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Politisches Engagement von Studierenden

Eine quantitative Studie an der Universität Luzern

von Samuel Schmid Mirjeta Hoxha Bashkim Rexhepi Daniel Batliner Matthias Baumann Michael Gabathuler Samuel Schmid

Seminararbeit 2009 43 Seiten

Politik - Methoden, Forschung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Politisches Engagement
2.1 Begriffsklärung
2.1.1 Affekt und Kognition
2.1.2 Partizipation
2.2 Theoretische Perspektiven und Determinanten

3. Forschungsdesign
3.1 Fragestellung, Hypothese und Variablen
3.2 Operationalisierung

4. Methodische Konzeption / Dokumentation des Forschungsprozesses
4.1 Datenauswahl
4.2 Datenerhebung
4.3 Datenaufbereitung und Fehlerbereinigung
4.4 Datengüte
4.5 Datenauswertung

5. Auswertung der Daten
5.1 Stichprobe und Grundgesamtheit
5.2 Deskriptive Analyse
5.2.1 Interesse an Politik
5.2.2 Beteiligung an Wahlen und Abstimmungen
5.2.3 „Abstimmen und/oder Wählen ist die Pflicht eines Bürgers“
5.3 Multivariate Zusammenhänge

6. Schlussfolgerungen

7. Literatur- und Quellenverzeichnis

Anhang: Fragebogen

Abstract

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem politischen Engagement der Studierenden der Universität Luzern auseinander. Unter politischem Engagement wird sowohl das politische Interesse bzw. die psychologische Involvierung als auch die politische Partizipation verstanden. Es wird von folgender Fragestellung ausgegangen: Sind Studierende der Politikwissenschaft im Vergleich zu Studierenden anderer Fachbereiche an der Universität Luzern aktiver im Hinblick auf ihr politisches Engagement? Die empirische Untersuchung zeigt, dass sie in Bezug auf das politische Interesse reger sind, meist aber nicht in Bezug auf die politische Partizipation.

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Liste von Partizipationsformen

Abb. 2: Tabelle A

Abb. 3: Grafik B: Politisches Interesse der Studierenden nach Fächern

Abb. 4: Grafik C: Beteiligung an Wahlen und Abstimmungen (alle Studierende)

Abb. 5: Grafik D: Beteiligung an Wahlen und Abstimmungen nach Fächern

Abb. 6: Tabelle E

Abb. 7: Grafik F: „Abstimmen und/oder Wählen ist die Pflicht eines Bürgers“ (alle Studierende)

Abb. 8: Grafik G: „Abstimmen und/oder Wählen ist die Pflicht eines Bürgers“ nach Fächern

Abb. 9: Tabelle H

1. Einleitung

Politisches Engagement ist ein wichtiger, ja essenzieller Bestandteil einer Demokratie. Ein politisches Gemeinwesen ist ohne ein Mindestmass an Beteiligung seiner Bürger weder überlebensfähig noch legitimiert. Mittels Partizipation werden politische Prozesse gestützt, beeinflusst und kontrolliert. Bürger können ihre Interessen, Präferenzen und Bedürfnisse kundtun und sich aktiv dafür einsetzen. Aus politikwissenschaftlicher Sicht ist darum interessant, die Zusammenhänge von individueller Selbstbestimmung, individuellen Merkmalen und gesellschaftlich-politischem Handeln, Mitdenken und Mitbestimmen zu erörtern.

Mit dieser Arbeit wollen wir das politische Engagement von Studierenden exemplarisch untersuchen. Unser leitendes Interesse kann mit folgender Forschungsfrage expliziert werden: Sind Studierende der Politikwissenschaft (Haupt- oder Nebenfach) im Vergleich zu Studierenden anderer Fachbereiche aktiver im Hinblick auf ihr politisches Engagement? Wir konzentrieren uns dabei auf die Studierenden der Universität Luzern.1 Dafür wurde ein standardisierter Online-Fragebogen verschickt und statistisch ausgewertet.

