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Entwurf einer Unterrichtsstunde zum Thema "Bargeldlose Zahlungsarten"

Wirtschaftsdidaktik - GY Kl 9 BY

Unterrichtsentwurf 2009 25 Seiten

Didaktik - BWL, Wirtschaftspädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bedingungs- und Situationsanalyse
1.1 Lerngruppensituation
1.2 Soziokulturelle Vorraussetzungen
1.3 Anthropologisch-psychologische Vorraussetzungen
1.4 Position des Lehrers
1.5 Fachspezifischer Entwicklungstand der Klasse
1.6 Richtlinien und Bildungsstandards

2. Sachanalyse

3. Literaturverzeichnis

1. Bedingung- und Situationsanalyse

1.1. Lerngruppensituation

Seit beginn des Schuljahres unterrichten wir die Klasse 9b des neusprachlichen Gymnasiums in X., zwei Mal wöchentlich im Fach Wirtschaft- und Rechtslehre.

Der Unterricht findet im Klassenzimmer der 9b statt, welches die gängige Schulausstattung wie Tafel und Overheadprojektor bietet. Nur in Ausnahmefällen besteht auch die Möglichkeit in einen benachbarten Fachraum auszuweichen, wenn neue Medien bzw. audiovisuelle Medien eingesetzt werden sollen.

Die Sitzordnung in der Klasse ist lehrerzentriert, sie kann aber durch Verrücken der Tische und Stühle so umgebaut werden, dass sie für Gruppenarbeiten, Stationsarbeiten, usw. genutzt werden kann.

1.2. Soziokulturelle Vorraussetzungen

Die 25 Schüler/innen der Klasse setzten sich aus 13 Mädchen und 12 Jungs zusammen und haben fast ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft. Lediglich zwei Schüler haben einen türkischen Migrationshintergrund. Das Einzugsgebiet der Schule kann zum Landkreis Dachau zusammengefasst werden und die soziale Zugehörigkeit der Schüler/innen liegt etwa in der sozialen Mittelschicht.

Das Interesse der Eltern am Schulalltag ihrer Kinder kann auch durchwegs als positive beschrieben werden. Der erste Elternabend des laufenden Schuljahres wurde immerhin von ca. ¾ der Eltern besucht. ¼ der Eltern zeigt ein etwas geringeres Interesse, was aber auf die durchwegs guten Leistungen der betreffenden Schüler/innen zurückgeführt werden kann.

Die Klasse weist eine gute Klassengemeinschaft auf, was zum Einen auch auf die gemeinsame Klassenfahrt zu Beginn des Schuljahres zurückzuführen ist und zum Anderen auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass sich die meisten Schüler schon seit der fünften Klasse kennen. Auch die zwei Schüler mit Migrationshintergrund haben keine Probleme sich in die Klasse zu integrieren und werden von ihr gut aufgenommen.

1.3. Anthropologisch-psychologische Vorraussetzungen

Die Altersstruktur der Klasse kann, für eine neunte Klasse, als durchwegs normal angesehen werden und liegt zwischen 15 und 17 Jahren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Klasse zeigt relativ großes Interesse an dem bisher durchgenommen Stoff, was auch darauf zurückgeführt werden kann, dass sie in dem Unterrichtsfach zum ersten Mal unterrichtet werden. Dennoch kann nur selten von einer intrinsischen Motivation der Schüler, sich mit dem Unterrichtsstoffe zu beschäftigen, gesprochen werden.

Die Lernbegabung der Schüler sowie das Lerntempo ist der Altersstruktur der Schüler angepasst und kann als normal, bis leicht überdurchschnittlich bezeichnet werden. Lediglich ein Schüler mit Migrationshintergrund hat Probleme, sich über längere Zeit zu konzentrieren. Die Motivation der Schüler ist generell recht gut, vor allem Situationen in denen die Schüler selbst etwas erarbeiten können, machen ihnen viel Spaß und sie zeigen Engagement.

1.4. Position des Lehrers

Das Verhältnis zwischen Klasse und Lehrern darf als sehr gut bezeichnet werden, was vor allem durch die gemeinsame Klassenfahrt zu beginn des Schuljahres noch verstärkt wurde. Trotz der großen Beliebtheit, werden die Lehrer aber dennoch als Respektspersonen und Autoritäten wahrgenommen. Die Lehrer besitzen gute Fachkompetenzen im Fach Wirtschaft- und Rechtslehre, eine gute Allgemeinbildung und können sich so gut in die Schüler hineinversetzten, um so die Fragen der Schüler zu verstehen und beantworten.

