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Lizenzierungsfragen bei Einsatz von Virtualisierungstechniken

Hausarbeit 2008 15 Seiten

Informatik - Angewandte Informatik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1.. Einführung

2. Virtualisierung
2.1. Komplettvirtualisierung
2.2. Paravirtualisierung
2.3. Betriebssystemvirtualisierung

3. Software-Lizenzierung
3.1. Lizenzierung pro Gerät
3.2. Lizenzierung pro Benutzer
3.3. Server- und Zugriffslizenzen
3.4. Concurrent use
3.5. Prozessorlizenzen

4. Lizenzierung von Software in virtuellen Systemen
4.1. Windows Server
4.1.1. Windows Web Server
4.1.2. Windows Server 2008 Standard
4.1.3. Windows Server 2008 Enterprise
4.1.4. Windows Server 2008 Datacenter (und Itanium-basierte Systeme)
4.1.5. Windows Vista
4.2. Beispiel
4.3. Serveranwendungen

5. Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Quelle: "Licensing Microsoft Server Products with Virtual Machine Technologies (Brief)"

Abbildung 2: Quelle „Lizenzierung von SQL Server 2005 in virtuellen Systemen (Fujitsu Siemens Computer easy 10/2007)“

1. Einführung

Die klassischen Lizenzmodelle von Software-Herstellern sorgen in virtuellen Welten für Probleme und Missverständnisse1. Anbieter und Kunden haben unterschiedliche Wünsche und Vorstellungen in Bezug auf die Lizenzierung von Software auf virtuellen Maschinen. Kein vorhandenes Modell erfüllt bis jetzt die Anforderungen an Flexibilität, Einfachheit und Transparenz der Software-Lizenzierung im Bereich der Virtualisierung in der Informationstechnik.

Die Kunden erkennen in der Lizenzierung virtueller Systeme eine Möglichkeit zur Senkung der Softwarekosten. Die Hersteller hingegen sehen in der Leistungsverbesserung und der Steigerung des Funktionsumfangs eine Rechtfertigung für einen höheren Preis. Diese Arbeit soll einen Überblick der Lizenzmodelle für Software aufzeigen und den sinnvollen Einsatz von Lizenzen im Bereich der virtuellen Systeme erläutern.

2. Virtualisierung

Der Begriff Virtualisierung wird in der Informationstechnologie in verschiedenen Bereichen verwendet. Generell bedeutet Virtualisierung die Abstraktion physikalischer Ressourcen. Virtualisierung ermöglicht es, mehrere virtuelle Server auf einer physischen Maschine zu betreiben. Die virtuellen Maschinen (VM) können verschiedene Betriebssysteme ausführen und sind von den parallel ausgeführten VM isoliert. Jede VM kann im Betriebssystem auf ihren abstrahierten Hardware Bereich zugreifen. Die Ressourcenverteilung wird durch den Virtual Machine Monitor (VMM) geregelt. Dieser verteilt und verwaltet die Hardware-Ressourcen für die virtuellen Maschinen so, als würde die VM alleine auf dem Host betrieben werden. Zu den verteilten Hardware Ressourcen gehören u.a.: CPU, Hauptspeicher, Netzwerkkarte, Festplatte, usw. Bei der Virtualisierung wird zwischen zwei Arten von Betriebssystemen unterschieden, dem Hostsystem und dem Gastsystem. Das Hostsystem befindet sich auf dem Server, der die Hardwareplattform darstellt. Als Gastsystem wird die virtuelle Maschine bezeichnet, die auf dem Hostsystem betrieben wird. Die Anfänge der Virtualisierung gehen bis in die sechziger Jahre zurück. Damals wurde Virtualisierung verwendet, um große Mainframes zu partitionieren. Diese knappe und kostspielige Ressource musste optimal ausgenutzt werden, so dass mittels Virtualisierung die Hardware effizienter genutzt werden konnte. Im Laufe der Jahre entwickelte sich der PC zu einer günstigen und leistungsstarken Alternative, daher ging die Bedeutung der Virtualisierung in den achtziger Jahren verloren. In den neunziger Jahren begann die Wissenschaft wieder zu erkennen, welche vielfältigen und sinnvollen Vorteile die Virtualisierung bietet. Sie nutzt zum Beispiel nicht ausgelastete Server effizienter und reduziert die Probleme steigender Verwaltungs- und Energiekosten.

Die fortschreitende Verwendung der Virtualisierung kann allerdings dazu verleiten, alle physikalischen Server in virtuelle Systeme umzuwandeln2. Aber nicht jede Anwendung ist auf einem virtualisierten System uneingeschränkt lauffähig, daher muss genau analysiert werden, welche Anwendung, auf welchem Server und mit welcher Variante der Virtualisierung optimal betrieben werden kann.

