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Die Geschichte des Telefons und der Einfluss im Ersten Weltkrieg

Hausarbeit 2009 23 Seiten

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Geschichte des Telefons bis 1918
2.1 Streit um den Erfinder
2.2 Das Telefon in Deutschland zur Jahrhundertwende
2.3 Das Telefon in der Welt
2.4 Von der Jahrhundertwende zum Krieg

3. Das Telefon im Krieg
3.1 Der Erste Weltkrieg
3.2 Der Fernsprecher (k)ein Massenmedium
3.3 Das Telefon, ein effektives Kriegsinstrument?

4. Fazit

5. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

„Eine der vielen Grundfragen, die hier nur exemplarisch dargestellt werden können, resultiert aus dem Verhältnis von allgemeiner Geschichte und Mediengeschichte, das nicht zuletzt durch die Entwicklung audiovisueller Medien in ein neues Stadium getreten ist. Ausgehend von der Frage nach dem Wandel der Medien in der Geschichte und dem Wandel der Geschichte durch die jeweiligen Medien kommt Harry Pross zum Ergebnis, dass Mediengeschichte eine Art Universalgeschichte sein müsste, wenn sie die konstituive Macht der Kommunikation für die Gesellschaft interpretieren wollte“ (Haas, Hannes 1992: S. 7).

Die Frage nach dem Wandel der Medien in der Geschichte und dem Wandel der Medien durch die Geschichte ist eine der Grundfragen der Medien- und Kommunikationsgeschichte. Hinter dieser Problemstellung verbirgt sich weit mehr als auf den ersten Blick sichtbar scheint, es ist auch die Frage nach Ursache und Wirkung oder im philosophischen Kontext gesehen, was denn zu erst da gewesen sei. Daher kann die Frage, ob ein bestimmtes Medium eine geschichtliche Epoche ermöglicht hat oder ob die Epoche selbst zur Entstehung des Mediums geführt hat, nur schwer in seiner ganzen Vielfalt erörtert werden. Allerdings kann diese Ursachenfrage als Leitfaden für eine Medienanalyse im geschichtlichen Kontext dienen. Die Annahme, dass es sich bei der Medien- und Kommunikationsgeschichte um eine Teildisziplin der Geschichte handelt, greift in vielen Kontexten sicherlich zu kurz und wird der Bedeutung der Disziplin nicht gerecht. „Kommunikationsgeschichte ist mithin nicht eine Teildisziplin [...], sondern die gesamtdisziplinäre Vergegenwärtigung der eigenen Historizität und derjenigen des Gegenstandes“ (Haas, Hannes 1992: S. 3). Es gibt keine Geschichte ohne Medien. Diese Aussage kann in doppelter Deutung interpretiert werden. Zum einen sind Medien (Bücher, Schriften, Tonträger usw.) die Informationsträger, die unsere eigene Geschichte fassbar und transparent machen. Zum anderen ist der Einfluss der Medien in der in vergangenen Zeiten eine fundamentale Variable, die in jeder wissenschaftlichen Betrachtung zur Geschichte berücksichtigt werden müsste. „Als Wissenschaft von der gesellschaftlichen Kommunikation wird überdies von ihr die Einlösung der Frage gefordert, welche spezifische Rolle ein bestimmtes Medium im Gesamtzusammenhang der Kommunikation seiner Zeit gespielt hat.“ (Haas, Hannes 1992: S. 3).

Es besteht daher kaum ein Zweifel, dass die Begriffe Medien und Geschichte bei ihrer Zusammenführung zu einem neuen interdependenten Gesamtbegriff verschmelzen. Dieser enthält zwei sich gegenseitig bedingende Disziplinen die bei wissenschaftlicher Betrachtung nur schwer getrennt werden können. Das Gewicht, welches den Medien im geschichtlichen Zusammenhang zu gesprochen wird, verdeutlicht sich auch in Sülzers Hypothese, wonach zwischen der Struktur sowie der Entwicklung der Gesellschaft einerseits und der Struktur des Massenkommunikationssystems ein Zusammenhang besteht (vgl. Haas, Hannes 1992: S. 7). Auch an anderer Stelle zeigt sich der Einfluss der medialen Entwicklung auf die Geschichte und deren Schreibung. Harry Pross legt seiner epochalen Gliederung die Medientechnologie zu Grunde und erkennt an hand derer geschichtliche Phasen.

