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Bilingualer Sachfachunterricht als Inhalts- und Sprachlernen

Hausarbeit 2009 15 Seiten

Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bilingualer Sachfachunterricht: Eine kurze Einführung

3. Zur Begriffsbestimmung

4. Warum Bilingualer Sachfachunterricht? Welche Ziele sind mit BSU verbunden?

5. Bilingualer Unterricht als Inhalts- und Sprachlernen

6. Schluss

7. Literaturverzeichnis

8. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Bilingualer Sachfachunterricht als Inhalts- und Sprachlernen“. Die Beziehung zwischen der Sprache und dem zu vermittelnden Inhalt stellt heute eine der Hauptherausforderungen dar. Leider wurde die Debatte von Inhalts- und Sprachlernen in Deutschland bislang kaum breiter rezipiert (vgl. Vollmer, 2008, S. 47). Deshalb ist es meinem Erachten nach sinnvoll und wichtig, sich als zukünftige Englischlehrerin mit dem Sachfach Geographie mit dem Thema grundlegend auseinanderzusetzen.

Zunächst wird ein grober Überblick über die Geschichte und den aktuellen Stand des Bilingualen Sachfachunterrichts gegeben. Anschließend wird der Begriff des bilingualen Sachfachunterrichts bzw. CLIL behandelt und versucht, verschiedene Definitionen gegenüberzustellen. Im weiteren Verlauf der Hausarbeit wird darauf eingegangen, warum Bilingualer Sachfachunterricht gelehrt wird und welche Ziele mit ihm verbunden sind. Das Hauptaugenmerk wird auf das Inhalts- und Sprachlernen gelegt. Dieses wird zwar schon vorher des Öfteren angesprochen, aber noch einmal sehr zentral behandelt.

2. Bilingualer Sachfachunterricht: Eine kurze Einführung

Bilingualer Sachfachunterricht ist derzeit in aller Munde. Aber schon seit fast 40 Jahren gibt es bilingualen Unterricht in Deutschland. Dieser geht auf den deutsch-französischen Kooperationsvertrag von 1963 zurück, der die Förderung der jeweiligen Partnersprache in Deutschland und Frankreich festlegte. Zunächst gab es nur deutsch-französische Züge, aber im Hinblick auf die fortschreitende Integration Europas wurden schon bald deutsch-englische Züge angeboten (vgl. Wildhage, Otten, 2003, S. 15). Die Entwicklung in den 70er und 80er Jahren ging relativ zögerlich vonstatten, während es ab Mitte der 90er Jahre zu einem regelrechten Boom der Etablierung von bilingualen Zügen in Deutschland kam. Bilingualer Unterricht hat Hochkonjunktur. Die Zahl der anbietenden Schulen steigt ständig. Auch in Gesamtschulen, Real- und Hauptschulen findet bilingualer Unterricht Eingang. Ein Nischendasein bildet er schon länger nicht mehr, allerdings hat er noch nicht den Status eines Regelangebotes an den Schulen erreicht (vgl. Wildhage, Otten, 2003, S. 16).

In der deutschen Variante des bilingualen Unterrichts wird der herkömmliche Fremdsprachen-unterricht fortgeführt. In den Jahrgangsstufen 5 und 6 werden jeweils 2 Stunden zusätzlich unterrichtet, um auf den Sachfachunterricht vorzubereiten. In der Regel beginnt der Bilinguale Sachfachunterricht in Klasse 7.

3. Zur Begriffsbestimmung

Doch zunächst sollte auf die Begriffsbestimmung eingegangen werden. Während in Deutschland sehr oft von „bilingualem Unterricht“ gesprochen wird, verwendet man auf der europäischen Ebene den Begriff „Content and Language Integrated Learning“ (kurz: CLIL), der die Bezugspole dieser Unterrichtsform präziser zum Ausdruck bringt (vgl. Wildhage, Otten, 2003, S. 13). An dieser Stelle muss darauf hingewiesen werden, dass der Begriff „bilingual“ dennoch nicht so klar ist, wie er auf den ersten Blick erscheint. Dies liegt unter anderem daran, dass es vielfältige Realisierungsformen gibt:

Auf organisatorischer Ebene kann zwischen bilingualen Zügen, Zweigen, Bildungsgängen, aber auch flexibleren Formen mit kürzerer Laufzeit wie Modulen oder die Arbeit an Projekten unterschieden werden (vgl. Wildhage, Otten, 2003, S. 14).

