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Karl Marx Warenfetischismus und seine Auswirkung auf die politische Ökonomie

Hausarbeit 2009 13 Seiten

Politik - Sonstige Themen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Fetischismus

3. Die Ware

4. Die zwei Gesichter warenproduzierender Arbeit
4.1 Der Mehrwert der Arbeitskraft

5. Die Magie des Geldes

6. Der Gegenstand der politischen Ökonomie

7. Der Warenfetischismus

8. Resümee

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Das Kapital“ von Karl Marx ist eine Schrift, die die Menschheit seit ihrer ersten Veröffentlichung bis heute geprägt hat. Lange Zeit galten die Theorien von Karl Marx als gescheitert und die Prophezeiung des Untergangs des Kapitalismus als unbegründet. Aber in Zeiten der wirtschaftlichen Krisen, wird Karl Marx erneut zum Leben erweckt, es tauchen Fragen auf wie: Hat der Kapitalismus doch seine Grenzen? Wird der Kapitalismus sich selbst zerstören? Und Gibt es eine effektive sowie effiziente Alternative zum Kapitalismus? Die Auseinandersetzung mit Marx ist unumgänglich, wenn man sich mit zeitgenössischen Krisen, wirtschaftlichen Vorgängen und der politischen Ökonomie beschäftigt.

Der Warenfetischismus, welchen Marx begründet, spielt aus seiner Sicht eine entscheidende Rolle im Kapitalismus. Deshalb wird im Folgenden der Begriff des Warenfetischismus näher betrachtet.

In dieser Hausarbeit wird der Begriff des Warenfetischismus, den Karl Marx prägte, durchleuchtet. Dabei ist es unumgänglich den Begriff in seiner Bedeutung während der Entstehungsphase zu reflektieren und zu erläutern. Was genau verstand man zu Karl Marx Lebzeiten unter dem Begriff „Fetisch“ und was beinhaltete der Begriff für Karl Marx? Außerdem muss ein besonderes Augenmerk dem Begriff der Ware, wie ihn Karl Marx definierte, gewidmet werden. Dabei muss beachtet werden, dass die Arbeit, die unmittelbar mit der Ware verkoppelt ist ebenfalls behandelt werden muss. Zweifelsohne ist das primäre Ziel dieser Hausarbeit den Begriff des Warenfetischismus im speziellen zu durchleuchten und den Doppelcharakter der Ware wie es Karl Marx formulierte dabei hervorzuheben. Jedoch darf die politische Ökonomie wie sie von Marx beschrieben wurde und der Bezug des Themas dazu währender der gesamten Arbeit nicht außer Acht gelassen werden.

2. Der Fetischismus

Der Begriff Fetisch kommt von dem lateinischen Wort „facticius“, was so viel bedeutet wie durch Kunst hervorgebracht. Der Begriff wurde für die niedrigste Art von Götzen verwendet, die beliebig Gegenstände als Gottheiten verehrten.[1] Das heißt der Mensch hat nicht Macht über den Gegenstand den er selbst hergestellt hat, sondern der Gegenstand hat Macht über den Menschen. Diese Tatsache ist der Ausgangspukt für seine Wortwahl, das folgende Zitat von Karl Marx untermauert dies: „Der grobe Materialismus der Ökonomen, die gesellschaftlichen Produktionsverhältnisse der Menschen und die Bestimmungen, die die Sachen erhalten, ... als natürliche Eigenschaften der Dinge zu betrachten, ist ein ebenso großer Idealismus, ja Fetischismus, der den Dingen gesellschaftliche Beziehungen als ihnen immanente Bestimmungen zuschreibt und sie so mystifiziert.“[2] Im Großen und Ganzen lässt sich sagen, dass ein Fetisch ein Gegenstand ist, dem unabhängig von seiner realen Beschaffenheit, Eigenschaften zugesprochen werden, die es von Natur aus nicht besitzt. So bald die zugesprochenen Eigenschaften des jeweiligen Gegenstandes sich in der Gesellschaft etablieren können, wird der Fetisch wirksam.

Karl Marx kannte den Begriff „Fetisch“ von den ethnologischen Fetischmusstudien aus dem 18. Jahrhundert von Charles de Brosses. Die Studien von Charles de Brosses bezogen sich lediglich auf den archaischen Fetischismus, während Karl Marx diesen Begriff aufnahm um ihn als Metapher und Begriff zur Erklärung des Fetischismus in der Ökonomie zu benutzen.[3]

3. Die Ware

„Die Ware ist zunächst ein äußere Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaft menschliche Bedürfnisse irgendeiner Natur befriedigt“ mit diesen Worten definiert Karl Marx den Begriff der Ware.[4] Das heißt in erster Linie stellt die Ware ein Objekt der Notwendigkeit dar, welches dem Menschen als Nahrung, Werkzeug, Material oder Schmuck dient. Ein Gegenstand wird durch die Tatsache der Nützlichkeit für den Menschen erst zur Ware.

