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Drei methodische Zugänge zu Gen 11,1-9 (Turmbau zu Babel)

Hausarbeit 2007 10 Seiten

Theologie - Biblische Theologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Annäherung von jungen Erwachsenen an Gen 11,1-9

3. Annäherung von Grundschulkindern an Gen 11,1-9

4. Annäherung von Schülern der Sekundarstufe I an Gen 11,1-9

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis:

1. Einleitung

Auf den folgenden Seiten möchte ich zunächst ausführlich darstellen, welche Methode die Vorbereitungsgruppe der ersten Phase für den Blocktag gewählt hat, um den Studierenden einen ersten Einstieg in die biblische Geschichte über den Turmbau zu Babel zu ermöglichen. Im Anschluss daran werden zwei Darstellungen und anschließende Beurteilungen von didaktischen Zugängen zu dieser Thematik aus der aktuellen Literatur folgen. Somit dient diese Zusammenschrift zur Darstellung verschiedener Methoden zur Annäherungen an die Textstelle Gen 11,1-9 und in diesem Zusammenhang den eigenständigen Zugängen für Grundschulkinder, Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und Studierenden.

2. Annäherung von jungen Erwachsenen an Gen 11,1-9

Nach dem Schema der interaktionalen Bibelarbeit wurde der Blocktag in drei Phase eingeteilt: Einstieg, selbstständige Auseinandersetzung mit dem Thema und Vertiefung bzw. Ergebnissicherung. Demnach entstanden auch drei verschiedene Vorbereitungsgruppen, wobei ich in dieser Darstellung nur von der Vorbereitung und Durchführung der ersten Gruppe, welche den Einstieg in die Thematik ermöglichen sollte, berichten werde.

Um den Einstieg für die Studierenden so Themenbezogen wie möglich zu gestalten, beschlossen wir eine kleine „Bastelstunde“ zu veranstalten, bei der die Teilnehmer den Turm zu Babel selbstständig nachbauen sollten.

Da die Geschichte des Turmbaues mitunter den meisten – wenn nicht sogar allen – teilnehmenden Religionsstudierenden bekannt war, wollten wir den Einstieg nicht mit Wiederholung von bekannten Worten starten lassen, sondern die Studierenden auf eigene Erfahrungssuche schicken.

Ein einfaches Zusammenbasteln von turmähnlichen Konstrukten würde aber für Lernende in diesem Alter mit wenig Sinn verbunden sein, außer vielleicht das man sich kreativ betätigen würde. Aus diesem Grund beschlossen wir das ganze Vorhaben etwas anspruchsvoller zu gestalten. Die Studierenden sollten sich nach der Einstiegsphase nicht nur in der Lage sein, zu verstehen wie es ist zusammen mit vielen Menschen einen Turm zu bauen, sondern auch die Erfahrung gemacht haben, wie schwer es sein kann sein eigenes Ziel gegenüber Anderen durchzusetzen.

So baten wir die Studierenden sich an Gruppentischen von vier bis sechs Personen zusammenzufinden und mit den dargebotenen Materialien anzufangen einen Turm zu bauen – allerdings ohne ein Wort dabei zu sprechen. Dies allein kann schon sehr zu Schwierigkeiten bei der Koordination des Turmbaues führen, doch genügte uns das nicht für eine Gruppe von jungen Erwachsenen. Wir verteilten an die Gruppenmitglieder jeweils Zettel auf denen ein Ziel geschrieben stand, welches sie in ihrer Gruppe durchsetzen sollten – egal mit welchen Mitteln. Die Anweisungen waren widersprüchlich und während eine Person das Ziel zu verfolgen hatte, den Turm möglichst hoch zu bauen, sollte eine andere Person darauf achten, dass sie den Turm so niedrig wie möglich hält. Zwei weitere Personen bekamen jeweils die Anweisung den Turm möglichst breit oder schmal zu bauen. Und letztendlich durften sich bei den Gruppen mit sechs Mitgliedern oder mehr sich zwei darüber „freuen“ das Ziel verfolgen zu dürfen, den Turm entweder blau oder rot zu gestalten.

Um es kurz zu fassen: An jedem Gruppentisch besaßen nun vier bis sechs Personen jeweils unterschiedliche Anweisungen, welche sie ohne miteinander zu reden – oder sich schriftlich mitzuteilen – durchsetzen sollten.

Als Resultat des Ganzen ist nun ein Chaos und ein heilenloses Durcheinander zu vermuten, doch erstaunlicherweise verhielten sich die Gruppentische sehr unterschiedlich. Während sich an einigen Tische jeweils eins der gegensätzlichen Ziele durchsetzte, d.h. ein Turm wurde extrem hoch und schmal gebaut und ein Anderer zum Beispiel war komplett mit blauer Farbe angemalt – keine Chance für die Farbe rot.

Dagegen konnten sich die Studierenden an zwei Tische gar nicht einigen. Die Materialien wurden einander aus den Händen gerissen und der Turm immer wieder eingerissen und neu gebaut – solange bis einige der Mitglieder dieser Baugruppen keine Lust mehr hatten und voller Frust den Bau des Turmes aufgaben. Langsam wurde den Studierenden klar, warum die Menschen damals nach der Sprachverwirrung den Turmbau aufgaben und nicht gemeinsam fortführten. Ein Gedanken der uns heutzutage vielleicht banal erscheint, da wir uns nahezu in jedem Land auf dieser Welt mit Hilfe von internationalen Sprachen verständigen können. Kaum einer kann es sich vorstellen, dass in der heutigen modernen Welt ein Hochhaus nicht gebaut werden könnte, nur weil sich vielleicht im Architektenbüro Menschen aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Muttersprachen befinden. Eine Problematik der Sprachverwirrung die für uns heutzutage also schwer zu verstehen ist. Genau aus diesem Grund entschieden wir uns für diese Methode der Annäherung an die biblische Geschichte für die Studierenden. Ohne die Möglichkeit zu besitzen sich zu verständigen und mit unterschiedlichen – ja sogar gegensätzlichen – Zielen, sollten sie einen Turm bauen und sind – wie erwartet – an dieser Aufgabe gescheitert.

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Details

Seiten
10
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640477531
ISBN (Buch)
9783640477760
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v138398
Institution / Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,3
Schlagworte
Drei Zugänge Babel)

Autor

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Titel: Drei methodische Zugänge zu Gen 11,1-9 (Turmbau zu Babel)