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Schulangst an berufsbildenden Schulen - Ursachen und Folgen

Examensarbeit 2002 104 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Institution Schule
2.1 Die Grundfunktion der Institution Schule
2.2 Die kollektiven Ziele der Schule
2.3 Die Lernumwelt

3 Definitionen von Angst
3.1 Definition der ‚Angst’
3.1.1 Die dispositionelle Angst
3.2 Definition der ‚Schulangst’
3.3 Definition der ‚Schulphobie’
3.4 Die soziale Angst

4 Der Aspekt der Geschlechterrolle

5 Formen der Schulphobie und mögliche Verhaltensweisen
5.1 Die Trennungsangst
5.2 Verhaltensweisen phobischer Schüler
5.3 Die Identitätsangst
5.3.1 Definition der Identität
5.3.2 Die Identitätsbildung
5.3.3 Die Fähigkeiten zur Identitätsbildung
5.3.4 Die Konflikte während der Identitätsbildung
5.4 Die unterschiedlichen Verhaltensweisen der ängstlichen Schüler
5.4.1 Die ‚umweltverändernde’ Angstabwehr
5.4.2 Die ‚verdeckte’ Angstabwehr
5.5 Reduktionsmöglichkeiten bei Schulphobien

6 Allgemeine Erscheinungsformen der Schulangst

7 Erscheinungen der Schulangst
7.1 Das Leistungsprinzip
7.2 Die Definition der Leistungsangst
7.2.1 Die Ursachen der Leistungsangst
7.2.1.1 Der objektive Standart
7.2.1.2 Der subjektive Standart
7.3 Die einzelnen Komponenten der Leistungsangstentstehung
7.4 Die Verhaltensweisen der prüfungsängstlichen Schüler
7.5 Die Beziehung der Angst und Leistung
7.6 Reduktionsmöglichkeiten bei einer Leistungsangst
7.6.1 Reduktionsmöglichkeiten durch den Lehrer
7.6.2 Reduktionsmöglichkeiten durch das Elternhaus

8 Soziale Angstfaktoren
8.1 Die Angst vor dem Elternhaus
8.1.1 Das Fehlverhalten des Elternhauses
8.1.2 Reduktionsmöglichkeiten bei einer Angst vor Eltern
8.2 Die Schüler-Lehrer-Beziehung
8.2.1 Das Macht-Abhängigkeits-Verhältnis
8.3 Die Angst vor Lehrern
8.3.1 Die Verhaltensweisen der ängstlichen Schüler
8.3.2 Reduktionsmöglichkeiten bei einer Angst vor Lehrern
8.4 Die Angst vor Mitschülern
8.4.1 Die Beziehungen zu Mitschülern
8.4.2 Die Klasse als Bezugsgruppe
8.4.3 Ursachen der Angst vor Mitschülern
8.4.4 Die Verhaltensweisen der ängstlichen Schüler
8.4.5 Reduktionsmöglichkeit bei einer Angst vor Mitschülern
8.4.5.1 Das Komplimentenspiel
8.4.5.2 Das Spiel der Geheimnisse

9 Das Schulvermeiden
9.1 Möglichkeiten des Schulvermeidens
9.2 Reduktionsmöglichkeiten des Schulvermeidens

10 Die explorative Studie
10.1 Ziele und Methodik der Befragung
10.2 Die Ergebnisse der Befragung
10.3 Auseinandersetzung mit dem Fragebogen

11 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Internetadressen

Anhang 1: Fragebogen zur explorativen Studie

Anhang 2: Fragebogen für Eltern

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - Beziehungen und Strukturen der verschiedenen Angstformen

Abbildung 2 - Bezugsrahmen für Schule und Unterricht

Abbildung 3 - Analyserichtungen in der Lernumweltforschung

Abbildung 4 - Unterscheidungsmerkmale der Schulphobie und Schulangst

Abbildung 5 - Mögliche Ängste von Schülern

Abbildung 6 - Die Standarte der Prüfungsangst

Abbildung 7 - Die theoretischen Wege zum Ziel ‚Abbau von Prüfungsangst’

Abbildung 8 - Kreislauf bei der Angst vor dem Elternhaus

Abbildung 9 - Der Zusammenhang von Lehrererwartung und Schülerverhalten

Tabelle 1 – Zuordnung der befragten Schüler auf die Schulen

Abbildung 10 – Gründe einer Schulunlust

Tabelle 2 – Geschlechterspezifische Gründe einer Schulunlust

Abbildung 11 – Zusammenhang von Prüfungshäufigkeiten und vorhandenen ‚Black-Outs’

Tabelle 3- Geschlechterspezifische Zusammenhänge von zu vielen Prüfungen und vorhandenen ‚Black-Outs’

Abbildung 12 – Beanspruchung beim Verfolgen eines Unterrichtsablaufes

Abbildung 13 – Bewertungen einer Zensurenvergabe

Tabelle 4 - Geschlechterspezifische Einschätzungen eines Leistungsdrucks

Tabelle 5 – Die Erwartungshaltungen und Hilfestellungen der Eltern

Tabelle 6 - Kopplung der Erwartungshaltung und Unterstützung des Elternhauses

Abbildung 14 – Sanktionshäufikeiten des Elternhauses bei schlechten Noten

Tabelle 7 - Geschlechterspezifisches Empfinden einer Bloßstellung durch Lehrkörper

Tabelle 8 – Geschlechterspezifische Beziehungen zu Mitschülern

Tabelle 9 – Häufigkeiten einer Schulangst

Abbildung 15 – Gründe einer Schulangst

Tabelle 10 – Geschlechterspezifische Gründe einer Bedrohung an den Schulen

Tabelle 11 – Häufigkeiten des Schulvermeidens an den Schulen

1 Einleitung

Die Schule als Institution ist als Feld sozialer Lernprozesse und als berufliche Zukunftsorientierung anzusehen. Der Umgang mit dieser Sozialisationsinstanz steht in der Bundesrepublik Deutschland, aufgrund der gesetzlichen Schulpflicht, mindestens neun Jahre im Mittelpunkt eines jeden Lebens und ihre Teilbereiche gilt es für die Schüler(*) zu bewältigen. Die positiven Konsequenzen dieser Einrichtung beziehen die Bewältigung langfristig angestrebter Ziele und das Kennenlernen eigener Interessen in sich ein.

Schule heißt jedoch nicht nur lernen, sondern auch, sich in Gruppen einzufügen und mit Mitmenschen zu agieren. Dieser Blickwinkel kann sowohl positive als auch negative Erfahrungen, mit entsprechenden Folgen, hervorrufen. Gerade mit den Worten ‚Schule’ und ‚Leistung’ assoziieren junge Leute negative Faktoren wie Anspannung und Stress. Doch neben den körperlichen und physischen Anforderungen während eines Schulalltags kommen psychische Belastungen hinzu, welche zusätzlich von den Lernenden bewältigt werden müssen. In der vorliegenden Arbeit wird ergründet, inwieweit schulische und außerschulische Faktoren negative Konsequenzen bei den Schülern hervorrufen können.