Karl Marx charakterisiert die Ware mit zwei Faktoren zum einen mit dem Gebrauchswert und zum anderen mit dem Wert (Wertsubstanz und Wertgröße). Der Gebrauchswert stellt die Nützlichkeit eines Gegenstandes dar. Der Gebrauchswert existiert nur wenn er benötigt oder konsumiert wird.[5] Die Waren unterscheiden sich beim Gebrauchswert in erster Linie in ihrer jeweiligen Qualität und in zweiter Linie in der Bestimmung ihres Gebrauchs, also in welchen Abschnitten des Alltages sie benötigt und genutzt werden. Hinzu zu fügen ist, dass der Gebrauchswert ohne den dazugehörigen Warenkörper nicht existieren kann. Denn die Nützlichkeit eines Gegenstandes muss auf einer materiellen Basis vorhanden sein, sei es Eisen, Weizen oder Diamanten.[6]

Die Ware ist abhängig von ökonomischen Verhältnissen, sie wird von vornherein für den Austausch mit anderen Warenbesitzern produziert und hat somit immer ein Gebrauchswert für andere Leute und nicht für den Produzenten selbst.[7] Das heißt der Produzent befriedigt nicht mehr seine eigenen Bedürfnisse, sondern produziert sie für den Markt. Aufgrund dieser Erklärung von Marx drängt sich die Frage auf, wie überhaupt der Warenwert bestimmt wird? Eine Ware erhält ihren Wert durch die Länge der realen menschlichen Arbeit, die an ihm verrichtet wird. Daraus kann man schließen, dass der Wert einer Ware anhand ihrer menschlichen Arbeitszeit gemessen werden kann. Dadurch besitzt die Ware sowohl Gebrauchswert als auch einen ökonomischen Wert.[8] Der Gebrauchswert leitet sich ab aus der konkreten, nützlichen, zweckbestimmten, inhaltlichen, zum Beispiel handwerklichen Arbeit, während sich der Warenwert ausschließlich aus der menschlichen Arbeitszeit speist.

4. Die zwei Gesichter warenproduzierender Arbeit

Die warenproduzierende Arbeit weist wie die Ware selbst ebenfalls einen Doppelcharakter auf. Bei der warenproduzierenden Arbeit kann man zwischen dem nützlichen und konkreten Charakter der Arbeit und ihrer abstrakten und wertbildenden Seite unterscheiden. Letzteres ist die Anwendung menschlicher Arbeitskraft, bei der von jeder konkreten Eigenschaft abstrahiert wird.[9]

Bei der nützlichen und konkreten Arbeit geht es darum mehr Gebrauchswert zu schaffen. Wenn der Gebrauchswert gesteigert wird erhöht sich auch der materielle Reichtum, was aber nichts damit zu tun haben muss, dass auch mehr Wert geschaffen wird. Denn der Wert der einzelnen Ware hängt von der angewendeten menschlichen Arbeit ab.[10]

[...]


[1] Heyses Fremdwörterbuch, Hannover 1896

[2] Marx, Karl: Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, Dietz Verlag, Berlin 1974, S.579

[3] http://contextxxi.mediaweb.at/texte/archiv/str970401.html

[4] Marx, Karl: Das Kapital, erstes Buch, S.15

[5] Marx, Engels, Lenin: Zur politischen Ökonomie des Kapitalismus, S.83

[6] Marx, Karl: Das Kapital-Kritik der politischen Ökonomie, erstes Buch, S.16

[7] Borschel, Frank: Exkurs zur Marxschen Werttheorie, S.31

[8] Marx, Karl: Das Kapital, erstes Buch, S.18

[9] Marx, Karl: Das Kapital, erstes Buch, S.22

[10] Marx, Engels, Lenin: Zur politischen Ökonomie des Kapitalismus, S.89

Details

Seiten
13
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640427444
ISBN (Buch)
9783640423590
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v134956
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – Otto-Suhr.Institut
Note
1,7
Schlagworte
Karl Marx Warenfetischismus Auswirkung

Autor

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Titel: Karl Marx Warenfetischismus und seine Auswirkung auf die politische Ökonomie