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Das Borderline-Syndrom. Ein Kampf gegen das Leben

Forschungsarbeit 2005 52 Seiten

Gesundheit - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Das allgemeine Verständnis von Krankheit

3. Die psychische Krankheit
3.2 Die kranke Seele

4. Das Borderline-Syndrom
4.1 Was ist ein Borderline-Syndrom?
4.2 Kriterien der Borderline-Persönlichkeitsstörung

5. Strukturelle Analyse des Borderline-Syndroms

6. Die schwarzweiße Welt der Borderline-Persönlichkeit

7. Wie entsteht ein Borderline-Syndrom

8. Die Therapie

9. Heilungschance und Prognose

10. Schluss

11. Anhang
11.1 Literaturverzeichnis

1. Vorwort

Da ich selber mit einer Borderline-Persönlichkeit zusammengelebt habe, weckte es in mir das Interesse eine Arbeit über die Borderline-Persönlichkeitsstörung zu schreiben.

Nach vorsichtigen Schätzungen sind bereits 5 % der Gesamtbevölkerung vom Borderline-Syndrom betroffen. Das ist die drittgrößte Gruppe offiziell psychisch Kranker, nach den Süchtigen und den Depressiven. Dies ist zusätzlich ein Punkt der mich veranlasst hat, die Borderline-Persönlichkeitsstörung genauer zu betrachten.

Bevor ich auf das Borderline-Syndrom zu sprechen komme, werde ich den Krankheitsbegriff erläutern, bzw. nahe legen, was unter dem Begriff „Krank“ verstanden wird. Da es sich beim Borderline-Syndrom um eine psychische Krankheit, genauer, um eine Persönlichkeitsstörung handelt, die zwischen Psychose und Neurose liegt, werde ich diesen Bereich auch noch anschneiden, um damit eine Grundlage für ein besseres Verständnis zu schaffen.

Im wesentlichen Kern meiner Arbeit geht es um die Darstellung des Borderline-Syndroms, von der Definition, was unter dieser Störung verstanden wird, welche Kriterien für eine Diagnose vorhanden sein müssen, über die Ursache, wie es zu dieser Krankheit kommt, bis hin zur Behandlungsmethode. Unter anderem werde ich die ICD-10 und DSM-III-R Klassifikation vergleichen um herauszufinden, ob beide Systeme für die Diagnose einer Borderline-Persönlichkeitsstörung die gleichen Kriterien aufweisen. Wichtiger als der Vergleich ist mir aber das Aufzeigen der Symptome und das Verhalten, das Borderline-Menschen an den Tag legen. Außerdem werde ich noch der Frage auf den Grund gehen, warum überwiegend bei Frauen die Diagnose Borderline-Persönlichkeitsstörung gestellt wird.

2. Das allgemeine Verständnis von Krankheit

Krankheit und Gesundheit sind Kategorien, die sich nicht so leicht definieren und voneinander unterscheiden lassen, wie es die klinische Medizin vorgibt. Sie schließen sich nicht gegenseitig aus und müssen als ein Kontinuum angesehen werden.

Die Definitionen von „normal“ und „abnorm“ oder „gesund“ und „krank“ sind einerseits Ableitungen der jeweiligen soziokulturellen Normen. Es gibt aber nicht nur zwischen den einzelnen Kulturen unterschiedliche Deutungen des Phänomens Krankheit, sondern andererseits auch innerhalb jeder Gesellschaft die verschiedenartigsten Krankheitsbegriffe. In der Medizin unterscheiden wir zunächst einmal einen so genannten „allgemeinen Krankheitsbegriff“ von einem „speziellen“. Unter dem allgemeinen Krankeitsbegriff verstehen wir den Zustand eines Menschen, der ihn generell von den Gesunden eindeutig unterscheidet. Beim zweiten Krankheitsbegriff geht es um eine Krankheit, die anhand einer Diagnose feststellbar ist.

Je nach der Methode, nach der wir vorgehen, bzw. je nach dem Aspekt, den wir anlegen wollen, kommen wir zu verschiedenen Hypothesen von Krankheit. Wir müssten also in der Medizin streng genommen bei biologischer, psychologischer und soziologischer Zugriffsweise zu 3 Arten von speziellen Krankheitsbegriffen kommen.

