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Romantische Elemente in Tiecks 'Runenberg'

Hausarbeit 2007 20 Seiten

Didaktik - Deutsch - Deutsch als Fremdsprache

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Romantische Elemente in „Runenberg“
2.1 Theorie der Romantik
2.1.1 Was ist Romantik?
2.1.2 Themen und Motive der Romantik
2.2 „Runenberg“ – Analyse der romantische Elemente
2.2.1 Der Titel
2.2.2 Phantastische Elemente
2.2.3 Struktur und Symbol der Hauptfigur
2.2.4 Die Naturmagie
2.2.5 Ambivalenzen
2.2.5.1 Gebirge – Ebene
2.2.5.2 Bergfrau – Elisabeth
2.2.5.3 Tag – Nacht
2.2.5.4 Einsamkeit – (Dorf)Gemeinschaft
2.2.6 Symbolelemente
2.2.6.1 Gold/Geld
2.2.6.2 Farb- und Zahlsymbole
2.2.6.3 Religiöse Symbole

3. Schluss

4. Bibliographie

1. Einleitung

Die romantischen Elemente in Tiecks „Runenberg“ ist das Thema, das ich in dieser Arbeit behandeln werde. Die Romantik ist eine große Literatur Epoche mit vielen charakteristischen Elementen und Besonderheiten. In „Runenberg“ sind viele romantische Aspekte dargestellt aber welche von diesen Aspekten wichtig sind um das Werk zu verstehen? Mein Ziel ist es diese romantischen Elemente, die für mich die wichtigsten sind, in dem Text von Tieck zu finden und zu analysieren. Ich werde zuerst die Theorie der Romantik zusammenfassen und dann werde ich an Hand der Theorie, die konkreten Beispiele in „Runenberg“ erklären.

2. Romantische Elemente in „Runenberg“

2.1 Theorie der Romantik

2.1.1 Was ist Romantik?

Der Begriff „Romantik“ taucht im 17. Jahrhundert, mit unterschiedlichen Bedeutungen auf. Ursprünglich hat der Terminus bezeichnet Literatur die in romanische Sprachen geschrieben wurde. Daher kommt auch das Wort „Roman“.

Als Literaturepoche kristallisiert sich Romantik kurz vom Anfang der 19.Jahrhundert und endet nach 1830. Es gibt drei Etappen innerhalb der Romantik: die Frühromantik, die Heidelberger Romantik und die Spätromantik.

Die Französische Revolution und die Industrialisierung haben die Struktur der Gesellschaft geändert. Die Romantik lehnt die Wirklichkeit ab und richtet sich zu der Welt der Phantasie. Sie konvertiert sich in das Gegenteil zu Rational.

Spezifisch für diese Epoche ist auch die „Universalitätkonzept“. Schlegel spricht von „Universalpoesie“ als Verschmelzung aller literarischen Gattungen, aller Kunstrichtungen. Die Natur, der Mensch, der Gott und die Liebe vereinigen sich um Universalpoesie zu werden.

Eine andere Grundidee der Romantik ist die Romantisierung der Welt. „Die Welt muss romantisiert werden“ - schreibt Novalis. Die grenzen zwischen Kunst und Wirklichkeit verschwinden; Phantasie, Traum, Realität harmonisieren und schaffen ein ganz neues Welt.

Die Mythologie ist auch ein wichtiges Element in der Romantik, allerdings nicht die römische oder Griechische Mythologie. Die Romantiker suchen nach einer anderen Mythologie.

Eine ganz neue Perzeption der Liebe wird mit der Romantik eingeführt, nämlich, die romantische Liebe, die ewig, unendlich und unzerstörbar ist. Sinnlichkeit spielt in der Romantik auch eine große Rolle. Sehnsucht wird immer mit dem absoluten Lieben verbunden. Diese waren die wichtigsten Aspekte die die Romantiker vertreten und entwickelt haben.

2.1.2 Themen und Motive der Romantik

Ein zentrales Thema in der Romantik ist die Liebe, die absolute Liebe, die meist unerreichbar ist. Das Thema wir oft mit anderen Aspekten, wie Sehnsucht, Sinnlichkeit oder Phantasie verknüpft.

Die Zeit als Ewigkeit in der phantastische Welt konturiert sich auch als ein romantisches Hauptthema. Die Traumwelt wird immer mit der Unendlichkeit assoziiert, also die Zeit verliert ihre Grenze in diesem Universum.

Die Frau wird auch häufig in der Romantik thematisiert im Zusammenhang mit der Liebe. Die weibliche Figur wird oft ambivalent, als „femme fatale“ und Engel dargestellt.

Die Natur als Seelenlandschaft ist auch ein spezifisches Motiv in der Romantik. Die inneren Erlebnisse des Helden werden in der Natur reflektiert. Die Natur ist göttlich und wir sind ein Teil davon.

Das Doppelgängermotiv ist auch oft zu finden und gilt als das beliebteste in der romantischen Literatur.

Die Nacht, Melancholie, reise, Einsamkeit, blaue Blume, Jahreszeiten, Spiegel, sind andere Motiven spezifisch für die Romantik.

Typisch für die Romantik sind auch die Ambivalenzen, die das Gesamtbild eines Werkes beeinflussen.

