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Die wirtschaftlichen Außenbeziehungen der EU

Seminararbeit 2005 17 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung

II. Das globale Netzwerk der wirtschaftlichen Außenbeziehungen der EU

1. Stellung der EU im Welthandel

2. Die globale handelspolitische und entwicklungspolitische Rolle der EU
2.1 Allgemeine Zieldefinitionen der Handelspolitik der EU
2.2 Ziele der Entwicklungszusammenarbeit der EU
2.3 Umsetzung der handelspolitischen und entwicklungspolitischen Ziele
2.3.1 Vertragliche Handelspolitik
2.3.2 Autonome Handelspolitik
2.3.3 Wirtschaftliche Entwicklungspolitik
2.3.3 Verknüpfung der Handelspolitik mit anderen Politikzielen
2.3.4 Die multilaterale Dimension der WTO
2.4 Zusammenfassung

3. Handelspolitisches Profil der EU nach Ländern bzw. Regionen
3.1 Die zehn wichtigsten Handelspartner der EU
3.2 Regionsanalyse der Außenhandelsaktivitäten der EU
3.3 Einfuhren, Ausfuhren und Handelsbilanzsaldos nach wichtigsten Ländern
3.4 Zusammenfassung

4. Handelspolitisches Profil der EU nach Produktgruppen

I. Einleitung

Im Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) von 1958 übertrugen die beteiligten Staaten (Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Niederlande, Luxemburg) den Organen der Gemeinschaft weit reichende Kompetenzen zur einheitlichen Gestaltung der Außenwirtschaftsbeziehungen des entstehenden Gemeinsamen Marktes. Mit der Vollendung der EG-Zollunion 1970 ging die handelspolitische Kompetenz von den Mitgliedsstaaten in die alleinige Zuständigkeit der Gemeinschaft über. Die Gemeinsame Handelspolitik ist damit ein weitgehend integrierter Politikbereich in der heutigen EU.1 Mit in Kraft treten des Vertrages von Amsterdam am 1. Mai 1999 erhielt die Europäische Union neben den handelspolitischen Befugnissen bei landwirtschaftlichen und industriellen Produkten auch die Vollmacht2, in internationalen Verhandlungen und bei Übereinkünften über Dienstleistungen und Rechte des geistigen Eigentums tätig zu werden.3 Die wirtschaftlichen Außenbeziehungen der EU umfassen daher heute alle Beziehungen zu Nicht-Mitgliedsstaaten und internationalen Organisationen in den Bereichen Wirtschaft, Handel und Dienstleistungen.4 Sie gründen sich auf den Kompetenzzuweisungen aus den EG-Verträgen an die entsprechenden Organe der EU, dem abgeleiteten Gemeinschaftsrecht sowie vertraglich fixierten Prinzipien und Verfahrensregeln.

In der vorliegenden Arbeit soll nun im speziellen auf die Ausgestaltung des globalen Netzwerkes der wirtschaftlichen Außenbeziehungen der EU eingegangen werden. Hierfür wird zuerst die Stellung der EU im Welthandel in Punkt II.1 erläutert. Die globale handels- und entwicklungspolitische Rolle der EU wird in Punkt II.2 dargestellt. Dem schließt sich eine Analyse des handelspolitischen Profils der EU nach Ländern und Regionen sowie nach Produktgruppen an. Im Vordergrund steht eine Betrachtung des Handels mit Gütern, der den beträchtlichsten Teil der außenwirtschaftlichen Aktivitäten darstellt. Aufgrund der Begrenztheit des Umfanges der Arbeit kann die Rolle der EU-Staaten in den Bereichen des weltweiten Handels mit Dienstleistungen sowie in den globalen Finanz- und Kapitalströmen nicht behandelt werden.

II. Das globale Netzwerk der wirtschaftlichen Außenbeziehungen der EU

1. Stellung der EU im Welthandel

Die EU und ihre Mitgliedsstaaten nehmen eine herausragende Stellung im Welthandel ein. Insbesondere im weltweiten Handel mit Waren ist die EU entsprechend der Abb. 1 mit einem Import- und Exportvolumen von insgesamt 1990,5 Mrd. € und einem Anteil am Warenaustausch von 18 % der größte Handelsakteur im Jahr 2004. Hierbei zählt der Handel zwischen den EU-Ländern als Binnenhandel und wird nicht berücksichtigt. Die USA folgen mit 1813,8 Mrd. € (16,4 %), China und Japan schließen sich in größerem Abstand mit 890,0 Mrd. € (8,1 %) bzw. 773,4 Mrd. € (7,0 %) an.5

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Weltweiter Warenhandel 2004 (den Warenhandel innerhalb der EU unberücksichtigt): führende Export- und Importländer (Spalte 1 und 2), führende Länder nach gesamtem Handelsvolumen. Quelle: E UROP Ä ISCHE K OMMISSION (2005a): External Trade: Bilateral Trade Relations.