„Die Periodisierung folgt dabei der Medientechnologie. In meiner Berliner Vorlesung erwies sich für die europäische Mediengeschichte der Neuzeit der Ausgang Gutenberg als zu spät angesetzt. Es stellte sich heraus, dass die Erfindungen von Papier, Atlas, Perspektive, Kompass, weiter: die Kanzleisprachen und die Vereinheitlichung von Maßen und Gewichten, kurz, „Veränderung des mittelalterlichen Weltbildes“ dieser Technologie vorangestellt werden müssen. Die erste Phase verläuft dann bis zu Erfindung der Lithographie 1797. Die zweite umfasst das 19. Jahrhundert bis zur Erfindung des Kinofilms. Dann wird mit der Elektrifizierung das Material so breit, dass die Anfänge des Fernsehens einen Abschluss bilden und eine vierte Periode nur die Jahre von den Fernsehanfängen bis zum Transistorradio umfassen kann. Die Elektronische Revolution ist noch nicht vergangen.“ (Pross, Harry 1992: S. 15)

Der Blick in die Vergangenheit zeigt einige mediale Neuerungen, die fundamentale Umbruchbewegungen im Laufe der Geschichte einleiteten. Die Erfindung des Buchdrucks Mitte des 15. Jahrhunderts, durch Johannes Gutenberg, nährte nicht nur die Bildungsbewegung des Humanismus, sondern gilt auch als einer der Hauptkatalysatoren für die Reformation der Kirche. Die massenhafte Verbreitung von Schriften der Reformatoren, wäre ohne den Buchdruck mit beweglichen Lettern undenkbar gewesen. So wurden Ereignisse in der Geschichte immer auch von den medialen Möglichkeiten getragen und mitbestimmt. Gerade das 19. Jahrhundert stand im Zeichen der technischen Neuerungen und dem herausragenden wissenschaftlichen Fortschritt der Medientechnik.

„Das Prinzip des optischen Fernmeldesystems wird seit 1816 vom Prinzip des elektrischen Telegraphen konkurriert. Das 19. Jahrhundert ist durch eine Parallelentwicklung von optischer und elektrischer Telegraphie und von einer Koevolution der Telegraphie mit dem Post- und Briefwesen einerseits und den militärischen Erfordernissen andererseits bestimmt.“ (Schanze, Helmut 2002: S. 238)

Gerade die Fernübertragung von Information durch elektronische Impulse, die 1833 erstmals von C.F. Gauß und W.E. Weber vorgestellt wurde und als erster elektrischer Telegraph in die Geschichte einging, schaffte völlig neue Möglichkeiten im Bereich der Kommunikation (vgl. Schanze, Helmut 2002: S. 238). 1861 stellte der deutsche Physiker Philipp Reis vor dem „Physikalischen Verein“ in Frankfurt am Main, das erste Gerät vor, welches mit Hilfe von Elektrizität Sprache und andere komplexe Schallvorgänge übertragen sollte und übertrug (vgl. Bernzen, Rolf 1992: S. 7-8). Auch wenn in der Geschichtswissenschaft teilweise Uneinigkeit über den Erfinder des Telefons herrscht, da das Patent für den Fernsprecher 1876 von Alexander Graham Bell angemeldet wurde und nicht von Philipp Reis, so kann man doch behaupten, dass der deutsche Physiker als Urvater des Telefons gilt. „Fest steht ferner, dass alle Techniker und Forscher, die an den Entwicklungen des Telephons in dieser Zeit maßgeblich beteiligt sind, Philipp Reis, sein Telephon und seine Experimente kennen“ (Bernzen, Rolf 1992: S. 16). Heute ist das Telefon aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, ebenso wie die Möglichkeit des Buchdruckes schon seit vielen Generationen nicht mehr wegzudenken ist. Die Menschen des 21. Jahrhunderts werden also mit der Verfügbarkeit dieser Medien und deren Gebrauch schon sozialisiert und gestalten damit ihre gesellschaftlichen Interaktionsprozesse. Im geschichtlichen Kontext stellt sich nun die Frage, welche sozialen Auswirkungen die Einführung bestimmter medialer Kommunikationsmittel in der Zeit ihrer Erfindung hatten. Folgt man der Hypothese (vgl. S. 3), dass die Entwicklung des Massenkommunikationssystems eng mit der Entwicklung der Gesellschaft verbunden ist. Daraus ergibt sich die Forschungsfrage, welchen gesellschaftlichen Einfluss die Erfindung des Telefons hatte und welche Rolle das Telefon in großen gesellschaftlichen Umbruchsituationen hatte.

