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Rational Choice Theorie

Rationales Handeln unter der Maxime der Rationalität

Hausarbeit 2005 15 Seiten

Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung

2 Begriffsbestimmung
2.1 Zweckrationales Handeln nach M. Weber
2.2 Der rationale Akteur

3 Handlungstheorie

4 Rational Chioce Ansatz

5 Spieltheorie
5.1 Koordinationsspiel mit einem Durchlauf
5.2 Koordinationsspiel mit mehreren Durchläufen

6 Gefangenendilemma – Der Sachverhalt
6.1 Gefangenendilemma mit zwei Akteuren
6.2 Gefangenendilemma mit n-Personen
6.3 Interierte Gefangenendilemma
6.3.1 Unbekannte Rundenzahl
6.3.2 Bekannte Rundenzahl

7 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Wie schon an der vielfältigen Literatur zu erkennen ist, beschäftigen die Ansätze der Rational Chioce Theorie eine Vielzahl von Wissenschaftlern auf sämtlichen Gebieten.

Im Mittelpunkt dieses Ansatzes steht das soziale Handeln des Individuums, welches durch Modellierung der unterschiedlichsten Situationen erklärt werden soll.

Ein weit verbreitetes Modell, welches auf der Rational Chioce Theorie basiert, ist die Spieltheorie. Diese beschäftigt sich mit der Analyse von Handlungsstrategien unter bestimmten Gegebenheiten. Es gibt eine Vielzahl von Problemen die Spieltheoretisch gelöst werden können, aber das wohl bekannteste ist das Gefangenendilemma.

In der vorliegenden Arbeit wird zunächst der Begriff des zweckrationalen Handelns nach Max Weber bestimmt und im Anschluss werden die Eigenschaften und Merkmale des rationalen Akteurs dargestellt.

Im Weiteren werden kurz die Grundrisse der Handlungstheorie angesprochen, die die Grundlage für die Rational Chioce Theorie bilden.

Anschließend wird die Spieltheorie betrachtet und eine Version derer, das Gefangenendilemma.

Es stellt sich die Frage, ob die Theorie des rationalen Handelns unter dem Gesichtspunkt der Rationalität bemächtigt ist soziale Phänomene zu erklären.

2 Begriffsbestimmung

Um eine eindeutige Grundlage für weitere Ausführung zu schaffen, ist es sinnvoll zwei der zentralen Begriffe im voraus vorzustellen.

2.1 Zweckrationales Handeln nach M. Weber

Nach Weber soll „Handeln“ „ein menschliches Vorhalten heißen, wenn und insofern als der oder die Handelnden mit ihm einen subjektiven Sinn verbinden.“ „Soziales“ Handeln aber soll ein solches Handeln heißen, welches seinem von dem oder den Handelnden gemeinten Sinn nach auf das Verhalten anderer bezogen wird und daran in seinem Ablauf orientiert ist.“ (vgl. Weber 1984,S.19)

Sinnvoll ist ein Handeln dann, wenn das gegenwärtige Tun verspricht ein gesetztes Ziel zu erreichen. Somit setzt der Handelnde eine gegenwärtige Situation in Bezug zu einem späteren Zustand.

Gegenwart und Zukunft sind bei dem Begriff Handeln deutlich von einander getrennt (vgl. Bahrdt 2003, S.32).


Sowohl bei Handeln wie auch bei sozialem Handeln kann nach Weber bestimmt werden.

Bei sozialem Handeln gliedert sich diese Bestimmung in folgende Handlungstypen:

1. traditional
2. affektuell
3. wertrational
4. zweckrational

Unter traditionalem Handeln versteht man das bloße Reagieren auf bereits bekannte Reize. Man handelt schon traditional, in dem man jeden Tag den gleichen Weg zur Arbeit nimmt ohne einen Gedanken darüber zu verlieren ob man auch einen anderen Weg nehmen könnte.

Mit affektuellem Handeln ist die Reaktion auf nicht alltägliche Reize gemeint. Affektuell handelt man wie schon gesagt, bei ungewohnten Reizen z.B. bei einem Großbrand im Kino o.ä.

Die ersten beiden genannten Handlungstypen unterscheiden sich schon durch den Begriff „rational“ von den zwei folgenden Handlungstypen.

