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Europäisierung durch Medien

Was ist förderlicher – öffentlich-rechtliche oder privat-kommerzielle Rundfunksysteme?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2007 28 Seiten

Soziologie - Medien, Kunst, Musik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Öffentlichkeit?

3. Massenmedien in Europa

4. Dualisierung der Rundfunksysteme

5. Europäisierung von Öffentlichkeit durch Medien
5.1 Europäisierung von Öffentlichkeit durch privat-kommerzielle Medien
5.2 Europäisierung von Öffentlichkeit durch öffentlich-rechtliche Medien
5.3 Europäisierung von Öffentlichkeit durch Auslandssender und Europakanäle?

6. Fazit

Literatur

Europäisierung durch Medien

Was ist förderlicher –

öffentlich-rechtliche oder privat-kommerzielle Rundfunksysteme?

1. Einleitung

Ob Kommunikationswissenschaft, Soziologie oder Politikwissenschaft, das sehr heterogene Feld der Europäisierung von Medien und Öffentlichkeit wird im Rahmen mehrerer Disziplinen behandelt, freilich unter den verschiedenen Blickwinkeln des jeweiligen Faches. Besonders am Beginn der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Thema der Europäisierung stellt sich auch die Frage nach dem Bereich, auf den die Tätigkeit sich beschränken muss, denn übergreifende, das gesamte Feld betreffende Urteile und Arbeiten setzten einen Überblick voraus, der erst nach einer längeren, eingehenden Beschäftigung mit der Materie erreicht werden kann (allein, in welchem Bereich der Wissenschaft ist dies nicht der Fall?); die Vielfalt der Aspekte und Themenbereiche, die sich unter dem Oberbegriff der Europäisierung subsumieren lassen, erlauben verschiedenste Zugänge, Herangehensweisen und möglichen Fragestellungen. – In der vorliegenden Arbeit soll besonders auf die mediale Komponente der Europäisierung von Öffentlichkeit eingegangen werden – auf einen Teil also, der, so vielfältig er in sich selbst auch wiederum sein mag, eine konstituierende Säule von Europäisierung ausmacht und in erster Line eine Beschäftigung mit dem Phänomen Öffentlichkeit impliziert, freilich auch unabhängig von aller Europäisierung. Im weitesten Sinne formuliert soll die Europäisierung von Öffentlichkeit durch Medien im Mittelpunkt stehen; etwas konkreter gefasst lautet die Fragestellung dieser Arbeit: Welches Rundfunkkonzept ist für die Europäisierung von Öffentlichkeit förderlicher – privat-kommerzieller oder öffentlich-rechtlicher Rundfunk[1] ? (Für letzteren wird im Folgenden auch der internationale Gattungsname Public Service Broadcasting verwendet.) Es wird also gefragt, welche Rolle die heute übliche Rundfunkordnung spielt, die hier als duale bezeichnet werden soll. – Welche Rolle spielen die unterschiedlichen Strukturen innerhalb der audiovisuellen und auditiven Mediensysteme für eine Europäisierung von Öffentlichkeit? Welche Bedeutung kommt für eine solche Europäisierung unterschiedlichen, vielleicht für den Public Service Broadcasting bzw. den privat-kommerziellen Rundfunk spezifischen, Medieninhalten zu? Mit welchem der beiden Konzepte ist auf längere Sicht eine Förderung der (weiteren) Herausbildung einer europäischen Öffentlichkeit eher möglich oder wahrscheinlich? – Es soll in erster Linie die Europäisierung von Öffentlichkeit behandelt werden; dass dafür auch eine Europäisierung von Medien notwendig sein mag und ebenfalls genauer betrachtet werden muss, erscheint klar – jedoch soll dieser letzteren in der vorliegenden Arbeit nicht die Priorität zukommen.

