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Engagement Mapping - Performance-Steigerung von Online-Kampagnen durch die Kombination von Display- und Search Advertising

Das Zusammenspiel aus Bannerwerbung und Suchwortvermarktung im Internet

Diplomarbeit 2009 98 Seiten

Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. DAS MEDIUM INTERNET
1.1 ENTWICKLUNG UND STATUS QUO DES INTERNETS
1.1.1 Historie des Internets
1.1.2 Der „Boom-Effekt“ des Internets
1.2. AUSWIRKUNGEN AUF DAS MEDIENNUTZUNGSVERHALTEN
1.2.1 Medienzeitbudget und Nutzungsintensität
1.2.2 Lean Forward Medium
1.3 DER WERBEMARKT
1.3.1 Werbemarkt in Deutschland
1.3.2 Entwicklung des Bruttomediamix

2 DISPLAY ADVERTISING
2.1 DISPLAY MARKETING SEGMENTE
2.1.1 Banner und Affiliate Netzwerke
2.1.2 Überblick Display-Markt
2.2 KLASSISCHE WERBEFORMATE
2.2.1 Entwicklung der Werbeformate
2.2.3 Überblick der Werbeformate
2.3 INDIKATOREN DER LEISTUNGSSTÄRKE VON BANNER
2.3.1 Kennziffern und Kennzahlen
2.3.2 Bannerplatzierung -und Gestaltung

3 SEARCH ADVERTISING
3.1 SEARCH MARKETING SEGMENT
3.1.1 Historie und Status Quo
3.1.2 Formen von Suchmaschinen
3.2 DAS SPANNUNGSVERHÄLTNIS: KEYWORDSUCHE UND ANZEIGEN
3.2.1 Sponsored Links
3.2.2 Indikatoren der Leistungsstärke von Sponsored Links
3.3 SUCHVERHALTEN UND SUCHSTRATEGIEN VON NUTZERN
3.3.1 Die Suche im Internet
3.3.2 Suchphasen und Suchstrategien

4 ERFOLGSKONTROLLE IM ONLINE MARKETING
4.1 ZIELE UND FUNKTIONEN VON ERFOLGSKONTROLLEN
4.1.1. Werbeziele und Werbekontakt
4.1.2. Werbeerfolg und Wirkungsparameter
4.2 MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN VON ONLINE- WERBETRACKINGVERFAHREN
4.2.1 Der „Klick“
4.2.2 Das “Last Ad Model”

5 KOMBINATION: DISPLAY -UND SEARCH ADVERTISING
5.1 ENGAGEMENT MAPPING
5.1.1 Der digitale Sales Funnel
5.1.2 Methodik und Gewichtung
5.1.3 Grenzen von Engagement Mapping
5.2 PERFORMANCE-AUSWIRKUNGEN
5.2.1 Beziehungsstruktur zwischen Display -und Search Advertising
5.2.2 Alltel Wireless Case Study

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Entwicklung des Internets zum Massenmedium

Abbildung 2: Entwicklung der Breitband-Anschlüsse bis zum Jahr 2015

Abbildung 3: Nutzungstrends

Abbildung 4: Verortung der Medienmentalitäten in den Sinus-Milieus

Abbildung 5: Konsum, Interaktion, Prosum

Abbildung 6: Anteil aktiver ÄProsumenten―

Abbildung 7: Instrumente des Online-Marketings

Abbildung 8: OVK Werbestatistik Entwicklung nach Segmenten

Abbildung 9: Anteilsvergleich Mediennutzungsanteile und Werbemarkt

Abbildung 10: Entwicklung des Bruttomediamix im Zeitvergleich in Prozent

Abbildung 11: Das Erste Werbebanner im Internet von AT&T

Abbildung 12: Die Entwicklung ausgewählter Werbeformate

Abbildung 13: US Umsätze 2008 nach Formaten

Abbildung 14: Optimale Kontaktdosis

Abbildung 15: Entwicklung Suchwortvermarktung 2004 - 2008

Abbildung 16: Begriffsdefinition des Suchmaschinen-Marketings

Abbildung 17: Spannungsverhältnis von Keywords

Abbildung 18: Suchverhalten Bing.com - Beispiel Michael Jackson

Abbildung 19: The Golden Triangel (Bing vs. Google)