Sicher ist der Rahmen der vorliegenden Arbeit begrenzt und kann unmöglich die gesamte Entwicklung des Telefons mitsamt ihrer gesellschaftlichen Auswirkungen nachzeichnen. Daher soll der Fokus auf die Zeit bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges begrenzt werden. Das Telefon im Kontext der Zeit zwischen 1914 und 1918 zu betrachten scheint bei genauerer Betrachtung äußerst sinnvoll, da es sich bei der Erfindung des Fernsprechers zweifellos um eine neue medientechnische Errungenschaft handelte1, die in einem weltumspannenden Ereignis wie den Ersten Weltkrieg eine entsprechenden Einfluss gehabt haben könnte. Ob es zwischen Telefon und Erstem Weltkrieg eine ähnlich stringente Verbindung gibt, wie sie heute oftmals dem Buchdruck und der Reformation nachgesagt wird, gilt es zu erörtern.

Danach soll in einem ersten Schritt die Geschichte des Telefons noch einmal dargestellt werden. In einem zweiten Schritt soll der Krieg kurz thematisiert werden und auf die Rolle des Telefons als Medium eingegangen werden. In einem letzten Teilkomplex soll versucht werden, die Stellung des Fernsprechers im ersten Weltkrieg näher zu beleuchten.

2. Die Geschichte des Telefons bis 1918

2.1 Streit um den Erfinder

Da es sich im Folgenden um einen historischen Abriss handelt, soll die Geschichte des Telefons nicht bis in die Gegenwart nachvollzogen werden. Die Einschränkung auf den Bereich vor 1918 ist daher beabsichtigt und reicht für den vorliegenden Betrachtungshorizont vollkommen aus.

Wie im oberen Teil schon Erwähnung fand, präsentierte der deutsche Wissenschaftler Philipp Reis 1861 vor dem Physikalischen Verein in Frankfurt am Main seine erste Version des Fernsprechers (vgl. Bernzen, Rolf 1992: S. 8). Die kommerzielle Nutzung der Apparatur leitet Alexander Graham Bell mit seiner Patentanmeldung im Jahre 1876 ein. Der beantragte Schutzumfang dieses Patentes erscheint aus heutiger Sicht sehr umfassend, beinhaltete er doch jede Form der Übertragung von Sprache und Tönen auf elektrischem Wege und ließ folglich keinerlei Platz für Konkurrenzapparaturen, obwohl diese im durchaus vorhanden waren2.

„Bells Patentanmeldung erfolgt somit in einem ökonomisch bedeutsamen und von starken gesellschaftlichen Interessen geprägten Umfeld gleichartiger wissenschaftlich-technischer Zielvorgaben und ähnlicher, in ihrem Entwicklungsstand vergleichbar bzw. sogar fortgeschrittenerer Forschungsarbeiten: Elisha Gray meldet bekanntlich sein Caveat am gleichen Tage an wie Bell und gibt darin (im Gegensatz zu Bell) eine ins einzelne gehende Beschreibung seines Telephones“ (Bernzen, Rolf 1992: S. 19).

Daher gehen noch heute die Meinung über den Erfinder bzw. Entwickler des Telefons weit auseinander. „Fast alle Arbeiten dieser Rezeptionsperiode (1876-1918) kreisen letztendlich um die Frage, wer mit Recht beanspruchen kann, als Erfinder des Telephons zu gelten“ (Bernzen, Rolf 1992: S. 14). Die verschiedenen Methoden und Deutungsmuster die bei der Beweisführung und Suche nach dem Erfinder in der Wissenschaft angewandt wurden, können im vorliegenden Fall nicht analysiert werden. Daher soll auch keinerlei Wertung in Bezug auf den „wahren“ Erfinder des Telefons vorgenommen werden.

Allein die konsensorientierte Schlussfolgerung des Wissenschaftlers Rolf Bernzen soll hier als Leitbild gelten, welchem man sich auch in diesem Rahmen annehmen kann: „[...], denn das Telephon in seiner für den praktischen Gebrauch geeigneten Form ist Resultat vielfältiger verschiedener Problemlösungsprozesse, die sich nicht auf die experimentellen Erfolge und theoretischen Erklärungen von Reis oder Bell reduzieren lassen“ (Bernzen, Rolf 1992: S. 24).

