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Der Freihandel

Grundlagen und Auswirkungen

Hausarbeit 2009 17 Seiten

Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Der Freihandel
2.1. Definition des Freihandels
2.2. Theorie des kooperativen Kostenvorteils

3. Der Freihandel in Theorie und Praxis

4. Globalisierung Vs. Protektionismus

5. Auswirkungen des Freihandels
5.1. Die Auswirkungen aufwirtschaftlich schwachere Lander
5.2. Die Auswirkungen auf wirtschaftlich starkere Lander

6. Probleme und Losungsansatze

7. Ansichten der Politik
7.1. CDU/CSU
7.2. Griine
7.3. SPD
7.4. FDP
7.5. Die Linke

8. Fazit

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Thematik Freihandel und Globalisierung wird gerade in Zeiten der Finanzkriese und der sich daraus ableitenden Wirtschaftskrise erneut kontrovers diskutiert.

Der urspriingliche Gedanke hinter dem Freihandel ist, lass dieser alien beteiligten Landem niitzt und Vorteile bringt.

,,Der Freihandel stellt das allgemeine Interesse aller Staatsbiirger, der Konsumenten und Produzenten, dem Einzel-Interesse der Produzenten voran, der Schutzzoll geht meistens von der entgegengesetzten Ansicht aus: Der Freihandel sucht fur alle Quellen des nationalen Wohlstandes, fur Landwirtschaft, Industrie und Handel gleichmiylig zu sorgen1 Trotz dieses grundsatzlich zu begrugenden Gedankens, werden in jiingster Zeit zunehmend kritische Stimmen zum Freihandel und vor allem zur Art der Implementierung laut. Die Meinungen von Experten und Politik gehen beim Freihandel in zwei Richtungen. Das liberate Lager steht uberwiegend hinter dem Freihandel:

„FDP-Bundestagsfi - aktion hat am Dienstag ein deutliches Signal gegen Protektionismus and fur den Freihandel gesetzt. Beschlossen wurde ein von der Sprecherin der FDP-Fraktion fir Welthandelsfragen, Gudrun Kopp, erarbeiteter Antrag, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, sich fur die einseitige und unkonditionierte AbschaffUng aller Zak, Einfuhrquoten und anderer Handelshemmnisse in Europa einzusetzen.[.2

Wahrend das linke Lager viele Ursachen der Finanzkrise gerade im zunehmenden Freihandel sucht:

„Welthandel and Kapitalverkehr sind in den vergangenen Jahrzehnten immer schneller gewachsen.

Diese internationale wirtschaftliche Veggechtung wird als Globalisierung bezeichnet und ist zu einem green Teil Ergebnis einer bewusst betriebenen Politik: [..] Problematisch sind die Form, die die neoliberale Globalisierung angenommen hat and die Folgen, die diese mit sich bringt: Zum einen warden wichtige Regeln zum Schutz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie der Urnwelt der Deregulierungs-Ideologie geopfert' 3 Diese Ausfiihrung betrachtet den Freihandel und seine Auswirkungen. Ziel ist es die Theorie des Freihandels mit dem real existierenden zu vergleichen. Aus diesem Grund muss die Theorie des Freihandels dargestellt und Auswirkungen beschrieben werden.

Abschliellend werden die aktuellen Standpunkte der wichtigsten deutschen Parteien zur Thematik Freihandel und Globalisierung dargestellt.

2. Der Freihandel

2.1. Definition des Freihandels

„Freihandel ist die Kurzbezeichnung fur einen internationalen Waren- und Dienstleistungsverkehr, der keinerlei Zollschranken oder anderweitigen (z.B. mengenmalkgen) Handelsbesthrankungen unterliegt. fm Zuge des F. sollen Burch Internationale Tauschprozesse der Wohlstand und die Lthensqualiteit der nationalen Volkswirtschaften dauerhaft erhoht werden.4

2.2. Theorie des kooperativen Kostenvorteils

Grundlage des Gedankens „Freier Handel" ist die Wirtschaftstheorie von Adam Smith. Dieser war der Ansicht, es sei von Vorteil, wenn jedes Land Guter exportiere, die es billiger herstellen konne als das Ausland. Daraus kann abgeleitet werden, class Handel zwischen mehreren Landern immer dann sinnvoll ist, wenn ein Produkt im Land X und ein anderes im Land Y billiger hergestellt werden kann.

Auf der Basis dieser Theorie entwickelten Robert Torrens und David Ricardo die Theorie des kooperativen Kostenvorteils.5

Diese Theorie kann bis heute als Basis fir Wirtschaftstheorien, die sich mit (lcm internationalen Handel beschaftigen, angesehen werden.

Das Theorem des komparativen Kostenvorteils besagt, dass:

ein Land selbst dann ein Gut exportiert, wenn seine Arbeitseinheiten in gemessenen Produktionskosten fiber den en des Auslands liegen, sein Kostennachteil jedoch linter dem anderer, zu importierender Guter liegt`6

Was besagt dieses Theorem also?