Abbildung 20: Die Phasen des AIDA-Modells

Abbildung 21: Werbewirkungsparameter

Abbildung 22: Top10 Image vs. Klickrate

Abbildung 23: Top10 Low Image vs. Klickrate

Abbildung 24: Attitudes of Marketers worldwide in 2009

Abbildung 25: Engagement Mapping Improvement over Last Ad Reporting

Abbildung 26: Cross-Site Duplication

Abbildung 27: Behavior of US Internet Users

Abbildung 28: "Last-Ad" Model vs. Engagement Mapping

Abbildung 29: Combined Impact of Search & Display Advertising

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Investition in Werbung (nominal / in Mrd. Euro / gerundet)

Tabelle 2: Universal Ad Package Spezifikationen

Tabelle 3: Klickraten nach IAB-Formaten und Ländern aufgeschlüsselt

Tabelle 4: Länge von Suchanfragen im zeitlichen Verlauf

Tabelle 5: Passive -und Aktive Events

Tabelle 6: Cooke Deletion Surveys

Tabelle 7: Prozentuale Klickverteilung von Non-Branded vs. Branded Search

Anlagenverzeichnis

Anlage 1: Beispiel Barrack Obama - Ingame Advertising

Anlage 2: Quelle für Informationen bzgl. Kaufentscheidungen

Anlage 3: TV und Internet sind unverzichtbar

Anlage 4: Medienmentalitäten

Anlage 5: Anteil der Onliner in den Medienmentalitäten

Anlage 6: Stärken und Schwächen der bedeutendsten Werbeträger

Anlage 7: Übersicht Marktteilnehmer Online Advertising

Anlage 8: Ranking der Vermarkter - Platz 1 - 20

Anlage 9: Top 10 Gesamtangebote

Anlage 10: Disziplinen des Suchmaschinen-Marketings

Anlage 11: Beziehungsgeflecht der Suchmaschinen (April 2007)

Anlage 12: Auswirkungen der Konkurrenzdichte auf Keyword-Typen

Anlage 13: Mögliche Suchstrategien in den Phasen eins Suchprozesses

Anlage 14: The Real Conversion Window

Anlage 15: The Purchase Funnel

1. Das Medium Internet

1.1 Entwicklung und Status Quo des Internets

1.1.1 Historie des Internets

Ein oft angenommener Irrglaube ist besteht darin, dass das Internet und das WWW dasselbe seien. Das Wort "Internet" besteht zum einem aus dem Teil "inter", welches aus dem lateinischen hergeleitet, die Bedeutung "zwischen" hat und zum anderen aus dem Wortteil "net", welches als Kurzform für "networking" (vernetzen) steht. Demnach bedeutet "Internet" also die Vernetzung zwischen Computernetzen. Das WWW ist somit ein funktionaler Teilbereich des Internets.[1] Die Geschichte des Internets zeigt die schrittweise Veränderung vom textbasierten Datenservice zu einer Multimedia-Netzarchitektur. Drei grundlegende Phasen kennzeichnen die Entwicklung des Internets: Die militärische Entwicklung eines Computernetzwerkes, die wissenschaftliche Weiterentwicklung und Nutzung und die kommerzialisierte Nutzung durch das World Wide Web.[2] 1969 wurde von der Advanced Research Projects Agency (ARPA) im US-Verteidigungsministerium ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen, das eine funktions- und ausfallsichere Kommunikation zu Zeiten des Kalten Krieges sicherstellen sollte. Daraus entstand das ARPA-Net,[3] das vier Knotenrechner[4] von Universitäten im Westen der USA verband und an das anfangs 40 Computer angeschlossen waren.[5] 1983 wurde zunächst, das ausschließlich zu Forschungszwecken und mit militärischem Hintergrund entwickelte Netz, auf das Kommunikationsprotokoll TCP/IP umgestellt. Damit wurde eine wesentlich Verbesserung der Datenübertragung erzielt, da es sich bei TCP/IP um ein so genanntes plattformunabhängiges und fehlertolerantes Datenübertragungsprotokoll handelt. [6] Die Voraussetzungen für die kommerzielle Nutzung des Internets wurden 1991 durch Tim Berner-Lee und seine Entwicklung der Hypertext-Markup-Language (HTML) und des Übertragungsprotokolls Hypertext-Transfer-Protocol (http) geschaffen.[7]

Hierdurch war es erstmals möglich, Dokumente auf verschiedenen Computern auszutauschen und auf jedem anderen zu lesen. [8] 1992 entstand das WWW, der heute populärste Teil des Internets. Ab 1993, mit der Entwicklung des WWW- Browsers NSCA Mosaic, verbreitete sich das Internet rasant.[9] Am 30. April 1993 gab das Europäische Labor für Teilchenphysik CERN den WWW-Standard zur kostenlosen Nutzung frei.