In Kapitel 1 soll als Einstieg die Funktionen der Schule und ihre Aspekte für die Lernenden erläutert werden, um aufzuzeigen, welche Aufgaben, Leistungen, Erwartungen und Belastungen ein Schüler wahrnimmt und verdeutlicht zudem die Vielzahl der Überforderungsmöglichkeiten.

Im Gegensatz zur Lernumwelt eines Schülers, stehen seine subjektiven Emotionen, als private Persönlichkeit, gegenüber. Bei einem überforderten Lernenden können beispielsweise negative Aspekte auftreten, wenn er den von ihm verlangten Leistungen und Anforderungen nicht fähig ist, standzuhalten. „Die Leistungserbringung in der Schule ist häufig dann mit negativen emotionalen Zuständen verknüpft, wenn individuelle Kompetenzen [...] den Leistungsstandards nicht genügen.“[1] Diese negativen Erscheinungen lassen sich in die Formen der ‚ Schulangst ’ und ‚ Schulphobie ’ unterscheiden. Sowohl ihre Definitionen, ihre Abgrenzungen voneinander, als auch die Antwort der Frage „Was ist überhaupt Angst?“, sind in dem Kapitel 3 zu finden.

Annähernd jedes zehnte Schulkind leidet mittlerweile unter einer dieser Angststörungen, daher erfordert die deutliche Trennung von Schulphobien und Schulängsten demnach auch ihre Gliederung in dieser Arbeit. Abschnitt 5 schildert die Ursachen, Verhaltensweisen und Reduktionsmöglichkeiten einer Schulphobie, ohne dabei näher auf die Bereiche der Schulangst einzugehen. Ihre Aspekte sind daher in den anschließenden Kapiteln 6 und 7 zu finden.

Innerhalb dieser Ausarbeitung sollen ebenso die verschiedenen Angsterscheinungen, ihre Ursachen und Reduktionsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Einige der Verhaltensmuster von betroffenen Lernenden treten offensichtlich auf, aber andere sitzen tief in der Psyche versteckt und sind auf dem ersten Blick gar nicht als solche erkennbar. Sie verursachen nämlich Symptome, welche zu Beginn nicht mit einer Angstform in Verbindung gebracht werden. Vor allem der Zusammenhang zwischen einer ‚Ich-Bedrohung’ (Angst) und einer Aggressivität lässt sich ohne intensive Bemühungen nur sehr schlecht herstellen. Allerdings ist beobachtbar, dass aggressive Kinder oft auch ängstliche Kinder sind. Wobei diese Aussage nicht bedeuten soll, dass stille Kinder immer problemlos und angstfrei sind und aggressives Potential immer mit einer Angst oder einer Phobie zu entschuldigen ist. Schier endlos können die Missverständnisse zwischen den Schülern, ihren Eltern und den Pädagogen(**) sein, wenn die Verhaltensweisen einer Angst nicht als solche erkannt werden. Daher wird im Kapitel 5.4 sowohl auf die aggressiven, als auch stillen Schüler eingegangen, um die Beziehung zu einer Angstform aufzeigen zu können.

Das Problem bei den Formen der Schulangst oder der Schulphobie ist, dass sie sich ebenfalls negativ auf den Lernerfolg und das soziale Erscheinungsbild der Schüler auswirken. Zudem korreliert die Reihe der Angstsituationen meist miteinander. Kinder mit Ängsten geraten daher, durch fehlerhaft verlaufene Lern- und Entwicklungsprozesse, in einen Teufelskreis, welcher ihre weiteres Heranwachsen behindert und den Lebensweg bedroht. „Im Schulsystem unserer Tage werden Massenlernprozesse so organisiert, dass Erreichen oder Verfehlen von Lernzielen als Leistung bzw. als Versagen definiert [...] werden.“[2] Für immer mehr Kinder wird die Schule zu einem starken Stressfaktor, welcher das Lern- und Leistungsvermögen beeinträchtigt, gesundheitliche Folgen verursacht und Depressionen erzeugt. Inwiefern die Leistungserbringung mit einer vorhandenen Angst in einen Zusammenhang gebracht werden kann, beschreibt der genaue Aspekt einer ‚Leistungsangst’ in dem Kapitel 7.

Für eine ‚Ich-Bedrohung’ ist jedoch nicht nur die Schule ausschlaggebend, da das Leben eines jeden Kindes ebenso durch die drei Faktoren Familie, Schule und Gleichaltrigengruppe geprägt wird. Diese drei Faktoren korrelieren ständig miteinander. Wenn ein Kind beispielsweise unter der Trennung oder Erziehung seiner Eltern leidet, wirkt sich dies auf sein Verhalten innerhalb der schulischen Lernumwelt aus. Die Reaktionen des Elternhauses dienen als Verstärker negativer Einflüsse aus der Schule oder schwächen sie ab. Die Gleichaltrigengruppe fängt ein Kind entweder auf oder macht es zum Außenseiter. Die Pädagogen können bei Problemen hilfreich eingreifen, sie aber auch ignorieren. Die Ursachen von Verhaltensauffälligkeiten können in jedem der drei Faktoren liegen und ihre Weichen dafür frühzeitig gestellt sein. Daher geht das Kapitel 8 auf die unterschiedlichen sozial geprägten Angstfaktoren ein.

Die Ausmaße einer ‚Ich-Bedrohung’ bei Schülern nimmt demnach unter den verschiedenen Aspekten mehrere Formen an, so dass unterschiedliche Verhaltensweisen praktiziert werden, um mit ihr im täglichen Leben umzugehen. Das Schulvermeiden ist eine Flucht, um den ausschlaggebenden Faktoren aus dem Weg zu gehen und lässt sich sowohl bei schulphobischen, als auch bei schulängstlichen Lernenden in jüngster Zeit vermehrt beobachten. Daher wird diese Taktik speziell in dem Kapitel 9 aufgegriffen und näher erläutert.

Wie der umfangreiche Komplex der unterschiedlichen Angstformen und ihre wechselseitigen Bedingungen in einen Kontext gebracht werden kann, soll folgendes Schaubildes verdeutlichen:

Abbildung 1 - Beziehungen und Strukturen der verschiedenen Angstformen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

* Quelle: eigene Darstellung

Nach dem theoretischen Teil dieser Ausarbeitung folgt abschließend eine explorative Studie, welche in zwei berufsbildenden Schulen Niedersachsens durchgeführt wurde. Durch sie soll betrachtet werden, ob die ausgewählte Anzahl der Schüler unter den beschriebenen Angstformen leidet und gesetz diesen Falles wie sie damit umgeht. Dieser realistische und gegenwärtige Bezug soll einen kleinen Einblick in die aktuelle Angstproblematik des aktuellen Schulalltags gewähren.

Ziel dieser Arbeit soll es zum einen sein, die verschiedenartigen Strukturen sowohl einer Angst als auch einer Phobie innerhalb des Schulalltages aufzuzeigen und Möglichkeiten ihrer Reduzierung vorzustellen, um einen Schritt zur angstfreien Schulbewältigung beizutragen. Zum anderen werden anhand der explorativen Studie die theoretischen Zusammenhänge überprüft.