Als Verdeutlichung soli eM prominentes Beispiel7 dienen: der Methuen-Vertrag zwischen England und Portugal von 1703. Es gelten folgende Annahmen:

1. Es handelt sich um einen zwei Lander Fall
2. Es werden zwei Gnter betrachtet: Tuch und Wein
3. Es handelt sich UM homogene Giiter
4. Einziger Produktionsfaktor ist Arbeit (Menge an Arbeitskraften oder Zahl an Arbeitsstunden), wobei der Faktor Arbeit innerhalb eines Landes vollig mobil, zwischen den Landern jedoch vollig immobil ist.
5. Die Produktionskosten sind konstant
6. Es fallen keine Transportkosten an

Beide Lander stellen sowohl Wein als auch Tuch her. England benotigt 70 Arbeitseinheiten fiir jeweils eine Outputeinheit an Tuch und 120 Arbeitseinheiten fiir eine Outputeinheit Wein.

Portugal hingegen braucht 90 fiir Tuch und 80 fur Wein. In diesem Fall kann England das Tuch billiger herstellen und Portugal den Wein. England hat also einen absoluten Kostenvorteil bei Tuch und Portugal bei Wein.

Nun beschliellen beide Lander Arbeitsteilung. Portugal produziert nun ausschlieSlich Wein und England ausschlieglich Tuch. Da jetzt insgesamt mehr Tuch und Wein produziert wird (da sich jedes Land auf seine "Kernkompetenz" beschrankt) entsteht ein absoluter Kostenvorteil fiir beide Lander.

Dass sich diese Arbeitsteilung lohnt ist einleuchtend. Die Theorie des komparativen Kostenvorteils besagt nun, dass der Handel auch dann vorteilhaft ist, wenn ein Land bei der Herstellung beider Giiter absolute Kostenvorteile aufweist, sich aber die Lander auf die Produktion des Gutes spezialisieren, bei denen sie einen komparativen Kostenvorteil haben.

Um die Theorie des komparativen Kostenvorteils zu demonstrieren ist eine Anderung gegenuber dem Ausgangsbeispiel vorzunehmen. England benotigt jetzt 100 statt 70 Arbeitseinheiten fiir die Tuchherstellung, wahrend Portugal 90 braucht. Bei der Weinherstellung ist die Situation unverandert, Portugal 80 und England 90.

Portugal kann also beide Waren gunstiger herstellen als England. Trotzdem ist der Handel hier vorteilhaft, weil jedes Land einen so genannten komparativen (vergleichenden) Kostenvorteil hat. England hat diesen in der Tuchherstellung, Portugal in der Weinherstellung.

Denn England braucht fur die Tuchherstellung im Verhaltnis zur Weinherstellung relativ weniger Arbeitskrafte als Portugal. Der komparative Kostenvorteil im Verhgtnis von 100/120 Arbeitsstunden fur TuchlWein ist in England graer als der von Portugal mit 90/80. England wird sich also auf die Produktion von Tuch und Portugal auf die von Wein spezialisieren.

So wird trotz dem Fakt, dass in Portugal die Herstellung beider Giiter billiger ist, durch den komparativen Kostenvorteil eine Win-Win Situation erzielt.

3. Der Freihandel in Theorie und Praxis

Das Prinzip des Freihandels ist also eine Spezialisierung bestimmter Lander auf bestimmte Produkte bei denen diese Lander entweder einen komparativen oder einen absoluten Kostenvorteil erzielen konnen. Von diesen unter giinsfigen Bedingungen herg-estellten Giitem, wird dann mehr hergestellt als fiir den heimischen Bedarf erforderlich ist. Der Uberschuss wird gegen andere Produkte getauscht welche im eigenen Land nur mit erhohten Kosten herg-estellt werden konnen.

So kann aus einer Steigerung des internationalen Handels ein relativer Vorteil far alle beteiligten Lander entstehen. So wird der Wohlstand aller Lander erhaht. Theoretisch miisste sich der Handel also fiir alle beteiligten Lander lohnen, da Lander die auf allen Gebieten uberlegen sind, zwar absolute Kostenvorteile haben, jedoch nicht immer komparative. So werden auch unterlegenen Lander am Handel beteiligt.

[...]


1 Vgl. (Faucher, et al., 1864) S.258

2 Vgl. (Kopp)

3 Vgl. (Bartsch)

4Vgl. (Klein, et al., 2006)

5 Vgl. (Wildmann, 2007) 5.99

6 Vgl. (Geigant, et al., 2000) S.52

7 Vgl. (Wildmann, 2007) S.10Off.

Details

Seiten
17
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640464784
ISBN (Buch)
9783640461929
Dateigröße
3.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v137954
Institution / Hochschule
Hochschule der Medien Stuttgart
Note
1,0
Schlagworte
Freihandel Globalisierung Wirtschaftskrise Finanzkrise

Autor

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