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Frauenbilder - Gestern und Heute

Hausarbeit 2009 26 Seiten

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Frauenbilder in der Geschichte
2.1. Die Frau im antiken Griechenland (ca. 800 v. Chr. – Christi Geburt)
2.2. Die Frau in Rom (ca. 100 v. Chr. – 550 n. Chr.)
2.3. Die Frau im Mittelalter (ca. 500 – 1500)
2.4. Die Frau in der Renaissance (ca. 1300 – 1600)
2.5. Die Frau in der Neuzeit (1500 – heute)

3. Die Frau heute
3.1. Ehe heute – Rechte und Pflichten
3.2. Bildung und Erwerbstätigkeit
3.3. Arbeitsteilung

4. Literatur

5. Anhang
5.1. Das bauMax Leitbild
5.1.1. Christliche Ethik ist unser geistiges Fundament
5.1.2. Die Zufriedenheit der Kunden ist der Maßstab unserer Aktivitäten
5.1.3. Die Zufriedenheit der Mitarbeiter ist die Voraussetzung für unseren Erfolg

1. Einleitung

„Von der teuflischen Schlange versucht, überredete sie Adam, von der verbotenen Frucht jenes Baumes zu essen. Beide wurden für immer aus dem Garten Eden und der Gegenwart Gottes verbannt […] Die Sünde Evas hing mit ihrer ganzen Natur zusammen. Von Natur aus sexuelle, während der Mann rational war, verkörperte speziell sie die Sünde des fleischlichen Verkehrs, der erst durch den Fall im Paradies zur Sünde geworden war. Sie allein war zu den Schmerzen verurteilt, die aus ihrer Geschlechtsnatur folgten: den Wehen der Mutterschaft. Sie allein, so war es bestimmt, würde für immer einem anderen Mann Gehorsam und Liebe schulden: ihrem Gatten und Herrn. Jede Frau würde fortan eine Tochter Evas sein, […]

(King 1993, S. 10-11).“

Dieses Zitat könnte erklären, warum Frauen lange Zeit respektlos behandelt und benachteiligt wurden. Die gläubigen, ehrfürchtigen Menschen vergangener Epochen sahen in den Erzählungen der Bibel, wahrscheinlich einen Hinweis darauf, dass die Frau von ihrer Entstehung an eine hinterlistige Sünderin ist, die den Mann verführt hat und seit dem ihr Leben lang dafür büßen müsse.

Frauen blieben in der Geschichte lange Zeit im Hintergrund, wurden von den Männern unterdrückt und als deren Besitz angesehen. Sie mussten jahrhundertelang über ihr Schicksal schweigen und ihren Männern widerspruchslos Gehorsam leisten. Bei Nichteinhaltung wurden sie teils schwer bestraft – oft sogar mit dem Tode. Frauen wurden nicht als Individuen gesehen, sondern sie waren ein Anhängsel ihres Mannes – minderwertig und zu naiv, zu dumm, zu schwach, um allein ihr Leben bestreiten zu können. Einzige sinnvolle Aufgabe der Frau, schien die Führung des Haushaltes und die Erziehung der Kinder zu sein.

Mein Anliegen ist es also, in der folgenden Betrachtung des Themas zu untersuchen, wie sich das Bild der Frau über die Jahrhunderte hinweg geäußert und verändert hat. Im letzten Kapitel möchte ich schließlich auf das heutige Bild der Frau eingehen. Ihre Alltagsrolle(n) und ihre Stellung in der Welt der Erwerbstätigkeit.

2. Frauenbilder in der Geschichte

In den folgenden Kapiteln habe ich die Situation der Frauen, ihre Stellung in den verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens und im Privatleben, in verschiedenen Epochen untersucht, um zu erforschen, welche Bilder von Frauen in unserer Geschichte bis heute existierten und vielleicht noch existieren.

2.1. Die Frau im antiken Griechenland (ca. 800 v. Chr. – Christi Geburt)

Durch die Erzählungen des Gelehrten Homer kann vermutet werden, dass in den aristokratischen Familien Griechenlands Frauen häufig einen großen Einfluss auf das Gesellschaftsleben ausübten. Er bringt in seinen Schriften mehrere Beispiele mächtiger Königinnen. Aufgrund dieser Annahme könnte man darauf schließen, dass im alten Griechenland durchaus auch die Herrschaftsform des Matriarchats vorkam. Trotzdem konnte sich das Matriarchat in Griechenland nicht vollends durchsetzen. Gegen Ende der Bronzezeit war es für viele Herrscher Voraussetzung einen männlichen Thronfolger zu ernennen (vgl. Pomeroy 1985, S. 31-35).