Zunächst befassen wir uns mit dem Begriff des politischen Engagements, worauf dessen theoretische Perspektiven und Bestimmungsfaktoren erläutert werden. Danach gehen wir genauer auf unsere Fragestellung, Hypothese und den damit verbundenen Variablen sowie die Operationalisierung ein. Es folgen die methodische Konzeption und die Dokumentation des Forschungsprozesses. Vor diesem Hintergrund werden die erhobenen Daten in einer Primäranalyse dargestellt, wobei zuerst deskriptiv und dann korrelativ analysiert wird.2 Abschliessend werden die Ergebnisse im Lichte unserer Forschungsfrage beurteilt und die Verknüpfung zurück zur Theorie aufgezeigt.

2. Politisches Engagement

Politische Beteiligung ist ein zentrales und konstitutives Grundmerkmal einer jeden Demokratie (vgl. von Erlach 2006: 45f., Höcker 2006: 3, Welker 2007: 14ff. und van Deth 2006: 167ff.), ja, es ist „the lifeblood of democracy“ (Franklin 2002: 148 zit. in Bühlmann 2006: 29) und dient der Vermittlung zwischen Volk und politischer Elite. Anders formuliert: „Democracy without political participation is like Hamlet without the Prince: It just does not work” (Kitschelt & Rehm 2008: 468).

Es existieren zahlreiche Konzepte3 von politischer Partizipation, die ein sehr breites Spektrum an Phänomenen beinhalten. Somit ist es schwierig, sie genau zu definieren. Von Erlach (2006: 18) verwendet eine umfassende Definition und benennt diese als politisches Engagement:

„Sowohl die psychologische politische Involvierung in Form politischen Interesses und der absoluten sowie relativen Einschätzung der Wichtigkeit von Politik als auch politische Partizipation als freiwillige Aktivitäten, die darauf zielen, politische Entscheide zu beeinflussen, werden als politisches Engagement aufgefasst […].“

2.1 Begriffsklärung

Allgemein ist mit politischem Engagement jede Form von Anteilnahme von Individuen am politischen Geschehen gemeint4 (vgl. von Erlach 2006: 109ff., Kissler 2007: 71 und Welker 2007: 16). Darin sind zwei Bereiche enthalten. Zum einen sind dies Affekt und Kognition, welche den Bezug des Individuums zur Politik im Allgemeinen und die Einstellungen sowie die psychologische Involvierung und Anteilnahme im Speziellen umfassen. Zum anderen ist es die Partizipation als konkretes politisches Verhalten und Handeln.5

2.1.1 Affekt und Kognition

Politische Anteilnahme im psychischen Sinn enthält folgende Elemente (vgl. von Erlach 2006: 110): Parteianhängerschaft; Interesse an Kampagnen; persönliche Betroffenheit bezüglich des Wahlausganges; Wahrnehmung der Wahlteilnahme als Pflicht sowie das Gefühl, etwas bewirken zu können (political efficacy). Das politische Bewusstsein wird begriffen als Aufmerksamkeit bzw. Kenntnis von politischen Institutionen, Akteuren, Auseinandersetzungen sowie als Bewertung und Interpretation von politisch relevanten Informationen. Zusammenfassend: „Psychological involvement refers to the degree to which citizens are interested in and concerned about politics and public affairs” (Milbarth & Goel 1977: 46 zit. in von Erlach 2006: 111). Diese mentale Anteilnahme ist - die wir in Anlehnung an das vorhergehende Zitat Involvierungsgrad nennen wollen - notwendige Bedingung für jede Form von Partizipationshandeln (vgl. Kissler 2007: 75 und Welker 2007: 25).

