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E-Learning im Fach BwR an der Realschule

Am ausgewählten Beispiel TomKlick.de - Buchführung-Online Lernportal

Examensarbeit 2004 76 Seiten

BWL - Didaktik, Wirtschaftspädagogik

Leseprobe

Inhalt

1 Vorwort

2 Grundlagen
2.1 Das Thema Rechnungswesen im Fach BwR
2.2 E-Learning
2.2.1 Computer-based Trainings (CBT)
2.2.2 Web-based Trainings (WBT)
2.2.3 Online-Vorlesungen und Hypertextsysteme
2.2.4 Virtuelle Seminare
2.2.5 Lernplattformen
2.2.6 Blended Learning
2.2.7 Andere Formen virtuellen Lernens

3 Didaktische und methodische Begründung des computergestützten Lernens
3.1 Medienkompetenz als Kulturfertigkeit
3.2 Lerntheoretische Konzepte und deren Relevanz für das computerunterstützte Lernen
3.2.1 Behaviorismus und programmiertes Lernen
3.2.2 Kognitivismus und Instructional Design
3.2.3 Konstruktivismus und situiertes Lernen
3.2.4 Selbstgesteuertes Lernen
3.2.5 Instruktionale Ereignisse
3.3 Computer als virtuelle Lernumgebung
3.3.1 Förderung der Motivation
3.3.1.1 Attraktivität des Lernmediums Computer
3.3.1.2 Schüleraktivität
3.3.1.3 Unmittelbare Rückmeldung
3.3.1.4 Individuelles Lernen
3.3.1.5 Realitätsnähe
3.3.2 Weitere Aspekte des Lernens in einer virtuellen Lernumgebung
3.3.2.1 Emotionen
3.3.2.2 Motivation aufrecht erhalten
3.3.2.3 Differenzierung
3.3.3 Grenzen virtueller Lernumgebungen
3.3.3.1 Technische Grenzen
3.3.3.2 Rechtliche Grenzen
3.3.3.3 Pädagogisch-didaktische Probleme
3.3.3.4 Soziales Lernen

4 Darstellung der virtuellen Lernumgebung „ TomKlick.de - Buchführung-Online Lernportal“
4.1 Grundgedanke
4.2 Inhalt
4.3 Aufbau
4.3.1 Screendesign
4.3.2 Navigation, Benutzerführung und Storytelling
4.3.3 Kommunikationstools
4.4 Interaktion und Kooperation
4.4.1 Schüler - Computer
4.4.2 Schüler - Lehrer
4.4.3 Schüler - Schüler
4.5 Gestaltung der Lern- und Übungseinheiten
4.5.1 Darstellungsform Storytelling
4.5.2 Text
4.5.3 Audio
4.5.4 Interaktion und Übungen
4.6 Praxis
4.6.1 Einsatzmöglichkeit in der Schule
4.6.1.1 Lehrplattform
4.6.1.2 Lernplattform
4.6.2 Einsatzmöglichkeit zu Hause

5 Ausblick

6 Glossar

7 Literaturverzeichnis

1. Vorwort

Es gibt eine große Anzahl an Veröffentlichungen im Bereich des Lernens mit dem Computer. Es werden viele Vorschläge gemacht, worauf bei dem Entwurf einer virtuel-len Lernumgebung zu achten ist und welche Vorteile und Gefahren in virtuellen Lern-umgebungen liegen. Tatsächlich programmierte virtuelle Lernumgebungen sind selten zu finden und diese werden den Anforderungen der Autoren meist nicht gerecht.

Mein Vorhaben ist daher, nicht nur eine weitere Abhandlung über den Einsatz des Computers im Unterricht zu schreiben, sondern selbst eine virtuelle Lernumgebung für den Rechnungswesenunterricht der siebten Klasse der Realschule zu konzipieren. Hier-bei habe ich mich intensiv mit der didaktischen Aufbereitung beschäftigt als auch ver-sucht, den Vorschlägen in der Literatur zur Konzeption einer virtuellen Lernumgebung gerecht zu werden.