Der Wert der Frau wurde über ihre Schönheit, Intelligenz und Anmut festgelegt. Frauen waren in der griechischen Gesellschaft häufig die Beute einer erfolgreichen Eroberung oder eines Wettkampfes. Sie wurden des Öfteren von den gegnerischen Truppen gemeinsam mit ihren Kindern zu Sklavinnen gemacht, welche den Männern der Truppen hilflos ausgeliefert waren.

Jeder König hatte zu dieser Zeit mehrere Konkubinen, welche von der Ehefrau geduldet werden mussten. Bei Frauen wurde Untreue jedoch als Schande angesehen. Für junge Frauen hatte es eine bedeutende Wertigkeit jungfräulich in die Ehe zu gehen. Wurde doch einmal ein uneheliches Kind gezeugt, so wurde verkündet, dass es aus einer Zusammenkunft mit einem Gott stammt. Dies wurde der Betreffenden verziehen (vgl. Pomeroy 1985, S. 38-41).

Frauen, Sklavinnen oder nicht, hielten sich zu dieser Zeit vorwiegend im Haus auf und verrichteten dort anfallende Arbeiten. Frauen sind auf Fresken deshalb häufig mit heller Haut dargestellt, im Gegensatz zu ihren gebräunten Männern. Zu ihren zahlreichen Aufgaben zählten Kochen, Nähen, Weben, Wäsche waschen, das Baden und Einölen der Männer (und nicht nur der eigenen), Ernten, Getreide mahlen. Von den Frauen wurde Zurückhaltung gewünscht. Allerdings wurden sie nicht vollkommen vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Manche Bilder aus dieser Zeit zeigen sogar Frauen, die helfen die Stadt vor kriegerischen Truppen zu verteidigen (vgl. Pomeroy 1985, S. 44-46).

Trotzdem schickte es sich für die Athenerin bis ins klassische Athen (ab 500 v. Chr.) nicht, das Heim zu verlassen, außer zu Festlichkeiten und Begräbnissen. Ihre persönlichen Wohnbereiche lagen im hinteren Teil des Hauses und waren für Fremde nicht zugänglich. Höchstens Verwandte bekamen sie zu Gesicht (vgl. Pomeroy 1985, S.119-121).

Nicht in allen griechischen Städten gestalteten sich die alltäglichen Aufgaben der Frauen, wie oben beschrieben. In Sparta z.B. hielten sich die Frauen aus den höheren Gesellschaftsschichten nicht mit allgemeinen Haushaltsarbeiten auf. Sie gingen lieber einer sportlichen und musikalischen Betätigung nach und kümmerten sich um die Kindererziehung. Des Weiteren wurde hier kein großes Aufsehen um uneheliche Kinder gemacht, solange der Vater Spartaner war. Auch mit der Treue der Ehefrau sah man es nicht so eng. So kam es vor, dass Ehefrauen auch mit anderen Männern Kinder hatten, aus Vergnügen, oder auch weil Mutterschaft in Sparta sehr angesehen war (vgl. Pomeroy 1985, S. 52-55).

Im sechsten Jahrhundert v. Chr. wurden die Gesetze, welche Frauen betrafen strenger. Frauen und Huren wurden nun streng getrennt und erste Bordelle wurden gegründet. Der Einfluss der Frauen wurde gemindert, um die Demokratie nicht zu gefährden. Es gab genaue Regelungen für Spaziergänge, Feste oder die Nahrung der Frauen.

Die Meinungen über den Status der Frauen in dieser Zeit gehen auseinander. Einige glauben sie wurden verachtet und eingesperrt, andere glauben, sie wären respektiert worden und hätten viele Freiheiten gehabt (vgl. Pomeroy 1985, S. 85-86).

In Athen wurden als wichtigste Ziele jeder Frau die Ehe und die Mutterschaft gesehen. Die Frauen standen bis zu ihrem Tode unter der Vormundschaft ihres Ehemannes. Väter hatten das Recht geborene Mädchen nur dann aufzuziehen, wenn er der Meinung war er würde sie später verheiraten können (vgl. Pomeroy 1985, S.93-94).

Im Hellenismus (etwa ab 300 v. Chr.) begannen die Frauen mehr Einfluss in das gesellschaftlich Leben zu gewinnen. Sie erhielten außerdem einen besseren Zugang zur Bildung. Sie lernten Lesen und Schreiben, und waren vermehrt sportlich aktiv. In der Folge gab es auch zunehmend Dichterinnen die zum Teil sehr erfolgreich waren (vgl. Pomeroy 1985, S. 207-208).