Differenziert man nach Export und Import, so liegt die EU bei den Exporten im Jahr 2004 (962,6 Mrd. € bzw. 18.0 %) mit großem Abstand vor den USA (632,2 Mrd. €) auf Platz 1. Bei den Importen tauschen die USA mit 1181,6 Mrd. € (20,7 %) und die EU (1027,9 Mrd. €, 18,0 %) die Plätze.6

Werden nun wie in Abb. 2 auch die Warenflüsse zwischen den EU-Mitgliedsstaaten eingerechnet, so kommt die EU sogar auf einen weltweiten Anteil am Warenfluss im Jahr 2004 von 40,9 %, wobei unter den zehn größten Handelsnationen im Jahr 2004 mit Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden und Belgien insgesamt sechs Mitglieder der EU notiert sind.7

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Weltweiter Warenhandel 2004 (den Warenhandel innerhalb der EU berücksichtigt): führende Export- und Importländer (Spalte 1 und 2), führende Länder nach gesamtem Handelsvolumen. Quelle: E UROP Ä ISCHE K OMMISSION (2005a): External Trade: Bilateral Trade Relations.

Per Saldo wurden 2004 mehr Waren in die EU eingeführt als exportiert. Aus Abb. 3 ergibt sich ein Handelsbilanzdefizit von 61, 3 Mrd. €. Im Vergleich zum Jahr 2003 konnten die Ausfuhren hierbei mit 10 % um 1 % mehr gesteigert werden als die Einfuhren. Mit 2010,2 Mrd. € ist jedoch der Warenfluss innerhalb der EU (Intra-EU25-Versendungen) um 14,7 Mrd. € größer als die Austauschbeziehungen zu Drittstaaten. Damit wickeln die EU-Staaten über die Hälfte ihres gesamten Handels unter sich ab.8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Handelsstr ö me der EU25 (nicht saisonbereinigte Daten) für Jan-Dez 2004 sowie Jan-Dez 2003 in Mrd. Euro, Zuwächse in %. Quelle: E UROSTAT (2005): Euro-Indikatoren. Pressemitteilung 42/2005 vom 23. März 2005

Abb. 4 zeigt jedoch, dass sich bei den 25 Mitgliedsstaaten das Verhältnis von Ausfuhren und Einfuhren recht unterschiedlich darstellt. So gehören Deutschland, Irland, die Niederlande, Belgien und Schweden zu den Ländern mit den höchsten Handelsbilanzüberschüssen, wogegen Großbritannien, Spanien, Griechenland, Portugal und Polen deutliche Defizite ausweisen.9

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Handel der EU-Mitgliedsstaaten 2004und 2003 insgesamt (Intra- und Extra-EU25), in Mrd. € Quelle: E UROSTAT (2005): Euro-Indikatoren. Pressemitteilung 42/2005 vom 23. März 2005

[...]


1 vgl. MONAR,JÖRG (2002): Au ß enwirtschaftsbeziehungen. In: WEIDENFELD,WERNER/WESSELS,WOLFGANG (HRSG.): Europa von A bis Z. Bonn. S. 82

2 Dieses Verhandlungsmandat setzt einen einstimmigen Beschluss des Rates voraus.

3 vgl. DEUTSCHE BUNDESREGIERUNG (2005): Europa-Lexikon - Handelspolitik. URL:

http://www.bundesregierung.de/Politikthemen/Euopaeische-Union.htm Abrufdatum: 03.06.2005

4 vgl. MONAR 2002, a.a.O., S. 82; vgl. DEUTSCHE BUNDESREGIERUNG 2005, a.a.O.

5 vgl. EUROPÄISCHE KOMMISSION (2005a): External Trade: Bilateral Trade Relations. URL:http://europa.eu.int/comm/trade/issues/bilateral/data.htm, Abrufdatum: 10.06.2005

6 vgl. EUROPÄISCHE KOMMISSION 2005a, a.a.O.

7 vgl. EUROPÄISCHE KOMMISSION 2005a, a.a.O.

8 vgl. EUROSTAT (2005): Euro-Indikatoren. Pressemitteilung 42/2005 vom 23. März 2005 URL http://europa.eu.int/comm/eurostat Abrufdatum: 01.06.2005

9 vgl. EUROSTAT 2005, a.a.O.

Details

Seiten
17
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640518067
ISBN (Buch)
9783640517831
Dateigröße
877 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v142423
Institution / Hochschule
Hochschule für Politik München
Note
1,0
Schlagworte
EU Außenwirtschaft Globalisierung Handelspolitik Handelsbeziehungen Internationale Wirtschaft Europäische Union

Autor

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