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Mogontiacum das römische Mainz im 1. Jahrhundert

Seminararbeit 2003 13 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Die Anfänge Mogontiacums - Ein Überblick

Aufbau und Struktur

Wirtschaftliche Entwicklung im Rheingebiet - Ein Vergleich

Mainz - Ein Fortleben Mogontiacums

Resümee

Literaturverzeichnis

Vorwort

Vor mehr als 2000 Jahren begann die Geschichte des Ortes Mogontiacum, eine Stadt, die heute Landeshauptstadt des Bundeslandes Rheinland-Pfalz ist. Mainz ist damit eine der ältesten Siedlungsplätze der römischen Zivilisation auf deutschem Boden. Zwar ist Mogontiacum, das ich in der folgenden Arbeit vereinfacht und der heutigen Sprache angepasst Mainz nenne, ein kontrovers diskutiertes und in zahlreichen Veröffentlichungen beschriebenes Thema, doch so fiel es mir bei der Sichtung der Literatur zum Thema Siedlungsgebiete der Römer in Germanien auf, dass unter den römischen Städten in Germanien Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) und Augusta Treverorum (Trier) den Hauptteil der verfügbaren Literatur einnehmen, was sich Aufgrund der Bedeutung der Städte in der Spätantike zweifellos erklären lässt.

Ich lege dieser Arbeit nur Sekundärliteratur zur Grunde, da diese umfangreich und auch auf einem aktuellen Stand der Forschung ist und mir diesem Thema angemessen erscheint. Von Quellenanalysen sehe ich ab, weil ich meine zu glauben, durch sie nur auf einzelne Bereiche beschränkt Einblicke bekommen zu können.

In dieser Arbeit möchte ich die Entwicklung einer römischen Stadt in Germanien aufzeigen, wobei ich mich nicht nur auf die Stadt beschränke, sondern auch auf das Umland eingehe, weil sich die wirtschaftliche Entwicklung in dieser Region stark auf sämtliche Lebensbereiche in Mainz auswirkten und sie somit nicht getrennt von einander behandelt werden können. Gerade auf wirtschaftlicher Ebene möchte ich Mainz mit den zwei anderen Metropolen Köln und Trier vergleichen, da sich im ersten Jahrhundert nach der Zeitenwende noch nicht erkennen ließ, welche dieser Städte einmal von größerer Bedeutung für das Imperium Romanum in Germanien sein würde, oder ob es bereits in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhundert Anzeichen dafür gab, warum Köln oder Trier einmal zu bedeutenderen Bastionen der Römer in Germanien werden sollten.

Am Ende dieser Arbeit unternehme ich noch einen kleinen Exkurs, der über das 1. Jahrhundert hinaus geht, um deutlich zu machen, was von dem einstigen Mogontiacum, der Lebensweise seiner Bewohner und der römischen Bauweise im heutigen Mainz noch verblieben ist und wann sich die Bewohner der Stadt das erste mal wieder zurückbesinnten, dass ihre Stadt eine bedeutende römische Vergangenheit hatte.

Die Anfänge Mogontiacums - Ein Überblick

In den Jahren 58 bis 51 v. Chr. hatte Cäsar1 Gallien erobert und zur östlichen Grenze dieses neuen römischen Machtbereichs den Rhein bestimmt. Lag der Fluss zunächst noch am äußeren Rand der militärischen Auseinandersetzungen, so erhielt er zentrale Bedeutung, als Kaiser Augustus2 das Konzept für eine Germanien-Offensive3 entwarf, deren Ziel möglicher Weise die Elbe sein sollte. Augustus betraute mit dieser Operation seine Stiefsöhne Drusus4 und Tiberius5, die bereits im Jahre 15 v. Chr. das Alpenvorland unter römische Kontrolle gebracht hatten.6 Ausgangspunkt der Germanenfeldzüge des Drusus waren die um das Jahr 13. v. Chr. errichteten Legionslager in (Vetera bei) Xanten und in Mainz. Letzteres entstand auf einer strategisch günstig gelegenen Anhöhe gegenüber der Mainmündung. Römische Einheiten legten im Gebiet des heutigen Kästrich / Klinikum ein Zweilegionslager (ca. 26 ha) an. Ein zweites Lager wurde bei Weisenau errichtet. Dort existierte bereits eine keltische Siedlung. Sie war nach dem Gott Mogon benannt, und nach ihr erhielt zuerst das Lager, später die Stadt den Namen Mogontiacum. Diese Namensgebung geschah in Verbindung mit dem

`Drusus-Kult`, den alljährlichen Gedenkfeiern für den bei den römischen Soldaten populären Feldherren, der im Jahr 9 v. Chr. bei einem Sturz vom Pferd tödlich verletzt worden war und dem man ein beeindruckendes Ehrenmal (`Drususstein`, später im letzten Kapitel dieser Arbeit genauer betrachtet) gesetzt hatte. Sein Eroberungswerk führten Tiberius und Germanicus7 fort8, bis die Bemühungen Germanien bis zur Elbe zu kontrollieren 17 n. Chr.

[...]


1 Gaius Iulius Caesar, (100-44v. Chr.)

2 Octavianus, (63v.Chr-14n.Chr)

3 Ich habe den Begriff `Offensive `zwar gewählt, weil er mir als passendste Beschreibung für die militärische Aktion schien, aber dennoch bin ich derselben Meinung wie Jochen Bleicken der diese Operation nicht als geplant Offensive ansieht.

4 Nero Claudius (38-9v.Chr.)

5 Tiberius Iulius Caesar Augustus (42v-37n.Chr)

6 Vgl. E.Volkmann, Grundzüge der Römischen Geschichte, Darmstadt 1982, S.84 ff

7 Gaius Julius Caesar (15v-19n.Chr), Sohn des Drusus

8 Die Bezeichnung `Eroberungswerk` beschreibt den Vorgang für das 1. Jhg. Sehr treffend, nur sollte nicht außeracht gelassen werden, das die Missionen des Drusus auch expiditions Charakter besaßen.

Details

Seiten
13
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638194655
Dateigröße
638 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v13946
Institution / Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig – Historisches Seminar
Note
2
Schlagworte
Mogontiacum Mainz Jahrhundert Proseminar Augusteische Germanienpolitik

Autor

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Titel: Mogontiacum das römische Mainz im 1. Jahrhundert