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Das Lernfeldkonzept mit seinen Leitzielen und didaktischen Gestaltungsprinzipien für den Berufsschulunterricht

Möglichkeiten und Grenzen zur Förderung beruflichen Lernens

Hausarbeit 2007 16 Seiten

Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung

Leseprobe

Gliederung

1 Einführung in die Thematik unter dem Aspekt der gestiegenen Anforderungen im Beschäftigungssystems

2 Grundlagen des Lernfeldkonzepts
2.1 Berufliches Lernen
2.2 Handlungsfelder
2.3 Lernfelder
2.4 Lernsituationen

3 Lernfelder im Unterricht der Berufsschule
3.1 Didaktische Zielperspektive von Lernfeldern
3.2 Von der beruflichen Handlungssituation zu Lernfeld
3.3 Lernfelder in den Rahmenlehrplänen und ihre Umsetzung im Unterricht
3.4 Zusammenfassung: Vom der Handlungsebene zur Lernsituation

4 Stärken des Lernfeldkonzepts gegenüber der Fächersystematik durch handlungsorientierten, fächerübergreifenden Unterricht

5 Grenzen und Schwächen des Lernfeldkonzepts bezogen auf die Konstruierung von Lernfeldern
5.1 Neue Anforderung an die Lehrkraft
5.2 Organisation/Umsetzung des LFK
5.3 Schüler

6 Resümee und Ausblick

7 Literaturverzeichnis

1 Einführung in die Thematik unter dem Aspekt der gestiegenen Anforderungen im Beschäftigungssystems

In den letzen Jahrzehnten hat es weitreichende Veränderungen im deutschen Beschäftigungssystem gegeben.

Im der Ausbildung von jungen Arbeitskräften wird mittlerweile eine Vermittlung von Schlüsselqualifikationen erwartet auch von Seiten der Berufsschule, die sie als ausgelernte Kraft mit in den Beruf bringen sollen. Somit hat eine Förderung der Handlungskompetenz im beruflichen Lernen sehr an Gewicht gewonnen.

Im Laufe der Jahre gab es zahlreiche Neuordnungen der Ausbildungsberufe, um sich den Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt anzupassen. Die Anforderungen an den Arbeitnehmer hatten sich verändert, so musste auch die Schule bzw. die Berufsausbildung, ausgehend von ihrem Bildungsauftrag, dazu angepasst bzw. umstrukturiert werden, so dass sie den gegeben Anforderungen entspricht, um qualifizierte Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt zu produzieren. Das bisherige Ausbildungssystem war an seine Grenzen gelangt, daher entwickelte die Kultusministerkonferenz des Bundes[1] ein Model als Antwort auf die veränderten Bedingungen und Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt.[2]

Wirtschaft und Gesellschaft befinden sich in einem anhaltenden Strukturwandel

Um diesen Wandel zu bewältigen, zu nutzen und mitzugestalten, ist ein lebenslanges Lernen erforderlich. Es werden hohe Anforderungen an alle Organisationen im Bildungsbereich gestellt und der Organisationsgrad der Arbeit steigt stetig. Um dies zu fördern wird der Unterricht in der Berufsausbildung nun handlungsorientiert gestaltet.

Laut der Rahmenvereinbarung der KMK[3] ist die berufliche Bildung einem doppelten Ziel verpflichtet:

- Die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler in sozialer Verantwortung soll gefördert werden.
- Es soll eine Qualifizierung zur Ausübung eines Berufs stattfinden, d.h. für Tätigkeiten, die aktuell auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt werden oder für die ein Bedarf erwartet wird
- Gefordert wird nicht der Erwerb “trägen Wissens”, sondern die Lehr-Lern-Arrangements sollen den Erwerb von “intelligentem, anwendungsfähigem Wissen” / “Strukturwissen” ermöglichen

Früher wollte man mit dem Unterricht Inhalte vermitteln und Lernziele erreichen, heute dagegen möchte man, dass Schülerinnen und Schüler Kompetenzen entwickeln. Die Lernfeldkonzeption setzt somit an den Kritikpunkten des Dualen Systems an.

Und hier setzt dann auch meine Leitfrage der Hausarbeit an: Sind lernfeldorientierte Curricula denn überhaupt geeignet, um das aufgetretene Berufsbildungsproblem zu beheben?

Um das näher zu beleuchten, werde ich mich im folgenden meiner Ausarbeitung zuerst mit den Rahmenbedingungen des Lernfeldkonzeptes beschäftigen, um eine Grundlage für die Arbeit zu schaffen. Ich werde versuchen die wichtigsten Begriffe rund um das Lernfeldkonzept kurz zu definieren.

