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Kultur in der internationalen Unternehmung

Unternehmenskultur internationaler Unternehmungen

Seminararbeit 2009 21 Seiten

BWL - Unternehmensforschung, Operations Research

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

1. Kultur in der internationalen Unternehmung, Terminologische und in- haltliche Grundlagen der Kulturproblematik und Unternehmenskultur internationaler Unternehmungen
1.1 Kultur
1.2 Unternehmenskultur
1.3 Das Modell von Schein

2. Landeskultur in internationalen Unternehmungen
2.1 Kulturdimensionen nach Hall
2.2 Kulturdimensionen nach Hofstede

3. Kulturgeprägte Unternehmensformen
3.1 Die japanischen Kereitsu
3.2 Die koreanischen Chaebol
3.3 Die chinesischen Family Business Networks

4. Internationale Unternehmen in ihrer Multikulturalität
4.1 Die Universalisten
4.2 Die Kulturisten

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das Eisbergmodell

Abbildung 2: Unternehmenskulturebenen - Das Modell von Schein

Abbildung 3: Studien zur Landeskultur in internationalen Unternehmungen

Abbildung 4: Strukturübersicht über Betrachtungen zu kulturgeprägten Unternehmensformen

Abbildung 5: Die Kernaktivitäten der größten Chaebol

Abbildung 6: Gegenüberstellung der drei Kulturgeprägte Unternehmensformen anhand der Managementrelevante Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Japan, Korea und China

Einleitung

Ziel dieser Arbeit soll es sein, einen Allgemeinen Überblick über die Begriffe Kultur und Unternehmenskultur zu geben, sowie darauf aufbauend die Bedeutung der Unternehmenskultur für internationalen Unternehmung, die Terminologische und inhaltliche Grundlagen der Kulturproblematik, die Unternehmenskultur internationaler Unternehmungen, die Landeskultur in internationalen Unternehmungen, die kulturgeprägte Unternehmensformen und schließlich internationale Unternehmen in ihrer Multikulturalität zu erläutern.

Durch die wachsende Internationalisierung der Unternehmen fand bereits seit Beginn der 70er Jahre zunehmend eine Auseinandersetzung mit kulturellen Fragestellungen statt. Die Suche nach dem Grund für den Erfolg japanischer Unternehmen, welcher mit dem ausgeprägten „Commitment“ der Mitarbeiter erklärt wurde, führte dazu, dass die Unternehmenskultur Mitte der 80er Jahre, als eine der zentralen Einflussgrößen für den unternehmerischen Erfolg in der internationalen Unternehmungstätigkeit anerkannt wurde.1

Im ersten Abschnitt der Arbeit werden die zum Verständnis der Kultur, beziehungsweise Unternehmenskultur, notwendigen Definitionen erklärt. Die Darstellung einiger wichtiger Modelle der Unternehmenskultur wird einen Überblick über die Vielschichtigkeit der Kulturproblematik geben.

Im zweiten Teil wird die Landeskultur der internationalen Unternehmung dargestellt und insbesondere auf zwei Kulturdimensionen eingegangen.

Im dritten Teil werden anhand der drei gewählten asiatischen Unternehmensformen die kulturellen Unterschiede besonders deutlich dargestellt und ergeben somit die kulturgeprägte Unternehmensformen.

Im letzten Teil wird die Unternehmung in ihrer Multikulturalität präsentiert, das auf Grund der immer ausgeprägten Internationalisierung zu Bedeutung nimmt.

1. Kultur in der internationalen Unternehmung, Terminologische und inhaltliche Grundlagen der Kulturproblematik und Unternehmenskultur internationaler Unternehmungen

1.1 Kultur

Bevor man die Kultur der Unternehmen begrifflich definiert, sollte man zuerst erläutern, was unter der Kultur im Allgemeinen zu verstehen ist. Kultur ist ein weit greifendes Thema der über 160 verschiedenen Definitionen verfügt.2

Kultur ist im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt. Es betrifft somit die Technik, die Kunst, das Recht, die Moral, die Religion, die Wirtschaft, usw. Die Merkmale einer Kultur liegen den handelnden Personen unbewusst vor und sind durch Verhaltensweisen erfahrbar. Kultur ist ein kollektives Phänomen, das dem einzelnen dennoch die Möglichkeit der freien Entfaltung der Persönlichkeit gibt. Die Erlernbarkeit und Anpassungsfähigkeit der Kultur bleibt begrenzt da Kultur kein statisches sondern ein dynamisches Konstrukt ist.3

„Kultur ist die Gesamtheit der Grundannahmen, Werte, Normen, Einstellungen und Überzeugungen einer sozialen Einheit, die sich in einer Vielzahl von Verhaltensweisen und Artefakten ausdrückt und sich als Antwort auf die vielfältigen Anforderungen, die an diese soziale Einheit gestellt werden, im Laufe der Zeit herausgebildet hat“.4 Die Konfrontation mit unterschiedlichen Kulturen, gerade auch mit Kulturen in weiter entfernten Regionen führt immer mehr Wissenschaftlern vor Augen, dass Kultur einen Einfluss auf das Verhalten in und von Unternehmungen hat bzw. haben kann. Man geht sogar einen Schritt weiter und bezeichnet die Kultur als die zentrale Einflussgröße der internationalen Unternehmenstätigkeit5.

