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Die Entwicklung des kategorischen Imperativs in den Werken Immanuel Kants

Hausarbeit 2008 14 Seiten

Theologie - Systematische Theologie

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Einordnung der Thematik in den historischen Kontext: Das Leben Immanuel Kants

3. Auf dem Weg zum kategorischen Imperativ: Kants Vernunftphilosophie
3.1 Begriffsdefinition nach Kant: A priori – a posteriori
3.2 Die Kritik der reinen Vernunft
3.2.1 Ausgangslage
3.2.2 Die Kritik als Lösung
3.3 Die Kritik der praktischen Vernunft
3.3.1 Definition des Willens nach Kant
3.3.2 Der Wille als Prämisse für die Sittlichkeit

4. Der kategorische Imperativ
4.1 Die Maxime
4.1.1 Das Verbot der Lüge
4.2 Einteilung der Imperative
4.2.1 Die hypothetischen Imperative
4.2.2 Der kategorische Imperativ

5. Schlussbemerkung, Ausblick

LITERATURVERZEICHNIS

1. Einleitung

„Sapere aude! Habe Muth dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“[1]

Dieser Satz – der als Wahlspruch der Aufklärung gilt –, wird von Immanuel Kant aufgegriffen und führt „zur Entdeckung des letzten Grundes der Vernunft“[2]: Der „Autonomie, der Freiheit als Selbstgesetzgebung“[3]. Diese Freiheit löst sich von Einzelinteressen und fragt nach den Interessen der Allgemeinheit. Immanuel Kant stellt in der „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“[4] ein Kriterium auf, das prüft, ob die Einzelinteressen im gleichen Maße für die Allgemeinheit gelten können: Den kategorischen Imperativ.

Die folgende Arbeit befasst sich mit dem Entstehungsprozess des kategorischen Imperativs, und folgt hierbei im wesentlichen den Autoren Otfried Höffe[5] und Manfred Moritz[6]. Ziel der Arbeit ist es, den Entstehungsprozess des kategorischen Imperativs in seinem historischen Kontext zu analysieren und Widersprüche aufzuzeigen. Vor allem die Arbeit zu „Kants Einteilung der Imperative“[7] soll hierbei besondere Berücksichtigung finden.

Am Ende soll ein Fazit stehen, in der die Haltbarkeit der von den Autoren aufgestellten Thesen überprüft werden soll.

2. Einordnung der Thematik in den historischen Kontext: Das Leben Immanuel Kants

Immanuel Kant wird am 22. April 1724 in der Vorstadt von Königsberg geboren. Er besucht von 1730-1732 die Vorstädter Hospitalschule, auf welche im Alter von acht Jahren das Friedrichskollegium folgt. Auf dem Friedrichs-Gymnasium – das einen theologischen Schwerpunkt hat – lernt Kant vor allem den Katechismus sowie die zum Verständnis des Neuen Testaments notwendigen Sprachen Griechisch und Hebräisch. Die naturwissenschaftlichen Fächer sind am Friedrichskollegium nicht ausgeprägt. Obgleich das Fach Latein Kants besonderes Interesse findet, denkt Kant noch im Alter „mit Schrecken und Bangigkeit“[8] an die „Jugendsklaverei“[9] des Friedrichs-Gymnasiums zurück. Im Alter von sechzehn Jahren schreibt sich Immanuel Kant „an der Albertina, der Königsberger Universität ein“[10]. Von 1740-1746 studiert er dort Mathematik, Naturwissenschaften, Theologie, Philosophie und klassische lateinische Literatur. Besonderen Einfluss gewinnt der Professor für Philosophie und Metaphysik Martin Knutzen (1713-1751), durch dessen Einfluss Kant auf die Naturwissenschaften hingewiesen wird. Die „Physik Isaac Newtons (1643-1725) gilt ihm seitdem als Muster strenger Wissenschaft“[11]. Nach dem Tod seines Vaters verlässt Kant 1746 die Universität; seinen Lebensunterhalt verdient er sich als Hauslehrer. 1749 erscheint Kants erste Schrift „Gedanken von der wahren Schätzung der lebendigen Kräfte[12] in der er unter „Berufung auf ´die Freiheit des menschlichen Verstandes ´“[13] versucht, den „Streit um die Berechnung der Kraft (K) aus Masse (m) und Geschwindigkeit (v)“[14] beizulegen. Diese Schrift bleibt jedoch weitestgehend unbeachtet. Im Jahre 1755 erscheint die Schrift „Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels[15], die Kant anonym veröffentlicht. Kant versucht in dieser Schrift, unter Berufung auf die Newtonischen Grundsätze ein Bild des Universums zu skizzieren, das sich ausschließlich auf „natürliche Gründe“[16] stützt[17]. 1755 promoviert Immanuel Kant zum Doktor der Philosophie in Königsberg.

