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Edvard Munch - Der fühlende Mensch als Maß einer freien Kunst

Seminararbeit 2002 14 Seiten

Kunst - Malerei

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Edvard Munchs Leben

3. Die Bedeutung Munchs

4. Sein Werk “Der Schrei”
4.1. Sujet und Thema
4.2. Verwendung künstlerischer Mittel
4.3. Kunstgeschichtliche Einordnung
4.4. Schlussfolgerungen zum Bild

5. Schlusswort

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Maler und Grafiker Edvard Munch war einer der bedeutendsten Wegbereiter des Expressionismus.

Ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung der modernen Malerei war die Einbringung des psychischen Elements. Munch war ein Pessimist, er war empfänglich für alles Zwielichtige und wurde gequält von neurotischen Obsessionen. Beim Malen verarbeitet er eigene psychische Probleme, wodurch äußerst subjektive Bilder entstehen können. Das bewundere ich an seinen Werken - man betrachtet eines seiner Bilder und ist überwältigt von Emotionen. Ein Zitat von Stanislaw Przybyszewski gibt wohl am besten wieder, was das Besondere an seinen Werken ausmacht: “Edvard Munch ist es, der als erster unternommen hat, die feinsten und subtilsten Seelenvorgänge darzustellen.”

Um zu verstehen, wie dies erst möglich war, muss man sich wohl einen Einblick in seine Lebensgeschichte verschaffen.

2. Edvard Munchs Leben

Edvard Munch wurde am 12. Dezember 1863 als Sohn des Militärarztes Christian Munch und seiner Frau Laura Cathrine im norwegischen Loten geboren. Er ist das zweite Kind und hat neben seinem Bruder Andreas außerdem noch drei Schwestern - Sophie, Laura und Inger.

1864 zieht die Familie nach Kristiania, dem heutigen Oslo. Schon für den jungen Edvard ist das Leben ein Reigen zum Tode. Sein Vater ist sehr schwermütig, was den kleinen Edvard stark beeinflusst. Mit nur 5 Jahren verliert Munch 1868 seine Mutter, die an Tuberkulose stirbt. Ihren Tod überwindet er nie ganz. Er selber ist von schwacher Gesundheit, aber seine ältere Schwester Sophie ist 1877 das nächste Opfer der Schwindsucht. Eine jüngere Schwester erhält früh die Diagnose “Melancholie”. Von den fünf Geschwistern ist es nur der Bruder Andreas, der heiratet, um dann nur wenige Monate nach der Hochzeit zu sterben.

Das Elternhaus war zwar kulturell anregend, es sind jedoch die Eindrücke von Kindheit, Tod und Trauer, zu denen Munch in seiner Kunst hauptsächlich zurückkehrt. Über seine Kindheit sagt Munch später: “Krankheit, Wahnsinn und Tod hielten wie schwarze Engel Wacht an meiner Wiege. Sie haben mich durch mein ganzes Leben begleitet.”

1879 beginnt er auf Drängen seines Vaters ein Ingenieurstudium an der Technischen Hochschule in Kristiania. Doch schon 1880 verlässt er die Schule um an der Königlichen Zeichenschule in Kristiania Maler zu werden.

Im gleichen Jahr wird er Schüler von Hans Heyderdahl und Christian Krogh. Zuvor hatte er selbstständige Zeichenversuche unternommen ( zum Beispiel: Bildnis des Malers Torgersen, um 1800).

1882 mietet Edvard Munch mit sechs weiteren Künstlern ein Atelier, um dort seine künstlerischen Studien fortzusetzen. Die Bilder dieser Zeit sind trotz Nähe zur Akademie an der Freilichtmalerei des Impressionismus orientiert.

Als Munch zum ersten mal eines seiner Werke auf der großen Berliner Kunstausstellung zeigt. Löst er einen derartigen Skandal aus, dass sie Ausstellung eine Tag nach der Eröffnung schließen muss.