Es sollen im zweiten Abschnitt kurz das Fach Rechnungswesen sowie die Lernziele der siebten Klasse vorgestellt werden. Auf eine ausführliche Erläuterung wird verzichtet, da die virtuelle Lernumgebung „TomKlick.de - Buchführung-Online Lernportal“ (www.tomklick.de) eine intensive Beschäftigung mit den Lerninhalten und deren didak-tischen Aufbereitung leistet. Der zweite Abschnitt soll ebenso einen Überblick über die Formen virtueller Lernumgebungen geben, um Klarheit in die Begriffsebene zu bringen, denn Begriffe wie E-Learning, virtuelle Lernumgebung und Blended Learning sind Modewörter und werden daher meist unklar verwendet.

Im dritten Abschnitt soll auf die didaktische und methodische Begründung computerun-terstützten Lernens eingegangen werden. Ausgehend von den gängigen lerntheoreti-schen Konzepten und dem Computer als Unterrichtsmedium, werden virtuelle Lernum-gebungen mit ihren Chancen und Grenzen genauer dargestellt.

Im vierten Abschnitt wird die virtuelle Lernumgebung „TomKlick.de - Buchführung-Online Lernportal“ vorgestellt. Dabei wird auf die zuvor dargestellten Möglichkeiten einer virtuellen Lernumgebung zurückgegriffen und es wird auch noch differenzierter auf Aspekte wie Navigation, Kommunikation und Interaktion eingegangen.

2. Grundlagen

2.1 Das Thema Rechnungswesen im Fach BwR

„Die Realschule vermittelt eine breite allgemeine und berufsvorbereitende Bildung. Die Realschule ist gekennzeichnet durch ein in sich geschlossenes Bildungsangebot, das auch berufsorientierte Fächer einschließt. Sie legt damit den Grund für eine Berufsaus-bildung und eine spätere qualifizierte Tätigkeit in einem weiten Bereich von Berufen mit vielfältigen theoretischen und praktischen Anforderungen“ (LEHRPLAN FÜR DIE SECHSSTUFIGE REALSCHULE IN BAYERN (2001), 13).

Das Fach BwR nimmt in Abhängigkeit der Wahlpflichtfächergruppe einen unterschied-lichen Stellenwert in der Stundentafel ein. Im Folgenden soll nur noch auf die Wahl-pflichtfächergruppe II eingegangen und speziell die Lernziele der siebten Jahrgangsstu-fe im Bereich Rechnungswesen herausgestellt werden.

Es werden in der siebten Klasse im Rechnungswesenunterricht wichtige Grundlagen für die Buchführung geschaffen. Als erstes wird die Prozentrechnung wiederholt und ver-tieft, da sie zur Berechnung vieler wirtschaftlicher Vorgänge benötigt wird. Die Schüler lernen das Inventar und die daraus abgeleitete Bilanz kennen, Belege, aktive und passi­ve Bestandskonten, Geschäftsfälle, Buchungssätze, Unterscheidung von Werkstoffen, Erträge und Aufwendungen sowie den Unterschied zwischen Bestands- und Erfolgskon-ten (LEHRPLAN FÜR DIE SECHSSTUFIGE REALSCHULE IN BAYERN (2001), 254). Dieses Grundwissen wird bis in die zehnte Klasse vertieft und erweitert, so dass die Schüler beim Verlassen der Realschule die Buchführung bis auf wenige Details vollständig be-herrschen und darüber hinaus auch Bilanzen auswerten und interpretieren können.

Das betriebliche Rechnungswesen ist ein wichtiges Kontroll- und Führungsinstrument für jedes Unternehmen. Es ist damit einer der zentralen Bereiche eines Unternehmens und benötigt gut ausgebildete Mitarbeiter. Speziell ausgebildete Bilanzbuchhalter sind in Anbetracht der steigenden internationalen wirtschaftlichen Verflechtungen stark nachgefragte Fachkräfte. Aber auch in anderen kaufmännischen Berufen ist das Fach Rechnungswesen ein Bestandteil der Ausbildung.