2 Die Institution Schule

Es sollte sich bewusst gemacht werden, dass die Institution Schule von vielen verschiedenen Blickwinkeln aus zu sehen ist, in welcher verschiedene Persönlichkeiten, unter vorherrschenden Regeln und Pflichten, miteinander agieren. Dabei müssen sich subjektive Probleme den objektiven Regeln gegebenenfalls unterordnen.[3] Hierbei ist es dem Zufall überlassen, an welchen Lehrkörper der Schüler gerät und wie viel Subjektivität dieser dem einzelnen Lernenden überlässt. Das Zusammenspiel zwischen der Institution, ihrer Ziele und den differenzierten Sichtweisen soll in diesem Kapitel genauer betrachtet werden.

2.1 Die Grundfunktion der Institution Schule

Die Grundfunktion der Institution Schule wird in der Literatur dargestellt als ‚ Verbindung zwischen Familie und Gesellschaft ’ oder auch als ‚ Qualifikationsort der Arbeitskraf t’ und lässt sich auf die ‚ berufliche Qualifizierung des einzelnen in Verbindung mit der Übernahme gesellschaftlich notwendiger Fähigkeiten[4] zurückführen. Zusätzliche Aufgaben der beruflichen Bildung sind die Erziehung, sowie die Unterstützung der Prozesse einer Vergesellschaftung und sozialen Integration und impliziert hierbei einen Bildungsauftrag.[5] Sie soll den Jugendlichen demnach eine vorbereitende Hilfestellung bieten, dass sie sich in der Welt der Erwachsenen zurechtfinden, sich orientieren sowie eingliedern können. Ebenso gilt als Zielsetzung die Subjektivität und Persönlichkeitsentwicklung.

2.2 Die kollektiven Ziele der Schule

Das kollektive Ziel der Bildungsanstalt sollte primär sowohl auf das Erreichen von schulischen und beruflichen Qualifikationen, als auch einer Disziplinierung ausgerichtet sein, welches auf der Grundlage von zu erbringenden Leistungen beurteilt wird. Anhand dieser Beurteilung definiert sich erst die Schullaufbahn der Lernenden und schlussfolgernd daraus ihr späteres Berufsleben. In der berufsbildenden Schule entscheiden dann die erbrachten Leistungen, nach der abgeschlossenen Ausbildung, über die Qualifikation der Arbeitsstelle.

Schule bedeutet also gerade für die Kinder und Jugendlichen einen großen Bestandteil für ihre Arbeits- und Lebenswelt und stellt gleichzeitig eine soziale Tatsache mit entscheidenden Konsequenzen und verschiedenen Belastungen dar.[6]

Die Beziehungen der zentralen Schulziele lassen sich anhand des folgenden Schaubildes verdeutlichen:

Abbildung 2 - Bezugsrahmen für Schule und Unterricht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

* Quelle: Ulich, Klaus: Einführung in die Sozialpsychologie der Schule. Weinheim und Basel 2001, S. 36

Dieses vereinfachte Schema zeigt die hierarchisch untergliederten Strukturdimensionen, sowie die innerschulischen Prozesse, welche unter dem Begriff ‚Prozessdimensionen’ zusammengefasst werden. Durch die offene Darstellung, das heißt ohne eine graphische Abgrenzung zwischen den Struktur- und Prozessdimensionen, soll deutlich gemacht werden, dass alle Strukturdimensionen die Gesamtheit der innerschulischen Prozesse beeinflusst und umgekehrt.[7] In dieser Abbildung lässt sich die gegenseitigen Auswirkungen der schulischen und sozialen Aspekte erkennen, die ineinander fließend übergehen.

Die Lernenden bezeichnen den Komplex der Institution Schule als ihre ‚ Lernumwelt ’.

2.3 Die Lernumwelt

Die Lernumwelt in der Institution Schule kann als weiter Begriff für lernrelevante Umgebungsmerkmale aufgefasst werden und bezeichnet die ‚ Gesamtheit der Schule aus der Wahrnehmung der Schüler ’.[8]

Zu diesem Komplex gehören Aspekte wie die Schülerzahl, die Klassenraumgrößen, die Kommunikationsformen, aber auch unbewusste Konflikte oder Leistungsmotivationen. Dies sind die sämtlichen Erscheinungsmerkmale, welche ein Lernender im Bezugsfeld der Schule aufnehmen kann. Die Lernumweltforschung beschäftigt sich mit der Auswirkung dieser ‚subjektiven Lernumwelt’ auf die Entwicklung und den daraus resultierenden Leistungen der Schüler. Hierbei ist vor allem das Zusammenspiel der Schülereingangsmerkmale, den Lernerfolgen und der Lernumwelt genauer zu betrachten. Ihre Beziehung zueinander soll im folgendem Schaubild dargestellt werden:

Abbildung 3 - Analyserichtungen in der Lernumweltforschung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

* Quelle: Dr. Lange, Bernward u.a.: Schulangst und Schulverdrossenheit. Eine Längsschnittanalyse von schulischen Sozialisationseffekten. Aachen 1983, S. 12

Die schulische Umwelt ist aus Sicht der Schüler als eine überdauernde Anforderung anzusehen. Sie entwickeln ihr gegenüber spezifische Einstellungen, um mit den, an sie gestellten, Ansprüchen umgehen zu können. Zum einen wird von ihnen gefordert, in einer Umwelt gewisse Leistungen zu erbringen und zum anderen sich sozial einzugliedern als auch anzupassen. Gelingt es dem einzelnen nicht, sich adäquat anzupassen, wird er persönlich für diesen Misserfolg verantwortlich gemacht, was schlimmstenfalls zu Sanktionen durch die Pädagogen, die Mitschüler oder dem Elternhaus führen kann. Doch nicht nur die Maßregelungen der Umwelt sind in diesem Falle zu erwarten. Meist tritt eine persönliche Bestrafung des Individuums selbst in Kraft, die schlimmere Auswirkung haben kann, als die Sanktionen von außen. Gerade das Selbstwertgefühl leidet beispielsweise unter dieser Situation und damit wird der Teufelskreis einer Angst von Neuem in Gang gesetzt.

3 Definitionen von Angst

Um auf die Formen, Ursachen und Reduktionsmöglichkeiten einer Schulangst näher eingehen zu können, soll an dieser Stellen die genaue Begriffsbestimmung von ‚Angst’ im allgemeinen erläutert werden, um verständlich zu machen, welche Empfindungen Lernende in den bestimmten Situationen verspüren, die bei ihnen Schulangst auslösen. Bei der genauen Definitionsbestimmung des Angstbegriffes kann es jedoch nur bei einem Versuch bleiben, da sich in der Literatur unterschiedliche Erklärungsversuche dieser Erscheinung finden lassen. Eine eindeutige und übereinstimmende Aussage, was ‚Angst’ überhaupt ist, gibt es nicht. Daher werden im folgenden mehrere Definitionen vorgestellt, um einen kleinen Einblick in diesen umfassenden Bereich geben zu können. Ebenfalls findet eine Abgrenzung von Schulangst und Schulphobie statt, da diese Begriffe umgangssprachlich zwar oftmals synonym verwendet werden, jedoch, genauer betrachtet, nicht identisch sind.