Ab 1884 schließt sich Munch dem Kreis der “Kristiania - Bohéme” an, einer Gruppe von Künstlern, Schriftstellern und Studenten, die sich gegen die bürgerliche Gesellschaft und ihre Moral auflehnt und unter anderem soziale Gleichheit und sexuelle Freiheit fordert. Der Umgang mit der “Kristiania Bohéme” wird zum entscheidenden Wendepunkt in seinem Leben und zur Quelle eines inneren Konflikts. Die Werke, die in dieser Zeit entstehen, gehören zu seine wichtigsten Frühwerken, darunter ein Bildnis der Schwester (Kniestück) in dunkler Malweise.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kristiania-Boehme II, 1885

1885 war Munch für einen kurzen Studienaufenthalt in Paris, von wo er die impressionistischen Techniken und das Malen mit leuchtenden Farben auf weißem Grund mit in die norwegische Heimat brachte. Im selben Jahr beginnt er die Arbeit an einem entscheidenden Werk, “Das kranke Kind”. Munch verarbeitet in dem kranken Mädchen, wie so oft später noch, den frühen Tod seiner Schwester.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das kranke Kind, 1894

Als das Bild zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt wird, wird es mit negativen Kritiken überschüttet. Die bedrückende Stimmung, die das Bild vermittelt, empört die Menschen.

Im Herbst 1889 hat Munch seine erste Einzelausstellung in einem norwegischen Studentenverein, woraufhin der Staat ihm ein Künstlerstipentium gewährt, wodurch er wieder nach Paris kommt. Dort wird er für kurze Zeit Schüler von Léon Bonnat. Die wichtigeren Impulse aber empfing er, indem er sich im künstlerischen Leben der Stadt orientierte. Dort sah er Bilder der Impressionisten, Neoimpressionisten und Symbolisten.

In der Folgezeit malt er Bilder in impressionistischer, fast pointillistischer Manier. Die kühne Perspektive und die heitere strahlende Farbigkeit beeindrucken ihn. So entsteht 1891 “Frühlingstag auf der Karl-Johan-Straße”. Er malt die Boulevardstraße Oslos wie die französische Impressionisten die Prachtstraßen von Paris..

Wenig später wendet er sich dem Impressionismus wieder ab und kehrt zu seinen Wurzeln zurück. 1890 zeigt sich die Tiefgründigkeit seiner späteren Bilder, so malt er: “Die Nacht in St. Cloud”. Mit diesem Bild lässt er auch die letzten Verbindungen zum Naturalismus hinter sich, weil die Darstellung von emotionalen, seelischen Vorgängen damit nicht möglich ist. Er verarbeitet in dem Gemälde den Tod seines Vaters, der ihn schwer erschütterte.

1892 lädt ihn der Verein Berliner Künstler ein, um seine Werke auf einer Ausstellung zu zeigen. Schon kurze Zeit nach der Vernissage bricht ein Sturm der Entrüstung aus. Das Publikum und die älteren Maler betrachten Munchs Bilder als Hohn für die Kunst, als Schweinerei und Gemeinheit. Die Ausstellung wird in Protest geschlossen. Für Munch wird der Skandal dennoch zu Erfolg. Er wird berühmt, man spricht über ihn und seine Kunst. Er entschließt sich somit zum bleiben. Außerdem findet er Freunde, die ihn verstehen. Mit Walter Leislikow, der über ihn sagt: “...das ist gesehen, das ist empfunden. Wer solches sprechen kann, oder malen, in dem lebt eines Dichters Gemüt, mit des Dichters Augen schaut er in die Welt, die er liebt...”, verbindet ihn bald eine gute Freundschaft. Unter anderem pflegt er aber auch eine tiefe Freundschaft zu August Strindberg und Stanislaw Przybyszewski. Er gelangte in eine Kreis von Literaten, Künstlern und Intellektuellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1896 verlässt Edvard Munch Berlin und kehrt zurück nach Paris, Hier widmet er graphischen Mitteln immer mehr Aufmerksamkeit auf Kosten der Malerei. Schon in Berlin hatte er mit Radierungen und Lithographie begonnen. In Paris entstehen jetzt erste Farblithographien und Holzschnitte.

1902 stellt er 22 Gemälde des “Lebensfrieses” in der Berliner Secession aus.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Kuss, 1897

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Madonna, 1893-94

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Schrei, 1893

In seine Werken behandelt Munch die Weltangst, die er in symbolischen Darstellungen anhand der menschlichen Grunderfahrungen Eifersucht, Einsamkeit, Liebe und Tod wiedergibt. Bekannte Bilder sind beispielsweise “Der Kuss”, “Die Madonna”, “Der Tanz des Lebens” und sein wohl berühmtestes Gemälde “Der Schrei”.

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Details

Seiten
14
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638191692
Dateigröße
586 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v13526
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Institut für Kunst und Musikwissenschaft / Kunstpädagogik
Note
1,7
Schlagworte
Edvard Munch Mensch Kunst Knotenpunkte Moderne

Autor

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Titel: Edvard Munch - Der fühlende Mensch als Maß einer freien Kunst