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Die Rolle der Führungskraft in Konfliktsituationen anhand des Beispiels Alkohol am Arbeitsplatz

Hausarbeit 2008 26 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konflikte am Arbeitsplatz
2.1 Konflikttheorien
2.2 Konfliktursachen
2.3 Alkohol als Konflikt

3. Alkohol als Suchtmittel
3.1 Einteilung und Phasen des Trinkverhaltens nach Jellinek

4. Alkohol am Arbeitsplatz
4.1 Zahlen und Daten
4.2 Anzeichen für eine Alkoholabhängigkeit
4.3 Betriebsunfälle durch Alkoholmissbrauch
4.4 Die Co-Abhängigkeit

5. Die Verantwortung und Rolle der Führungskraft
5.1 Möglichkeiten der Problembewältigung
5.1.1 Betriebsvereinbarung
5.1.2 Stufenplan
5.1.3 Wiedereingliederung
5.1.4 Präventionsmaßnahmen

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Konfliktsituationen gehören in der Arbeitswelt zum Alltag. Es gibt viele verschiedene Arten von Konflikten, die es als Führungskraft zu lösen gilt. In meiner Hausarbeit werde ich auf das Konflikt-Thema Alkohol am Arbeitsplatz und die dazugehörige Aufgabe der Führungskraft eingehen. Alkoholabhängigkeit ist ein Thema, mit dem man sich nicht gerne beschäftigt, weil es dadurch zu Konfrontationen kommen kann. Alkoholabhängig zu sein, bedeutet krank zu sein, dass ist leider nicht jedem Menschen bewusst. Es ist wichtig über diese Krankheit umfassend informiert zu sein, um als Führungskraft entsprechend handeln zu können. Eine Kündigung ist, weder für den Betroffenen, noch für die Führungskraft eine Lösung, da man dadurch vielleicht einen guten Mitarbeiter verliert. Laut Studien heißt es, dass ca. 5 % der Mitarbeiter eines Betriebes alkoholabhängig sind. Sollte ich nach meinem Studium einmal eine leitende Position übernehmen, kann auch ich mit dem Konflikt des Alkohols am Arbeitsplatz durch Mitarbeiter konfrontiert werden. Ich muss mich mit diesem auseinandersetzen und versuchen ihn zu bewältigen. Dies hat dazu geführt, dass ich mich mit dem Thema Konfliktsituationen, am Beispiel Alkohol am Arbeitsplatz auseinandergesetzt habe.

Zu Beginn meiner Arbeit habe ich mich mit verschiedenen Konfliktarten, deren Verlauf und Ursachen am Arbeitsplatz beschäftigt.

Im dritten Teil beschäftige ich mich mit der Thematik Alkohol als Suchtmittel. Hier werden die Thesen von E.M. Jellineks erklärt, um einen genaueren Einblick in die Alkoholabhängigkeit zu erhalten.

Im vierten Teil der Hausarbeit wird auf das Thema Alkohol am Arbeitsplatz eingegangen.

Im fünften Teil der Arbeit gehe ich konkret auf die Möglichkeiten der Führungskraft anhand der Konfliktsituation Alkohol am Arbeitsplatz ein. Es wird dargestellt, welche Möglichkeiten eine Führungskraft hat einen solchen Konflikt zu bewältigen und welche Präventionsmaßnahmen ergriffen werden können.

Anmerkung: Im Verlauf dieser Hausarbeit werde ich ausschließlich die männliche Form verwenden

2. Konflikte am Arbeitsplatz

Wohin wir schauen gibt es Konflikte. Im privatem Bereich wie auch am Arbeitsplatz finden offene, auflösbare, unerkannte, verdeckte, nicht behandelbare, verleugnete, mit aller Kraft ausgefochtene Konflikte statt.

Der Begriff „Konflikt“ ist zu einem Thema geworden, der in breite Bevölkerungsschichten eingedrungen ist. Als Beweis dafür sieht man, dass in den Betrieben u. a. moderierte Workshops bei aktuellen Konfliktsituationen, spezielle von innerbetrieblichen Personalentwicklungsabteilungen genutzte Mechanismen der Konfliktbehandlung, und natürlich auch zunehmend häufiger gebuchte Konfliktseminare für den geschäftlichen und den privaten Bereich angeboten werden (vgl. Peschanel F. D., 1993, S. 17f).