In der deutschen Sprache steht uns jedoch nur das eine Wort für „Krankheit“ zur Verfügung. Wir müssen es daher mit einem Rückgriff auf das Englische versuchen, wo unter den Begriffen von „disease“ und „illness“ die beiden wichtigen Aspekte der Krankheit unterscheidbar gemacht werden, auf die es uns wesentlich ankommt. So definiert der amerikanische Medizinsoziologe Coe den Begriff Krankheit im Sinne von „disease“ folgendermaßen: „Die Diagnose einer Krankheit geschieht durch Korrelation beobachtender Zeichen oder Symptome mit dem Wissen von der Funktion des menschlichen Organismus. Daher hängt das Verständnis von Krankheiten von Beobachtungen veränderter, abnormer Zustände des menschlichen Organismus ab. Krankheit im Sinne von „illness“ ist nach Ceo dagegen „ein Phänomen, welches das Individuum in Bezug auf eine veränderte Selbstwahrnehmung betrifft“. Der Begriff von illness ist nicht nur von dem des disease zu unterscheiden. Wir müssen ferner unterscheiden zwischen illness als einem persönlichen Ereignis und einem sozialen Phänomen.“ „Illness wird dadurch ein soziales Phänomen, dass sie anderen sichtbar wird und hierdurch zu einer Veränderung der sozialen Interaktionsmuster führt.“

Diese letzte genannte Veränderung der sozialen Interaktionsmuster wird im Englischen häufig mit einem dritten Ausdruck belegt, nämlich dem einem des „sickness“. So wird z. B. bei der Einnahme der Krankenrolle in der angelsächsischen Literatur durchgehend von „sick-role“ gesprochen.

Der Krankheitsbegriff der Medizin beschreibt also immer Modelle, die zu ärztlichen Handlungen nützlich sein sollen.

Krankheit kann auch eine Voraussetzung dafür sein dass Leistungsansprüche gewährt werden, so hat der Krankheitsbegriff z.B. für die Krankenversicherung seine eigene Bedeutung.

Das Vorliegen einer Krankheit ist Voraussetzung für den Leistungsanspruch im Rahmen der Krankenbehandlung, § 27 SGB V. Der Begriff der Krankheit im Sinne der Krankenversicherung ist entsprechend dem sich wandelnden Wertempfinden der Bevölkerung über die Gesundheit, den erweiterten medizinischen Behandlungsmöglichkeiten und dem entsprechenden Leistungsangebot der Krankenkassen in den letzten Jahrzehnten stark ausgeweitet worden. Eine Krankheit in diesem Sinne ist dann anzunehmen, wenn ein regelwidriger Zustand des Körpers, des Geistes oder der Seele vorliegt, der Leistungen mit dem Ziel erforderlich macht, Schmerzen oder Beschwerden zu verhindern, zu beheben oder zu lindern. Leistungen wegen Krankheit kommen auch in Betracht, wenn sie benötigt werden, um eine Krankheit zu erkennen oder die Arbeitsfähigkeit des Versicherten zu erhalten oder wiederherzustellen bzw. die künftige Erwerbsfähigkeit günstig zu beeinflussen; außerdem kann es sich um Leistungen handeln, die dazu dienen, eine dauernde Beeinträchtigung oder Aufhebung der Fähigkeit zur Verrichtung von Arbeit, zur Ausübung eines Berufs oder zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu vermeiden oder so gering wie möglich zu halten.

Als „regelwidrig“ ist ein Zustand anzusehen, der von der durch das Leitbild des gesunden Menschen geprägten Norm abweicht. Regelwidrigkeiten, bei denen nicht zumindest eine der vorgezeichneten Leistungsnotwendigkeiten gegeben ist, sind nicht Krankheiten im versicherungsrechtlichen Sinne.

(vgl. Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge, 1993, S. 595-596)

Erkrankungsrisiko

Psychosomatische Beschwerden wie Beispielsweise Befindlichkeitsstörungen gehören zu den häufigsten Leiden überhaupt. Ein „Durchschnittsmensch“ durchläuft in seinem Leben rund 600 verschiedene „Gesundheitsstörungen“, von denen sich die meisten ohne ärztliche Betreuung bessern und von selbst heilen. Nur 140 dieser Störungen führen uns zu einem Arzt und nur zwanzig zu einem Spezialisten oder ins Krankenhaus.

Das Zahlenverhältnis zeigt, dass unsere Selbstheilungskräfte viele Beschwerden meistern können. Dennoch steigen die Erkrankungsrisiken in ganz bestimmten Lebenssituationen: am deutlichsten, wenn gravierende Einschnitte im Leben eine schnelle Anpassung an eine neue Lebensbedingung erfordern. Je bedeutsamer ein Lebensereignis ist, umso mehr Zeit und Kraft brauchen wir zur Anpassung und um so größer ist auch das Erkrankungsrisiko. Die Störung tritt dabei meist nicht in der aktuellen Situation auf, sondern folgt den bedeutsamen Lebensereignissen in einem Abstand von sechs bis acht Monaten nach.