Wertrationales Handeln bedingt Forderungen oder Gesetze die an den Handelnden gerichtet sind, die er nicht verweigern kann. Der Handelnde verfährt ohne Berücksichtigung der absehbaren Folgen die sein Handeln hervorrufen kann (vgl. Weber 1984,S.44; vgl. Schneider 2005,S.49-52).

Von zweckrationalem Handeln wird gesprochen, wenn erstens Zweck und Mittel explizit von einander getrennt werden, zweitens müssen verschiedene Mittel zur Erreichung des gewünschten Zweckes in Betracht kommen und drittens muss die Mittelkombination gewählt werden, die verspricht den Zweck am ehesten zu erreichen (vgl. Bahrdt 2003, S.32).

„Zweckrational handelt, wer sein Handeln nach Zweck, Mittel und Nebenfolgen orientiert und dabei sowohl die Mittel gegen die Zwecke, wie die Zwecke gegen die Nebenfolgen, wie endlich auch die verschiedenen möglichen Zwecke gegeneinander rational abwägt […].“ (vgl. Weber 1984,S.45)

So wird bei zweckrationalem Handeln eine Unterscheidung von Rationalitätsaspekten getroffen werden.

„1.die Erreichbarkeit des angestrebten Ziels
2.die Tauglichkeit der verwendeten Mittel
3.die Abwägung der Nebenfolgen“

(vgl. Schneider 2005,S.50)

Hinsichtlich der Mittelauswahl besagt die Rationalität, dass die Mittel gegenüber gestellt werden sollen und das Mittel gewählt wird, das den größten Nutzen verspricht.

Die verschiedenen Mittelalternativen werden anhand ihrer Qualität unterschieden. Die Qualität einer Alternative ergibt sich aus den Nebenfolgen die durch ihre Ausführung entstehen können. Unerwünschte Nebenwirkungen können als Kosten bezeichnet werden. Diese Kosten können die Nützlichkeit, also den Nutzen einer Handlung übersteigen. In diesem Fall wird die Handlung nicht ausgeführt.

Demnach sind die Mittel so zu wählen, dass bei der Bilanzierung von Zwecken und Nebenfolgen ein möglichst günstiges Ergebnis erzielt wird. Folglich kann man sagen, dass die zentralen Kategorien des zweckrationalen Handelns, Zweck, Mittel und Nebenfolgen sind.

Die Unterscheidung der Handlungstypen ist nicht immer eindeutig und deren Übergangsbereich ist nur schwer zu erkennen (vgl. Schneider 2005,S.56).

2.2 Der rationale Akteur

Ausgangspunkt ist, dass Menschen immer bestrebt sind ihre Probleme zu minimieren bzw. ihr Lebensniveau zu maximieren.

Bekannter Weise sind die Möglichkeiten dieses Ziel zu verfolgen durch natürliche Schranken begrenzt vor allem durch gesellschaftliche „ Beschränkungen“ und durch anthropologische Ausstattungen. An diese natürlichen Schranken muss sich jede Handlungstheorie halten um eine Theorie darzustellen, die sich auf die Realität anwenden lässt.

Für Rational Choice Ansätze zeigt Lindenbergs „RREEMM-Modell“ mit welchen Annahmen ein Mensch am ehesten beschrieben werden sollte.

Lindenbergs Modell verknüpft den homo soziologicus mit dem homo oekonomicus und ergänzt diese um den Faktor der Resourcen eines Akteurs (vgl. Münch, S.90).

Dieses Modell stellt den Menschen als Resourceful, Restricted, Expecting, Evaluating, Maximizing Man dar. D.h. das ein Mensch sich Handlungsmöglichkeiten, unter denen er frei entscheiden kann, ausgesetzt sieht. Diese Selektion wird wiederum durch Erwartungen und Bewertungen gesteuert, außerdem erfolgt die Wahl der Handlungsalternative nach dem Prinzip der Nutzenmaximierung.

[...]

Details

Seiten
15
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640408719
ISBN (Buch)
9783640409273
Dateigröße
383 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v133876
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Institut für Soziologie
Note
2,5
Schlagworte
Rational Choice Theorie Rationales Handeln Maxime Rationalität

Autor

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Titel: Rational Choice Theorie