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Das Problem der Angst beim motorischen Lernen unter Berücksichtigung der Sportart Wasserspringen

Hausarbeit 2002 16 Seiten

Sport - Sportarten: Theorie und Praxis

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Angst
2.1 Begriff der Angst
2.2 Ursachen der Angst
2.3 Formen der Angst
2.3.1 Angst im sozialen Bereich
2.3.2 Angst vor Schmerzen und körperlichen Verletzungen
2.3.3 Angst vor Unbekanntem
2.4 Anzeichen der Angst
2.5 Maßnahmen zur Angstkontrolle
2.5.1 Desensibilisierung- Verknüpfung von angstauslösenden und angenehmen Reizen
2.5.2 Akzeptieren und Verbalisieren
2.5.3 Rückmeldung
2.5.4 Aufmerksamkeitstraining – Selbstinstruktion
2.6 Verarbeitung von Angst
2.7 Umgang mit der Angst von Sportlern
2.8 Zusammenfassung

3 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Neben rationalen Gründen wird das menschliche Handeln maßgeblich von Gefühlen geleitet. Emotionen spielen in Erziehung und Schule eine große Rolle. Besonders gut kann man diese bei kleinen Kindern beobachten, die es noch nicht gelernt haben sich unter Kontrolle zu haben. Man sieht ihnen oftmals genau an, ob sie sich freuen oder traurig sind.

Ähnliche Reaktionen kann man oftmals im Sport feststellen. Im Schulsport sieht man meist sehr genau, ob ein Schüler mit Spaß bei der Sache ist oder nur mitmacht, weil er es muss, um eine akzeptable Note zu bekommen.

Aber schaut man nun in einen Bereich, in dem sich nur Sportwillige aufhalten – den Vereins- oder auch Profisport, auch dort werden Emotionen, im Gegensatz zum alltäglichen Leben, sehr offen gezeigt. Im Wettkampf lassen sich oftmals Frust über eine Niederlage oder missglückte Aktionen bzw. Freude über einen Sieg beobachten. Diese und ähnliche Emotionen haben immensen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit eines Sportlers.

Ebenso spielen diese eine große Rolle beim Erlernen neuer Fähigkeiten und Bewegungen. Gefühle können den Sportler dazu antreiben, sich immer höhere Ziele zu stecken, aber auch an ihren Aufgaben zu verzweifeln. Für das Neulernen von Bewegungen ist die Informationsaufnahme von entscheidender Bedeutung. „Im Zustand höchster Wachheit“ (Weineck, 1996, S. 63) ist dabei die beste Lernleistung möglich. Diese Wachheit wird zum Beispiel durch Emotionen wie Lob und Ermutigungen positiv beeinflusst. Tadel und Lernstress hingegen können den Lernvorgang erschweren.

Das Erlernen neuer Bewegungen wird, besonders im Sportunterricht, oftmals von einer ganz bestimmten, negativen Emotion beeinflusst. Angst spielt eine besondere Rolle. Verweigert sich ein Schüler absolut oder blockiert kurz vor der Ausführung beispielsweise eines Sprungs vom Drei-Meter-Brett, so kann man davon ausgehen, dass dieser Angst hat.

Hierfür kann es unterschiedliche Ursachen geben. Der Schüler in dem Beispiel hat wahrscheinlich Angst davor sich zu verletzen. Diese Formen der Angst hat Verweigerung zum Anzeichen. Für Kontrolle, Verarbeitung und Umgang mit Ängsten gibt es verschiedene Möglichkeiten, welche im Folgenden erläutert werden.

2 Angst

2.1 Begriff der Angst

Im Schülerduden „Die Biologie“ (1994, S. 24) findet man folgende Definition des Begriffs Angst:

A.[ngst] ist ein Gefühlszustand, der mit Beklemmung, Bedrückung, Erregung, oft auch mit quälender Verzweiflung einhergeht. Sie ist existentiell, d.h., sie entsteht als Reaktion auf jede real erlebte oder auch bloß vorgestellte, häufig nicht einmal voll bewusste Lebensbeeinträchtigung oder – bedrohung, im Unterschied zur Furcht, die objektbezogen ist und sich auf eine bestimmte Bedrohung bezieht, der insbes.[ondere] durch Flucht oder Aggression bzw. Gegenwehr begegnet werden kann. A.[ngst] ist von auffallenden körperlichen Symptomen (u.a. erhöhte Pulsfrequenz, Atemnot, Schweißausbruch, Zittern, gesteigerte Blasen- und Darmtätigkeit) begleitet, verbunden mit einer Minderung oder Aufhebung der willens- und verstandesmäßigen Kontrolle der Person über sich selbst.

Im Alltagsgebrauch werden Angst und Furcht oftmals synonym gebraucht.