1.5. Fachspezifischer Entwicklungsstand der Klasse

Wie bereits vorangehend erwähnt, wird das Fach Wirtschaft- und Rechtslehre an einem neusprachlichen Gymnasium in der neunten Klasse zum ersten Mal unterrichtet. Die Schüler/innen kommen also zum ersten Mal in den schulischen Kontakt mit den Wirtschaftswissenschaften. Die Grundkenntnisse in diesem Bereich sind bisher nur aus dem Unterricht des aktuellen Schuljahres vorhanden, werden aber gut beherrscht.

1.6. Richtlinien und Bildungsstandards

Der Lehrplan für die neunte Jahrgangstufe eines neusprachlichen Gymnasiums im Fach Wirtschaft- und Rechtskunde sieht vor, dass die Schüler/innen einen Einblick, bzw. einen Überblick in die Thematik des wirtschaftlichen Handelns der privaten Haushalte bekommen und lernen, wie sie sich zielgerichtete Informationen beschaffen und bewerten können, um ein Verantwortungsbewusstsein in ökonomischen Entscheidungen zu entwickeln. Die von uns gehaltene Unterrichtsstunde ist Teil einer siebenstündigen Unterrichtseinheit, welche sich mit dem Thema der Entscheidungsfragen beim Umgang mit Geld befasst. Diese Unterrichtseinheit soll den Schüler/innen zum einen die Entwicklung und die Funktion des Geldes, die Bedeutung der Geldwertstabilität näherbringen, zum Anderen soll sie einen Überblick über die wichtigsten Zahlungsarten und die aktuelle Entwicklungen im Zahlungsverkehr geben. Im späteren verlauf der Unterrichtseinheit wird noch grundlegende Anlageformen vorgestellt, sowie die Möglichen Ursachen und Risiken der Verschuldung privater Haushalte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Fachwissenschaftliche Analyse

Geld wird auf der ganzen Welt als Tauschmittel angesehen. Um nun als gesetzliches Zahlungsmittel bezeichnet zu werden, muss dies vom Staat ausdrücklich als Tauschmittel deklariert werden, also Münzen oder Papiergeld. Die Funktionen des Geldes können aber auch von Zahlungsersatzmittel übernommen werden. Einziger Unterscheid zum gesetzlichen Zahlungsmittel besteht darin, dass keine Annahmepflicht besteht. Als Zahlungsmittel können somit bare, halbbare und bargeldlose Zahlungen unterschieden werden.

- Die Barzahlung:

Bei der Barzahlung wird weder das Konto vom Empfänger, noch des Zahlungspflichtigen, beansprucht. Der Bezahlende übergibt dem Empfänger bares Geld. Diese Methode wird in erster Linie bei kleineren Beträgen bevorzugt, da sie eher als zeitaufwendig, unbequem und vor allem als risikoreich charakterisiert werden kann.

- Die halbbare Zahlung:

Bei dieser Zahlungsart muss wenigstens ein Konto zur Verfügung stehen, auf das in Form einer Ein- oder Auszahlung zugegriffen werden kann. Bei dieser Form kommt allerdings nur ein Geschäftspartner mit Bargeld in Berührung.

- Die bargeldlose Zahlung:

Bei dieser Zahlungsart kommt keine Partei mit Bargeld in Berührung. Hierfür benötigen beide Transaktionspartner ein Konto. Mittels Buchungen wird die Zahlung zwischen den beiden Konten abgewickelt. Diese Zahlungsmodalitäten bringen für beide Geschäftspartner Vorteile mit sich. Die Kontoinhaber können ihre Geschäfte jederzeit, termingerecht, schnell, sicher und kostengünstig durchführen. Formen dieser Zahlungsart sind die Überweisung, der Dauerauftrag, das Lastschriftverfahren und die Bezahlung mit Kreditkarte, die im weiteren Verlauf noch näher vorgestellt werden.

2.1. Die Kreditkarte

Mit der Kreditkarte ergibt sich die Möglichkeit Waren und Dienstleistungen sowohl national, als auch international, zu erwerben. Die Einsatzmöglichkeiten bieten sich im Geschäfts- und im Privatleben. Die vier führenden Kreditkartengesellschaft sind Master Card, Visa, Diners und American Express.

