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Konzil von Trient

Hausarbeit 2006 10 Seiten

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgeschichte (1521 – 45)

3. Verlauf
3.1 1. Tagungsperiode (1545 – 48)
3.2 2. Tagungsperiode (1545 – 48)
3.3 3.Tagungsperiode (1562 – 63)

4. Wirkungsgeschichte

5. Schlusswort

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der folgende Text beschäftigt sich mit dem Konzil von Trient (1545 – 63). Dabei wird zuerst auf die Vorgeschichte (1521 – 45) eingegangen, bevor dann der genaue Verlauf mit seinen drei Teilabschnitten genau betrachtet wird. Anschließend folgen eine kurze Erläuterung der Wirkungsgeschichte des Konzils und einige abschließende Worte.

2. Vorgeschichte (1521 – 45)

Nachdem Martin Luther seine Thesen auf dem Reichstag von Worms nicht widerrufen hatte und verurteilt worden war, wurde der Wunsch nach einem Konzil immer größer. 1522-23 verlangten die Reichsstände auf dem Nürnberger Reichstag ein freies christliches Konzil im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Rom lehnte dies jedoch ab, da Papst Clemens VII. eine Ausweichtaktik verfolgte. Er hatte Angst vor „durchgreifende[n] Reformforderungen“[1] und befürchtete darüber hinaus, dass seine Wahl als „illegitim Geborener auf einem Konzil“[2] angefochten werden könnte. Hinzu kamen noch die Auseinandersetzungen zwischen Kaiser Karl V. und König Franz I. von Frankreich.

Als Karl 1530 in Bologna zum Kaiser gekrönt wurde, sagte Clemens zu, dass ein Konzil einberufen werde. Aber er hatte so große Bedingungen damit verbunden, dass eine Verwirklichung verhindert wurde. Die Unumgänglichkeit eines Konzils wurde dann schließlich später von Papst Paul III. erkannt. So wurde dieses 1536, als Karl V. sich in Rom aufhielt, vereinbart und mit einer Bulle vom 2.6.1536 nach Mentua (23.5.1537) einberufen. Jedoch scheiterte der Versuch, da Frankreich sich aus Widerstand gegen Karl V. sperrte. Ebenso versuchte Heinrich der VIII. von England das Konzil zu verhindern und der Schmalkaldische Bund, ein Bündnis zur Verteidigung des Protestantismus, lehnte es ebenfalls ab, daran teilzunehmen. Durch weitgehende Bedingungen des Herzogs von Mantura wurde das Konzil am 8.10.1537 nach Vicenza verlegt. Schließlich jedoch am 21.5.1539 zeitweilig aufgehoben. In der darauf folgenden Zeit betrieb Karl V. eine „Unionspolitik mittels Religionsgesprächen“.[3] Dennoch konnte beim Regensburger Reichstag keine Einigung mit den Protestanten erreicht werden, weshalb Paul III. die Planung eines Konzils wieder in Betracht zog. So legte er den Beginn des Konzils auf Allerheiligen in Trient fest, denn dieser Ort war von den Reichsständen akzeptiert worden. Dennoch konnten Kaiser und Papst die Spannungen, die vor allem daher kamen, dass Paul III. sich in den Auseinandersetzungen Karls V. mit Frankreich neutral verhalten hatte, nicht beseitigen. Wiederum hob Paul III. deshalb am 6.7.1543 das Konzil auf, ohne einen neuen Termin anzugeben. Nachdem Karl V. dann über Franz I. von Frankreich gesiegt hatte, verpflichtete er diesen 1544 im „Frieden v. Crépy“[4], ein Konzil in Trient, Cambrai oder Metz einzuberufen. Nun wurde das Konzil jedoch von Paul III am 15.11.1544 auf den 15.3.1545 nach Trient berufen. Als seine Aufgaben sah er „die Überwindung, der rel. Spaltung, die Kirchenreform u. die Befreiung der v. den Ungläubigen beherrschten Christen“.[5] Karl V. plante außerdem, die Protestanten mit Hilfe des Militärs zu unterwerfen und sie dann zur Teilnahme am Konzil zu zwingen.[6]

3. Verlauf

3.1 1. Tagungsperiode (1545 – 48)

Die Eröffnung des Konzils fand am 13.12.1545 im Dom von Trient statt. Die Legaten waren Giovanni Maria del Monte, Marcello Cervini und Pole. Es stand jedoch offen, ob zuerst dogmatische oder Reformfragen besprochen werden sollten. So entschied man sich am 22.1.1546 beide Bereich nebeneinander zu behandeln. Paul III. billigte dies zwar nicht, aber es wurde dennoch das ganze Konzil hindurch so gehandhabt. Der Geschäftsgang vollzog sich in drei Schritten:

1) Alle Theologen des Konzils, die nicht stimmberechtigt waren, bereiteten die dogmat. Texte in den Theologenkongregationen, dies waren Vereinigungen die bestimmte kirchliche Aufgaben übernahmen, vor. Als Ausgangspunkt dienten in den meisten Fällen die Thesen der Reformatoren.
2) Die Entwürfe legten die Legaten dann den stimmberechtigten Konzilsvätern in den Generalkongregationen vor. Diese berieten darüber und stimmten schließlich ab. Die Änderungsvorschläge wurden insofern berücksichtigt, dass man die Text in den zu diesem Zweck berufenen Abordnungen neu formulierte und dann so lange über sie abstimmte, bis die Mehrheit dafür war.
3) In den feierlichen Sitzungszeiträumen wurden dann die Kanones, Lehr- und Reformdekrete veröffentlicht.