3.1 Definition der ‚Angst’

Der Begriff ‚ Angst ’ wurde von Sigmund Freud 1894 erstmalig in die Psychologie eingeführt und kann aus dem Griechischen übersetzt werden mit dem Wort ‚Enge’[9]. Es ist ein Gefühl mit vielen Gesichtern, welches in unterschiedlichen Situationen in einem unterschiedlichen Ausmaß auftritt. „Angst ist ein Signal, das uns als Warnung dient [...]. Angst ist nonverbale Kommunikation mit uns selbst, macht uns ohne Worte darauf aufmerksam, dass etwas nicht stimmt [...]. Angst soll jedoch nicht nur von uns verstanden werden, sondern auch von unserer Umwelt.“[10]

Die Encarta Enzyklopädie schildert die Angst im allgemeinem Sinne als „eine Stimmung oder ein Gefühl der Beengtheit, Beklemmtheit und Bedrohung vor einer drohenden Gefahr, die mit einer Verminderung oder Aufhebung der willens- und verstandesmäßigen Steuerung der eigenen Persönlichkeit einhergeht.“[11] Sie wird als eine Grundbefindlichkeit des Menschen; wie Hunger oder Sexualität, angesehen.[12]

Nach dem Meyer Lexikon ist Angst das „Gefühl einer Bedrohung, das mit Symptomen wie Herzklopfen, Zittern, Schweißausbruch, Magenschmerzen, Schlaflosigkeit oder momentaner geistiger Blockierung verbunden sein kann. Es ist ein Phänomen, das von situationsbedingten Zuständen unterschiedlicher Intensität über Neurosen bis zur existentiellen Angst des Menschen überhaupt reicht.“[13]

Tücke beschreibt seine Definition in einem Satz: „Angst ist ein hochgradig unangenehm erlebter Erregungsanstieg angesichts der Wahrnehmung bestimmter Gefahrenmomente.“[14]

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass subjektive Angst entsteht, wenn eine bedrohliche Situation mit einer Gefahr suggeriert wird. Sie dient dem Menschen als biologische Schutzfunktion. Dabei ist es jedoch zweitrangig, ob die Situation tatsächlich gefährlich ist. Relevant ist hierbei, dass das Erleben einer Situation und ein dadurch empfundene Gefühl als rein subjektiv zu sehen ist. Eine Person kann Angst empfinden, wenn sie beispielsweise mit einem Flugzeug fliegt. Eine andere empfindet diese Situation überhaupt nicht als gefährlich und reagiert daher nicht mit einem Angstgefühl.

Subjektiv empfundene Angst ist mit einem starken Anstieg psychologischer Erregung gekoppelt, welcher als unangenehm und belastend erlebt wird. Oftmals beeinträchtigt dieser ebenfalls die Handlungsfähigkeit und ein Individuum reagiert anders, als wenn es sich nicht in einem Angstzustand befinden würde Eine Erklärung dafür ist der erheblich eingeschränkte Denk- und Handlungsspielraum. Im Umkreis der Angstdefinition tritt in diesem Zusammenhang häufig der Begriff ‚Stress’ auf. Dieser lässt sich als „den Sachverhalt, dass sich der Organismus in einem Zustand stark ausgeprägter psychischer [...] Erregung bzw. Spannung befindet, die mit einer erhöhten Aktivität des sympathischen Anteils des vegetativen [...] Nervensystems korrelieren“[15] bezeichnen. Er tritt als Begleiterscheinung auf, wenn sich ein Individuum in einer psychischen Erregung befindet, die vor oder auch während eines Ereignisses auftreten kann. Daher sind ängstliche Personen auch einer zusätzlichen Stresssituation ausgesetzt, da sie einen Zustand psychischer Aktivation aufweisen.[16] Dies verdeutlicht, dass sich der Angstzustand auf eine Erregung zurückführen lässt.

3.1.1 Die dispositionelle Angst

Die Angst, als biologische Schutzfunktion, nimmt einen natürlichen, menschlichen Stellenwert ein. Problematisch wird dieser Zustand allerdings, wenn ein Individuum seine Umwelt durchgängig auf Gefahrensignale durchsucht und diese überwiegend auch als Bedrohung empfindet. Er befindet sich dann in einem andauernden Angstzustand, welcher als ‚ dispositionell ’ bezeichnet wird. Dieser wird in der Psychologie mit Variablen wie Intelligenz, Schulleistung, Risikoverhalten und motorischer Geschicklichkeit in Verbindung gebracht, welche untereinander korrelieren.[17]

Sämtliche Anzeichen dieses, als subjektiv unangenehm empfundenen, Zustandes der Angst lassen sich auf die spezielle Form der Schulangst projizieren.

3.2 Definition der ‚Schulangst’

„Als Schulangst bezeichnet man die Form von Angst, die im Bezugsfeld der Schule auftritt.“[18] Von ihr betroffene Schüler sehen also eine Gefahr und Bedrohung im Bereich der Institution Schule. Meist handelt es sich dabei um Leistungs- oder soziale Ängste, wobei Mitschüler oder Lehrer als Auslöser fungieren können.

Die Schulangst kann in drei Arten unterschieden werden:

In die

- personenbezogene
- situationsbezogene und
- dispositionelle.

Bei der personenbezogenen Schulangst fürchtet sich der Lernende vor einzelnen Personen aus seiner schulischen Umwelt. Die situationsbezogene Art wird in bestimmten Situationen verspürt, wie zum Beispiel während der Prüfungen.

Zu guter letzt wäre die dispositionelle Schulangst zu nennen. Diese bezeichnet den Zustand, indem die Schulumwelt ständig als Bedrohung erlebt wird.[19]

Die Schulangst ist eine Verhaltensschwierigkeit, die im Laufe der Schulzeit zunehmen kann und macht sich mit den bereits genannten Symptomen, wie Magenbeschwerden, Übelkeit oder Herzklopfen, bemerkbar. Diese Erscheinungen treten typischerweise vermehrt zu Wochenbeginn, im Anschluss an die Ferien und morgens, unmittelbar nach dem Aufwachen, am stärksten auf. In der Regel verlieren sie über den Tagesverlauf an Intensität. Nicht selten verschwinden sie gänzlich, wenn das Kind überhaupt nicht in die Schule gehen muss. Am liebsten würde es den Schulbesuch ganz verweigern, weil es sich vor Demütigungen, Diskriminierung oder Ausgrenzungen seiner schulischen Mitmenschen fürchtet.

Zu den Gründen eines Angstzustandes gehören ebenfalls körperliche Beeinträchtigungen oder Leistungsdefizite. Kinder, die unter der Schulangst leiden, sind zumeist übermäßig gewissenhaft und haben unrealistische Leistungsziele. Prüfungssituationen können ebenfalls einen Auslöser von Angst darstellen. Die betroffenen Lernende versuchen oft, mit Hilfe auffälliger Verhaltensweisen, der Schule und ihren Mitschülern zu entgehen, da diese ihr übersteigertes Selbstwertgefühl bedrohen. Die Schulangst bezieht sich also im Gegensatz zu der Schulphobie auf Faktoren innerhalb der Schule, die ein geringes Selbstwertgefühl sowie eine angegriffene Persönlichkeit des Lernenden verursachen.

