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Erlebnisorientiertes Lernen in Schule und Erwachsenenbildung. Die Waldpädagogik

Diplomarbeit 2003 99 Seiten

Pädagogik - Reformpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort und einführende Worte

2 Begriffsbestimmung – ein Versuch
2.1 Das Erlebnis
2.2 Die Pädagogik
2.3 Zur Bestimmung
2.4 Definition anhand der Literatur
2.5 Zusammenfassung

3 Didaktik und Ziele erlebnispädagogischer Unternehmungen
3.1 Allgemeines
3.2 Die Aufgabe
3.3 Warum Erlebnispädagogik?
3.4 Das Ziel
3.5 Zielgruppen
3.6 Methoden der Erlebnispädagogik
3.7 Zusammenfassung

4 Transfer und Reflexion
4.1 Reflexionsmodelle
4.1.1 The Mountains Speak for Themselves
4.1.2 Outward Bound Plus
4.1.3 Das metaphorische Modell
4.2 Zusammenfassung

5 Sicherheitsstandards und Ausbildung der Erlebnispädagogen
5.1 Sicherheit
5.2 Qualifikationsanspruch
5.3 Zusammenfassung

6 Rund um Wald und Wiese: die Waldpädagogik
6.1 Allgemeines
6.2 Begriff und Wertigkeit
6.3 Aufgaben der Waldpädagogik
6.3.1 Angebote
6.3.2 Der Lebensraum
6.3.3 Die Kulturlandschaft
6.3.4 Der Wirtschaftsraum
6.3.5 Resümee
6.4 Didaktisch-methodische Grundsätze und Zielvorstellungen
6.4.1 Ziele der Waldpädagogik
6.5 Waldpädagogik in der Unterstufe
6.6 Waldpädagogik in der Oberstufe
6.7 Zusammenfassung

7 Beispiel und Konzepte
7.1 Ein praktisches Beispiel
7.1.1 Ein sinn voller Waldtag
7.2 Konzeptionen
7.2.1 Raum gestalten – Raum erfahren
7.2.2 LandArt – Gestalten in und mit der Natur
7.2.3 Vom Baum zur Skulptur

8 Schlussbemerkung

9 Literaturverzeichnis
9.1 Zitierte Literatur
9.2 Weiterführende Literatur
9.3 Internet
9.4 Adressen

1 Vorwort und einführende Worte

Die Erlebnispädagogik als eine alternative Unterrichtsform, hat als übergeordnetes Ziel die Entwicklung und Festigung der jeweiligen Persönlichkeit und deren sozialen Fähigkeiten sowie die Erkenntnis der Bedeutung einer funktionierenden und intakten Natur und Umwelt für die eigene Person und für das gesellschaftliche Miteinander zum Inhalt.

Das vorliegende Werk ist mehr als nur eine Diplomarbeit. Im Laufe der Arbeit an ihr hat sie sich als persönliche Stütze in der Auseinandersetzung und Weiterentwicklung in meinem Beruf als Lehrer und Waldpädagoge erwiesen.

In erster Linie wird es meinen Intentionen als Tischlermeister und Kunsthandwerker gerecht, der in Holz, das er zu verarbeiten hatte, immer mehr sah, als nur ein rohes Stück Lignin. Denn erst, wenn die Zusammenhänge begreifbar werden, die Leben und Wohnen ausmachen, wird erkennbar, was überhaupt Wohngefühl bedeutet und warum der Mensch seit jeher mit Holzmöbeln lebt und wohnt. Und vielleicht hat das auch mit Natur in weiterem Sinne und mit Wald in engerem Sinne zu tun.

Denn im Wald, da wachsen Bäume und die Bäume liefern Holz.

Dieser Ansatz mag ein wenig seltsam sein, aber immerhin hat er mir im Speziellen geholfen, dass ich mich intensiver mit der Herkunft und der Produktionsstätte des von mir zu verarbeitenden Materials beschäftigen wollte und konnte. Gleichzeitig ist es mein Anliegen, nicht nur in meinem fachpraktischen Bereich (Holz, Möbelbau und Skulptur) bewusstseinsbildend zu sein, sondern auch darüber hinaus. Im Sinne des Wortes: hinaus in den Wald, lernen dort, wo es nach heutiger Einschätzung pädagogisch zielführend ist und mittlerweile auch finanziell gefördert wird.

Die Arbeit ist in sechs eigentliche Kapitel gegliedert. Kein Kapitel erhebt Anspruch auf Vollständigkeit oder auf Ausschließung inhaltlicher Diskrepanzen – trotz mehrmaligen Überarbeitens. Fallen solche auf, sollen sie als Basis für eine fruchtbringende Diskussion und Auseinandersetzung mit der Thematik verstanden werden.

Zu Beginn der Arbeit wird der Begriff des erlebnisorientierten Handelns bestimmt. Man wird merken, dass es immer noch eine Art Vakuum ist, in der sich die Erlebnispädagogen befinden, nicht zuletzt, weil „Erlebnispädagoge“ noch kein geschützter Begriff ist und entsprechende Angebote bislang von jedermann durchgeführt werden können.

Im nächsten Kapitel nähere ich mich den didaktisch-methodischen Grundlagen. Es soll festgehalten sein, dass diese Grundlagen unvollständig und alle Ergänzungen und/oder Weiterentwicklungen demnach erwünscht sind.

Reflexion (mit Transfer) ist ein Thema, das auch in allen Bildungsanstalten von Bedeutung ist, dort heißt es Prüfung, Test und Mitarbeit. Die Auseinandersetzung in dieser Arbeit lehrte mich aber, dass es effizientere Möglichkeiten im Schulalltag zur Festigung des Lernertrages und der Schülerpersönlichkeit gibt.

Das Kapitel Sicherheit macht deutlich, dass es auch andere Verletzungen gibt, als nur körperlicher Art, die vor allem im Lernort Natur oft unwissentlich geschehen.

Dem Kapitel „Rund um Wald und Wiese“ ist meine persönliche Präferenz gewidmet. Ein sehr großes Themengebiet, dem hier nur in knappster Art und Weise entsprochen werden konnte. Bei speziellem Interesse der Waldpädagogik verweise ich auf die eher spärlich vorhandene Literatur im Anhang.

Den Schluss der Diplomarbeit rundete ich mit einigen praxisbetonten Darstellungen und Konzepten ab.

Einigen Lesern wird wahrscheinlich der geschichtliche Hintergrund in dieser Diplomarbeit fehlen. Von Rousseau über Thoreau und Dewey bis Kurt Hahn1 um nur einige zu nennen.

Dieser Hintergrund wurde bewusst ausgelassen, weil es mehr als genug ganz ausgezeichnete Literatur gibt, die sich fast ausschließlich mit diesem speziellen Thema befasst. Auch bin ich der Meinung, dass der Fluss des Lesens behindert wird, wenn der Leser/die Leserin nicht voll in die eigentliche Thematik einsteigen kann.

Im übrigen entsprach eine Bearbeitung der geschichtlichen Entwicklung von Anfang an nicht meiner Intention.

Auch diese Arbeit verwendet, außer in Zitaten und im Sinne leichterer Lesbarkeit, ausschließlich die männliche Schreibweise. Es wird hiermit extra darauf hingewiesen, dass die männliche Form auch die weibliche Bezeichnung gleichwertig und gleichberechtigt mit einschließt.

