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Analyse von 'Allerheiligen, Allerseelen' in Octavio Paz: "Das Labyrinth der Einsamkeit"

Und ein Nachruf

Seminararbeit 2005 9 Seiten

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts

Leseprobe

Inhalt

1. Einführung

2. Allerheiligen, Allerseelen oder der Mexikaner

3. Fiestas

4. Tod

5. Die Selbstverneinung und die Einsamkeit

6. Konklusion

7. Nachruf

8. Bibliographie

1. Einführung

Das erste Mal, als ich ein Gedicht von Octavio Paz las, brach sich mir mein Herz. Die Wörter vergewaltigten mein Sein. Seine Poesie als Protest oder Vorschlag, mittlerweile nur mehr kleine Spieler in der nehmenden Welt von Paz’ Poesie.

Ich möchte das Platonische Höhlengleichnis zu verwenden um die Problematik der Wörter, des Seins veranschaulichen zu können.

Die Schatten der Ideen, der Wirklichkeit, die vom Menschen wahrgenommen werden können, kommen von einem Feuer, dessen Konsistenz und Brennweise diese nicht bekannt sind. Deshalb sind sie der Willkür des Flackerns ausgeliefert, welches die Schatten der Ideen formten.

Der Mensch aber, mit einem Bewusstsein, einem Erkenntnisdrang, ja einer Sinnsuche/-gabe ausgestattet, ist nicht fähig in einem unbegrenzten, willkürlichen, souveränen Schattenspiel sein Leben zu platzieren; er braucht Grenzen, eine Ordnung- Rahmen und Strukturen- um sein Leben zu ermöglichen.

Somit fängt er an die willkürlich erschaffenen Schatten zu kategorisieren bzw. zu systematisieren.

Diese künstlich erschaffenen Rahmen, unter dem Vorwand der Wirklichkeitssuche (vgl. Wissenschaft) ist die Ordnung, die dem Menschen ermöglicht einerseits als Individuum, anderseits aber vor allem als Gemeinschaft zu funktionieren.

Ich werde mit der Analyse des dritten Kapitels von Paz’ Labyrinth der Einsamkeit die künstlich erschaffenen Rahmen, wie auch die Folgen eines Bewusstwerdens jener, am Beispiel der Fiesta und dem Tod, beschreiben.

2. Allerheiligen, Allerseelen oder der Mexikaner

Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit den Fiestas, dem Tod, der kurzen Ausbrüchen des Mexikaners, in denen er sich aufreißt[1], und der Einsamkeit an sich.

Es verdeutlicht die Resignation, wie auch den Widerstand des Mexikaners gegenüber der künstlich erschaffenen, herrschenden Ordnung und seine Folgen, sprich die Selbstverneinung und die Einsamkeit[2].

3. Fiestas

Der Mexikaner gehöre einem ritenbesessenem Volk an[3]. Ein Ritus ist eine Struktur, die die Zeit, d.h. das Leben unterteilt, Abschnitte abgrenzt, um sie kürzer und somit erträglicher zu machen. Das Mexikanische Volk ist ein armes, besiegtes Volk. Man könne an der Zahl und dem Aufwand unserer Fiestas unsere Armut messen: Zwei oder drei Fiestas jährlich leben, die sein Elend aufwiegen.[4] Schreien, damit er den Rest des Jahres stumm bleiben kann[5].

Das Leben ist eine enorme Ansammlung an Energie, diese jedoch muss kanalisiert werden, damit sie nicht unbegrenzt ausbricht. Eine Ordnung wird etabliert um dem Individuum Mensch, wie auch dem gemeinschaftlichen System ein Leben zu ermöglichen. Es ist aber viel mehr Lebensenergie existent, als in Ordnungen kanalisiert werden kann, deshalb muss man künstlich ein konstantes Ventil, sprich Fiesta, erschaffen, um das natürliche Ventil, sprich Tod bzw. Krieg/Morden zu kontrollieren und das Ordnungssystem aufrecht zu erhalten.

Eine Fiesta bedeutet orgiastisch den Energieüberschuss vernichten: Violencia und Wahnsinn, Berauschen, Frei von allen ausweglosen Impulsen, all dem entzündbaren Stoff, der sich in unserem Inneren anhäuft, Explosion, Ausbruch, Tod und Leben, Jubel und Jammer.[6]

[...]


[1] S. 58 in Paz, Octavio: Labyrinth der Einsamkeit

[2] S. 69 eba

[3] S. 53 eba

[4] S. 54 eba

[5] S. 53 eba

[6] S. 53 ff eba

Details

Seiten
9
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640426737
ISBN (Buch)
9783640424306
Dateigröße
426 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v134620
Institution / Hochschule
Universität Wien – Philosophie
Note
1
Schlagworte
Octavio Paz Labyrinth der Einsamkeit Karneval Allerheiligen Allerseelen Tod Masken Verausgabung

Autor

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Titel: Analyse von 'Allerheiligen, Allerseelen' in Octavio Paz: "Das Labyrinth der Einsamkeit"