2.1.2 Partizipation

Von Erlach (2006: 121ff.) geht von vier Elementen für politische Partizipation aus: a) Aktivitäten; b) Individuen als Akteure; c) Zweckdienlichkeit und d) Freiwilligkeit. Partizipation als strategisches, politisches Handeln ist nicht zweckfrei, sondern hat instrumentellen Charakter und ist orientiert am Partizipationsinteresse. Durch Partizipation wird Macht legitimiert und begrenzt (vgl. Kissler 2007: 72ff.). Zudem wird Partizipation (in Demokratien) nicht oktroyiert. Wir definieren hier Partizipation demnach als „all voluntary activities by individual citizens intended to influence either directly or indirectly political choices at various levels of the political system“ (Kaase und Marsh 1979: 42 zit. in von Erlach 2006: 121; vgl. auch Kissler 2007: 72 und Welker 2007: 16). Die Reichweite der Teilnahme bzw. Einflussnahme wird als Partizipationsgrad bezeichnet. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass politische Beteiligung ein breites Spektrum an Aktivitäten umfasst; nicht nur der Urnengang gehört dazu, sondern alle Versuche, politisch Einfluss zu nehmen, auch unkonventionelle und ehrenamtliche Formen6 (vgl. Bühlmann 2006: 29; siehe 3.2).

2.2 Theoretische Perspektiven und Determinanten

Im folgenden Abschnitt werden die wichtigsten Perspektiven und Bestimmungsgrössen für politisches Engagement zusammengefasst. Der Fokus liegt in erster Linie auf die für unsere Arbeit relevanten Aspekte.7 Gaiser et al. (2006: 227-228) führen drei Bedingungsfaktoren für politisches Engagement an:

1. Ressourcen und Kompetenzen: Bildung, Geschlecht, sozioökonomischer Status
2. Motivationen: Politisches Interesse, Kompetenz und Erfolgserwartung zur Verwirklichung von Interessen, das Bewusstsein der eigenen Handlungsmöglichkeiten, Werthaltungen
3. Soziale Netzwerke.

In der Literatur werden die sozialstrukturellen Determinanten Bildung, Geschlecht und Alter immer wieder genannt (vgl. Welker 2007, Gaiser et al. 2006, Ühlinger 1988 und von Erlach 2006). Bildung ist ein sehr wichtiger Faktor: Je höher die Bildung, desto höher die Wahrscheinlichkeit des politischen Engagements.8 In unserer Umfrage weisen alle Studierenden in etwa den gleichen Bildungsgrad auf. Deshalb spielt diese Determinante für uns zwar keine Rolle, muss aber erwähnt werden.

Generell engagieren sich Männer stärker politisch als Frauen, wobei nicht immer ein Unterschied festgestellt werden kann (vgl. Welker 2007: 31-75 und von Erlach 2006: 50ff.). Rein soziodemografische sowie sozioökonomische9 Zusammenhänge sind aber unvollständig. Denn nicht nur Ressourcen (Einkommen und Wissen über Politik), sondern auch fördernde Einstellungen spielen eine Rolle, ja sie sind „dem politischen Verhalten unmittelbar vorgelagert“ (von Erlach 2006: 52).

Von Erlach (2006: 53) hält demnach fest:

„Währenddem strukturelle und soziodemographische Variablen sehr weit vom zu erklärenden Phänomen politisches Engagement entfernt sind und deshalb unklar ist, über welche Mechanismen sie genau wirken, sind Variablen psychologischer Involvierung schon fast zu nahe an diesem.“10

Welker (2007: 31-75) berücksichtigte die Determinante „Studiengang“. Politikwissenschaftler/-innen weisen demnach meist auffallende Werte auf, d.h. das Interesse an Politik ist sehr hoch und auch die legalen Partizipationsformen werden von Politikwissenschaftler/-innen überdurchschnittlich genutzt oder unterstützt.

Die Tatsache, Politikwissenschaft zu studieren, stellt einen ganz spezifischen sozialen Kontext11 und damit eine integrierende und sozialisierende Umwelt dar (vgl. von Erlach 2006: 18/282f., Kissler 2007: 83ff. und Bühlmann 2006: 12). Genauso verhält es sich mit dem familiären Kontext als Beziehungsstruktur. Demokratische Normen und Werte sowie Fähigkeiten, die zur Partizipation notwendig sind (politisches Bewusstsein im Sinne von Aufmerksamkeit und Kenntnissen), werden in solchen subpolitischen Kontexten (und im Prozess der politischen Teilnahme) erworben und gefestigt (vgl. von Erlach 2006: 47/110f). Zusammenfassend: „Political activity seldom occurs in individual isolation; as a result, the social context is an important determinant of the extent to which individuals participate in politics” (Huckfeldt 1979: 579 zit. in Bühlmann 2006: 18). In unserer Umfrage berücksichtigten wir von den oben genannten Determinanten das Geschlecht und den Studiengang. Ausserdem kontrollierten wir für die Vereinszugehörigkeit (vgl. von Erlach 2006), politisches Engagement der Eltern, Wohnort (ländlich oder urban) und Einkommen (vgl. 3.1).