(vergl. Corazza V., S. 221)

3. Die Psychische Krankheit

Definition zu zum Begriff „psychisch Krank“

Die Erfahrung, krank sein zu können, ist dem Menschen nicht fremd. Bereits das mittelhochschuldeutsche kranc(k), das schmal, gering und schwach bedeutet, erfasst den wesentlichen Sachverhalt, der angesprochen ist, wenn jemand als krank bezeichnet wird. Der Begriff „psychisch Kranke“ bedeutet eine Abgrenzung von dem Begriff „körperlich Kranke“. Noch teilweise bis ins 20. Jh. hinein war für psychisch Krank die Bezeichnung „Irre“ geläufig, man unterschied dann „Geisteskranke“ von „Gemütskranken“, wobei auch der Begriff „geisteskrank“ zunehmend als diffamierend angesehen wurde und inzwischen aufgegeben worden ist. Dennoch sind psychisch Kranke auch heute noch dem Verdacht des „Verücktseins“ und damit der Diskriminierung ausgesetzt. Die Begegnung mit psychisch Kranken schafft Konfrontation mit Veränderungen im Verhalten und im sozialen Kontakt bis hin zur Aufhebung des Konsenses über die Realität in der Psychose. Oft löst das Erleben von psychisch Kranken Befremden, Betroffenheit, Angst und Abwehr hervor. Daraus resultiert die Forderung ausreichender Erfahrung und Selbsterfahrung für die Mitglieder aller therapeutisch beteiligten Berufsgruppen. Eine Polarisierung der Begriffe „psychisch Kranke“ und „körperlich Kranke“ ist mit einem modernen Krankheitskonzept, für das sich die Psychiatrie und die verschiedenen psychosozialen Fächer immer wieder einsetzen, nicht vereinbar. Denn der körperlich kranke Mensch reagiert immer auch mehr oder weniger deutlich psychisch. Obwohl es legitim ist, dass in der Forschung umschriebene Teilaspekte psychiatrischer Störungen untersucht werden, wird man dem Individuum Patient sicher nicht gerecht, wenn man es auf Körperliches, Psychisches oder Soziales zu reduzieren versucht. Der Begriff „psychisch krank“ reflektiert aber die in einer bestimmten historischen Situation notwendigen Bemühungen, die von manchen Psychiatern zu lange und zu wenig differenziert postulierte körperliche Begründbarkeit aller psychischen Auffälligkeiten abzuweisen und gleichzeitig die Bedeutung psychologischer und sozialer Sachverhalte für das Zustandekommen psychiatrischer Störungen zu betonen.

Wenn dieser Begriff den heutigen Erkenntnisstand über die Entstehung psychiatrischer Störungen sachgerecht repräsentieren soll, muss sein wesentlicher semantischer Gehalt beschreiben, dass ein Mensch dadurch von der Norm abweicht, indem er vorrangig durch Veränderungen des subjektiven Erlebens und des objektivierbaren Verhaltens reagiert. Für die außerordentlich komplexe, aber auch wichtige Normalitätsdiskussion, die hier nicht geleistet werden kann, erweisen sich neben dem subjektiven und dem medizinischen Krankheitsbegriff soziokulturelle Kriterien und die Einschätzung der für den einzelnen Patienten wesentlichen Bezugspersonen als hilfreich und gut handhabbar. Konkrete Aufgabe ist jeweils, diagnostisch hinsichtlich aller wichtigen Dimensionen des Bedingungsgefüges einer Normabweichung zu analysieren, warum der betroffene Mensch mit sich und seiner Umwelt nicht mehr zurechtkommt, und warum er übernommene Aufgaben nicht mehr bewältigen kann. Sowohl für diese diagnostische wie auch für die anschließende therapeutische Arbeit erscheint ein Störungsmodell notwendig, das die biologischen und die psychosozialen Ansätze integrieren kann. Es sieht Krankhaftes nicht als etwas Statisches, sondern eher als eine Begrenzung und Labilisierung bestimmter Funktionen. Psychische Gesundheit bedeutet demnach eine Reihe von Sicherungen auch in extremen Situationen, die Möglichkeit von Expansion und das Eingehen von Risiken. Seelische Krankheit heißt dagegen Rückzug, Vermeidung von Risiken und deshalb Verminderung von Freiheitsgraden des Erlebens und Verhaltens. Nicht absolute Messgrößen bestimmen demnach die Krankhaftigkeit einer Reaktionsweise, sondern ihre mögliche Variabilität in Abhängigkeit von den Anforderungen einer gegebenen Situation.

(vgl. Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge, 1993, S.745-746)