3.3 Definition der ‚Schulphobie’

Der Begriff ‚ Phobie ’ stammt aus dem Griechischen und bedeutet ‚Flucht’, ‚panische Furcht’, ‚Schrecken’ und gilt allgemein als erlernte Reaktion.[20]

Von einer Schulphobie sprechen lerntheoretische Autoren in dem Sinne, wenn die Trennungssituation von den Eltern oder eine Identitätsbedrohung den Auslöser darstellt.[21] Häufig ist bei diesen Betroffenen keine emotionale Selbständigkeit vorhanden und die Bereitschaft fehlt, sich von den primären Bezugspersonen zu lösen. Da dies jedoch in der Schule notwendig ist, versuchen ‚Ich-bedrohte’ Schüler panisch, den Schulbesuch zu vermeiden. Sie verspüren das übermäßige Bedürfnis nach emotionaler Nähe und können nicht mit der anonymen Klassensituation umgehen. Oftmals täuschen sie Krankheiten vor und die Eltern unterstützen unbemerkt die Schulverweigerung, indem sie immer mehr Atteste ihres Kindes zur Schule bringen. Aus dem, für den Lernenden vorhandenen, Geborgenheitsverlust entsteht die Form der Schulphobie. Es sind demzufolge die Ursachen im familiären Umfeld zu suchen. Probleme in der Institution Schule an sich verstärken nur diese Form der Phobie, sie sind jedoch nicht als ihr Auslöser anzusehen.

Abbildung 4 - Unterscheidungsmerkmale der Schulphobie und Schulangst

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

* Quelle: Eigene Darstellung

3.4 Die soziale Angst

Um eine menschliche Identität zu erlangen, ist es unabdinglich, dass sich ein Individuum im Alltagsleben auf andere Menschen, Institutionen und soziale Situationen einstellen muss. Es erlernt also im Laufe seines Lebens ein soziales Verhalten, worunter sowohl die Haltung in Leistungssituationen, die Suche nach Sicherheit als auch sozialer Bestätigung fällt.

Dies ist der ‚natürliche Prozess’ der Identitätsvermittlung. Soziale Ängste sind das Resultat eines gestörten Prozesses der Persönlichkeitsentwicklung.[22] Dieser Angstzustand tritt dann auf, wenn ein Individuum sich für absolut inkompetent in einer Situation fühlt. Es macht sich dann Gedanken, was seine Umwelt wohl gerade von ihm hält oder denkt. Die soziale Angstform macht sich hauptsächlich bemerkbar durch das Auftreten einer Verlegenheit, eines Schamgefühls, einer Schüchternheit oder auch einer Unsicherheit, vor mehreren Menschen zu sprechen oder Fragen stellen zu müssen. Ein Vortrag vor Mitschülern kann bei dieser Angstart beispielsweise schon als bedrohlich empfunden werden, wenn der Redner sich dabei nicht selbstsicher fühlt. Schüler mit diesem Problem können sehr schlecht ein Referat halten oder trauen sich noch nicht einmal, während des Unterrichtes eine Frage zu dem gerade behandelten Thema zu stellen, aus Angst, dass die Mitschüler diese lächerlich finden und sie auslachen.

Die Lernenden mit solch ausgeprägten sozialen Ängsten können längerfristig Beeinträchtigungen ihres Selbstbildes erleiden. Selbst einfache Situationen außerhalb der Schule, wie zum Beispiel nach einem Weg zu fragen, meinen sie nicht bewältigen zu können und gehen ihnen daher aktiv aus dem Weg. Insofern kann sich dieses Angstbild nicht nur auf die schulische Laufbahn, sondern auch auf das Alltags- und spätere Berufsleben auswirken, wenn ihm nicht mit Reduktionsmöglichkeiten entgegengewirkt wird.

Auf die genauen Ursachen, Verhaltensweisen der sozialängstlichen Schüler und Reduktionsmöglichkeiten, um diese Angstform zu beheben, wird in dem Kapitel 8 näher bezug genommen.

4 Der Aspekt der Geschlechterrolle

Bevor auf die genauen Aspekte, den Ursachen und Folgen der Angst bei Schülern eingegangen wird, sollen noch Faktoren in Betracht gezogen werden, welche bei der genauen Untersuchung als nicht unrelevant erscheinen. Auch, wenn zwischen weiblichen und männlichen Lernenden graphologisch kein Unterschied mehr gemacht werden soll, ist der geschlechtsspezifische Aspekt nicht konform und soll daher an dieser Stelle kurz angerissen werden.

In der Literatur lässt sich aufgrund von Befragungen oftmals der Hinweis finden, dass Mädchen mehr Angst als Jungen zu haben scheinen, wobei dies im pubertären Alter von 11 bis 13 Jahren vor allem sehr akut zu beobachten sei.[23] Ebenfalls ist vermehrt die Gruppe der ruhigen und schüchternen Schülerinnen in einer Klassengemeinschaft aufzufinden, als dass Jungen diese Rolle einnehmen. Als Angstbedingungen könnten also zusätzlich Lebensalter und biologisches Geschlecht hinzugezogen werden.[24]

Die größeren psychischen Probleme scheinen die Jungen aufzuweisen, da das gesellschaftliche Rollenverhalten keine Angst bei Männern zulasse und sie sich somit nicht mit einem solchen Zustand identifizieren möchten.[25] Es stellt sich also die Frage, ob Mädchen wirklich mehr Angst verspüren oder aber nur ehrlicher zu sich und ihrer Umwelt sind, weil Jungen den Zustand nicht zugeben möchten oder aber verdrängen. Des weiteren zeigte sich in Untersuchungen des Jahres 2001, dass meist für die Schülerinnen ein solidarisches Verhalten den Mitschülern gegenüber wichtig ist. Weniger im Vordergrund steht für sie hingegen die Schulleistung, als ein Kriterium der individuellen Anerkennung.[26] Dies würde also unterschiedliche Untersuchungen in bezug von Ängsten und Phobien verlangen, die den Aspekt des Geschlechtes miteinbeziehen. Doch diese spezifischen Unterschiede detailliert zu analysieren, wäre zu diesem Zeitpunkt zu umfangreich. Daher werden in der explorativen Untersuchung, am Ende dieser Arbeit, diese Aspekte näher betrachtet und ausgewertet.

