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Das Französische als gebende Sprache

Die Folgen der normannischen Eroberung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2004 17 Seiten

Didaktik - Französisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II.I Geschichtlicher Hintergrund
II.II Folgen der normannischen Eroberung

III Wortentlehnungen aus dem Französischen als Folge der normannischen Eroberungen

IV Fazit/Schlussbemerkung

I. Einleitung

Es soll untersucht werden, inwieweit die französische Sprache Einfluss auf das Englische hatte und welche Belege und Beweise man zu Rate ziehen kann, um diese Ereignisse zu belegen. Mittels Vokabelbetrachtung in beiden Sprachen kann man darauf schließen, dass ein reger Austausch zwischen den beiden Völkern bestand.

So ergeben sich mehrere Wortentlehnungen aus dem Französischen, Wortübernahmen in das Englische, Grammatikangleichungen und dergleichen.

Um einen Überblick über den Sprachkontakt zu bekommen wird die geschichtliche Komponente beleuchtet und dargestellt, wann und wie lange die beiden Kulturen miteinander Kontakt hatten. Die wichtigsten Daten werden hierbei berücksichtigt und genannt.

Anschließend widmet sich diese Arbeit der Herausstellung der Gemeinsamkeiten und der Unterschiede der beiden Sprachen. Es wird also auf Wortentlehnungen aus dem Altfranzösischen eingegangen, verschiedene Grammatikuntersuchungen beider Sprachen angestellt etc.

Diese Arbeit soll einen kleinen Einblick geben in die dichte Materie der Sprachenforschung.

So wurden in den Beispielen nur ausgewählte Wörter behandelt und gibt nur einen kleinen Einblick in diesen Stoff.

II.I Geschichtlicher Hintergrund

Ursprünge

Die Normannen waren Germanen, deren Vorfahren über Dänemark nach Schweden und Norwegen kamen. Sie wurden auch Wikinger genannt, wobei die wahrscheinlichste Bedeutung des Wortes „ wik“ Fjord[1] ist, also einer gemeint ist, der Fjorde unsicher macht

In den einzelnen Teilreichen herrschten viele Kleinkönige. Erst im Laufe des 9. und 10.Jh. konnte sich hier ein starkes Königtum herausbilden. Unterstützt wurde dieser Vorgang durch den Übertritt des Königs zum Christentum (10.Jh.).

Schon sehr früh zogen die Wikinger los, um mit der Welt Handel zu treiben oder sie auszuplündern bzw. zu besiedeln. Gründe für die Expeditionen waren einerseits die Unfruchtbarkeit des Bodens, andererseits lebten aber auch zu viele Menschen in den wenigen fruchtbaren Siedlungen. Auch spielte der Hunger nach Gold, Ruhm, Frauen und Sklaven eine wichtige Rolle.

Deshalb strömten die Norweger nach Schottland, Irland, Island, Grönland, die Dänen nach England und Frankreich und die Schweden nach Russland.

860 wurde Island entdeckt. Es kam als viertes Land zu den Nordmännern hinzu.

Im Laufe des 10. Jh. wurden außerdem Grönland und Labrador entdeckt. Allein zwischen 985 und 1011 gab es fünf Expeditionen nach Nordamerika.[2] [3]

Die Normannen in der Normandie

Während des 9. Jh. zogen die Wikinger (überwiegend Dänen, aber auch Norweger) durch Nord- und Mittelfrankreich. Entlang der Flüsse plünderten sie Dörfer, Städte und Klöster. Auf ihren Plünderungszügen hatten die westfränkischen Könige den Normannen keine wirkungsvolle Streitmacht entgegenzusetzen.

Am Ende dieser Kämpfe stand der Vertrag von St. Clair-sur-Epte von 911 zwischen dem Normannenführer Rollo und dem französischen König Karl dem Einfältigen. In diesem Vertrag wurde festgehalten, dass die Normannen Christen werden, Karl den Lehnseid leisten und die Küsten vor anderen Normannen schützen sollten. Als Gegenleistung erhielten sie die Normandie als Siedlungsgebiet.[4]

Aufbau eines neuen Herzogtums

Was den Normannen im 10. und 11. Jh. gelang, war der Aufbau eines fast selbständigen Herzogtums von hoher kultureller Qualität. Sie bauten sehr viele Kirchen und Klöster und beschenkten sie reich. Schon bald blühte in der Normandie eine reichhaltige Klosterkultur. Die normannischen Klöster waren ein Ort der Gelehrsamkeit, Frömmigkeit und Gottesfurcht, aber auch der Reform.