Die Kranke Seele

Menschen, die an einem organischen Leiden erkrankt sind, können sich des Mitleids, der Aufmerksamkeit und Fürsorge ihrer Angehörigen oder Freunde relativ sicher sein. Psychisch Kranke haben es ungleich schwerer. Den Krankheiten der Seele und des Geistes wird in unserer Gesellschaft ein gänzlich anderer Stellenwert zugemessen als körperlichen Beschwerden. Über psychiatrische Erkrankungen wird, wenn überhaupt, nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen. Die Betroffenen werden gemieden, ausgegrenzt, ausgeschlossen und zu Tausenden vergessen. Über psychiatrischen Kliniken hängt ein unausgesprochenes Tabu, und hinter ihren verschlossenen Türen enden – auch heute noch – unzählige Lebenswege. An diesem System wirken entmündigende Gesetze mit, das Fehlen ambulanter Versorgungseinrichtungen und eine Gesellschaft, die sich mit dem Widersprüchlichen und dem „Ver-Rückten“ des eigenen Lebens nicht auseinandersetzen will. An keinem Ort liegen Zerrissenheit und Einheit, Verzweiflung und Glück, Banales und Einmaliges, das Sich-Verirren und Sich-Finden des Menschen näher beieinander als in der Psychiatrie. Diese Nähe zum Mensch kennt in seinem Innersten Gefühle und Gedanken, die den Krankheiten der Seele und des Geistes ähneln. Psychisch und psychiatrisch Kranke leben einen extremen Pol der unzähligen Variationen menschlichen Verhaltens, Fühlens und Denkens. Erst wenn wir das erkennen, bekommt der Satz „Irren ist menschlich“ seine Bedeutung.

(vergl. Corazza V., S. 235)

Weil das Borderline-Syndrom im Grenzbereich von Neurose und Psychose anzusiedeln ist, werde ich die zwei primären Formen psychischer Krankheit genauer betrachten, um das Borderline-Syndrom besser zuordnen zu können.

Neurosen

Menschen verändern sich in einem stetigen Prozess. Zu den wichtigsten Entwicklungsphasen zählen dabei Kindheit und Jugend, in denen man bestimmte Muster der Lebens- und Konfliktbewältigung erlernt. Diese „Lernmaterialien“, die wir aus frühkindlichen, aber auch späteren Erfahrungen mitnehmen. Legen uns ein bestimmtes Verhalten, eine bestimmte Wahrnehmung, ein bestimmtes Denken und Fühlen nahe. In Konfliktsituationen greifen wir häufig auf diese Muster zurück, die wir wie Folien über eine aktuelle Situation legen, und benutzen sie, um ein auftretendes Problem zu meistern.

Oft passen diese Folien zur aktuellen Situation und helfen tatsächlich, Konflikte zu lösen, Beziehungen zu knüpfen und ein weitgehend ausgeglichenes Leben zu führen. Sie sind sogar die unerlässliche Voraussetzung für unsere Fähigkeit, im Leben zurechtzukommen.

Neurosen sind ebenfalls in der Vergangenheit erworbene Muster, mit denen ein Mensch versucht, Konflikte zu bewältigen. So vielfältig wie die Erfahrungen jedes Menschen sind, so vielfältig können neurotische Konfliktverarbeitungen sein.

Die überwiegende Mehrzahl der Menschen lebt mit neurotischen Störungen weitgehend komplikationslos. Fast jeder von uns hat im Laufe seines Lebens einmal kleinere oder größere Zwänge, Ängste oder Ticks. Wir suchen uns dann Partner, Freunde und Berufe, in denen wir mit unserem neurotischen Anteil wenig auffallen, und eine Alltagsgestaltung, in der wir mit unseren neurotischen Störungen ausgeglichen leben.

Zu Beschwerden werden Neurosen dann, wenn die Muster der Vergangenheit die aktuelle Situation überlagern und der Betroffene die Anforderungen seines Alltags nicht mehr angemessen bewältigen kann. Die psychische Energie wird dann nicht mehr gebraucht, um ein Problem zu meistern, sondern um die von innen kommende Konflikte abzuwehren.

Zu den klassischen neurotischen Störungen zählen:

Charakterneurose

Darunter versteht man zwanghaftes Verhalten, das sich zum „Charakter“ verfestigt hat, nicht auf eine aktuelle Situation abgestimmt ist und laufend wiederholt wird.

Zum Beispiel

- Hypochondrie, obwohl man bei bester Gesundheit ist
- Übertriebene Pingeligkeit, obwohl alles bestens aufgeräumt ist.

Charakterneurosen haben – entsprechend unseren menschlichen Eigenschaften – eine unendliche Variationsbreite. Zum Leiden werden sie dadurch, dass die Betroffenen merken, dass etwas mit ihnen geschieht, was sie eigentlich nicht wollen.

Zwang

Zwänge unterscheiden sich von den Charakterneurosen dadurch, dass sie sich nur auf einen bestimmten Lebensbereich oder auf eine bestimmte Situation beziehen. Ein Zwang ist ein sich immer wiederholender Handlungsablauf, der dem Betroffenen bewusst ist, dem er aber nicht entkommt.

Zum Beispiel

- Waschzwang. Die Menschen waschen sich wiederholt, obwohl ihr Körper völlig rein ist.

Milde Ausprägungen von Zwängen lassen sich fast immer in das Leben integrieren. Zum Problem werden Zwänge erst dann, wenn es den Betroffenen nicht mehr möglich ist, einen normalen Alltag zu gestalten. So kann beispielsweise der Zwang, immer wieder die verschlossene Wohnungstür zu kontrollieren, so sehr behindern, dass es nicht mehr möglich ist, das Haus in Ruhe zu verlassen.