Schon der Begriff der Europäisierung macht deutlich, dass es sich bei all dem damit Beschriebenen nicht um etwas Statisches, sondern um Prozesse handeln muss; damit Prozesse jedoch in Gang kommen und in Gang gehalten werden, bedürfen sie meist anderer Prozesse. Der Wandel von einer Struktur zur nächsten oder die Umgewichtung des Umfangs eines Teils der Struktur in einen anderen – all dies sind mögliche Vorstellungen für Prozesse; dabei ist der Begriff des Wandels bedeutend, besonders auch für Mediensysteme, die Europäisierungsprozesse bewirken sollen. Für die damit angesprochene Thematik ist festzuhalten, dass gerade der Medienwandel im Rahmen sozialwissenschaftlicher Wandlungstheorien bisher vielfach unterrepräsentiert war; auch der möglicherweise für Europäisierungsprozesse förderliche Aspekt des Populärkulturellen (also mögliche Verdienste und Potenziale des privat-kommerziellen Rundfunks) war in der Wissenschaft bisher notorisch unterbelichtet. Ein solches Forschungsdefizit wird vielfach betont (u. a. von Saxer 2006, 64 oder Brantner/Langenbucher 2006, 405), wirkliche Abhilfe jedoch wurde bisher nur selten geschaffen[2]. Ein großes Desiderat in diesem Bereich betrifft z.B. eine Erfassung der Bedeutung von privat-kommerziellen Medien durch Medieninhaltsanalysen – diese referierten bisher wenig auf Unterhaltung und kaum auf Werbung (Seethaler 2006, 253), und dies, obgleich es sich v. a. bei letzterer um einen bedeutenden ökonomischen Einflussfaktor für die Medienproduktion (besonders der privat-kommerziellen Anbieter) handelt. Jedoch kann ebenso im Umkreis des Public Service Broadcasting, der im Übrigen um einiges besser erforscht ist als sein kommerzielles Äquivalent, noch eine Menge als ungeklärt bezeichnet werden: so auch die Generalfrage, welche Rolle einem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in einem europäisierten Europa zukommen sollte – welche Aufgaben dieser also in einer Art „Kommunikationsunion“ übernehmen müsste (Brantner/Langenbucher 2006, 409), doch dazu später mehr.

Diese Arbeit geht folgendermaßen vor: zunächst werden einige grundlegende Begriffe zum Thema Öffentlichkeit gezeigt (Abschnitt 2); es wird von Öffentlichkeit im empirischen und normativen Sinne die Rede sein, auch immer in Hinblick auf Medien und Europäisierung; weiterhin wird von „öffentlicher Meinung“ gehandelt und von der Frage, ob eine europäische Öffentlichkeit (heute) nicht notwendig als eine Medienöffentlichkeit bestehen müsse; auch wird die Thematik des europäischen Öffentlichkeitsdefizit kurz vorgestellt und, als diesem gewissermaßen entgegenwirkend, das Potenzial von Krisen und Konflikten innerhalb der EU beleuchtet. – Im nächsten Schritt ist sehr allgemein von Massenmedien in Europa bzw. der Europäischen Union die Rede (Abschnitt 3); es wird auf die Bedeutung der Massenmedien für mehr Europäisierung eingegangen, wobei von Strategien wie Europa-PR, aber auch von Problemen wie dem sozialen Defizit von dezidiert massenmedialer Öffentlichkeit gehandelt wird; dennoch wird das Potenzial der Massenmedien, Öffentlichkeit herzustellen, unterstrichen, indem das Agenda-Setting, sowie die hohe Reichweite und die enorme Massenwirksamkeit Erwähnung finden. – Daran anschließend folgt eine Fokussierung auf die duale Struktur der Rundfunksysteme und einiger ihrer Auswirkungen (Abschnitt 4), angefangen von der Deregulierung und der Herausbildung von Medien-Anspruchs- bzw. Akzeptanz-Kulturen über den Aspekt der verstärkten Konkurrenz der Sender um Publika sowie deren zunehmender Unterhaltungsorientierung (und ihrer Bedeutung für eine Europäisierung von Öffentlichkeiten) soll auch der Begriff der Glokalisierung knapp erläutert werden. – Darauf folgend wird der Blick endlich konkret auf die Europäisierung von Öffentlichkeit gelenkt und dabei die Vor- und Nachteile der privat-kommerziellen wie auch der öffentlich-rechtlichen Medien beleuchtet (Abschnitt 5); zunächst finden die privat-kommerziellen Medien und ihr eher defizitärer Beitrag zu einer europäischen Öffentlichkeit Berücksichtigung (Abschnitt 5.1), dann die öffentlich-rechtlichen Medien (Abschnitt 5.2), bei denen diesbezüglich mehr und größere Chancen festgestellt werden können; endlich wird von einem Spezialfall, den Europakanälen und Auslandssendern, die Rede sein (Abschnitt 5.3), etwa davon, inwieweit sie eine europäische Öffentlichkeit unterstützen können und mit welchem Konzept, ob einem eher öffentlich-rechtlichen oder privat-kommerziellen, sie besser zu betreiben seien. – In einem abschließenden Gliederungspunkt (Abschnitt 6) wird neben der Suche nach vorläufigen Antworten oder Fazits mit Hinblick auf die oben formulierte Frage eine knappe Zusammenfassung gegeben.