Sie wurden Vorbild für viele Klöster in Frankreich. Trotz aller Zeichen kultureller Religiosität blieben die Normannen auch Krieger und Kämpfer, gefürchtet in ganz Europa. Innere Unruhen, Freude an Entdeckungen und politische Unzufriedenheit waren es auch, die viele wieder hinaus in die Welt trieben.

Herrschaftsform des Herzogs der Normandie (10.Jh.)

Nach geltendem Recht gehörte alles Land dem regierenden Herzog, der es seinen Lehnsleuten nur als Gegenleistung für ihre Gefolgschaft überließ. Die große Mehrheit der normannischen Adligen, alle Bischöfe und viele Klöster hatten ein Lehen unter der Bedingung inne, dass sie jederzeit eine bestimmte Anzahl ausgebildeter und ausgerüsteter Ritter stellen konnten.

So gewannen die normannischen Herzöge einen Adelsstand, der vor allem ihren eigenen Interessen diente.

Anders als im restlichen Mitteleuropa, lag die Macht nicht verteilt in vielen Händen (Lehnswesen), sondern sie lag zentral in der Hand des Herzogs. Ohne lehensrechtliche Bindungen und mit zentraler Verwaltung herrschte er nahezu absolut.

Ähnliche Feudalstrukturen gab es auch in anderen Ländern Westeuropas. Doch die Normandie übertraf alle anderen fränkischen Fürstentümer in der Strenge, mit der sie

auf den Verpflichtungen ihrer Lehnsleute bestand. Ebenso wurde der Ausbildung und Ausrüstung der Armee größere Bedeutung beigemessen. Um die Gefahr von Adelsaufständen zu verringern, durften Burgen nur mit Erlaubnis der normannischen Herzöge gebaut werden. Auch die Pforten fremder Burgen auf seinem Gebiet mussten ihnen auf Verlangen geöffnet werden. Außerdem sorgten die Herzöge dafür, dass ihr eigenes Heer das jeweils größte im Herzogtum blieb; die Ausgaben dafür bestritten sie mit dem Gewinn aus Münzprägerecht, Handelszöllen, Gerichtsgebühren und den direkten Abgaben ihrer Lehnsleute. Über die Wahrung der herzoglichen Rechte wachten als Stellvertreter „Vicomtes“, die ihnen direkt unterstanden. Sie mussten die Steuern eintreiben und für Recht und Ordnung sorgen. So hatten die normannischen Herzöge eine größere Macht in ihrem Gebiet als die übrigen westeuropäischen Herrscher jener Zeit.

Die Normannenherrschaft in England

Im Laufe des 9. Jh. kam es immer wieder zu Eroberungen und Besiedlungen im Osten Englands durch einfallende Dänen. In der Folgezeit waren Kämpfe zwischen Dänen und Angelsachsen an der Tagesordnung.

1016 erfolgte eine groß angelegte Invasion der Dänen. Ihr König, Knut der Große (1016-1035), eroberte England und einigte es unter seiner Herrschaft. Die Regierung seiner Söhne endete 1042, als sie ins Exil gehen mussten (Normandie), da nämlich der Angelsachse Eduard der Bekenner in diesem Jahr den Thron wieder erobert (bis 1066).[5]

[...]


[1] Autorenkollektiv: Brockhaus, Leipzig, Mannheim, 1994

[2] Autorenkollektiv: Goldmann Lexikon, München, 1998

[3] http://de.encarta.msn.com © 1997-2004 Microsoft Corporation

[4] Sten Körner: The Battle of Hastings, England, and Europe 1035 – 1066, 1964

[5].Brewer , D.S: The Anglo- Saxon Chronicle, A Collaborative Edition, mehrere Bände, Cambridge

Details

Seiten
17
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783640493258
ISBN (Buch)
9783640492954
Dateigröße
503 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v140711
Institution / Hochschule
Technische Universität Berlin
Note
1,7
Schlagworte
Französische Sprache Folgen Eroberung

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