Unabhängig vom Ursprung der Erfindung, kann festgehalten werden, dass umfangreiche Forschungen vorgenommen worden um eine Etablierung des Fernsprechers zu realisieren. Elisha Gray, Thomas Alva Edison, David Edward Hughes und Alexander Graham Bell sind wohl die bekanntesten Wissenschaftler, die maßgeblich an der Weiterentwicklung des Telefonmodells von Philipp Reis in der frühen Phase beteiligt waren (vgl. ebd. S. 17).

Mit ihnen kam der rasche Aufstieg der Fernsprechtechnik. Schon „ab dem Jahre 1978 wurde innerhalb einer Frist von nur zehn Jahren in Nordamerika, in fast allen Staaten Europas sowie in einigen Staaten Südamerikas der öffentliche Telephonbetrieb eingeführt“ (Wessel, Horst A. 1998: S. 68). Dabei war das Telephon zunächst ein Nachrichtenmittel für den Stadtbereich, dann für den zwischen benachbarten Städten sowie Orten einer Region. Die Bereichserweiterung3 erfolgte sukzessive (vgl. ebd.: S. 67). Im Gegensatz zum Deutschen Reich, war das Fernsprechwesen in den USA frei von staatlichen Auflagen, so kam es zur Bildung von Privatgesellschaften, die im Laufe der Jahre allerdings Gebietsmonopole behaupten konnten. „Im Deutschen Reich fiel das Telephon unter das Telegraphenregal, und die staatlichen Verwaltungen gestatteten für den öffentlichen Nachrichtenverkehr keine Ausnahme“ (Wessel, Horst A. 1998: S. 68).

2.2 Das Telefon in Deutschland zur Jahrhundertwende

Die Entwicklung des Telefons in Deutschland wurde durch die staatlichen Verfügungsrechte nur bedingt gestört. Besonders weil der deutsche Generalpostmeister ein starker Förderer des Telefons war und frühzeitig versuchte den Fernsprecher als selbstständiges Nachrichtenmittel zu etablieren und nicht nur als Telegraphenhilfsapparat einzusetzen.

Diese Starthilfe und Überzeugungsarbeit schien an einigen Stellen auch nötig gewesen zu sein, da Kosten und Nutzen am Beginn der Entwicklung des Telefons noch nicht in einem angemessenen Verhältnis standen. Die Reichweiten, die mit dem Fernsprecher überbrückt werden konnten waren noch relativ überschaubar4 und die Konkurrenz mit dem klassischen Brief konnte die neue Technologie noch nicht aufnehmen. Im Jahr 1900 wurde die Post in Berlin noch neunmal am Tag ausgetragen und konnte, im Gegensatz zum Telefonat, auch als schriftlicher Beleg im Geschäftsverkehr herhalten (vgl. Wessel, Horst A. 1998: S. 68).

Auch die klassische Telegraphie, war um die Jahrhundertwende keinesfalls durch das Aufkommen des Fernsprechers obsolet geworden: „Competing technologies appeared on the horizon. In 1976 Alexander Graham Bell patented his version of the telephone. In 1901 Guglielmo Marconi announced that he had established radio communication between Europe and America. But neither device was yet ready to supplant the telegraph“ (Nickles, David Paull 2003: S. 8).

Gerade die These, die neuere Technologie des Fernsprechwesens hätte die der Telegraphie als bald verdrängt, stellt sich als Fehlschluss dar. Trotz der harten Konkurrenzlage konnten sowohl Telefon als auch die ältere Telegraphentechnik um 1900 individuelle Erfolge verbuchen5 und beide Techniken erlebten parallel goldene Zeiten.

„In verhältnismäßig kurzer Zeit fand das Telephon im öffentlichen Nachrichtenverkehr eine Verbreitung wie vor ihm keine der bekannten Verkehrseinrichtungen. Zunächst erhielten die Orte eine Anlage, für die ausreichend Anmeldungen vorlagen. Wenn auch ständig mehr Anschlusswünsche vorhanden waren, [...]“ (Wessel, Horst A. 1998: S. 69).