Phobie

Phobien sind intensive Gefühle der Angst, die in Situationen entstehen, in denen eine überflutete Panik nicht gerechtfertigt ist.

- Spinnenphobien
- Platzangst. Die Unmöglichkeit, große, weite Flächen zu überqueren (Agoraphobie), Angst in engen Räumen (Klaustrophobie), die große Angst, in einem Aufzug oder in der U-Bahn steckenzubleiben, passt nicht zu der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit und der Gefahr, die daraus erwachsen kann.

Angstneurose

Die Betroffenen werden von diffusen Ängsten überflutet, die sie nicht mehr kontrollieren können und die ohne direkten Auslöser auftreten.

Das Gefühl der Angst kann so groß und übermächtig werden, dass es zu einer intensiven Panikstimmung kommt.

Tick

Darunter versteht man unbeherrschbare, unmotivierte Körperreaktionen ohne organische Ursachen wie zum Beispiel Augenzucken, Kopfwackeln, Grimassenschneiden oder Zungenschnalzen. Oft besteht die auslösende Situation nicht mehr, das Verhalten geschieht davon unabhängig und automatisch. Den Betroffenen ist es nicht mehr möglich zu sagen: jetzt höre ich damit auf.

Ursachen

Neurosen entstehen meist in Situationen, in denen man

- entweder zuviel oder zuwenig bekommt. Eine übermäßige, besitzergreifende Fürsorge kann ebenso zu Neurosen führen wie mangelnde Zuwendung und Liebe oder fehlende Anerkennung und Aufmerksamkeit
- vor ambivalenten Entscheidungen steht. Das Aushalten von Widersprüchen und Ambivalenzen gehört zu den schwierigsten Aufgaben menschlichen Lebens. Nur wenige können beispielsweise Liebe und Hass nebeneinander ertragen. Fast alle Menschen spalten einen Teil ihres Gefühlsleben ab und verdrängen ihn, um diese Ambivalenzen auszugleichen
- traumatische Ereignisse bewältigen muss. Dazu gehören die Erfahrungen von Trennung oder Tod, von Gewalt, Krieg und Vernichtung, von Gefängnissen oder Konzentrationslagern, von Verachtung, Vergewaltigung oder Folter.

Es ist schwierig an den Ursprung einer solchen Einschränkung vorzudringen, denn es gehört zum Wesen der Neurose, dass sie unbewusst bleibt, obwohl sie in einem dauernden Wiederholungszwang „reinszeniert“ wird.

Jeder Mensch kennt traurige und bedrückte Stimmungen oder Gefühle der Schwermut. Sie sind wichtig und unentbehrlich, um Krisen verstehen zu lernen und sie zu verarbeiten.

In der Alltagssprache bezeichnet man einen Menschen, der in einer Trauersituation steckt und „an sich selbst leidet“, häufig als depressiv. Mediziner fassen den Begriff Depression als „Störung“ jedoch enger. Die Betroffenen sind nicht nur bedrückt und schwermütig, sondern richten meist massive Selbstvorwürfe und Selbstanklagen gegen sich. Sie leiden unter extremen Minderwertigkeitsgefühlen und setzen ihre eigene Person herab.

Man unterscheidet verschiedene Formen der Depression:

Neurotische Depression (Reaktive Depression)

Sie ist die Reaktion auf einen konkreten Auslöser, ein bestimmtes Ereignis, auf eine Erfahrung oder Lebensphase. So weiß man beispielsweise, dass Depressionen besonders häufig in „kritischen“ Entwicklungsabschnitten auftreten: in der Pubertät, rund um das 40. Lebensjahr, in der Schwangerschaft oder im Rentenalter. In Zeiten des Um- oder Neuaufbruchs werden viele Menschen anfällig für Depressionen.

Psychotische Depression (Endogene Depression)

Bei dieser Form der Depression gehen Mediziner davon aus, dass sie von „innen heraus“ kommt, zum Beispiel stoffwechselabhängig ist oder vererbt wurde. Ursache und Auslöser sind unbekannt. Man nimmt an, dass biochemische Prozesse eine Rolle spielen können. Kritiker meinen, dass es schwierig sei, die verschiedenen Depressionstypen zu unterscheiden, denn Ursache und Wirkung könnten möglicherweise vertauscht werden: Die Veränderung hirnorganischer Prozesse kann auch als Reaktion des Körpers auf die Psyche verstanden werden.

Larvierte Depression

Mit dieser Diagnose, die häufig bei psychosomatischen Krankheiten gestellt wird, versucht man auszudrücken, dass der Körper eine Depression mit einer Krankheit abwehrt. Zum Beispiel haben viele ungeklärte Schmerzzustände im Bewegungsapparat „abgewehrte“ Anteile einer Depression: Der Rücken schmerzt, das Kreuz krümmt sich. Bildlich ausgedrückt versucht die Psyche, den eigenen Schmerz, die Depression, nicht „offen“ zu durchleben, sondern körperlich darzustellen.

