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Methoden der systemischen Beratung im Überblick

Hausarbeit 2008 15 Seiten

Soziologie - Methodologie und Methoden

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Was ist Systemische Beratung?

3 Grundhaltung/ Prinzipien

4 Methoden
4.1 Die Wunderfrage
4.2 Die Operationalisierungsfrage
4.3 Die Lösungsfrage
4.4 Die Skalierungsfrage
4.5 Reframing
4.6 Positive Konnotation
4.7 Zirkuläres Fragen
4.8 Metaphernarbeit
4.9 Verwendung von Konjunktiven
4.10 Soziogramm
4.11 Reflecting Team

5 Anwendung Arbeitsgebiete

6 Praktische Übung: Sozialraumanalyse

7 Quellenangaben

1 Vorwort

Im Rahmen dieser Ausarbeitung zum Thema der systemischen Beratung möchte ich klären, was konkret diese ist und nach welchen Grundsätzen und Prinzipien sie „funktioniert“. Danach werde ich ausführlicher die Methoden dieses Beratungsansatzes erläutern und im Anschluss die praktische Umsetzung dieser anhand meiner Erfahrungen.

Darauf folgend habe ich die Bereiche, in denen die systemische Beratung zum Einsatz kommt zur Übersicht aufgelistet.

2 Was ist Systemische Beratung?

Schon in der Kindheit lernen wir, Probleme zur komplexeren Handhabung in ihre Einzelheiten zu differenzieren und zu analysieren. Dadurch kann der Blick für „das Ganze“ verloren gehen bzw. rückt nur das Symptom in den Vordergrund. Die Systemische Beratung hingegen soll auf der Basis eines ganzheitlichen und systemischen Denkens die Ressourcen und Kompetenzen des Klienten stärken.

Sie meint eine zeitlich begrenzte Beratung und Impulsgebung zur präventiven und lösungsorientierten Bewältigung von Krisen .Auf Grund dessen wird sie auch häufig lösungs- oder ressourcenorientierte Beratung genannt. Die systemische Beschreibung der Wirklichkeit zeigt Kreisläufe von Wirkungen auf. Hierdurch wird die Bedingtheit aller separater beschreibbarer Faktoren deutlich gemacht und sich von dem einfachen Ursache- Wirkung- Zusammenhang distanziert.

3 Grundhaltung/ Prinzipien

Die Systemische Beratung basiert auf dem ganzheitlichen und systemischen Denken. Diese Betrachtungsweise soll der Gefahr entgegenwirken, sich in Einzelheiten zu verlieren. Verhaltensweisen, Ressourcen und Symptomen soll wertschätzend begegnet werden. Mit einer Haltung des Respekts und der Unvoreingenommenheit soll das Augenmerk auf der sozialen Vernetzung des Menschen liegen.

Grundlage ist die Zusammenarbeit zwischen Hilfesuchendem und Helfer, wobei zentrales Arbeitsmittel der öffnende Dialog ist (vgl. Rotth/DGSF 2001). Die systemische Beratung fokussiert stark auf Zukunftsentwürfe und Entwicklungs- beziehungsweise Wachstumsmöglichkeiten.

Der Berater sollte mit der professionellen Bewusstsein in das Gespräch gehen, dass kleine Änderungen zu großen führen und die Ausnahmen im Verhalten des Klienten auf die Lösungen verweisen.

4 Methoden

Die erste Aufgabe des Beraters ist es, mit einer möglichst präzisen Auftragsklärung herauszufinden, was der Klient (erreichen) möchte. Danach beginnt die Suche nach den Techniken, die „funktionieren“.

„Für den Berater bedeutet dies, das er im Kontakt mit dem Klientensystem gewissermaßen verschiedene „Versuchsballons“ steigen lassen muss und beobachten kann, auf welche von ihm gegeben „Inputs“ das System funktioniert.“(Barthelmess 2001, S.30)

4.1 Die Wunderfrage

Mit der Wunderfrage versucht der Berater mittels einer positiven Zukunftsphantasie dem Sollzustand auf die Spur zu kommen. Durch das Erleben des Zielzustandes fällt den Befragten die tatsächliche Einleitung von realen Veränderungsabschnitten leichter, es können potentielle Lösungen erhoben werden. Die Wunderfrage sollte langsam und sehr sorgfältig durchgegangen, die Fragen sehr ausführlich, differenziert und detailliert beantwortet werden.

Die Wunderfrage kann wie folgt präzisiert werden:

- Was genau, also welche Gedanken und Gefühle wären anders?
- Was würden Sie tun, wenn dieses Wunder eintritt? Würden Sie sich anders verhalten? Und wenn ja, wie?
- Wenn sie den Blick auf ihr Umfeld richten: Wer würde bemerken, dass dieses Wunder geschehen ist?
- Hatten Sie in letzter Zeit schon mal dass Gefühl, als wäre ein Bisschen dieses Wunders wahr geworden?
- Was können Sie jetzt tun, dass ein Stück dieses Wunders jetzt schon eintritt?
- Angenommen, wir hätten unsere Gespräche erfolgreichabgeschlossen. Und nun, wenige Monate später, erzählen Sie mir, wie sich mittlerweile einiges positiv entwickelt hat. Was könnte das beispielsweise sein?

4.2 Die Operationalisierungsfrage

Ziel dieser Frage ist es, den Auftrag des Klienten so genau wie möglich zu erheben.

Die Operationalisierungsfrage kann wie folgt präzisiert werden:

- Was werden sie ersatzweise/statt dessen machen?
- Und wie würden Sie dies machen?
- Wie ganz genau?

4.3 Die Lösungsfrage

Sie macht Informationen zugänglich, die nötig sind, um aus der Fessel des konstruierten Problemsystems zu gelangen.

Die Lösungsfrage kann wie folgt präzisiert werden:

- Wenn sie jemanden weises Treffen würden, der eine Lösung für Ihr Problem kennt: Was würde er Ihnen sagen?

4.4 Die Skalierungsfrage

Die Skalierungsfrage kann dabei behilflich sein, schwer fassbare intuitive Wahrnehmungen über vorrausgegangene Erfahrungen sowie Einschätzungen ihrer zukünftigen Möglichkeiten zu äußern.

Das stellt für den Befragten eine enorme geistige Herausforderung darstellen.

Er muss die gesamte gegenwärtige Lebenslage auf eine Zahl kürzen.

Der Klient muss in sich gehen, reflektieren und bewertet nach einem subjektiven Gefühl.

Im Rahmen einer Skala von 0 bis 10 (wobei 0 schlecht und 10 sehr gut darstellt) soll der Befragte sich und/oder sein Thema positionieren. Eine derartige Skala bietet genügend Differenzierungsmöglichkeiten, ist gleichzeitig nicht zu schwer fassbar und lässt nicht an die oft negativ besetzten Schulnoten erinnern.

Häufig wird die Gefühlsbewertung erst durch die jeweilige Beurteilung transparent. Die geschaffene Transparenz regt aber synchron auch Klärungsprozesse an.

Wichtig ist jetzt, dass der Beratende keine Diskussion über die Korrektheit der Einschätzung, sondern die Wurzel der (subjektiven) Einschätzung partnerschaftlich aufschlüsselt. Es gilt: Der zu beratende ist der Fachmann!

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Details

Seiten
15
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640467907
ISBN (Buch)
9783640467990
Dateigröße
384 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v138227
Institution / Hochschule
Technische Hochschule Köln, ehem. Fachhochschule Köln
Note
1.2
Schlagworte
Methoden Beratung

Autor

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