Das Fach Rechnungswesen versucht daher den Ansprüchen der Wirtschaft an die Aus-zubildenden gerecht zu werden. Dies wird auch durch den gezielten Einsatz des Compu­ters im Unterricht erreicht: „Computer als Hilfs- und Arbeitsmittel: Kenntnisse im Ein-satz der Tabellenkalkulation erweitern, einfache Rechenblätter erstellen und anwenden; Präsentationsgrafik“ (Lehrplan für die sechsstufige Realschule in Bayern (2001), 254). Weiter heißt es in der ersten Lehrplanebene: „Eine besondere Rolle spielt dabei die Be-schäftigung mit den Informations- und Kommunikationstechniken. Konkrete Erfahrun-gen mit der realen Welt u n d intensive Beschäftigung mit der virtuellen Welt der neu-en Medien ermöglichen den Schülern, die beiden ´Welten´ auseinander zu halten und die technischen Möglichkeiten sinn- und verantwortungsvoll zu nutzen“ (LEHRPLAN FÜR DIE SECHSSTUFIGE REALSCHULE IN BAYERN (2001), 14).

2.2 E-Learning

In der Literatur gibt es zahlreiche Bezeichnungen in Verbindung mit E-Learning. Für den Begriff E-Learning selbst werden ebenso unterschiedliche Definitionen angeboten oder aber gleich ganz auf eine Definition verzichtet. Andere greifen auch auf alternative Begriffe wie bspw. Online-Lernen (Klaner) oder Tele-Lernen (Schertler) zurück.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass der Begriff des E-Learnings in zwei Bedeutungen gebraucht wird: „erstens im engeren Sinne als Online-Lernen bzw. WBT mittels Inter­net, Intranet und Extranet und zweitens im weiteren Sinne unter zusätzlicher Einbezie-hung der Offline-Komponente des Combuter Based Trainings (CBT) mit CD-ROM, Simulationen und Lernprogrammen“ (SCHLOTTAU, 2004, 97). Als Definition im weite-ren Sinne bietet sich daher die folgende von Mandl & Winkler an: „Grundsätzlich ist unter E-Learning das Lernen mit Hilfe elektronischer Medien zu verstehen“ (MANDL, 2004, 17).

Die Entwicklung in der Computertechnologie und die Entwicklung von Netzen (Intranet und Internet) machten den Computer zum Mittelpunkt der Medien und somit zu einem entscheidenden Hilfsmittel für Lernprozesse. „Multimedia und Hypermedia bilden die technische Grundlage für E-Learning, außerdem werden alle netzbasierten Kommunika-tionsformen zur Unterstützung des Lernprozesses eingesetzt“ (PALA-GÜNGÖR, 2004, 105).

Im Folgenden sollen die Formen des E-Learnings genauer betrachtet und somit mehr Klarheit in die Begriffsebene gebracht werden. Die Kategorisierung orientiert sich hier-bei an den Fachbegriffen der virtuellen Lernformen. In der Literatur wird teilweise auch nach Handlungs- und Lernzielen (Baumgartner & Payr) oder dem Grad der Begleitung (Kerres, Kritzenberger) differenziert.

Auf die Kommunikationsformen wird bei der Darstellung der einzelnen Formen virtuel-len Lernens nur kurz eingegangen, da sie später explizit betrachtet werden (siehe 4.3.3 Kommunikationstools).