5 Formen der Schulphobie und mögliche Verhaltensweisen

Insbesondere in einem so großen und umfangreichen Komplex, wie dem der Institution Schule, lassen sich viele unterschiedliche Erscheinungsformen von Angstbilder der Lernenden beobachten. Um jedoch näher auf den speziellen Zweig der berufsbildenden Schule eingehen zu können, müssen die Angstsituationen schon an ihrer Wurzel, in den früheren Klassenstufen, betrachtet werden. Diese Beobachtung erscheint als besonders wichtig, denn viele der Ängste ziehen sich von Schulbeginn an, bis in das jugendliche Alter hinein fort, da sie im frühem Stadium ihres Auftretens oft nicht erkannt wurden und somit nicht verarbeitet werden konnten. Die Angst der Schüler in Hinblick auf die Schule kann unterschieden werden in Angst vor der Schule und die Angst während des Schulbesuches.[27] Im folgenden sollen diese zwei Aspekte näher betrachtet, sowie die daraus resultierenden Verhaltensweisen und Reduktionsmöglichkeiten untersucht werden.

Die generelle Angst der Schüler vor der Schule wird in der Literatur als ‚ Schulverweigerung ’ bezeichnet und beinhaltet Trennungsängste, das Schulschwänzen sowie konditionierte Phobien.[28] Gerade die ‚ infantile Klammerungsproblematik ’ kann auf spätere Lebensbereiche verschoben werden und wurde von Sarason zur theoretischen Begründung von Schulphobien mitherangezogen.[29]

Daher soll nun auf die, im Kapitel 3.3 bereits definierte, ‚ Schulphobie ’ und ihre Erscheinungen der Trennungs- und Identitätsangst näher eingegangen werden.

5.1 Die Trennungsangst

In der Bundesrepublik Deutschland existieren in der heutigen Zeit immer mehr Kleinfamilien, so dass die Schüler innerhalb einer größeren Klassengemeinschaft eine soziale Überforderung empfinden könnten. Sie fühlen sich in diesem Fall innerhalb der schulischen Umgebung unwohl, ziehen sich entweder still zurück, legen antisoziales Verhalten gegenüber den Pädagogen und ihren Mitschülern an den Tag oder möchten lieber zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Diese Form nennt sich ‚ Trennungsangst ’, wobei jedoch der Begriff ‚Angst’ fälschlicherweise verwendet wird, da es sich hierbei, wie bereits erwähnt, um eine Phobie handelt. In der Literatur wird die Schulphobie gar als die ‚Manifestation von Trennungsangst’ beschrieben.[30]

Schon in den 70er Jahren wurde anhand einer sorgfältigen Untersuchung festgestellt, dass die häufigste und dauerhafteste Schulschwierigkeit an Schulen in einer allgemeinen Abneigung gegenüber dem Schulbesuch an sich besteht.[31] Diese Abneigung kann als ‚normal’ gelten, wenn in unregelmäßigen Abständen eine Schulunlust auftritt. Doch bei einer andauernden Verweigerung des Kindes, das Elternhaus verlassen zu wollen, kann dies auf ein Symptom der Phobie hinweisen.

Der erste Grundstein zu einem solchen Schultrauma kann bereits bei der Einschulung gelegt werden, wenn Erstklässler das erste Mal ohne Vorbereitung über einen längeren Zeitraum von ihren Eltern getrennt sind. Die Schule stellt auch für den Phobiker einen Bestandteil seines Heranwachsens dar und er möchte im Grunde auch gerne den Unterricht mit anderen Klassenkameraden zusammen besuchen. Jedoch bedeutet dieser Zeitraum eine Emanzipation vom Elternhaus und es gilt, das Haus und seine familiären Mitglieder verlassen zu müssen. Einen Schulphobiker zeichnet unter anderem aus, sehr stark in einer Abhängigkeit zu einem dieser Mitglieder zu stehen, welches in den meisten Fällen die Mutter darstellt. Diese starke Bindung muss jedoch nicht zwangsläufig von dem Kind ausgehen. Oftmals ist auch ein Abhängigkeitsbedürfnis der Mutter ausschlaggebend, dass ihr Kind sie nicht verlassen möchte, da diesem bewusst gemacht wird, dass die kurzfristige Trennung der Mutter Schwierigkeiten bereiten könnte. Daher stehen sie bei dem Verlassen des Zuhauses in einem Schuldbewusstsein, aus welchem die Phobie resultieren kann. Festzuhalten wäre an dieser Stelle also, dass eine starke emotionale und ambivalente Bindung die Schulphobie auslösen könnte und nicht die Schule an sich. Denn niemand wird als Schulphobiker geboren, sondern durch umweltbedingte Einflüsse dazu gemacht.

5.2 Verhaltensweisen phobischer Schüler

Lernende, die unter einer Trennungsangst leiden, versuchen den Besuch des Unterrichtes zu vermeiden. (Siehe dazu auch Kapitel 9 ‚Das Schulvermeiden’) Werden Betroffene jedoch gegen ihren Willen gezwungen, an einem Schulbesuch teilzunehmen, versuchen die phobischen Schüler den Lehrenden als Bezugsperson zu sehen, um ihre Angst zu kompensieren. Sie erwarten dabei eine so intensive und innige Beziehung zu ihm, wie sie es aus der eigenen Familie kennen. Doch ihre Individualität ist hierbei nun mal zum größten Teil auf den Schulalltag beschränkt, wobei den Lehrkräften nicht der zeitliche Spielraum gegeben ist, um sich jedem einzelnen Schüler so zuzuwenden, wie es in speziellen Fällen erforderlich wäre. Es werden allerdings von der Institution soziale Übergangshilfen zu Beginn der Schulzeit gegeben, indem beispielsweise die Grundschullehrerin eher eine Ähnlichkeit zur Mutter darstellt, als später die Lehrkraft in der berufsbildenden Schule zu einem Elternteil. Eine affektive Bindung, wie aus der familiären Sozialisationsstruktur bekannt, ist trotzdem in dem eigentlich von Disziplin beherrschten Interaktionsraum nicht zu 100 Prozent umzusetzen.

Schule sollte eigentlich als einen, neben der Unterrichtszeit angesiedelten, Prozess angesehen werden. Durch diese formelle Atmosphäre findet sich ein neues, und für die Kinder unbekanntes, Rollenverhalten zwischen sich und einer pädagogischen Autoritätsperson. Als weitere Reaktion hierauf kann sich sogar zusätzlich die soziale Angstform (siehe dazu Kapitel 3.4) entfalten. Das Einzelinteresse tritt gerade in den späteren Schulformen hinter dem kollektiven zurück.

Wenn der Lernende seine eigene Identität aufgrund der Gruppendynamik bedroht fühlt, er sich als minderwertig ansieht, kann von einer persönlich empfundenen ‚ Identitätsangst ’ gesprochen werden.

5.3 Die Identitätsangst

Neben der Trennungsangst ist die Identitätsangst als Form der Schulphobie an dieser Stelle genauer zu betrachten.

5.3.1 Definition der Identität

Die Begrifflichkeit der ‚ Identität ’ bezieht sich im allgemeinen auf die Bewältigung des Verhältnisses der jeweils gesellschaftlich und individuell bedingten Existenz eines Menschen.[32] Im psychologischem Sinn beschreibt sie die einzigartige Persönlichkeitsstruktur, in Verbindung mit dem Bild, das andere von dieser Persönlichkeitsstruktur haben. Das Ziel dabei sollte es sein, die soziale Komponente mit der persönlichen in Einklang zu bringen, das heißt auch, sich in einer Gruppe einzubringen, zu integrieren und sozial mit Menschen agieren zu können, ohne das Gefühl zu haben, minderwertig gestellt zu sein.

