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Genitivabbau im heutigen Deutsch

Ist der Dativ wirklich dem Genitiv sein Tod?

Hausarbeit 2009 17 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Die verschiedenen Verwendungsarten des Genitivs

3 Analyse der einzelnen Verwendungsarten
3.1 Das Genitivattribut
3.1.1 Definition
3.1.2 Konkurrenzbildungen
3.1.3 Auswirkungen
3.2 Der prädikative Genitiv / das Genitivobjekt
3.2.1 Definition
3.2.2 Konkurrenzbildungen
3.2.3 Auswirkungen
3.3 Der präpositionale Genitiv
3.3.1 Definition
3.3.2 Konkurrenzbildungen
3.3.3 Auswirkungen
3.4 Adverbiale Genitivkonstruktionen
3.4.1 Definition
3.4.2 Konkurrenzbildungen
3.4.3 Auswirkungen

4 Veränderungen in der Syntax

5 Veränderungen in der Semantik

6 Genitivschwund – Genitivabbau – Genitiverhalt?

7 Schluss

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Spätestens seit Bastians Sicks Buch „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ veröffentlicht wurde, „wissen“ die meisten Deutschen, dass der Genitiv langsam aber sicher vom Dativ verdrängt wird. Leider ist dieses „Wissen“ jedoch ein gefährliches Halbwissen, das in Wirklichkeit den einen oder anderen Fehler aufweist. Nicht jeder Genitiv ist gefährdet und nur bestimmte Funktionen des Genitivs können durch den Dativ ersetzt werden.

Die folgende Arbeit soll über die Entwicklung der unterschiedlichen Funktionen des Genitivs im heutigen Deutsch aufklären und die verschiedenen Ersatzkonstruktionen vorstellen. Außerdem werden die Auswirkungen, welche der Genitiversatz auf die heutige Sprache hat, vorgestellt und erklärt, wobei sowohl syntaktische als auch semantische Veränderungen berücksichtigt werden.

Abschließend soll die Frage geklärt werden, ob Sick mit seiner Aussage „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ recht behält oder ob eine andere Schlussfolgerung gezogen werden muss. In diesem Zusammenhang werden einige Missstände in Sicks Kolumnensammlung aufgedeckt.

2 Die verschiedenen Verwendungsarten des Genitivs

Genitiv ist nicht gleich Genitiv. Dieser Kasus findet sich in den unterschiedlichsten Funktionen wieder, in welchen er verschiedene Aufgaben zu erfüllen hat. Folgende Verwendungsarten des Genitivs werden im weiteren Verlauf dieser Arbeit behandelt:

1. Das Genitivattribut

Das Genitivattribut ist eine Substantivgruppe, die im Genitiv steht und von einem Substantiv abhängig ist, also Teil einer übergeordneten Substantiv-gruppe. Der Genitiv wird in dieser Verwendung auch als „Kasus der adnominalen Bestimmung“ beschrieben.[1] Er ist – zumindest in der Schriftsprache – in dieser Verwendung auch heute noch sehr ausgeprägt.

Beispiel: das Haus des Mannes

2. Der prädikative Genitiv / das Genitivobjekt

Im Mittelhochdeutschen regierten noch um die 300 Verben den Genitiv, heute hat sich die Anzahl der Genitivverben laut Abraham[2] auf 40 reduziert, Sauter[3] geht sogar nur von 5 bis 8 Verben aus.

Beispiel: einer Sache bedürfen

3. Der präpositionale Genitiv

Genitiv, der durch eine Präposition regiert wird.

Beispiel: trotz, innerhalb, wegen

4. Adverbiale Genitivkonstruktionen

Hiervon gibt es nicht viele; sie sind Überreste älterer Sprachphasen oder starre Formen

Beispiel: meines Erachtens, stehenden Fußes… / abends, nachts…

Im Allgemeinen wird der Genitiv heutzutage hauptsächlich in der schriftlichen Standardsprache verwendet. Er wird oft als stilistisches Mittel wahrgenommen, das einen hohen Bildungsgrad oder eine gewisse Distanzhaltung symbolisiert. Sowohl aus den Dialekten als auch der mündlichen Standartsprache ist er Großteils verschwunden. Das deutet darauf hin, dass man Genitivkonstruktionen durch andere Konstruktionen ersetzen kann.

Im folgenden Kapitel werden die unterschiedlichen Funktionen des Genitivs einzeln untersucht, um herauszufinden, welche Ersatzkonstruktionen es gibt, welchen Regeln diese unterliegen und welche Auswirkungen dies auf die deutsche Sprache hat.

[...]


[1] Vgl. Willems (1997), S.188.

[2] Vgl. Dürscheid (1999), S.34.

[3] Vgl. Sauter (1998) S.181.

Details

Seiten
17
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640404155
ISBN (Buch)
9783640403769
Dateigröße
439 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v134409
Institution / Hochschule
Universität Augsburg
Note
1,7
Schlagworte
Genitiv Dativ Genitivschwund Genitivabbau Germanistik Sprachgeschichte linguistik Sprachwissenschaft Sprachwandel

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Titel: Genitivabbau im heutigen Deutsch