Kursiv geschriebene Stellen oder Passagen, kennzeichnen Zitate, bewusste Betonungen und Hervorhebungen von Ausdrücken.

An dieser Stelle danke ich meiner Familie, die meine Arbeitslaunen über sich ergehen ließ und diese doch relativ stoisch und unbeschadet ertrug.

Auch danke ich hier meinem Betreuer, Herrn Erich Hackl, der sich die Mühe nahm, neben anderen Arbeiten auch meine auf das Genaueste zu durchforsten und der mir mit seiner hilfreichen Betreuung wertvolle Hinweise gab.

2 Begriffsbestimmung – ein Versuch

„Erlebnispädagogik“ ist eine Wortgruppe, die zwar allgemein bekannt, aber dennoch allgemein unbekannt sein dürfte. Nicht einmal in der Fachwelt gibt es Einigkeit über die Begriffsbestimmung, geschweige denn über Methoden und/oder Ziele. Gleichfalls ist unbestritten, dass der Begriff „Erlebnispädagogik“ gesellschaftsfähig geworden ist und als pädagogische Maßnahme häufig missbraucht wird. Als Beispiel sei erwähnt, dass sich sehr oft hinter einem erlebnispädagogischen Angebot etwa ein ganz „normaler“ Kletterkurs oder „nur“ ein Schulausflug mit Jausenszeit im Wald verbirgt.2

Das Wort Erlebnispädagogik besteht aus zwei unabhängigen Begriffen. Zum einen aus dem Erlebnis, zum anderen aus der Pädagogik. Das Erlebnis belehrt den Menschen und verbündet sich mit dem effektivsten Pädagogen: dem Leben selbst.

2.1 Das Erlebnis

Das Erlebnis, ein Begriff der psychologischen Fachsprache, wird als innerer, geistiger Vorgang angesehen, welcher Reize von äußerem Einfluss zu einem subjektiven Eindruck verarbeitet. Dabei wird der gewonnene Eindruck mit Hilfe der Sprache als Erlebnis geschildert.

Parallel zur äußeren Erlebniswelt3, die uns reizt und stimuliert, lässt sich aber auch eine innere Erlebniswelt ausmachen. Das ist jene mit der wir fühlen, fantasieren und träumen. Der Zusammenhang zwischen innerer und äußerer Erlebniswelt wurde schon von den Urvätern der Tiefenpsychologie, Sigmund Freud, C. G. Jung und Alfred Adler erkannt.4

Die früheste bekannte Definition aus einem Lexikon des W. Traugott Krug, erschienen 1838, lautet: „Erlebnis heißt alles, was man selbst erlebt (empfunden, geschaut, gedacht, gewollt, getan oder gelassen) hat. Solche Erlebnisse sind also die Grundlage der eigenen Erfahrung, wenn man dadurch richtige Ergebnisse zu ziehen versteht.“5 Dabei ergibt sich ein ernstes Problem der Erlebnispädagogik, insofern, dass man die Frage stellen muss, wer eigentlich (selbst) in der Lage ist zu bestimmen, was richtige Ergebnisse seien. Dabei hilft der Gedanke der Reflexion und des Transfers weiter.6

2.2 Die Pädagogik

Die Pädagogik7 ist die Wissenschaft von der Erziehung und erforscht deren Grundlagen. Sie gibt das Ziel, Anleitung und Regeln vor und hinterfragt Normen für das erzieherische Handeln sowie Methoden der Erziehung.

Sie untersucht Begabung, Lernen und organisierte Formen der Erziehung. Zu den bedeutenden Strömungen der Pädagogik zählt die geisteswissenschaftliche; sie versucht, Erziehung vor dem Hintergrund von Geschichte, Kultur und Gesellschaft zu beschreiben und zu verstehen.

Die empirisch-sozialwissenschaftliche Pädagogik verwendet die Methodik der Beobachtung und des Experiments, um die Erziehungswirklichkeit zu beschreiben, zu erforschen und Kenntnisse für die Praxis abzuleiten. Die pädagogische Forschung untersucht, wie sich Menschen gegenseitig beeinflussen und welche Auswirkungen dies auf die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen hat.

Die Wissenschaft der Pädagogik teilt sich in verschiedene Bereiche auf. So beschäftigt sich etwa die allgemeine Pädagogik mit philosophischen und theoretischen Aspekten von Erziehung und Bildung, die historische Pädagogik mit der Entwicklung erzieherischer Fragestellungen und die vergleichende Pädagogik mit Erkenntnissen und Gegebenheiten anderer Länder.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von besonderen Formen der Pädagogik, etwa Schul-, Behinderten-, Musik- oder Sozialpädagogik und eben neu formulierte und mittlerweile gut beschriebene Bereiche wie die Abenteuer-, Reise-, Freizeit- und Erlebnispädagogik, deren Ansätze in den reformpädagogischen Bewegungen um die Jahrhundertwende begründet sind.

2.3 Zur Bestimmung

Zu erleben bedeutet, dass Inhalte, die einem äußerst wichtig sind, beziehungsweise als solche gesehen werden, sich zu Eindrücken wandeln, welche als entweder positiv oder als negativ erfahren werden und sich dadurch, je nach Intensität der Information, in das Gedächtnis einnisten. Zu erleben verleiht einen höheren Sinn, sich der Welt und der eigenen Umgebung bildend und erfahrend zu nähern, sich also die eigene unmittelbare Welt erlebbar zu machen. Die Pädagogik wiederum, gleichsam als Suffix des zusammengesetzten Wortes, ist also das Werkzeug, das benutzt und angewendet wird, um das Erlebnis greifbar zu machen und anschaulich gestalten zu können.

Ulf Händel ist „überzeugt davon, dass ein Mensch allein gar nicht soviel wissen kann, wie er wissen müsste, um das Leben als Erlebnis pädagogisch zu erleben und die daraus gewonnenen Erkenntnisse auch noch theoretisch oder praktisch pädagogisch weiterzuvermitteln“8.

Allerdings ist die Frage, wieweit sich ein Erlebnis pädagogisch erleben lassen kann, wenn man erkennt, dass die Tiefe des Erlebens ja auch Teil einer Unsprachlichkeit ist und dass das Pädagogische dahinter nur das Werkzeug, das zielgerichtete und systematisch organisierte Handeln9 ist, welches die Werte des Erlebten sichern sollen. Erlebnisse kann man nicht lehren, sie lassen sich schon gar nicht vermitteln, sie können nur gefühlsmäßig erfahren werden.

W. Michl nimmt an, „dass erlebnispädagogische Aktivitäten mehr Tiefenwirkung zeigen würden, wenn der Pädagoge auf einen theoretischen Rahmen

zurückgreifen kann.“10 Die Handlung, die auf eben der Unsprachlichkeit eines Erlebnisses basiert, nennen die Autoren11 Minimalpädagogik und meinen, dass diese, wenn mit ihr gearbeitet werden soll, sehr wohl begründet und das Handeln des Pädagogen hinterfragt werden muss. Diesem Einwand ist durchaus Recht zu geben, denn die Grundlage jeglichen Konzepts der Erlebnispädagogik besteht darin, Menschen egal welcher Altersgruppe und Vorbildung zu einem direkten, selbsterfahrenen Erleben hinzuleiten. Das wiederum bringt eine gewisse, nicht zu leugnende Ergriffenheit der teilnehmenden Personen mit sich. Bleibt dieser Eindruck kommentarlos stehen, haben wir es nicht mehr mit einer Pädagogik zu tun.12

Ein wesentliches Element der Erlebnispädagogik ist also die bewusste Reflexion von Erlebnissen und in diesem Zusammenhang eine Herbeiführung von Verhaltensänderungen.