1.1.2 Der „Boom-Effekt“ des Internets

Kaum eine Technologie hat sich so schnell verbreitet (Abbildung 1) und wird so vielfältig eingesetzt wie das Internet. In den USA dauerte es bis zum Erreichen der 50 Mio. Nutzer-Hürde 37 Jahre beim Radio, beim Fernsehen 15 Jahre, beim Kabel 6 Jahre, beim PC 16 Jahre[10] und beim Internet lediglich 3 Jahre. Die Nutzung des Internets ist durch exponentielles Wachstum in den neunziger Jahren bis heute gekennzeichnet.[11] Zu den wichtigsten Faktoren des dynamischen Wachstums zählen die schnelle Verbreitung von PCs in Privathaushalten, die wachsende Bedienerfreundlichkeit der Computerkommunikation durch das WWW sowie die Deregulierung, Privatisierung und Liberalisierung relevanter Märkte.[12] Der Umgang mit Maus und Laptop ist für viele heute so selbstverständlich, wie einst der Umgang mit Bleistift und Papier, das Surfen auf Homepages ebenso wie das Blättern in Tageszeitungen.[13] Erst mit Beginn des dritten Jahrtausends wurde man auf Angebote aufmerksam, die andere Medien nicht boten: Online-Shopping, Online-Auktionen, erhöhte Markttransparenz durch Preisvergleiche im Netz, Kontaktbörsen etc.[14] Nach der Jahrtausendwende ließ der Boom jedoch nach, und viele Experten setzten die ÄGläserne Decke― für die Internetverbreitung in Deutschland bei rund 50 Prozent an. Aber entgegen dieser Prognose verzeichnet das Internet eine in der Geschichte der Medien beispiellose Wachstumsdynamik.[15]

Abbildung 1: Entwicklung des Internets zum Massenmedium.[16]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Internet hat sich mit fast 43 Millionen Nutzern erfolgreich als Massenmedium etabliert: 66,0 Prozent (42,84 Millionen) der deutschen Wohnbevölkerung ab 14 Jahren sind in den letzten zwölf Monaten online gegangen und 64,4 Prozent (41,75 Millionen) haben das Internet innerhalb der letzten drei Monate mindestens einmal genutzt. Diese starke Verbreitung des Online-Mediums hat dazu geführt, dass mittlerweile alle Altersklassen im Netz vertreten sind. Dabei sind die jungen Altersklassen der 14- bis 29-Jährigen nahezu vollständig im Internet präsent und bei den 30- bis 49-Jährigen liegt der Anteil der Onliner bei über vier Fünftel. Aber auch bei den sogenannten Silver-Surfern[17] erfreut sich das Internet einer zunehmenden Beliebtheit: Immerhin sind bereits vier von zehn der über 50- Jährigen im Netz anzutreffen. Entsprechend können Werbungtreibende in allen Altersklassen relevante Zielgruppenpotenziale im Netz erreichen. Mit 500 Websites fing die in der Technikgeschichte einzigartige Erfolgsstory an.[18] Während Ende 1997 gerade 100.000 .de-Domains in Deutschland verzeichnet werden konnten, waren es im Dezember 2004 bereits über 8,2 Millionen. Aktuell zählt die DENIC eG[19], unterhalb der Top Level Domain .de ca. 12,8 Mio. Domains.[20] Welche Bedeutung kommt dem Breitband-Internet in unserer Wirtschaft zu? Das Breitband-Internet ist zu einem wichtigen Bestandteil unseres täglichen Lebens und damit zu einem bedeutenden Teil unserer Wirtschaft geworden. 80 Prozent der Onliner surften 1997 per Modem und analoger Telefonleitung durch das Internet. Für den Großteil bedeutete daher das Kürzel WWW eher ÄWorld Wide Wait―, denn die Übertragungsrate lag bei meist 28,8 KB pro Sekunde[21]. Nur jeder Zehnte war analog immerhin mit bis zu 58,8 Kbps unterwegs.[22] Im Jahre 2000 gab es in Deutschland 0,2 Mio. Anschlüsse; 2006 fast 15 Mio. Zugänge. Der Anstieg bis 2010 wird mit rund 45 Prozent besonders stark sein.[23] Bis 2015 sollen über 80% der deutschen Haushalte über Breitband-Internet verfügen.[24] Andere Verbindungstechniken, andere Abrechnungsmodi. Zeit- und volumenabhängige Online-Tarife verschwinden zusehends vom Markt. Die Anbieter von Internetzugängen - die Service-Provider - stellen ihre Dienste zunehmend für eine Pauschalgebühr zur Verfügung (Flatrate). 2005 wählten 18 Prozent der Onliner diese zeit- und volumenunabhängige Abrechnungsform. Ein Jahr später surfte bereits jeder Zweite zum Festpreis.[25]