2. Was ist Öffentlichkeit?

Aus empirischer Perspektive ist festzuhalten, dass keine Öffentlichkeit als ein holistisches System besteht (Thomas 2006, 318), schon gar nicht im europäischen Kontext; die Wirklichkeit zeichnet ein fragmentarisches Bild von Öffentlichkeit – allenfalls mit ineinander verschränkten bzw. sich überlagernden Teilöffentlichkeiten. So betont auch Christian Steininger (2006, 276), dass es „die eine europäische Öffentlichkeit“ niemals gab und wohl auch nicht geben wird, sondern korrekterweise immer von mehreren Öffentlichkeiten gesprochen werden müsse, die auch massenmedial geschaffen werden können. Oft dagegen wird von Öffentlichkeit aus normativer oder einfach wissenschaftlich-idealtypischer Perspektive gehandelt, welche sich für Erklärungen – besonders zu Beginn der Beschäftigung mit diesem Thema – besser eignen mögen. Um das ideale Funktionieren demokratischer Öffentlichkeit darzustellen, ist etwa das systemtheoretisch-funktionalistische Modell mit seinen drei Komponenten (In-, Through- und Output) geeignet; dies soll hier nicht weiter besprochen werden, es sei allerdings bemerkt, dass damit gegebenenfalls auch die Prozesse europäischer Öffentlichkeit beschrieben werden könnten, denn das Modell ist in der Lage, mehrere Arenen zu erfassen, so auch die der Medien (Saxer 2006, 82). Zu bedenken ist hier jedoch gleichsam die unterschiedliche Strukturierung von EU und Nationalstaat; es stehen Fragen zu Debatte, wann eine Öffentlichkeit genügend europäisiert sei oder ob überhaupt eine europäische Öffentlichkeit entstehe (was ja oben bereits bezweifelt wurde[3] ), wenn alle nationalen weitestgehend europäisiert seien. Um nur einen Vorschlag in Richtung der Lösung solcher Probleme aufzunehmen, könnte das Vorliegen einer europäischen Öffentlichkeit beispielsweise damit erfasst werden, inwiefern in mehreren Ländern eine einheitliche Themenstruktur bestehe, also „gleiche Themen, zur gleichen Zeit nach gleichen Relevanzgesichtspunkten“ (Trenz 2006, 194) behandelt würden, ein für die Demokratisierung der EU wichtiger Gesichtspunkt. – Ebenfalls im Konzept des eben angesprochenen systemtheoretisch-funktionalistischen Modells verortbar oder damit in Verbindung zu bringen ist der Begriff der öffentlichen Meinung, ein sonst auch auf nationaler Ebene äußerst schwer fassbares Phänomen. Das mit diesem Begriff Beschriebene ist jedoch ein wichtiger Bestandteil demokratischer Öffentlichkeit und muss deshalb ebenso im Rahmen einer europäischen Öffentlichkeit wiederzufinden und theoretisch feststellbar sein, obgleich ihre Erfassung in diesem Rahmen gewiss nicht leichter wird als schon im nationalen; da nämlich für einen sprachräumlich so heterogenen Raum wie Europa zur Meinungsbildung keine Encounter-Öffentlichkeiten mehr in Frage kommen und auch Versammlungsöffentlichkeiten für die Größe Europas und die Anzahl seiner Bürger nicht mehr als angemessene Konzeptionen erscheinen können, muss sich – auch theoretisch – auf die Ebene der massenmedial vermittelten Öffentlichkeiten begeben werden[4], welche die für Gesamt-Europa wohl am ehesten geeignete Konzeption darstellt und in deren Umkreis auch für Europa relevante öffentliche Meinungen ermöglicht werden können (Latzer/Saurwein 2006, 12). Wenn jedoch europäische Öffentlichkeit in erster Linie als eine Medienöffentlichkeit verstanden werden soll, so setzt dies in der Wirklichkeit bereits eine bestimmte Medienkonzentration sowie einen gewissen technologischen Entwicklungsstand voraus, auf deren Grundlage denn auch eine umfassende und für ein solches Verständnis nötige mediale Infrastruktur fußen könnte (Klaus 2006, 97). Sicher erscheint, dass die emphatische Einbeziehung der Medien in die Beschreibung des Prozesses der öffentlichen Meinungsbildung eine heute notwendige Bedingung für eine sinnvolle Betrachtung und adäquate Wiedergabe der Thematik ist. – Aus nationalökonomisch-kommunikationswissenschaftlicher Perspektive beispielsweise kann die öffentliche Meinung auch als Gemeingut oder Kollektivgut gefasst werden, das unter Einsatz eines individuell zu investierenden Aufwands, dessen Erbringung wiederum mittels bestimmter Anreize und Sanktionen abgesichert ist, erzeugt wird; unter einer Einlösung von Kosten entsteht unstrittig ein gewisser Nutzen, wie z. B. kollektive Lernprozesse (Steininger 2006, 279ff.), die ja, wenn tatsächlich vorhanden, mit demokratisch verfassten Grundordnungen durchaus im Einklang stehen. Elisabeth Klaus bemerkt in diesem Zusammenhang, dass Öffentlichkeit gut als „Selbstverständigungsprozess der Gesellschaft“ bezeichnet werden könne, sofern gesellschaftliche Wirklichkeitskonstruktionen verhandelt, gesellschaftliche Regeln und Normen debattiert, kulturelle Identitäten geschaffen und die ökonomisch-politische Verfasstheit der Gesellschaft thematisiert und legitimiert werden.