Bei der Nutzung der Kreditkarte können sowohl für den Händler, als auch für den Karteninhaber, Kosten entstehen. Der Händler muss monatliche Fixkosten für die Bereitstellung der Systeme abführen. Des Weiteren muss er an das Kreditinstitut zwischen 3-5% vom Kaufpreis abtreten. Als Gegenleistung erhält der Händler dafür eine Zahlungshaftung (Delkredere). Je nach Kreditkarteninstitut können auch für den Karteninhaber Kosten anfallen. In den meisten Fällen ist allerdings der Erhalt einer Karte kostenlos, sofern ein gewisser Mindestumsatz getätigt wurde. Zur Sicherheit wird aber bei den Kreditkarteninstituten für jeden Kunden eine Bonitätsprüfung durchgeführt. Im Falle des Verlusts der Kreditkarte muss dies sofort angezeigt werden, um einen Missbrauch zu verhindern. In der Regel haftet der Kunde mit 50 Euro bei zu später Kartensperrung. Ausgenommen ist die Tatsache, dass grob fahrlässig mit der Kreditkarte umgegangen wurde, z.B. dass die Pin nicht sorgfältig aufbewahrt wurde oder dass der Verlust nicht umgehend gemeldet wurde.

Bei der klassischen Kreditkarte erhält der Inhaber monatlich eine Abrechnung, in der die kompletten Transaktionen aufgelistet werden. Kreditkarten gewähren somit dem Inhaber einen Kredit bis zum nächsten Monat.

Aus dieser Tatsache ergeben sich diverse Vorteile. Zum einen ergibt sich der Vorteil, dass nach einem Kauf das Konto erst nach einigen Wochen belastet wird. Außerdem erhält man zum Monatsende eine genaue Abrechnung und hat somit einen guten Überblick über die gemachten Ausgaben. Des Weiteren wird das Bezahlen im Ausland erleichtert. Als weitere Vorteile sind noch das Abheben von Geld und das Zahlen in Onlineshops zu nennen.

Nachteilig an dieser Zahlungsart ist zu sehn, dass nicht alle Geschäfte flächendeckend entsprechende Systeme zur Verfügung stellen. Auch ein Missbrauch im Internet ist ebenso möglich. Zuletzt ist noch anzumerken, dass im Regelfall die bereits genannten Gebühren für die Kreditkarte an das entsprechende Institut abgeführt werden müssen. (vgl. HEERMANN 2003, S. 264ff)

2.2 Die Überweisung

Mit der Überweisung ist eine Übertragung von Geld von einem Konto einer Bank zu einem anderen Konto der gleichen oder anderen Bank möglich. Dies geschieht häufig bargeldlos in Form von Buchungen der beteiligten Konten.

Hierbei beauftragt der Kontoinhaber einen bestimmten Geldbetrag von seinem Konto auf ein begünstigtes Konto zu übertragen. Dieser Auftrag wird an die Zentralbank weitergeleitet und ausgeführt. Er enthält folgende Daten. Den Namen und Kontonummer des Empfängers, Bankleitzahl der Empfängerbank, Höhe des Betrags, den Verwendungszweck und die Unterschrift. Die Zentralbank leitet diese Daten an die betreffende Bank weiter und verrechnet die Zahlungen.

Überweisungen von einem Konto zum anderen innerhalb einer Bank laufen schneller ab, da sie direkt gebucht werden und die Daten nicht erst an die Zentralbank geleitet werden. Für die Dauer der Überweisung ergeben sich vier Szenarien.

- fünf Bankgeschäftstage bei Auslandszahlungen in der EU
- drei Bankgeschäftstage bei institutsübergreifenden Inlandszahlungen
- zwei Bankgeschäftstage innerhalb eines Instituts
- ein Bankgeschäftstag innerhalb der gleichen Haupt- bzw, Zweigstelle

Der Vorteil der Überweisung ist in der leichten Handhabung der Bezahlung zu sehen. War früher die Überweisung mit Überweisungsträger zu tätigen, kann man heute bequem von Zuhause über Online-Banking eine Transaktion abwickeln.

Ein Nachteil besteht allerdings in der Rückgabe von Überweisungen, denn dies ist nicht möglich sofern der Betrag beim Empfänger bereits gutgeschrieben wurde. Problematisch ist dieser Punkt insbesondere im elektronischen Handel. Bei einer fehlerhaften Überweisung kann ein Nachforschungsauftrag beantragt werden, was allerdings sehr umständlich ist. Bei einer Transaktion über 10000 Euro prüft die Bank ob diese Summe ins Profil des Kunden passt. Die Prüfung erfolgt um einen etwaigen Missbrauch zu verhindern.

(vgl. HEERMANN 2003, S. 202ff)

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Details

Seiten
25
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640486755
ISBN (Buch)
9783640486908
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v136536
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,7
Schlagworte
Entwurf Unterrichtsstunde Thema Bargeldlose Zahlungsarten Wirtschaftsdidaktik

Autor

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Titel: Entwurf einer Unterrichtsstunde zum Thema "Bargeldlose Zahlungsarten"