Abbildung 2: Entwicklung der Breitband-Anschlüsse bis zum Jahr 2015.[26]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Desweitern soll der Boom-Effekt des Internets an Hand von Zahlen und Fakten kurz verdeutlicht werden:

- Facebook ist die 4.größte Website der Welt[27], täglich werden weltweit mehr als 4 Mrd. Minuten darauf verbracht[28]; monatlich mehr als 850 Mio. Fotos / 10 Mio. Videos hochgeladen; wöchentlich mehr als 1 Mrd. Inhalte[29] geteilt.[30]
- 2008 wurden für Barack Obamas Präsidentschaftswahlen, mehr als 16 Mio. US-Dollar in Online Advertising ausgegeben.[31] (Anlage 1)
- In Deutschland gibt es täglich ca. 123 Mio. Suchanfragen (monatlich 3,7 Milliarden).[32]
- 85,4% aller Online-Nutzer (35,64 Mio. Online Shopper) haben innerhalb der letzten 12 Monate mindestens ein Produkt im Internet gekauft.[33]
- 47% der 14-19Jährigen sind Mitglied in einer Community[34]

1.2. Auswirkungen auf das Mediennutzungsverhalten

1.2.1 Medienzeitbudget und Nutzungsintensität

Die Medienlandschaft wird zunehmend komplexer, das Angebot an Kanälen steigt weiter an und Massenmedien werden immer häufiger durch Zielgruppenmedien ersetzt. Mittlerweile kämpfen über 170 Fernsehsender, 330 Radiosender, fast 2.000 Zeitschriften und über 400.000 Plakatanschlagstellen um die Gunst der Konsumenten.[35] Über 3.000 Werbebotschaften prasseln täglich auf den Verbraucher ein[36]; 1970 waren es noch 300 Werbekontakte pro Tag.[37] Der Medienkonsum der Internetnutzer hat sich deutlich verändert. Das Brutto- Zeitbudget für Mediennutzung zwischen 1964-2005 hat sich mehr als verdreifacht.[38] In 25 Jahren ist das Zeitbudget um 4 ¼ Stunden gestiegen (1980: 346 Minuten)[39] und die Prognose für das Jahr 2015 liegt bei 7:10 Stunden pro Person und Tag.[40] Oft wurde die Vermutung geäußert, dass das so schnell gewachsene Internet die konventionellen Massenmedien verdrängt. Hiermit wäre das bereits 1913 formulierte Riepl’sche Gesetz bestätigt, dass besagt, dass kein Instrument der Information und des Gedankenaustauschs, das einmal eingeführt wurde und sich bewährte, von anderen vollkommen ersetzt oder verdrängt wird.[41] Auf die Fragen: ÄHaben Sie in den letzten zwei Jahren Ihre Gewohnheiten geändert? Nutzen Sie das Medium heute häufiger, seltener oder genauso häufig?―, zeigt die Studie von Gruner+Jahr, eine klare Abwanderung vom Fernsehen (Anlage 2).