Angst ist ein Phänomen, das in vielen Formen auftritt. Zunächst kommt man mit kindlichen Ängsten in Berührung, welche sich aus dem Hineinwachsen von Kindern in die menschliche Gesellschaft entwickeln. Eine weitere wichtige Erscheinungsform ist die Schulangst. Schüler stehen unter immensem Leistungsdruck. Dieser wird von Eltern und Lehrer noch zusätzlich verstärkt (z.B. durch Noten, Zeugnisse, Erwartungshaltung, u.ä.). Die oben aufgeführte Definition von Angst ist sehr allgemein. Eine umfassende Definition stellt sich als recht schwierig heraus. Der Grund dafür besteht wahrscheinlich aus deren Vielschichtigkeit. Unterschiedliche Erklärungsansätze stimmen darin überein, dass Angst ein als belastend empfundener emotionaler Zustand oder Prozess durch Auseinandersetzung einer Person mit verschiedenen Situationen entsteht (vgl. Klupsch-Sahlmann,R. S. 7f)

2.2 Ursachen der Angst

Angst ist sicher eine Ursache für Schulstress und Leistungsversagen. Auch im Sportunterricht spielt die Angst eine wichtige Rolle. Ein wesentlicher Faktor hierbei ist die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten. Eine wesentliche Frage, die sich der Sportler stellt: „Traue ich mir zu diese Bewegungsaufgabe zu lösen?“ Besonders für Sportanfänger kommt noch eine Fülle angstauslösender Faktoren hinzu, die sich auf Grund der für sie ungewohnten Bewegung und Bewegungserlebnisse ergeben. Bewegungen im Wasser sowie in der Luft (Salti, Sprünge, u.ä.) können dazu führen, dass der Sportler die Orientierung und das Gleichgewicht verliert. Dies kann dazu führen, dass er sich verweigert und nicht traut, die Anforderung zu versuchen. Die Person schützt sich durch dieses Verhalten evtl. vor körperlichen Schäden oder es kommt gerade durch verkrampftes Verhalten zu Unfällen, welche ohne das Angstgefühl nicht entstanden wären.

Das Gegenteil ist eher die Ausnahme - es kommt zu einer erhöhten Konzentration und während der Bewegungsausführung löst sich die Angst auf. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass je ungewohnter eine Bewegung, je ungewisser Handlungsablauf und –ergebnis sind und je folgenschwerer ein Misserfolg ist, desto intensiver wird das Gefühl der Angst vor, während und evtl. sogar noch nach der Bewegungsausführung sein. Im Regelfall ist die Angst ein negatives Gefühl. Das Verweigern der Bewegungsanforderung führt auf lange Sicht dazu, dass positive Erlebnisse einer erfolgreich gelösten Aufgabe fehlen. Außerdem kann eine verkrampfte Bewegungsausführung zu koordinativen Schwierigkeiten führen. Es kommt zu Stürzen und Verletzungen, welche die Angst wiederum verstärken. Man kann dieses Phänomen im Extremfall als Teufelskreislauf sehen. Der Spaß am Bewegungslernen geht gänzlich verloren. Die Kinder werden Außenseiter im Sportunterricht, weil niemand einen ängstlichen Mitspieler in seiner Mannschaft haben möchte. Sie werden am Ende der Schulzeit nicht die Erfahrung gemacht haben, dass Sport Spaß macht und körperliches Wohlbefinden zur Folge haben kann. Es sollte daher versucht werden den Unterricht so zu gestalten, dass Angst möglichst nicht entstehen kann und vorhandene Ängste mittels entsprechender Maßnahmen überwunden werden können.

2.3 Formen der Angst

Angst tritt in unterschiedlichen Erscheinungsformen auf. Vormbrock unterscheidet dabei drei Formen (vgl. 1982. S. 379ff)

2.3.1 Angst im sozialen Bereich

Diese Erscheinungsform tritt immer dann auf, wenn die eigene Person bzw. einzelne Fähigkeiten von anderen bewertet werden. Hierbei erscheint das eigene Selbstwertgefühl subjektiv durch diese Bewertung herabgesetzt bzw. angegriffen. Weiterhin können Situationen, in denen ein Sportler im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, Angst auslösen. Besonders gefährdet sind Sportler, deren Selbstbewusstsein nicht besonders gut ausgeprägt ist. Versagensangst kann dann auftreten, wenn ein Sportler subjektiv die an ihn gestellte Leistung nicht erbringt. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Leistungserwartung, die der Sportler an sich selbst richtet oder denkt, dass andere sie an ihn richten. Besonders in Sportspielen ist er dann nicht nur individuell betroffen, sondern die gesamte Mannschaft, was den Druck weiter erhöht. Im Wasserspringen lässt sich folgende Situation beobachten: „auf dem Sprungbrett stehen und sich nicht zum Sprung entschließen können, während die Mitschüler unten warten. In dieser Situation entsteht häufig ein Konflikt zwischen der „Flucht nach vorn“, also trotz Angst ins Wasser zu springen und dem Wunsch, das Sprungbrett über die Treppe zu verlassen. Letztere Reaktion kann jedoch subjektiv einen dermaßen großen Misserfolg bedeuten, dass sich der Schüler auch dazu nicht entschließen kann. Da ihm keine angemessenen Reaktionsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, verharrt er hilflos auf dem Sprungbrett, was im allgemeinen die Zunahme von Angst zur Folge hat.“Vormbrock (1982. S.381)

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Details

Seiten
16
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783640431915
ISBN (Buch)
9783656112518
Dateigröße
379 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v135125
Institution / Hochschule
Technische Universität Darmstadt – Institut für Sportwissenschaft
Note
2,3
Schlagworte
Problem Angst Lernen Berücksichtigung Sportart Wasserspringen

Autor

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