Die Virtualisierung von Servern lässt sich in folgende Klassen einteilen.

2.1. Komplettvirtualisierung

Bei der kompletten Virtualisierung wird dem Gastsystem eine abstrahierte und standardisierte Hardwareschicht des Hosts präsentiert. Zugriffe auf den Hauptspeicher und Prozessor können direkt zur Hosthardware durch geleitet werden. Der Zugriff auf andere Geräte (Grafikkarte, Festplatte) wird emuliert, was geringe Systemleistung kostet (ca. 2 bis 25 Prozent). Bei der Komplettvirtualisierung wird zwischen Hosted-und Hypervisor- Virtualisierung unterschieden.

Hosted-Virtualisierung verwendet eine Virtualisierungssoftware3 (z.B. VMware Server, Microsoft Virtual Server), die auf dem Betriebssystem der Host-Hardware installiert ist. Der Zugriff auf die Hardware durch die Hosting-Software erfolgt über das Host-Betriebssystem.

Hypervisor-Virtualisierung benötigt kein installiertes Betriebssystem als Zwischenschicht, sondern kann direkt auf die Hardware zugreifen. Hypervisor Produkte (z.B. Citrix XenServer, VMware ESX, Microsoft Hyper-V) haben einen Vorteil in Bezug auf ihre Geschwindigkeit, jedoch muss die Hardware unterstützt werden.

2.2. Paravirtualisierung

Paravirtualisierung verwendet einen angepassten Betriebssystemkern des Gastsystems, so dass dieser direkt mit der von der Virtualisierungsschicht bereitgestellten und nicht mit der physikalischen Hardware kommuniziert. Die physikalische Hardware muss daher nicht für jede einzelne VM gesondert virtualisiert werden. Die Gastbetriebssysteme greifen direkt auf die angepasste Hardware zu. Der virtuelle Maschinen-Monitor XenTM erlaubt es, die Hardware dynamisch, in die für den Betrieb der Gastsysteme benötigten Ressourcen, aufzuteilen. Voraussetzung für die Verwendung eines Gastbetriebssystems ist jedoch Anpassung des Betriebssystem-Kernels. So wird zum Beispiel die Betriebssystem-Familie Windows, mangels Unterstützung von Microsoft, bislang noch nicht unterstützt. Der Performance-Verlust bei Paravirtualisierung fällt geringer aus und beträgt zwischen 0,1 und fünf Prozent.

2.3. Betriebssystemvirtualisierung

Bei der Betriebssystem-Virtualisierung (z.B. Parallels Virtuozzo4 ) wird auf der Betriebssystem- (Kernel-)Ebene virtualisiert. Diese Variante erstellt mehrere isolierte Container auf einer einzelnen physischen Server- und Betriebssysteminstanz. Als Basis existiert ein Standard-Hostbetriebssystem (z.B. Windows oder Linux), auf dem die Virtualisierungssoftware mit einem proprietären Dateisystem und einer Kernel-Service-Abstraktionsschicht ausgeführt wird. Das Basis-Betriebssystem wird sozusagen multipliziert und den Gästen zur Verfügung gestellt. Die virtuellen Umgebungen selbst beinhalten separate Applikationen oder Dienste. Der Nachteil dieser Virtualisierungsform ist die Abhängigkeit vom Host-Betriebssystem.

3. Software-Lizenzierung

Die Installation und Verteilung von Software im Unternehmen wird immer einfacher und kann sogar vollautomatisch erfolgen. Die Installation einer CD auf mehreren Rechnern ist aber, nach geltendem Urheberrecht5, nicht zulässig. Damit diese erweiterte Verteilung der Software auch rechtlich zugelassen ist, müssen die Benutzungsrechte erweitert werden. Dazu müssen Kunde und Hersteller einen Lizenzvertrag abschließen, in dem alle Rechte und Pflichten aufgeführt sind. Mit dem Erwerb einer Software oder dem Abschluss eines Lizenzvertrages erwirbt der Kunde bestimmte Nutzungsrechte an der Software.

[...]


1 Vgl. Wesche, P. (2008)

2 Vgl. Desai, A. (2007)

3 Vgl. Ahnert, S. (2006)

4 Vgl. http://www.parallels.com/de/products/virtuozzo, Stand 15.06.2008

5 Schutz der Urheberrechte nach §69a, Abs 3 UrhG

Details

Seiten
15
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640436965
ISBN (Buch)
9783640437078
Dateigröße
452 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v135631
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie und Management gemeinnützige GmbH, Hochschulstudienzentrum Hamburg
Note
1,7
Schlagworte
Software Lizenzierung Lizenzen Microsoft Virtualisierung virtuelle Server Betriebssystem Virtual Server Hyper-V VMWARE

Autor

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