Abbildung 3: Nutzungstrends. [42]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Mit einem Anteil von 97,1 Prozent, das entspricht 40,54 Millionen Menschen, haben sich fast alle Internetnutzer schon einmal online über Produkte informiert. Um Kaufentscheidungen zu treffen, präferiert selbst in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen die Mehrheit das Internet gegenüber Print und TV. Der Durchschnitt über alle Altersgruppen hinweg liegt bei 63 %.[43] Dieser Umstand unterstreicht die Bedeutung des Internets als Informationsplattform in der Orientierungs- und Entscheidungsphase vor einem Kauf - egal, ob dieser letztlich online oder offline stattfindet.[44] Vor allem in den Themenbereichen Reise, Musik, Gesundheitstipps, Wirtschaftsinformationen und das Wetter greifen immer mehr Menschen zunächst zur Tastatur des Computers und sehen nach, was das Internet dazu bietet.[45] Die Bedeutung, die ein Medium in der Gesellschaft hat, lässt sich zum Teil daran erkennen, wie häufig und wie lange es genutzt wird. Unabhängig davon stellt TimeBudget[46] die Frage, für wie wichtig der Einzelne die verschiedenen Medien für seinen Alltag und sein Leben hält. Diese subjektive Wichtigkeit der einzelnen Medien bildet somit auch die emotionale Bindung an ein Medium ab. TV und Internet gelten hier als unverzichtbar (Anlage 3).[47] Durchschnittlich greift jeder Internet-Anwender in Deutschland an 4,8 Tagen pro Woche auf Online-Angebote zu. 1997 lag die Zugriffshäufigkeit noch bei 3,3 Tagen.

1.2.2 Lean Forward Medium

Die digitale Revolution hat unsere Mediengesellschaft in kürzester Zeit verändert. Der Umgang mit Medien war immer schon abhängig von den Lebensweisen und den Grundorientierungen der Rezipienten. Diese Mentalitäten, steuern das Medienverhalten - und nur zu Graden formt umgekehrt das Medium die Mentalität. Durch den soziokulturellen Wandel, Anpassungsprozesse und neue Sichtweisen auf die Welt, entstehen immer wieder neue Mentalitäten.[48]

Abbildung 4: Verortung der Medienmentalitäten in den Sinus-Milieus. [49]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Gruner & Jahr[50] haben als Ergebnis ihrer Analyse, sechs Medienmentalitäten identifiziert, die sich in ihren Einstellungen zu Medien, in ihren Interessen und Präferenzen und nicht zuletzt in ihrem tatsächlichen Medienverhalten deutlich unterscheiden. Des Weiteren wird auf das Profil der ÄDigital Natives― eingegangen, da sie mit einem Onliner-Anteil von 97% (Anlage 4 und 5), die Auswirkungen auf die junge Generation verdeutlicht.[51] Das Profil des Digital Natives[52]:

- Junge, unkonventionelle, meist männliche Early Adopters, am Bildschirm sozialisiert und in der digitalen Welt aufgewachsen.
- Experimentierfreudig, neugierig, kreativ, ich-bezogen, auf der Suche nach Selbstverwirklichung und Identität/Heimat.
- Distanzloses, von Reizhunger geprägtes Verhältnis zu Medien, Verschmelzen unmittelbarer Wirklichkeitserfahrung und medial vermittelter Inhalte.
- Intensive Mediennutzung auf allen Kanälen (Print, TV, Internet), Multimedia-Begeisterung, Networking, ausgeprägte Computer und Internet-Expertise.

Die ÄDigital Natives― werden, diejenigen genannt, die nach 1980 direkt in das digitale Zeitalter hineingeboren wurden. Sie lesen eher Blogs als Zeitung, beziehen online Musik und schreiben lieber schnell eine Instant Message, als sich kurz telefonisch für den Nachmittag zu verabreden. [53] Sie sind vernetzt, kreativ, Content[54] produzierend und konsumierend und haben Begeisterung für Multimedia. [55] Alvin Toffler[56] hat bereits in den 80 er Jahren den ÄProsumenten― vorhergesagt - die Vereinigung von Produzent und Konsument. ÄProsumenten― gehen über die normale ÄInteraktivität― der Internet-Nutzung hinaus und generieren selbst Inhalte, die von anderen genutzt werden können.[57] Im Gegensatz zur TV-Welt, die eine klare Trennung von Produzent und Konsument kennt, ist im Internet der Unterschied zwischen Produzieren und Konsumieren von Information schon von Beginn an ein gradueller gewesen.[58] Üblicherweise wird zwischen TV als Lean-Back Medium und Print sowie Internet als Lean-Forward Medium unterschieden.[59] Das klassische (audiovisuelle) Mediennutzungsverhalten ist durch eine passive und reaktive Konsumption im Lean Back-Modus geprägt.

Abbildung 5: Konsum, Interaktion, Prosum.[60]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Weiss, Julian (2003), S. 2, Das Internet und die klassischen Medien - Konvergenz-Konkurrenz oder Komplementierung? Eine medienpolitische Betrachtung.