Sie ist auch ein Instrument, welches hervorragend geeignet ist, bei der Bildung von Persönlichkeiten eine äußerst wichtige Rolle zu spielen. Nicht umsonst wurde das Erlebnis von der Reformpädagogik konzeptualisiert und angewendet.

Und sie ist mehr als nur graue Theorie. Sie ist vor allem ein Menschenbild und eine Herausforderung an das Denken, Fühlen und Handeln der Pädagogen aber auch der Teilnehmer. Es ist offensichtlich, dass Erlebnispädagogik überall stattfinden kann, sie ist nicht ausschließlich und untrennbar mit Meer, Wüste, Berg und/oder Urwald verbunden.13

2.4 Definition anhand der Literatur

Die Schwierigkeit, den Begriff Erlebnispädagogik definieren zu wollen, gleicht der Suche nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen. So mannigfach und unüberschaubar sind mittlerweile die einschlägigen Publikationen.

In ihrer Dissertation aus dem Jahre 1930 fasste W. Neubert14 verschiedene Merkmale des Begriffes Erlebnis zusammen und leitete daraus Prinzipien für die Pädagogik ab. Berthold/Ziegenspeck folgerten aus diesen Prinzipien, dass das Erleben die Grundlage für das Verstehen ist. Die „Aufgabe der Pädagogik ist es, Erlebnisse anzubahnen, denn aufgrund ihres Geschenkcharakters können sie nicht erzwungen werden.“15

Heckmair / Michl, die mittlerweile zu den Standard- und Starautoren der Szene avancieren dürften, „verstehen [..] unter Erlebnispädagogik eine handlungsorientierte Methode, in der durch Gemeinschaft und Erlebnisse in naturnahen oder pädagogisch unerschlossenen Räumen neue Raum- und Zeitperspektiven erschlossen werden, die einem pädagogischen Zweck dienen.“16

M. Keeton etwa, ein Mitglied der Association for Experiental Education, bezeichnet überhaupt alle Vorgänge, die sich außerhalb eines Klassenzimmers abspielen bereits als Erlebnispädagogik.17

Die Association selbst definiert ihr Handlungsgebiet folgendermaßen: „Experiential Education is a process through which a learner constructs knowledge, skills and value from direct experiences.“18

Und Ulf Händel meint in seinem Aufsatz: „Die Erlebnispädagogik ist ein Ergebnis emotionaler, psychologischer Anstrengungen, je mehr sie sich auf das Erlebnis stützt, und sie wird zur exakten Wissenschaft, wo sie der Pädagogik als Objekt naturwissenschaftlich-analytischer Methoden den Vorrang gibt.“19

A. Vierecke beschreibt die Erlebnispädagogik als „ein sehr stark auf das Erleben abhebendes, sich reformpädagogisch und ganzheitlich verstehendes Erziehungs- und Unterrichtskonzept. Die Erlebnispädagogik will das unmittelbare Erlebnis, beispielsweise der Natur, als Erfahrungs- und Erkenntnisquelle nutzen und damit einem von ihren Protagonisten allgemein diagnostizierten Mangel begegnen, demzufolge die Menschen Initiative und Spontaneität verloren hätten und menschlich allgemein verarmt seien. Erlebnispädagogische Konzepte spielen außer in bestimmten Schulprojekten vor allem in der außerschulischen Jugend- und in der Sozialarbeit eine Rolle.“20

Jörg Ziegenspeck, Herausgeber der Schriftenreihe „Wegbereiter der modernen Erlebnispädagogik“, Universität Lüneburg, ist der Auffassung, mit Erlebnispädagogik seien zum großen Teil natursportliche Erlebnistouren am Land, sowohl auf als auch im Wasser und mitunter sogar in der Luft gemeint.

Diese Art von Aktivitäten sollten wohl eher als Outdoor-Training21 bezeichnet werden, nicht zuletzt ist ein spezielles Merkmal der Hinweis auf die natursportliche Komponente -die ein Erleben a priori in den Hintergrund stellt-, während ein erlebnispädagogisches Programm seine starke Verlagerung auf das 3H-Erleben (Hirn, Herz, Hand) hin ausrichtet, sportliche Teile aber nicht die Ausschließlichkeit darstellen, wenngleich sie freilich erwünschenswert sind. Erlebnispädagogische Programme beziehen die Umwelt und die Natur mit ein und erwarten somit auch einen ökologischen Bildungsanspruch.22

Erlebnispädagogik ist auch kein Survival training, gleichwohl genau dieser Anspruch bei manchen erlebnisorientierten Handlungen einen hohen Erlebenswert aufweist, wie Gefühle von Hunger, Kälte und Müdigkeit, auch Einsamkeit und Gefühle des Verlorenseins. Denn der erzieherische Aspekt soll bei allen Projekten sichtbar bleiben, um die jeweilige Methode begründen zu können, nicht zuletzt um die eigene didaktische und methodische Sicherheit zu belegen und um die mindesten Gefühle von Sicherheit an die Teilnehmenden weitergeben zu können.23

Man dürfe aber, laut Ziegenspeck, auch nicht die künstlerischen, musischen, kulturellen und technischen Bereiche vernachlässigen, die ja ein noch ungeahnt großes Potenzial an erlebnispädagogischen Aktivitäten bieten, und er definiert Erziehungspädagogik zu guter Letzt in Anlehnung an Kurt Hahn:

„Unmittelbares Lernen mit Herz, Hand und Verstand in Ernstsituationen und mit kreativen Problemlösungsansätzen und sozialem Aufforderungscharakter bilden den Anspruchsrahmen erzieherisch definierter, verantwortbarer und auf eine praktische Umsetzung ausgerichteter Überlegungen, die auf individuelle und gruppenbezogene Veränderungen von Haltungen und Wertmaßstäben ausgerichtet sind und durch sie veranlasst und begründet werden.“24

Michael Jagenlauf ironisiert bei seiner Beschreibung der Erlebnispädagogik, indem er festhält, dass nicht jedes Picknick im Grünen und auch nicht jede Kajaktour bei Windstärke vier als praktizierte Erlebnispädagogik bezeichnet werden könne. Erlebnispädagogische Maßnahmen sind seiner Meinung nach dadurch gekennzeichnet, dass sie Erlebnisse vermitteln, auf deren Basis Erfahrungen möglich sind, ohne auch dabei ein allzu großes Risiko einzugehen.

Dem ist durchaus zuzustimmen, denn als wichtiges Merkmal der Erlebnispädagogik, vor allem im Bereich Jugendarbeit und erlebnispädagogischer Unternehmungen mit Schülern, gilt vor allem die Kalkulierbarkeit potenter Gefahren und Minimierung möglicher Quellen.

Entscheidend für den Erfolg (Transfer) erlebnispädagogischer Maßnahmen ist für Jagenlauf auch nicht ein mögliches, verändertes Verhalten nach einer Unternehmung, mit der eben Erlebnisse verbunden sind, sondern allenfalls dadurch ausgelöste Reize, um das bisherige Verhalten reflektieren zu können und gegebenenfalls zu modifizieren.