So schreibt der niederländische Wissenschaftler Geert Hofstede: „ The business of International Business is Culture“. (Hofstede 1984)

Kultur besteht aus zwei Ebenen:

Einer eher unsichtbaren Ebene: die Concepta (immateriellen Elementen): Dies sind Grundannahmen, Werte, Normen, Einstellungen….6 Einer eher wahrnehmbar Ebene: die Percepta (materiellen Elementen): Dies sind die Verhaltensweise und Artefakte in denen sich die Grundannahmen, Werte, Normen… ausdrücken.7

Zur Unterstützung dieser Definition gilt das Eisbergmodell als konkrete Darstellung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Das Eisbergmodell

Die Percepta-Ebene stellt den Teil des Eisbergs dar, der aus dem Wasser herausragt und den man sehen kann. Doch dies zeigt nur „die Spitze des Eisbergs“. Die Funda- mente des Eisbergs liegen unter Wasser: dies bezeichnet das Concepta-Ebene.

Kultur hat verschiedene Funktionen:8

Kultur besitzt eine Orientierungsfunktion, indem sie vermittelt was als richtig bzw. was als falsch zu berücksichtigen ist.

Weiterhin gilt eine Motivationsfunktion: die Zugehörigkeit zu einer Kultur kann Kulturmitglieder antreiben.

Eine Identitätsfunktion: die Kultur grenzt von anderer Kultur ab und vermittelt dadurch eine Einheit nach innen.

Eine Ordnungsfunktion: Kultur sorgt für Ordnung und schafft eine soziale Ein- heit. Kultur zeigt sich auch daran, dass die Mitglieder einer Kultur, sogenannten Insider, vieles als selbstverständlich annehmen, was die Mitglieder einer anderen Kultur, sogenannten Outsider völlig anders beurteilen.

1.2 Unternehmenskultur

Unternehmenskultur bezeichnet ein Ideen-, Meinungs-, Normen- und Wertgefüge welches in der Regel von der Mehrzahl der daran beteiligten Mitarbeiter geteilt und gelebt wird. Die Unternehmenskultur bestimmt den Charakter einer Unterneh- mung.

Eine andere Definition der Unternehmenskultur von Kutschker und Schmidt lautet folgendermaßen: „Unternehmenskultur ist die Gesamtheit der Grundannahmen, Werte, Normen, Einstellungen und Überzeugungen einer Unternehmung, die sich in einer Vielzahl von Verhaltensweisen und Artefakten ausdrückt und sich als Antwort auf die vielfältigen Anforderungen, die an diese Unternehmung gestellt werden, im Laufe der Zeit herausgebildet haben.“9

Um dies zu verdeutlichen werden wir das Kulturebenenmodell nach Schein betrach- ten.

1.3 Kulturebenenmodell nach Schein

Das Modell von Schein unterteilt die Unternehmenskultur in drei Ebenen. Auf der un- tersten der drei Ebenen äußert sich die Kultur eines Unternehmens in den gemein- samen Grundannahmen. Diese Annahmen stellen die Kernsubstanz einer Kultur da, aus welcher sich ein Weltbild entwickelt, das für die beiden übergeordneten Ebenen richtungweisend ist.10

In der zweiten Ebene äußert sich das unterbewusst verankerte und schwer identifizierbare Weltbild der dritten Ebene in Ge- und Verboten, also kollektiven Werten der Unternehmensmitglieder.11

Auf der obersten Ebene werden die durch die Kultur geschaffenen Artefakte und Symbole sichtbar. Durch sie lassen sich Rückschlüsse auf die Unternehmenskultur ziehen, so weit die betrachteten Objekte keiner näheren Interpretation bedürfen.12

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Unternehmenskulturebenen - Das Modell von Schein

Quelle: Beyer, Heinrich/Fehr, Ulrich/Nutzinger, Hans G. (1995): Unternehmenskultur

und innerbetriebliche Kooperation. Anforderungen und praktische Erfahrungen, Wiesbaden, S. 72.

[...]


1 Vgl. Macharzina/Wolf (2005): Unternehmensführung. Das Internationale Management, 5. Auflage, Wiesbaden, S. 238.

2 Vgl. Kroeber, Alfred (1952): The Nature of Culture, The University of Chicago Press, Chicago, Lon- don.

3 Vgl. Kutschker, Michael/Schmid, Stefan (2005): Internationales Management, 4. Auflage, München, S.666f.

4 Kutschker, Michael/Schmid, Stefan (2005): Internationales Management, 4. Auflage, München, S.672.

5 Vgl. Kutschker, Michael/Schmid, Stefan (2005): Internationales Management, 4. Auflage, München, S.670f.

6 Hofstede, Geert (1998): Attitudes, Values and Organizational Culture: Disentanging the Concepts, S477-493.

7 Schmid, Stefan(1996): Multikulturalität in der internationalen Unternehmung. Konzepte - Reflexionen - Implikationen, Gabler, Wiesbaden,S.145-151.

8 Vgl. Ulrich, Peter (1984): Systemsteuerung und Kulturentwicklung. Auf der Suche nach einem ganzheitlichen Paradigma der Managementlehre, S.312-313.

9 Vgl. Kutschker, Michael/Schmid, Stefan (2005): Internationales Management, 4. Auflage, München, S.678.

10 Vgl. Schreyögg, Georg (1996): Organisation. Grundlagen moderner Organisationsgestaltung, Wiesbaden, S.382.

11 Vgl. Schreyögg, Georg (1996): Organisation. Grundlagen moderner Organisationsgestaltung, Wiesbaden, S.382ff.

12 Vgl. Jaeger, Burkhard (2004): Humankapital und Unternehmenskultur. Ordnungspolitik für Unternehmen, Wiesbaden, S.125.

Details

Seiten
21
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640542338
ISBN (Buch)
9783640542581
Dateigröße
857 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v143077
Institution / Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes
Note
1,7
Schlagworte
Kultur Unternehmung Unternehmenskultur Unternehmungen

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Titel: Kultur in der internationalen Unternehmung