2.1 Konflikttheorien

Peschanel ist der Meinung, dass es keine einheitliche Theorie der Konflikte gibt, aus der man sozusagen im Einzelfall ableiten kann, was gerade zu tun ist. Die Suche nach solchen „Kochbuch- Rezepten“, nach denen man alle auftretenden Fälle zwar bearbeiten kann, wird immer wieder forciert, bleibt aber erfolglos (vgl. Peschanel F. D., 1993, S. 22).

Coser sieht den sozialen Konflikt als Mittel gesellschaftlicher Integration. Der Konflikt:

- „Stärkt das Gruppenbewusstsein,
- schafft Gruppenidentität (z.B. gegen den Außenfeind) und
- stabilisiert zugleich das gesamte System, weil der Konflikt
- ein Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Gruppen herstellt“

(Coser L. A. in: Hugo-Becker/ Becker, 2004 S.107).

Dahrendorf erklärt den Konflikt als die verbindende Kraft einer Gesellschaft, wobei er von folgenden Grundannahmen ausgeht:

- „jede Gesellschaft und jedes ihrer Elemente unterliegt einem kontinuierlichen Wandel (Annahmen der Geschichtlichkeit);
- jede Gesellschaft ist ein in sich widersprüchliches und explosives Gefüge von Elementen (Annahme der Explosivität);
- jedes Element in einer Gesellschaft leistet einen Beitrag zu ihrer Veränderung (Annahme der Dysfunktionalität oder Produktivität);
- jede Gesellschaft erhält sich durch den Zwang, den einige ihrer Mitglieder über andere ausüben (Annahme des Zwanges)“

(Dahrendorf in: Hugo-Becker/ Becker, 2004 S.107).

Dahrendorfs Konflikttheorie ist in den Bezug zum sozialen Wandel gesetzt. Er betont dementsprechend, dass soziale Konflikte nur als Mittel gesellschaftlicher Integration wirken können. Seiner Meinung nach können Konflikte auch eine dysfunktionale Seite haben, mit zerstörerischer und desintegrierender Wirkung.

Also einerseits eine positive gesellschaftliche und kulturelle Impulsfunktion, andererseits aber eine negative, weil sie für die Konfliktbeteiligten eine zerstörerische Wirkung haben kann (z.B. Mobbing).

2.2 Konfliktursachen

Konflikte werden zu solchen, wenn sie von starken Emotionen begleitet sind, und diese mit der Sachlage des Problems versponnen werden. Konflikte spiegeln nicht die Wirklichkeit wieder, sondern sie befinden sich in den Köpfen und Gefühlen der Menschen, die miteinander streiten. Konflikte haben meistens eine Geschichte, die zu Streit zwischen zwei Kollegen geführt hat, also es ist kein neuer Zündstoff nötig, um ein Konfliktgeschehen in Gang zu setzen. Unzureichende Kommunikation kann einen Konflikt auslösen oder gegenseitige Abhängigkeit; das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden oder Verantwortungsüberschreitung; wenig Gebrauch von Kritik oder Misstrauen; unvereinbare Persönlichkeiten und deren Einstellungen oder Kämpfe um Macht und Einfluss; Groll, Ärger, Empfindlichkeit oder Gruppenmitgliedschaften (Cliquen); Auseinandersetzung über die Zuständigkeit oder Belohnungssysteme; Gesichtsverlust oder Wettbewerb bei knappen Ressourcen. Dies sind die häufigsten Ursachen die zu einem Konflikt führen können (vgl. Regnet, a. a. O., S. 27f in: Hugo-Becker/ Becker, 2004 S.112).

2.3 Alkohol als Konflikt

Alkohol am Arbeitsplatz entwickelt sich zu einem Konflikt, sobald das Betriebsklima oder die Qualität der Arbeit unter dem Konsum leiden und beeinträchtigt werden. Anfangs wird der Alkoholmissbrauch eines Betroffenen oft noch toleriert. Das Betriebsklima nimmt jedoch sichtlichen Schaden, sobald der Alkoholmissbrauch des Betroffenen gewisse Ausmaße erreicht hat. Die Arbeit muss von den Kollegen teilweise mit übernommen und Fehler korrigiert werden (vgl. Lenfers, 1993, S. 81).

Auch das Produktionsergebnis verschlechtert sich. Es kann zu häufigeren Reklamationen kommen, die Qualität der Arbeit lässt nach und die entstandene Mehrarbeit für die übrigen Kollegen schlägt sich auf die gesamte Leistung nieder.