3. Forschungsdesign

3.1 Fragestellung, Hypothese und Variablen

Zur Wiederholung nochmals die Formulierung unseres leitenden Forschungsinteresses: Sind Studierende der Politikwissenschaft (Haupt- oder Nebenfach) im Vergleich zu Studierenden anderer Fachbereiche an der Universität Luzern aktiver im Hinblick auf ihr politisches Engagement?

Die Fragestellung ist insofern (zunächst) deskriptiv, als wir das politische Engagement beschreiben und kategorisieren und dabei die Unterschiede zwischen Studierenden der Politikwissenschaft und denen anderer Fachbereiche herausarbeiten möchten. Die Fragestellung ist kausal-analytisch insofern, als wir die Tatsache, dass jemand Politikwissenschaft studiert, hypothetisch als Faktor dafür ansehen, dass die betreffende Person wahrscheinlich politisch aktiver partizipiert als Studierende anderer Fachbereiche. Anders gesagt: Wir wollen herausfinden, ob zwischen der unabhängigen Variable „Studium der Politikwissenschaft“ und der abhängigen Variable „politisches Engagement“ ein Zusammenhang besteht.

Daraus lässt sich folgende probabilistische12 Hypothese ableiten: Wenn Studierende an der Universität Luzern Politikwissenschaft im Haupt- oder Nebenfach belegen, dann ist es wahrscheinlich, dass diese aktiver im Hinblick auf ihr politisches Engagement sind als Studierende anderer Fachbereiche. So ergeben sich für uns folgende unabhängige Variablen: Studium an der Universität Luzern sowie Studienrichtung. Wir haben uns bei Letzterem entschieden, folgende Kategorisierung vorzunehmen: Politikwissenschaft / Rechtswissenschaft / andere. Wir sind uns durchaus bewusst, dass jede Kategorisierung die Ergebnisse verzerren kann. Unserer Meinung nach ist das Studium der Rechtswissenschaft jedoch von den anderen Fakultäten und Studienrichtungen hier im Modell klar abzugrenzen. Erstens, weil das die grösste Fakultät ist und zweitens im Allgemeinen Rechtswissenschaftler stark in der Politik vertreten sind.13 Um ein möglichst akkurates Bild zu erhalten, müssen zusätzliche Faktoren bzw. Drittvariablen berücksichtigt werden. Wir beschränken uns dabei auf Vereinsmitgliedschaft, Geschlecht, Wohnsituation (ländlich oder urban), Eltern und Einkommen (vgl. 2.2). Die zu untersuchende abhängige Variable ist das politische Engagement der Befragten, mitsamt den Formen sowie dessen Ausmass. Es lassen sich somit folgende Erwartungen14 ableiten: Im Allgemeinen rechnen wir mit einer Bestätigung unserer Hypothese anhand einer Korrelation zwischen Studienrichtung und politischem Engagement. Im Speziellen argumentieren wir (vgl. 2.2), dass politisches Bewusstsein und Interesse in einem reziproken Verhältnis zueinander stehen. Folglich müssten Studierende der Politikwissenschaft einen höheren Involvierungsgrad aufweisen als Studierende anderer Fachrichtungen. Wir gehen weiter davon aus, dass der Partizipationsgrad positiv damit zusammenhängt. Ergo kann eine theoretische Verbindung zwischen Studium der Politikwissenschaft und Partizipationsgrad hergestellt werden, wobei der Involvierungsgrad als Bindeglied fungiert.