Weiterhin gibt es große Unterschiede bezüglich der angebotenen Fächer, der Sprachenwahl und den Schulformen.

Überdies verleitet der Begriff „bilingual“ auch zu der Annahme, dass im Unterricht zwei Sprachen gesprochen werden. Tatsächlich ist dies aber kaum der Fall, denn hauptsächlich wird in deutschen Klassenzimmern die Fremdsprache verwendet. Immerhin aber enthält der Begriff die angestrebte Zielkompetenz: Zweisprachigkeit.

Breidbach und Abendroth-Timmer verstehen unter dem Begriff des Bilingualen Sachfachunterrichts allgemein „die Vermehrung der Begegnung mit einer Fremdsprache und die Erschließung fremdsprachiger Handlungsfelder durch Einbeziehung einer Fremdsprache in den Unterricht nicht-fremdsprachlicher Schulfächer“ (Abendroth-Timmer, Breidbach, 2000, S. 133).

Eine akzeptable Definition von CLIL liefern auch Marsh/Langé:

„Content and language integrated learning (CLIL) is a generic term and refers to any educational situation in which an additional language and therefore not the most widely used language of the environment is used for the teaching and learning of subjects other than the language itself” (Marsh/Langé, 2000, iii).

Wolff definiert CLIL folgendermaßen:

„Compared to other content-based approaches the specific novelty of this approach is that classroom is not so much taken from everyday life or the general content of the target language culture but rather from content subjects, from academic/scientific disciplines or from the profession” (Wolff, 2007, S. 15f.).

Vom Begriff des bilingualen Sachfachunterrichts muss der immersive Sachfachunterricht abgegrenzt werden. Im reinen Immersionsunterricht wird nur die Fremdsprache benutzt, während im bilingualen Sachfachunterricht die Muttersprache eine Unterstützung darstellen soll.

Um den Fremdsprachenunterricht vom bilingual unterrichteten Fachunterricht abzugrenzen, wird vielfach von Sachfachunterricht gesprochen. Im Gegensatz zum Englischunterricht werden im Sachfach die Themen, die im Lehrplan dieses Faches vorkommen, unterrichtet, allerdings in der Fremdsprache. Wichtig ist hierbei, dass die Priorität in den Inhalten des Sachfaches liegt, nicht in der Sprache. Die Sprache oder etwaige Fehler des Schülers werden nicht oder nur positiv bewertet:

Die englischsprachige Ausdrucksfähigkeit wird „ggf. im positiven Sinne in die Beurteilung und Bewertung der englischen Sprachkompetenz im Fach Englisch einbezogen“ (Rahmenvorgaben, 1999, S. 23. In: Breidbach, Abendroth, 2000, S. 134)

Die Themen, die im bilingual unterrichteten Sachfach durchgenommen werden, leiten sich, wie bereits weiter oben erwähnt, aus dem Lehrplan des jeweiligen Sachfaches ab. Teilweise werden diese durch Handreichungen, Empfehlungen und Materialbeispiele ergänzt. In einigen Bundesländern wie dem Saarland und Rheinland-Pfalz wurden für die Sekundarstufen 1 und 2 für die bilingual unterrichteten Fächer Geschichte und Geographie Lehrplanentwürfe in enger Anlehnung an die geltenden Lehrpläne entworfen. (vgl. Finkbeiner, 2002, S. 16).

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Details

Seiten
15
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640406180
ISBN (Buch)
9783640406326
Dateigröße
927 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v133663
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main – Institut für-England und Amerikastudien
Note
1
Schlagworte
CLIL Content and Language Integrated Learning Sprachlernen Inhaltslernen Interkulturelle Kompetenz Bilingualer Sachfachunterricht

Autor

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