5.3.2 Die Identitätsbildung

Die aktive Formung der Identitätsentwicklung der Jugendlichen hat sich im Laufe der Jahre stark verändert. Während es Zeiten gab, in denen die Identitätsentwicklung durch den Stand, in den man hineingeboren war, bestimmt wurde, ist der moderne Mensch gezwungen, zwischen vielen Möglichkeiten zu wählen. Dieser Kampf des Jugendlichen mit der verlangten Wahl einer Selbstfindung wird als Identitätskrise bezeichnet. Sobald die Identitätsvermittlung gefährdet wird, spricht man von einer ‚ manifesten Angst ’.[33] Die Phasen der menschlichen Identitätsentwicklung sind hierarchisch aufgebaut, so dass ungelöste Konflikte noch in einem späteren Zeitraum zu Identitätsstörungen führen können. Daher ist die Vermeidung von extremen Spannungen im frühen Stadium von erheblicher Bedeutung.

Um eine Form der Selbstdarstellung erlangen zu können, stellt heutzutage die Schule, neben dem privatem Umfeld, bei der Identitätsbildung eines Menschen, einen bedeutenden Prüfstein dar. Im Laufe dieses sogenannten Sozialisationsprozesses gilt es, sich wichtige Verhaltensweisen, wie Rollendistanz oder Toleranz, anzueignen, welche auch außerhalb der Schule es anzuwenden gilt. Dieser Prozess besteht aus drei Phasen, welche als die ‚drei Formen des Selbst’ bezeichnet werden: das Realbild, das Idealbild sowie das soziale Selbst. Diese finden speziell im Jugendalter, bis circa 20 Jahre, ihre Ausprägung. Die Schüler stellen sich in diesem Zeitraum unter anderem die Fragen, wie es schulisch weitergehen soll, ob der Gymnasiumsbesuch erstrangig ist oder doch der Beginn einer Lehre, ob ein Wohnortwechsel in Betracht komme oder ob man bei den Eltern bleiben solle. Ebenso reagieren sie sehr sensibel bei der Formung durch die Umwelt, da ihr Selbstbewusstsein noch nicht so ausgeprägt ist und sie alles als sehr extrem persönlich aufnehmen.

Wichtig in den Phasen der Identitätsentwicklung ist sowohl das Erlangen der Selbsterkenntnis, als auch der Selbstgestaltung. Ebenso eignet sich der Mensch Fähigkeiten an, die eine Bildung und Behauptung der ‚Ich-Identität’ möglich machen. Diese sollen im folgenden kurz erwähnt, jedoch nicht vertiefend auf sie eingegangen werden.

5.3.3 Die Fähigkeiten zur Identitätsbildung

Als erstes soll in diesem bezug die Rollendistanz Erwähnung finden. Diese bezeichnet die „Fähigkeit, sich Normen gegenüber reflektierend und interpretierend zu verhalten“.[34]

Des weiteren stellt die Aneignung der Empathie eine wichtige Grundlage dar. Sie beschreibt die Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Einstellung anderer Menschen einzufühlen, um sich in diese hineinzuversetzen[35], sowie die ‚Erwartungen der Interaktionspartner zu übernehmen’[36].

Als letzter Punkt zur Bildung und Behauptung der ‚Ich-Identität’ soll die Ambiguitätstoleranz angeführt werden. Durch das Erlernen dieser Fähigkeit duldet man widersprüchliche Rollenbeteiligungen, sowie differenzierte Motivationsstrukturen.[37]

Anhand dieser Merkmale entwickelt ein menschliches Wesen in der Schulzeit sein persönliches ‚Ich’, was jedoch durch Einflüsse von außerhalb ebenso gestört werden kann.

5.3.4 Die Konflikte während der Identitätsbildung

Wenn die sozialen und persönlichen Komponenten durch Störfaktoren nicht in Einklang gebracht und die Fähigkeiten zur Identitätsbildung nicht vollständig erlangt werden, kann dies eine Identitätsangst innerhalb der Schule, als auch in der Lernumwelt zur Folge haben. Indem die sich Identitätsbildungsprozesse individuell, also eventuell auch negativ, entwickeln, eignen sich diese Kinder und Jugendliche eine unbewusste Form der Angstabwehr an.

Sie geraten dann beim Heranwachsen immer mehr in Konflikte bei ihrer persönlichen Identitätsentwicklung. Es werden von ihnen vermehrt Ziele angestrebt, die sich nur schwer miteinander vereinbaren lassen. Daher ist nicht nur das für sich existierende Selbst der einzige Bestandteil ihrer Entwicklung. Durch die Umwelt wird zudem eine zusätzliche Identität mitdefiniert.

Der junge Erwachsene erkennt zusätzlich die Austauschbarkeit von Mitgliedern in einer Gesellschaft. Die selbsterlebte und empfundene Einmaligkeit des einzelnen steht hierbei jedoch im Widerspruch zu der gesellschaftlichen Anonymität. Dies kann eine schmerzvolle Erfahrung während der Identitätsentwicklung bedeuten. Oftmals wird daraus resultierend versucht, eine Ersatzidentität in der Schule zu schaffen, um sich offensiv aus der Masse heraus zu heben. Ihr Verhalten, um diese angestrebte Einzigartigkeit zu erlangen, lässt sich bei den ängstlichen Lernenden voneinander unterscheiden.

5.4 Die unterschiedlichen Verhaltensweisen der ängstlichen Schüler

Um eine entstandene Identitätsangst sowie eine, von ihrer Lernumwelt ausgehende, Unaufmerksamkeit auszugleichen, entwickeln diese fehlentwickelten Schüler der verschiedenen Altersgruppen unterschiedliche Verhaltensweisen, um mit der Angst nicht einzigartig zu sein, individuell umgehen zu können. Sie versuchen, entweder in die totale Unauffälligkeit abzutauchen oder suchen sich auffällige Ersatzmöglichkeiten der Selbstdarstellung. Solche Funktionen dienen ihnen zum einen als Angstabwehr und verhindern zum anderen das aktive Ausbrechen der Angst. Diese Reaktionen dienen als Selbstschutz und werden als die ‚ umweltverändernde ’ und die ‚ verdeckte ’ Angstabwehr bezeichnet, welche nun ausführlicher dargestellt werden sollen.

5.4.1 Die ‚umweltverändernde’ Angstabwehr

Eine Möglichkeit, mit der Angst umzugehen, ist die aktive ‚umweltverändernde’ Angstabwehr.[38] Hierbei provozieren die betroffenen Lernenden mit einer offensichtlichen Disziplinlosigkeit ihre Umwelt, was als Selbstdarstellungsproblem aufgefasst werden kann.[39] Wird das Fluchtverhalten, als Eigenmotorik der Angstabwehr, blockiert, werden beim Menschen aus Reflex Aggressionsinstinkte geweckt und umgesetzt.[40] Ausweglose Situationen aktivieren also das Aggressionspotential, welches wiederum eine Steigerung unangenehmer Situationen bewirkt. Es beginnt ein Kreislauf zu zirkulieren.