Für einen Vorgesetzten bedeutet dies, die Auseinandersetzung mit dem betroffenen Mitarbeiter zu suchen. Suchtprobleme am Arbeitsplatz sind ein Konflikt, der die Rolle der Führungskraft und das Arbeitsklima nachhaltig beeinflussen. Je eher dieser Konflikt aufgegriffen und mit dem Betroffenen das Gespräch geführt wird, umso positiver wird die Arbeitsatmosphäre im Betrieb beeinflusst (vgl. Bundesverband der Unfallkassen, S. 28f.).

3. Alkohol als Suchtmittel

Alkohol wird als Rauschmittel, Nahrungsmittel oder Genussmittel verwendet. Er gehört zu den Stoffen mit Abhängigkeitspotenzial. Die Definition der Alkoholkrankheit erfolgt im Rahmen von internationalen Klassifikationsschemen. Diese Stoffe sind in Klassifikationsschemata ICD (International Classification of Diseases) zusammengefasst.

„Alkohol gehört ins ICD 10. Anzeichen dafür sind:

1. Starker Wunsch oder eine Art Zwang, Alkohol zu konsumieren.
2. Verminderte Kontrollfähigkeit über Beginn, Beendigung und Menge des Alkoholkonsums.
3. Auftreten von Entzugserscheinungen.
4. Auftreten von Toleranzveränderung (es wird immer mehr Alkohol benötigt, um die gleichen Wirkungen zu erzielen).
5. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügen oder Interessen zugunsten des Alkoholkonsums.
6. Anhaltender Alkoholkonsum trotz des Wissens um dessen schädliche Folgen.“ (Feuerlein, 1996, S.15).

Es wird geschätzt das etwa 5 % alkoholabhängige Mitarbeiter in einem Betrieb arbeiten und 10 % als gefährdet anzusehen sind (vgl. Odenbach/Alfter, 1998, S.3).

Schon im Kindesalter wird der Alkoholkonsum vorgelebt. Bei Familienfeiern oder an Silvester wird in den meisten Familien Alkohol getrunken. Zur Konfirmation wird oft der erste Kontakt zu Alkohol hergestellt. Verwandte ernennen den Jugendlichen zum Erwachsenen und konfrontieren ihn mit Alkohol. Auch die Beschaffung von Alkohol zeigt sich in Deutschland nicht als schwierig. Alkohol ist überall unbegrenzt erhältlich (z.B. Supermarkt, Kiosk, Restaurant usw.).

Wie viel Alkohol man zu sich nehmen muss, um alkoholabhängig zu werden, ist nicht geklärt. Jeder Körper reagiert anders auf Alkohol. Manche Menschen trinken wenig, über einen gewissen Zeitraum und werden abhängig, andere nehmen regelmäßig viel Alkohol zu sich und erkranken nicht (vgl. Odenbach/Alfter, 1998, S.6).

Der Alkoholismus gilt in unserer Gesellschaft noch manchmal als Kavaliersdelikt. Alkohol wird normalerweise als Genussmittel bezeichnet, sein Konsum sozial akzeptiert. Die Werbung im Fernsehen oder im Kino ist Normalität und das gesellige Bier am Abend gehört dazu. Es gibt einfach zu viele gesellschaftliche Anlässe, bei denen Alkohol konsumiert wird und es dem Alkoholiker erschwert wird, seiner Sucht zu entkommen (vgl. Odenbach/Alfter, 1998, S.2).

3.1 Einteilung und Phasen des Trinkverhaltens nach Jellinek

Der amerikanische Professor Dr. E. M. Jellinek untersuchte in einer Studie über einen gewissen Zeitraum 2000 anonyme Alkoholiker. Er entwickelte ein Phasenmodel, indem er den Krankheitsverlauf in folgende Phasen unterteilt.

Diese Phasen können Jahre andauern bis die nächste Stufe erreicht wird.

Die Voralkoholische Phase:

Der Konsument löst seine Probleme und Spannungen mit Alkohol, durch gelegentliches bis häufiges Erleichterungstrinken. Die Alkoholtoleranz wird erhöht. Mit der Zeit setzt sich der Alkoholgefährdete nicht mehr mit seinen Problemem auseinander und löst diese nur noch durch den Konsum von Alkohol. Die fast tägliche Zuflucht in den Alkohol scheint weder dem Konsumenten noch seinem sozialen Umfeld verdächtig.

[...]

Details

Seiten
26
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640509812
ISBN (Buch)
9783640509768
Dateigröße
442 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v141498
Institution / Hochschule
Hochschule Hannover
Note
1
Schlagworte
Rolle Führungskraft Konfliktsituationen Beispiels Alkohol Arbeitsplatz

Autor

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