Hierfür waren sicherlich auch die ersten Segmentierungen zwischen Telefon und Telegraf verantwortlich. Eine Nutzungsstatisik aus dem Jahre 1900 zeigt, dass sich der Telefonverkehr zu 5% auf private Nutzung, 20% auf Finanzverkehr und 75% Geschäftsverkehr beschränkte (vgl. Wessel, Horst A. 2001: S. 59). Der Telegrammverkehr konnte nur 1% private Nutzung verbuchen, spielte allerdings eine gewichtige Rolle in den Bereichen Börse/Banken (34%) und Staat und Zeitung (10%). In beiden letzteren Bereichen ist das Telefon noch so unwichtig, dass es keine Erwähnung fand (vgl. ebd. 2001: S. 59).

[...]


1 [...] Zwar sind die für eine Kommunikation zwischen räumlich getrennten Personen ungleich besseren Möglichkeiten rasch erkannt worden, und kaum eine Erfindung ist so schnell angewandt worden und hat eine scheinbar so unaufhaltsame Verbreitung gefunden wie das Telephon“ (vgl. Wessel, Horst A. 1995: S. 101-127). „Von maßgebendem Einfluss sowohl auf die Entwicklung der elektrischen Telegraphie- wie auch auf die des elektrischen Nachrichtenwesens insgesamt erwies sich die Einführung des Fernsprechers als selbstständiges Nachrichtenverkehrsmittel“ (vgl. Wessel, Horst A. 1983: S. 972).

2 Amos E. Dolbear veröffentlicht wenig später ein Buch, in dem er ein von ihm entwickeltes Telephon vorstellt, dessen technischer Entwicklungsstand weit über das hinausgeht, was Bell und Gray als Patent angemeldet haben. Horstmann vermerkt dazu: „Bei der durchdringenden Kenntnis der einschlägigen Fragen, die Dolbears Buch verrät, und bei der damaligen, der Form des Telephons von Bell überlegenen Form, kann man nicht zweifeln, dass Dolbear seine Erfindung unabhängig von Bell gemacht hat, und zwar zeigt sich bereits diejenige Konstruktion (Hufeisenmagnet und Eisenmembran), die sich schließlich durchgesetzt hat. Betrachtet man die im Jahre 1876 vorhandenen Ausführungsformen von Bell, Gray und Dolbear, so muss man zu dem Schluss kommen, dass die von Dolbear die ausgereifteste war“ (Horstmann 1952: S. 1ß. In: Bernzen, Rolf 1992: S. 19­20).

3 „Vor dem Ersten Weltkrieg konnte bereits auf Distanzen von im Durchschnitt 600 Kilometern eine gute sprachliche Verständigung erzielt werden – vereinzelt waren es auch bis zu 750 Kilometer. Dabei handelte es sich jedoch um Strecken mir starken Oberleitungsdrähten aus Kupfer; unterirdisch geführte Kabelleitungen waren zwar witterungsunabhängig, ließen jedoch keinen Verkehr über mehr als 40 Kilometer Entfernung zu“ (Wessel, Horst A. 1998: S. 68).

4 „Die praktischen Erfahrungen der ersten zwei Jahrzehnte im Fernsprechverkehr hatten gezeigt, dass in der Regel eine halbwegs lautstarke und deutliche Verständigung über 35 Kilometer kaum möglich sei“ (Weiher, Siegfried von; Goetzler, Herbert 1981: S. 65).

5 „August Raps, der 1983 bei Siemens & Halske eingetreten war, und Adolf Franke, der 1896 sein Assistent und Mitarbeiter wurde , haben sich namentlich auf diesem Gebiet entschieden eingesetzt und der elektrischen Telegrafie zu neunen, bedeutsamen Erfolgen verholfen. Schon 1895 war durch Raps´Konstruktionstalent der damals rund 40 Jahre alte Hughes-Schreibtelegraf durch Ausstattung mit elektromotorischem Antrieb und Fliehkraftregler zu einem modernen und leistungsfähigen Nachrichtengerät perfektioniert worden. Fast ein halbes Jahrhundert konnte der so verbesserte Typendrucker eine bedeutsame Rolle im Nachrichtenverkehr spielen. Im Endeffekt wollte man aber ganz neue, schnellere Geräte konstruieren (Weiher, Siegfried von; Goetzler, Herbert 1981: S. 65).

Details

Seiten
23
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640452026
ISBN (Buch)
9783640451913
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v137412
Institution / Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg – Institut für Medien, Kommunikation und Sport Dept. Medien- und Kommunikationswissenschaften
Note
1,7
Schlagworte
Telefon Reis Bell Erster Weltkrieg

Autor

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