Um dies zu erreichen, müssen seiner Meinung nach folgenden Kriterien entsprochen werden:

- Die Ganzheitlichkeit des Erlebens (Herz, Hand und Verstand, müsse gleichzeitig angesprochen werden)
- Das Moment der Unmittelbarkeit muss beachtet werden (sollen Situationen zum Erlebnis werden, dann dürfen Anfang und Ende der Aktion zeitlich nicht all zu weit auseinander liegen)
- Die Deutungsversuche der neuen und offenen Situationen des Einzelnen müssen kontinuierlich pädagogisch begleitet werden.25

Das Duo Kern/Schmidt betrachtet Erlebnispädagogik als pädagogischen Teil der Erziehungswissenschaften und erkennt in der gemeinsamen Dissertation:

„Erlebnispädagogik ist ein handlungsorientierter Bereich in der pädagogischen Arbeit, der entsprechend einem vielseitigen Bildungskonzept eingesetzt wird und in dem durch prozesshafte und zielgerichtete Arbeit in Gruppen neue Räume erschlossen und vielfältige Lernmöglichkeiten initiiert werden. Die Bewältigung herausfordernder Situationen dient zur Erweiterung und Veränderung der körperlichen, sozialen, kognitiven und emotionalen Persönlichkeitspotentiale.“26

Erlebnispädagogik lässt sich auch an Wortfolgen erläutern, meist Schlagworte, die schon im allgemeinen Sprachgebrauch Eingang gefunden haben, wie Gruppenerlebnis und Selbsterfahrung, Gemeinschaftlichkeit, Grenzsituationen, Körpererfahrung, Handlung und Reflexion, Handlung und mögliche Konsequenz. Erlebbar und konkret werden diese abstrahierten Begriffe in Situationen, wo eine Gemeinschaft aufeinander angewiesen, das soziale Denken gefordert ist und der Einzelne wahrnimmt, er kann nur ein funktionierendes Teilchen einer Gruppe sein.27

Manche Autoren tun sich leichter, das Wesen der Erlebnispädagogik als das zu beschreiben, was sie nicht sein soll:28

„Effekthascherei oder Show, paramilitärische Pädagogik, die einem Führungsprinzip huldigt; eine isolierte, aktionistische Maßnahme, naturzerstörend und -konsumierend; suchtfördernd im Sinne von >>höher, weiter, schneller<<; elitär, mit hoher finanzieller Eingangsschwelle.“

„Die Erlebnispädagogik ist nicht Schulung in speziellen Sportarten, obwohl sportliche Aktivitäten eine große Bedeutung einnehmen. Sie ist nicht gleichzusetzen mit Extremsportarten, Sportunterricht oder Fitnesstraining, paramilitärischen Aktivitäten, Überlebenstraining oder ähnlichem.“

„Erlebnispädagogik ist in meinen Augen nicht das, was ihr Erscheinungsbild heute vor allem kennzeichnet, nämlich: Außer-Gewöhnliches, Nicht-Alltägliches, Extremes, Exotisches, Spektakuläres.“

Der Begriff der Erlebnispädagogik29 kam übrigens erst zu Beginn der 80er Jahre so richtig in Schwung, wenngleich W. Neubert den Begriff bereits verwendete30. Den progressiven Standpunkten der 68er gemäß, hatte eine pädagogische Richtung, die auf körperliches Bewusstsein im Kontext vom Gefühl des Erlebens und sich Veränderns in der Natur setzte, kaum eine Möglichkeit, sich zu etablieren. Sport und körperliche Bewegung hatten eher den Anschein des Indiskutablen. Gleichwohl die 68er gleichzeitig den klassischen Waldphilosophen

H.D. Thoreau und seine Schriften wiederentdeckten.31 Erst in den 70ern kam vermehrt die Forderung nach einem abwechslungsreicheren Sportunterricht auf. Sieht man in älteren pädagogischen Nachschlagewerken und Lexika nach, gewinnt man den Eindruck, dass der Begriff der Erlebnispädagogik nicht einmal ignoriert wurde. Dass der Nachholbedarf an Definitionen, Erläuterungen und Bewusstmachung der alten neuen Pädagogik sehr groß ist, belegen die zahlreichen, sich rasend vermehrenden Publikationen, die allesamt mit ähnlich lautenden Sätzen beginnen:

„Die Erlebnispädagogik hat Hochkonjunktur“ oder „Das Erlebnis boomt“.32

Aber die Autoren Heckmair/Michl haben ganz Recht - die Geschichte der Erlebnispädagogik hat gerade erst begonnen.33

2.5 Zusammenfassung

Zunächst muss festgehalten werden, dass noch keine endgültige Definition von Erlebnispädagogik existiert, zum einen, da eine Übereinkunft zur Standardisierung

fehlt, und nicht zuletzt, weil der Anspruch an Aufgabe und Ziel zu umfangreich und die angewandten Methoden zu vielfältig sind.

Die Erlebnispädagogik versteht sich als eine zeitgemäße Erziehungshilfe sowie als Ergänzung althergebrachter und stark etablierter Erziehungs- und Bildungsstrukturen. Als Alternativpädagogik praktiziert die Erlebnispädagogik neue Möglichkeiten von Lehren im Kontext und Lernen durch Erfahrung.

Ihre Wurzeln finden sich in der Reformpädagogik; zu nennen sind die Landerziehungsheime34 von Hermann Lietz (1868-1919), vor allem aber Kurt Hahn (1886-1974), der in den zwanziger Jahren die berühmte Salemer Schule35 gründete und der allgemein als Urvater der Erlebnispädagogik36 gilt.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Konzept erlebnisorientierten Handelns fast völlig vergessen. Es gewinnt seit den 80er Jahren wieder an Bedeutung und zwar um so mehr als sich Regelschulwesen und Sozialpädagogik einer konkreten Reform (Zulassung kreativer Problemlösungsstrategien) verweigern. Mittlerweile ist erlebnisorientiertes Handeln aus dem Sektor Bildung und Persönlichkeitsentwicklung nicht mehr wegzudenken.

Erlebnisorientierte Handlungen sind nicht nur natursportlich orientierte Unternehmungen (Wasser, Land, auch in der Luft), vielmehr werden in Zukunft auch sogenannte „Indoor“ Aktivitäten forciert. Aber auch in künstlerischen, musischen, kulturellen sowie technischen Bereichen (sowohl Outdoor37 als auch Indoor) gibt es noch jede Menge Potenzial an Entwicklungs- und Gestaltungsmöglichkeiten.

Erlebnispädagogik definiert sich auch über die Einbeziehung der gesamten (Er Lebens)Umwelt und verfolgt das zeitgemäße Ziel eines ökologischen Bildungsanspruchs.

3 Didaktik und Ziele erlebnispädagogischer Unternehmungen

„Das menschliche Gegenüber ernstnehmen und ihm mit Achtung begegnen, ist Voraussetzung jedes positiven pädagogischen Wirkens und damit didaktischer Merkpunkt Nummer eins.“38

3.1 Allgemeines

Unter Didaktik wird die Wissenschaft vom Lehren und Lernen verstanden. Sie gibt vor, wie Bildungsinhalte vermittelt und Lernprozesse in Gang gesetzt werden können. Ihr Gegenstand ist der Unterricht; sie soll der erzieherischen Wirkung dienen und helfen, dem Lernenden etwas für sein Leben während und vor allem nach der Schule, Weiterbildungen, Kursen und Seminaren u.dgl. mitzugeben. Idealerweise kann sie Strategien zur Problemlösung dauerhaft internalisieren.

