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Logistikstrategien für Indien

Hausarbeit 2009 13 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Die Wirtschaft Indiens
2.1. Das Wirtschaftswachstum
2.2. Die Handelsbilanz

3. Die Infrastruktur in Indien
3.1. Das indische Straßennetz
3.2.Das indische Schienennetz
3.3.Der indische Luftverkehr
3.4. Die Schifffahrt

4. Marteintrittsbarrieren
4.1. Markteintrittsbarrieren rechtlicher /politischer Art
4.2. Markteintrittsbarrieren interkultureller Art

5. Logistikstrategien
5.1. Bildung eines Logistik-Teams
5.2. Lokale Partnerschaften und Unterstützung der Partner
5.3. Anpassung an die lokale Situation
5.4. Trend zu großen Warenhäusern
5.5. Ausbildung des Personals

6. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Eine Expansionsstrategie wird für große Unternehmen immer wichtiger, da es ihnen nur so möglich ist organisch weiter zu wachsen. In den letzten Jahren wurde hierbei vor allem die Volksrepublik China in den Fokus gerückt. Allerdings weist auch Indien mit seinen 1,2 Milliarden Einwohnern und einer wachsenden Mittelschicht erhebliches Wachstumspotential auf. In dieser Hausarbeit wird die zunehmende Bedeutung Indiens für die Weltwirtschaft anhand einiger Daten herausgestellt. Anschließend wird auf die infrastrukturelle Situation eingegangen. Indien weist auf die Infrastruktur bezogen mangelhafte Strukturen auf, die jedoch in den kommenden Jahren durch massive Investitionsvolumen wenigstens zum Teil verbessert werden sollten. In Gliederungspunkt 4 werden die Eintrittsbarrieren rechtlich-politischer und interkultureller Art erläutert bzw. analysiert. Abschließend werden Logistikstrategien bzw. einige grundsätzliche Handlungsempfehlungen für ausländische Unternehmen vorgestellt, bevor diese Hausarbeit mit dem Fazit endet.

2. Die Wirtschaft Indiens

Indien ist eine der wenigen Volkswirtschaften, die während der aktuellen Wirtschaftskrise noch hohe Wachstumsraten aufweisen. Indien ist zwar auch nicht von der größten Wirtschaftskrise seit den 1930er Jahren verschont geblieben, jedoch belegen die nachfolgend aufgeführten statistischen Daten die nach wie vor starke Wirtschaftskraft Indiens und den positiven Trend seit den 1970er Jahren.

2.1. Das Wirtschaftswachstum

Der Anstieg des BIP lag in den Jahren 2006 und 2007 bei ca. 9% (vgl. CIA – The world factbook – India).

Durch die Wirtschaftskrise sinkt diese Rate derzeit zwar, sie liegt mit geschätzten 7,5% für 2009 und 7,9% im Jahr 2008 noch deutlich im positiven Bereich (vgl. www.finanznachrichten.de – Indiens Wirtschaftswachstum in 2009). Indien entwickelt sich also neben China als einer der treibenden Wachstumsmotoren für die Weltwirtschaft.

2.2. Die Handelsbilanz

Indiens Exporte erreichten 2007 ein Volumen von 145,3 Milliarden US-Dollar. Vom Jahr 2000 ausgegangen betrug das durchschnittliche Wachstum der Exporte 13,5% pro Jahr. Die Importe erreichten 2007 ein Volumen von 217 Milliarden US-Dollar. (Vgl. www.wto.org – Trade Statistics 2008 – S.19) Die Volkswirtschaft Indien weist somit eine negative Handelsbilanz in Höhe von 72 Milliarden US-Dollar auf. Der überproportional stark wachsende Dienstleistungssektor weist bereits jetzt eine leicht positive Handelsbilanz auf und könnte in der Zukunft den Importüberschuss an Gütern ausgleichen.

Der Anteil an den internationalen Handelsströmen - bezogen auf den Export - betrug 1973 0,5% und stieg ab dann stetig an. 2007 betrug der Anteil 1,1% (vgl. www.wto.org – trade statistics 2008 – S. 25).

Bezogen auf die Importe betrug der Anteil 1973 ebenfalls 0,5% und stieg bis 2007 auf 1,6 % an (vgl. www.wto.org – trade statistics 2008 – S. 26).

Indien exportierte 2006 Transportdienstleistungen mit einem Volumen von 8,8 Mrd. US-Dollar, was einem Weltmarktanteil von 1,2% entspricht. Deutlich höher fielen im gleichen Zeitraum die Importe von Transportdienstleistungen aus. Sie beliefen sich auf 31,1 Milliarden US-Dollar und einen Weltmarktanteil von 3,5%. (vgl. www.wto.org – trade statistics 2008 – S. 125)

Die Wachstumsraten des Transportsektors lagen in den vergangenen Jahren deutlich im zweistelligen Bereich, was die Attraktivität des indischen Marktes für Logistikdienstleister verdeutlicht.