[2] Weiss, Julian (2003), S. 7, Das Internet und die klassischen Medien - Konvergenz-Konkurrenz oder Komplementierung? Eine medienpolitische Betrachtung.

[3] Vgl. O. Verf. (URL): http://de.wikipedia.org/wiki/Internet (07.06.2009).

[4] Knoten 1: University of California, Los Angeles (UCLA), (30. August), Knoten 2: Stanford Research Institute (SRI), (1. Oktober), Knoten 3: Universtät von California, Santa Barbara (UCSB), (1. November), Knoten 4: Universität von Utah (10. Dezember).

[5] Vgl. O. Verf. (URL): http://www.daniel-von-der-helm.com/internet/zahlen-und-statistiken-des- internet.html (07.06.2009).

[6] Vgl. Wirtz / Sammerl (2003), S. 90, Innovationen in der Internet-Ökonomie - Innovationsmanagement in Medienunternehmen.

[7] Vgl. Fritz (2003): Internet Marketing und E-Commerce, S. 36

[8] Leidig, Guido; Hirschhäuser Ruht (2008), S. 16, Online-Werbung - Konzeptionelle Grundlagen für Praxis und Theorie.

[9] 9 Hartmann, Thomas (2006), S. 11, Ganzheitlich Marketingkommunikation im Internet - Der Weg zur erfolgreich Homepage.

[10] Weiss, Julian (2003), S. 38, Das Internet und die klassischen Medien - Konvergenz-Konkurrenz oder Komplementierung? Eine medienpolitische Betrachtung.

[11] Vgl. Hartmann, Thomas (2006), S. 15, Ganzheitlich Marketingkommunikation im Internet - Der Weg zur erfolgreich Homepage.

[12] Weiss, Julian (2003), S. 38, Das Internet und die klassischen Medien - Konvergenz-Konkurrenz oder Komplementierung? Eine medienpolitische Betrachtung.

[13] Projektgruppe ARD/ZDF-Multimedia 2007 (URL 1), S. 1, Internet zwischen Hype, Ernüchterung und Aufbruch 10 Jahre ARD/ZDF-Onlinestudie, URL: http://www.ard-zdf- onlinestudie.de/fileadmin/Fachtagung/ARD_ZDF_Onlinebrosch_re_040507.pdf.

[14] Projektgruppe ARD/ZDF-Multimedia 2007(URL 2), S. 3, Internet zwischen Hype, Ernüchterung und Aufbruch 10 Jahre ARD/ZDF-Onlinestudie, URL: http://www.ard-zdf- onlinestudie.de/fileadmin/Fachtagung/ARD_ZDF_Onlinebrosch_re_040507.pdf.

[15] Projektgruppe ARD/ZDF-Multimedia 2007 (URL 3), S. 2, Internet zwischen Hype, Ernüchterung und Aufbruch 10 Jahre ARD/ZDF-Onlinestudie, http://www.ard-zdf- onlinestudie.de/fileadmin/Fachtagung/ARD_ZDF_Onlinebrosch_re_040507.pdf.

[16] Hartmann, Thomas (2006), S. 15, Ganzheitlich Marketingkommunikation im Internet - Der Weg zur erfolgreich Homepage.

[17] Silversurfer ist eine Bezeichnung für ältere Internet-Nutzer ab einem Lebensalter von ca. 50 Jahren.

[18] Projektgruppe ARD/ZDF-Multimedia (2007), S. 2, Internet zwischen Hype, Ernüchterung und Aufbruch 10 Jahre ARD/ZDF-Onlinestudie, URL: http://www.ard-zdf- onlinestudie.de/fileadmin/Fachtagung/ARD_ZDF_Onlinebrosch_re_040507.pdf.

[19] die zentrale Registrierungsstelle für alle Domains.

[20] O. Verf. (URL): http://www.denic.de/de/home.html#c21 (08.06.2009).

[21] Kilo bit per second = Kbps.

[22] Projektgruppe ARD/ZDF-Multimedia (2007), S. 7, Internet zwischen Hype, Ernüchterung und Aufbruch 10 Jahre ARD/ZDF-Onlinestudie, URL: http://www.ard-zdf- onlinestudie.de/fileadmin/Fachtagung/ARD_ZDF_Onlinebrosch_re_040507.pdf

[23] Wirtz, Bernd (2008), S. 17, Deutschland Online - Unser Leben im Netz, URL: http://www.studie-deutschland-online.de/do5/sdo_2007_de.pdf.