Die Aufgaben einer allgemeinen Didaktik bestehen somit darin,

- Das Wesen und die Aufgabe des Unterrichts verstehen lernen (Schüler sollen erfahren wozu sie die Schule besuchen und warum sie sich weiterbilden sollen!)39
- Ziele akzeptieren und begründen können (argumentieren lernen als Akt der Selbstständigkeit)
- Handlungsmöglichkeiten der Interaktion zu verbessern (eigenständiges Erarbeiten von Problemlösungsstrategien)

Voraussetzung einer pädagogischen Handlung ist die Frage des Lehrenden, was er brauche, um planmäßig und erfolgreich agieren zu können. Er muss sich im Klaren sein, dass er sowohl Zieldefinitionen und eine Strukturierung der einzelnen Handlungsabläufe erstellen muss, gleichsam einem Plan, nach dem er sich orientieren kann. Er muss sein Tun so aufbereiten, dass die Interaktionen nachvollziehbar und die Ergebnisse, die geplanten Ziele also, überprüfbar werden. Um so mehr braucht handlungsorientiertes Lernen einen Lehrplan, ein Curriculum, wenn gewährleistet sein soll, dass Kindern, Jugendlichen aber auch Erwachsenen unmittelbare, alltagsrelevante und authentische Erfahrungsgrenzen vermittelt werden können.

Die Erlebnispädagogik orientiert sich dabei an folgenden didaktischen Prinzipien, die es ihr ermöglichen, konkrete Zielvorstellungen je nach Lernumgebung zu formulieren:40

- Nicht nur reden, sondern vor allem selbst handeln
- Aktiv mitgestalten, statt passiv konsumieren
- Das Prinzip des unbedingten Befehls-Gehorsams ist aufgehoben
- Der Pädagoge ist „Begleiter“, nicht mehr „Lehrer“ und kann als „Mensch“ wahrgenommen werden
- Stärkung des Umweltbewusstsein und Erfahrbarmachen der „eigenen Natur“
- Reflexion und Internalisierung (von neuen Einsichten)
- Exemplarisches (neue Wege) und soziales Lernen (Überdenken der eigenen Rolle, Selbst- und Fremdwahrnehmung in einer Gemeinschaft)

Didaktik in der Erlebnispädagogik fragt nach dem Bildungssinn und den Kriterien für die Auswahl der Handlung, Struktur und damit auch Transfer.

Es geht um Ziele und Inhalte des erlebnisorientierten Handelns. Sind deren didaktischen Strukturierungen festgelegt, können Methoden entworfen und eingesetzt werden, wobei festzuhalten ist, dass ja jede Methodik, sei es bewusst oder unbewusst, didaktische Voraussetzungen stets miteinbezieht.

Eine didaktische Analyse kann je nach Lernumgebung (Wald oder Klettergarten) in verschiedene Fragen münden, welche an sich voneinander abhängig sind41:

- Feststellung des Sinn- und Sachzusammenhangs eines Lerninhaltes (z.B. Umweltschutz und Bedeutung des Waldes)
- Voranalyse der tatsächlichen und pädagogisch erstrebenswerten Ziele (z.B. Ausleben aggressiver Kraftakte im Alltagsleben und dauerhafte Verhaltensänderung durch Erlebnispädagogik)
- Welche Rahmenbedingungen erlebnisorientierten Handelns sind nutzbar?
(Zielgruppe, Lernort, Material, Fachkompetenzen u.ä.)
- Wie kann der Lernerfolg bewusst gemacht werden? (Frage der Reflexion und des Transfers, siehe Pkt. 4.1)
- Wie lässt sich der Lerninhalt strukturieren?
- Wie lässt sich der Lerninhalt am effektivsten vermitteln?

Der Kernpunkt der Didaktik lautet, dass nicht nur alleine die Inhalte des Unterrichts entscheidend sind, sondern ebenso die Art und Weise, wie der Teamer42 etwas vorträgt und vor allem veranschaulicht43, also methodisiert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2 Die Aufgabe

Wie bereits ausgeführt, hat das Erlebnis nach W. Neubert Geschenkcharakter, kann also nicht erzwungen, sondern nur didaktisch und methodisch klar vorbereitet werden. Eine ganz wesentliche Aufgabe der Erlebnispädagogik besteht ja nicht zuletzt darin, nur Erlebnisse zu ermöglichen, sondern das Erlebte auch zu reflektieren, „damit der Einzelne nicht bei Erlebnissen stehen bleibt, sondern zur Einsicht gelangen kann.“44

Die Aufgaben der Erlebnispädagogik sind darin begründet, vor allem die Schule zu mehr als nur einem Hort des Wissens und deren Vermittlung zu machen. Schüler der verschiedensten Anstalten und Bildungsformen sollen nicht nur die Möglichkeit erhalten, sich mit ihrer Persönlichkeit und allen dazugehörigen Fähigkeiten und Schwierigkeiten einzubringen, sie sollen auch vor allem die Bewusstwerdung erfahren, dass sie ein wichtiger und unabkömmlicher Teil eines funktionierenden Systems Schule werden können. Die Schule soll sich zu einer Art Lebensraum wandeln, abseits von z.B. folgendem stattgefundenen Dialog:

„Wie geht es dir?“

„Schlecht.“

„Warum das?“

„Weil morgen wieder Schule ist!“

In der Sozialpädagogik etwa kann dieser Lebensraum Schule durch Zusammenarbeit mit Institutionen der Jugendarbeit und der Schule erreicht werden.

Das kann aber auch dadurch erreicht werden, indem den Schülern im Klassen- oder Gruppen- verband die Möglichkeit geboten wird, sich außerhalb des schulischen Schutzraumes zu profilieren und sich in gemein- schaftlicher Kooperation zu beweisen.

Foto: Seeger Denn Jugendliche wünschen sich im Grunde ihres Seins spannende Lernformen, sie möchten sich selbst kennen lernen und Grenzen erfahren.

Sie wollen vor allem neue und eigene Wege gehen.

Sie sind, wie ein Schüler sich auszudrücken pflegte, actiongeil. Das Wort hat etwas Aggressives, drum sollen sich Schüler auch im Rahmen des Unterrichts austoben können. Vom abwechslungsreicheren Sportunterricht in die innere Erfahrungswelt durch kognitive und handwerkliche Tätigkeit im Schoße der Natur. Diese Erfahrungen können in der Schule von heute möglich sein, allerdings stehen den Bestrebungen der Pädagogen rigide und unflexible Vorgaben des heimischen Schulsystems entgegen (bürokratische und organisatorische Hürden). Abgesehen davon, dass es eine Chance für jeden Pädagogen wäre, sich einen neuen, vielleicht tieferen und menschlicheren Zugang zu den einzelnen Kindern und Jugendlichen zu verschaffen.

Vor allem bei lernschwachen oder sozial auffälligen Schülern können erlebnispädagogische Unternehmungen ungeahnte verborgene soziale Kompetenzen oder andere bisher nicht erkannte Fähigkeiten zum Vorschein bringen. Somit wird den Schülern die für sie selbst neuen und wichtigen Handlungsfelder im haptischen und sozialen Verständnis eröffnet.