Normativ zentral in demokratischen Systemen und damit auch in der EU ist und bleibt das Transparenzgebot, besonders für diejenigen politischen Institutionen, die zum jeweils gegenwärtigen Zeitpunkt Entscheidungen vollziehen; und ganz besonders aufgrund der stetigen, mit der Entwicklung der Europäischen Union weiter voranschreitenden Verlagerung nationaler Entscheidungskompetenzen auf EU-Ebene erscheint eine von Transparenz profitierende, EU-bezogene Öffentlichkeit mehr als angemessen (Neidhardt 2006, 50). Vor dem Hintergrund solcher Forderungen existiert denn auch seit den 1990er Jahren die Rede vom sog. „europäischen Öffentlichkeitsdefizit“; dabei wird hauptsächlich unterstellt, dass es in Europa noch keine ausreichende Öffentlichkeit gäbe – keine Öffentlichkeit zumindest, die der bereits relativ weit vorangeschrittenen Europäisierung in Politik und Wirtschaft adäquat wäre. Dafür verantwortlich gemacht werden oft die unübersichtlichen Entscheidungsverfahren der EU, die sich ursächlich v. a. auf die Mehrebenenpolitik zurückführen ließen; auch die überwiegende Anonymität der Entscheidungsträger und die Tatsache, dass europäische Politik von Hause aus einen relativ geringen Nachrichten- und Unterhaltungswert mit sich bringe, werden als Ursachen angeführt[5]. – Hier alle Vorschläge, Mittel und Wege zur Überwindung oder mindestens Verringerung dieses benannten Defizits europäischer Öffentlichkeit darzustellen, würde nicht nur den Rahmen dieser Arbeit sprengen, sondern auch den Gang von ihrer eigentlichen Fragestellung, die ja eindeutig auf mediale Aspekte fokussiert sein soll, wegführen. Beschrieben sei daher nur knapp eine aufschlussreiche Sichtweise, die für den Zusammenhang „Medien und Europäisierung“ von Bedeutung ist und auch Potenziale der EU herausstellen, die einem Öffentlichkeitsdefizit eher entgegenwirken: es handelt sich dabei um die Feststellung, dass Krisenerscheinungen innerhalb der Europäischen Union ein wesentlich höheres Öffentlichkeitspotenzial als der EU-Alltag haben und so transnationale Kommunikation zu befördern imstande seien (vgl. z.B. Hummel 2006, 303); Krisen und Konflikte haben demzufolge in der Regel eine äußerst positive Wirkung auf die Herstellung einer aktiven Öffentlichkeit, weil sie stark mobilisieren und polarisieren (man denke nur an die öffentliche Debatte zum EU-Beitritt der Türkei). Damit werden eher Identitätskonstruktionen vollzogen, die auch „oberhalb nationaler Differenzsemantiken“ (Tobler 2006, 125) bestehen können. Stefan Tobler kommt sogar zu dem Vermutung, dass das Öffentlichkeitsdefizit mithilfe von „langfristig angelegten grenzüberschreitenden Konfliktkonstellationen“ zu überwinden sei (ebd., 122). Diese Argumente erscheinen mithin plausibel, denn wo mehr Kommunikation stattfindet, besteht für gewöhnlich auch mehr Öffentlichkeit; und im Kontext Europa zeigt sich, dass konflikthaltige Debatten die Kommunikation, auch die übernationale, anregen können. Einen unverzichtbaren Anteil daran haben heute jedoch die Medien und bereits hier ließe sich vermuten, dass dabei auch verstärkt die privat-kommerziellen im Spiele sind, die auf diese Weise eine gesamteuropäische Öffentlichkeit und vielleicht eine Art kollektive Identität mitschaffen; denn zweifelsohne stehen Ereignisse wie der BSE-Skandal oder der Rücktritt der Santer-Kommission eher im Einklang mit der Medienlogik privat-kommerzieller Anbieter (Brantner/Langenbucher 2006, 408) als der EU-Alltag – solche Ereignisse beinhalten die Möglichkeit, Nachrichtenfaktoren von großer Tragweite hervorzubringen.