Gemäss den theoretischen Überlegungen erwarten wir für die anderen kontrollierten Variablen folgende Korrelationen:

- Einkommen - positiv
- Vereinszugehörigkeit - positiv
- politische Frühsozialisierung - positiv
- Wohnort (urban) - positiv
- Geschlecht (männlich) - eher positiv

3.2 Operationalisierung

Für alle Variablen empfiehlt sich ein direktes Abfragen. Dies kann durchaus problematisch sein, da eine subjektive Einschätzung verlangt wird. Dennoch ist dies die übliche Vorgehensweise in der Partizipationsforschung. Wie von Erlach (2006: 98-104/112ff.) fragten wir nach dem Interesse an Politik, nach dem Interesse an verschiedenen Politikfeldern, nach Mediennutzung zur Information, nach der politischen Gesinnung, nach der Häufigkeit politischer Diskussionen und nach der Einschätzung der Wichtigkeit von Politik absolut sowie relativ gegenüber anderen Lebensbereichen. Weitere erfragte Indikatoren für die psychologische Involvierung waren unter anderem das Gefühl politischer Wirksamkeit (political efficacy), Parteianhängerschaft bzw. -mitgliedschaft, das Wahrnehmen von Wahl- und Abstimmungspflicht als Wert sowie das Vertrauen in politische Institutionen. Zudem kontrollierten wir die politische Frühsozialisierung, indem wir nach der Politisierung in der Jugend bzw. dem politischen Engagement der Eltern fragten.15

Das Partizipationsverhalten wurde durch eine Frage nach der Nutzung verschiedener Partizipationsformen gemessen. Neben dem Wählen und Abstimmen gibt es eine grosse Anzahl politischer Partizipationsformen. Generell wird zwischen konventionellen und unkonventionellen16 sowie zwischen legalen und illegalen Partizipationsformen unterschieden. Eine weitere Unterscheidung wird zwischen gewaltlosen und gewaltsamen Partizipationsformen gemacht (Welker 2007: 18). Es gibt keine klare, akzeptierte Typologie der Partizipationsformen - praktisch jeder Forscher macht eine eigene Einteilung.17

[...]


1Drei Gründe sprechen für eine solche Beschränkung (vgl. Welker 2007: 7): (1) Künftige Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft werden vielfach aus dem Kreis von Studierenden rekrutiert. Deshalb sind sie für eine Untersuchung von besonderem Interesse; (2) Gesellschaftliche Aktivitäten werden oftmals im kommunalen Raum ausgeübt. Aus diesem Grund ist der lokale Bezug besonders wichtig; (3) Der relativ leichte Zugang zu Daten sowie der enge zeitliche Rahmen sind weitere Argumente dafür, die Studie nicht breiter anzulegen.

2Die Arbeit hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es ist ein erster Gehversuch in quantitativen Methoden.

3Siehe dazu die Verweise bei von Erlach 2006: 18 und van Deth 2006: 170. Wir verwenden in der vorliegenden Arbeit das Konzept von Erlachs. Weiterführende demokratietheoretische Implikationen bei von Erlach 2006: 21, Höcker 2006: 4f. und Welker 2007: 14ff.

4Teilweise wird dies kontrovers diskutiert, da politisches von unpolitischem Handeln zunehmend ungenauer unterschieden werden kann (vgl. van Deth 2006: 180f. und Höcker 2006: 12)

5Kissler (2007: 71) spricht auch von zwei Bereichen, die der Definition von Erlachs ähnlich sind: a) subjektiv-personengebundene Dimension (qualifikatorische und motivationalen Voraussetzungen); b) objektiv-strukturelle Dimension (Organisation und strukturelle Einlagerung).

6 Andere Einteilungen und theoretische Formen von Partizipation (direkt, delegativ, informativ und konsultativ) sind zu finden bei Kissler 2007: 81 und Bühlmann 2006: 30ff. sowie bei Höcker 2006: 9 (repräsentativ-demokratisch und direkt-demokratisch). Als gute Verbildlichung sei zusätzlich auf Kissler 2007: 82 (Abbildung 3) verwiesen.