Im Allgemeinen wird das Klima in Schulklassen dadurch positiv beeinflusst, soziale Probleme verringern sich erheblich und als Resultat kann nicht zuletzt eine um einiges höhere Motivation bei Lehrern und Schülern im Schulalltag festgestellt werden.45

Auf die Erlebnispädagogik umgelegt, heißt das, dass von empirisch bestimmten Grundannahmen ausgegangen werden kann, die in ein didaktisches und methodisches Konzept einfließen können, vor allem aber die praktische Handlungsebene bestimmen. Nach A. Reiners lauten diese Annahmen46 wie folgt:

- Menschen haben mehr Ressourcen und Kompetenzen als sie denken.
- Eine kleine heterogene Gruppe kann erfolgreich mit physischen und mentalen Herausforderungen fertig werden.
- Junge Menschen sind genauso wie Erwachsene in der Lage kritische Entscheidungen zu fällen und Verantwortung zu übernehmen.
- Durch die Präsentation eines Problems wird mehr gelernt als durch die Darreichung von Lösungen und Methoden.
- Stress und gemeinsam Erlebtes sind wichtige Katalysatoren im Selbstfindungsprozess.
- Der entscheidende Faktor für die Zukunft eines Menschen ist, was er von sich selbst hält.
- Bedeutungsvolles, langfristiges Lernen kann durch intensive, kurzfristige Erlebnisse herbeigeführt werden.

3.3 Warum Erlebnispädagogik?

Ein Beispiel möge verdeutlichen, welcher Sinnlichkeit vor allem sehr junge Menschen beraubt werden können. Bei diesem Beispiel geht es nicht um den Suffix Pädagogik, sondern um den eigentlichen Hintergrund: das Erleben mit den Sinnen. Dabei wird deutlich, dass ein Aberziehen haptischer Erlebnisse bereits in frühester Kindheit passieren kann und zwar in gewohnheitsmäßiger Manier:

„...nicht mit den Händen...“. Es soll aber hier nicht auf Erziehungsstile eingegangen werden.

„Eigentlich ein schönes Objekt. Ein tolles Kunstwerk, ganz aus Stein mit weichen Rundungen. Keine einzige scharfe Kante war zu sehen. Aber zu spüren! Zu spüren? Da stand dieses Objekt alleine in riesigem Raum, darauf aus, dass man es fühle, richtig einladend mit polierter Oberfläche und – es ging ein Kind herum. Neugierig, gespannt und streckte seine Finger aus, um den Stein zu berühren.

Welcher Gedanke lag näher, als über diese weichen, glänzenden Formen zu gleiten und mit der Hand zu befühlen. Diese Rundungen und die Weichheit des Steines und dessen Kälte, die aber ganz warm war.. Gerade, als es den Stein berührte, ertönt es lautstark durch den weiten Raum und wie auf Befehl zog es mit plötzlichem Ruck seine Hand zurück und verbarg sie schützend unter der anderen. Und dann blickte es in ein paar große, strafende Augen, die der Hüterin des Artefakts gehörten.“47

Um den Ansatz heute postulierter Aufgaben und Ziele besser nachvollziehen zu können, einige Bemerkungen zu Kurt Hahns Konzept „Erlebnistherapie“, wie er sein Erziehungsmodell nannte. In diesem Konzept orientierte sich Hahn an den folgenden Defiziten, den „Zivilisationskrankheiten“ der 20er Jahre48:

- Verfall der körperlichen Leistungsfähigkeit
- Verfall der Sorgfalt und Geschicklichkeit
- Verfall der Selbstinitiative
- Verfall des Einfühlungsvermögens

Und so entwickelte er ein erlebnistherapeutisches Konzept, das gleichsam diese Mangelerscheinungen in erster Linie bekämpfen, zumindest aber lindern sollte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Gliederung wörtlich übernommen von Putensen, S. 36)

Immer wieder wird die Frage gestellt, ob der moderne Alltag nicht erlebnisärmer geworden ist und wie man wieder mehr Erlebnis in den Alltag einbringen könnte? Mag sein, dass die Frage gerechtfertigt ist, ebenso, wie dieser Frage heute mehr

Aufmerksamkeit geschenkt wird als vor einigen Jahrzehnten. Was wussten Eltern oder Erzieher schon recht, wie Kinder, die sich meist außerhalb des Wohnbereiches aufhielten, ihre Zeit verbrachten. Nach der Schule und den Hausaufgaben – raus, um zu spielen. Heute wären Eltern froh, würden so manche Sprösslinge öfter ihre Spielkonsolen verlassen.

Die Jugend in der europäischen Gemeinschaft verbringt heute wahrscheinlich einen großen Teil ihres Daseins mit Schulbesuch und Aus- und Weiterbildung. Erziehung ist im Familienverband oft nicht mehr zu gewährleisten (volle Berufstätigkeit beider Elternteile) und wird meist notgedrungen an eine institutionelle Verantwortlichkeit (wie eben Schule, Heime u.ä.) abgegeben.49

Nicht nur durch die Baumaßnahmen der dörflichen und urbanen Wohnumwelt in den vergangenen drei Jahrzehnten (etwa Hoch- oder Reihenhaussiedlungen mit nicht unbedingt großartigen Möglichkeiten zum kognitiven Erlebniserwerb, die Verstädterung der dörflichen Struktur), auch das Verschwinden von naher, unmittelbarer Natur als nicht kontrollierter Raum zum Ausleben der kindlichen Fantasie haben die Sozialisationsbedingungen von Kindern und Jugendlichen verändert: Das Erleben heute ist eine ziemlich anregungsarme und ausgrenzende Erfahrung. Im städtischen Wohnumfeld müssen sich Kinder und Jugendliche in der Regel an für Erwachsene eher leicht zu kontrollierenden Orten aufhalten und haben deshalb kaum mehr Möglichkeit, der Kontrolle zu entkommen um damit selbstgestaltetes und spontanes Erleben zu finden. Schaffen sie es dennoch, wird die Straße zum Spielplatz, die S-Bahn ein erlebnisreicher Ort zum Surfen.50

Ein leicht zu kontrollierender Ort ist jedoch das Kinderzimmer. Der Großteil ihrer Freizeit wird heute von Kindern und Jugendlichen, vor allem aus dem urbanen Bereich, in ihren Zimmern verbracht.

Hauptsächlich wird dann allein, vielleicht sogar noch zu zweit gespielt, was u.U. zu Defiziten in der Entwicklung des sozialen Verhaltens des Einzelnen führen kann.51 Dass die Spielwiese „Zimmer“ die Fantasie nicht gerade anregt, beweisen Gespräche mit Eltern und/oder Kollegen aus dem pädagogischen Bereich, die über die Untätigkeit der Jugendlichen nicht gerade erbaut sind.

Sind Kinder und vor allem Jugendliche in einem Alltag von Schule und Ausbildung, von Beruf, von Freizeit und Konsum auf der Suche nach Erlebnissen, die Gemeinschaftlichkeit aber auch Individualität erfahrbar machen? Mit Sicherheit, und auf eben dieser Suche wird die Freizeit in immer größerem Maße durch den ungefilterten Einsatz von Fernseher52, Video, Computer (eher Spiel- als Arbeitsgerät), Gameboy u.dgl. bestimmt.