[24] Wirtz, Bernd (2009), S. 631, Medien -und Internetmanagement.

[25] Projektgruppe ARD/ZDF-Multimedia (2007), S. 8, Internet zwischen Hype, Ernüchterung und Aufbruch 10 Jahre ARD/ZDF-Onlinestudie, URL: http://www.ard-zdf- onlinestudie.de/fileadmin/Fachtagung/ARD_ZDF_Onlinebrosch_re_040507.pdf.

[26] Wirtz, Bernd (2008), S. 5, URL: http://www.studie-deutschland-online.de/do5/sdo_2007_de.pdf.

[27] Schonfeld, Erick (2009), Techcrunch - Facebook Is Now the Fourth Largest Site In The World, URL: http://www.techcrunch.com/2009/08/04/facebook-is-now-the-fourth-largest-site-in-the- world/ (05.08.2009).

[28] O. Verf. (URL 1): http://www.facebook.com/press/info.php?statistics (08.06.2009).

[29] Inhalte: in Form von Weblinks, News, Blogeinträge, Mitteilungen, Fotos etc.

[30] O. Verf. (URL 1): http://www.facebook.com/press/info.php?statistics (08.06.2009.

[31] Kaye, Kate (2009), http://www.clickz.com/3632263 (09.06.2009).

[32] O. Verf. (URL): http://seybold.de/tagebuch/2009/01/suchmaschinen-fakten-2009/ (08.06.2009).

[33] Lustig, Silke (2009), S.15, URL: http://www.tomorrow- focus.de/Dokumente/Studien/Deutsch/AGOF_if2008-IV_TFAG_Berichtsband.pdf.

[34] Köcher, Renate (2008), Veränderungen der Informations- und Kommunikationskultur, URL: http://www.acta-online.de/ (08.06.2009).

[35] Gröppel-Klein, Andrea; Germelmann, Class Christian (2009), S. 43, Medien im Marketing - Optionen der Unternehmenskommunikation, Teil 1: Bedeutung der Medienperspektive für das Marketing (Marken in Medien und Medien als Marken).

[36] O. Verf. (2005), Innovations Report - Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft; Die Herausforderungen an die Kommunikation der Zukunft, URL: http://www.innovations- report.de/html/berichte/studien/bericht-50557.html. (10.07.2009).

[37] Dialog Solutions GmbH, Brand Science Institute (2009), Vortrag auf der Internet World Kongress in München (24.06.2009).

[38] Müller, Dieter (URL), S. 6, Mediennutzung im Wandel, URL: http://www.tdaudiopromotion.de/ media/pdf/pdf2007/Radiofacts07/1_Mediennutzung_im_Wandel.pdf.

[39] Lindner-Braun, Christa (2007), S.220, Mediennutzung - Methodologische, methodische und theoretische Grundlagen.

[40] Werner, Christian (2007), S. 9, Handbuch Medienmanagement - Geschäftsmodelle im TV, Hörfunk, Print und Internet.

[41] Vgl. O. Verf. (URL), Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, URL: http://de.wikipedia.org/wiki/ Rieplsches_Gesetz (11.06.2009).

[42] Scherf, Philipp (2008), S. 4, Innovation der Medien - Web 2.0 verwöhnte Konsumenten zwingen Medienanbieter zum Umbau ihrer Geschäftsmodelle, URL: http://www-05.ibm.com/de/ pressroom/downloads/medienstudie-2008.pdf.

[43] Scherf, Philipp (2008), S. 4, Innovation der Medien - Web 2.0 verwöhnte Konsumenten zwingen Medienanbieter zum Umbau ihrer Geschäftsmodelle, URL: http://www-05.ibm.com/de/ pressroom/downloads/medienstudie-2008.pdf.

[44] O. Verf. (2009), S. 30, OVK Online-Report 2009/01- Zahlen und Trends im Überblick; Quelle: AGOF e.V. / internet facts 2008-III /// Angaben für den deutschen Markt, URL: http://www.ovk.de/fileadmin/downloads/fachgruppen/Online-Vermarkterkreis/OVK_Online- Report/OVK_Online-Report_200901_Webversion.pdf.