7 Theorien haben gemäss Popper eine Scheinwerferfunktion. Sie beleuchten soziale Sachverhalte aus verschiedenen Perspektiven. Ein Scheinwerfer kann nie den ganzen Gegenstand beleuchten, er muss zwangsläufig einige Dinge ausblenden (vgl. Bühlmann 22). Weitere theoretische Aspekte bei Bühlmann 2006: 55-108, Kitschelt & Rehm 2008 465ff. und Höcker 2006: 12f.. Informationen zur Geschichte, Entwicklung und Stand der Partizipationsforschung bei Bühlmann 2006: 16f., Höcker 2006: 15ff., Welker 2007: 8ff. und van Deth 2006: 168f.

8 So erstaunt es nicht, dass sich Studierende in Deutschland im Vergleich zur Gesamtbevölkerung überdurchschnittlich für Politik interessieren (vgl. Welker 2007: 12).

9 Siehe dazu die Ausführungen zum sogenannten sozioökonomischen Standardmodell und zu einer möglichen Kausalkette bei von Erlach 2006: 50ff.

10 Trotzdem haben sich diese Ansätze in der Forschung durchgesetzt.

11 Bühlmann (2006: 14/19ff.) stellt dar, wie Kontexte wirken können. Allerdings sind für ihn kommunale Kontexte wichtig. Gewisse Analogien gibt es trotzdem.

12 Wir haben uns für eine probabilistische Hypothese entschieden, da der von uns vermutete Zusammenhang nicht eindeutig ist, sondern vielmehr Wahrscheinlichkeitscharakter hat. Weitere Hypothesen haben wir zugunsten eines offenen Forschungszugangs weggelassen.

13 Vgl. dazu z.B. die berufliche Zusammensetzung des eidgenössischen Parlaments, abrufbar unter: http://www.parlament.ch/d/dokumentation/statistiken/Seiten/berufe.aspx, Stand: 08.10.2009

14 Vgl. dazu die Empfehlungen von Van Evera (1997: 35f.), wonach die Formulierung konkreter Erwartungen aus der Theorie einen Forschungsprozess strukturieren sollen.

15 Wo es Sinn machte, haben wir eine Skala von 0 bis 10 verwendet (z.B. beim politischen Interesse).

16„Als konventionell werden diejenigen Beteiligungsformen bezeichnet, die mit hoher Legitimitätsgeltung auf institutionalisierte Elemente des politischen Prozesses, insbesondere die Wahl bezogen sind. […] Als unkonventionell werden hingegen alle die Beteiligungsformen bezeichnet, die auf institutionell nicht verfasste unmittelbare Einflussnahme auf den politischen Prozess abstellen“ (Kaase: 1992, 148 zit. in Höcker 2006: 10).

17 Am Beginn der Partizipationsforschung in den 1950ern und 60er Jahren standen Studien über das Wahlverhalten. Der Katalog der Partizipationsformen wurde in den folgenden Jahrzehnten durch die unkonventionellen Partizipationsformen ergänzt und ständig ausgeweitet (vgl. van Deth 2006: 172/178). Die Grenzen zwischen sozialem und politischem Engagement wurden zunehmend aufgeweicht (vgl. Hoecker 2006: 11 f./15/17). In manchen Studien wurden über 50 Partizipationsformen untersucht. Die meisten werden jedoch nur von einer kleinen Minderheit genutzt (vgl. van Deth 2006: 178/182).

Details

Seiten
43
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640556892
Dateigröße
2.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v142969
Institution / Hochschule
Universität Luzern – Politikwissenschaftliches Seminar
Note
1.5
Schlagworte
Politische Partizipation Methoden Politisches Engagement Studenten quantitative Studie multivariate Korrelation SPSS

Autoren

  • Samuel Schmid

    12 Titel veröffentlicht

  • Mirjeta Hoxha

  • Bashkim Rexhepi

  • Daniel Batliner

  • Matthias Baumann

  • Michael Gabathuler

  • Samuel Schmid

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Titel: Politisches Engagement von Studierenden