In der Rangliste der Exporteure belegt Indien den 26. Platz mit einem Volumen von 145,3 Milliarden und einem Weltmarktanteil von 1,1%.Bei den Importeuren belegt Indien den 18. Platz mit einem Volumen von 216,16 Milliarden US-Dollar und einem Weltmarktanteil von 1,6% (vgl. www.wto.org - trade statistics – S.12)

3. Die Infrastruktur in Indien

Durch die zunehmende Einbindung Indiens in den Welthandel ist das Transportaufkommen in den letzten Jahren rapide gewachsen. Der Ausbau der Infrastruktur konnte bei diesem Wachstum jedoch nicht mithalten. Die Transportkapazitäten stoßen bereits an ihre Grenzen. Der Ausbau des Straßen- und Schienennetzes sowie die Modernisierung der Häfen und Flughäfen sind daher unumgänglich.

Im Finanzjahr 2005/06 erhöhte sich das Frachtvolumen nach offiziellen Angaben um 12,5% auf 5,2 Milliarden Tonnen. Ca. 75% des Transportaufkommens wird über die Straße abgewickelt. Der Anteil des Schienenverkehrs beträgt 12,8% und der Anteil des Schiffstransports 11,1%. Der Luftverkehr spielt mit 1,4 Millionen Tonnen und nahezu 0% eine untergeordnete Rolle im logistischen System Indiens. Der Anteil des Straßenverkehrs am gesamten Transportvolumen wird in den nächsten Jahren nicht bzw. nur leicht sinken. Die Regierung versucht zwar durch Privatisierungsmaßnahmen im Güterverkehr, den Transport von der Straße auf die Schiene zu verlagern, doch hierfür muss zunächst die Schieneninfrastruktur für den Containertransport erweitert und die Anbindung an Häfen und Flughäfen verbessert werden.

Die Defizite in der Infrastruktur führen dazu, dass die Logistikkosten im internationalen Vergleich hoch ausfallen. Sie machen zwischen 12 und 14% des indischen BIP aus. In den USA liegt der Anteil gerade einmal bei 8% und auch asiatischen Vergleich schneidet Indien schlechter ab als z.B. China. (Vgl. Publikation Bundesagentur für Außenwirtschaft – Transport und Logistik – Indien)

Indien wird es deshalb trotz der geographisch guten Lage schwer haben, sich als globale Logistikdrehscheibe zu positionieren.

In Indien herrscht folgende Verkehrsinfrastuktur (Angaben in km) vor (Stand 03/06):

- Straßennetz 3.323.769
- davon Schnellstraßen 67.569
- Schienennetz 63.500
- Binnenwasserstraßen 2.716
- Flughäfen 128 Stück
- Seehäfen 196 Stück

(Vgl. Publikation Bundesagentur für Außenwirtschaft – Transport und Logistik – Indien)

3.1. Das indische Straßennetz

Indien hat mit einer Gesamtlänge von über 3,3 Millionen km eines der größten Straßennetze der Welt. Allerdings sind hiervon fast 80% schlecht ausgebaute Landstraßen. Lediglich 2% entfallen auf Schnellstraßen. Diese 2% müssen jedoch etwa die Hälfte des gesamten Verkehrsaufkommens bewältigen. Der Verkehr auf Indiens Straßen wächst zwischen 7 und 10 % pro Jahr. Die durchschnittliche Geschwindigkeit wird auf 30 bis 40 km/h beziffert. Die wichtigsten Verkehrsadern verlaufen zwischen den Metropolen Delhi, Mumbai, Kalkutta und Chennai.

Die Weltbank schätzt den gesamten Investitionsbedarf im indischen Straßenbau für die nächsten 15 Jahre auf 97 Milliarden €. Indien setzt bei der Modernisierung seiner Straßeninfrastruktur auf ein verstärktes Engagement des Privatsektors. In den nächsten Jahren dürfte deshalb die Zahl der gebührenpflichtigen Straßenabschnitte steigen. 2006 wurden für lediglich 3000 km Schnellstraße Gebühren erhoben. Bis 2010 soll sich die abgabenpflichtige Streckenlänge auf 45000 km erhöhen.

(Vgl. Publikation Bundesagentur für Außenwirtschaft – Transport und Logistik – Indien)

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Details

Seiten
13
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640493609
ISBN (Buch)
9783640493777
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v141470
Institution / Hochschule
BVL Campus gGmbH
Note
2,3
Schlagworte
Logistikstrategien Indien

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Titel: Logistikstrategien für Indien