[45] Vgl. O. Verf. (URL), S. 37, Langzeitstudie zur Mediennutzungsverhalten; TimeBudget 12: 1999-2005, URL: http://appz.sevenonemedia.de/download/publikationen/TimeBudget12.pdf.

[46] Seit 1999 durchgeführte Studie von SevenoneMedia, ein Tochterunternehmen der ProSiebenSat.1 Group.

[47] Vgl. O. Verf. (URL), S. 38, Langzeitstudie zur Mediennutzungsverhalten; TimeBudget 12: 1999-2005, URL: http://appz.sevenonemedia.de/download/publikationen/TimeBudget12.pdf.

[48] Vgl. O. Verf. (2007) MarkenProfile 12 , S. 28ff, URL: http://www.gujmedia.de/_components/ markenprofile/mapro12/download/datein/MaPro12-Einfuehrung.pdf.

[49] Thomas, Perry (2007): Neue Medienmentalitäten - Zwischen Virtualisierung und Bodenhaftung, URL: http://www.gujmedia.de/_components/markenprofile/mapro12/ download/files/20071102/MaPro_12_Roadshow_Sinus_Handout.pdf.

[50] Die Gruner + Jahr AG & Co KG ist Europas größtes Druck- und Verlagshaus. Menschen, Medien und Marken in Bewegung - Studie MarkenProfile12 ÄMedienmentalitäten―.

[51] Vgl. O. Verf. (2007) MarkenProfile 12 , S. 32, Basis: Gesamtbevölkerung 14 bis 64 Jahre: 49,93 Millionen Personen, URL: http://www.gujmedia.de/_components/markenprofile/mapro12/download/ datein/MaPro12-Einfuehrung.pdf.

[52] Vgl. O. Verf. (2007) MarkenProfile 12 , S. 37, Basis: Gesamtbevölkerung 14 bis 64 Jahre: 49,93 Millionen Personen, URL: http://www.gujmedia.de/_components/markenprofile/mapro12/download/ datein/MaPro12-Einfuehrung.pdf.

[53] Palfrey. John; Gasser, Urs (2008), S. 1 ff., Generation Internet - Die Digital Natives: Wie sie leben, was sie denken, wie sie arbeiten.

[54] Content = Inhalte in Form von Blogeinträge oder selbsterzeugende Artikel.

[55] Palfrey. John; Gasser, Urs (2008), S. 5, Generation Internet - Die Digital Natives: Wie sie leben, was sie denken, wie sie arbeiten.

[56] US-amerikanischer Schriftsteller und Futurologe, bekannt für seine Arbeiten zur Digitalen Revolution, der Technologischen Singularität und der Kommunikations-Revolution.

[57] Scherf, Philipp (2008), S. 8, Innovation der Medien - Web 2.0 verwöhnte Konsumenten zwingen Medienanbieter zum Umbau ihrer Geschäftsmodelle, URL: http://www-05.ibm.com/de/ pressroom/downloads/medienstudie-2008.pdf.

[58] Kaufmanns, Ralf; Neus, Andreas; Pörschmann, Frank (2006), S. 20, Konvergenz oder Divergenz? - Erwartungen und Präferenzen der Konsumenten an die Telekommunikations- und Medienangebote von morgen, URL: http://www-935.ibm.com/services/de/bcs/pdf/2006/ konvergenz_divergenz_062006.pdf.

[59] Ziems, Dirk (URL): Die Vervielfältigung der TV- Verfassungen und die geheime Reichweite, URL: http://wirkstoff.tv/fileadmin/user/daten/wirkungstag-pdf/Praesis_2009/Praesi_TVW09 _web_Dirk_Ziems.pdf.

[60] Scherf, Philipp (2008), S. 8, Innovation der Medien - Web 2.0 verwöhnte Konsumenten zwingen Medienanbieter zum Umbau ihrer Geschäftsmodelle, URL: http://www-05.ibm.com/de/ pressroom/downloads/medienstudie-2008.pdf.

Details

Seiten
98
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640525225
Dateigröße
2.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v139082
Institution / Hochschule
Hochschule Pforzheim
Note
1,0
Schlagworte
Engagement Mapping Performance-Steigerung Online-Kampagnen Kombination Display- Search Advertising Zusammenspiel Bannerwerbung Suchwortvermarktung Internet

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Titel: Engagement Mapping - Performance-Steigerung von Online-Kampagnen durch die Kombination von Display- und Search Advertising