Wir alle sind doch in Gefahr, das weitere Leben immer mehr aus zweiter Hand zu erfahren! Die Beschäftigung des Jugendlichen (aber auch des Erwachsenen!) mit den industriellen Errungenschaften wird vermehrt zum Mittelpunkt seines hauptsächlichen Er-Lebens. (Lieber Leser, denk an dein eigenes Handy, das ein neues persönliches, soziales Verhalten geschaffen hat.)

Ganz persönliche Ziele werden im Wettbewerb von Konzentration und Perfektion, von Reaktionsvermögen und Fingerfertigkeit gesucht (Videospiele, in denen endlos gekämpft und geschossen wird, SMS tippen). Aber eben nur in der Identifikation mit binären elektronischen Signalen, die menschliche Wahrnehmung beschränkt sich dabei auf bloßes Hören von Schallwellen und Sehen von Lichtteilchen - andere Sinne werden dabei kaum aktiviert.

In diesem Zusammenhang schreibt Karl Wilhelmstätter vom Verein Spektrum:53

„Ferner überschüttet das Tempo der heutigen Medien (MTV, Video, Software, Multimedia, Computer, Programme u.a.) die Kinder und Jugendlichen mit einer immer schneller werdenden Informationsflut. Das Problem der Zukunft ist für Kinder nicht das Mehr an Freizeit, sondern, dass in der freien Zeit immer mehr Aktivitäten erledigt werden müssen. (Gleichzeitig sollten nachfolgend aufgelistete

Aktivitäten durchgeführt werden: „Internet-surfen“, Fernsehen, Telefonieren, CD oder Radio hören, Videospiele u.u.). Die jungen Menschen entwickeln sich zu einer neuen Medien-Generation, die alles sehen, alles hören, alles erleben und vor allem im Leben nichts verpassen will. Opaschowski beschreibt den von mir angedeuteten Teufelskreis, daß nämlich diese Generation nicht alternativ agiert –

„z.B. PC-Nutzung statt Bücherlesen oder Video statt Radio. Für sie heißt es eher: Video+Radio+Computer+Buch+Free-TV+PayTV+Teleshopping+Einkaufsbummel..

... Sie (die Generation, Anm. d. Verf.) will alles und von allem noch viel mehr.“ “

Ganz so schlimm, wie es da beschrieben wird, ist es ja nicht in der heutigen Zeit, nur anders. Es ist ein Faktum, dass nicht zuletzt aufgrund einer schnelleren und effizienteren Verbreitung von Meinungen und wissenschaftliche Darstellungen unters Volk, ein lauterer und allgemein geführter Disput pro & kontra Sachverhalten und Meinungen besteht. Hat da doch schon Rousseau festgestellt:54 „Kennt ihr das sicherste Mittel, euer Kind unglücklich zu machen? Gewöhnt es daran, alles zu bekommen. Denn seine Wünsche wachsen unaufhaltsam mit der Leichtigkeit ihrer Erfüllung. Früher oder später zwingt euch die Unmöglichkeit, sie alle zu erfüllen, zur Ablehnung, und diese ungewohnte Ablehnung wird es mehr verwirren, als der Verzicht auf das, was es haben wollte.“ Offenbar gab es immer schon Autoritäts- und Erziehungsprobleme.

Hier sei nebenbei erwähnt: „Erlebnispädagogik ist Erziehung“55

Eine Mediengeneration (s.o.) kann erst dann entstehen, in ihren Zimmern sitzen und mindeste soziale Fähigkeiten verlernen, wenn sie die Möglichkeit bekommt, eine zu werden. Ein bisschen erinnert das wohl an Kriegsspiele, um die technische Entwicklung, Forschung und lukrativen Wiederaufbau voranzutreiben: Man füttert Kids mit erlebnisarmen Hightech Spielzeug56, um hernach Erlebnispädagogen beschäftigen zu können (müssen).

In einer Lebenssituation, in der das Erleben das tägliche Er Leben nicht mehr ausreichend zu bestimmen vermag, ist es kaum verwunderlich, dass Erlebnispädagogik an Stellenwert gewinnt.

Der Wunsch, erleben zu wollen ist doch menschlich! Erlebnispädagogik kann somit als Zugang zu diesem Grundrecht verstanden werden. Wahrscheinlich, dass natursportliche Aktionen den jugendlichen Bedürfnissen nach Körperbetonung und physischen aber auch psychischen Grenzerfahrungen eher entsprechen. Allerdings sollte nicht vergessen werden: Diese einseitige Ausrichtung auf ‘out door’ - Aktivitäten muss aber in Zukunft zu Gunsten von ‘in door ’- Aktivitäten abgebaut werden, „denn gerade auch in künstlerischen, musischen und auch technischen Bereichen gibt es vielfältige erlebnispädagogische Entwicklungs- und Gestaltungsmöglichkeiten.“57

3.4 Das Ziel

In Anlehnung an die konstruktivistische Erkenntnistheorie P. Watzlawicks, kann man nicht nicht Ziele haben. Jede Art von Handlung und Kommunikation beschreibt im Endeffekt ein Ziel.58 Es mag sein, dass die meisten Zielsetzungen nicht direkt erkennbar und von Jugendlichen pädagogisch nicht nachvollziehbar sind, aber in der Erlebnispädagogik werden sie deutlich erlebbar und spürbar. Spätestens dann, wenn man müde und erschöpft ist oder aber in eine selten friedliche Koexistenz mit sich selbst eintritt, indem man über die neugewonnenen Erfahrungen nicht nur staunt, sondern diese auch in der Gruppe oder mit dem Betreuer zu reflektieren im Stande sein wird (das Erlebte wurde demzufolge von fachlich versierten und ausgebildeten Betreuern pädagogisch aufbereitet!).

Von besonderem Interesse für die Erlebnispädagogik ist die Frage, wieweit erlernte Verhaltensweisen auf andere Lebenssituationen überspringen können.

Als ein wichtiges Ziel gilt „nicht nur das Übertragen neuer Bewegungsmuster, sondern die Generalisierung von Handlungskompetenzen beim Problemlösen“59, die in einer aktiven Handlung, etwa beim Klettern oder Segeln, erworben wurde.

[...]


1 Vgl. 3.3

2 Vgl. Pkt. 5.2

3 Begriffe wie Erlebnisreisen, Erlebnisgastronomie, Erlebnispark, Erlebniskaufhaus u.ä. zeugen von einem Aufschwuuchswert, wobei festzustellen ist, dass man Erlebnisse ja nicht kaufen kann, sondern nur die Möglichkeit zum Erlebnis.