Mit einer instrumentellen Aggression und / oder störendem Verhalten versucht der Schüler eine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, um dadurch innerhalb der Schulgemeinschaft einen einzigartigen Stellenwert zu erlangen. Eine sehr typische angstbedingte Interaktionsform für diese Darstellung kann das Spielen des sogenannten ‚Klassenclowns’ sein. Dieser heitert mit Späßen und Belustigungen auf eine komische Art und Weise den formellen Unterrichtsablauf auf. Indem Lehrer und Mitschüler auch noch aufgrund seiner Aktionsform lachen und ihm somit scheinbar Anerkennung gebühren, hat der Lernende sein Ziel erreicht und wird zusätzlich von seiner Umwelt noch bestätigt. Oftmals wirkt sich dieses Verhalten aber auch störend auf den Unterricht aus, wenn es ein Mit- und Weiterarbeiten unmöglich macht, da es die Mitschüler ablenkt oder der Pädagoge sich von solche einem Schüler gar als nicht ernst genommen fühlt.

Eine negative Erscheinungsform der Anerkennung wird unter anderem erreicht, wenn der Schüler ein aggressives Verhalten ausübt und randaliert oder sich mit anderen Kindern schlägt. Seine Einzigartigkeit misst er daran, dass andere Schüler vor ihm Angst haben.

Wenn diesen offensichtlichen Symptomen der Selbstdarstellung nicht frühzeitig entgegen gewirkt wird, zieht sich dieses Bild in den folgenden Klassenstufen fort.

In meiner Praktikantenzeit an einer Berufsschule konnte ich unter anderem einen Schüler beobachten, der jedes Mal beim Aufschließen des Klassenraumes die noch hochgestellten Stühle hinunter stieß. Es handelt sich hierbei nur um eine Vermutung, wenn ich sage, dass er sich dieses Verhalten schon frühzeitig angeeignet haben könne und nicht hinreichend darauf reagiert und auf ihn eingegangen wurde. Der andere zu überlegende Aspekt wäre, ob er in dieser Klasse nicht die soziale Bestätigung erfuhr, wie in den Jahrgangsstufen vorher und sich somit versuchte, als einzigartig zu profilieren. Diese individuellen Gründe sind zwar reine Spekulationen, verdeutlichen jedoch, dass der junge Mann die negative Aufmerksamkeit auf sich zog und nicht in der Masse der Klassengemeinschaft unterging.

Diese aggressiven Formen der Angstabwehr sind sich leider, aus Sicht des betroffenen Schülers, kurzfristig effektiver und schneller anzueignen, als die nicht aggressiven Formen und daher im Schulalltag des öfteren zu beobachten.

Der nicht aggressive und offensichtliche Selbstschutz bei Entwicklungsstörungen einer ‚Ich-Identität’, bei welcher die Umwelt eher unbeteiligt ist, nennt sich die ‚ verdeckte ’ Angstabwehr.

[...]


(*) Die Ausdrücke ‚Schüler’ und ‚Lernende’ sind, auch im folgenden, stellvertretend zu sehen für ‚Schülerinnen’ und ‚Schüler’

[1] Dr. Lange, Bernward u.a.: Schulangst und Schulverdrossenheit. Eine Längsschnittanalyse von schulischen Sozialisationseffekten. Aachen 1983, S. 3

(**) Die Ausdrücke ‚Pädagoge’, ‚Lehrer’ und ‚Lehrender’’ sind, auch im folgenden, sowohl für den weiblichen als auch für den männlichen Lehrkörper stellvertretend zu sehen.

[2] Lange 1983, S. 1

[3] Niederle 2002, S. 24

[4] Andreas 1976, S. 125

[5] Rebmann, Karin u.a.: Beruf- und Wirtschaftspädagogik: eine Einführung in Strukturbegriffe. Wiesbaden 1989, S. 90

[6] Ulich 2001, S. 14

[7] Ulich 2001, S. 35

[8] Lange 1983, S. 11

[9] Leibold, Gerhard: Schulangst. Ursachen, Symptome, Behandlungen. Wiesbaden 1997, S. 15

[10] vgl. Niederle, Monika: Schulangst. So helfen Sie ihrem Kind. Freiburg 2002, S. 10

[11] vgl. CD-Rom der Microsoft Encarta Enzyklopädie 1999. Stichwort ‚Angst’

[12] CD-Rom der Microsoft Encarta Enzyklopädie 1999. ‚Angst’

[13] vgl. CD-Rom des Meyer Lexikonverlags 1998. Stichwort ‚Angst’

[14] vgl. Tücke, M.: Psychologie in der Schule – Psychologie für die Schule. Osnabrück 1998, S.197

[15] vgl. Walter, Hellmuth: Angst bei Schülern. München 1981, S. 21

[16] Walter 1981, S. 21

[17] Walter 1981, S. 23

[18] Homepage des HRZ Oldenburg. Wlhelm Topsch zu den schulpädagogischen Aspekten. Nachgelesen am 12.10.2002. http:// www.member.uni-oldenburg.de/wilhelm.topsch/SS2001/schulpaedaspich.htm

[19] Homepage des HRZ Oldenburg. Wilhelm Topsch zu den schulpädagogischen Aspekten. Nachgelesen am 12.10.2002

[20] Dannemann, Heinz: Schulphobie – Erscheinungsformen und Behandlungsmöglichkeiten. Oldenburg 1975, S. 169

[21] Dialog, Information und Service in der Medizin zum Thema Schulphobie. Nachgelesen am 20.09.2002. http://yavivo.lifeline.de/Erkrankungen/GG_Phobien/20Krankheitszeichen/20Schulphobie.htm

[22] Andreas, Reinhard u.a.: Angst in der Schule. München, Berlin, Wien 1976, S. 29

[23] Andreas 1976, S. 9

[24] Andreas 1976, S. 9

[25] Andreas 1976 S. 10

[26] Ulich, Klaus: Einführung in die Sozialpsychologie der Schule. Weinheim / Basel 2001, S. 63

[27] Andreas 1976, S. 16

[28] Andreas 1976, S. 16

[29] Walter 1981, S. 17

[30] Dannemann 1975, S. 150

[31] Dannemann 1975, S. 129

[32] Andreas 1976, S. 132

[33] Andreas 1976, S. 20

[34] Krappmann, L. : Soziologische Dimensionen der Identität. Stuttgart 1972, S. 133

[35] Lexirom des Dudenverlags, 1999. Stichwort ‚Empathie’

[36] Krappmann 1972, S.155

[37] Krappmann 1972, S. 155

[38] Andreas 1976, S. 31

[39] Andreas 1976, S. 21

[40] Walter 1981, S. 30

Details

Seiten
104
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638193641
ISBN (Buch)
9783640810550
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v13816
Institution / Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg – FB Pädagogik
Note
2,0
Schlagworte
Schulangst Schulen Ursachen Folgen

Autor

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Titel: Schulangst an berufsbildenden Schulen - Ursachen und Folgen