2.2. Die Frau in Rom (ca. 100 v. Chr. – 550 n. Chr.)

Auch hier brachte der Hellenismus bessere Bildungschancen für Frauen, vor allem für jene der Oberklasse, welche in wahrem Reichtum lebten. Es war ihnen sogar gestattet in Abwesenheit ihrer Männer die Führung zu übernehmen.

Frauen wirkten teilweise in der Politik mit, obwohl von ihnen nach wie vor alltägliche Arbeiten wie Spinnen und Weben erwartet wurden. Auch in Rom standen die Frauen noch immer unter der Vormundschaft der Männer, weil sie als schwach und leichtsinnig galten. Der „Pater familias“, also der älteste männliche Vormund im Haus entschied über Leben und Tod aller sich im Haus befindenden Angehörigen (vgl. Pomeroy 1985, S.227-229).

Der Ehebruch einer Frau war ein Verstoß gegen das öffentliche Recht. Jener der Männer hingegen nicht. Der „Pater familias“ hatte in so einem Fall das Recht, seine Tochter zu töten. Der Ehemann hatte lediglich die Pflicht sich von ihr scheiden zu lassen und sie vor Gericht zu bringen. Bei einer Verurteilung musste sie die Hälfte ihrer Mitgift abgeben und wurde schließlich, wie auch ihr Liebhaber, allerdings getrennt von ihm, verbannt. Die Frau konnte sich bei Untreue ihres Mannes zwar von ihm scheiden lassen, er hatte aber mit keinen rechtlichen Folgen zu rechnen.

Unglaubliche Gesetze gab es auch in Bezug auf Vergewaltigungen. Glaubte man, das Mädchen habe sich freiwillig hingegeben, wurde sie am Scheiterhaufen verbrannt (vgl. Pomeroy 1985, S.241-245).

Zu den wichtigsten Aufgaben der Frauen zählten, wie auch in Griechenland, Ehe und Mutterschaft. Das Mindestheiratsalter für Mädchen lag bei 12 Jahren. Ein Grund für die frühe Heirat waren die gesetzlichen Vergütungen für Eheschließungen.

Frauen hatten eine kürzere Lebenserwartung und so gab es meist mehr Männer wie Frauen, was eine mehrmalige Heirat für die Frauen erleichterte (vgl. Pomeroy 1985, S.250-251).

Die Frau hatte in ihrem Haus die Aufsicht über die Sklaven und erledigte Arbeiten wie Spinnen und Weben. Sie erledigte Einkäufe, ging zu Festen, machte Besuche und war mit der Erziehung ihrer Kinder betraut. Sie war also keinesfalls in ihrem Haus eingesperrt.

Mädchen aus reichen Familien konnte auch eine Schule besuchen, allerdings längstens bis sie verheiratet waren. So waren die römischen Frauen auch recht gebildet (vgl. Pomeroy 1985, S.258-261).

Nach und nach konnten sich vor allem die Frauen der Oberklasse von ihren Männern lösen und wurden dadurch von ihrem Umfeld auch nicht mehr als ein Teil von ihm betrachtet. Das alles stand natürlich im Zusammenhang mit ihrem Reichtum. In rechtlicher Hinsicht hatten die Frauen trotzdem weiterhin keinen Einfluss (vgl. Pomeroy 1985, S.278-280).

2.3. Die Frau im Mittelalter (ca. 500 – 1500)

Die Ehe blieb lange Zeit dem Adel und den freien Menschen vorbehalten. Die Zustimmung der Frau war hier nicht unbedingt von Nöten. Frauen wurden von öffentlichen Angelegenheiten grundsätzlich ausgeschlossen. So durfte sie bei der eigenen Gerichtsverhandlung nicht selbst erscheinen, sondern sie wurde von einem Mann, ihrem Ehemann oder ihrem Vater, vertreten. Dieser Vormund entschied auch über ihr Vermögen und sogar ihren Tod (vgl. Uitz 1988, S.11).

Im Bereich der Fronwirtschaft waren die Aufgaben der Frauen Arbeiten am Feld, im Wald, im Stall oder im Haus. Sie halfen bei der Ernte, bauten Gemüse und Kräuter an, stellten Brot, Getränke und Kerzen oder Seifen her (vgl. Uitz 1988, S.13).

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Details

Seiten
26
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640492398
ISBN (Buch)
9783640492343
Dateigröße
758 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v141088
Institution / Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Note
1
Schlagworte
Frauenbilder Gestern Heute Frau als Hexe Frau als Sünderin Benachteiligung der Frau

Autor

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Titel: Frauenbilder - Gestern und Heute