Psychosen

Unter Psychosen versteht man im Allgemeinen die klassischen psychiatrischen Krankheiten wie zum Beispiel Schizophrenie oder Manisch-Depressiv-Sein. Bis vor kurzem galten diese Krankheiten als schicksalsgegebenen und kaum heilbar. Heute weiß man, dass psychotherapeutische Verfahren zugänglich sind und dass es den Betroffenen bei entsprechender ambulanter Versorgung (Wohngemeinschaften, Kriseninterventions- und Sozialzentren usw. ) möglich ist, ein weitgehend normales Leben zu führen.

Früh erworbene Störungen spielen bei der Entstehung von Psychosen die Hauptrolle. So können zum Beispiel organische Schäden, ungünstige Lebensbedingungen oder psychotische Eltern den Bezug zur Außenwelt und die Wahrnehmung stören. Dadurch wird der Betroffene immer unsicherer, wie er das bewerten soll, was um ihn herum vorgeht.

Es ist dann nicht mehr möglich, Fragen wie „Was wollen andere von mir?“ zu beantworten.

Kein Mensch ist vor Verunsicherungen dieser Art geschützt. Es ist ausgesprochen leicht, auch bei „gesunden“ Menschen psychotische Schübe oder Wahnvorstellungen (Halluzinationen) hervorzurufen. Ein deutliches Beispiel dafür ist die Isolationshaft. Durch das völlige Fehlen von Außenreizen kommt es bereits nach wenigen Stunden zu Wahrnehmungsveränderungen. Auch chronischer Schlafentzug kann nach einigen Tagen psychotische Störungen auslösen.

Ein psychotischer Zustand ist am einleuchtendsten durch „mangelnden Reizschutz“ zu erklären. Unser Seelen und Geistesleben ist dadurch geschützt, dass wir nur zehn Prozent der unzähligen Eindrücke und Empfindungen, die ununterbrochen auf uns einstürzen, bewusst wahrnehmen.

Wenn statt dessen zwanzig Prozent bewusst werden, stehen wir kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Bei dreißig Prozent werden Geist und Seele krank.

Schizophrenie

In der Umgangssprache wird Schizophrenie mit „gespaltener Persönlichkeit“ gleichgesetzt. Dieses eindeutige Krankheitsbild kommt jedoch sehr selten vor.

Im Allgemeinen versteht man unter dieser Krankheit eine Zerrissenheit der Gedanken und Gefühle. Die Grenzen zwischen dem „Ich“ und der Umwelt verwischen sich. Es ist nicht mehr möglich, zwischen Wichtig und Unwichtig zu unterscheiden, oder Dinge, die zusammengehören, auch als zusammengehörig zu erkennen. Die „Ich-Grenzen“ lösen sich auf, es kommt zum Realitätsverlust.

Schizophrene Menschen sind fast immer hochsensibel, empfindsam und außerordentlich kreativ. Durch ihre Fähigkeit der überklaren Wahrnehmung werden sie für das normale Leben scheinbar „untauglich“. Es ist ihnen nicht mehr möglich, die zerrissenen oder trennenden Anteile des eigenen Gefühlslebens zu überbrücken. So können beispielsweise die meisten Schizophrenen durch ihre ausgeprägte Feinfühligkeit heuchlerisches oder verlogenes Verhalten anderer Menschen glasklar erkennen, aber nicht mehr richtig einordnen.

Durch übersteigerte Wahrnehmungsfähigkeit können sie Wahnvorstellungen entwickeln oder Wahnbilder sehen.

Schizophrene Menschen empfinden ihre eigene Störung oft als normales Verhalten. Dennoch leiden sie und haben Phasen, in denen sie merken, wie anders sie sind. Im akuten Krankheitsschub verlieren sie völlig ihren Bezug zur Außenwelt und sind von außen kaum noch zu beeinflussen. Solche Schübe können mit relativ normalen Phasen abwechseln. Sie können aber auch als Dauerzustand bestehen bleiben.

Leichte Formen der Schizophrenie äußern sich in etwas bizarrem Verhalten und unangepasstem Gefühlsleben. Lachen, Weinen und Kichern liegen scheinbar zusammenhangslos nebeneinander. Das Verhalten wirkt sprunghaft und läßt keinen Bezug zur Umwelt erkennen.

Bei der katatonen Schizophrenie wirken die Menschen äußerst gespannt, verkrampft und innerlich erregt. Sie können zur Statue versteinern oder in wilde, um sich schlagende, kaum zum bremsende Bewegungen verfallen. Am häufigsten ist die Paranoid-halluzinatorische Schizophrenie.