2.2 „Runenberg“ – Analyse der romantische Elemente

„Runenberg“ wurde 1802 geschrieben, und erst 1804 in, Phantasus‘ publiziert. Es handelt sich um einer Kunstmärchen mit einem offenen Ende und viele romantische Elemente die ich weiter analysieren werde.

2.2.1 Der Titel

Der Titel ist in der Romantik von größerer Bedeutung und signalisiert den ersten inhaltlichen Zeichen des Textes:

Schon der Titel <Runenberg>ist eine bedeutungsvolle Chiffre, die mannigfache Ahnungen erweckt, und im ersten Abschnitt der Erzählung mit den angefügten Lied des Jägers sind Thema, Stimmung, Held und Ort des Geschehens unmittelbar gegeben, freilich noch ganz im Sinne eines unbeschwerten Aufbruchs in die Natur, deren Stimmen allenthalben hörbar, aber noch nicht verstanden werden.[1]

Der Titel beinhaltet schon zwei Symbole und scheint einige Hinweise über den Inhalt zu verraten. Von Anfang an frägt man sich was Runenberg ist und versucht man eine Übersetzung. Wenn man das erste Teil des Titels umdeuten will, denkt man an zwei Begriffe: Runen und Ruinen. „Die Runen sind die ältesten Schriftzeichen der Germanen“[2], also man denkt an etwas geheimnisvollen, an Magie aber gleichzeitig denkt man an die Vergangenheit. Es ist einerseits ein magisches Symbol, das Geheimnis, das zurück in die Geschichte geht, anderseits wird als Symbol der Ewigkeit dargestellt, der im Kampf mit der Zeit gewonnen hat. Das erste Teil der Titel konnte auch als Ruinen interpretiert werden. Die Ruinen sind auch ein typisches Motiv der Romantik. Sie verbinden die Gegenwart mit der Vergangenheit in der Suche nach dem eigenen Schicksaal.

Der Berg ist auch ein gewöhnliches Motiv der Romantik, der mit vielem Symbole assoziiert werden kann. Es ist das Unerreichbares und auch die Suche nach dem Absolut. Es ist für den Leser das erste Indiz, das man schon in dem Titel bekommt. Zusammengefasst, ist Runenberg das Ort wo die Zeit ihre Grenze verliert, wo Wirklichkeit und Phantasie unzertrennbar werden. Das sind die ersten Indizien über den Inhalt der Märchen, die den Titel uns liefert.

Die Neugier der Leser wird durch diesen Titel aufgeweckt.

2.2.2 Phantastische Elemente

Die phantastischen Elemente scheinen den Inhalt der Märchen zu definieren, obwohl die Grenze zwischen Wirklichkeit und Phantastik nicht mehr zu finden ist. Das phantastisches ist so in der Realität integriert, dass eine Trennung undenkbar wäre.

Schon in der Vorstellung der Natur scheinen die ersten phantastischen Elemente.

Gedankenlos zog er eine hervorragende Wurzel aus der Erde, und plötzlich hörte er erschreckend ein dumpfes Winseln im Boden, das sich unterirdisch in klagenden Tönen fortzog, und erst in der Ferne wehmütig verscholl. Der Ton durchdrang sein innerstes Herz, er ergriff ihn, als wenn er unvermutet die Wunde berührt habe, an der der sterbende Leichnam der Natur in Schmerzen verscheiden wolle. Er sprang auf und wollte entfliehen, denn er hatte wohl ehemals von der seltsamen Alrunenwurzel gehört, die beim Ausreißen so herzdurchschneidende Klagetöne von sich gebe, daß der Mensch von ihrem Gewinsel wahnsinnig werden müsse.[3]

Das Motiv der Alraunwurzel findet man oft in der Romantik. Da diese Pflanze einen Menschen ähnliche Form hat, werden ihr oft mit außerirdischen Kräften zugeordnet und, auf dieser Weise wird sie in einem phantastischen Element, mit magischen Kräften umgewandelt. Der Wahnsinn wird gleich mit der Wurzel assoziiert; man kann es als Schlüssel zu der phantastischen Welt interpretieren. Seit diesem Moment fühlt sich Christian zu diesen magischen, geheimnisvolle Welt, hingezogen und ohne zu spüren fängt er seine Suche nach Unerreichbares.

Die nächste phantastische Erscheinung ist die weibliche Wesen, die ihn als Traumvision erscheint:

Er sah dem Scheine nach, und entdeckte, daß er in einen alten geräumigen Saal blicken konnte, der wunderlich verziert von mancherlei Gesteinen und Kristallen in vielfältigen Schimmern funkelte, die sich geheimnisvoll von dem wandelnden Lichte durcheinander bewegten, welches eine große weibliche Gestalt trug, die sinnend im Gemache auf und nieder ging. Sie schien nicht den Sterblichen anzugehören, so groß, so mächtig waren ihre Glieder, so streng ihr Gesicht, aber doch dünkte dem entzückten Jünglinge, daß er noch niemals solche Schönheit gesehn oder geahnet habe.[4]

[...]


[1] Klussmann, Gerhard Paul, in Segenbrecht, Wulf (Hrsg) Ludwig Tieck:375

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Runen am 24.11.2007

[3] Tieck, Ludwig:29

[4] Tieck, Ludwig:34

Details

Seiten
20
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640426416
ISBN (Buch)
9783640424443
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v134465
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg – Seminar für Deutsch als Fremdsprachephilologie
Note
1,5
Schlagworte
Romantische Elemente Tiecks Runenberg

Autor

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