2.2.1 Computer-based Training (CBT)

Computer Based Trainings (CBTs) stellen reine Selbstlernprogramme dar, die sich vor allem in der betrieblichen Weiterbildung in den 80er Jahren durchsetzten (vgl. PALA-GÜNGÖR, 2004, 105). Zunächst waren diese Programme nur textbasiert, mittlerweile gibt es aber auch CBTs mit audio- und videounterstützten Animationen (ebd. 105). Das Computerprogramm übernimmt die Rolle des Lehrers, wobei CBTs somit kostengünsti-ger als die herkömmlichen Weiterbildungsangebote und vor allem ortsunabhängig ein-setzbar sind (vgl. SCHMIDT, 2004, 22). Ein weiterer Vorteil ist die sofortige Auswertung von Fragen als Rückmeldung über den Stand des Lernprozesses. Problematisch ist, dass aufgrund der Programmierung die Übungen hauptsächlich aus Multiple-Choice-Fragen oder aber aus der Antwortmöglichkeit eines Wortes bestehen (bspw. Vokabel-Trainer). Das Programm ist nur in der Lage richtig oder falsch zu unterscheiden und nicht fähig, genauer auf den Lösungsvorschlag des Schülers einzugehen. PALA-GÜNGÖR (2004) weist daher zu Recht darauf hin, dass der Einsatz von CBTs nur zum Aneignen von Faktenwissen (Hardskills) geeignet sei (vgl. PALA-GÜNGÖR, 2004, 106). Für komplexere Lerngegenstände sowie kommunikative und soziale Lernziele sind CBTs nicht geeignet. Dies liegt einerseits an dem schon erwähnten Problem der Programmierung, aber auch daran, dass weder Kommunikation zwischen den Lernenden noch zwischen dem Ler-nenden und dem Lehrer stattfindet.

2.2.2 Web-based Training (WBT)

„Unter den Web-based Trainings (WBTs) versteht man im Allgemeinen die Übertra-gung von Computer-based Trainings (CBTs) via Internet“ (SCHMIDT, 2004, 22).

Das Internet verspricht das Problem der fehlenden Kommunikations- und Kooperati-onsmöglichkeiten beim CBT zu lösen. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass die Ler-nenden - wie auch schon bei den CBTs - meist lediglich durch virtuelle Tutoren1 beglei-tet werden und der Austausch mit anderen Lernenden als Implikation daraus kaum mög-lich ist. Gründe hierfür liegen vor allem im personellen Aufwand, den die Begleitung der Lernenden in Form eines persönlichen Mail-Kontaktes und die Moderation von Diskussionsgruppen mit sich bringt. Der personelle Aufwand würde somit die ökonomi-schen Vorteile des computerunterstützten Lernens zunichte machen. Die Produktion von WBTs und CBTs ist ohnehin schon sehr teuer, so dass man auf kommunikative und kooperative Elemente in der Regel verzichtet, um die Kosten zu minimieren (vgl. zu diesem Abschnitt SCHMIDT, 2004, 22-23).

Der Hauptvorteil des WBT gegenüber dem CBT liegt in der individuellen Verfügbarkeit an jedem beliebigen Ort durch das Internet. Zusätzlich sind WBTs leichter und schneller zu aktualisieren und es kann durch Hypertext auf weiterführende Inhalte verwiesen werden (vgl. PALA-GÜNGÖR, 2004, 107).

2.2.3 Online-Vorlesungen und Hypertextsysteme

Online-Vorlesungen. Online-Vorlesungen sind mit den heutigen technischen Möglich-keiten lediglich Vorlesungen, die online übertragen werden (meist in Form einer Vi-deokonferenz). Das Computersystem dient hier also nur als Transportmittel, wobei der technische Aufwand für einen störungsfreien Ablauf sehr hoch ist (SCHMIDT, 2004; KRITZENBERGER, 2005).

[...]


1 Einige WBTs verwenden auch intelligente tutorielle Systeme (ITS): Diese gewährlei-sten eine höhere Flexibilität, Adaptivität und höheres Interaktionspotenzial gegenüber nicht-intelligenten tutoriellen Systemen.

Details

Seiten
76
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783640466900
ISBN (Buch)
9783640466801
Dateigröße
3.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v138930
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1
Schlagworte
Rechnungswesen Realschule Bayern BwR Staatsexamen Wirtschaftswissenschaften Online Zulassungsarbeit Hausarbeit

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