdefinition noch nicht ganz vollständig ist und weiterer Erklärungen bedarf.

Deduktion und Induktion

Die Trennung beider Begriffe scheint hier das Wichtigste zu sein. Im ersten Teil seines Buches „Logik“ behandelt Salmon ausschließlich die Deduktion, bzw. deduktive Logik, wohingegen im zweiten Teil die Induktion, bzw. die induktive Logik zum Tragen kommt. Allgemein meint man mit der Deduktion die deduktive Logik des Schließens, die Argumenten- oder Aussagenlogik. Es geht hierbei darum, vom Allgemeinen auf das Besondere zu schließen. Man hat oder formuliert eine Hypothese, die allgemein gültig ist und wendet sie auf die einzelnen Fälle an.

Die Induktion tut genau das Gegenteil. Bei ihr versucht man aus einer gewissen Anzahl von Einzelfällen, Beispielen, eine Hypothese aufzustellen. Ein Beispiel wäre z.B.: Wir haben hundert weiße Schwäne gesehen und schließen daraus, dass (wahrscheinlich) alle Schwäne weltweit weiß sein müssten. Dies kann sicherlich zu Fehlschlüssen führen, gilt allgemein aber als die wissenschaftliche Methode, um zumindest zu bestätigten Hypothesen zu kommen (später kommt dann auch noch Popper mit seiner Idee der Falsifizierbarkeit2, worauf ich hier aber nicht weiter eingehe). Zum besseren Verständnis der Unterschiede zwischen Deduktion und Induktion hier ein kleines Schema:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Implikation

Die Implikation ist die Verknüpfung zweier Aussagen in der Form „wenn… dann“. Es gibt unterschiedliche Formen der Implikation, die wichtigste von ihnen ist die materiale Implikation (auch Konditional und Subjunktion genannt), welche in der Logik benutzt wird. Ein Beispiel einer materialen Implikation wäre der Satz: „Wenn es regnet, dann nehme ich einen Regenschirm.“ Dies würde sich logisch transkribiert so präsentieren: p→ q

Salmon benutzt nicht den Pfeil, sondern das Hufeisen als Junktor (ohne einen Unterschied bei der

Notation zu machen). Als Beispiel: p⊃q

Auf die Paradoxien der (materialen) Implikation werde ich im Hauptteil (S. 5) zu sprechen kommen.

Paradoxie und Tautologie

Eine Paradoxie ist ein scheinbarer oder tatsächlich unauflösbarer, unerwarteter Widerspruch. Eine Tautologie ist eine allgemein gültige Aussage, das heißt eine Aussage, die aus logischen Gründen immer wahr ist. Beispiele für Tautologien sind Aussagen wie „Wenn es regnet, dann regnet es“ und „Alle Schweine sind Schweine“.

[...]


1 (Salmon, 1983)

2 (Popper, 1934)

Details

Seiten
10
Jahr
2009
ISBN (Buch)
9783640527243
Dateigröße
457 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v143397
Institution / Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
1-
Schlagworte
Philosophie Wesley C. Salmon Salmon Logik Deduktion deduktive Logik materiale Implikation Wahrheit Gültigkeit

Autor

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Titel: Wahrheit, Gültigkeit und die materiale Implikation