- Wahrnehmungsstörungen treten in den Vordergrund. Sie mischen sich mit großer Erregung und Zerfahrenheit, wobei die Betroffenen nicht mehr zwischen Wirklichem und Unwirklichem, zwischen Gedachtem und Vorhandenem unterscheiden können
- Nicht zusammenhängende Ereignisse werden miteinander verknüpft und in einen „neuen“ Zusammenhang gebracht. Es kommt zu Wahnvorstellungen: Man fühlt sich Manipulationen, fremder Einflüssen und Mächten ausgesetzt oder von Komplotten bedroht
- Wahnvorstellungen können alle Sinne erfassen. Die Betroffenen sehen ungewöhnliche Dinge, riechen und schmecken ungewöhnliche Speisen oder hören Stimmen. Sie handeln so, als wären diese Vorstellungen Wirklichkeit.

Dabei tragen fast alle Wahnvorstellungen einen Kern von Wahrheit in sich. So mag beispielsweise die Vorstellung falsch sein, von Nachbarn verfolgt zu sein; aber das Gefühl, dass der Nachbar einen mit kleinen Bosheiten quält, kann durchaus auf realer Grundlage stehen.

Manisch-Depressiv-Sein

Diese Krankheit wird meist im Zusammenhang mit einer endogenen Depression gesehen. Die Menschen schwanken zwischen „himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt“ Das sind Elemente, die jeder aus seinem eigenen Leben kennt. Bei manisch-depressiv Erkrankten steigern sich diese Stimmungen zu extremen Formen, die weitgehend unabhängig von äußeren Ereignissen sind.

Manisch-depressive Menschen empfinden ihre eigene Störung als normales Verhalten. Sie haben daher keine Beschwerden im eigentlichen Sinn. In der manischen Phase sprengen sie jeden Rahmen, verlassen die gesellschaftlichen Normen und verhalten sich in der Öffentlichkeit provozierend und respektlos.

Das Manisch-Sein ist von allen psychotischen Erkrankungen am eindeutigsten auf veränderte biochemische Prozesse im Gehirn (Lithiummangel) zurückzuführen.

(vgl. Corazza V., S. 235-242)

4. Das Borderline-Syndrom

4.1 Was ist ein Borderline-Syndrom?

Borderline-Störung: Phänomenologisch im „Grenzbereich“ zwischen Neurose und Psychose. Früher Verlegenheitsdiagnose für psychopathologische Symptome, die weder eindeutig einer Psychose noch einer Neurose zuordenbar waren. Seit Kernberg deskriptiv: Menschen, deren zwischenmenschliches Verhalten, Stimmung und Selbstbild durch ausgeprägte Instabilität gekennzeichnet ist; häufig impulsives und unberechenbares Verhalten, das potentiell selbstschädigend ist; häufige Schwankung von einer normalen zu einer dysphorischen (= ängstlich-bedrückte) Gesamtheit mit inadäquatem heftigem Zorn oder mangelnder Kontrolle über den Zorn; tiefgehende Identitätsstörungen im Bereich von Selbstbild, Geschlechtszugehörigkeit oder langfristigen Zielen und Werten; Unfähigkeit, Alleinsein zu ertragen; chronische Gefühle von Leere und Langeweile. Nicht alle diese Merkmale müssen immer vorhanden sein. Für die Diagnose wichtig: der typische Abwehrmechanismus des „Splitting“ (Spaltung zweier gegensätzlicher affektiver Zustände, z. B. Liebe/Hass, um Angst vor der Überwältigung durch Hass zu reduzieren und Affekt des Geliebtwerdens zu erhalten). Aus psychoanalytischer Sicht besteht aufgrund einer frühen Störung (1.-2. Lebensjahr) der Symbolisationsfähigkeit eine Einschränkung der innerpsychischen Konfliktbewältigung mit der Neigung, durch solche Konflikte das soziale Umfeld zu gestalten.

(Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge, 1993, S. 179)

Als Borderlinesyndrom bezeichnet man eine psychische Erkrankung, die an der Grenzlinie (=borderline) zwischen Neurose und Psychose liegt. Sie zählt inzwischen zu den verbreitetsten psychischen Erkrankungen.

Die Bordelinestörung zählt zu den so genannten „emotional instabilen Persönlichkeitsstörungen“. Die Betroffenen neigen dazu, Impulse ohne Berücksichtigung von Konsequenzen auszuagieren und leiden unter häufigen Stimmungsschwankungen. Ihre Fähigkeit vorauszuplanen ist gering und Ausbrüche intensiven Ärgers können zu explosivem, manchmal gewalttätigem Verhalten führen. Zudem sind das eigene Selbstbild und Zielvorstellungen unklar und gestört. Ihre Neigung zu intensiven, aber unbeständigen zwischenmenschlichen Beziehungen kann zu wiederholten emotionalen Krisen mit Suiziddrohungen/ -versuchen oder selbstschädigenden Handlungen führen.