Erst im Jahre 1770 erhält Kant nach jahrelanger publizistischer Tätigkeit im Alter von 46 Jahren eine Professur für Logik und Metaphysik. Kant ist in dieser Zeit mehrmals Dekan seiner Fakultät und zwei Mal (1768 und 1788) Rektor der Universität[18].

In seinen Vorlesungen stellt Kant die Breite seines Wissens unter Beweis. Er liest nicht nur Logik und Metaphysik, sondern auch physische Geographie[19], Anthropologie und Pädagogik.

Kant schreibt und lehrt nicht in der Gelehrtensprache Latein, sondern in „klarem Deutsch“[20]. Neben der wissenschaftlichen Tätigkeit – die nur die Hälfte seines Tages ausfüllt – widmet sich Kant dem gesellschaftlichem Leben. Er verbringt viel Zeit im Theater, „beim Billard- und Kartenspiel“[21] sowie „in den angesehensten Salons der Stadt“[22]. Ein Zeitgenosse schreibt über ihn: „´Wirklich war damals Herr Magister Kant der galanteste Mann von der Welt, trug bordierte Kleider, einen postillion d’amour und besuchte alle Coterien´“[23].

1794 gerät Kant in Konflikt mit dem preußischen König Friedrich Wilhelm II (1786-97). Grund des Konflikts ist seine Schrift „Das Ende aller Dinge[24], in der er sich mit der preußischen Religionspolitik auseinandersetzt. Inhaltlich befasst sich Kant mit dem 1788 erlassenen Religionsedikt, das er unter anderem als „`Herrschaft des Antichrist´“[25] bezeichnet. 1794 ergeht eine „Kabinettsorder Friedrich Wilhelms II.“[26] die Kant weitere Äußerungen im religionspolitischen Bereich untersagt. Kant hält sich entgegen aller Erwartungen an dieses Verbot, und verspricht sich nicht mehr zu religionspolitischen Themen zu äußern, so lange der König lebt.

Gegen Ende seines Lebens zieht sich Kant immer mehr zurück; „aus dem galanten Magister wird der zurückgezogene Gelehrte, der ein beherrschtes, sogar pedantisches Leben führt“[27]. Kants Hauptwerk die „Metaphysik der Sitten[28] erscheint erst 1797. In diesem Werk stellt Kant die Religionsphilosophie systematisch dar. 1796 hält Immanuel Kant seine letzte Vorlesung.

Am 12. Februar 1804 stirbt Immanuel Kant im Alter von 79 Jahren. „Er wird ´unter dem Geläute der aller Glocken der ganzen Stadt´ in einem Trauerzug, ´von Tausenden begleitet´“[29]

[...]


[1] Zitiert nach Höffe, Otfried: Immanuel Kant, München 1983, S. 11

[2] Ebd., S. 12

[3] Ebd., S. 12

[4] Kant, Immanuel: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Kommentar von Christoph Horn, Corinna Mieth und Nico Scarano, Frankfurt am Main 2007

[5] Höffe, Otfried: Immanuel Kant, München 1983

[6] Moritz, Manfred, Kants Einteilung der Imperative, Lund 1960

[7] Vgl. ebd.

[8] Höffe, Otfried: Immanuel Kant, München 1983, S. 22

[9] Ebd., S. 22

[10] Ebd., S. 22

[11] Ebd., S. 23

[12] Ebd., S. 23

[13] Ebd., S. 23 u. 24

[14] Ebd., S. 24

[15] Ebd., S. 24

[16] Ebd., S. 24

[17] „natürliche Gründe“ könnte hier auch mit „vernünftige Gründe“ gleichgesetzt werden, wenn man der Philosophie Kants folgt.

[18] Vgl. Höffe, Otfried: Immanuel Kant, München 1983, S. 27 u. 28

[19] Dieses Fach führt Kant „voll Stolz“ als erster ein, vgl. ebd., S. 28

[20] Ebd., S. 24

[21] Ebd., S. 28

[22] Ebd., S. 28

[23] Zitiert nach Höffe, Otfried: Immanuel Kant, München 1983, S. 28 u. 29

[24] Ebd., S. 39

[25] Zitiert nach Höffe, Otfried: Immanuel Kant, München 1983, S. 39

[26] Ebd., S. 40 u. Kant, Immanuel, Briefwechsel, ausw. u. anm. von Otto Schöndörffer, Hamburg 1986, S. 680

[27] Ebd., S. 40

[28] Ebd., S. 41

[29] Ebd., S. 41

Details

Seiten
14
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640488711
ISBN (Buch)
9783640488841
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v140753
Institution / Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg – Institut für Systematische Theologie / AB Christliche Religionsphilosophie
Note
2,0
Schlagworte
Immanuel Kant Kategorischer Imperativ Kritik der reinen Vernunft Kritik der Praktischen Vernunft Maxime Gerechtigkeit Benjamin Constant Grundlegung der Metaphysik der Sitten

Autor

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