[...]


[1] Auf die Tatsache, dass es sich bei „Rundfunk“, v. a. mit Hinblick auf den Wandel vom Analogen zum Digitalen, im Grunde um den „Begriff einer vergangenen Epoche“ handelt, weist Hans J. Kleinsteuber (2006, 309) hin. Der Praktikabilität wegen wird der Begriff des Rundfunks – wenn heute auch nicht mehr vollständig gangbar – auch in dieser Arbeit verwendet, da er letztlich noch immer allgemein gebräuchlich ist.

[2] So auch nicht im ansonsten äußerst informativen und lobenswerten Sammelband von Wolfgang R. Langenbucher und Michael Latzer (Hrsg.) (2006)!

[3] Es gibt hierzu zwei theoretische Modelle der Europäisierung durch Medien, die beide in der Fachliteratur wiederzufinden und plausibel sind; zum einen ist dies das Konzept der paneuropäischen Öffentlichkeit, zum anderen das der Europäisierung nationaler Öffentlichkeiten, wobei festgestellt werden muss, dass die meisten Autoren – mit Hinblick auf die Wirklichkeit – zur Bevorzugung des letzteren der beiden Modelle tendieren.

[4] Kommunikationsereignisse, die zugleich in mehreren Öffentlichkeitsarenen und auf jeder der drei gerade beschriebenen Ebenen von Öffentlichkeit präsent sind, werden – so der Vorschlag Stefan Toblers (2006, 110) im Anschluss an Kurt Imhof – als „gesellschaftsrelevante Ereignisse“ bezeichnet, die in der Regel auf Konfliktkonstellationen verweisen.

[5] Hierbei sollte der oft im Zusammenhang mit dem berüchtigten Öffentlichkeitsdefizit genannte Teufelskreis (z.B. bei Eilders/Hasebrink/Herzog 2006, 330), demzufolge die europäische Politik wegen ihrer Komplexität keine geeignete europäische Kommunikation und Öffentlichkeit hervorzubringen vermöge und aufgrund dieses Fehlens wiederum die europäische Politik nicht transparent gemacht werden könne, nicht überschätzt oder quasi verdinglicht werden; vielmehr sollte es auch Aufgabe der Medien sein, diese Situation zu verbessern und den Teufelskreis immer schwächer werden zu lassen – dies kann jedoch nur mit medialem Wandel einhergehen.

Details

Seiten
28
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640416967
ISBN (Buch)
9783640412396
Dateigröße
535 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v134169
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,0
Schlagworte
Europäisierung Öffentlichkeit Soziologie Medien Rundfunk Mediale Systeme Privat-Kommerzielle Medien Öffentlich-Rechtliche Medien Öffentliches Bewusstsein Europäische Union Europa

Autor

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Titel: Europäisierung durch Medien