(vgl. http://www-stud.uni-essen.de/~sg0063/borderline.htm)

Der Ausdruck „Borderline-Persönlichkeit“ kam in den 40er Jahren auf und war ursprünglich eine Verlegenheitsdiagnose, die auf eine Neurose hinweisen sollte. Das Lebensthema von Borderline-Menschen sind ihre nicht vorhandenen oder unklaren Grenzen.

Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeit fallen mit ihren vielfältigen, widersprüchlichen Wahrnehmungen von sich und der Umwelt oft aus dem Rahmen üblicher Vorstellungen. Sie können sich nicht mehr verständlich machen und werden oft missverstanden.

(Gneist, 1995, S. 10)

Mehrere Autoren haben bestätigt, dass die Borderline-Persönlichkeitsstörung sich an der Grenzelinie zwischen Neurose und Psychose befindet.

Um die Borderline-Persönlichkeitsstörung besser einordnen zu können möchte ich noch einmal diese Formen psychischer Krankheit zusammenfassend darstellen.

Neurose

Eine Neurose ist eine seelisch bedingte Gesundheitsstörung, deren Symptome direkte oder indirekte Folgen eines unbewussten innerseelischen Konfliktes sind. Die Symptome kommen u.a. mit Hilfe der Abwehrmechanismen zustande und stellen Kompromisslösungen zwischen den verdrängten Impulsen und Bedürfnissen einerseits und den abwehrenden entgegengesetzten Tendenzen andererseits dar. Diese Konflikte stehen im engen Zusammenhang mit der Kindheitsentwicklung und während dieser Zeit erlittenen Traumata.

Dabei handelt es sich nicht so sehr um die Folgen von Akuten Ereignissen, sondern um ungünstige Gesamtkonstellationen in der unmittelbaren Umwelt des Kleinkindes, die ihm die Lösung von eigentlich regelmäßig, „normal“, vorkommenden Konflikten und Krisen erschweren oder unmöglich machen.

(vgl. Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge, 1993, S. 669)

Psychose

Tiefgreifende seelische Krankheit, auch Geisteskrankheit. Unscharfer, nicht exakt definierter Oberbegriff für eine Reihe seelischer Krankheiten, bei denen die Beeinträchtigung psychischer Funktionen ein solches Maß erreicht hat, daß dadurch Einsicht und Fähigkeit gestört sind, einigen der üblichen Lebensanforderungen zu entsprechen. Der Realitätsbezug ist eingeschränkt. Weil der Psychosebegriff sowohl dimensionale (Symtomatik, Schweregrad) als auch kategoriale (Krankheit) und systematische (Diagnose) Anteile enthält, verzeichnet etwa das DSM-III-R (Klassifikationssysteme psychischer Störungen) praktisch auf seine Anwendung, während er in der europäischen Nomenklatur trotz seiner Vieldeutigkeit noch im Schwang ist. So steht er etwa abgrenzend für Symptome hirnorganisch begründbarer Krankheiten (Exogene Psychose) den Neurosen gegenüber. Während bei Neurosen psychodynamische, soziale und innerseelische Konflikte im Vordergrund stehen, sieht man bei den Psychosen stärker die Störung der biologischen Hirnphysiologie einschließlich genetischer Momente.

(vgl. Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge, 1993, S. 750-751)

Bei den Neurosen steht der neurotische Konflikt, bei den Psychosen die Beeinträchtigung des Ichs im Vordergrund. Wenn auch bei Psychosen Konflikte eine Rolle spielen, so ist hier die Ich-Schwäche das Maßgebende. Psychosen sind Ich-Erkrankungen, die sowohl organisch als auch funktionell bedingt sein können.

Der Nachfolgende Kommentar stammt von einer Betroffenen, die selbst als Ärztin in einer Psychiatrie arbeitet.

Borderline als Zustand zwischen Psychose und Neurose zu sehen ist nicht korrekt. Unter der Diagnose verbergen sich nämlich unterschiedliche Krankheitsbilder. Zum einen die frühe Beziehungsstörung, diese geht häufig mit all den Symptomen die im DSM-IV und ICD-10 beschrieben werden einher. Nur ein Symptom fehlt fast immer: Selbstverletzendes Verhalten (SVV). Dieses ist der beste Indikator für dissoziative Zustände und damit für eine traumatische Genese der Störung. In den meisten Psychiatrien Deutschlands wird SVV immer noch mit Borderline gleichgesetzt.

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Details

Seiten
52
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640475681
ISBN (Buch)
9783640475711
Dateigröße
623 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v140372
Institution / Hochschule
Evangelische Hochschule Darmstadt, ehem. Evangelische Fachhochschule Darmstadt
Note
1,2
Schlagworte
Borderline-Syndrom Kampf Leben

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Titel: Das Borderline-Syndrom. Ein Kampf gegen das Leben