4 Vgl. Heckmair/Michl 2002, Seite 89

5 In: L. Friedrich, Johann Heinrich Pestalozzi, Lüneburg 1991, Seite 7

6 Siehe hierzu Pkt. 4

7 Quelle: „Pädagogik“ in: Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2001

8 Ulf Händel in: Wege moderner Erlebnispädagogik 1995, Seite 6

9 vgl. A. Reiners 1995, Erlebnis und Pädagogik, Seite 14

10 W. Michl, Alfred Adler 1991, S. 27

11 Heckmair/Michl 2002, S. 221, vgl. auch S. 82, 1.Absatz

12 Meint der Autor

13 Vgl. auch: Abschlußbericht des AFET-ad-hoc-Ausschusses „Erlebnispädagogik“, Punkt 4, 1991 http://www.zugvogel-org.de/ep/ep_afet2.html, vom 20.01.03, 20:50

14 Neubert, Waltraud, Lüneburg 1996

15 M. Berthold / J. Ziegenspeck, Lüneburg, 2002, S.8

16 Heckmair/Michl 2002, S. 90

17 Vgl. A. Reiners, Erlebnis...1995, S. 17

18 C. Luckman, zitiert in Heckmair/Michl, S. 50

19 Ulf Händel, Wege der modernen Erlebnispädagogik 1995, S. 15

20 „Erlebnispädagogik" in: Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2001

21 Outdoor-Training wird hauptsächlich von Personal-Entwicklern in der Managementaus- und weiterbildung sowie in der Teamentwicklung für das Management Klientel eingesetzt. Vgl. 3.5

22 Meint der Autor

23 Sicherheit ist ein absolut wichtiges, häufig allerdings unterschätztes Kriterium der Erlebnispädagogik, daher auch immer stärker die Forderung nach fachlich fundierter Ausbildung. Vgl. Pkt. 5

24 http://www.uni-lueneburg.de/einricht/erlpaed/outward_konzeption.htm, vom 22.01.2003, 20:45

25 M. Jagenlauf in Bedacht (Hrsg.), Erlebnispädagogik - Mode, Methode oder mehr, 1994, S. 32 - 37

26 H. Kern / D. Schmidt 2001, S. 51

27 Meint der Autor

28 Zitiert aus: G. Beidernikl 2001, S. 14

29 Kurt Hahn nannte sein Konzept „Erlebnistherapie“. Vgl. Pkt. 3.3

30 vgl. M. Berthold /J. Ziegenspeck, 2002, S. 9

31 U.a. schrieb er: „Walden oder das Leben in den Wäldern.“ Sein Exkurs von 2 1/2 Jahren Waldleben nahe seiner Heimatstadt Concord, USA, im Jahre 1845. Dieser Ausflug hat ihn wohl zur Kultikone über ein Jahrhundert später erhoben. Man kann geteilter Meinung sein, aber das Buch ist sehr amüsant zu lesen.

32 Nach der Machtergreifung Hitlers 1938 wurde auch die Pädagogik entmachtet. Der Konzept der Erlebnispädagogik wurde insofern nicht mehr weiterverfolgt, als ja viele wesentliche Elemente des Konzepts, etwa Naturerleben und Gemeinschaftsgefühl, in den Jugendvereinen wie „Bund Deutscher Mädchen“ und „Hitlerjugend“ einen ideologischen Missbrauch erfuhren und somit nach dem Krieg verständlicherweise tabuisiert worden waren und somit vergessen wurden.

33 Heckmair/ Michl 2002, S. 40

34 http://www.leh-internate.de, http://www.lietz-schulen.de

35 http://www.salemcollege.de

36 Vgl. Pkt. 3.3, 3. Absatz

37 „Outdoor“ umfasst auch „City Bound“ – erlebnispädagogische Aktionen in der Stadt.

38 F. Lohri 2000, Treffpunkt Wald, S. 25

39 Als der Autor dieser Zeilen zur Schule ging, wurde alles andere als dieses wichtige Bewusstsein vermittelt.

40 Vgl. K. Wilhelmstätter, Erlebnispädagogik - Allheilmittel oder Scheinlösung für die Krise der außerschulischen Jugendarbeit, 1996, S. 4

41 Die Aufzählung wurde vom Autor in Hinblick auf Durchführung waldpädagogischer Seminare erstellt und im Rahmen dieser Diplomarbeit ausformuliert.

42 Leiter einer erlebnispädagogischen Handlung (Erlebnispädagoge, Outdoor Trainer)

43 Kubicek 19??, Skriptum Didaktik/Mediendidaktik, S. 3

44 vgl. M. Berthold / J. Ziegenspeck, 2002, S. 9

45 Eigene Erfahrungen des Autors nach Abschluss von Projekten

46 Zitiert aus: A. Reiners, Erlebnis...1995, S. 21

47 Schilderung eines persönlichen Erlebnisses im finnischen Nationalmuseum am 01.02.03

48 vgl. A. Reiners, Erlebnis..1995, S. 15

49 Meint der Autor, nicht zuletzt auch aufgrund seiner Beobachtungen im Schuldienst.

50 Man könnte manchmal über den Zustand unserer Zivilisation tief erschrecken, wenn man durch Presse oder Fernsehen die Nachrichten über gewalttätige Jugendkrawalle (z.B. Chaos-Tage, Hannover) erfährt, nicht selten rechtsextremistisch motiviert, mit den entsetzlichen Folgen inzwischen einer Vielzahl von Opfern. Es sind aber auch etliche Tote zu beklagen bei einem anderen wahnwitzigen Jugendphänomen, in gestohlenen Autos zu schleudern, zu crashen und sich zu überschlagen. Dieses in England erfundene sog. „Joyriding” ist inzwischen auch bei uns zu einer nervenkitzelnden Spielart von v.a. Großstadtjugendlichen geworden („Crashkids”). Das schon länger bekannte sogenannte „S-Bahnsurfen” in verschiedenen deutschen Großstädten ist ein ähnlich gefährliches Unterfangen, wo Jugendliche auf den Dächern bzw. an der Seite von S-Bahnwagen hängend den vielfältigen Hindernissen ausweichen müssen, um zu überleben - auch hier gab es schon einige Tote und Schwerverletzte. Die neueste Variante ist „Autosurfen”, „Liftsurfen” und „Airbag-Crash”. (Zitat aus: Hans-Dieter Güntner, Steinzeit, S. 20f)

51 Diese Meinung spiegelt die Erfahrung des Autors als Familienvater wieder.

52 „Sie müssen ja bedenken, was allein die Menschheit dadurch verliert, dass im Durchschnitt jeder Mensch des Westens drei Stunden am Tag durch das Fernsehen amputiert bekommt. Was das bedeutet: im Monat, im Jahr, in der Lebenszeit. Insofern kann man ungefähr sagen: Die Menschen werden gar nicht so alt, sie vegetieren so alt, und diese Zeit muss man abziehen von ihrer Lebensdauer, um ihre wirkliche Lebensdauer zu kriegen.“ (Erwin Chargaff im Interview mit „Die Zeit“ zitiert in e&l 1996, 2, S. 54).

53 K. Wilhelmstätter, das Kind in der Erlebnisgesellschaft, 1998, S.5f

54 Jean J. Rousseau, Emil, Schöningh, 1998, S.65

55 J. Ziegenspeck, Hinweise + Informationen zur Erlebnispädagogik 2002, S. 2

56 Erinnern Sie sich nur an „Tamagotchi“, das virtuelle Küken, das man hegen und pflegen musste.

57 Vgl. J. Ziegenspeck zitiert in Markus Dederich: Hugo Kükelhaus, 1994, S. 35 u. Pkt. 2.4, Abs. 5

58 Vgl. A. Reiners, Erlebnis...S.31 und H. Kern / D. Schmidt, 2001, S. 60

59 Vgl. Sigrid Schmitz in Wege moderner EP, 1995, S. 112

Details

Seiten
99
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638196451
ISBN (Buch)
9783638942898
Dateigröße
1.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v14176
Institution / Hochschule
Pädagogisches Institut des Bundes in Wien – Technisches Gewerbe
Note
Sehr gut
Schlagworte
Erlebnisorientiertes Lernen Schule Erwachsenenbildung Berücksichtigung Waldpädagogik

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Titel: Erlebnisorientiertes Lernen in Schule und Erwachsenenbildung. Die Waldpädagogik