Aufbauend darauf werde ich im dritten Teil Lernfelder im Unterricht der Berufsschule zum Thema haben. Hier möchte ich mich zuerst mit der didaktische Zielperspektive von Lernfeldern auseinandersetzen. Danach möchte ich darlegen, wie aus einer beruflichen Handlungssituation ein Lernfeld entstehen kann, um danach dann die Umsetzung im Unterricht beleuchten zu können.

In Teil vier und fünf möchte ich mich mit den Stärken, aber auch mit den Schwächen des Lernfeldkonzeptes auseinandersetzen. Um dann auch herausarbeiten zu können, anhand der oben schon erwähnten Leitfrage, ob Lernfelder wirklich geeignet sind um eine Berufsausbildung zeitgemäß und angepasst an dem Wandel des Arbeitsmarktes durchzuführen zu können.

2 Grundlagen des Lernfeldkonzepts

In diesem Teil möchte ich die Grundlagen und zentrale Begriffe des Lernfeldkonzeptes darlegen. Die Grundlage dafür bildet die Handreichung der KMK.

Nach den Rahmenvorgaben der KMK sind die Rahmenlehrpläne für die duale Berufsaufbildung seit 1996 nach Lernfeldern strukturiert. Die Lernfelder werden aus Handlungsfeldern des jeweiligen Berufes abgeleitet. Damit wurde die alte Struktur des fächergebunden Unterrichts aufgebrochen und es kann so ein fächerübergreifendes Lernen initiiert werden.

Das Ziel des Lernfeldkonzeptes ist es, „(...) durch die Ausrichtung der Lehrpläne am Geschäfts- und Arbeitsprozess die Handlungskompetenz der ausgebildeten Fachkräfte nachhaltig zu verbessern.“[4]

Beginnen möchte ich aber damit, dass ich den Begriff des beruflichen Lernens definiere, als Ausgangspunkt und Basis meiner weiteren Ausführungen.

2.1 Berufliches Lernen

„Bezeichnung für die der Allgemeinbildung gegenübergestellte Spezialbildung, [sie ] ... befähigt einen Menschen im Laufe der Sozialisation durch die Vermittlung spezifischer Kenntnisse, Fertigkeiten und Verhaltensweisen, eine bestimmte Berufsrolle zu übernehmen.“[5]

Durch berufliches Lernen soll der Auszubildenden in die Lage versetzt werden, eine berufliche Rolle zu übernehmen, indem ihnen die wichtigen Elmente des jeweiligen Berufes vermittelt werden.

2.2 Handlungsfelder

„Handlungsfelder sind zusammengehörige Aufgabenkomplexe mit beruflichen sowie lebens- und gesellschaftsbedeutsamen Handlungssituationen, die zu deren Bewältigung befähigt werden soll“[6]

Das bedeutet somit auch, das sie mehrdimensional sind, wobei die Gewichtung der Dimensionen aber unterschiedlich sein kann.

„Handlungsfelder werden didaktisch zu Lernfelder aufbereitet.“[7]

2.3 Lernfelder

„Lernfelder sind nach dem ersten Dokument [der KMK] von 1996 durch Zielformulierungen beschriebene thematischen Einheiten. Sie orientieren sich an konkreten beruflichen Aufgaben- und Tätigkeitsbereichen.“[8]

Die Ausbildungsberufe sind in Lernfelder aufgeteilt, anstatt der vorher vorherrschenden Form von Fächern. Ein Lernfeld gliedert sich wie folgt:[9]

die Bezeichnung des Lernfeldes,

die Zuordnung zum jeweiligen Ausbildungsjahr,

der Zeitrichtwert, der angibt wie viel Stunden für das jeweilige Lernfeld gebraucht werden,

eine Zielformulierung, sowie

Inhalten

[...]


[1] Im Laufe der restlichen Arbeit werden ich Kultusministerkonferenz mit der Bezeichnung KMK abkürzen.

[2] vgl. Riedel, S.61, Bader/Sloane S. 7f

[3] vgl. Handreichung der KMK, 2000, S. 8-13, vgl. auch Bader/Müller, 2004, S. 13

[4] Herrmann, Illerhaus, 2000, S. 102

[5] Georg/Grüner/Kahl, 1995, S. 48

[6] Riedel, 2004, S. 64 nach Bader, Schäfer

[7] Bader/Sloane, 2000, S. 73

[8] von Rüden, 2000, S. 94

[9] vgl. Handreichung KMK, 2000, S. 13-14, vgl. auch Bader/Müller, 2004, S. 24-25

Details

Seiten
16
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640416820
ISBN (Buch)
9783640413690
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v134087
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Institut für Erziehungswissenschaften
Note
Schlagworte
Lernfeldkonzept Untericht Berufsschule Handlungsfelder Lernfelder Lernsituationen
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