In der 1. Tagungsperiode wurden einige wichtige Dekrete verabschiedet: So wurde festgelegt, dass sich die Kirche „nicht auf die Schrift (Bibel) allein berufen, sondern […] auch die lange Überlieferung der Kirche berücksichtigen“[7] soll. Deshalb sind die Bücher der Bibel, d.h. der „ganze Kanon des AT und NT sowie die von den Ap. weitergegebenen Traditionen“[8], zu akzeptieren (Sessio IV). Weiterhin wurde in sess. V im „Dekret über die Erbsünde“[9] die luth. Konkupiszenz-Lehre abgelehnt. Angenommen wurde dann wiederum in derselben sess. ein „Dekret über die Errichtung von Lektoraten der Hl. Schrift an den Kathedral- u. Kollegiatkirchen“[10]. Dies sollte zu einer Verbesserung der Bildung der Priester führen. Nach längeren Diskussionen wurde dann auch das „Rechtfertigungs-Dekret“[11] (sess. VI) verabschiedet. Es enthält 16 Lehrkapitel und 33 Kanones und erklärt, dass die Rechtfertigungsgnade vom Menschen nicht durch seine eigenen Verdienste verdient werden könne. Dennoch muss der Mensch Gottes handeln zustimmen. Die Rechtfertigung besteht dann in „der Heilung und Erneuerung des inneren Menschen“.[12] Dem Menschen werden bei der Rechtfertigung „Glaube, Hoffnung u. Liebe eingegossen.“[13] Somit fängt das menschliche Heil mit dem Glauben an, der Grundlage und der Rechtfertigung ist. Weiterhin kann die Rechtfertigungsgnade durch Glaube und gute Taten wachsen und durch die Buße kann man die verlorene Rechtfertigungsgnade wiederbekommen. Als Weiteres wurde in derselben sess. ein Dekret über die „Residenzpflicht der Bf. [Bischöfe] u. Pfarrer“[14] verabschiedet. Hier gab es jedoch heftigen Widerspruch, da die Möglichkeit der Befreiung von Lasten oder Pflichten (Exemtion) und päpstliche Erlässe (Dispensen) keine Berücksichtigung fanden. Als Nächstes wurde in sess. VII ein Dekret über die Sakramente im Allgemeinen veröffentlicht. Hierbei ging es um den Begriff des Sakraments und die „Siebenzahl sowie über die Sakramente der Taufe u. der Firmung“[15]. Es wurde die Siebenzahl der Sakramente festgelegt, „während die Protestanten nur die Taufe und das Abendmahl als Sakramente gelten lassen.“[16] Schließlich nahmen einige Legaten einige angebliche Fälle von Flecktyphus in Trient zum Grund, das Konzil nach Bologna zu verlegen. Jedoch weigerten sich die kaiserlichen Bischöfe nach Bologna zu gehen, weshalb dort nur eine weitere Diskussion über die Sakramente, die Messe u. notwendige Reformmaßnahmen stattfand, aber keine Dekrete verabschiedet wurden. Letztendlich bestimmte Paul III. am 3.2.1548 informell, dass die Arbeit des Konzils eingestellt wird. Am 14.9.1549 gab er dann die Auflösung des Konzils bekannt.[17]

[...]


[1] Ganzer, Klaus: Trient: Konzil In: Lexikon für Theologie und Kirche Band 11, Freiburg – Basel – Rom – Wien
20013, Sp. 225.

[2] Ebd.

[3] Ebd., 226.

[4] Kinder/Hilgemann: dtv-Atlas Weltgeschichte, München 2002, 237.

[5] Ganzer Klaus, a.a.O., Sp. 226.

[6] Vgl. Ganzer, Klaus: Trient: Konzil In: Lexikon für Theologie und Kirche Band 11, Freiburg – Basel – Rom –
Wien 20013 , Sp. 225-226.

[7] Trutwin, (Werner): Wege des Glaubens, Düsseldorf 2001, 160.

[8] Ganzer, Klaus: Trient: Konzil In: Lexikon für Theologie und Kirche Band 11, Freiburg – Basel – Rom – Wien
20013, Sp. 226.

[9] Ebd., 227

[10] Ebd

[11] Ebd.

[12] Ebd.

[13] Ebd.

[14] Ebd.

[15] Ganzer, Klaus: Trient: Konzil In: Lexikon für Theologie und Kirche Band 11, Freiburg – Basel – Rom – Wien
20013, Sp. 227.

[16] Trutwin, (Werner): Wege des Glaubens, Düsseldorf 2001, 160.

[17] Vgl. Ganzer, Klaus: Trient: Konzil In: Lexikon für Theologie und Kirche Band 11, Freiburg – Basel – Rom –
Wien 20013 , Sp. 227-229.

Details

Seiten
10
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640535392
ISBN (Buch)
9783640535583
Dateigröße
380 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v142561
Institution / Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
1,0
Schlagworte
Konzil Trient

Autor

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Titel: Konzil von Trient